CH346496A - Verfahren zur Aufbereitung von Wasser, insbesondere von Brauwasser - Google Patents

Verfahren zur Aufbereitung von Wasser, insbesondere von Brauwasser

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CH346496A
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Mueller Kurt R Ing Dr
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Philipp Mueller Nachf Eugen Bu
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    • C02TREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02FTREATMENT OF WATER, WASTE WATER, SEWAGE, OR SLUDGE
    • C02F5/00Softening water; Preventing scale; Adding scale preventatives or scale removers to water, e.g. adding sequestering agents
    • C02F5/02Softening water by precipitation of the hardness

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Description


  Verfahren zur Aufbereitung von Wasser, insbesondere von Brauwasser    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Auf  bereitung von Wasser, insbesondere von Brauwasser,  zur Erzielung einer     Karbonathärteverminderung    und  einer gleichzeitigen     Magnesiahärteentfernung.     



  Bei der Wasseraufbereitung, insbesondere bei der  Aufbereitung von Wasser für     Bierbrauzwecke,    ist ein  hoher     Magnesiumsalzgehalt    des Wassers unerwünscht.  Ebenso stört in gewissen Fällen, z. B. bei der Her  stellung heller Biere, eine hohe     Karbonathärte    im  Wasser, weil durch die Karbonate des Wassers die  in der Bierwürze enthaltenen organischen Säuren und  sauren Phosphate abgestumpft werden, die für die  Enzyme, Hefe,     Ausflockung    und Klärung sowie die  helle Farbe des Bieres notwendig sind. Auch ein  hoher     pfI-Wert,    das heisst ein alkalisches Wasser, ins  besondere ein Wasser mit freier     Alkalität,    ist für  Brauzwecke nicht geeignet.  



  Das bisher am meisten verwendete Verfahren, um  aus einem Wasser mit hoher     Karbonathärte    und  gleichzeitig hoher     Magnesiahärte    ein Wasser, insbe  sondere ein Brauwasser, mit niedrigerer     Karbonat-          und        Magnesiahärte    herzustellen, ist die     Entkarboni-          sierung    mit Kalk.

   Dabei war es jedoch nicht möglich,  ein neutrales Wasser mit verminderter     Karbonathärte     und praktisch fehlender     Magnesiahärte    zu erhalten  ohne eine     überalkalisierung    des Wassers mit Kalk  und eine anschliessende Abstumpfung des Kalküber  schusses mit stark     kohlesäurehaltigem    Rohwasser  oder mit Mineralsäure.

   Wenn ausserdem noch im  Rohwasser die     Nichtkarbonathärte    niedrig und die       Magnesiahärte    hoch war, war es bei dem bekannten  Verfahren praktisch unmöglich, ein einwandfreies,  neutrales,     karbonatarmes    und     magnesiahärtefreies     Wasser zu gewinnen, und zwar auch dann nicht,  wenn ein besonderes, in der Zugabe von Gips be  stehendes Verfahren angewendet wurde.

      Man hat deshalb schon versucht, das     Ionenaus-          tauschverfahren    anzuwenden, und zwar derart, dass  als     Regeneriermittel    leichtlösliche     Calciumsalze    ver  wendet wurden, um zunächst sämtliche im Rohwas  ser vorhandenen Salze in     Calciumsalze    überzufüh  ren und anschliessend mit Kalk zu     entkarbonisieren.     Auch damit konnte eine praktisch vollständige Ma  gnesiasalzentfernung nicht erreicht werden. Ausser  dem ist dieses Verfahren im Betrieb zu teuer.  



  Ähnlich liegt das Ergebnis bei Anwendung der       Entkarbonisierung    durch     Wasserstoffionenaustausch     in Verbindung mit einem     Calciumionenaustausch.     



  Wenn man das Rohwasser durch Wasserstoff  ionenaustausch     vollentbast    und dann über ein Mar  morfilter fliessen lässt, lässt sich ebensowenig ein  Wasser mit den gewünschten Eigenschaften, insbe  sondere ein Brauwasser einheitlicher Zusammenset  zung, erreichen. In diesem Fall tritt die Schwierig  keit hinzu, dass das Marmorfilter schon nach kurzer  Zeit durch Gipsbildung verkrustet und damit inakti  viert wird, sobald das Rohwasser einen     erheblichen          Sulfatgehalt    aufweist.

   Ausserdem ist die Analyse des  erhaltenen     Reinwassers    sehr stark schwankend und  in hohem Grad abhängig von der     Beaufschlagung     des     Marmorfilters,    da nicht nur die durch die     Voll-          entbasung    aus der     Nichtkarbonathärte    entstehende  freie Mineralsäure den Marmor     (CaC03J    des Mar  morfilters neutralisiert, sondern auch die aus der       Karbonathärte    des Rohwassers sich bildende freie  Kohlensäure lösend auf den Marmor wirkt, insbeson  dere bei geringer     Beaufschlagung    des Marmorfilters.

    Eine bestimmte und beliebig einstellbare     Restkarbo-          nathärte    des     Reinwassers    lässt sich also auch bei die  sem Verfahren nicht erreichen, wenn gleichzeitig       Magnesiasalzfreiheit    des Wassers verlangt     wird.     



  Durch die vorliegende Erfindung ist es möglich,  auf verhältnismässig einfachem Weg aus einem Roh-           wasser    mit beliebigem Gehalt an     Karbonathärte    und       Magnesiahärte    ein praktisch     magnesiahärtefreies    Bein  wasser mit wählbar einstellbarer, niedrigerer Kar  bonathärte zu erhalten, ohne dass das Wasser alka  lisch wird und ohne dass dem Wasser ein anderer  Stoff als Kalk zugesetzt wird.  



  Das Verfahren gemäss der     Erfindung    ist dadurch  gekennzeichnet, dass der     Rohwasserstrom        in    minde  stens zwei Teilströme unterteilt wird, dass in einem  derselben (I) oder in einem von diesem abgeleiteten  Zweigstrom durch Austausch der im Wasser vorhan  denen basischen Kationen gegen Wasserstoffionen  eine     Vollentbasung    erfolgt, in einen zweiten Teil  strom     (1I)    mit einem Überschuss von     Ätzkalk        Magne-          siumhydroxyd    ausgefällt wird und die verschiedenen  Ströme anschliessend wieder zu einem einzigen Strom  vereinigt werden.

       Zweckmässig,    nämlich um Säure  kosten zu sparen, wird zur     Vollentbasung    ein     Wasser-          stoffionenaustauschmaterial    verwendet, dessen Säure  grad aus der     Rohwasserzusammensetzung    und aus  dem Gesichtspunkt der Einsparung von     Regenerier-          säure    gewählt wird. Demgemäss ist es möglich, dass  entweder schwach saures oder stark saures oder so  wohl schwach saures als auch stark saures Wasser  stoffionenaustauschmittel verwendet wird.

   Dabei  kann man auch so verfahren, dass zwei     Austauscher          hintereinandergeschaltet    werden, so dass der Teil  strom zunächst mit einem schwach sauren und an  schliessend mit einem stark sauren Wasserstoffionen  austauschmaterial behandelt wird.  



  Die Regenerierung kann mittels einer Mineral  säure, z. B. mit Schwefelsäure oder Salzsäure, erfol  gen, wobei im Falle der Anwendung zweier     Wasser-          stoffionenaustauscher    die     Regenerationssäure    zu  nächst über den nachgeschalteten und dann über den  ersten     Austauscher    geleitet werden kann. Durch den       Wasserstoffionenaustausch    erfolgt eine     Vollentbasung     des ersten     Teilwasserstromes    oder des von diesem  abgeleiteten Zweigstromes, wobei sämtliche Kationen  des Rohwassers in diesem Teilstrom bzw.

   Zweig  strom in Wasserstoffionen und die Anionen     in    die  entsprechenden freien Säuren übergeführt werden, so  dass hinter dem     Wasserstoffionenaustauscher    nur noch  freie Säuren, z. B. freie Kohlensäure, freie Schwefel  säure, freie     Salzsäure    usw., in äquivalenter Menge  zu den im Rohwasser vorhandenen Karbonaten, Sul  faten, Chloriden usw. auftreten.  



  Der zweite Teilstrom, der über einen mit     Atzkalk     beschickten     Kalksättiger    bekannter     Art    geführt wer  den kann, kann anschliessend über ein Kiesfilter ge  leitet werden, aus dem er als gesättigtes und schweb  stofffreies Kalkwasser austritt, das praktisch keinen       Magnesiasalzgehalt    aufweist.  



  Das Verhältnis der     in    der Zeiteinheit fliessenden  Wassermengen der beiden Teilströme richtet sich  nach der     Rohwasseranalyse    und der verlangten Rein  wasseranalyse.  



  Wenn beispielsweise zur Erzeugung von     Brau-          wasser    besondere Zusätze verlangt werden, können    diese dem Rohwasser oder dem     Reinwasser    mittels  bekannter     Dosiereinrichtungen    beigemischt werden.

    <I>Beispiel</I>  Das Rohwasser möge folgende Analysenwerte  haben:  
EMI0002.0042     
  
      <SEP> d <SEP> = <SEP> Grade <SEP> deutscher <SEP> Härte
<tb>  Gesamthärte <SEP> 22  <SEP> d
<tb>  Karbonathärte <SEP> 18  <SEP> d
<tb>  Nichtkarbonathärte <SEP> 4  <SEP> d
<tb>  Magnesiahärte <SEP> 10  <SEP> d
<tb>  Natriumsalze <SEP> 0o <SEP> d       Es wird angenommen, dass ein zum Beispiel als  Brauwasser verwendbares Beinwasser mit folgender  Analyse verlangt wird:  
EMI0002.0043     
  
    Gesamthärte <SEP> 8  <SEP> d
<tb>  Karbonathärte <SEP> 4  <SEP> d
<tb>  Nichtkarbonathärte <SEP> 4o <SEP> d
<tb>  Magnesiahärte <SEP> praktisch <SEP> 0  <SEP> d       Gesättigtes Kalkwasser enthält bei 20  C etwa  1250 mg freies     Ca0/lit,    entsprechend     125o    d.

   Im       Wasserstoffionenaustauscher    sind 22  d     Entbasungs-          härte    aus dem Rohwasser zu entfernen, während  4 + 4 - 8  d gesättigtes Kalkwasser (als freies     Ca0     oder     Ca[OH]z),    zur Neutralisation der der Nicht  karbonathärte entsprechenden freien Mineralsäure  und der der gewünschten     Karbonathärte    entsprechen  den freien Kohlensäure des     vollentbasten    Wassers,  benötigt werden.  



  Dies bedeutet, dass im vorstehenden Beispiel 6 %  des     Rohwasserstromes    als zweiter Teilstrom über den       Kalksättiger    und 94     1/a    des     Rohwasserstromes    über  den     Wasserstoffionenaustauscher    gehen. Nach Wie  dervereinigung der beiden Teilströme erhält man ein  Beinwasser mit der verlangten Analyse.  



  Die Prüfung der Beschaffenheit der Ströme wird       zweckmässigerweise    mittels chemischer Analyse oder  mittels Messung der elektrischen Leitfähigkeit vor  genommen.  



  In     Fig.    1 der beigefügten Zeichnung ist eine bei  spielsweise Ausführungsform des Verfahrens sche  matisch dargestellt.  



  Das Verfahren gemäss der Erfindung kann auch  angewendet werden in einem Betrieb, in dem bereits       zum    Zweck der Wasserreinigung eine nach dem       Kalkfällungsverfahren    arbeitende     Entkarbonisierungs-          anlage    vorhanden ist. In diesem Falle stellt sich die  Aufgabe, bei einer bekannten, mit Kalk arbeitenden       Entkarbonisierungsanlage    den     Magnesiumgehalt    zu  entfernen und gleichzeitig die     Karbonathärte,    ins  besondere nach unten, zu begrenzen, ohne dass     Atz-          kalk        im    Beinwasser enthalten ist.

   Es ist bekannt,  dass beim     Entkarbonisierungsverfahren    mit Kalk die       Magnesiahärte    auf niedrigste Werte reduziert oder  ganz entfernt werden kann, wenn mit Überschuss an  Ätzkalk gearbeitet wird. Ein auf diese Weise     ent-          karbonisiertes    Wasser lässt sich aber für manche  Zwecke, z. B. als Brauwasser, wegen der Atzalkali-           tät    und des zu niedrigen     Karbonatgehaltes    nicht ver  wenden.

   Man könnte durch     Begasung    mit Kohlen  säure wohl den     Ätzkalküberschuss    in     Calciumkarbo-          nathärte    umwandeln und müsste dann den hierzu er  forderlichen     Kohlensäureüberschuss    wieder entfernen.  Wenn man aber dabei die     Magnesiahärte    ganz aus  dem Wasser entfernen will, benötigt man einen     Aem-          lich    hohen     Ätzkalküberschuss    vor der     Begasung    mit  Kohlensäure, so dass die nach der     Begasung    entste  hende     Calciumkarbonathärte    wiederum zu hoch wird.  



  Wenn also eine solche nach dem     Kalkfällungs-          verfahren    arbeitende     Entkarbonisierungsanlage    be  reits vorhanden ist, teilt man, wie in     Fig.    2 schema  tisch dargestellt ist, den     Rohwasserstrom    ebenfalls in  zwei Teilströme, von denen der erste durch     Wasser-          stoffionenaustausch        vollentbast    wird.

   Der zweite Teil  strom wird verzweigt und der erste Zweigstrom mit  Ätzkalk gesättigt, so dass beim Vereinigen desselben  mit dem zweiten Zweigstrom     Magnesiumhydroxyd     und     Calciumkarbonat    durch     Ätzkalküberschuss    als  Schlamm ausgefällt werden. Der zweite Teilstrom  wird anschliessend gefiltert und dann mit dem ersten  Teilstrom vereinigt.  



  Dabei wird     zweckmässigerweise    so verfahren, dass  von dem zweiten Teilstrom der erste Zweigstrom un  mittelbar und der zweite Zweigstrom über einen       Kalksättiger    zu einem     Fällungsreaktor    geführt wer  den, in dem die Härtebildner     Mg(OH)"    und     CaCOs     als Schlamm ausgefällt werden.

   Das aus dem     Fäl-          lungsreaktor    austretende Wasser weist einen     Atz-          kalküberschuss    auf und ist     magnesiumfrei.    Der Teil  strom wird dann zum Ausscheiden des eventuell  suspendierten     Mo(OH)2-Schlammes    und     CaCO3     Schlammes über ein Filter geleitet, bevor er mit dem  ersten Teilstrom vereinigt wird.  



  Wenn die vorhandene     Entkarbonisierungsanlage     eine solche ist, die nach dem     Anlagerungsverfahren     mit Kalk arbeitet, kann das Verfahren, wie in     Fig.    3  schematisch dargestellt ist, so betrieben werden, dass  der zweite Teilstrom unterteilt und der erste Zweig  strom mit Ätzkalk     gesättigt    wird, dass ein Teil dieses  mit Ätzkalk gesättigten Zweigstromes mit dem an  dern Zweigstrom vereinigt und bei grosser Geschwin  digkeit die Härtebildner, insbesondere     Calciumkarbo-          nat,    in Form von Körnern ausgeschieden werden,  und dann mit diesem gemischten Strom der andere  Teil des mit Ätzkalk gesättigten Zweigstromes ver  einigt wird,

   so dass das     Magnesiumhydroxyd    durch       Ätzkalküberschuss    als Schlamm ausfällt, worauf der  ganze Teilstrom gefiltert wird.  



  Zweckmässig verfährt man in der Weise, dass ein  Teil des ersten, in einem     Kalkwassersättiger    mit  Ätzkalk gesättigten Zweigstromes mit dem zweiten,  nicht behandelten Zweigstrom zu einem Anlage  rungsreaktor geführt wird, wo eine     Entkarbonisie-          rung    in der Weise stattfindet, dass nur noch eine       Monokarbonatresthärte    bleibt.

   Der aus dem Anlage  rungsreaktor austretende Strom und der andere Teil  des ersten, mit Ätzkalk gesättigten, aus dem     Kalkwas-          sersättiger    kommenden Stromes werden dann gemein-         sam    in einen     Fällungsreaktor    geführt, wo das Ma  gnesiumhydroxyd durch Ätzkalk aus dem bis auf       Monokarbonatresthärte        entkarbonisierten    Wasser als  Schlamm ausgefällt wird. Es bleibt ein     Atzkalküber-          schuss.     



  Der so behandelte zweite Teilstrom wird dann  über ein Filter geführt und mit dem ersten, vom       Wasserstoffionenaustauscher    kommenden Teilstrom  vereinigt.  



  Unter     Anlagerungsreaktor    wird im vorliegenden  Fall ein mit hoher     Durchlaufgeschwindigkeit    betrie  bener Reaktor verstanden, in dem die ausgeschiede  nen     Härtebildner,    insbesondere     CaCO3,    in Form von  Körnern ausfallen.

       Anlagerungsreaktoren    arbeiten  bekanntlich nur einwandfrei, wenn der Kalkzusatz so  erfolgt, dass in dem aus dem     Anlagerungsreaktor     ablaufenden     entkarbonisierten    Wasser der PH-Wert       (Phenolphthalein-Alkalität)    ungefähr die Hälfte des       m-Wertes        (Methylorange-Alkalität)    beträgt, das heisst,  wenn der     Anlagerungsreaktor    mit dem Ziel betrieben  wird, ein  Monokarbonat  oder ein      Neutralkarbo-          nat     zu erzeugen.

   Hierbei tritt nur eine     geringfügige     Verminderung der     Magnesiahärte    entsprechend dem       Kalkwasseranteil    ein. Um die     Magnesiahärte    prak  tisch vollkommen aus dem Wasser zu entfernen, muss  das aus dem     Anlagerungsreaktor    austretende     entkar-          bonisierte    Wasser mit weiterem     Ätzkalk    (in Form von  Kalkwasser) versetzt werden, und zwar mit so viel,  dass die     Magnesiahärte    vollständig in     Kalkhärte    über  geführt und noch ein genügender     Atzkalküberschuss     erreicht wird.

   Die     Magnesiahärte    fällt in diesem Sta  dium als     Magnesiumhydroxydschlamm    an und ist  laufend oder von Zeit zu Zeit aus dem zwischen  dem     Anlagerungsreaktor    und einem Filter vorzu  sehenden     Fällungsreaktor    abzuziehen, wenn man  nicht das Filter übermässig mit Schlamm belasten  und daher sehr oft spülen will. Der     Fällungsreaktor     wird zweckmässig als     kegeliger    Behälter gebaut, der  von unten nach oben durchströmt wird und in dem  das ausgeschiedene     Magnesiumhydroxyd    als Schlamm  filter wirkt.

   Hierbei tritt, ausser der     Magnesiahärte-          entfernung,    auch eine erhebliche     Entkieselung    des  Wassers ein, die in vielen Fällen, z. B. bei der Kessel  speisewasser-Aufbereitung, sehr erwünscht ist.  



  Das Verfahren gemäss der Erfindung kann auch  dann angewendet werden, wenn ein Rohwasser auf  bereitet werden soll, das     erhebliche    Mengen an Chlo  riden, z. B.     Natriumchlorid,    neben niedriger Nicht  karbonathärte, hoher     Magnesiahärte    und hoher Kar  bonathärte aufweist, und aus dem ein Wasser, bei  spielsweise ein Brauwasser, herzustellen ist, das     keine          Magnesiahärte,    eine niedrige     Calciumkarbonathärte,     eine niedrige     Calciumnichtkarbonathärte    und daneben  einen gewissen     Natriumchloridgehalt    haben soll,

   der  beispielsweise ungefähr dem     Chloridgehalt    des Roh  wassers entsprechen soll. In diesem Fall wird das Ver  fahren, wie in     Fig.4    schematisch dargestellt, so  durchgeführt, dass der erste Teilstrom unterteilt, der  erste Zweigstrom desselben durch Wasserstoffionen  austausch     vollentbast,    im zweiten Zweigstrom durch           Basenaustausch    eine     Alkalisalzerzeugung    herbeige  führt wird und die Zweigströme dann wieder ver  einigt werden.

   Der zweite Teilstrom wird in diesem  Fall     zweckmässigerweise    über einen     Kalkwassersätti-          ger        geführt    und mit den beiden vom     Basenaustau-          scher    bzw.     Wasserstoffionenaustauscher    kommenden  Zweigströmen wieder     vereinigt.    Zur     Alkalisalzerzeu-          gung    kann beispielsweise ein     Natriumbasenaustausch-          filter    verwendet werden, das dem     Wasserstoffionen-          austauscher    parallel geschaltet ist.

   Diese Ausfüh  rungsform des Verfahrens kann auch angewendet  werden, wenn das Rohwasser einen höheren Gehalt  an     Magnesiumchlorid    anstatt     Alkalichlorid    besitzt  und ein     natriumchloridhaltiges        Reinwasser    gefordert  wird.  



  In manchen Fällen steht ein Rohwasser zur Ver  fügung, das beispielsweise einen hohen     Alkalisalz-,     Chlorid-, Sulfat- und Nitratgehalt bei hoher     Magne-          siahärte    aufweist. In einem solchen Fall     kann    mittels  des Verfahrens gemäss der Erfindung zusätzlich auch  eine Reduzierung der     Mineralsäureanionen    oder mi  neralsauren Salze durchgeführt werden.  



  Es wird dann, wie in     Fig.    5 schematisch dar  gestellt ist, so verfahren, dass im ersten Teilstrom  ein     Wasserstoffionenaustausch    herbeigeführt, dann  dieser Teilstrom verzweigt, in dem einen Zweigstrom  ein     Hyd'roxylionenaustausch    herbeigeführt wird und  dann die Zweigströme wieder vereinigt werden.  



  Der     Hydroxylionenaustausch    wird in einem Fil  ter vorgenommen, das mit schwachbasischem     Anio-          nenaustauschmaterial    gefüllt ist. Man kann auf diese  Weise die     Mineralsäureanionen    in wählbar einstell  barer Weise teilweise     entfernen.    Dieses     Anionenaus-          tauschfilter    kann beispielsweise mit Natronlauge oder       Sodalösung        regeneriert    werden.  



  Soll ausser der Reduzierung der mineralsauren  Salze auch der     Natriumsalzgehalt    des Rohwassers  erhalten werden, dann wird das Verfahren zweck  mässig so durchgeführt, wie in     Fig.6    schematisch  dargestellt ist. Der erste Teilstrom wird unterteilt,  und im ersten Zweigstrom wird zunächst ein Was  serstoffionenaustausch und dann in einem Teil dieses  Zweigstromes ein     Hydroxylionenaustausch    herbeige  führt. Im zweiten Zweigstrom wird durch Basen  austausch eine     Alkalisalzerzeugung    herbeigeführt,  und die Zweigströme werden dann wieder vereinigt.  



  Wird statt der Reduzierung der mineralsauren  Salze eine Umwandlung der     Mineralsäureanionen    ge  wünscht, beispielsweise von Sulfaten in Chloride,  dann kann das Verfahren so durchgeführt werden,  dass der erste Teilstrom nach dem Wasserstoffionen  austausch unterteilt, in dem einen Zweigstrom ein       Anionenaustausch    herbeigeführt und dann die beiden  Zweigströme wieder vereinigt werden, wie dies in       Fig.    7 schematisch dargestellt ist. Hierbei wird der       Anionenaustauscher    mit einer     wässrigen    Lösung re  generiert, die das gewünschte Anion, z. B. Natrium  chlorid oder Salzsäure,     enthält.     



  Schliesslich ist es auch noch möglich, mittels des  Verfahrens eine     Reduzierung    der mineralsauren     Salze       und gleichzeitig eine Umwandlung der Mineralsäure  anionen vorzunehmen. Dies kann, wie in     Fig.    8 sche  matisch dargestellt ist, dadurch geschehen, dass der  erste Teilstrom nach dem     Wasserstoffionenaustausch     unterteilt, in dem ersten Zweigstrom durch     Hydroxyl-          ionenaustausch    eine volle Entsalzung und in dem  zweiten Zweigstrom eine     Anionenumwandlung    herbei  geführt wird.  



  Wird eine Umwandlung der     Mineralsäureanionen,     beispielsweise von Sulfaten in Chloride, und gleich  zeitig die Erhaltung eines vorhandenen     Natriumsalz-          gehaltes    gewünscht, so wird, wie in     Fig.    9 schema  tisch dargestellt ist, der erste Teilstrom unterteilt, in  dem ersten Zweigstrom durch     Basenaustausch    eine       Alkalisalzerzeugung    herbeigeführt und in dem zwei  ten Zweigstrom nach dem     Wasserstoffionenaustausch     in einem Teil dieses Zweigstromes ein     Anionenaus-          tausch    herbeigeführt.  



  In den meisten Fällen wird es ausserdem notwen  dig sein, eine Ausscheidung freier Kohlensäure aus  dem     Reinwasser    vorzunehmen, damit das     Reinwas-          ser    infolge zu hohen Gehaltes an freier Kohlensäure  und daher infolge eines zu niedrigen PH-Wertes nicht  zu stark korrosiv wird und Eisen oder andere Metalle  aus den Rohrleitungen nicht aufnehmen kann. Im  Falle der Herstellung von Brauwasser ist ein zu hoher  Gehalt an freier Kohlensäure ausserdem deshalb un  erwünscht, weil das aus solchem Wasser hergestellte  Bier eine gewisse     Schärfe    aufweist.  



  Diese Entfernung freier Kohlensäure kann da  durch erfolgen, dass man das     Reinwasser    durch     Rie-          seltürme    rieseln lässt. Zur Unterstützung der     Aus-          rieselung    der Kohlensäure kann ein Luftgebläse ver  wendet werden.

   Anschliessend     führt    man das Bein  wasser über eine Schicht gekörnten     Marmors.    Das  Marmorfilter wirkt in diesem Falle nicht nur als       Neutralisationsfilter,    sondern auch als Kontaktfilter,  indem es durch unsachgemässe Bedienung der Ein  richtung entstehende Nachreaktionen beschleunigt  und die durch solche Nachreaktionen entstandenen  unlöslichen Reaktionsprodukte ausscheidet und zu  rückhält, so dass ein Beinwasser erhalten wird, das  sich praktisch im     Kalk-Kohlensäure-Gleichgewicht     befindet.  



  Wird in besonderen Fällen gewünscht, dass die  Aufbereitung des Rohwassers und damit auch die       Magnesiahärteentfernung    nicht sofort in vollem Um  fange erfolgt, kann man durch einen entsprechenden  einstellbaren Zusatz von Rohwasser zu dem Bein  wasser allmählich die Umstellung von Rohwasser  auf vollaufbereitetes Wasser     vornehmen    oder auch  einen Teil der     Magnesiahärte    im Beinwasser belas  sen. Zu diesem Zweck kann man beispielsweise von  dem     Rohwasserstrom    einen dritten Teilstrom abzwei  gen, der dem     Reinwasserstrom    zugeführt wird. Die  ser dritte Teilstrom ist in allen Figuren gestrichelt  dargestellt.  



  Zur Durchführung des Verfahrens gemäss der  Erfindung in seinen verschiedenen Ausführungsfor  men können bekannte Einrichtungsteile verwendet      werden, die entsprechend dem durchzuführenden  Verfahren geschaltet werden müssen. Dabei können  zur Unterstützung des Verfahrens folgende Anord  nungen getroffen werden: Hinter der Abzweigung des  einen, kleineren, zu einer Wasserbehandlungseinrich  tung führenden Teilstromes kann in den andern, grö  sseren, zu einer Wasserbehandlungseinrichtung füh  renden Teilstrom eine Stauvorrichtung, z. B. eine  Stauscheibe, eingebaut sein, die so bemessen werden  kann, dass ein gewünschtes     Wassermengenverhältnis     der beiden Teilströme aufrechterhalten wird.

   Ferner  ist es zweckmässig, wenn hinter jeder Vereinigungs  stelle von Strömen eine Mischvorrichtung vorgesehen  ist, die beispielsweise durch ein Kontaktfilter gebildet  werden kann. In die Leitungen werden Strömungs  messer eingebaut, um das     Verfahren    genau kontrol  lieren zu können. Ferner ist es zweckmässig, wenn  vor und hinter Vereinigungsstellen von Strömen Ab  sperrorgane und die abgesperrten Leitungsteile um  gehende abschaltbare Leitungen vorgesehen werden.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Aufbereitung von Wasser zur Er zielung einer Karbonathärteverminderung und einer gleichzeitigen Magnesiahärteentfernung, dadurch ge kennzeichnet, dass der Rohwasserstrom in mindestens zwei Teilströme unterteilt wird, dass in einem dersel ben (I) oder in einem von diesem abgeleiteten Zweig strom durch Austausch der im Wasser vorhandenen basischen Kationen gegen Wasserstoffionen eine Voll- entbasung erfolgt, in einen zweiten Teilstrom (1I)
    mit einem überschuss von Atzkalk Magnesium hydroxyd ausgefällt wird und die verschiedenen Ströme anschliessend wieder zu einem einzigen Strom vereinigt werden. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass sowohl schwach saures als auch stark saures Wasserstoffionenaustauschmaterial ver wendet wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass eine Prüfung der Beschaffenheit der Teil- bzw. Zweigströme mittels chemischer Analyse vorgenommen wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass eine Prüfung der Beschaffenheit der Teil- bzw. Zweigströme mittels Messung der elek trischen Leitfähigkeit vorgenommen wird. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Teilstrom 1I in zwei Zweig ströme unterteilt und der erste Zweigstrom mit Atz- kalk gesättigt wird, so dass nach Vereinigen mit dem zweiten Zweigstrom in dem nunmehr Atzkalküber- schuss aufweisenden zweiten Teilstrom Magnesium hydroxyd und Calciumcarbonat als Schlamm ausge fällt werden, dass der Teilstrom Il anschliessend ge filtert und dann mit dem dem Wasserstoffionenaus- tausch unterworfenen Teilstrom<B>1</B> vereinigt wird. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Teilstrom 1I in zwei Zweig ströme unterteilt und der erste Zweigstrom mit Atz- kalk gesättigt wird, dass ein Teil dieses mit Atzkalk gesättigten Zweigstromes mit dem andern Zweigstrom vereinigt und mit grosser Geschwindigkeit ein Teil der Härtebildner, insbesondere Calciumcarbonat, in Form von Körnern ausgeschieden wird und dann mit diesem gemischten Strom der andere Teil des mit Atzkalk gesättigten Zweigstromes vereinigt wird,
    so dass Magnesiumhydroxyd durch Atzkalküberschuss als Schlamm ausfällt, worauf der ganze Teilstrom II gefiltert wird. 6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Teilstrom I in zwei Zweig ströme unterteilt, der erste Zweigstrom durch Was serstoffionenaustausch vollentbast, im zweiten Zweig strom durch Basenaustausch eine Alkalisalzerzeu- gung herbeigeführt wird und die Zweigströme dann wieder vereinigt werden. 7.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass im Teilstrom 1 der Wasserstoff ionenaustausch herbeigeführt, dann dieser Teilstrom in zwei Zweigströme unterteilt, in dem einen Zweig strom ein Hydroxylionenaustausch herbeigeführt und dann die Zweigströme wieder vereinigt werden. B. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Teilstrom I in zwei Zweig ströme unterteilt, in dem ersten Zweigstrom durch Basenaustausch eine Alkalisalzerzeugung herbeige führt, in dem zweiten Zweigstrom der Wasserstoff ionenaustausch erfolgt und anschliessend in einem Teil dieses zweiten Zweigstromes ein Hydroxylionen- austausch herbeigeführt wird. 9.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass im Teilstrom I der Wasserstoff ionenaustausch erfolgt und dieser Strom dann in zwei Zweigströme unterteilt, in dem einen Zweigstrom ein Anionenaustausch herbeigeführt wird und dann die beiden Zweigströme wieder vereinigt werden. 10. Verfahren nach Unteranspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass in dem zweiten Zweigstrom ein Hydroxylionenaustausch herbeigeführt wird. 11.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Teilstrom I in zwei Zweig ströme unterteilt, in dem ersten Zweigstrom durch Basenaustausch eine Alkalisalzerzeugung herbeige führt, in dem zweiten Zweigstrom der Wasserstoff ionenaustausch erfolgt und anschliessend in einem Teil dieses Zweigstromes ein Anionenaustausch her beigeführt wird. 12. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass eine Ausscheidung freier Kohlen säure aus dem Reinwasser erfolgt, indem letzteres über Rieseltürme geführt wird. 13.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass das Rein- wasser nach der Kohlensäureausrieselung über eine Schicht gekörnten Marmors geleitet wird. 14. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass von dem Rohwasserstrom neben den Teilströmen I und II ein dritter Teilstrom abgezweigt wird, der dem Reinwas- serstrom vor der Kohlensäureausrieselung zugeführt wird.
CH346496D 1954-10-07 1955-10-05 Verfahren zur Aufbereitung von Wasser, insbesondere von Brauwasser CH346496A (de)

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