Höchstdruck-Heissdampfturbine Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Höchstdruck-Heissdampfturbine, welche mit Dampf betrieben werden kann, der sich wesentlich über dem kritischen Druck und der kritischen Temperatur von Wasser befindet. Im einzelnen bezieht sich die Er findung auf die mechanische Konstruktion einer Turbine, die die Verwendung von derart hohen Drucken und Temperaturen zulässt.
Das Bestreben, bei Wärmekraftmaschinen einen immer besseren thermischen Wirkungsgrad zu er zielen, hat schliesslich zu Dampfturbinen geführt, die mit Dampf von überkritischem Druck betrieben werden. Für Wasser liegt die kritische Temperatur bei 374 C und der kritische Druck bei 225,4 Atmo sphären.
Es hat sich herausgestellt, d'ass zur Erreichung eines den Aufwand lohnenden Wirkungsgrades mit Drucken zwischen 233 und 333 Atmosphären gear beitet werden muss. Die der Erfindung zugrunde lie gende ausgeführte Turbine wurde beispielsweise für einen Arbeitsdruck von 300 Atmosphären und, einer Anfangstemperatur von 62l C entwickelt.
Für einen Betrieb unter solchen extremen Druck- und Temperaturverhältnissen muss auf den mecha nischen Aufbau und die Auswahl von geeigneten Materialien die grösste Sorgfalt verwendet werden.
Im Zusammenhang mit einer Anlage für ähnlich hohe Temperaturen wurde bereits früher festgestellt, dass separate Organe für die Aufnahme der Tempe raturbeanspruchung bzw. der Druckbeanspruchung anzustreben sind. Die heissen Teile können dann aus temperaturwiderstandsfähigem Material dünnen Querschnittes hergestellt werden, wobei dann diese Teile keinem oder nur einem geringen Druckunter schied ausgesetzt sind, während eine gekühlte bzw. auf niedrigerer Temperatur befindliche Wand dem Druck standhalten muss.
Eine solche Anordnung ist schon deswegen von grosser Bedeutung, da gegen hohe Temperaturen wi derstandsfähige Legierungen ausserordentlich teuer und schwer zu bearbeiten sind, ausserdem besitzen sie nur eine geringere Festigkeit und einen höheren thermischen Ausdehnungskoeffizienten als die Stahl legierungen für niedrigere Temperaturen, die ge wöhnlich bei Turbinen verwendet werden. Der hohe thermische Ausdehnungskoeffizient bedingt beson dere Anordungen für eine gegenseitige freie ther mische Ausdehnung von zusammenwirkenden Teilen, wenn einerseits eine allzugrosse Materialbeanspru chung vermieden werden soll und anderseits die lichten Zwischenräume relativ zueinander bewegter Teile ein Sicherheitsminimum nicht unterschreiten sollen.
Die vorliegende Erfindung bezieht sich auf eine Höchstdruck-Heissdampfturbine mit einem für die ersten Stufen vorgesehenen, den höchsten Tempera turen und Drucken ausgesetztem Wandeinsatz, mit einem diesen Einsatz umgebenden, gekühlten, rela tiv dickwandigen, innern Gehäuse aus bei niederen Temperaturen druckfestem Material und mit einem zwischen dem Wandeinsatz und dem innern Gehäuse angeordneten Zwischenmantelsystem, dadurch ge kennzeichnet, dass zwischen dem Zwischenmantei- system und dem Wandeinsatz ein Zwischenraum für stagnierenden Dampf von etwa gleichem Druck wie dem des Treibmittels hinter der ersten Stufe,
und zwischen dem Zwischenmantelsystem und dem innern Gehäuse ein Zwischenraum für zirkulierenden Kühl dampf von grössenordnungsmässig dem gleichen Druck wie dem des Treibmittels nach der ersten Stufe vorhanden sind.
In den beiliegenden Zeichnungen ist ein Ausfüh rungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt. Von den Zeichnungen stellt dar: Fig. 1 eine Seitenansicht einer Turbine für Be trieb bei überkritischem Druck, teilweise im Schnitt, Fig.2 eine vergrösserte Teilansicht der Darstel lung von Fig. 1 mit dem Zuflussleitungssystem und den Teilen der Turbine, die dem höchsten Druck ausgesetzt sind, Fig. 3 eine perspektivische Ansicht eines Teiles der unter hohem Druck stehenden innern Verscha lung, teilweise im Schnitt, um die Kühldurchflüsse zu zeigen,
Fig.4 einen Querschnitt durch die Darstellung der Fig. 1 entlang der Linie 4-4 mit der Verbin dung des innern und äussern Gehäuses, Fig. 5 einen weiteren Querschnitt durch die Dar stellung der Fig. 1 entlang der Linie 5-5 mit wei teren Einzelheiten der Gehäuseausbildung.
Das Prinzip der beschriebenen Turbine besteht grundsätzlich darin, dass die Teile, die hohen Tempe raturen ausgesetzt sind, einen kleinen Querschnitt besitzen, wobei diese Teile so angeordnet sind, dass sie sich je nach der herrschenden Temperatur frei ausdehnen bzw. zusammenziehen können und von einem Medium umgeben sind, welches einen Druck der gleichen Grössenordnung besitzt wie derjenige, der innerhalb dieser Teile herrscht. Das Zwischen medium isoliert dabei die der hohen Temperatur aus gesetzten Teile, um so den Temperaturgradient klein zu halten.
Die den relativ hohen Druck aufnehmenden Teile sind ferner gekühlt, so d'ass der Temperaturgradient auch in den dickwandigen Teilen reduziert ist. Auf diese Weise werden die heissen Teile auf ihrer günsti gen Arbeitstemperatur gehalten, ohne dass ein wesent licher Temperaturgradient zwischen den Begren zungsflächen dieser Teile auftritt, der eine ther mische Ermüdung>> dieser Teile verursachen könnte, während die druckbeanspruchten Teile auf einer Temperatur gehalten werden, die der für das verwen dete Material zulässigen entspricht, wobei der so ver kleinerte Temperaturgradient wiederum die Betriebs sicherheit und die Lebensdauer dieser Teile erhöht.
Fig. 1 zeigt nun im einzelnen eine Turbine, die sich für äusserst hohe Drucke eignet. Sie besitzt ein im wesentlichen kugelförmiges äusseres Gehäuse 1 und ein inneres, als Zeitschaufelträger dienendes Gehäuse 2, das auf seiner Innenseite für die Hoch druckstufen einen Wandeinsatz 3a-3d trägt. Das Treibmitteleinlass-Leitungssystem, das das Treibmit tel durch das äussere Gehäuse 1 und das innere Ge häuse 2 in das Innere des Wandeinsatzes leitet, soll allgemein mit 4 bezeichnet werden.
Das äussere Gehäuse 1 ist kugelförmig, damit es dem Druckunterschied standhalten kann, dem es bei Betrieb ausgesetzt ist. Da der Druck in der Kammer 5, die durch das äussere Gehäuse 1 und das innere Gehäuse 2 gebildet wird, in der Grössenordnung von 84,3 Atmosphären bei einer Temperatur von unge fähr 426 C liegt, kann das äussere Gehäuse aus ge wöhnlichem Gehäusestahl hergestellt sein, welcher vergleichsweise billig ist, leicht zu bearbeiten und durchaus in der Lage ist, Temperaturen dieser Grössenordnung standzuhalten. Aus Fig. 1 ist ferner zu ersehen, dass das äussere Gehäuselager 1 a und 1 b sowie Dichtungen<I>l c,<B>l d,</B></I> 1j, 1g für die Welle besitzt.
Das innere Gehäuse 2 besitzt eine Dichtung 1e. Diese Dichtungen können dabei nach herkömmlichen Gesichtspunkten kon struiert sein. Von einiger Wichtigkeit sind dabei je doch die Undichtigkeitsleitungen, die bei 6a,<I>6b, 6c,</I> <I>6d, 6e,</I> 6f, 6g dargestellt sind. Die weitere Verwen dung des durch die Dichtungen und durch diese Lei tungen strömenden Mediums wird weiter unten in der Beschreibung noch eingehend erläutert.
Der allgemein mit 7 bezeichnete Turbinenrotor besitzt die den Lagern und Dichtungen entsprechen den Gegenstücke sowie mehrere Schaufelräder 7a bis 7k, die mit dem Rotor aus einem Stück herge stellt sind. Jedes Schaufelrad besitzt an seinem Um fang eine Reihe von Schaufeln, die die Energie über tragenden Teile in dem Strömungsweg des Antriebs mediums darstellen. Zwischen zwei benachbarten Schaufelrädern befindet sich je eine ringförmige Dichtung, von denen zwei mit 8a und 8b bezeichnet sind.
Das äussere Gehäuse 1 besteht aus einer obern und einer untern Hälfte lm, 1n, die durch eine Reihe von Bolzen 1p an einer horizontalen Flansch verbindung miteinander verschraubt sind. Die Ein zelheiten hierzu sind in den Fig. 4 und 5 dargestellt. Das innere Gehäuse 2 besteht ebenfalls aus einer obern und einer untern Hälfte<I>2j, 2k,</I> die durch Stift schrauben 2p miteinander verbunden sind.
Der Wandeinsatz besteht aus mehreren Ringen <I>3a, 3b, 3c, 3d,</I> die widerstandsfähig gegen hohe Temperaturen sind und aus austenitischen Legierun gen bestehen. Jeder Ring besteht aus zwei Hälften, die durch Stiftschrauben 3p an der Mittelebene mit einander verbunden sind., wie dies in Fig. 4 darge stellt ist. Die einzelnen Ringe 3a-3d sind durch hintergreifende Flansche miteinander verbunden und bilden so den zusammenhängenden Einsatz. Eine Verbindungsstelle ist in grösserem Massstab in Fig. 2 dargestellt.
Es ist hier zu erkennen, dass der Ring 3d einen in axialer Richtung abragenden Ansatz 3e auf weist, an den sich ein Ringflansch 3 f anschliesst, der eine ringförmige Nut 3g bildet. Der benachbarte Ring 3c besitzt einen entsprechenden Teil mit einer Nut 3h und einen Flansch<B>31.</B> Zwischen dem Flansch 3i und der Nut 3g bleibt dabei ein kleiner Zwischen raum 3j frei, während die andern beiden zusammen wirkenden Teile 3f, 3h einen ähnlichen Zwischen raum 3k freilassen.
Es ist nun zu erkennen, dass beim Zusammenbau des Einsatzes zunächst eine Ringhälfte 3a in die un tere Hälfte des innern Gehäuses 2 gesetzt und an schliessend Ringhälfte 3b eingesetzt wird, wobei die Flanschteile wie bei Fig. 2a gezeigt in Eingriff mit einander kommen. Die folgenden Ringhälften 3c und 3d werden ähnlich angeordnet. Auf gleiche Weise werden die obern Ringhälften 3a-3d zum obern Einsatzteil 3u zusammengesetzt.
Nachdem der obere Einsatzteil 3u auf den untern Einsatzteil 3e (Fig. 4) abgesenkt worden ist, werden die Stiftschrauben 3p eingesetzt, um die Ringhälften 3a,<I>3b,</I> 3c und 3d miteinander zu verschrauben. Wenn der Zusammen bau in dieser Art erfolgt ist, können die benachbarten Ringe sich infolge der Zwischenräume<I>3j, 3k</I> (Fig. <I>2a)</I> radial ausdehnen und zusammenziehen, je nachdem wie die Temperatur sich ändert, ohne dass höhere Beanspruchungen an den Berührungsstellen zweier benachbarten Ringe auftreten.
Infolge der Expansion des Dampfes tritt ein Temperaturabfall auf, wenn dieser vom Zuflussende des Einsatzes her die Ringe <I>3a, 3b,<B>3e,</B> 3d</I> nacheinander durchfliesst, so dass jeder Ring in derselben Reihenfolge bei einer niedrigeren Temperatur arbeitet als der vorhergehende. Bei dieser Ausbildung kann somit jeder Ring eine Tem peratur annehmen, die dem durchströmenden Dampf entspricht. Auch Temperaturänderungen des Dampfes im Betrieb haben dabei keinen schädlichen Einfluss, da kein zu grosser Temperaturgradient in einem Ring entstehen kann.
Das innere Gehäuse 2 wird von dem äussern Gehäuse 1 durch Mittel gehalten, die teilweise in Fig. 1 gezeigt sind. Die Befestigung besteht aus einem radial abragenden Gehäuseteil 2a, an dessen äusserstem Ende sich ein Gleitbolzen 2b mit quadra tischem oder rechteckigem Querschnitt befindet. Das äussere Gehäuse besitzt eine Verdickung 9 (zur leich teren Herstellung) mit einem tubischen Innenstück 9a, das eine Ausnehmung in Form einer axialen Bolzenführung 9b enthält, die den Bolzen 2b auf nehmen kann. Das äussere Ende dieser Verdickung 9 kann durch eine Abschlussplatte 9c abgedeckt sein.
Es ist zu erkennen, dass diese Bolzenführungsanord- nung die linke Hälfte des innern Gehäuses 2 zen triert, wobei sich der Bolzen bei einer Temperatur änderung des innern Gehäuses 2 längs verschieben kann.
An der rechten Seite des innern Gehäuses 2 ist eine entsprechende Keil-Nutführung vorgesehen mit einer sich radial erstreckenden Nut 10a, welche an einem Vorsprung 10 am Ende des innern Gehäuses 2 gebildet ist. Das mit dieser Nut zusammenarbei tende Gegenstück besteht aus dem eingepassten Keil 10b, welcher starr mit dem äussern Gehäuse verbun den ist oder mit ihm aus einem Stück besteht. Zur besseren Zentrierung des aus den beiden Hälften zusammengesetzten innern Gehäuses 2 in dem äussern Gehäuse 1 können drei oder mehr entspre chende Anordnungen wie 2b, 9b bzw. 10a und 10b vorgesehen sein.
Ferner ist das innere Gehäuse 2 auf Halterungen 1 j abgestützt, die in dem horizontalen Verbindungsflansch des äussersten Gehäuses ver laufen, wie in Fig. 4 zu sehen ist.
Zur Sicherung gegen Längsverschiebungen des innern Gehäuses 2 ist eine ineinandergreifende Fu genverbindung vorgesehen, welche in der die Zufluss- leitung 4 enthaltenden Querebene verläuft, wie in Fig. 1 und mehr im einzelnen in Fig. 5 gezeigt ist. Die Flansche des innern Gehäuses 2 laufen hier in Rippen<I>2h,</I> 21 aus, die eine Fuge für den Vorsprung <I>Ir</I> bilden. Dieser Vorsprung ist aus einer innern Verstärkung ls herausgebildet, welche sich an der horizontalen Flanschverbindung des äussern Ge häuses 1 befindet.
Auf diese Weise wird das innere Gehäuse 2 in dem äussern Gehäuse auf der rechten Seite gehalten. Die gezeigte Fixierung gestattet eine Längsausdehnung nach links, je nachdem wie sich die Temperatur des innern Gehäuses ändert.
Die die Leitschaufeln für die hintern Expansions stufen tragenden Teile im innern Gehäuse 2 bestehen aus Ringkörpern herkömmlicher Bauart, wie sie bei l 1a-11 f gezeigt sind. Jeder Ringkörper besteht dabei aus zwei Hälften, die in einer horizontal durch die Achse verlaufenden Ebene miteinander verbunden sind. Die Ringkörper werden durch kreis förmige Nuten im innern Gehäuse 2 gehalten, wie dies in Fig. 1 zu erkennen ist. Erreicht das Treib mittel diesen Teil der Turbine, hat seine Temperatur und sein Druck bereits so sehr abgenommen, dass, wie ersichtlich, Konstruktionen verwendet werden können, die schon bisher im Turbinenbau gebräuch lich waren.
Das Treibmitteleinlass-Leitungssystem 4- besteht aus einem dickeren äussern Leitungsteil 12, einem Abstandsrohr 13 und einem innern Durchflussrohr 14, das für hohe Temperaturen geeignet ist. Die Ein zelheiten dieses Einlassleitungssystems können am besten aus der Darstellung der Fig. 2 ersehen werden.
Das äussere Leitungsstück 12 besitzt zur Auf nahme der Druckkräfte grosse Wandstärke und kann aus normalem ferritischem Stahl (vorzugsweise schmiedbarem Stahl) hergestellt sein, da es vor hohen Temperaturen geschützt ist. Bei der beschriebenen Turbine wurde dieser Teil jedoch aus einer für hohe Temperaturen verwendbaren austenitischen Legie rung hergestellt. Am obern Ende ist das Leitungs stück 12 mit einem dicken umlaufenden Flansch 15 versehen, der mit einem verstärkten Teil 16 des Gehäuses 1 mittels mehrerer Schraubenbolzen 17 verbunden ist.
Zwischen dem Flansch 15 und den Schraubenköpfen 17a befindet sich ein ringförmiges Zwischenstück 17b, dessen Funktion es ist, die von den Schrauben auf den Flansch 15 ausgeübte Kraft gleichmässig zu verteilen. Gleichzeitig gestattet dieses ringförmige Zwischenstück die Verwendung von langen Schraubenbolzen, die im warmen Zustand angezogen werden, damit beim folgenden Abkühlen der Bolzen die Dichtigkeit der Verbindung erhöht wird. Das obere Ende des Leitungsstückes 12 ist bei 12a mit der Dampfzuflussleitung 18 verschweisst.
Wie in Fig. 2 zu erkennen ist, bildet diese Zuflussleitung 18 ein inneres Ende 18a, das mit dem obern Ende der innern Hochtemperaturleitung 14 verschweisst ist, während das stärkere äussere Leitungsstück 12 und die innere Leitung 14 eine ringförmige Kammer bilden, in der sich das erwähnte Abstandsrohr 13 befindet.
Dieses Abstandsrohr 13 erfüllt zwei Funktionen. Es besitzt zunächst auf der Innenseite mehrere, in axialer Richtung voneinander getrennte, konzentri- sehe Rippen, wie durch die gestrichelten Linien bei 19 gezeigt ist. Diese ringförmigen und parallelen Rippen bilden mehrere isolierende Zwischenräume 19a, deren Aufgabe darin besteht, den Wärmestrom von der sehr heissen innern Durchflussleitung 14 nach aussen zu vermindern, wodurch auch der Tempera turgradient in der Wand dieser Leitung 14 auf ein Minimum reduziert wird.
Die Aussenfläche des Zwi schenstückes 13 besitzt eine schraubenlinienförmige Rippe 20, die somit einen schraubenlinienförmigen Durchlass für Kühldampf bildet, der auf noch zu er läuternde Weise in diesen Durchlass gelangt.
In Fig. 1 ist zu erkennen, dass der Flansch 15 an einer Stelle seines Umfanges einen radial abnagenden Kanal 15a besitzt, durch welchen ein relativ kalter Dampf durch eine Leitung 21 zugeführt wird. Diese Leitung 21 besitzt ein sich vergrösserndes Endteil 21a, das mit dem Flansch 15 verschweisst ist, wie dies in Fig. 2 zu sehen ist. Ein dünnwandiges Rohr, <I>21b</I> befindet sich in dem radialen Kanal des Flansches 15 und ist mit dem Endteil 21a der Lei tung verschweisst oder mit ihm aus einem Stück her gestellt. Dieses dünnwandige Rohr lässt einen kleinen Zwischenraum 22 frei, der eine Wärmeableitung von dem heissen Flansch 15 zu der Leitung 21 verhin dert.
Das innerste Ende der Leitung 21b besitzt ein verdicktes Teil 21c, das mit der Bohrung im Flansch 15 in Berührung steht, um somit den Zwischenraum 22. aufrechtzuerhalten. Es ist hierbei von Wichtig keit, dass die Wärmeübertragung zwischen der Kühl leitung 2, und dem Flansch 15 so klein als möglich gehalten wird, damit das einströmende Kühlmittel nicht eine örtliche Abkühlung des massiven Flansches 15 verursacht. Es ist zu beachten, dass jede Störung des Temperaturgleichgewichtes auf dem Umfang des massiven Flanschest 15 eine Bruchgefahr mit sich bringt.
Damit in den verschiedenen Teilen nur symme trische Temperaturverteilungen auftreten, führt die Leitung 21 b das Kühlmedium in eine ringförmige Aus- nehmung 23, die sich in der Bohrung des Flansches 15 befindet. Die ringförmige Ausnehmung dient so mit als Verteilungskammer, die das Kühlmedium gleichmässig um das Abstandsrohr 13 in den schrau- benlinienförmigen Kühldurchlass 20a führt.
Die Ver wendung des schraubenlinienförmigen Kühldurch lasses 20a bezweckt somit, dass sich eine gleich mässige Temperaturverteilung auf dem Umfang des äussern Leitungsstückes bildet. Nach heutigem Fach wissen ist es extrem schwierig, wenn nicht unmög- lieh, längsverlaufende parallele Kühldurchlässe zwi schen der heissen innern Leitung 14 und dem käl teren äussern Leitring 12 vorzusehen, bei welchen in allen diesen parallelen Durchlässen eine gleichmässige Kühlung auftritt.
Durch die Verwendung eines ein zelnen schraubenlinienförmigen Durchlasses ist je doch eine völlige Gleichheit der Temperaturverteilung auf dem Umfang der heissen Zuflussleitung sicher gestellt. Selbstverständlich erhöht sich die Tempe ratur des Kühlmittels, je weiter es durch den schrau- benlinienförmigen Durchlass 20a abwärts gelangt. Das untere Ende des äussern Leitungsteiles 12 wird von dem Teil 2c des innern Gehäuses aufge nommen. Die Dampfabdichtung wird dabei durch mehrere Dichtungsringe erreicht, wie bei 2d gezeigt ist.
Die mechanische Einzelheiten dieser Abdichtung sind hier ohne Belang, es kann jedoch die Konstruk tion verwendet werden, wie sie in der USA-Patent schrift Nr. 2 649 315 beschrieben ist. Die erwähnte Konstruktion gestattet eine radiale thermische Expan sion zwischen der Leitung 12 und dem Teil 2e, wobei gleichzeitig eine Querverschiebung dadurch möglich ist, dass die an der Leitung 12 anliegenden Dich tungsringe verschieblich sind. Dies ist notwendig, da die unterschiedliche thermische Ausdehnung in Längs richtung zwischen dem äussern Gehäuse 1 und dem innern Gehäuse 2 berücksichtigt werden muss.
Aus Fig.2 ist ferner zu ersehen, dass sich das untere Ende des Hochtemperaturdurrchflussrohres 14 bei 24 erweitert, damit das anschliessende Endstück 25 einer weiteren Zuflussleitung aufgenommen wer den kann, wobei diese Zuflussleitung mit der Düsen kammer 26 aus einem Stück besteht oder fest mit ihr verbunden ist. Die Düsenkammer 26 erstreckt sich über angenähert 90 des Umfanges, so dass von den Düsen 27 einer Kammer nur der vierte Teil des Umfanges des Schaufelrades 7a gespeist wird.
Es können daher mehrere dieser Leitungssysteme und Düsenkammern vorgesehen sein. Im vorliegen den Fall sind vier Einlassleitungssysteme und Düsen kammern vorhanden, von denen zwei auf jeder Ge häusehälfte angeordnet sind, so dass sie gleichmässig auf dem Umfang verteilt liegen.
Die Düsenkammer 26 ist über einen Zwischen raum von einer Einfassung 28 umgeben, deren oberes Ende in einer Nut 28a in dem innern Ge häuse 2 gehalten ist, und das in eine weitere Nut 28b der Düsenkammer 26 eingreift.
Aus Fig. ?_ ist ferner ersichtlich, dass die Wellen dichtungen 1 e in einem ringförmigen Teil 29 gehal ten sind, wobei dieser Teil in einer Nut im innern Gehäuse 2 verankert ist. Der radial nach innen auf die Düsenkammer 26 wirkende Schub, der durch den Druck des Treibmittels verursacht wird, wird durch einen Vorsprung 26a auf die untere Wand der Ein fassung 28 übertragen, von wo er über einen weiteren Vorsprung 28c auf die Aussenfläche des Teiles 29 übertragen wird. Die Einfassung 28 ist von dem be nachbarten Dichtungsteil 29 und vom innern Ge häuse 2 durch einen Zwischenraum getrennt, so dass ein Durchlass 30 für ein Kühlmittel entsteht.
Zwi schen der Düsenkammer 26 und der darumliegen- den Einfassung 28 befindet sich eine dünne Zwischen wand 31, die so den Zwischenraum in einen äussern Isolierraum 31a und einen innern, stagnierenden Dampf enthaltenden Raum 31b aufteilt.
Weiterhin ist in Fig.2 zu erkennen, dass das obere Ende der Zuflussleitung 25 zu der Düsenkam mer in dem erweiterten Endteil 24 der Leitung 14 angeordnet ist, wobei die Dichtung durch mehrere Gleitringe gebildet wird, wie bei 32 gezeigt ist. Diese Abdichtung kann ähnlich ausgebildet sein wie die jenige bei 2d. Das Endteil 24 der Zuleitung 14 wird von einem zylindrischen Topf 33 umgeben, der in einer Ausbuchtung des innern Gehäuses 2 gehalten ist. In der zentralen Öffnung am untern Ende dieses Topfes 33 befindet sich das obere Ende eines Wärmeschirmes 34, welcher mit dem obern Ende der Einfassung 28 eine Baueinheit bildet oder mit ihm fest verbunden ist.
Das obere Ende des Topfes 33 umgibt das erweiterte Ende 24 der Durchfluss- leitung 14, wobei die Dichtung zwischen diesen Teilen durch zwei Dichtungsringe 35 erreicht wird. Zu bemerken ist noch, dass das untere Ende des Ab standsrohres 13 eine konische Erweiterung 13a be sitzt, deren unteres Ende das obere Ende des zylin- drischen Topfes 33 in einem gewissen Abstand um gibt. Dieser Topf 33 ergibt einen Durchlass für das Kühlmittel, was im einzelnen nachfolgend beschrie ben werden soll.
Der Kühldampf kann von irgendeiner geeigne ten Quelle bezogen werden, beispielsweise von irgend einer Stelle des Dampferzeugers. Vorzugsweise kann der Dampf dem Ausgang des Dampferzeugers ent nommen und anschliessend durch die Injektion von Wasser abgekühlt werden. Der zur Verwendung ge langende Kühldampf wird z. B. in die Leitung 21 mit einer Temperatur von der Grössenordnung von 515 C eingeführt, mit einem Druck, der wenig über dem Druck nach der ersten Stufe liegt, das heisst dem Druck, den das Antriebsmedium nach Verlassen des Schaufelrades 7a besitzt. Im vorliegenden Fall liegt der Druck in der Grössenordnung von 260 at, wobei der Druck nach der ersten Stufe 253 at ent spricht.
Der Kühldampfstrom wird dabei durch das Ventil 21e in Fig. 1 reguliert. Die Menge des zur Verwendung kommenden Kühlmittels wird ferner durch eine Düse begrenzt, die bei 21f dargestellt ist. Das Ventil 21e wird natürlich so eingestellt, dass nur die minimale Kühldampfmenge einströmt, die gerade noch die notwendige Funktion der Temperatur steuerung erfüllen kann, da der Kühldampf einen thermischen Verlust für die ganze Anlage bedeutet. Aus der späteren Beschreibung kann jedoch ersehen werden, dass dieser Kühldampf in späteren Stufen ausgenützt werden kann, so dass es sich bei Kühl dampfentnahme um keinen ausschliesslichen Verlust handelt.
Anhand der Fig. 2 soll nun der Weg des Kühl dampfes in dem Einlassleitungssystem verfolgt werden. Der Kühldampf strömt durch das innere Rohr 216 in die ringförmige Ausnehmung 23 im Flansch 15 und anschliessend in den schraubenlinienförmigen Durchlass 20a. Der grösste Teil des Kühlmittels fliesst nun entlang dieses Durchlasses 20a nach unten, während ein kleiner Teil längs des schraubenlinien- förmigen Durchlasses 13 nach oben und von dort in die Isolierzwischenräume 19a strömt, die die Lei tung 14 mit den ringförmigen Rippen 19 bildet.
Der Zugang zu den Kammern 19a wird durch den Pfeil 206 am obern Ende des Abstandsstückes 13 ange- zeigt. Am untern Ende des Abstandsstückes 13 wird der Kühlstrom durch den konischen Teil 13a nach aussen in den ringförmigen Zwischenraum 3 b ab gelenkt, der durch den zylindrischen Topf 33 und das innere Gehäuse 2 gebildet wird. Von diesem Zwi schenraum aus fliesst das Kühlmittel durch mehrere Durchlässe 36 zu einer weiteren ringförmigen Kam mer 34a, die durch das obere Ende der Einfassung 28 gebildet wird.
Von dieser ringförmigen Kammer 34a fliesst das Kühlmittel nun über die Durchlässe 37, die durch das obere Ende der Einfassung 28 ge bohrt sind, in die Kammer 30. Am linken untern Ende der Einfassung 28 befindet sich ein ringförmi ger Abdeckteil 28d, welcher den Strom von der Kam mer 30 radial nach innen quer zu der Oberfläche des die Wellendichtungen tragenden Teiles 29 um lenkt. Ein Teil des Kühlmittels strömt nun nach aussen über die Wellenabdichtungen 1e, womit auch diese Teile gekühlt werden. Vom rechten Ende der Abdichtungen 1e strömt dieser Teil des Mittels nun durch die Leitung 6d.
Der andere Teil des Kühl mittels fliesst zwischen der Wand 28d und dem ersten Schaufelrad 7a radial auswärts und passiert anschlie ssend das Rad durch mehrere Löcher 7m in axialer Richtung. Nunmehr strömt das Kühlmittel radial nach innen entlang der andern Seite des Schaufel rades 7a, strömt durch die erste Wellendichtung 8a, anschliessend wieder radial auswärts und durch die axialen Durchflüsse im zweiten Schaufelrad 7b, dann wieder durch die Wellendichtung 8b, anschliessend durch ähnliche Durchlässe im Rad 7c, durch die Wellendichtung 8e, das Rad 7d und Dichtung 8d, wie es durch die Pfeile in Fig. 2 angezeigt ist.
Es sei bemerkt, dass die ersten vier Schaufel räder 7a-7d über dem ganzen Umfang Vorsprünge besitzen, welche ringförmige Dichtstreifen bilden, wie bei 7n in Fig. 2 gezeigt ist. Diese Vorsprünge lassen nur ganz enge, radiale Zwischenräume zu den be nachbarten Umfangsteilen der Leitschaufelringe frei, so dass nur minimale Mengen des Kühlmitteldampfes in den Hauptstrom des Treibdampfes, welcher durch die Laufschaufeln und die Leitschaufeln fliesst, ein strömen kann. Auf diese Weise kann das Kühlmittel nur durch den oben beschriebenen Strömungspfad entlang des Rotors und durch die Schaufelräder fliessen.
Hat das Kühlmittel nun das Schaufelrad 7e erreicht, ist es so stark erhitzt, dass es kaum noch eine weitere Kühlung bewirken kann. Anderseits ist die Temperatur des Treibdampfes inzwischen so weit abgefallen, dass das Rad 7e und die nachfolgenden Räder keiner weiteren Kühlung bedürfen. Entspre chend besitzen die Räder auch keine Vorsprünge mehr, so dass sich von diesem Punkt an der Kühl dampf mit dem Treibdampf vermischen kann, wie an den Pfeilen zu sehen ist, die die Flussrichtung an zeigen.
Auf diese Weise wird ein Teil der Energie des Kühldampfes noch in den nachfolgenden Schau felrädern ausgenützt, wodurch der durch die Ent nahme des Kühlmittels verursachte Energieverlust vermindert wird. Das Kühlsystem für das Einlassleitungssystem ist hingegen derart entworfen, dass sich das Antriebs medium mit dem Kühlmittel nicht vermischen kann.
Im einzelnen wird dies dadurch erreicht, dass das Antriebsmedium, welches von der Leitung 14 durch die Dichtungsringe 32 dringen sollte, nach unten zwischen der Zuflussleitung 25 der Düsen kammer und dem Wärmeschirm 34 hindurchfliesst und anschliessend durch eine Öffnung 34b in die Kammer 34c gelangt, die zwischen der Düsenkam mer 26 und dem benachbarten Teil des innern Ge häuses 2 liegt. Diese Kammer steht jedoch in freier Verbindung mit der Kammer, in der die ersten Laufschaufeln laufen, so dass jenes Antriebs medium, das die Kammer 34c erreicht, direkt zu den Leitschaufeln des ersten Leitschaufelringes 3a fliesst.
Es ist zu erkennen, dass das Kühlmittel, welches in den Zwischenraum zwischen dem konischen Teil, 13a des Abstandsrohres 13 und dem erweiterten Endteil 24 des Durchflussrohres 14 eindringt, Zu gang zu den isolierenden Zwischenräumen 19a be sitzt, die zwischen den parallelen ringförmigen Rippen 19 liegen. Es sei darauf hingewiesen, dass. diese Rippen mit der Aussenfläche des innern Zu flussrohres 14 keine flüssigkeitsdichte Verbindung bilden sollen, so dhss ein Druckausgleich des Me diums zwischen den verschiedenen isolierenden Zwischenräumen 19a erfolgt. Während des nor malen Betriebes ist der Druck in diesen isolierenden.
Zwischenräumen im wesentlichen gleich dem Druck des in dem schraubenförmigen Durchlass 20n flie ssenden Kühlmittels. Da somit am Abstandsrohr 13 kein Druckunterschied auftritt, kann es mit sehr geringem Querschnitt hergestellt werden.
Die Konstruktion des Kühlsystems für den Wandeinsatz mit den Leitschaufelringen 3a-3d, die für hohe Temperaturen ausgebildet sind, ist aus dem Folgenden ersichtlich.
Das Kühlmittel fliesst von der ringförmigen Kammer 34a in Fig.2 durch einen Kanal 34d im obern Teil der Einfassung 28 in eine Kammer 38, die zwischen den benachbarten Teilen der Einfas sung 28 und des innern Gehäuses 2 liegt, worauf es durch einen Kanal 39 im innern Gehäuse 2 in eine längliche Kammer 40 strömt. Die Menge und der Druck des durchfliessenden Kühlmittels wird dabei durch eine Blende 38a bestimmt, die zweckmässiger weise am Eingang des Kanals 39 angeordnet ist. Die Blende ist so bemessen, dass der Druck in der Kam mer 40 in der Grössenordnung von 257 Atmosphären liegt.
Es ist zu beachten, dass die längliche Kammer 40 im innern Gehäuse 2 an der horizontal verlau fenden Flanschverbindung liegt, welche die beiden Hälften dieses Gehäuses miteinander verbindet. Um alle Teile des Kühlmittelweges in einer Figur zu zei gen, wurde die Kammer 40 in Fig. 2 in die vertikale Ebene gedreht. Die tatsächliche Anordnung ist je doch der perspektivischen Darstellung der Fig. 3 zu entnehmen.
Fig. 3 zeigt einen Teil der horizontalen Flansch- verbindung des innern Gehäuses 2, wobei einige Teile weggebrochen sind, mit einem Teil der obern Gehäuse<I>2j,</I> der untern Gehäuse<I>2k,</I> sowie die Trennungsebene, die mit 2f bezeichnet ist. Die Dar stellung zeigt ferner einen Teil des vorspringenden. Flansches des Einsatzringes 3d, durch welchen dieser in. der innern Hälfte 2k des innern Gehäuses 2 ge halten ist.
Zur Befestigung dient . ein rechteckiger Keil 3e, der sich zwischen der Unterfläche des Ringflansches 3d und einer horizontalen Auflage, 2g befindet, die in der untern Hälfte 2k des innern Gehäuses gebildet ist (siehe auch Fig.4). Bei dem Zusammenbau wird ein provisorisches Keilstück eingeschoben, der Einsatzringteil 3d angebracht und; bezüglich des innern Gehäuses in die richtige Lage gebracht. Nun wird der endgültige Keil so be arbeitet, dass er nach seinem Einbau, wie bei 3e in den Fig. 3 und 4 gezeigt ist, den Einsatzring 3d in koaxialer Lage zum innern Gehäuse 2 hält.
Sowohl die obere als auch die untere Hälfte des innern Gehäuses 2 enthält Kammern, die den bei 3 8 in Fig. 2 gezeigten Kammern, und Durchflüsse, die den bei 39 gezeigten Durchflüssen entsprechen. Das von der obern Hälfte kommende Kühlmittel fliesst nun durch Kanal 39a in Fig.3, so dass das von beiden, der obern und untern Hälfte des Gehäuses kommende Kühlmittel in die gleiche längliche Kühl mittelkammer 40 gelangt.
Aus dem Vergleich der Fig.2 und 3 kann er sehen werden, d'ass die Kammer 40 durch eine läng liche Ausnehmung in dem untern Flansch 2e des innern Gehäuses 2 gebildet wird, wobei die Aus- nehmung durch eine dünne Platte 40a abgedeckt ist. Der Flansch des Einsatzringes 3d besitzt ebenso eine längliche Ausnehmung 3f, die durch eine Platte 3g abgedeckt ist.
Die so entstehende Kammer 3 f ist kein Kühlmittelkanal, sondern ein Zwischen raum zur Wärmeisolation, der die Wärmeübertragung von dem vergleichsweise heissen Flansch auf das Kühlmedium in der Kammer 40 verhindert. Aus Fig. 3 ist ferner ersichtlich, dass die beiden Abdeck- platten 40a und 3g zur weiteren Isolierung einen Zwischenraum 3h bilden. Es besteht somit zwischen dem heissen Flansch und dem Kühlmittel in der Kammer 40 ein doppelter Wärmewiderstand.
Das Kühlmittel von dem äussersten linken Ende der Kammer 40 fliesst durch eine Öffnung 40b zu einem vertikalen Kanal 40e, der in die benachbarten Teile der obern und untern Gehäusehälfte 2j und 2k ge bohrt ist. Das untere Ende des Kanals 40e steht mit einer Bohrung 40d in Verbindung, die das Kühlmittel zu einem 90 -Segment der untern Ge häusehälfte leitet. Das obere Ende des Kanals 40c leitet das Kühlmittel zu einem ähnlichen Durchlass in der obern Gehäusehälfte 2j.
,Aus dem Vergleich der Fig. 2 und 3 ist ausser dem ersichtlich, wie das aus der Kammer 40 kom mende Kühlmittel entlang der Innenseite eines Zwi- schenmantelsystems 3 zurückfliesst. Aus Fig. 2 ist zu entnehmen, dass eine Zwischenwand 41 mehrere in axialer Richtung der Turbine distanzierte, nach innen ragende ringförmige Rippen 41a, 41b usw. besitzt. Diese Rippen enthalten Nuten, welche die Kanten von zwei parallelen Schirmblechen<I>42a, 42b</I> aufnehmen. Die Schirmbleche bilden dabei einen wärmeisolierenden Zwischenraum 42c.
Ein wei terer, nicht durchflossener Zwischenraum 42d liegt zwischen dem innern Schirmblech 42b und der be nachbarten Aussenfläche des Einsatzringes 3d (Fig. 2). Der Kühlmittelweg führt nun zwischen dem äussern Schirmblech 42a und der Zwischenwand 41 hindurch, wie bei 42e in Fig. 2 gezeigt ist. Auch hier ist der Kühlmitteldurchlass 42e durch zwei wärme isolierende Kammern 42e, 42d von dem heissen Einsatzring 3d getrennt.
Aus Fig.3 ist ersichtlich, dass das Kühlmittel durch die Bohrung 40d in den bogenförmigen Durch lass 42e strömt, wo es dem Umfang entlang, wie durch die Pfeile 42f angezeigt ist, zu einem Punkt am untern Ende des 90 -Segmentes fliesst. An dieser Stelle besitzt die ringförmige Rippe 41a eine oder mehrere Durchbrechungen 42g, die das Kühlmittel zu dem danebenliegenden Viertel-Kreis-Durchlass 43e leiten, der durch das äussere Schirmblech 43a gebildet wird.
In diesem Durchlass strömt das Kühl mittel nach oben zu der horizontalen Flanschverbin- dung zurück, wie durch die Pfeile 43f gezeigt ist. Am obern Ende des Durchlasses 43e besitzt die Ring rippe 41b eine oder mehrere Durchbrechungen 43g, die das Kühlmittel zu dem nächsten bogenförmigen Durchlass 44e führen.
Von hier fliesst das Kühlmit tel wiederum nach unten, durch axiale Öffnungen in der Rippe 41c in den nächsten bogenförmigen Durchlass 45e (Fig. 2) und in gleicher Weise durch die Durchbrechungen in den folgenden Rippen 41d, 41e,<I>41f</I> sowie die entsprechenden bogenförmigen Durchflüsse 46e, 47e, 48e.
Um nun das Kühlmittel dem Strömungsweg des Treibmittels der Turbine zuzuführen, besitzen die letzten beiden Schirmbleche 48a, 48b eine Reihe von Öffnungen 49, die das Kühlmittel zu der ring förmigen Kammer 34c (Fig.2) fliessen lassen, von wo es in Treibmittelkanäle im ersten Einsatzring 3a gelangt, wie es durch die Pfeile in Fig. 2 gezeigt ist. Auf diese Weise wird die bei der Kühlung auf genommene Wärme in den Arbeitsprozess der Tur bine zurückgeführt, so dass diese wenigstens noch teilweise ausgenutzt wird.
Die Anordnung ist dabei derart getroffen, dass die niedriste Temperatur des Kühlmittels bei dem kälteren' Ende des Wand einsatzes 3 auftritt, so dass das Kühlmittel und das Antriebsmedium nach dem Gegenstromprinzip im Wärmeaustausch stehen.
Es sei bemerkt, dass die Bemessung der Kühl- durchlässe und Grösse der Blende 38a derart gewählt sind, dass der Druck des Kühlmittels, dem die Aussen flächen der Einsatzringe 3a-3d ausgesetzt sind, dahingehend wirkt, die entsprechenden Ringhälften radial nach innen zu drücken und dadurch die hintergreifenden Flanschen 3f, 3i (in Fig. 2a) in festem Eingriff zu halten.
In diesem Zusammenhang sei vermerkt, dass das aus den Öffnungen 49 strö mende Kühlmittel freien Zutritt zu den im übrigen nicht durchflossenen Zwischenräumen 42,d,<I>43d</I> bis 48d besitzt, die zwischen dem den innern Schirm blechen 42b, 43b-48b und den Aussenflächen der Einsatzringe 3a--3d gelegen sind. Auf diese Weise wirkt derselbe Druck auf die Aussenflächen von allen Einsatzringen 3a-3d, obwohl diese Zwischenräume von dem Kühhnittelstrom nicht durchflossen werden.
Da nun das Kühlmittel einen Druck besitzt, der etwas über dem Druck liegt, der nach der ersten Stufe herrscht, entsteht eine resultierende Kraft auf die Einsatzringe, die bestrebt ist, diese zusammenzu halten. Das bedeutet jedoch, dass, falls irgendein Leck zwischen zwei benachbarten Ringen auftreten, sollte, durch dieses Leck das Kühlmittel wesent lich stärker nach innen als das Treibmittel nach aussen fliessen würde. Dadurch ist jedoch verhindert, dass das heisse Antriebsmedium radial nach aussen zu den gekühlten Teilen des innern Gehäuses 2 strömen kann.
Im Treibmitteleinlassleitungssystem 4 und in dem innern Gehäuse 2 ist das Kühlsystem so beschaffen, dass die weiter innenliegenden heissen Teile von wärmeisolierenden Zwischenräumen umgeben sind, die dazu dienen, die Metallwände auf einer hohen Temperatur zu halten, so dass in diesen vergleichs weisen dünnen Wänden, die den hohen Temperaturen standhalten sollen, nur ein, sehr geringer Temperatur gradient auftreten kann. Diese isolierenden Zwischen räume verhindern ferner, dass zuviel Wärme nach aussen abströmt.
Es ist somit nicht die Aufgabe des ausserhalb der isolierenden Zwischenräume zirku lierenden Kühlmittels, die heissen Teile abzukühlen, sondern nur diejenige Wärme abzuführen, die durch die isolierenden Zwischenräume hindurch von den heissen Teilen nach aussen gelangt, bevor sie die dicken äussern, dem hohen Druck standhaltenden Wandungen erreicht.
Es ist entsprechend aus Fig. 2 zu ersehen, dass das äussere Leitungsstück 12 und das innere Ge häuse 2 von dem entspannten Antriebsmedium um geben ist, welches bei normalem Betrieb eine Tempe ratur von ungefähr 426 C besitzt, während die Innenflächen dieser relativ dicken Teile von dem Kühldampf bespült werden, der eine Temperatur von ungefähr 515 C besitzt. Die Temperaturdiffe renz der dem hohen Druck widerstehenden Teile des Leitungsstückes 12 und des innern Gehäuses 2 be trägt somit höchstens 89 C.
Da der Temperatur abfall in den dicken Teilen durch die beschriebenen Massnahmen sehr klein gehalten wird, ist auch die Lebensdauer der betroffenen Teile wesentlich ver längert, diese können somit auch aus ferritischen Legierungen, hergestellt sein, die den Anforderungen bei heissen Temperaturen durchaus gewachsen ist.
Der vergleichsweise kalte entspannte Dampf in der Kammer 5 umströmt ferner den Teil 2c des innern Gehäuses 2 und fliesst radial zwischen dem rechten Ende dieses Gehäuses 2 und dem benach barten äussern Gehäuseteil 1h nach innen, so dass dieser kalte Dampf zu den Wellendichtungen 1 f gelangt, wie von dem Pfeil 50 in Fig. 1 angezeigt wird. Dieser Durchfluss ist deswegen notwendig, damit auch diese Dichtungsorgane kalt gehalten werden.
Ein Teil dieses kühlenden Dampfes fliesst durch die Leitung 6e ab, wie durch den Pfeil 51 an gezeigt ist, während der übrige Teil des Dampfes durch die letzten Dichtungsorgane und anschliessend durch die Leitung 6 f abfliesst, wie durch den Pfeil 52 angezeigt ist.
In ähnlicher Weise fliesst entspanntes Antriebs medium auf der linken Seite durch die Abdichtungs elemente l d, von wo aus wieder ein Teil des Dampfes durch eine Leitung 6c nach aussen entweicht, wäh rend der Rest durch die übrigen Abdichtungen fliesst und von hier durch die Leitung<I>6b</I> abströmt, wie durch diejenigen Pfeile an der linken Seite angezeigt ist. Der aus den Leitungen<B>6e,</B> 6e entweichende rela tiv kühle Dampf kann jedbch für solche Einrichtun gen durchaus noch verwendet werden,- die Dampf dieser Temperatur und dieses Druckes benötigen, so beispielsweise für Wassererhitzer oder für eine weitere Turbine, die bei entsprechend niedrigerem Druck arbeitet.
Ebenso kann auch der von den Leitungen 6b, 6f abströmende Dampf zusammen geführt und an einen Wassererhitzer oder einen an dern Verbraucher weitergeleitet werden. Auch die restlichen Abdichtungen 1c, <B>1-</B> werden von der innern Seite her vom Dampf durchströmt, während durch die andere, äussere Seite Pressluft einströmt. Die Leitungen 6a, 6g werden daher zweckmässiger weise mit einem Kondensator verbunden (nicht dar gestellt), welcher unter Vakuum gehalten wird, um Dampf und Luft abzusaugen.
Ferner ist noch zu bemerken, dass der noch auf einer relativ hohen Temperatur befindliche Kühl dampf, der durch die Dichtungen 1 e strömt, durch die Leitung 6d abgeführt wird, so dass er die nach folgenden Abdichtungen 1f, lg nicht erreichen und auch nicht überhitzen kann. von grössenordnungsmässig dem gleichen Druck wie dem des Treibmittels nach der ersten Stufe vorhan den sind.
UNTERANSPRÜCHE 1. Dampfturbine nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der Druck des Kühldampfes am Einlass ins Kühlsystem grösser ist als der Treib mitteldruck nach der ersten Turbinenstufe, und dass im Zwischenmantelsystem Öffnungen (49) vorge sehen sind, um eine Verbindung vom von Kühldampf durchströmten Zwischenraum zum Zwischenraum (42d-48d) für stagnierenden Dampf herzustellen.
2. Dampfturbine nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass im Zwischenmantelsystem mehrere im axialen Abstand voneinander an einem Zwischenzylinder (41) angeordnete Ringrippen 41a bis 41f) und axial zwischen diesen Ringrippen jeweils mindestens ein gebogenes Schirmblech (42a-48a; 42b-48b) vorhanden sind, wobei dieses Schirm blech zwischen sich und der Aussenwandung des Wandeinsatzes (3a-3d) ein oder mehrere koaxiale Zwischenräume (42c-48c;
42d-48d) für stagnie renden Dampf und zwischen sich und der Innen wandung des Zwischenzylinders (41) einen ko axialen, vom Kühlmittel im Gegenstrom zum Treib mittel durchströmten Zwischenraum (42e-48e), dem das Kühlmittel durch einen Längsdurchlass (40) zugeleitet wird, bildet, und wobei die durch die Ring rippen gebildeten einzelnen Abteilungen des Kühl mitteldurchlassraumes (42e-48e) durch die Rin rippen an alternierend gegeneinander um 90 ver setzten Stellen durchsetzende Durchlassöffnungen (42g-47g) untereinander verbunden sind.
3. Dampfturbine nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass der verbrauchte Kühldampf über eine mit dem Treibdampf-Einlassleitungssystem (4) in Verbindung stehende Kammer (34c) in den Treibdampfstrom zurückgeleitet wird.
4. Dampfturbine nach Patentanspruch, bei der das Treibdampf-Einlassleitungssystem eine dünnwan dige hochwarmfeste Innenleitung und eine dick wandige Aussenleitung aufweist, und in dem Raum zwischen beiden Leitungen Kühldampf fliesst, da durch gekennzeichnet, dass im Abstand zwischen der Innenleitung (14) und der Aussenleitung (12) ein dünnwandiger Zwischenmantel (13) angeordnet ist, wobei zwischen Innenleitung und Zwischenmantel Zwischenräume (19a) für Kühldampf und zwischen Zwischenmantel und Aussenleitung ein schrauben- linienförmig gewundener Durchlass für den Kühl dampf vorgesehen sind.
5. Dampfturbine nach Unteranspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass ein Teil des für die Kühlung des Treibdampf-Einlassleitungssystems (4) verwen deten Kühldampfes ersten Schaufelrädern (7a-7d) und der ersten Wellendichtung (1 e) des Turbinen rotors (7) zu Kühlzwecken zugeleitet wird.