Zerkleinerungseinrichtung für metallisches, insbesondere auch zähes, zusammenhängendes oder verfilztes Spänematerial Bei der Zerkleinerung von Stahl- oder Metall- drehspänen in Schlagspänebrechern ergeben sich häu fig Schwierigkeiten aus der oft schwankenden und ungleich verteilten Zähigkeit im Spänematerial, weil spröderes meist sehr schnell in zahlreiche Bruch stücke zerspringt, zäheres dagegen erst nach einer Vielzahl heftiger Einwirkungen und entsprechend längerer Zeit oder dann nur ungenügend zerkleinert wird.
Auch können einzelne zähe Späne, die vom Schläger mitgerissen werden und nicht gleich abrei ssen, dann ganze Späneknäuel, mitunter sogar das gesamte vorhandene Spänegut, das ja häufig ein ein ziges, zusammenhängendes Gewirr darstellt, hinter sich her in das Maschineninnere reissen, so dass der Brecher überlastet oder völlig verstopft wird und festläuft.
Man hat diesen Übelstand dadurch zu umgehen gesucht, dass man dem eigentlichen Schlagbrecher eine besonders angetriebene Spänezuführungs- und Zerreissvorrichtung vorgeschaltet hat. Dabei werden die Späne mittels langsamlaufender Kurbelgreifer zu nächst durch einen Rechen mit Reisszinken gezogen, um so verfilzte Ballen und Knäuel auseinanderzu- reissen, vorzuzerkleinern und dann erst in den Bre cher zu befördern. Derartige Einrichtungen erfordern verhältnismässig viel Platz und Aufwand.
Auch kann man dann bei wechselnder und ungleich verteilter Zähigkeit im Spänematerial die Vorschubgeschwin- digkeit der selbständigen Zuführungseinrichtung nur schwer dem schwankenden Verarbeitungstempo des Brechers anpassen. Daher muss man den Brecher samt Motor trotzdem noch stark überdimensionieren, wenn man Überlastungen vermeiden will.
Durch die Erfindung werden diese und andere Nachteile der bekannten Spänebrecher in einfacher Weise beseitigt. Die Erfindung betrifft eine Zerklei- nerungseinrichtung für metallisches, insbesondere auch zähes, zusammenhängendes oder verfilztes Spänematerial und besteht darin, dass eine Reihe von Schlägern vorgesehen sind, die sich mit ihren Enden zwischen sägenartig gezahnten Segmenten so durch den davorliegenden Späneeintrittsraum hindurch dre hen können, dass das Spänematerial herangezogen,
hier zunächst von den Segmenten aufgehalten und mit Hilfe von deren Zähnen so weit vorzerkleinert wird, dass es ohne Verwicklungs- und Verstopfungs gefahr zur Nachzerkleinerung in das Maschinen innere gezogen werden kann.
Auf diese Weise wird zunächst die Reisswirkung der Schläger selbst gleich dazu ausgenutzt, in sich zusammenhängendes, verfilztes Spänematerial an die Schlägerschlagkreise heranzuführen und hineinzuzie hen. Dort wird es zunächst durch einen aus den sägenartig gezahnten Segmenten gebildeten Rechen, durch den die Schlägerenden nur auf einer kurzen Strecke hindurchschlagen, aufgehalten und mit Hilfe der Zahnsegmente auf zweierlei Weise - Festhalten grosser Ballen an den Zähnen und Aufreissen durch die Schlägerenden einerseits, Entlangreissen kleinerer Bündel an der Verzahnung anderseits - einer bereits weitgehenden Vorzerkleinerung unterzogen,
dann erst in das Maschineninnere geschleudert, einer intensiven Nachzerkleinerung unterworfen und anschliessend allein mittels der Schleuder- und Gebläsewirkung der Schläger selbst in einer ansteigenden Rohrleitung hochtransportiert. Dabei spielt dann die jeweilige Materialzähigkeit nur noch eine untergeordnete Rolle, weil die Zahnsegmente mittels Spindel und Handrad oder ähnlicher Mittel schwenkbar und so einstellbar sein können, dass das Spänematerial nur dem jeweils vorliegenden Zähigkeitsgrad und dem hierdurch ge gebenen jeweiligen Verarbeitungstempo entsprechend an die Zerkleinerungseinrichtung herangezogen wer den kann.
Auf der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in drei Ausführungsbeispielen dargestellt, und zwar veranschaulicht: Fig. 1 einen senkrechten Schnitt durch die Zer kleinerungseinrichtung nach der ersten Ausführungs form; Fig. 2 einen horizontalen Schnitt durch die Schlä gerwelle nach Linie<B><I>A -A</I></B> der Fig. 1; Fig. 3 einen senkrechten Schnitt durch einen mit der Zerkleinerungseinerichtung verbundenen Rück schlagverschluss mit einer Klappe gemäss der zweiten Ausführungsform, Fig. 4 einen senkrechten Schnitt durch einen mit der Zerkleinerungseinrichtung verbundenen Rück schlagverschluss mit zwei Klappen gemäss der dritten Ausführungsform.
Bei der ersten Ausführungsform gemäss Fig. 1 und 2 drehen die kreuzweise angeordneten Schläger 1 sich im Sinne des eingezeichneten Pfeils zwischen Zahnsegmenten 2 mit abwechselnd versetzter Zahn teilung hindurch, die unten an der in einer Rinne gelagerten Halbwelle 3, oben an der gebogenen Platte 4 befestigt sind, und die sich zum Beispiel mittels Spindel und Handrad 5 oder dergleichen um die Halbwelle 3 vor- und zurückschwenken und ein stellen lassen.
Der Späneeintritt erfolgt von oben her durch den geräumigen Aufsatz 6, auf Grund dessen steiler An ordnung auch weniger zusammenhängendes Material ohne weiteres in die Maschine rutscht. Doch spielt, wie sich gezeigt hat, die Schwerkraftwirkung bei gro ssen Späneballen gegenüber der einziehenden Wir kung der Schläger kaum eine Rolle, wenn das Mate rial erst von den Schlägerenden erfasst worden ist. Dann können auch grosse zusammenhängende Bün del, die sich vor dem Aufsatz 6, z. B. auf einer Bühne, befinden, ohne weiteres nach und nach in die Maschine gezogen und verarbeitet werden.
Die Nachzerkleinerung der in den freien Maschi neninnenraum geschleuderten und umherwirbelnden Spänestücke wird mittels an sich bekannter Reisszin ken 7 neben den Schlägerumlaufbahnen bewirkt. Hin ter den Lücken zwischen diesen, durch die doch noch längere zähe Spanstränge oder -rollen nach oben in den Späneaustritt geschleudert werden könnten, sind nun besondere Leitarme 8 angeordnet, die sich bogenförmig dicht um einen Teil jeder Schlägerbahn herumziehen, insbesondere ungenügend zerkleinertes Material auffangen, hochleiten und wieder dem Zer- kleinerungsprozess zuführen.
Das so herausgekämmte Material kann dadurch noch von hinten gegen die Zahnsegmente 2 oder gegen eine Prallplatte 9 geschleudert werden, um von dort erneut in das unzerkleinerte Material zu ge langen.
Da die Schläger 1 dauernd dicht an den Leit- armen 8 vorbeistreichen, können sich hier keine län geren Spanenden herumlegen, ansammeln und den Ausgang versperren. Auch sind die Leitarme 8 nach hinten verjüngt ausgebildet, wie dies der Schnitt der Fig. 2 zeigt, damit der Schlägerwind dahinter keine Wirbelschleppen ausbilden, feines Material auswir- beln, ablagern und ansammeln kann.
Erst auf diese Weise gelingt es, den Spänebruch, häufig vermengt mit zerrissener Putzwolle und ähn lichem, ohne jede Verstopfungsgefahr und ohne zu sätzliche Fördereinrichtungen, Gebläse oder derglei chen, um eine beträchtliche Strecke in einer anschlie ssenden Rohrleitung 12a nach oben zu fördern und hoch auszuwerfen, beispielsweise direkt in ein Trans portfuhrwerk.
Dicht vor dem Eintritt des vorzerkleinerten Span materials in das Maschineninnere können vorzugs weise weitere Reisszähne 10 vor den Lücken der Zahnsegmente 2 vorgesehen sein, welche die einzie hende Wirkung der Schläger 1 nicht beeinträchtigen. Sie lassen sich, wie aus Fig. 1 ersichtlich, auf einer abgefederten Klappe 11 anbringen, die bei heftigen Stössen durch feste, kompakte Teile nachgeben kann. Ebenso kann man die Reisszinken 7 und Leitarme 8 auf einer Klappe 12 anordnen, durch die das Maschi neninnere zugänglich wird.
Nun kann die Spänezufuhr zum Brecher jedoch gelegentlich stocken, so dass der Aufsatz 6 praktisch leer wird und dann auch Spänebruchstücke und der gleichen von keinem nachdringenden Späneballe mehr aufgefangen oder zurückgehalten, aus dem Späne eintritt zurückprallen und das Bedienungspersonal ge fährden.
Die bekannten Anordnungen an Rückschlagklap- pen haben jedoch den Nachteil, dass zu Beginn oder nach Unterbrechungen der Spänezufuhr die Späne erst vorgeschoben werden müssen, dass die Späne oder Ballen also nicht ohne weiteres wieder von selbst in eine solche Beschickungseinrichtung hinein rutschen können. Befindet sich aber ein Späneballen erst unter der Klappe, so kann sich gerade das Nach drücken der Klappe auch noch nachteilig auswirken, weil der Späneballen jetzt dem Brecher unter Um ständen wieder zu plötzlich zugeführt wird.
Gegen ein Eindringen ungenügend vorzerkleiner- ter, grösserer Späneballen in das Maschineninnere, also gegen eine Verwicklungs- und Verstopfungs gefahr, schützt nun zwar der aus den Zahnsegmen ten 2 bestehende Rechen, doch können zuweilen auch unerwünschte hohe Belastungen für Brecher und Mo tor dadurch eintreten, dass der Maschine zum Bei spiel ein sehr dichter Späneballen hoher Sprödigkeit aufgegeben wird, der dann an den Segmentzähnen sehr rasch zu Bruch geht und das gesamte Maschinen innere plötzlich mit vorzerkleinertem Spänebruch überschwemmt.
Eine auf diese Weise entstehende Belastungsspitze würde durch eine nachdrückende Klappe gerade noch verstärkt.
Um auch diese Nachteile bekannter Späne brecherkonstruktionen auszuschalten, kann ein be sonderer Beschickungsrückschlagverschluss verwendet werden, der sich fallklappenartig nach unten hin öffnet, also in an sich bekannter Weise ein selbst tätiges Eindringen des Spänematerials in die Einrich tung ermöglicht, in geöffnetem Zustand dann aber noch einen gewissen, in seiner Stärke einstellbaren Halt auf die Späneballen ausübt, so dass selbst sehr spröde oder sich auf Grund ihrer Zusammensetzung wie solche verhaltende Späneballen nicht zu plötzlich, sondern auch gleichmässiger nachgezogen und weg gearbeitet werden können.
Bei den in den Fig. 3 und 4 gezeigten Ausfüh rungsbeispielen eines solchen Rückschlagverschlusses besitzt jede der Klappen 13 bzw. 14 und 15 ein ein stellbares Gegengewicht 16 bzw. 17 und 18, liegt im geschlossenen Zustand seitlich von innen her mit genügendem Spiel zu den Seitenwänden hin an den Anschlagleisten oder -blechen 19 bzw.
20 und 21 an und schliesst somit den Späneeintrittsraum des Auf satzstückes 6 nach aussen ab, beispielsweise vor Be ginn oder nach Unterbrechungen der Spänezufuhr. Unter einer Spänelast öffnen sich die Klappen zu nächst verhältnismässig leicht und üben dann mit zunehmender Öffnung einen entsprechenden Halte druck auf die eindringenden Späneballen aus, die Einzelklappe 13 gemäss Fig. 3, z.
B. durch Andruck des Ballens an die Rückwand des Ansatzstückes 6, die Doppelklappen 14, 15 nach Fig. 4 durch gegen seitigen Andruck, wie die strichpunktierten öffnungs- stellen der Klappen in diesen beiden Figuren erken nen lassen. Anstelle der verstellbaren Gewichte kön nen natürlich auch Belastungsorgane anderer Art, wie Federn, Luftkolben oder dergleichen, Verwen dung finden.
Ebenso kann die Klappenkonstruktion nach der Fig. 3 auf dem Aufsatz 6 auch spiegelbildlich, also um l80 gedreht, angeordnet sein, so dass der Klap- penandruck in Öffnungsstellung dann statt zur Rück wand zur Vorderwand des Aufsatzes 6 hin gerichtet ist, wenn das u. a. aus Platz- und Zuführungsgründen zweckmässiger ist.
Wie dargestellt, weisen die Klappen eine gewisse Schrägstellung auf. Infolgedessen öffnen und schlie ssen die Klappen nicht schleifend, wie das zum Bei spiel bei waagrechter Klappenanordnung der Fall wäre, sondern geben schon nach geringem Drehwin kel eine verhältnismässig grosse Öffnung nach unten frei (und umgekehrt). Ausserdem wird hierdurch ver mieden, dass einzelne Späne, die beim Schliessen ge legentlich in der Klappenöffnung bleiben, die Klappe oder Klappen dann verklemmen, wie das bei tangen- tial verlaufender Schliessbewegung der Fall sein könnte.
Kleine Späneballen, die sowieso keine über lastung der Maschine verursachen, können ziemlich schnell in die Maschine fallen. Erst wenn grössere Späneballen aufgegeben werden, auf welche die Reiss wirkung sämtlicher Schläger dann auch eine ent sprechende Einzugskraft ausübt, tritt der gewünschte Haltedruck der Klappen auf die Späneballen ein. Auch bei der Verarbeitung zäher Späneballen bilden die Klappen dann kein Hindernis, weil derartige Bal- len ja infolge ihres zähen Zusammenhanges erst recht entsprechend kräftig an die Zerkleinerungseinrichtung herangezogen werden.
Mit der beschriebenen Zusatz einrichtung des Rückschlagverschlusses lässt sich ein so verschiedenartiges Material, wie es metallische Bohr- oder Drehspäne zäher oder spröder, dichter oder sperriger, schwerer oder leichterer, fester oder brüchiger Natur darstellen, mit einem verhältnis mässig geringen Aufwand wirklich betriebssicher und witrschaftlich verarbeiten.