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Trocknungsanlage für stapelbare Güter Die Erfindung betrifft eine Trocknungsanlage für stapelbare Güter, wie z. B. Holz, Keramik, Karton, Textilien, Nahrungsmittel usw., die eine mit einer Heizvorrichtung versehene Trocknungskammer zur Aufnahme der zu trocknenden, gestapelten Güter und einen in dieser Kammer angeordneten, zur Luftumwälzung dienenden Ventilator aufweist.
Um in grossen Trocknungskammern eine rasche und gleichmässige Trocknung der in ihr gestapelten Güter zu erzielen, hat man bisher die Trocknungs- kammern mit mehreren Ventilatoren versehen.
Da aber für viele stapelbare Güter, z. B. Holz oder Keramik, eine allzu rasche Trocknung der Oberfläche des Gutes nachteilig ist, ist man dazu übergegangen, diese Ventilatoren nur alternativ in Betrieb zu setzen, so dass also jeweils einer oder mehrere dieser Ventilatoren stillstanden. Die Nachteile, die auf diese Weise vermieden wurden, sind folgende: Bei zu rascher Trocknung der Oberfläche der fraglichen Güter entstehen Spannungsunterschiede innerhalb des Gutes, die zu Verformung, Rissbildung oder gar Bruch desselben führen. Ausserdem hat die Erfahrung gezeigt, dass durch eine sehr rasche Trocknung seiner Oberfläche überraschenderweise gar nicht eine rasche Trocknung des gesamten Gutes erzielt wird.
Die Oberfläche wird nämlich für den Durchgang des dem Gut zu entziehenden Wassers schlecht durchlässig, was man als Verschalung der Oberfläche bezeichnet und was vermutlich auf eine gewisse Schliessung der Poren des Gutes und/oder auf die noch unabgeklärte Bildung eines Filmes zurückzuführen ist. Wie dem auch sei, Tatsache ist, dass man durch alternatives Betreiben der Ventilatoren eine raschere Trocknung erzielt hat als bei gleichzeitigem Lauf aller Ventilatoren.
Die von diesen experimentellen Untersuchungen ausgehende Erfindung bezweckt nun, eine Trock- nungsanlage der eingangs erwähnten Art zu schaf- fen, in welcher das zu trocknende, stapelbare Gut gleichmässiger und rascher getrocknet werden kann als in den bisher üblichen Anlagen, unter gleichzeitiger Senkung der Anlagekosten. Dies gelingt gemäss der Anlage nach der Erfindung dadurch, dass der in der Trocknungskammer angeordnete Ventilator auf einem beweglichen Gestell montiert ist und dass Antriebsmittel vorgesehen sind, um dieses Gestell längs der aufgestapelten Güter zu bewegen.
Durch diese Massnahme werden die Anschaffungs- und Montagekosten der übrigen Ventilatoren und eventueller Umschalteinrichtungen für dieselben gespart und wird zudem eine rasche und gleichmässige Trocknung gewährleistet.
Die Erfindung betrifft auch ein Verfahren zum Betrieb dieser Trocknungsanlage bei der Trocknung von Holz. Dasselbe zeichnet sich dadurch aus, dass man die Temperatur der in der Kammer befindlichen Luft unter 40 Celsius hält.
Bei dieser relativ niedrigen Temperatur wird ein Verziehen und Rissigwerden sowie eine Verfärbung von Holz, das z. B. in Form von Brettern in der Kammer gestapelt wird, vermieden, und ebenso die erwähnte Verschalung . Ferner ergeben sich bei gleicher Wärmeisolation der Kammer erheblich geringere Wärmeverluste. Gegenüber bestehenden Trocknungs- anlagen ist eine Wärmeersparnis von etwa 40% und eine Senkung des Antriebsenergiebedarfs um ebenfalls etwa 40% festgestellt worden.
In der beiliegenden Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Trocknungsanlage nach der Erfindung dargestellt.
Die Fig. 1 bis 3 zeigen ein erstes Ausführungsbeispiel einer Trocknungsanlage, wobei Fig. 1 ein Schnitt längs der Linie 1-I von Fig. 3, Fig.2 ein Schnitt längs der Linie 11-II von Fig.3 und
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Fig. 3 ein Schnitt längs der Linie 111-I11 von Fig. 1 ist.
Fig. 4 zeigt einen der Fig. 2 entsprechenden Schnitt für ein zweites Ausführungsbeispiel.
Die Trocknungsanlage nach Fig. 1 bis 3 weist eine Trocknungskammer 1 auf, die mit einer Wärmeisolierschicht 2 versehen ist und über fünf Röhren 3 mit der Aussenluft in Verbindung steht. Diese Röhren dienen zum Zu- und Austritt der Luft und sind mit je einer Regulierklappe 4 versehen.
Die Kammer 1 ist auf einer Stirnseite mit einer Eintrittsöffnung 5 für einen Wagen 6 versehen, auf welchem sich ein Stapel 7 von zu trocknenden Brettern befindet. Die Öffnung 5 wird nach dem Einführen des Wagens 6 in die Kammer 1 durch eine nicht dargestellte, wärmeisolierte Türe verschlossen. In der Kammer 1 ist etwa in halber Höhe längs einer Längswand eine aus zwei Heizkörpern 8 bestehende Heiz- vorrichtung angeordnet, die z. B. mit Heisswasser oder Niederdruckdampf gespeist wird. Selbstverständlich könnte man auch eine elektrische Heizvorrichtung vorsehen. Auf der der Heizvorrichtung 8 abgekehrten Seite des Stapels 7 befindet sich ein Ventilator 9 mit vertikaler Achse. Dieser Ventilator 9 ist mit seinem Antriebsmotor 10 auf einem beweglichen Gestell 11 montiert.
Das Gestell 11 besteht aus einem Luftablenkkasten 12 und vier vertikalen Stangen 13, mittels welcher das Gestell 11 an einer Laufkatze 14 angehängt ist. Diese nur schematisch angedeutete Laufkatze 14 läuft auf zwei Schienen 15, die an der Längswand, respektive an der Decke der Kammer befestigt sind. Die Laufkatze 14 ist mit einem Motor 16 versehen, der über eine Transmission 17 ein Räderpaar 18 der Laufkatze antreibt.
An der Laufkatze 14 sind zwei, nur in Fig.3 dargestellte, einander gegenüberliegende Anschläge 19 vorgesehen, die beim Hin- und Herfahren der Laufkatze auf ortsfeste Gegenanschläge 20 auftreffen und dadurch in an sich bekannter Weise eine Umsteuerung des Motors 16 bewirken. Zur Zuführung der elektrischen Energie zu diesem Motor dient ein nicht dargestelltes Kabel, wobei z. B. eine Aufwickel- vorrichtung für dieses Kabel vorgesehen sein kann, damit dasselbe ohne Schlaufenbildung der Bewegung der Laufkatze folgt. Der Motor 10 wird ebenfalls über dieses Kabel gespeist.
Am Luftablenkkasten 12 sind austrittsseitig Leit- schaufeln 21 angebracht (s. Fig. 2), die den vom Ventilator 9 erzeugten Luftstrom auf den Stapel 7 hin leiten. Die Leitschaufeln 21 können verschwenkbar und feststellbar angebracht sein, um ihre Neigung ver- ändern zu können.
Mit 22 ist ein fester Bodenbelag bezeichnet, während mit 23 in den untern Längsecken der Kammer angeordnete Füllkörper bezeichnet sind, die lediglich zur Vermeidung eines toten Luftraumes dienen. ' Wenn der Ventilator 9 sich in der Stellung nach Fig. 1 befindet, so saugt er etwas Frischluft über das mittlere der fünf Rohre 3 an, in der Hauptsache aber Luft, die im Sinne der Pfeile 24 (Fig. 2) durch den Bretterstapel 7 hindurch umgewälzt worden ist und dabei dasselbe zweimal passiert hat. Dabei wird die Luft an der Heizvorrichtung 8 erwärmt und gibt Wärme an das Stapelgut ab, um das in demselben enthaltene Wasser verdunsten zu lassen. Durch die seitlichen Rohre 3 tritt feuchte Abluft aus der Kammer aus.
Vorzugsweise wird beim Trocknen von Holz, insbesondere von Hartholz, der Heizvorrichtung 8 nur soviel Wärme zugeführt, dass die Luft unmittelbar hinter dieser Heizvorrichtung und somit auch in der ganzen Kammer, eine Temperatur von weniger als 40 Celsius hat. Sehr günstig ist z. B. eine Temperatur von 35 Celsius hinter der Heizvorrichtung 8, wo vorzugsweise ein Thermostat eingebaut wird, der die Temperatur durch Drosselung der Energiezufuhr zur Heiz- vorrichtung regelt. Selbstverständlich kann man die Anlage auch bei höheren Temperaturen arbeiten lassen, je nach der Art des zu trocknenden Stapelgutes. Die Kammer 1 kann beispielsweise eine Länge von etwas über 6 m haben und eine Breite von etwa 2,5 m. Für den Ventilatormotor 10 kann dann z.
B. eine Leistung von 2 PS und für den Vorschubmotor 16 eine solche von nur 0,2 PS vorgesehen werden. Die Fahrgeschwindigkeit der Laufkatze 14 kann z. B. 6 in/Mi- nute betragen, so dass der Ventilator in etwa 1 Minute den ganzen Stapel einmal bestreicht.
Das Ausführungsbeispiel nach Fig. 4 unterscheidet sich von demjenigen nach Fig. 1 bis 3 lediglich dadurch, dass das Gestell 11' nicht zwischen dem Stapel 7 und einer Längswand der Kammer, sondern zentral zwischen zwei auf entsprechenden Wagen 6' aufgebauten Stapeln 7' angeordnet ist, wobei der Luftaustrittskasten 12' mit zwei Reihen von Leitschaufeln 21' versehen ist, welche die Luft je auf einen der Stapel 7' leiten. Ferner besteht die Heizvorrichtung 8' aus zwei längs der Längswände der Kammer 1' angebrachten Hälften. Diese in bezug auf die Längsmittelebene der Kammer 1' symmetrische Anlage eignet sich besonders für grosse Leistungen.
Das bewegliche Gestell 11, 11' braucht natürlich nicht an einer Laufkatze 14, 14' aufgehängt zu sein. Man könnte es sehr wohl auf Räder stellen, also als Wagen ausbilden und entsprechende Schienen für diesen Wagen vorsehen. Anderseits ist es nicht notwendig, einen Wagen 6 für das Stapelgut vorzusehen.
Wenn der Ventilator auf einem Wagen montiert ist, so kann ein Antriebsmotor für letzteren auf dem Wagen selbst montiert sein. Man kann aber diesen Antriebsmotor auch ortsfest anordnen und den Wagen mit Hilfe von Seilen oder Ketten hin und her ziehen lassen.