Verfahren zur Herstellung einer Kläranlage für Abwasser und nach diesem Verfahren hergestellte Kläranlage Kläranlagen für Abwasser wurden bisher an Ort und Stelle als Baukonstruktion hergestellt, wobei zur Herstellung der Betonwandungen solcher Anlagen eine Verschalung erforderlich ist; dadurch wird der Bau kompliziert, erfordert viel Zeit und wird entspre chend teuer.
Beim erfindungsgemässen Verfahren zur Herstel lung einer Kläranlage werden diese Nachteile dadurch umgangen, dass wenigstens die Seitenwandungen der Anlage aus vorfabrizierten Bauelementen hergestellt werden. Bei der nach diesem Verfahren hergestellten, ebenfalls Erfindungsgegenstand bildenden Kläranlage, bestehen die Seitenwände aus im Boden verankerten Betonpfosten und an diesen befestigten Betonplatten. Mittels solcher Elemente kann die Kläranlage an Ort und Stelle entsprechend der erforderlichen Grösse rasch aufgestellt werden, ohne dass die Verwendung einer Verschalung notwendig ist. Vorteilhaft wird auch die Abdeckung der Anlage aus vorfabrizierten Betonbalken und -Brettern hergestellt.
Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der nach dem erfindungsgemässen Verfahren herge stellten erfindungsgemässen Kläranlage dargestellt; an Hand dieser Zeichnung wird im folgenden dieses Herstellungsverfahren beispielsweise näher erläutert.
Fig. 1 zeigt einen Grundriss einer Kläranlage, wobei die obere Abdeckung entfernt ist.
Fig.2 ist ein vertikaler Schnitt längs der Linie 11-1I der Fig. 1.
Fig. 3 ist ein vertikaler Schnitt längs der Linie 111-11I der Fig. 1.
Fig. 4 ist ein vertikaler Schnitt längs der Linie IV-IV der Fig. 1.
Fig. 5 ist ein vertikaler Schnitt in grösserem Mass stab längs der Linie V-V der Fig. 1. Fig. 6 ist ein Querschnitt durch einen Pfosten der Wandkonstruktion, und Fig. 7 ist eine schaubildliche Ansicht der Verbin dung der Abdeckplatten mit einem Pfosten.
Die beispielsweise dargestellte Kläranlage besitzt drei hintereinandergeschaltete Klärkammern 1, 2 und 3. Das zu klärende Abwasser tritt bei 4 in die Anlage ein und durchläuft die drei Kammern in der eingezeichneten Pfeilrichtung, um als geklärte Flüssig keit die Anlage bei 5 zu verlassen. Die Kammer 1 ist durch eine Zwischenwand 6 in zwei Hälften unter teilt. Gegenüber dem Einlauf 4 des Abwassers ist eine Tauchwand 7 angeordnet, um die Strömung des ankommenden Abwassers aufzufangen. In der Zwi schenband 8 ist ein Verbindungsschlitz 9 zur Verbin dung der Kammern 1 und 2, und in der Zwischen wand 10 ein Verbindungsschlitz 11 zur Verbindung der Kammern 2 und 3 vorgesehen. Zwischen der Decke und dem oberen Rand der Zwischenwände 6, 8 und 10 sind Luftschlitze 13 vorgesehen.
In der Kammer 3 ist eine sich über die ganze Breite der Kammer erstreckende überfallkante 14 vorgesehen, über welche das geklärte Wasser in eine Auslaufrinne 15 gelangt, an die die Abflussleitung 5 angeschlossen ist. Der überfall ist zweckmässig als Zackenüberfall ausgebildet.
Die beschriebene Kläranlage ist aus vorfabrizier ten Bauelementen hergestellt. Die Seitenwände der Anlage sind beim dargestellten Beispiel aus Beton pfosten 16 und zwischen den Pfosten eingeschobenen Betonplatten 17 gebildet.
Beim Erstellen einer Anlage werden zuerst die Betonpfosten 16 an den vorbestimmten Stellen in den Boden einbetoniert. Wie aus Fig.5 ersichtlich ist, wird zur genauen Markierung des Ortes, wo ein Pfosten aufgestellt werden soll, am Boden eines Loches ein Pflock 18 eingetrieben, aus welchem oben ein starker Nagel 19 hervorsteht. Die vorfabrizierten, armierten Pfosten 16 besitzen im Zentrum der untern Stirnfläche ein Loch, mit welchem sie über den Nagel des Pflockes 18 gesteckt werden; danach werden die Pfosten an ihrem unteren Ende einbetoniert, wie dar gestellt.
Die Armierung der Pfosten besteht zweck mässig aus vier Längseisen 20, die etwa 15 cm aus der oberen Stirnfläche der Pfosten hervorragen, und die, wie weiter unten beschrieben, zur Befestigung der Deckenbalken dienen. Nach Aufstellung sämtlicher, für eine Anlage erforderlicher Pfosten 16 wird der Betonboden 21 gegossen.
Hierauf werden die aus Betonplatten 17 bestehen den Aussenwände und Zwischenwände der Anlage erstellt. Zur Halterung der Platten an den Pfosten besitzen die letzteren, je nach Bedarf, an einer, zwei, drei oder allen Längswänden je eine vertikale, im Querschnitt keilförmige Nute 22, und die Wand platten 17 sind an ihren gegenüberliegenden Seiten rändern entsprechend keilförmig gestaltet und kön nen von oben in die Nuten 22 zweier benachbarter Pfosten 16 mit Spiel eingeschoben werden. Die Stoss fugen werden mit einem geeigneten Dichtungsmittel 23 abgedichtet.
Die beiden Längsseiten der Platten 17 sind mit einer Rippe 24 bzw. einer über die Rippe passenden Nute 25 versehen, und die Stossfugen sind mit Mörtel oder einem anderen Dichtungsmittel abgedichtet. Zur Abdeckung der Anlage werden Betonbalken 26 ver wendet, die an den Enden abgesetzt sind. Der abge setzte Endteil 27 der Balken ist mit zwei Öffnungen versehen, mittels welchen der Balken über zwei aus den vertikalen Pfosten hervorragende Enden der Armierungseisen 20 gesteckt wird, wie Fig. 5 und 7 zeigen. Solche Balken 26 werden also mit ihren bei den Enden auf zwei benachbarten oder einander gegenüberliegenden Pfosten 16 abgestützt, wobei die Enden der Armierungen 20 über den abgesetzten Teil der Balken hervorragen.
Rechtwinklig zu den Balken 26 werden aufeinanderfolgende Pfosten 16 mittels Balken 28 miteinander verbunden, deren Enden ebenfalls abgesetzt sind und über die Enden 27 der Balken 26 greifen. Die Enden der Balken 28 sind ebenfalls mit Löchern versehen, die über zwei Armie- rungseisen 20 greifen, welche über zwei Balkenenden 27 hervorstehen. Diese Balken 26 und 28 verstreben die obern Enden der Pfosten 16, und die Balken 26 bilden zugleich die Träger für Abdeckbretter 29, die mit ihren Enden in den Falz 30 der Balken 26 einge legt sind.
Da in Fig. 7 ein Pfosten 16 einer Aussen wand der Anlage dargestellt ist, auf den nur das Ende eines einzigen Balkens 26 abgestützt ist, werden in Fig.7 nur die beiden linksseitigen Armierungs- eisen 20 zur Verankerung des Balkenendes benützt. Damit gleichwohl die beiden Enden von zwei Balken 28 abgestützt werden können, ist über die zwei rechts seitigen Armierungseisen 20 ein Füllstück 31 ge schoben. Jedoch könnten auch die Balkenenden länger gemacht und so geformt werden, dass beson dere Füllstücke überflüssig werden.
Wie aus der Beschreibung hervorgeht, werden die Seitenwände und die Abdeckung der Kläranlage voll ständig aus vorfabrizierten Elementen an Ort und Stelle aufgestellt. In dieser Weise können Anlagen jeder beiliebigen Grösse rasch und ohne jeden Zeit verlust und kostspielige Nebenarbeiten gebaut wer den. Es braucht nur entsprechend dem Grundriss der Anlage eine grössere oder kleinere Anzahl von Pfosten 16 einbetoniert zu werden. Es wäre natürlich möglich, auch zur Herstellung des Bodens der Anlage vor fabrizierte Platten zu verwenden.