CH348419A - Verfahren und Vorrichtung zum Glühen, insbesondere zum Blankglühen von Metallgegenständen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Glühen, insbesondere zum Blankglühen von MetallgegenständenInfo
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Description
Verfahren und Vorrichtung zum Glühen, insbesondere zum Blankglühen von Metallgegenständen Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Glühen, insbesondere zum Blank glühen von Metallgegenständen, wie Drähten, Bän- clern, Rohren usw.
Es ist bereits bekannt. zu glühende Metallteile in einen verschliessbaren Glühtopf einzubringen, den 'geschlossenen Glühtopf in einen Glühofen zu setzen und das Topfinnere durch ein am Glühtopfdeckel befindliches Ventil über eine entsprechende Leitung durch eine Pumpe zu evakuieren, so dass die auf dem Glühgut haftenden Schmiermittel, die bis zur Errei chung einer bestimmten Temperatur veraasen, abge saugt werden. Nach dem Fertigglühen wird das Ventil geschlossen, der Topf aus dem Ofen herausgenom men und in eine Abkühlgrube cestellt. Nach dem Abkühlen wird das Ventil geöffnet, so dass die Aussen luft einströmen und der Topf geöffnet werden kann.
Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass infolge des Vakuums im Topf während des Glühprozesses nur strahlende Wärme an das Glühgut übertragen wird und der Energiebedarf höher als bei einem mit Luft gefüllten Topf ist. Dadurch dauert auch die Abkühlung entsprechend lange.
Weiterhin ist bei diesem Verfahren der Glühtopf während der Gesamten Glühdauer einem Aussendruck von 1 Ata ausgesetzt, so dass die Wandstärke über mässig stark sein muss und, da die Glühtöpfe meist aus teuerem Chromnickelstahl bestehen, auch die behandelten Erzeugnisse stark verteuert werden.
Zur Verbesserung dieses Verfahrens ist bereits vorgeschlagen worden, die Evakuierung des Glüh topfes nur so lange aufrecht zu erhalten, bis die dem Glühcut anhaftenden Schmiermittel vergast und ab gesaugt sind, was im allgemeinen bei 450 der Fall ist und erst dann für das erforderliche Weiterglühen des Gutes auf höheren Temperaturen, z. B. bei Eisen zwischen 700 und 7503 ein Schutz=as, wie Wasser stoff, Stickstoff oder der@@leichen in den Topf einzu lassen. so dass derselbe bei diesen höheren Tempe raturen 'gegen Druck entlastet ist.
Dadurch kann die Wandstärke der Töpfe bereits vermindert werden, weil der äussere Überdruck von 1 Ata nur bis zu Temperaturen von 450" aufgenom men zu werden braucht. Auch die Aufheiz- und Ab kühlzeiten erden ;erinier, weil das eingeströmte Gas die Wärme besser leitet.
Es ist weiterhin bekannt, Einsatzglühtöpfe nach Beschicken, Evakuieren und Einsetzen in den Heiz raum zuerst bis auf 700 zu erhitzen und erst dann, das heisst bei sehr hohen Temperaturen unter Auf rechterhaltung des Vakuums im Glühtopf auch das Ofeninnere zu evakuieren, um den Topf bei diesen hohen Temperaturen gegen den vorhandenen Aussen druck zu entlasten.
Auch bei diesem Verfahren ist es erforderlich, dem Glühtopf eine erhebliche Wandstärke zu geben, welche dem Aussendruck bei den vorerwähnten An fangstemperaturen noch widersteht.
Die Erfindung Geht einen neuen Weg, der es ermöglicht, die das Glühgut aufnehmenden yBehälter, wie Glühtöpfe, Hauben, Muffeln oder dergleichen mit Wandstärken herzustellen, die keinerlei Druck oder jedenfalls keinen wesentlichen Druck mehr auf zunehmen haben, sondern lediglich der Behälter funktion dienen.
Nach der Erfindung besteht das Verfahren zum Glühen von Metallgegenständen, die in einem solchen Behälter eingebracht sind und wobei der Bettälter in einen Ofen eingesetzt ist, darin, dass der zum Glühen geschlossene Behälter und der ihn umge bende, ebenfalls geschlossene Ofenglühraum gleich zeitig und derart evakuiert werden, dass die Behälter- wandung jederzeit völlig oder nahezu druckent lastet ist.
Durch die Erfindunz werden erstmalig aus teurem Werkstoff, z. B. C liromnickeistaliI. hen-,estellte Be hälter für Glühverfahren verwendbar, die bisher nicht mö@,liche dünne Wandstärken, z. B. von 3 bis 4 mm Dick. haben.
Die Erfindung besteht also darin, dass der Druck im Behälter und im Ofenglühraurn jeder zeit gleich oder annähernd gleich gehalten wird, wobei die Evakuierung sowohl im Behälter als auch im Ofen±!lühraum zweckmässig 2leiehzeitia und zu mindest annähernd gleichmässig, erhöht, vermindert oder aufgehoben werden kann.
Bei diesem Glühverfahren wird vorteilhaft in den entsprechend dem Ofenglühraum evakuierten Behäl ter schon während des Glühprozesses. z. B. nach Ver gasung und Abzug der dem Glühgut anhaftenden Schmiermittel, vorzu-sweise unter gleichzeitiger ent sprechender Minderung bzw. Aufhebung des Ofen glühraumvakuums ein Schutzgas, wie Wasserstoff oder Stickstoff eingelassen.
Dieser Ausgleich, unter Verwendung des vor- C e rw, 'ilinten Schutuases oder der--leichen für das Be- hälterinnere, ist natürlich nicht in allen Fällen wäh rend des Glühprozesses notwendig, z. B. dann nicht, wenn das Glühgut keine zu vergasenden und abzu saugenden Schmiermittel aufweist.
In diesem Fall kann zweckmässig das Schutzas dem Behälter unter @zleichzeiti,-,er y entsprechender Minderung bzw. Aufhebung des Ofenglühraum- vakuums erst kurz vor Abschluss des Glühprozesses, z. B. vor Herausnahme des Behälters aus dem Ofen zum Abkühlen, zugeführt werden.
Wie ein,an2s erwähnt, ist das Verfahren nicht auf Glühtöpfe beschränkt, sondern kann in entspre chender Weise auch bei Hauben. Muffeln oder der- gleichen zur Anwendung kommen. Ebenso ist es für die Durchführung des Verfahrens nicht erforderlich, bestimmte Öfen oder Ofengattungen zu verwenden, da es nur erforderlich ist. einen solchen Ofen zu benutzen. dessen Glühraum verschliess- und evakuier- bar ist. Demgemäss können für das Verfahren gemäss Erfindung Elektroöfen oder auch andere Öfen be nutzt werden, z.
B. solche, deren Beheizung durch Gas oder<B>Öl</B> mittels Strahlbrennern erfolgt, wie sie bekannt sind.
Einzelheiten des Verfahrens und der zur Durch führuni desselben benutzten Vorrichtungen gehen aus der nachfolgenden Beschreibung unter Bezug nahme auf die Zeichnung hervor, die beispielsweise Ausführungsformen solcher Vorrichtungen zeigt. In der Zeichnung sind: Fig. 1 ein Elektroofen mit eingesetztem Glühtopf und den zur Durchführung des Verfahrens notwen digen oder zweckmässigen Hilfsmitteln, Fig.2 ein ähnlicher, aber gas- bzw. ölbeheizter Ofen, ebenfalls mit eingesetztem Glühtopf und den gleichen Hilfsmitteln.
Fig.3 ein für das Verfahren gemäss Erfindung verwendbarer Glühtopf. In der Zeichnung sind entsprechende Teile mit gleichen Bezugszeichen bezeichnet. Für die Erfindung unwesentliche Einzelheiten sind nicht bezeichnet und beschrieben.
In Fi\g. 1 ist der mit einem 1Zetallmantel 1 und einer Ausmauerung 2 versehene Ofen, in dem die elektrischen Heizelcmcnte 3 an@zebracht sind, teil weise im Boden 4. eingebaut. In dem Ofen befindet sich der dünnwandige Glühtopf 5, welcher durch einen oberen, wasser@,ekühlten Umfangsring 6 mittels einer Ringdichtung 6' dichtend auf dem oberen, eben falls wassergekühlten Ofenring 7 ruht.
Der Glühtopf ist durch einen Deckel 3 verschliessbar, welcher durch Schraubenbolzen 9 mit Aussenmuttern und Klauen 10 auf den Topf gepresst wird und in der Mitte ein Pyrometerrohr 1 1 enthält. Auf dem Deckel ist mit einem Verbindungsrohr 12 ins Innere des Topfes eine Ventilvorrichtung 13 befestigt, die aus einem Absperrventil 14 und einem Druckre;ulier- ventil 15 besteht. 16 ist eine der beiden Ösen. mittels derer der Topf in den Ofen cinbringbar und heraus nehmbar ist.
An der Ventilvorrichtung 13 befindet sich ein lösbarer, biegsamer Schlauch 17, der mit einer Evakuierun,-,sleitun(i 15 verbunden ist, die zu einer Vakuumpumpe 19 führt und oben ein Lüftungs ventil 20 trägt. Ein Abzweigrohr 21 der Leitung 18 führt über ein Absperrventil 22 und das Rohr 23 in das Ofeninnere. 24 und 25 sind den Unterdruck anzeigende Vakuummeter.
An die Ventilvorrichtung 13 ist über das Druckregulierventil 15 eine Schlauch leituni 26 angeschlossen, die zu einer Flasche 27 führt, welche das Schutzaas oder das inerte Medium zum Einlass in den Glühtopf enthält.
Das normalerweise in dem Glühtopf befindliche zu glühende Gut ist der Einfachheit halber nicht dar- -estellt. Ebenso sind die Leitunken für den elek trischen Heizstrom und eventuell nötige Re,uliervor- richtungen nicht gezeigt.
Bei dem in Fit,. 2 dargestellten Ofen mit dem darin befindlichen Glühtopf sind die wesentlichen Teile die (yleichen wie in Fig. 1. In diesem Falle handelt es sich im Gegensatz zu dem vorher darge stellten Elektroofen um einen Ofen für Gas- oder Ölfeuerung.
Der ebenfalls mit einem Metallmantel 1 und Ausmauerung 2 versehene Ofen ist mit einer Brennstoffzuführleitung 28, einer erforderlichen Luft leitung 29 und einem Vorwärmer 30 für die Ver brennungsluft versehen und hat im Innern die an die Brenner 31 angeschlossenen Strahlrohre 32, welche die erforderliche Wärnie an den Glühtopf abgeben. Mit 33 ist die Abgasleitung bezeichnet, welche durch den Luftvorwärmcr hindurchgeht.
Die Zahl der Strahlrohre ini Ofen richtet sich nach den jeweiligen Erfordernissen. Im allgemeinen benü,-yen sechs über dem Umfan- des Ofeninnern verteilte Strahlrohre, um die erforderliche Wärme zu liefern.
Fing. 3 zeigt einen zum Einsatz in den Ofen be stimmten Glühtopf 5 mehr im einzelnen, teilweise im Län2ssehnitt. Der Topf mit dem Rohr 12 zur Eva- @uieruna über das Ventil 14 und zum Einlass eines Schutzgases oder dergleichen über das Ventil 15 hat inen Le\" ölbten Boden 34.
Der Rand des Topfes i-L @N-ie vorher erwähnt, durch den hohlen Umfangs ring 6 @(ekühlt. Mit 35 und 36 sind die Kühlwasser- /_ei- und -AblcituniTsanschlüsse bezeichnet. 16 ist, wie -. orher beschrieben, eine der beiden am Topfdeckel 8 :@@festiaten Ösen zum Einsetzen und zur Heraus nahme- in bzw. aus dem Ofen.
Mittels der auf dem Umfan, verteilten Schraubenbolzen 9 und der dazu- _ehörigen oberen Muttern ist der Topfdeckel über die Klauen<B>10</B> \@eaen die obere freie Topfkante anpress- har, das heisst schliessbar. In der Mitte des Topf deckels befindet sich, wie vorher erwähnt, ein in das Innere des Topfes vorstehendes Pyrometerrohr 11.
Unter dem Topfdeckel ist ein einen ausreichenden Zwischenraum begrenzender Isolierdeckel 37 be- festi@,t. In Taschendes Topfdeckels sind in den Topf reichende Tragstangen 38 angeordnet, die unten einen Tragstern 39 halten, auf dem das in den Topf cin!7ebracllte zu Glühende Material liegt.
Die Wirkungsweise der dargestellten Vorrichtun gen beim Verfahren aemäss der Erfindun- ist fol-ende. Nach Einsatz des mit Material gefüllten Glüh- topfes 5 in den Ofen, dichtem Abschluss des Ofen innern, was im ellaemeinen durch das Gewicht des Topfes mittels der Dichtung 6' geschieht, und dich tem Abschluss des Topfdeckels 8 auf dem Topf 5 @@-ird @,leichzeitia über die vorerwähnten Leitungen durch die;
Vakuumpumpe 19 sowohl das Behälter innere als auch der Ofenglühraum wunschgemäss evakuiert, so dass der Topf druckentlastet ist.
Bei Bedarf, das heisst schon während des Glüh prozesses, z. B. nach völlig erfolgter Absauaung sich im Topf entwickelnder gasförmiger Stoffe, kann aus Bier Flasche 27 ein Schutzaas oder ein inerter Stoff in das 'kopfinnere eingelassen werden, wobei dem entsprechend die Evakuierung des Ofenglühraumes vermindert bzw. aufgehoben wird.
Wie vorher erwähnt, kann das Schutzgas auch erst kurz vor Absehluss des Glühprozesses und vor Herausnahme des Topfes aus dem Ofen in den Topf cinuelassen werden, und zwar ebenfalls unter entspre chender \linderun@a oder Aufhebung des Vakuums im Ofenglühraum. In jedem Falle ist es möglich, einen sehr dünnwandigen Topf ohne Druckbeanspru- chuna desselben bei vollen Glühtemperaturen aus dem Ofen zu entfernen und ihn ausserhalb des Ofens, z. B. in einer Abkühlgrube abzukühlen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I Verfahren zum Glühen, insbesondere zum Blank glühen von in einem Behälter befindlichen Metall- ae2enstä nden in einem Ofen, dadurch gekennzeich net, dass der zum Glühen geschlossene Behälter und der ihn umgebende, ebenfalls geschlossene Ofenglüh- raum aleichzeitia und derart evakuiert werden, dass die Behälterwandung jederzeit völlig oder nahezu druckentlastet ist. UNTERANSPRÜCHE 1.Verfahren nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Evakuierung sowohl im Be hälter als auch im Ofenglühraum gleichzeitig und zumindest annähernd cleichmiissiG erhöht, vermindert oder aufgehoben wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass in den entsprechend dem Va kuum im OfenL?lühraum evakuierten Behälter wäh rend des Glühprozesses nach Vergasung und Abzug der dem Glühout anhaftenden Schmiermittel unter gleichzeitiger entsprechender Minderung bzw.Auf hebung des Ofenglühraumvakuums ein Schutzgas, wie Wasserstoff oder Stickstoff eingelassen wird. 3. Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Schutzgas dem Behälter unter gleichzeitiger entsprechender Minderung bzw. Aufhebung des Ofenglühraumvakuums erst kurz vor Abschluss des Glühprozesses vor Herausnahme des Behälters aus dem Ofen zum Abkühlen zugeführt wird.PATENTANSPRUCH 11 Vorrichtung zur Durehführunz des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass dieselbe einen Glühofen und einen darin einsetzbaren Glühtopf enthält, der Glühtopf (5) und der Ofen- glühraum bei eingesetztem Topf dicht verschliessbar sind, und beide je eine Anschlussleitung (12, 23) aufweisen, mittels derer das Topf- und Ofeninnere durch eine Vakuumeinrichtung (19) evakuierbar sind.
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