Orthopädische Ferseneinlage
Die Erfindung bezieht sich auf eine orthopädische Ferseneinlage zum Korrigieren und Ausheilen von Senkfüssen und andern Fussdeformationen.
Normalerweise trägt der menschliche Fuss das Körpergewicht hauptsächlich mit drei Zonen. Dies sind: Der Ballen des grossen Zehs, der Ballen des kleinen Zehs sowie die Ferse.
Früher war es bei Leuten, die an Senkfuss oder andern Fussverunstaltungen litten, üblich, diese natürliche Gewichtsverteilung zu stören, indem die Wölbung des Fusses durch eine als Brückenglied wirkende Einlage, die in Längsrichtung unterhalb des ganzen Fusses verlief, verstärkt wurde. Eine solche Brücke unterstützt den Fuss und hält ihn in der richtigen Lage, aber dies nur durch Anwendung eines zusätzlichen und unnatürlich tragenden Teils.
Obwohl die Brücke die Folgen des Senkfusses unbedeutend werden liess, half sie nicht, die Fussdeformation auszuheilen und dem Fuss die natürliche Gestaltung wiederzugeben und die drei das Gewicht tragende Zonen wieder herzustellen.
Aufgabe der Erfindung ist es, eine Ferseneinlage vorzusehen, die so gestaltet ist, dass sie in Verbindung mit einem Stiefel oder Schuh die Ferse des Fusses relativ zum Fuss nach innen krümmt, so dass sich der Fuss bogenförmig gestalten muss, ohne dass der Bogen selbst von der Ferseneinlage unterstützt wird. Das Gewicht des Trägers wird dann auf natürliche und richtige Art vom Ballen des grossen Zehs, vom Ballen des kleinen Zehs und von der Ferse aufgenommen.
Des weiteren ist es eine Aufgabe der Erfindung, Ferseneinlagen aus Kunststoff oder aus Leichtmetall herzustellen, die in der Massenfertigung sehr billig und sauber hergestellt werden können und ferner im Gebrauch sehr widerstandsfähig sind.
Die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass die im Querschnitt annähernd U-förmig und im Längsschnitt L-förmig ausgebildete, einstückige steife Einlage oberhalb einer nur die Ferse aufzunehmen bestimmten Grundplatte und zwischen ihrer hintern Rückwand und der vordern Kante der einen Seitenwand mit einer Einbuchtung versehen ist, die zur Längsmittelebene der Fusseinlage weist, das Ganze derart, dass unter dem Gewicht der Benützungsperson der eingebuchtete Teil einen derartigen Druck auf den Os calcis auszuüben vermag, dass dieser in seine Normallage gedrückt wird und gegen die Seitenwände der Einlage anliegt und dadurch der Talus und die mit ihm zusammenwirkenden Knochen dem Fuss seine normale Fusswölbung verleihen.
Die Ferseneinlage ist hauptsächlich für Kinder bestimmt. Der Senkfuss bei Kindern wird durch das Krümmen oder Umkehren der Ferse bewirkt. Wenn sich die Ferse nach aussen kehrt, das heisst sich nach aussen durchbiegt, dann biegt sich der Vorderfuss ebenfalls zu sehr nach unten durch, so dass von dem innern Teil des Fusses zuviel Gewicht aufgenommen wird.
Wenn daher die Ferseneinlage mit den vertikalen Seitenflächen die Ferse daran hindert, nach aussen hin auszubiegen und sie in der vertikalen Lage hält, so wird das Gewicht von der innern Zone des Vorderfusses genommen, und der Fuss erhält seine natürliche Wölbung. Wird die Ferse des Kindes vertikal gehalten, so kann das Kind normal gehen.
Nach einiger Zeit nimmt die Fusswölbung wieder eine feste Form an.
Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes werden in der Zeichnung nachstehend erläutert.
In der Zeichnung zeigen:
Fig. 1 eine Draufsicht auf die Ferseneinlage,
Fig. 2 eine Seitenansicht der Ferseneinlage von der Fussinnenseite aus gesehen,
Fig. 3 einen Schnitt nach der Linie 3-3 der Fig. 1,
Fig. 4 eine Ansicht der Ferseneinlage von unten,
Fig. 5 einen Schnitt nach der Linie 5-5 der Fig. 1,
Fig. 6 einen Schnitt nach der Linie 6-6 der Fig. 1,
Fig. 7 eine Draufsicht auf die Ferseneinlage, wobei die innere Seitenwand nach der Linie 7-7 der Fig. 2 geschnitten ist, um den konkav-konvexen, die Einbuchtung aufweisenden Teil in der Seitenwand darzustellen,
Fig. 8 eine Seitenansicht des linken Fusses mit dem Sitz der Ferseneinlage und dem sich daraus ergebenden normal geformten Bogen des Fusses vor der Ferseneinlage,
Fig. 9 eine Darstellung der linken Fussknochen von hinten bei einem Senkfuss,
Fig.
10 eine Darstellung derselben Fussknochen zusammen mit der Ferseneinlage,
Fig. 11 eine Darstellung derselben Fussknochen von der Seite zusammen mit der Ferseneinlage.
Wie aus der Zeichnung ersichtlich ist, besteht die Ferseneinlage, welche hier jeweils für den linken Fuss des Trägers beschrieben ist, aus einer Grundplatte 1, einer äussern Seitenwand 2, einer innern Seitenwand 3 sowie einer gebogenen Rückwand 4. Die Grundplatte 1, die Seitenwände 2 und 3 sowie die Rückwand 4, die alle eine geringe Wandstärke haben, sind dabei aus einem steifen Kunststoff, einem Leichtmetall oder einer Metalllegierung in einem Stück gefertigt. Die Grundplatte 1, die Seitenwände 2 und 3 sowie die Rückwand 4 gehen durch Rundungen ineinander über, damit sie innen an der Ferse des Trägers und aussen am Schuh dicht anliegen. Wie aus den Fig. 3, 5 und 6 hervorgeht, ist die Einlage im Querschnitt annähernd U-förmig und im Längsschnitt L-förmig.
Die innere Seitenwand 3 ist höher als die äussere Seitenwand 2. Die obere Begrenzungslinie 3a der Wand 3 verläuft im wesentlichen parallel zur Grundplatte 1, während die obere Begrenzungslinie 2a der Wand 2 von der Rückwand 4 ausgehend nach ihrem vordern Ende hin leicht abfällt. Die vordern Kanten beider Seitenwände 2 und 3 sind von der Grundplatte 1 aus nach oben und rückwärts abgerundet. Aus Fig. 1 ist ersichtlich, dass die Vorderkante 1 a der Grundplatte 1 bogenförmig in die Wand 2 übergeht. Der vordere Teil der Grundplatte 1 ist breiter als der rückwärtige Teil, in dem die Grundplatte 1 und die Rückwand 4 gegeneinander laufen. Die Grundplatte 1 ist so ausgebildet, dass sie sich den Konturen der Ferse des Trägers anpasst.
Die Unterseite der Grundplatte 1 ist im wesentlichen flach ausgebildet, und die Oberseite der Grundplatte 1 verläuft zu der untern parallel, mit andern Worten, die Grundplatte 1 hat auf ihrer ganzen Länge eine im wesentlichen gleichmässige Wandstärke. Die Länge der Grundplatte 1 ist derart, dass die Vorderkante la nicht über die Ferse des Trägers hinausragt.
Die Begrenzung der Grundplatte 1 ist, wie aus Fig. 7 hervorgeht, an ihrer äussern Seite leicht nach aussen gekrümmt, während die Begrenzung an der innern Seite erst nach aussen, dann nach innen und an ihrem vordern Ende wieder nach aussen, also S-förmig, verläuft.
Die Seitenwände 2 und 3 haben gleiche Wandstärken. Die äussere Seitenwand 2 fällt gemäss Fig. 5 nach unten und aussen hin ab und geht mit einer Rundung, um sich der Rundung der äussern Fersenkontur anzupassen, in die Grundplatte 1 über. Kurz vor der Rückwand 4 der Ferseneinlage wölbt sich ein Teil 3b der innern Seitenwand 3 nach unten und nach aussen und geht dann in die Grundplatte 1 über, wobei der Übergang ebenfalls abgerundet ist, um sich der Rundung der Ferseninnenseite des Trägers anzupassen. Vor dem Teil 3b jedoch ist die Seitenwand 3 mit einem konkav-konvexen, eine Einbuchtung bildenden Teil 3c versehen. Dieser Teil 3c erstreckt sich dabei vom Teil 3b bis kurz vor Ende der Vorderkante la der Grundplatte 1.
Wie besonders in Fig. 1, 5 und 6 gezeigt, wölbt sich der konkav-konvexe Teil 3c von der obern Kante der Seitenwand 3 aus abwärts zur Grundplatte 1 und zur Längsmittelebene der Ferseneinlage hin und ist dabei abgerundet, was im Querschnitt nach den Fig. 5 und 6 sowie im Grundriss nach den Fig. 4 und 7 ersichtlich ist.
Während des Gebrauches wird die Ferse von der Ferseneinlage gehalten. Stiefel oder Schuhe werden dabei in der üblichen Art angezogen. Die steifen Kappen des Schuhs halten die Aussenflächen der Seitenwände 2 und 3 sowie der Rückwand 4 der Ferseneinlage und geben ihr eine im wesentlichen vertikale Lage.
Die Höhe der Seitenwände 2 und 3 ist nicht so gross, dass die Ferseneinlage aus dem Schuh hervorsteht. Wenn das Gewicht des an Senkfuss leidenden Trägers auf dem Fuss lastet, bewirkt die Einbuchtung 3c der Seitenwand 3 eine Umstellung der Ferse, während der Vorderfuss unbeeinflusst bleibt, wie Fig. 10 zeigt. Die Ferse wird in vertikaler Lage gehalten, wobei der vordere Fuss und der verlängerte Bogen frei bleiben.
Durch die von der Einlage angestrebte Lage wird der Fuss gezwungen, eine bogenförmige Gestalt anzunehmen, so dass das Gewicht der Benützungsperson in natürlicher und korrekter Weise vom Ballen des grossen und des kleinen Zehs sowie von der Ferse, nicht aber von der Sohle des Fusses, getragen wird.
Durch diese Einlage wird auf den Os calcis 0 (Fig. 9-11) unter dem Gewicht der Benützungsperson durch den eingebuchteten Teil 3c ein Druck ausgeübt, so dass dieser in seine Normallage gedreht wird und gegen die Seitenwände 2, 3 anliegt, wodurch der Talus T und die mit ihm zusammen wirkenden Knochen dem Fuss seine normale Fusswölbung verleihen, ohne dass diese Fusswölbung gestützt werden muss.
Eine Ferseneinlage für die rechte Ferse ist spiegelbildlich der hier für die linke Ferse beschriebenen und dargestellten Ferseneinlage ausgebildet.
Die Ferseneinlagen werden zweckmässig derart hergestellt, dass sich eine Serienfertigung billig gestaltet.
Es ist beabsichtigt, die Ferseneinlage haupt sächlich zur Stärkung der Füsse heranwachsender Kinder, deren Füsse eine Korrektur oder leichte Verformung benötigen, um Senkfuss oder X-Beine zu verhüten, anzuwenden. Es zeigt sich, dass durch fortlaufendes Tragen der Ferseneinlage der Fuss in seiner natürlichen Lage gestärkt wird und dadurch das Gewicht des Trägers verteilt und von den richtigen Fusszonen getragen wird. Mit der Zeit verfestigen sich die Muskeln des Fusses, so dass nach Ausheilung der Fussdeformationen die Ferseneinlage bald entbehrlich wird.
Die Ferseneinlagen können ohne Beschwerden in normale Schuhe lose eingelegt werden oder mit diesen fest verbunden sein.