Kondensatableiter Gegenstand der Erfindung ist ein Kondensat ableiter, bei welchem der Abfluss des Kondensats mit Hilfe temperaturabhängiger Steuerorgane geregelt wird. Diese Steuerorgane sind z. B. gas- oder flüs sigkeitsgefüllte Druckdosen oder Bimetallelemente, die je nach der Temperatur eines sie umgebenden oder beeinflussenden Mediums eine mehr oder weniger starke Ausbiegung oder Ausdehnung er fahren, wodurch sie Regelorgane beeinflussen.
Kondensatableiter üblicher Bauart weisen einen Behälter auf, in dem sich das anfallende Kondensat sammeln kann und aus dem es abgelassen wird, wenn es eine gewisse Höhe im Sammelbehälter er reicht hat. Zur Steuerung des Abflusses, dienen so wohl Schwimmer als auch Bimetallelemente, die im Innenraum des Kondensatsammelbehälters und damit im Kondensatstrom angeordnet sind. Er fahrungsgemäss funktionieren die bekannten Steuer organe der Kondensatableiter, insbesondere bei kleineren Baugrössen, schlecht oder überhaupt nicht, was je nach der Ausführungsform die verschieden sten Ursachen haben kann.
Zumeist zeigt sich, dass wegen des oft nicht oder nur sehr geringen Temperaturunterschiedes zwischen dem Kondensat und dem nachströmenden Dampf bzw. wegen des im Sammelraum vorhandenen Brü- dendampfes das temperaturabhängige Steuerglied die Abflussleitung für das Kondensat entweder ständig geöffnet hält, wodurch das anfallende Kondensat nicht mehr bis zum Erreichen eines gewissen Pegel standes gesammelt, sondern sofort abgeführt wird, und Dampf in unerwünschter Weise nachströmt, oder während längerer Zeit geschlossen hält, wodurch ein Rückstau des Kondensats in der Kondensat- zuflussleitung erfolgt, der gleichfalls vermieden werden muss.
Die Einstellung des Bimetallelementes muss stets sehr genau erfolgen, um die Kondensat- ableitung in optimaler Weise steuern zu können. Da aber eine bestimmte Einstellung jeweils nur für einen bestimmten Betriebszustand gilt, ergibt sich bei dessen Änderung sofort und automatisch eine Fehl steuerung des Kondensatabflusses.
Ein ideall arbeitender Kondensatableiter sollte folgende Aufgaben möglichst weitgehend erfüllen: Der Kondensatableiter muss in dem durch einen Minimal- und Maximaldruck definierten Arbeits bereich, für den er ausgelegt ist, das anfallende Kon densat automatisch und möglichst verzögerungsfrei ableiten, da verzögert abgeleitetes Kondensat uner wünschte und zum Teil ausserordentlich unangenehme Folgen haben kann, wie z. B. eine Verringerung der Heizfläche in Wärmeaustauschern, betriebsgefähr dende Wasserschläge, starken Armaturenverschleiss usw.
Der Kondensatableiter muss weiterhin Luft und Gase automatisch und verzögerungsfrei ableiten, um ebenfalls Schäden der genannten Art zu ver meiden. Auch soll ein guter Kondensatableiter wirt schaftlich arbeiten, das heisst, dass bei seinem Be trieb Dampfverluste mit Sicherheit vermieden wer den, sowie bei jedem Betriebszustand in gleicher Weise voll funktionsfähig, das heisst so ausgelegt sein, dass das anfallende Kondensat schon bei Inbe triebnahme einer Anlage in vollem Umfange ab- geführt wird, da dabei der Kondensatanfall bekann- terweise ein Vielfaches desjenigen bei Normalbetrieb beträgt.
Weiterhin ist von einem Kondensatableiter im Hinblick auf seine Betriebssicherheit zu fordern, dass, abgesehen von der Leistung, die Arbeitsweise und Betriebssicherheit unabhängig von den Zustands grössen auf der Sekundärseite sind. Die volle Funk tionsfähigkeit muss aber auch bei einem Konden- satrückstau auf der Sekundärseite erhalten bleiben. Von wesentlicher Bedeutung ist fernerhin, dass die Absperr- und Steuerorgane so ausgebildet sind, dass selbst gröbere Verschmutzungen keinen dauern den Betriebsausfall des Kondensatableiters zur Folge haben. Schliesslich ist zu fordern, dass die An triebskräfte für das Absperrorgan bzw.
Regelorgan für den Kondensatabfluss im Verhältnis zu den er forderlichen Betätigungskräften wirklich gross sind, damit eine einwandfreie Absperrung erfolgt.
Im Hinblick auf die Wirtschaftlichkeit eines Kondensatableiters ist es wünschenswert, dass dieser möglichst kleine Abmessungen bei grosser Leistung und eine einheitliche Grösse für möglichst grosse Druck- und Leistungsbereiche sowie eine einfache Konstruktion aufweist, um die Störungsanfälligkeit von vornherein auf ein Mindestmass herabzusetzen und damit eine Wartung überhaupt oder weitgehend entbehrlich zu machen. Die Montage der Kondensat ableiter soll in einfacher Weise möglich sein, so dass die Kosten im Verhältnis zum Gebrauchswert mög lichst niedrig sind.
Es sind zwar auch bereits solche Kondensat ableiter bekanntgeworden, bei denen das den Abfluss steuernde temperaturabhängige Organ in einem Kon- densatnebenstrom angeordnet ist, doch sind bei diesen Geräten die Verhältnisse in keiner Weise an ders als bei den zuvor erwähnten Typen von Kon- densatableitern.
Um die aufgezeigten Mängel von vornherein zu vermeiden, wird gemäss der Erfindung vorgeschla gen, eine mit einer Hauptkammer des Kondensat ableiters für die Aufnahme und den Durchfluss des Kondensats verbundene, ausserhalb des Kondensat hauptstromes durch den Kondensatableiter liegende Nebenkammer vorzusehen, in der das Kondensat, sofern die Nebenkammer im Betrieb mit Konden sat gefüllt ist, eine niedrigere Temperatur annimmt als in der Hauptkammer, und die Steuerung des Kondensatabflusses so zu disponieren, dass sie in Abhängigkeit von der Temperaturdifferenz des In halts der beiden Kammern bzw. von der Tempera tur des Inhalts der Nebenkammer erfolgt.
In der Zeichnung ist der Gegenstand der Erfin dung an Hand mehrerer Ausführungsbeispiele näher dargestellt, die nachstehend im einzelnen be schrieben sind. Es zeigen: Fig. 1 einen Schnitt durch einen Kondensat ableiter, mit einem in einer Nebenkammer angeord neten Bimetallelement als temperaturabhängigem Steuerorgan, Fig.2 einen Schnitt durch das den Kondensat abfluss des Kondensatableiters nach Fig. 1 regelnde Absperrventil, Fig. 3 eine Variante des Entlastungskolbens des Absperrventils nach Fig.2 mit Abdeckung,
Fig.4 einen Schnitt durch das Verbindungsele ment zwischen dem Bimetallelement und dem Ventil körper des Absperrventils nach Fig. 2, Fig. 5 eine weitere Aufhängungsmöglichkeit des Bimetallelementes in der Nebenkammer, Fig.6 einen Schnitt durch eine zweite Ausfüh rungsform des Kondensatableiters, bei dem sowohl in der Haupt- als auch in der Nebenkammer je ein einen Absperrschieber steuerndes, temperaturab hängiges Organ angeordnet ist,
Fig. 7 ein anderes Ausführungsbeispiel des Kon- densatableiters, bei dem in der Hauptkammer eine den Abfluss steuernde Schwimmer- und Ventilvor richtung vorgesehen ist und die das Ventil in der Kondensatabflussleitung steuernde Nebenkammer, mit einer gas- oder flüssigkeitsgefüllten Druckdose als temperaturabhängigem Steuerorgan versehen, etwas ausserhalb der Hauptkammer angeordnet ist, Fig. 8 ein weiteres Ausführungsbeispiel des Kon- densatableiters, bei dem dieser mit einer selbsttäti gen,
in Abhängigkeit von der Druck- und Strömungs verhältnissen arbeitende Ventilvorrichtung und mit einer Nebenkammer ausgerüstet ist, die mit der Hauptkammer des Kondensatableiters vor der Ventil vorrichtung verbunden ist.
Fig. 1 lässt den grundsätzlichen Aufbau des erfin dungsgemässen Kondensatableiters erkennen. An das die Hauptkammer 1 enthaltende Gehäuse 2 ist ein Gehäuse 3 angeflanscht, in der sich die Nebenkam mer 4 befindet. Das Gehäuse 3 der Nebenkammer 4 ist aussen mit Kühlrippen 5 besetzt. Die Nebenkam mer 4 steht mit der Hauptkammer 1 durch die Ka näle 6 und 7 in Verbindung. Im untern Teil des Hauptkammergehäuses 2 befindet sich das den Kon- densatabfluss steuernde Ventil B.
Es besteht aus dem Ventilkegel 9, an dem der Entlastungskolben 10 sitzt und an dem die Verbindungsstange 11 angreift, die mit ihrem Ende 12 mit dem Bimetallelement 13 in der Nebenkammer 4 gelenkig verbunden ist. Die Hauptkammer 1 ist über den Kanal 14, in den der Entlastungskolben 10 hineinragt, mit dem Raum 15 vor dem Ventilkegel 9 verbunden. Beim Öffnen des Ventils 8 strömt das Kondensat durch die Kanäle 16, die den Kanal 14 umgeben, und den Austrittsstutzen 17 ab.
Das Bimetallelement 13 als temperaturabhängiges Steuerorgan befindet sich in der Nebenkammer 4 und liegt damit ausserhalb des Durchflusses des Kon densats durch den Kondensatableiter, so dass das ständig letzterem zuströmende Kondensat keinen Ein fluss auf die Abflussregelung ausüben kann.
Das anfallende, durch die Leitung la eintretende Kondensat wird in der Hauptkammer 1 des Konden- satableiters gesammelt und zum Teil in die Neben kammer 4 übergeleitet; die dampfförmige Phase kann gleichzeitig auch den obern Raum oberhalb der Flüssigkeit in der Nebenkammer 4 durch den Kanal 7 in Verbindung mit der Hauptkammer 1 ausfüllen. Damit die Wandung und dadurch der Kondensat inhalt der Nebenkammer 4 sich möglichst schnell abkühlt, sind aussen an dem Gehäuse 3 die Kühl rippen 5 angeordnet; es ist aber auch möglich, eine Flüssigkeitskühlvorrichtung oder dergleichen vorzu sehen.
Wenn nun die Flüssigkeit in der Nebenkammer 4 eine solche Höhe erreicht hat, dass weder Kondensat noch ggf. Dampf in sie einströmen kann, so wird sich der Inhalt der Nebenkammer 4 durch deren be sondere Ausbildung rasch abkühlen, wodurch eine Temperaturdifferenz gegenüber dem Inhalt der Hauptkammer 1 auftritt.
Durch das in der Neben kammer 4 angeordnete, temperaturabhängige Steuer organ, nämlich das Bimetallelement 13, wird dann das Ventil 8 beeinflusst, das den Kondensatabfluss- kanal 16 öffnet, wodurch der Flüssigkeitsspiegel in den beiden Kammern 1 und 4 sinkt, und zwar so lange, bis der in die Nebenkammer 4 einströmende Dampf die Temperatur in dieser erhöht, wodurch mittels des Bimetallelementes 13 der Kondensat abfluss wieder unterbrochen wird. Dadurch steigt der Flüssigkeitsspiegel in den beiden Kammern an und das Spiel wiederholt sich in der beschriebenen Weise.
Anstelle des Bimetallelementes 13 als temperatur abhängiges Steuerorgan können ggf. auch elektrische Wärmefühler, wie Thermoelemente oder dergleichen oder Bimetallschalter oder auch gas- oder flüssig keitsgefüllte Druckdosen vorgesehen sein, die in einem Steuerstromkreis liegend, beispielsweise über ein im Stromkreis befindliches Magnetventil, den Kondensatabfluss regeln.
Um das Ventil in einfacher Weise einregulieren zu können, kann der Entlastungskolben 10 gemäss Fig. 2 in einer axial verschiebbaren Buchse 18 ge führt werden. Die Buchse 18 ist in das Gewinde der die Buchse 18 aufnehmenden Bohrung 20 einge schraubt. In der Wand der Buchse 18 befinden sich Öffnungen 21, durch die das Kondensat in den Ring raum 22 und von dort durch die Abflusskanäle 16 abströmen kann.
Das Gewinde 19 kann aber auch ggf. an dem dem Ventil 8 zugekehrten Ende der Buchse 18 angeordnet sein.
Die Abdeckung des Entlastungskolbens 10 mit tels eines Metallbalges 23 geht aus Fig.3 hervor. Hierdurch wird sowohl jegliche Schmutzablagerung verhindert als auch eine bessere Abdichtung des Kolbens 10 erzielt.
Aus Fig. 4 ist der Aufbau des Verbindungsgliedes zwischen dem Ventilkegel 9 und dem die Bewegung des Bimetallelementes 13 übertragenden Zapfens 24 ersichtlich. In einer Hülse 25 befindet sich eine Druckfeder 26, deren Vorspannung durch den in die Hülse 25 eingeschraubten Kolben 27 eingestellt wer den kann. An dem Kolben 27 befindet sich der den Ventilkegel 9 tragende Schaft 28. Die Feder 26 liegt auf der andern Seite gegen einen in der Hülse 25 verschiebbaren Kolben 29 an, der am Ende eines in der Bohrung 30 der Hülse 25 geführten Schaftes 31 sitzt.
Am Ende des Schaftes 31 befindet sich ein Verbindungsglied 12 für die Aufnahme des Zapfens 24 des Bimetallelementes 13.
Eine zweite Aufhängungsmöglichkeit des Bi metallelementes 13 ergibt sich aus Fig. 5, bei der die obere Fassung 32 um einen Zapfen 33 schwenkbar gelagert ist und die Verlängerung 34 sich gegen die Feder 35 abstützt.
In Fig. 6 ist eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemässen Kondensatableiters dargestellt, der den gleichen grundsätzlichen Aufbau besitzt wie derjenige gemäss Fig. 1. Ein Bimetallelement 36 in der Nebenkammer 37 steuert den Schieber 38, der einen Kanal 39 für den übertritt des Kondensats aus der Hauptkammer 40 in die Nebenkammer 37 und eine Abflussöffnung 41 besitzt.
Über dem Schieber 38 ist ein zweiter Schieber 42 angeordnet, der von einem andern Bimetallelement 43 in der Haupt kammer 40 gesteuert wird und der eine Abfluss- öffnung 44 trägt, in die an der Grenzfläche zwischen den beiden Schiebern 38, 42 ein kleiner Kanal 45 mündet, durch den bei geschlossener öffnung 41 das anfallende, durch die Leitung 40a eintretende Kon densat aus der Hauptkammer 40 in die Nebenkam mer 37 übertreten kann.
Dem Hauptkammerschieber 42 ist ein Schwimmerventil 46 zugeordnet, das bei absinkendem Flüssigkeitsstand in der Hauptkammer 40 mit seinem Ventilkegel 47 die Kondensatabfluss- öffnung 44 verschliesst. Der Schwimmer 46 wird von einem Gitter oder dergleichen 48 geführt, so dass ein sicheres Verschliessen der Abflussöffnung 44 ge währleistet ist. Die beiden Kammern 37 und 40 sind ausserdem noch durch den Dampfüberströmkanal 49 miteinander verbunden. Um zu verhindern, dass Flüssigkeit durch diesen Kanal 49 in die Nebenkam mer 37 strömt, befindet sich unterhalb der Mündung 50 ein Schwimmerventil 51.
Statt dieses Schwimmer ventils 51 kann auch ein feinmaschiges Drahtnetz oder dergleichen vorgesehen sein.
Bei der dargestellten Lage der beiden, den Ab fluss des Kondensats regelnden Schieber 38, 42 ist der untere Schieber 38 durch das Bimetallelement 36 in der Nebenkammer 37 infolge der Abkühlung des Inhaltes der Nebenkammer 37 zurückgezogen, so dass das Kondensat aus den beiden Kammern 40 und 37 durch die Bohrungen bzw. Kanäle 44, 41, 45 und 39 abfliessen kann. Wenn der Ventilkegel 47 die Abflussöffnung 44 eben verschliesst, kann nur noch das Kondensat aus der Nebenkammer 37 wei terhin abfliessen.
Durch den Kanal 49 nachströmen der Dampf verursacht eine Erwärmung in der Kam mer 37 und damit eine verstärkte Ausbiegung des Bimetallelementes 36, wodurch die Abflussöffnung 44 durch den Schieber 38 wieder unten verschlossen wird. Das Kondensat in der Hauptkammer 40 sam melt sich in dieser und, da dann das aufschwimmende Ventil 46 den LUberströmkanal 44 freigibt, auch in der Nebenkammer 37.
Das sich in der Nebenkammer 37 sammelnde Kondensat wird schnell abgekühlt, so dass das Bimetallelement 36 der Nebenkammer 37 durch Zurückziehen des Steuerschiebers 38 den Kon- densatabfluss durch die Bohrungen bzw. Kanäle 44, 41, 45 und 39 wieder freigibt.
Werden die beiden Bimetallelemente 36 und 43 in den beiden Kammern 37 und 40 gleichmässig er- wärmt, so wirken sie gleich stark und in gleichem Sinne auf die mit ihnen gekoppelten Regelorgane.
Bei dieser Ausführungsform des Kondensat ableiters erfolgt also die Regelung des Kondensat abflusses nur in Abhängigkeit von der Temperatur- differenz-in den beiden Kammern 37 und 40, und zwar unabhängig von den absoluten Druck- und Temperaturverhältnissen im Kondensatableiter, wo durch die Einregulierung erheblich erleichtert bzw. überflüssig wird und extreme Betriebsverhältnisse bei hochempfindlicher und betriebssicherer Steuervor richtung beherrscht werden können.
Eine besonders vorteilhafte Ausbildung des erfin dungsgemässen Kondensatableiters geht aus der Fig. 7 hervor. Das Kondensatableitergehäuse 52 enthält eine Hauptkammer 53, in der das anfallende, durch die Leitung 54 eintretende Kondensat gesammelt und aus der dieses dann durch die Austrittsleitung 55 abgeführt wird.
Ausserhalb der Hauptkammer 53 befindet sich eine Nebenkammer 56, deren Zufluss- leitung 57 in den Innenraum der Hauptkammer 53 und deren Abflussleitung 58 in die Kondensatabfluss- leitung 55 der Hauptkammer 53 mündet und deren Gehäuse 59 am Gehäuse 52 der Hauptkammer 53 angeordnet ist. An der Aussenwand 60 des Neben kammergehäuses 59 ist eine gas- oder flüssigkeits gefüllte Druckdose 61 befestigt, die über ein Ge stänge 62 das den Kondensatabfluss steuernde Haupt ventil 63 betätigt.
An der der Nebenkammer 56 zu gekehrten Innenseite der Wand 60, an der aussen die Druckdose 61 angeordnet ist, sind Rippen 64 zur Vergrösserung der innern Wandoberfläche angeord net. Die Abdichtung des Hauptventils 63 erfolgt mit Hilfe eines Faltenbalges 65, um Stopfbüchsen zu ver meiden, die infolge durch sie verursachter Reibung einen grösseren. Kraftaufwand für die Verstellkräfte erfordern würden.
In der Hauptkammer 53 sind die Mündungen der Kondensatabflussleitung 55 und der Kond'ensat- zuflussleitung 57 zur Nebenkammer 56 einander ge genüberliegend angeordnet und werden durch ein Doppelsitzventil 66 mit Hilfe eines Schwimmers 67 niveauabhängig gesteuert. Im obern Bereich der Hauptkammer 53 ist vorteilhafterweise ein Prallblech 68 angeordnet.
Die Wirkungsweise des erfindungsgemässen Kon- densatableiters nach Fig. 7 ist folgende: Bei Inbetriebnahme. des Kondensatableiters ist die Mündung der Kondensathauptabflussleitung 55 zunächst durch das Ventil 66 geschlossen. Zwischen der Primär- und der Sekundärseite kann sich eine Druckdifferenz noch nicht ausbilden, da der in den kalten Kondensatableiter eintretende Dampf sofort kondensiert. Das anfallende Kondensat hebt daher den Schwimmer 67 mit dem Doppelsitzventil 66 an und gibt die Kondensathauptdurchflussleitung 55 frei.
Hat sich die Temperatur im Kondensatableiter der Sattdampftemperatur des vorhandenen Betriebs druckes genähert, so wird die anfallende Kondensat menge kleiner als die abgeführte, das heisst, der Schwimmer 67 mit dem Doppelsitzventil 66 sinkt ab, gibt die Mündung des Kanals 57 zur Nebenkammer 56 frei und schliesst die Kondensathauptdurchfluss- leitung 55.
Das in die Nebenkammer 56 übertretende Restkondensat heizt die Nebenkammerwand 60 und damit das Gas oder die Flüssigkeit in der Druckdose 61 auf, die sich ausdehnt und so die Kondensathaupt- abflussleitung 55 unterhalb des Doppelsitzventils 66 durch das Hauptventil 63 absperrt. Der Wärme inhalt dieses in die Nebenkammer 56 übertretenden Kondensatrestes reicht auch im untern Arbeits bereich bei entsprechend gewählten Verhältnissen hinsichtlich des Wärmeüberganges von der Neben kammer 56 zur Druckdose 61 zur Betätigung des Hauptventils 63 aus. Das Doppelsitzventil 66 bzw.
der Schwimmer 67 werden hierdurch entlastet und steigen bei erneut anfallendem Kondensat wieder nach oben, wodurch der Kanal 57 zur Nebenkammer 56 wiederum geschlossen wird.
Wenn das Doppelsitzventil 66 die Verbindungs leitung 57 abgesperrt hat, sinkt die Temperatur in der Nebenkammer 56 und die Temperatur des Ar beitsmediums der Druckdose 61 schnell ab, wodurch das Hauptventil 63 geöffnet und nachfliessendes heisses Kondensat sofort abgeführt wird. Erreicht der Kondensatspiegel in der Hauptkammer 53 ein be stimmtes unteres Niveau, so verschliesst das Doppel sitzventil 66 wieder die Mündung der Kondensat abflussleitung 55 in der Hauptkammer 53, so dass dann erneut heisses Kondensat durch die Leitung 57 in die Nebenkammer 56 eintritt und ein Schliessen des Hauptventils 63 in der Kondensatabflussleitung 55, wie vorbeschrieben, bewirkt.
Bei entsprechender Temperaturerniedrigung in der Nebenkammer 56 und in der Druckdose 61 wird das Hauptventil 63 wieder in der bereits beschriebenen Weise geöffnet. Sobald der Schwimmer 67 bzw. das Kondensat in der Hauptkammer 53 eine bestimmte Höhe erreicht hat, wird auch die Zuflussleitung 57 zur Nebenkam mer 56 wieder verschlossen, um ein Nachströmen heissen Kondensats in die Nebenkammer 56 zu ver hindern und so zu erreichen, dass das in der Neben kammer 56 befindliche heisse Kondensat unbeeinflusst von nachströmendem Kondensat sich abkühlen kann.
Es ist hierbei nicht notwendig, dass die Kräfte und Wege der Druckdose 61 eine definierte Abhän gigkeit von der Temperatur aufweisen. Besonders zweckmässig ist die Verwendung einer mit einer Flüs sigkeit mit einem geeignet niedrigeren Siedepunkt als Wasser, z. B. mit Alkohol, gefüllten Druckdose, deren Kräfte im Verhältnis zu den am Hauptventil 63 auftretenden Kräften entsprechend gross sein kön nen, so dass bei diesem Kondensatableiter im Ge gensatz zu den bekannten thermisch gesteuerten Kondensatableitern keinerlei Abhängigkeit von der Druckdifferenz zwischen der Primär- und Sekundär seite besteht.
Da Kondensatableiter dieses Typs die Vorteile der bekannten Steuerungen mittels eines Schwimmers oder eines Thermoelementes in sich vereinigen, ohne deren Mängel aufzuweisen, erfüllen sie die an einen idealen Kondensatableiter gestellten Anforderungen in vollem Umfange. Sie sind zudem einfach in ihrem konstruktiven Aufbau und somit ohne Schwierigkei ten wirtschaftlich herstellbar.
Ihre besonderen Vorzüge liegen insbesondere in ihrer universellen Verwendbarkeit, da sie unabhängig von der Druckdifferenz zwischen der Primär- und der Sekundärseite des Systems arbeiten und auch keine Abhängigkeit von der Sattdampftemperatur aufweisen.
Eine weitere Ausführungsform des Kondensat ableiters nach der Erfindung ist in Fig. 8 schematisch dargestellt.
Der Kondensatableiter besteht aus einem Ge häuse 69 mit einer Eintrittsöffnung 70 für Dampf und Kondensat und einer Austrittsöffnung 71, die mit der nicht dargestellten Kondensatleitung in Ver bindung steht. Die Hauptkammer 72 des Kondensat ableiters ist über eine Bohrung 73 mit der Kammer 74 verbunden, in welcher sich ein Ventilteller 75 be findet, der aus einer ebenen geschliffenen Platte be steht, und der den Abfluss des Kondensats selbst tätig steuert.
Der Ventilteller kann auf einer eben geschliffenen Fläche 76 je nachdem aufliegen, in deren Mitte die Bohrung 73 mündet und in der sich um die Mün dung der Bohrung 73 herumliegend der Ringkanal 77 befindet, welcher durch die Bohrung 78 mit dem Abflusskanal 71a verbunden ist.
Temperaturgesteuerte Kondensatableiter dieses Typs mit den Teilen 69-78 sind bereits bekannt. Sie arbeiten infolge der unterschiedlichen, sich auf der Ober- und Unterseite des Ventiltellers 75 einstel lenden Druck- und Strömungsverhältnisse infolge Temperaturunterschiede selbsttätig. Der Ventilteller wird so lange auf seine Sitzfläche 76 gepresst, als der in der Ventiltellerkammer 74 oberhalb des Ventiltel lers 75 vorhandene Druck gross genug ist. Wenn der in diesem Raum befindliche Dampf sich abkühlt, sinkt der Druck, so dass infolge eines dann herr schenden höheren Drucks auf der Unterseite des Ventiltellers 75 dieser angehoben wird. Dadurch wird der Weg für das Kondensat frei, so dass es ablaufen kann.
Es hat sich jedoch in der Praxis gezeigt, dass diese Kondensatableiter Mängel aufweisen. Während des Betriebes öffnet der Ventilteller 75 in-verhältnis- mässig kurzen Zeitabständen die Abflussöffnung 78 für das Kondensat, was nicht nur einen Abfluss des angesammelten Kondensats, sondern auch das Ab strömen von Dampf zur Folge hat. Dadurch ent stehen beträchtliche, unnötige Dampfverluste.
Diese ungünstige Arbeitsweise der Kondensat ableiter ist darauf zurückzuführen, dass der in dem Raum oberhalb des Ventiltellers 75 befindliche Dampf zu schnell kondensiert und damit der Druck zu schnell erniedrigt wird. Diesem Mangel wird dadurch abgeholfen, dass, wie die Fig. 8 zeigt, der Kondensatableiter mit einer Nebenkammer 80 ausgerüstet ist, die mit der Haupt kammer 72 über den Verbindungskanal 79 verbun den ist, und die die Aufgabe hat, eine zu rasche Ab kühlung des Dampfes in der Ventiltellerkammer 74 zu verhindern. Solange nämlich Dampf durch den Verbindungskanal 79 in die Nebenkammer 80 strö men kann,
wird die Zwischenwand 81 zwischen der Nebenkammer 80 und der Ventiltellerkammer 74 beheizt und so eine Abkühlung des Dampfes in der Ventiltellerkammer 74 verhindert. Die Zwischen wand 81 kann, wie in Fig. 8 gezeigt, mit deren Ober fläche vergrössernden Rippen 82 besetzt sein.
Bei geschlossenem Ventil, das heisst, wenn der Ventilteller 75 auf die Dichtungsfläche 76 satt auf liegt, und wenn durch die Einströmöffnung 70 Dampf in die Hauptkammer 72 des Kondensatableiters tritt, strömt dieser Dampf ebenfalls durch den Verbin dungskanal 79 in die Nebenkammer 80, wo er den Zwischenboden 81 aufheizt. Dadurch kühlt sich der in der Ventiltellerkammer 74 befindliche Dampf kaum noch oder nur sehr langsam ab.
Mit nach strömendem Kondensat wird die Hauptkammer 72 mehr und mehr mit Kondensat gefüllt, welches dann auch in die Nebenkammer 80 übertritt, wodurch eine Kühlung der Zwischenwand 81 erfolgt, die wie derum eine schnelle Abkühlung des Dampfes in der Ventiltellerkammer 74 zur Folge hat. Nachdem der Druck in der Kammer 74 so weit gesunken ist, dass eine genügend grosse Druckdifferenz zwischen dem Raum 72 und der Kammer 74 besteht, öffnet der Ventilteller 75 die mittlere Bohrung 73, wodurch das Kondensat über den Ringraum 77 und die Bohrung 78 in die Kondensatleitung abfliessen kann.
Ordnet man die Nebenkammer 80 unter der Ventiltellerebene an, so bedarf es keiner besonderen Entlüftung; liegt die Nebenkammer 80 über der Ventilebene (wie in der Fig. 8 dargestellt), so muss man ein übliches Entlüftungsventil vorsehen.
Bei dieser Arbeitsweise wird also vor allem ein unnötiger Dampfverlust vermieden, da das stetige, sich in kurzen Zeitabständen wiederholende Öffnen der Ventilvorrichtung, wenn Dampf oder nur geringe Mengen Kondensat sich in der Zuflussleitung befin den, vermieden wird.
Die Öffnung erfolgt bei dem erfindungsgemäss ausgebildeten Kondensatableiter nur dann, wenn tatsächlich Kondensat in einer be stimmten Menge, die von der Grösse des Sammel- raumes und der Form, Lage und den Kühlverhältnis sen der Nebenkammer abhängig gemacht werden kann, angefallen ist, so dass diese Kondensatableiter erheblich wirtschaftlicher arbeiten als die bekann ten Geräte dieses Types.