CH345343A - Verfahren zur Herstellung von 3,4-Thiazolinen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von 3,4-Thiazolinen

Info

Publication number
CH345343A
CH345343A CH345343DA CH345343A CH 345343 A CH345343 A CH 345343A CH 345343D A CH345343D A CH 345343DA CH 345343 A CH345343 A CH 345343A
Authority
CH
Switzerland
Prior art keywords
sulfur
ether
reaction
water
thiazolines
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Asinger Friedrich Dr Prof
Max Dr Thiel
Hans Dipl Chem Kaltwasser
Reckling Gerhard
Original Assignee
Leuna Werke Veb
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Leuna Werke Veb filed Critical Leuna Werke Veb
Publication of CH345343A publication Critical patent/CH345343A/de

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07DHETEROCYCLIC COMPOUNDS
    • C07D277/00Heterocyclic compounds containing 1,3-thiazole or hydrogenated 1,3-thiazole rings
    • C07D277/02Heterocyclic compounds containing 1,3-thiazole or hydrogenated 1,3-thiazole rings not condensed with other rings
    • C07D277/08Heterocyclic compounds containing 1,3-thiazole or hydrogenated 1,3-thiazole rings not condensed with other rings having one double bond between ring members or between a ring member and a non-ring member
    • C07D277/10Heterocyclic compounds containing 1,3-thiazole or hydrogenated 1,3-thiazole rings not condensed with other rings having one double bond between ring members or between a ring member and a non-ring member with only hydrogen atoms, hydrocarbon or substituted hydrocarbon radicals, directly attached to ring carbon atoms

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Thiazole And Isothizaole Compounds (AREA)
  • Plural Heterocyclic Compounds (AREA)

Description


  



  Verfahren zur Herstellung von   Åa3 4-Thiazolinen   
Es wurde gefunden,   dass 13, 4-Thiazoline    der Formel
EMI1.1     
 worin   Ru,    R, und R3 Wasserstoffatome oder gegebenenfalls substituierte Alkyl-, Cycloalkyl-, Aryl-oder Aralkylreste bedeuten, wobei auch je zwei der Reste   R1,      R,    R3 miteinander verbunden sein können, erhalten werden, wenn Schwefel oder ein Polysulfid mit einem Keton der Formel    RtRSCHCOCH2R3    unter gleichzeitiger Einwirkung von Ammoniak bei Temperaturen zwischen-10 und   + 100 C,    vorzugsweise bei Zimmertemperatur, umgesetzt wird. Derartige Umsetzungen von Schwefel und Ammoniak mit Ketonen sind bisher noch nicht bekanntgeworden.



  Die bei dieser Reaktion entstehenden   Åa3 4-Thiazoline    sind gleichfalls neu.



   Das Verfahren wird beispielsweise in der Art durchgeführt, dass man in eine Aufschlämmung von 1 Mol Schwefel in 2 Mol Keton bei   Zimmertempera-    tur Ammoniakgas einleitet. Man kann die Umsetzung auch in Gegenwart von Lösungsmitteln, wie Alkoholen, Benzol, Toluol oder Ather, vornehmen, die dann zugleich als Schleppmittel für das bei der Reaktion entstehende Wasser dienen können. Die Verwendung von Lösungsmitteln empfiehlt sich besonders dann, wenn feste   Oxoverbindungen umgesetzt werdeli sollen.   



   Der Reaktionsablauf des Verfahrens wird am Beispiel des Diäthylketons wie nachstehend erläutert :
EMI1.2     

Bei Verwendung von Polysulfid verfährt man zum Beispiel in der Weise,   dal3    man auf ein Gemisch einer Oxoverbindung mit einem Polysulfid Ammoniakgas einwirken lässt, wobei das Polysulfid und die Oxoverbindung in Wasser oder einem andern geeigneten Lösungsmittel gelöst sein können. Als Polysulfide eignen sich Ammoniumpolysulfid, Natriumpolysulfid und sonstige anorganische Polysulfide. In gleicher Weise brauchbar sind auch organische Polysulfide, beispielsweise   Diäthylpolysulfid    und Dipropylpolysulfid.



   Die als Ausgangsstoffe verwendeten Ketone   kön-    nen auch funktionelle Gruppen, wie zum Beispiel Hydroxyl und Carbonyl, enthalten.



   Die   erfindungsgemäss erhältlichen S3. 4-Thiazoline    stellen wertvolle   Zwischen-bzw.    Fertigprodukte für die pharmazeutische Industrie dar. Sie können weiterhin zur Herstellung von SchÏdlingsbekÏmpfungs-,   Holzkonservierungs-,      Unkrautvertilgungs-,    Rostschutzund Alterungsschutzmitteln verwendet werden. 



   Beispiel 1
144 g   Methylathylketon    werden mit 32 g Schwefel   (Schwefelblüte    oder gepulverter Stangenschwefel) gemischt. In diese Aufschlämmung wird Ammoniakgas eingeleitet, bis der Schwefel in Lösung gegangen ist, wobei Erwärmung bis zu 80  C stattfinden kann. Das dunkelbraune Reaktionsgemisch wird mit Äther versetzt und die ätherische Lösung mit Wasser   gewa-    schen. Bei der Destillation des vom Ather befreiten Anteils werden 135 g 2, 4,   5-Trimethyl-2-äthyl-thi-    azolin-?3,4 (C8H15NS) mit einem   Kp.      G 70  C    erhalten.



  Die Ausbeute entspricht 85 bis   90  /o    der Theorie.



   Beispiel 2
172 g   Diäthylketon    werden mit 32 g Schwefel   (Schwefelblüte    oder gepulverter   Stangenschwefel)    gemischt. In diese Aufschlämmung wird Ammoniakgas eingeleitet. Die Aufarbeitung kann wie in Beispiel 1 beschrieben durchgeführt werden, oder man nimmt das Reaktionsgemisch in Benzol oder einem andern Inertlösungsmittel auf und   wäscht die Lösungsmittel-    schicht mit Wasser. Es werden 150 g 2, 2, 4-TriÏthyl5-methyl-thiazolin-?3,4 (C10H19NS) mit einem Kp.   n    97  C erhalten. Die Ausbeute entspricht 80 bis 85    /o    der Theorie.



   Beispiel 3
344   g      d-Acetyl-valeriansäureäthylester    werden mit   32    g Schwefel gemischt und anschliessend mit   Ammo-    niakgas behandelt. Das braun gefärbte Reaktionsprodukt wird mit Äther extrahiert und der Ätherextrakt sorgfältig mit Wasser gewaschen. Die   Ätherlösung    wird eingeengt und der Rückstand im Hochvakuum destilliert. Es werden 220 g eines zähen farblosen Ols vom Kp. 10-4 100¯ C, und zwar das 2,   4-Dimethyl-2-      (,.,-carbäthoxy-n-butyl)-5-(co-carbäthoxy-n-propyl)-      thiazolin-d3,      4      8H3, 04NS)    erhalten. Die Ausbeute entspricht 60 bis 70   11/0    der Theorie.



   Beispiel 4
196 g Cyclohexanon werden mit 32 g Schwefel gemischt und anschliessend mit Ammoniak behandelt.



  Nach Beendigung der Reaktion, die sich dadurch anzeigt, dass der Schwefel verschwunden ist und die Temperatur zu sinken beginnt, kann man die Reak  tionsmischung,    wie in Beispiel 1 bis 3 erwähnt, aufarbeiten oder sie über Nacht stehenlassen. Während dieser Zeit hat sich eine feste Kristallmasse gebildet, die von dunklen   Olen abgesaugt wird.    Die noch klebrigen Kristalle werden aus Benzin, Äther oder   Dipropyläther    umkristallisiert. Es entstehen 165 g   2,      2-Pentamethylen-hexahydrobenzthiazolin-A3.    4   (C, 2HtDNS)    mit einem   Kip. lao    160 bis   164     C. Die Ausbeute entspricht 75 bis 80  /o der Theorie.



      Beispiel S   
228 g Di-n-propylketon werden mit 32 g Schwefel und   500 cm3 Benzol    (oder einem andern als Schleppmittel für Wasser dienenden Lösungsmittel) gemischt.



   Bei Siedetemperatur wird Ammoniak eingeleitet, und zwar so lange, bis kein wasserhaltiges Benzol mehr  überdestilliert. Das benzolhaltige Reaktionsgemisch wird dann mit Wasser gewaschen und einer anschlie  ssenden Vakuumdestillation unterworfen. Es entstehen
166 g 2, 2,   4-Tri-n-propyl-5-äthyl-thiazolin-S3 4     (C14H27NS) mit einem   KP. 8 130  C.    Die Ausbeute entspricht 70    /o    der Theorie.



   Beispiel 6
196 g Cyclohexanon werden zu einer wässrigen    Natriumpolysulfidlösung    (dargestellt aus   31 g Na2S    in
150 cm3 Wasser und 32 g gepulvertem Schwefel) ge geben. Die Mischung wird zwei Stunden lang bei
45  C unter gutem Rühren mit einem schwachen
Ammoniakstrom behandelt. Das Reaktionsgemisch wird dann mit Äther extrahiert und der Ätherextrakt getrocknet. Durch Unterkühlen der   Atherlösung    er hält man 125 g 2, 2-Pentamethylen-hexahydrobenz thiazolin-?3,4   4 (Cj2H19NS)    vom Fp. 82  C. Die Aus beute entspricht 60  /o der Theorie
Beispiel 7
144 g Butanon werden zu einer wässrigen Natrium polysulfidlösung (dargestellt aus   31 g Na2S in    150 cm3
Wasser und 32 g gepulvertem Schwefel) gegeben.

   Die
Mischung wird zwei Stunden lang unter gutem
Rühren mit einem Ammoniakstrom behandelt. Das
Reaktionsgemisch wird dann mit   Ather    extrahiert und der   Atherextrakt    getrocknet. Nach dem Abtreiben des  Äthers destillieren bei   82     C/18 mm   105      g    2, 4, 5-Tri    methyl-2-äbhyl-thiazoqin-X3    (C8H15NS)  ber. Die
Ausbeute entspricht 65 bis 70  /o der Theorie.



   Beispiel 8
In eine Suspension von 32 g S in 268 g Phenyl aceton wird unter Rühren NH3 eingeleitet. Das Ge misch färbt sich dunkelrot, und die Temperatur steigt auf   50     C. Nach zweieinhalb Stunden ist der Schwefel aufgelöst ; man verdünnt mit Äther und trennt die wässrige Schicht ab. Der Ätherextrakt wird mit Was ser gewaschen, mit   Na2SO4    getrocknet und eingeengt.



   Nachdem unverändertes Phenylaceton (etwa 50 g) im
Vakuum abdestilliert worden ist, hinterbleiben 210 g eines roten Öls, das fast ausschliesslich 2, 4-Dimethyl
2-benzyl-5-phenyl-?3,4-thiazolin (C18H19NS) enthÏlt.



   Die Ausbeute entspricht   92 ouzo    der Theorie. Das   01    gibt mit methanolischer Pikrinsäurelösung mit   800/oiger   
Ausbeute das Pikrat vom F.   125     C.



   Beispiel 9
In eine Mischung von   310g    Acetylcyclohexan,
40 g Schwefel und   310    g Pyridin wird 24 Stunden bei etwa   50     C   NH >     eingeleitet. Dann verdünnt man mit 2, 5 Liter Wasser und extrahiert mit ¯ther. Der mit Wasser gewaschene und mit   Na, S04    getrocknete  Ätherextrakt wird eingeengt. Die Vakuumdestillation des Rückstandes ergibt bei Kp. 2 153 bis   158     C 179 g  (entsprechend   55"/o    der Theorie) eines roten Íls das aus einem Gemisch von 2, 4-Dimethyl-2-cyclohexyl5,   5-pentamethylen-S3. 4-thiazolin (CffH27NS)    und 2 Methyl-2, 4-dicyclohexyl-?3,4-thiazolin (C16H27NS) im Verhältnis von etwa 40 : 17 besteht.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von A34-Thiazolinen der Formel EMI3.1 worin Ri, R2 und R3 Wasserstoffatome oder gegebenenfalls substituierte Alkyl-, Cycloalkyl-, Aryl-oder Aralkylreste bedeuten, wobei aauch je zwei der Reste RI, R2, R3 miteinander verbunden sein können, dadurch gekennzeichnet, dass Schwefel oder ein Polysulfid mit einem Keton der Formel RtR2CHCOCH2R3 unter gleichzeitiger Einwirkung von Ammoniak bei Temperaturen zwischen-10 und +100 C umgesetzt wird.
    UNTERANSPRUCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass cyclische Ketone verwendet werden.
    2. Verfahren nach Patentanspruch und Unter- anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, da¯ die Umsetzung bei Zimmertemperatur durchgeführt wird.
    3. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Umsetzung in Gegenwart von Lösungsmitteln durch- geführt wird.
CH345343D 1955-11-30 1956-04-20 Verfahren zur Herstellung von 3,4-Thiazolinen CH345343A (de)

Applications Claiming Priority (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE345343X 1955-11-30
DE271255X 1955-12-27

Publications (1)

Publication Number Publication Date
CH345343A true CH345343A (de) 1960-03-31

Family

ID=25771781

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
CH345343D CH345343A (de) 1955-11-30 1956-04-20 Verfahren zur Herstellung von 3,4-Thiazolinen

Country Status (1)

Country Link
CH (1) CH345343A (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4011233A (en) * 1973-06-28 1977-03-08 Givaudan Corporation 2-methyl-2-(4-methyl-3-pentene-1-yl) thiazolidine

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
US4011233A (en) * 1973-06-28 1977-03-08 Givaudan Corporation 2-methyl-2-(4-methyl-3-pentene-1-yl) thiazolidine

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE1795808C2 (de) Verfahren zur Herstellung von 2,2,6,6-Tetramethyl-4-oxopiperidin
DE2512514C2 (de) Verfahren zur Herstellung von aliphatischen Isocyanaten
DE1695594A1 (de) In 2-Stellung substituierte delta1-Pyrrolinverbindungen und Verfahren zu ihrer Herstellung
CH345343A (de) Verfahren zur Herstellung von 3,4-Thiazolinen
DE1249261B (de) Verfahren zur Herstellung von Indanyl-N-methylcarbaminsäureestern
DE2647499C2 (de) Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Acetoacetamiden
EP0196592B1 (de) Verfahren zur Herstellung von 2-Merkaptobenzoxazolen
DE2558399C3 (de) Verfahren zur Herstellung von 3,6-Dichlorpicolinsäure
DE1058061B (de) Verfahren zur Herstellung von í¸3,4-Thiazolinen
DE1816282A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Hydroxy- oder Mercaptogruppen enthaltenden organischen Verbindungen
DE832887C (de) Verfahren zur Herstellung von Polyaminen
AT201072B (de) Verfahren zur Herstellung von N-trisubstituierten Borazanen
DE810628C (de) Verfahren zur Herstellung von 3, 7-Dimethyl-1-(2', 6', 6'-trimethyl-cyclohex-1'-enyl)-nona-3, 5, 7-trien-1-in-9-ol
DE1048586B (de)
DE871755C (de) Verfahren zur Herstellung von Carbonsaeureamiden und Carbonsaeuren
AT228791B (de) Verfahren zur Herstellung von 6-Chlor-7-sulfamyl-benzodihydro-1,2,4-thiadiazin-1,1-dioxyd
DE954595C (de) Verfahren zur Herstellung von Fungiziden und Insektenabwehrmitteln der Crotonsaeureamid- und ª‰-Methylcrotonsaeureamidreihe
DE819992C (de) Verfahren zur Herstellung von Amiden und Thioamiden
DE1085149B (de) Verfahren zur Herstellung von reinem kristallinem Methylolacrylsaeureamid
AT233594B (de) Verfahren zur Herstellung von 0,0-Dimethylthionothiolphosphorylessigsäuremonomethylamid
DE1000997B (de) Verfahren zur Herstellung von organischen Metall-Verbindungen
DE860636C (de) Verfahren zur Herstellung von Acrylazid
DE1940704C3 (de) Verfahren zur Herstellung von 2-Mercaptoinosin
DE1022231B (de) Verfahren zur Herstellung quaternaerer Ammoniumverbindungen
DE642424C (de) Verfahren zur Herstellung von N-Vinylverbindungen