CH349410A - Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Schichtstoffen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Schichtstoffen

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CH349410A
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Lindemann Ruth
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Description


  Verfahren zur     HersteHung    von Gegenständen aus Schichtstoffen    Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Her  stellung von Gegenständen,     z.B.    von Booten,     gross-          stückigen    Teilen für den Boots- und Flugzeug-, Kühl  schrank- und Karosseriebau, in selbsttragender Scha  lenbauweise, oder von Formen zum Bau derselben.  Diese Erzeugnisse bestehen aus Schichtstoffen, welche  aus einem     Kein    aus     Zellkörper    aus     thennoplastischen     Stoffen und aus gegebenenfalls verstärkten Deck  schichten aus selbsthärtendem Kunstharz zusammen  gesetzt sind.  



  Es ist bereits vorgeschlagen worden,     grossstückige     Artikel in Verbundbauweise, bei denen ein Kern aus  schubfestem, leichtem Material mit verstärkenden  Aussenschichten fest verbunden ist, herzustellen. Sol  che Verbundkonstruktionen sind in ebener     Ausfüh-          runa    aus zahlreichen Materialien bekannt, dagegen       r        nacht        die        Herstellung        grossstückiger,        gebogener        Teile,     wie sie z. B.<B>f</B>     är    den Bootsbau notwendig sind, gewisse  Schwierigkeiten.

   Man hat vorgeschlagen, als Kern  material Schaumstoffe zu verwenden, die zwischen  vorfabrizierten Deckschichten z. B. aus Metall, Holz  oder Kunststoffe durch Aufschäumen eines Kunst  stoffes z. B. auf     Polyurethanbasis    gebildet werden,  wobei eine feste Verbindung zwischen Kern und  Deckschicht entsteht. Derartige Schaumstoffe, nach  dem     sogenannten        Niederdruckschaumverfahren    her  gestellt, besitzen vorwiegend offene Zellen. Boote  z. B., welche nach diesem Verfahren hergestellt  wurden, sind im Falle einer Verletzung der Haut nicht  schwimmfähig, da das     Kernmaterial    wie ein Schwamm  Wasser aufsaugt.  



  Man hat auch Verbundkonstruktionen aus     Poly-          styrol-Zellmaterial,    das an sich etwas besser wasser  dicht ist, hergestellt. Diese wurden durch Auftreiben  körniger     lösungsmittelhaltiger        Styrolmassen    in For  men hergestellt. Hierbei werden teure Formen ver  wendet, was das Verfahren kompliziert und kost  spielig gestaltet.    Es wurde auch schon vorgeschlagen, Karosserie  teile in Verbundbauweise aus Aluminiumblech und       Hartzellkautschuk    nach der     sogenannten    Montage  methode,<B>d.</B> h. durch Aufkleben des     Zellkautschuks     auf die Bleche herzustellen.

   Auch dieses Verfahren  beschränkt sich bis heute auf die Herstellung gerader  'oder nur sehr leicht gebogener Platten, da man bisher  eine nachträgliche Verformung von     Hartzellkau-          tschuk    für ausserordentlich schwierig oder sogar un  möglich hielt. Darüber hinaus ist der Erzeugung von  Grossbauteilen aus     Zellmaterial    mit geschlossenen  Zellen, das nach der bekannten Hochdrucktechnik  hergestellt wird, eine Grenze bezüglich der     Pressen-          und        Formengrösse    gesetzt.  



  Wir haben nun ein Verfahren gefunden, welches  die vorangehend geschilderten Schwierigkeiten, ins  besondere z. B. die Verwendung von kostspieligen  Formen, komplizierte Herstellung grosser stark     ver-          wölbter    Teile     usw.,    zu     über-winden    gestattet.  



  Das     erfinduno"s,-emässe    Verfahren ist dadurch     g#-          kennzeichnet,        dass    der     Zellkörperkern,    der aus min  destens einer     Polyvinylchlorid    enthaltenden     Zellkör-          perplatte    mit geschlossenen gasgefüllten Zellen be  steht, für sich zu einem Formkörper verformt wird,  indem man ihn in erweichtem Zustand unter einem  Druck von höchstens 200 a     CM2    unter Erhaltung der  <B>g/</B>       Zellstruktur    der Gestalt des herzustellenden Gegen  standes     anpasst,    darauf härtet,

   und     dass    man dann den  so hergestellten Formkörper mit den Deckschichten  zu einem einzigen, fest     zusammengefÜgten    Stück ver  arbeitet.  



       Ausführunggsbeispiele    des Verfahrens werden im  folgenden eingehend dargelegt.  



  Vor allem ist die Wahl des     Zellmaterials    wichtig,  welches aus geschlossenen gasgefüllten Zellen be  stehen     muss    und z. B. entweder hart oder vorzugs  weise weder weich noch spröde, sondern festelastisch  sein soll.      Das     Zellmaterial    besteht z.

   B. mindestens teil  weise aus     Polyvinylchlorid,    aus     Mischpolymerisaten     des     Vinylchlorids,    aus     isocyanathaltigem        Poly-          vinylchlorid.    Besonders geeignet ist technisch reines       Polyvinylchlorid.    Es hat den Vorzug, auch ohne be  sondere Massnahmen, wie     Weichmacherztigabe    und  dergleichen, den erwünschten  festelastischen  Zu  stand aufzuweisen. Ein derartiger harter     Zellkörper     ist nicht spröde, sondern besitzt die für die Bauteile  erwünschte Elastizität bei Umgebungstemperatur.  



  Für die Verformung der expandierten harten  Platten hat es sich als vorteilhaft erwiesen, diese von  ihren durch die Herstellung bedingten Aussenhäuten  mindestens teilweise zu befreien. Diese Häute setzen  der Verformung     bzw.        Verwölbung    der Platten einen  Widerstand entgegen, der auf der Aussenwölbung des  Formkörpers zu     Rissbildungen    führen kann, während  auf der konkaven Fläche<B>je</B> nach Ausgangsmaterial  Falten oder tiefe Einbuchtungen und Knicke ent  stehen.

   Diese Falten und Knicke bedingen vor allem  eine Herabsetzung der     Biegesteifigkeit    der Kern  schicht, da die     angeknickten    und     evtl.    gebrochenen  Zellwände einer Belastung keinen wesentlichen     Wider-          g        gensetzen    können und das     Zellmaterial     stand     entgeg     an diesen Stellen nahezu weich     -eworden    ist.  



  Werden dagegen die Platten von ihren Häuten  mindestens teilweise befreit, erhält man eine Ober  fläche, die vorwiegend aus angeschnittenen Zellen,  <B>d.</B> h. kleinen, durch senkrechte Zellwände begrenzte  Vertiefungen besteht. Man erhält also eine gegenüber  der Plattendimension vergrösserte Oberfläche, die be  liebige     Verformunggen    und     Verwölbungen    ohne     Riss-          und    Faltenbildung ermöglicht.  



  Man kann aber auch<B>-</B> will man die     Zellkörper-          platten    nicht oder nur teilweise von ihren Häuten  befreien<B>-</B> diese mit einer entsprechenden     Profilie-          rang    versehen, so     dass    keine kompakte Haut mehr  vorhanden ist, und die Seitenwände sich bei einer     Ver-          wölbung    des Materials z. B.     harmonikaartig        flach-          oder        aneinanderlegen.    Diese Oberflächenprofilierung  kann z.

   B. während der     Herstellun,-    des     Zellmaterials     vorgesehen werden oder nachträglich z. B. durch  Prägen oder Schneiden erfolgen.  



  Bevorzugt wird aber die Entfernung der Häute,  da einesteils die so geschaffene Oberfläche auf Grund       ,e    Verformungen nach allen  ihrer Struktur beliebig  Richtungen hin gestattet und andernteils die Ober  fläche eines so hergestellten     Zellkörperkerns    das  Aufbringen der verstärkenden Deckschichten er  leichtert.  



  Um die     Zellkörperplatten    der gewünschten Form  gebung- zu unterziehen, ist es notwendig, diese     vor-          überg,ehend    in den erweichten Zustand überzuführen,  wobei es unbedingt erforderlich ist,     dass    die     Zell-          struktur    erhalten bleibt. Zu diesem Zweck darf man  die erweichten     Zellkörperplatten    nur unter einem  Druck von höchstens 200     g/cm2    verformen. Die Er  weichung der Platten kann auf verschiedene Art er  folgen.  



  Man kann z. B. das     Zellmaterial    einer Warmver-         formung    unterziehen, indem man das Material er  wärmt, um eine     Eiweichungg    und damit     Verform-          barkeit    des Materials herbeizuführen und dann warm  verformt. Die Härtung, des so gebildeten Formkörpers  erfolgt bei Abkühlung und bedarf keiner besonderen  Massnahmen. Bei dieser Warmverformung mit einem  Druck von höchstens 200     g/CM2    ist es vorteilhaft,  bei solchen Temperaturen zu arbeiten, bei denen das  Material zwar elastisch biegsam, aber noch nicht  weich und     lappig,    ist.

   Wie gefunden wurde, liegen  diese Temperaturen unter den für     Massivmaterial     gleichen Ursprungs anzuwendenden     Warmverfor-          mungstemperaturen.     



  Die günstigste     Verformungstemperatur    für     Poly-          vinylchlorid-Zellmaterial    beträgt etwa<B>50-700 C.</B>  Doch richtet sich die Höhe der anzuwendenden Tem  peratur weitgehend nach den zur Herstellung des       Zellmaterials    verwendeten Rohstoffen, und die hier  angegebenen Ziffern sind lediglich als Beispiel aufzu  fassen.  



  Eine weitere Ausführungsform, hartes     Zellmate-          rial    in einen für die     Verformuno,        aeeigneten    erweich  ten Zustand zu bringen, besteht darin, das Material  durch chemische Stoffe zu erweichen. Dies kann z. B.  mittels leichtflüchtigen Lösungsmitteln, die den     Zell-          körper,    ohne ihn zu lösen, schnell durchdringen und  ihn durch geringfügiges     Anquellen    vorübergehend  erweichen. Nach Verformung und Verdunsten der  Lösungsmittel weist der verformte     Zellkörperkern     seine vorherigen festen Eigenschaften wieder voll  ständig auf. Man kann z.

   B. die Lösungsmittel nach  träglich in die harten     Zellmaterialplatten    eindringen  lassen oder, sofern durch die Herstellungsmethode  bedingt (z. B. nach dem Verfahren des Schweizer Pa  tentes     Nr.   <B>277 087),</B> bereits ein weichmachendes,  leicht flüchtiges Lösungsmittel in den Platten enthal  ten ist, diese ohne vorherige Verdunstung des weich  machenden Mittels verformen. Solche Platten sind  nach der Expansion zunächst weich und härten erst  durch Verdunsten des Lösungsmittels aus.  



  Weichmachende, leichtflüchtige Lösungsmittel sind  für     Polyvinylehlorid    z. B. Aceton,     Methyläthylketon     oder dergleichen.  



  Man kann aber auch ein weiches und nachgie  biges, nachträglich zu härtendes     Zellmaterial    auf an  dere Weise herstellen, indem man z. B. ein     iso-          cyanathaltiges        Polyvinylchlorid,    welches weich ist,  verformt und dann unter Zutritt von Feuchtigkeit  erhärtet. Zum Beispiel kann     Zellmaterial    aus<B>60</B>  Teilen     Polyvinylchlorid    und 40 Teilen     Diisocyanat     sowie<B>15</B> Teilen     Azoisobuttersäuredinitril    auf an sich  bekannte Art hergestellt werden. Hierbei wirkt das       Phenyldilsocyanat    auf das     Polyvinylchlorid    wie ein  Weichmacher.

   Nach diesem Verfahren hergestellte       Zellmaterialplatten    sind zunächst weich und lassen  sich daher bequem und ohne Schwierigkeiten ver  formen.  



  Durch den Zutritt der Feuchtigkeit der Luft er  härten solche Platten im Zeitraum von wenigen  Tagen. Man kann nun derartige Platten beschleunigt      zur Aushärtung bringen, indem die Feuchtigkeits  zufuhr bei Normaltemperatur erhöht wird. Hierzu  genügt z. B. das Anfeuchten einer oder beider Seiten  einer solchen     Zellmaterialplatte    mit Wasser. Man kann  aber auch eine feuchte Gewebeschicht nach der Ver  formung aufbringen oder als Zwischenlage zwischen       Zellmaterialschicht    und Form verwenden. Die Här  tung solcher     Polyvinylchlorid-Phenyldiisocyanat-        Zell-          materialplatten    erfolgt dann bereits in etwa 12 Stun  den.  



  Jeder chemische Stoff, der geeignet ist, eine vor  übergehende Erweichung des     Zellmaterials    herbei  zuführen, oder ein Härtung eines weich hergestellten       Zellmaterials    zu bewirken, kann für die     Herbei-          führung    seiner     Verformbarkeit    verwendet werden.  



  Da die zur Verformung der     Zellkörperplatten    auf  zuwendenden Drucke sehr gering sind und höchstens  200, vorzugsweise<B>10</B>     bis        100        g/CM2    betragen, kann  die zur Formgebung anzuwendende Form im Ver  hältnis zu ihrer Grösse sehr leicht gehalten sein und  z. B. aus Gips, Holz, Blech, verstärkten Kunstharzen  und dergleichen bestehen. Bevorzugt wird eine Form,  die gleich dem herzustellenden Bauteil mit einem     Zell-          g          materialkern    ausgebildet ist. Als Formteil kann sowohl  eine     Patrize    als auch eine Matrize Verwendung finden.

    Die eigentliche Verformung der     Zellmaterialplatte     kann nach vorangegangener thermischer oder     che-          misc    er Erweichung des Materials durch einfaches  Auflegen auf die gewünschte Form erfolgen. Es ist  nur notwendig,     dass    das der Form     angepasste        Zell-          material   <B>-</B> en diese gehalten wird, bis seine     Erhär-          tun(T    oder Wiedererhärtung stattgefunden hat.  



  Sollte bei Herstellung grosser Bauteile und Ver  wendung von Platten grösseren Ausmasses eine Auf  wärmung des Materials z. B. im Wärmeschrank oder  mit     Infrarotlampen    Schwierigkeiten bereiten, können  die harten Platten z. B. mit Hilfe warmer Sandsäcke  in die Form eingelegt und angedrückt werden. Vor  zugsweise werden die so verwendeten Sandsäcke nach  erfolgter     Durchwärmung    des     Zellmaterials,    z. B. nach  <B>10</B> bis<B>15</B> Minuten, durch kalte Säcke ersetzt, um eine  schnellere Erhärtung herbeizuführen. Der Vorteil  dieses Verfahrens liegt nicht nur in der Einfachheit  und Billigkeit der dazu notwendigen Ausrüstung' son  dern es gestattet innerhalb eines Bauteiles unter  schiedliche Belastungen auszuüben.

   Je stärker die  Platten     verwölbt    werden, desto grösser ist auch ihr       Rückstellbestreben    und, damit die Spannung, mit der  die     Zellmaterialplatten    gegen die Form gehalten  werden müssen.  



  Bei der Verwendung von     Zellmaterial,    welches  mit Hilfe von Lösungsmitteln weich und nachgiebig  gestaltet wird, ist darauf zu achten,     dass    nach seiner  Verformung das Verdunsten des leichtflüchtigen  Stoffes an allen Stellen gewährleistet ist, z. B. durch  Einlegen poröser Schichten, wie Filz u. a., zwischen  Form und     Zellmaterialkern.    Die Verdunstungszeit  richtet sich nach Raumtemperatur und Luftbewegung  sowie nach Stärke der Platten und     lässt    sich z. B. in  <B>6</B> bis<B>36</B> Stunden erreichen.

      Der gemäss den obigen Angaben vorgefertigte       Zellkörperkern    wird dann mit den Deckschichten z.     B.     aus selbsthärtendem Kunstharz, das     vorteilhafter-          weise    zur Erhöhung der Festigkeit mit     Glasfaser-          material    oder einem anderen geeigneten Material ver  stärkt ist,     versehen"wobei    darauf zu achten ist,     dasseine     festhaftende Verbindung zwischen     Zellmaterialkern          und        Deckschichten        erfolg        gt.     



  Man kann eine einzige oder gegebenenfalls mehrere       Zellkörperplatten    in der genannten Weise verarbei  ten. Zur Herstellung grosser Bauteile wird man zweck  mässig mehrere Platten verformen, die z. B. vor oder  während dem Auftragen der Deckschichten miteinan  der zu einem einzigen Stück verklebt werden.  



  Die zur Herstellung der äusseren Deckschichten  verwendeten selbsthärtenden Kunstharze bestehen  vorzugsweise aus Lösungen von ungesättigten Poly  estern mit einer Vernetzungskomponente. Die ver  schiedensten Polyester können verwendet werden. Der  Polyester kann z. B. auf der Basis von     Maleinsäure     und Glykolen aufgebaut sein, wobei als Vernetzungs  komponente     Styrol    hinzugegeben wird, das zugleich  das Lösungsmittel ist. Es können aber auch selbst  härtende Harze auf der Grundlage von     Isocyanaten,          Harnstoff    oder     Melamin    in Betracht kommen.  



  Die Einlagen zur Erhöhung der Festigkeit in den  Deckschichten können aus allen an sich bekannten  Zwischenschichten bestehen, wie z. B. Glasfasern,  Textilgewebe, Kunststoffolien, Metallgeflecht u. a. m.  



  Zur Herstellung eines Bootskörpers wird von  einer konkaven     Negativfonn   <B>1</B> ausgegangen, wie sie  in     Fig.   <B>1</B> dargestellt ist. Diese Form kann aus jedem  geeigneten Material sein, z. B. Holz, Kunststoff,     Zell-          material,    und auf jede geeignete Art hergestellt wer  den. Zweckmässig kann sie aus Verbundmaterial nach  dem erfindungsgemässen Verfahren hergestellt sein,  ähnlich wie der vorliegende Bootskörper. Die Innen  fläche     muss    glatt sein.  



  Auf der Innenseite der Negativform wird ein  Trennmittel, z. B. eine     Polyvinylalkohollösung,    auf  getragen und dann getrocknet. Es folgt ein Polyester  anstrich und auf diesen eine     Glasfaserschicht,    die mit  Polyesterlösung getränkt und dann getrocknet wird.  Man kann diese Prozedur mehrmals wiederholen  und auf diese Art ein     Schichtengebilde    herstellen, das  aus mehreren Schichten von Polyester und Glasfasern  besteht.  



  Auf das so hergestellte, sich in der     Negativforin     befindende     Schichtengebilde    wird eine dünne Lage  Filz oder ein anderes poröses geeignetes Material  aufgelegt.  



  Nun werden möglichst grosse     Zellkörperplatten   <B>3</B>  aus     Polyvinylchlorid    mit einem     spez.    Gewicht von  etwa<B>0,1</B> in einem geschlossenen Raum einer Atmo  sphäre von<B>15</B>     1/o        Acetondämpfen    ausgesetzt, bis sie  genügend erweicht sind. Die so erweichten Platten  werden in die     Negativforin    auf die Filzschicht  gelegt, der Form gut     angepasst,    und um die  Platten genau den Konturen der Form entspre-           chend    festzuhalten, durch Sandsäcke beschwert.

   Durch  Verdampfen des Lösungsmittels, sei es nach der inne  ren Seite gegen die Sandsäcke, sei es durch die Filz  schicht, wird nach etwa 24 Stunden bei einer Aussen  temperatur von 20 bis     2511    die verformte     Zellkörper-          platte    wieder hart. Sie hat die gewünschte Form.  



  Die Sandsäcke werden entfernt und die einzelnen  geformten Platten, die den     Zellkörperkern    bilden, von  der Form abgehoben. Nun wird auch der Filz aus der  Form entfernt und das Polyestergebilde in der Form  und die Kernstücke mit Polyester bestrichen. Die  Platten werden dann wieder auf das Polyestergebilde       in        der        Form        g        .>elegt        und        durch        Klebung        mit        der        Un-          terschicht    und miteinander zu einem einheitlichen  Ganzen verbunden.

   Die     Klebung    kann beispielsweise  <B>g</B>  mit Polyesterharz erfolgen, das in etwa     pastenförmiger     Konsistenz geeignet ist, eventuell noch vorhandene  Zwischenräume zwischen den Platten auszufüllen.  



  Nun wird auf die geformten Platten<B>3</B> inwendig  wieder eine Polyesterschicht und dann eine     Glasfaser-          schicht    angebracht und diese wieder mit einer Poly  esterschicht getränkt und dann getrocknet. Auf die ge  bildete     Polyesterglasfaserschicht    4 können eventuell  mehrere solche Schichten aufgetragen werden.  



  Nach dem vollständigen Trocknen ist nun der Boots  körper fertig und wird aus der Negativform herausge  nommen.     Fig,   <B>3</B> zeigt den hergestellten Bootskörper<B>im</B>  Schnitt, wie er z. B. für ein Segelboot geeignet ist.<B>1</B> ist  der Bootskörper, 2 eine darauf angebrachte Deckschale  aus dem gleichen Material wie der Bootsrumpf. Die  ausgehärtete Deckschale wird mit dem Bootsrumpf  zusammengebracht und beide Teile durch     Klebung     und     evtl.    mit     Glasfaserverstärkung,    der     Zusammen-          setzstellen    zum fertigen Boot verbunden. An diesem  Bootskörper kann man auf bekannte Art Teile aus  anderen Werkstoffen, wie Holz oder Metall, anbrin  gen, z.

   B. durch Montieren von Armaturen, Schwert  kasten, Masten, Bänke     usw.     



  Zur Herstellung der Negativform<B>1</B> in gleicher  Weise wie den oben geschilderten Bootskörper kann  man eine Lehre<B>1</B>     (Fig.    4), z. B. ein     Holzbootmodell     verwenden, welches in der Form und Grösse genau  dem herzustellenden Bootskörper entspricht. Das po  lierte Modell wird mit einer     Polyvinylalkoholschicht     bestrichen und getrocknet. Hernach wird eine ein  fache     Glasfaserpolyesterschicht    gebildet, welche im  steifen, angetrockneten, aber noch nicht gehärteten  Zustand vom Modell abgehoben wird. Das Modell  wird nun mit Talkum bestrichen und die gebildete       Glasfaserpolyesterschicht    wieder aufgelegt. Das wei  tere Verfahren entspricht dem bereits angeführten.

    Die so erhaltene Negativform kann für den Bau einer  ganzen Serie von Bootskörpern verwendet werden.  



  Man kann die Negativform gegebenenfalls mehr  teilig     zusammensetzbar    und     auseinandernehmbar        ge-          ,stalten.    Es ist durchaus möglich,     dass    auf diese ein  fache Weise auch sehr kompliziert geformte Teile  oder andere Gegenstände hergestellt werden können.  



  Sofern grosse Serien eines und desselben Gegen  standes aus einer solchen Form hergestellt werden    sollen, können diese auch durch Spritzverfahren auf  zubringende Metallschichten oberflächlich vergütet  werden.  



  Es können auch, wenn dies z. B. durch<B>Ab-</B>  messungen oder die Formgestaltung erwünscht wäre,  einzelne Teile eines vollständigen Bootes in der glei  chen Weise wie beschrieben hergestellt und nach  träglich durch     Verklebung    mit anderen Teilen oder  dem Rumpf verbunden werden.  



  Dazu werden in die konkave Negativform mög  lichst grosse     Zellkörperplatten    aus     Polyvinylchlorid     mit einem     spez.    Gewicht von etwa<B>0,08</B>     g/cm-'    in  einer Stärke von 20 mm     eingepasst    und mit auf etwa  <B>50</B> bis     6011   <B>C</B> angewärmten Sandsäcken gegen die  Form angedrückt. Nach etwa<B>10</B> bis<B>15</B> Minuten wer  den die Sandsäcke herausgenommen und durch kalte  Säcke ersetzt.  



  Nach Auskühlen der einzelnen geformten eigen  steifen Platten (Formkörper) werden die Sandsäcke  entfernt und die Stosskanten der Platten mit einem  mit     Polyester    getränkten Gewebestreifen überdeckt.  



  Auf diesen eigensteifen     Zellkörperplatten    wird  inwendig eine Polyesterschicht aufgetragen und aus  härten gelassen. Nach Abschleifen     evtl.    Unebenheiten  wird eine     Glasfaserschicht    eingelegt und diese mit  Polyesterlösung getränkt. Die auf den     Zellkörper-          platten    aufgebrachte Grundierung mit Polyesterharz  gewährleistet eine bessere Verbindung von     Zell-          material    und Deckschicht. Auf die gebildete     Polyester-          glasfaserschicht    können     evtl.    mehrere solcher Schich  ten aufgetragen werden.

   Nach dem Trocknen befindet  sich in der     Negativforin    die fertige Schale des Boots  körpers.  



  Soll der Bootskörper einen geraden Spiegel er  halten, wird dieser vorgefertigt. Vorteilhaft wird zwi  schen zwei     Zellkörperplatten    ein etwa<B>10</B> cm breites  Holzbrett gleicher Dicke     angepasst    und die drei Teile  durch überziehen mit Glasgewebe und Polyester zu  einer     einstückigen    Platte verbunden. In das einge  brachte Holz werden später die Ruderträger ver  schraubt.  



  Der Spiegel wird nun in die gebildete Schale ein  gesetzt. Die     Verklebung    von Spiegel und Schale er  folgt ebenfalls mit Polyesterlösung, wobei die Stoss  kanten     evtl.    noch mit einem     Glasgewebestreifen    über  deckt werden können und, wie es beim Bootsbau  üblich, auch ein     sogenanntes    Spiegelknie eingesetzt  werden kann. Nun wird auf die Schale das auf gleiche  Weise vorgefertigte Deck aufgesetzt und mit Polyester  fest mit der Schale verklebt.  



  Nach     evtL    Anbringen von Schwertkasten und  anderen Einbauten ist nun der Bootskörper bis auf  die äussere Deckschicht fertig. Er wird aus der Ne  gativform herausgenommen und auf der Aussenseite,  wie beschrieben, mit der Deckschicht versehen, wo  bei die Stosskanten zwischen Schale, Deck und Spiegel  überdeckt werden. Nach Abschleifen der Unebenhei  ten kann eine letzte, vorzugsweise mit Kaolin ge  füllte Polyesterschicht aufgespritzt werden.

Claims (1)

  1. <B>PATENTANSPRUCH</B> Verfahren zur Herstellung von Gegenständen aus Schichtstoffen, welche aus einem Zellkörperkern aus thermoplastischen Kunststoffen und Deckschichten aus selbsthärtendem Kunstharz bestehen, dadurch ge kennzeichnet, dass der Zellkörperkern, der aus min destens einer Polyvinylchlorid enthaltenden Zellkörper- platte mit geschlossenen gas.,gefüllten Zellen besteht, für sich zu einem Formkörper verformt wird,
    indem man ihn in erweichtem Zustand unter einem Druck von höchstens 200 a/CM2 unter Erhaltun- der Zellstruk- tur der Gestalt des herzustellenden Gegenstandes an- passt, darauf härtet, und dass man dann den so her gestellten Formkörper mit den Deckschichten zu einem einzigen, fest zusammengefügten Stück ver arbeitet. <B>UNTERANSPRÜCHE</B> <B>1.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man die Zellkörperplatte durch Erwärmen erweicht und dann warm verformt. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch<B>1,</B> dadurch gekennzeichnet, dass man die Erwärmuna und Verformung bei solchen Tempera turen durchführt, bei denen das Material elastisch biegsam, aber noch nicht weich und lappig ist. <B>3.</B> Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch<B>1,</B> dadurch gekennzeichnet, dass man die Zellkörperplatte auf eine Form legt und durch Auf legen warmer Beschwerungskörper erwärmt und ver formt. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch<B>3,</B> dadurch gekennzeichnet, dass nach er folgter Durchwärmung der Platten die warmen Säcke durch kalte Beschwerungskörper ersetzt werden. <B>5.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Zellkörperplatte mittels eines leicht flüchtigen Mittels in den erweichten Zustand gebracht, dann verformt und durch Verdampfen des Lösungsmittels wieder versteift wird.
    <B>6.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man weiche Zellkörperplatten aus isocyanathaltigem Polyvinylchlorid verfonnt und dann nach Verformung durch Zutritt von Feuchtigkeit erhärtet. <B>7.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man mehrere Zellkörperplatten in erweichtem Zustand der Gestalt der herzustellenden Gegenstände anpasst und miteinander verbindet.
    <B>8.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Verklebung von Kein und Deck schichten mit härtenden Kunstharzen erfolgt. <B>9.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Deckschichten Einlagen zur Erhöhung der Festigkeit besitzen. <B>10.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Zellkörperkern mindestens teil weise aus Polyvinylchlorid besteht.
    <B>11.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man eine Zellkörperplatte verwen det, die von ihren Aussenhäuten mindestens teilweise befreit ist. 12. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man Zellkörperplatten verwendet, deren Aussenhäute mit einer Profilierung versehen sind. <B>13.</B> Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Herstellung der Gegenstände mit Hilfe einer Form erfolgt, deren Fertigung in glei- eher Weise wie die Gegenstände selbst und aus dem gleichen Material erfolgt ist.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
FR2579165A1 (fr) * 1985-03-25 1986-09-26 Michel Pierre Pere Poutre longitudinale de raidissement avec banc notamment pour embarcations

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FR2579165A1 (fr) * 1985-03-25 1986-09-26 Michel Pierre Pere Poutre longitudinale de raidissement avec banc notamment pour embarcations

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