CH350006A - Verwendung einer Stahllegierung für Eindampfer - Google Patents
Verwendung einer Stahllegierung für EindampferInfo
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Description
Verwendung einer Stahllegierung für Eindampfer Der Zellstoffindustrie erwächst eine besondere Aufgabe durch das Erfordernis, die Sulfitablauge nicht in Flüsse und Kanäle zu entlassen, sondern in irgend einer Form unschädlich zu machen bzw. zu verwerten. Dies geschieht, indem die Sulfitablauge durch Ein dampfen eingedickt und nach einer gewissen Trock nung unter den Kesseln der Dampferzeugungsanlagen verbrannt wird.
Bei dieser Art der Beseitigung der Sulfitablaugen sind neuerdings unerwartete Schwierigkeiten aufgetre ten, nachdem es in einem gewissen Umfang erforder lich geworden ist, nicht nur Fichten- und Tannenholz, sondern auch Buchenholz zu verarbeiten.
Die Bu- chenholz-Sulfitablauge greift eigenartigerweise in einem nicht zu erwartenden Masse sowohl die Ein dampfer selbst als auch die mit diesen Apparaturen in Verbindung stehenden Zubehörteile wie Ventile, Rohrleitungen und dergleichen so stark an, dass die Anlagen in kürzester Zeit zerstört werden, obwohl zu ihrer Herstellung die in der Zellulose-Industrie übli chen Chrom-Nickelstähle mit etwa 171/o, Chrom, etwa 1219/o Nickel und rund 21/o Molybdän verwen det werden.
Es ist dies vermutlich darauf zurück zuführen, dass das Buchenholz im Gegensatz zu Fich ten- und Tannenholz in sehr viel stärkerem Masse komplexe organische Säuren bildet, die den Stahl zer stören.
Eine Lösung dieses Problems von der legierungs technischen Seite her war bisher nicht möglich, und als einziges Mittel, der Zerstörung zu begegnen, ist lediglich die Neutralisation der Lauge erkannt wor den. Diese wird beispielsweise mit Kalkmilch durch geführt, was aber umständlich und teuer ist, zumal dabei ein stark kalkhaltiger Schlamm anfällt.
Soll das Neutralisieren vermieden werden, so bleibt nach den derzeitigen Feststellungen lediglich die Verwendung von Apparaturen, deren mit der Sulfitablauge in Berührung geratenen Flächen mit ke ramischem Werkstoff oder mit Glas sowie auch Emaille überzogen sind. Abgesehen davon, dass eine solche Massnahme ausserordentlich kostspielig, um ständlich und zeitraubend ist, besteht vornehmlich für die grossen Verdampfer praktisch gar nicht die Möglichkeit, beispielsweise Glas- und Emailleschich ten aufzubrennen, weil hinreichend grosse Öfen nicht zur Verfügung stehen.
Überraschenderweise hat sich nun gezeigt, dass die gestellte Aufgabe, Apparaturen zur Verfügung zu stellen, die auch bei der Eindampfung der Buchenholz- Sulfitablauge standhalten, in einfacher und wenig kost spieliger Weise gelöst werden kann, indem als Werk stoff zu deren Herstellung ein austenitischer Chrom- Nickel-Stahl mit höchstens 0,07 % Kohlenstoff,
20 bis 27% Chrom, 12 bis 27% Nickel und 1,5 bis 3% Molybdän verwendet wird.
Im Eisen können die üblichen Verunreinigungen, wie Mn, P, S sowie Si enthalten sein. Falls Mn in Mengen von nur bis zu 1,5% als Verunreinigung vorhanden ist, so kann man noch so viel zusetzen, d'ass der Mn-Gehalt bis zu 2 %: beträgt.
Die Stähle können, insbesondere wenn sie einen 0,06% übersteigenden Kohlenstoffgehalt aufweisen, mit einem Gehalt an Karbidbildnern, wie Titan, Tantal und Niob, einzeln oder zu mehreren, in einer Menge versehen werden, die den Kohlenstoffgehalt stabil abbindet.
Wird Titan in diesem Sinne verwendet, so kann es zweckmässig sein, es in einer Menge vorzu sehen, die höher ist als erforderlich, um den gesamten Kohlenstoffgehalt abzubinden, aber 2,5 % nicht über- schreiten soll.
Als besonders geeignet hat sich eine Legierung erwiesen mit höchstens 0,06% Kohlenstoff, etwa 25%Chrom, etwa 25% Nickel, etwa 2%, Molybdän, über 0,
3 % Titan und Rest Eisen mit Verunreinigun- gen.
Ein solcher Stahl hält den Beanspruchungen, die in Buchen-Sulfitablaugeverdampfern auftreten, stand. Er ist ferner geeignet für die Herstellung der Zubehör teile solcher Verdampfer wie Armaturen, Rohrleitun gen, Einspritzdüsen und dergleichen, in denen sich die Ablauge mit verhältnismässig grosser Geschwindigkeit bewegt und in welchen ausser mit einem Korrosions angriff auch noch mit einer erodierenden Wirkung zu rechnen ist.
Die zu verwendenden Stähle können, sofern sie titanfrei sind, auch in der Weise abgewandelt werden, dass sie einen Nickelgehalt von 12 bis 20% aufweisen, zusätzlich jedoch mit einem Stickstoffgehalt von 0,1 bis 0,3 % versehen sind. UNTERANSPRÜCHE 1.
Verwendung nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Stahllegierung einen Kohlen stoffgehalt zwischen 0,06 und 0,0711/9 und einen den Kohlenstoffgehalt stabil abbindenden Gehalt an einem Karbidbildner aufweist.
2. Verwendung nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, d'ass die Legierung als Karbidbildner Niob, Tantal oder Titan enthält.
3. Verwendung nach Patentanspruch, dadurch ge- kennzeichnet, dass die Legierung höchstens 2,5 % Ti- tan enthält, aber mehr als zum stabilen Abbinden des Kohlenstoffes erforderlich ist.
4. Verwendung nach Patentanspruch, dadurch ge- kennzeichnet, dass die Legierung höchstens 0,06% Kohlenstoff, etwa 2511/9 Nickel, etwa 2511/o Chrom, etwa 2% Molybdän sowie mindestens 0,3% Titan enthält.
5. Verwendung nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Legierung frei von Titan ist.
6. Verwendung nach Unteranspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Legierung einen Stickstoff- gehalt von 0,1 bis 0,3% und einen Nickelgehalt von 12 bis 20% aufweist.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verwendung einer austenitischen Chrom-Nickel- Stahllegierung mit höchstens 0,07 %, Kohlenstoff, 20 bis 27% Chrom, 12 bis 27% Nickel und 1,5 bis 3% Molybdän als Werkstoff zur Herstellung von Ein- dampfern für Buchenholz-Sulfitablauge.
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