Schlichteinrichtung mit Vorrichtung zum Abrakeln der Schlichte, mit welcher Textilmaterialbahnen zu versehen sind Die vorliegende Erfindung betrifft eine Schlicht einrichtung mit einer Vorrichtung zum Abrakeln der Schlichte, mit welcher Textilmaterialbahnen zu ver sehen sind, und mit wenigstens zwei Walzen, deren eine zum Zubringen des flüssigen Schlichtmediums zu dem Textilgut dient.
Die erfindungsgemässe Einrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass vor der Berührungsstelle der Schlichteauftragswalze mit dem laufenden Textilgut eine sich über die ganze Breite der Walze erstrek- kende Rakeldüse zum Zuführen eines in seiner Menge regelbaren, warmen Pressluftstromes gegen die Walze angeordnet ist.
In der beigefügten Zeichnung sind rein beispiels weise einige Ausführungsformen der Einrichtung gemäss der Erfindung veranschaulicht.
Fig. 1 zeigt eine Schlichteinrichtung schematisch in Seitenansicht, wobei der das Schlichtmedium ent haltende Trog im senkrechten Querschnitt darge stellt ist.
Fig. 2 ist eine Draufsicht zu Fig. 1.
Fig. 3 stellt in grösserem Massstab einen Quer schnitt durch die Rakeld'üse und das zugehörige Druckluft-Zuführungsrohr gemäss einem ersten Aus führungsbeispiel dar.
Fig. 4 ist die analoge Darstellung eines zweiten Ausführungsbeispiels.
Fig.5 zeigt ein drittes Ausführungsbeispiel in analoger Darstellung.
In einem Trog 10 (Fig. 1 und 2) befindet sich geschmolzenes Schlichtmedium 11, in welches eine Auftragswalze 12 eintaucht. Eine Zubringerwalze 13 befindet sich über der Auftragswalze 12 und nimmt von der letzteren das flüssige Schlichtmedium ab, wenn sich die Walzen 12 und 13 drehen. über der Zubringerwalze 13 ist eine Druckwalze 14 angeord- net. Die Achsen der Walzen 12-14 sind auf nicht dargestellte Weise in einem ebenfalls nicht gezeich neten Gestell drehbar gelagert. Das mit dem Schlicht medium 11 zu beschickende Gut 15, z.
B. eine Faden schar für die Kette eines Gewebes, läuft zwischen der Zubringerwalze 13 und der Druckwalze 14 hin durch, wobei mittels der Zubringerwalze 13 Schlicht medium auf oder in den Fäden des zu schlichtenden Gutes 15 abgelagert wird, um den Textilfäden eine glattere Oberfläche zu verleihen.
Im Bereich der Zubringerwalze 13 befindet sich eine Rakel 20, die sich über die ganze Arbeitsbreite der Walze 13 erstreckt. Die konstruktive Ausbil dung dieser Rakel 20 ist beispielsweise in Fig.3 dargestellt. Der wichtigste Bestandteil der Rakel 20 ist eine Rakeldüse 21, die zwischen zwei Düsenlippen 22 einen sich über die ganze Arbeitsbreite der Zubrin gerwalze 13 erstreckenden Luftaustrittsspalt 23 auf weist, welcher gegen die Walze 13 hin gerichtet ist. Die Düsenlippen können z.
B. die in Fig. 3 voll aus gezogene Querschnittsform oder auch die mit ge strichelten Linien angedeutete Querschnittsform haben. Die Rakeldüse 21 ist längs eines Vierkant rohres 25 angeordnet und mit diesem durch Schrau ben 26 verbunden, welche in Gewindebohrungen einer im Rohr 25 angeordneten Versteifungsplatte 27 eingeschraubt sind.
Die Versteifungsplatte 27 und die gegen dieselbe anliegende Wandung des Rohres 25 sind mit mehreren, über die Länge des Rohres 25 verteilten Durchlassöffnungen 28 versehen, welche den Innenraum des Rohres 25 mit dem Innenraum der Rakeldüse 21 verbinden. Mit Hilfe von Gewinde bolzen 30 und zugehörigen Muttern 31 sind gegen die obere bzw. die untere Wandung des Rohres 25 zwei Platten 32 angepresst, die auch die Rakeldüse 21 übergreifen.
In Gewindebohrungen der Platten 32 sind Stellschrauben 33 eingeschraubt, die mit ihrem einen Ende von aussen her gegen die Rakeldüse 21 anliegen und ermöglichen, die Düsenlippen 22 mehr oder weniger gegeneinander zu bewegen, um dadurch die Weite des Spaltes 23 zu verändern. Durch Mut- tern 34 können die Stellschrauben 33 in der jeweils eingestellten Lage gesichert werden. Beim Lösen der Stellschrauben 33 bewegen sich die Rakeldüsenlippen 22 unter dem Einfluss der Elastizität der Düse ' 21 von selbst wieder bis zu einem gewissen Mass nach aussen voneinander weg.
Zwischen der Rakeldüse 21 und jeder der Platten 32 ist ein Heizkörper 36 in Form eines Vierkant rohres vorhanden, durch das Heizwasser, Dampf oder dergleichen geleitet werden kann, um die Rakeldüse 21 zu erwärmen. Die Heizrohre 36 könnten aber ebensogut auch elektrische Heizelemente enthalten. Ein dritter Heizkörper 37, ebenfalls in Form eines Vierkantrohres, befindet sich im Innern des bereits erwähnten Vierkantrohres 25. Auch durch das Heiz rohr 37 kann Heizwasser, Dampf oder dergleichen geleitet werden, um die im Rohr 25 vorhandene Luft zu erwärmen.
Das Heizrohr 37 könnte selbstver ständlich auch elektrische Heizelemente enthalten. Auch wäre es möglich, solche Heizelemente unter Weglassung des Rohres 37 direkt ins Innere des Rohres 25 einzubauen.
Sowohl das Vierkantrohr 25 als auch die Düse 21 sind an ihren beiden Stirnenden je durch eine Seitenplatte 38 abgeschlossen, deren eine in Fig. 1 sichtbar ist. Um das Verstellen der Düsenlippen 22 zu ermöglichen, sind die genannten Seitenplatten 38 mit der Düse 21 zweckmässigerweise nicht starr ver bunden.
Mit Hilfe einer Rohrleitung 40 ist das Vierkant rohr 25 an eine nicht dargestellte Druckluftquelle, z. B. ein motorisch angetriebenes Gebläse, ange schlossen. Im Zuge der Leitung 40 befindet sich ein Regulierventil 41. Gemäss Fig.2 ist die Rohr leitung 40 an das eine Stirnende des Vierkantrohres angeschlossen; mit strichpunktierten Linien ist jedoch gezeigt, dass gegebenenfalls an beide Enden der Rakel 20 Rohrleitungen 40 zum Zuführen von Druckluft angeschlossen sein könnten.
Die Mittel zum Anschluss der Heizrohre 36 und 37 sind in Fig. 1 und 2 der Deutlichkeit wegen nicht dargestellt.
Die Wirkungsweise der' beschriebenen Vorrich tung zum Abrakeln der Schlichte ist beispielsweise wie folgt: Wenn das Gut 15 in Fig. 1 von links nach rechts zwischen der Zubringerwalze 13 und der Druckwalze 14 hindurchgezogen wird, so drehen sich die Walzen 12-14 gemäss den in Fig. 1 eingezeich neten Pfeilen. Mittels der untersten Walze 12 wird Schlichtmedium<B>11</B> aus dem Trog 10 geschöpft und an die Zubringerwalze 13 abgegeben, die ihrer seits einen Teil des Schlichtmediums an das Gut 15 überträgt.
Durch die Leitung 40 wird Druckluft in das Vierkantrohr 25 der Rakel 20 geleitet und dort mittels des Heizkörpers 37 erwärmt. Durch die Öffnungen 28 hindurch strömt die erwärmte Luft in den Innenraum der Rakeldüse 21, welche zur Ver meidung einer Abkühlung der Luft ebenfalls durch die Heizkörper 36 erwärmt wird. Durch den Spalt 23 hindurch wird ein Warmluftstrom gegen die Zu bringerwalze 13 geblasen, wodurch auf dieser über schüssiges Schlichtmedium durch Wegblasen abge- rakelt wird, bevor dieses mit dem zu behandelnden Gut 15 in Berührung tritt.
Durch die Erwärmung der auszublasenden Druckluft und der Düse 21 wird verhindert, dass das flüssige Schlichtmedium vorzeitig eindickt und dadurch der Schlichteffekt vermindert wird. Durch Regulierung der Intensität des ausgebla senen Luftstromes mit Hilfe des Ventils 41 undloder durch Veränderung der Weite des Luftaustritts spaltes 23 lässt sich die Menge des dem Gut 15 zu geführten Schlichtmediums kontinuierlich regeln ent sprechend den jeweiligen Erfordernissen. Je grösser die Intensität des auf die Walze 13 aufgeblasenen Luftstromes ist, um so weniger Schlichtmedium ge langt an das Gut 15.
Die Regulierung des Ventils 41 kann von Hand oder mit Hilfe einer nicht dargestellten Regeleinrich tung automatisch erfolgen, z. B. in Abhängigkeit von der Drehzahl der Walze 13. Das Regulierorgan des Ventils 41 kann mit dem Steuerhebel des Geschwin digkeitsreglers der Trockenschlichtmaschine in Ver bindung stehen, so dass eine synchrone Schaltung zwi schen der Vorschubgeschwindigkeit des Gutes 15 und der Intensität des Luftstromes der Rakel gewähr leistet ist.
Es kann somit erreicht werden, dass der mit dem Gut 15 in Berührung kommende Schlicht film auf der Zubringerwalze 13 bei jeder Geschwin digkeit der Schlichtmaschine gleiche Stärke hat und dass das Gut 15 bei jeder Geschwindigkeit stets den gleichen Schlichtauftrag erhält.
Anstelle eines regelbaren Ventils 41 kann auch eine regelbare Druckluftquelle vorgesehen sein, z. B. ein Gebläse mit veränderlicher Geschwindigkeit oder mit verstellbaren Propellerflügeln.
In der untern Platte 32 der Rakel 20 sind gemäss Fig.3 noch Abflusslöcher 45 vorhanden, durch welche hindurch abgerakeltes und auf die vorstehende Partie dieser Platte 32 gelangendes Schlichtmedium abfliessen kann.
Das in Fig.4 veranschaulichte zweite Ausfüh rungsbeispiel der Rakel unterscheidet sich vom be schriebenen lediglich durch andere Mittel zum Ver ändern der Weite des Luftaustrittsspaltes 23. An den die Düsenlippen 22 aufweisenden Teilen der Rakel- düse 21 ist je eine Mutter 50 angelötet, in die ein zugehöriger Schraubenbolzen 51 eingeschraubt ist. Die Schraubenbolzen 51 ragen durch Bohrungen in den Platten 32 mit radialem Spiel hindurch und tragen an der Aussenseite dieser Platten 32 je eine Mutter 52.
Durch entsprechende Drehung dieser Muttern 52 lassen sich die Gewindebolzen 51 gegen aussen hin verschieben und damit die Düsenlippen 22 voneinander wegziehen, wodurch die Weite des Spaltes 23 vergrössert wird. Beim Drehen der Muttern 52 im andern Sinn nähern sich die Lippen 22 ein ander unter dem Einfluss der Elastizität der Düse 21. Im übrigen sind Aufbau und Wirkungsweise der Rakel gleich wie mit Bezug auf Fig. 1 bis 3 be schrieben worden ist.
Auch beim Ausführungsbeispiel gemäss Fig.5 sind nur die Mittel zum Verändern der Weite des Luftaustrittsspaltes 23 anders als bei den vorher gehenden Beispielen. An den beiden die Düsenlippen 22 aufweisenden Teilen der Rakeldüse 21 ist hier je eine mit Innengewinde versehene Hülse 55 festge lötet oder angeschweisst. Mit jeder der Hülsen 55 steht eine Gewindespindel 56 in Eingriff, die in der einen bzw. der andern Platte 32 drehbar, aber gegen axiale Verschiebung gesichert gelagert ist. Jede Spin del 56 besteht zusammen mit einem Zahnrad 57 aus einem einzigen Materialstück, wobei das Zahnrad 57 die betreffende Platte 32 aussen übergreift und eine axiale Bewegung der Spindel 56 gegen innen hin verunmöglicht.
Zur Verhinderung einer Bewegung der Spindeln 56 nach aussen ist auf jeder Spindel ein Anschlagring 58 befestigt, der gegen die Innen seite der betreffenden Platte 32 anliegt. Jedes der Zahnräder 57 greift mit einer Zahnstange 59 zusam men, die in Fig. 5 im Querschnitt dargestellt ist. Diese Zahnstangen 59 sind an der Aussenseite der Platten 32 längsverschiebbar geführt, und zwar mit Hilfe von Längsschlitzen 60 in den Stangen und Ansatzkopfschrauben 61, die in die Platten 32 ein geschraubt sind. Durch Verschieben der Zahnstan gen 59 in ihrer Längsrichtung lassen sich die Spin deln 56 drehen und dadurch die Düsenlippen 22 wahlweise einander nähern oder voneinander ent fernen.
Sofern die eine Gewindespindel 56 ein Rechts gewinde und die andere ein Linksgewinde aufweist, so können die Zahnstangen 59 synchron miteinander nach vorn oder nach hinten bewegt werden, um den Spalt 23 weiter oder enger zu machen. Die Zahnstangen 59 können dann miteinander direkt in Verbindung stehen. Die übrige Ausbildung und Wirkungsweise der Rakel gemäss Fig. 5 ist gleich wie beim ersten Ausführungsbeispiel.
Gegebenenfalls könnte anstatt beide Düsenlippen 22 nur deren eine in bezug auf die andere verstellbar sein, um trotzdem die Weite des Luftaustrittsspaltes 23 verändern zu können.