Verfahren zur Herstellung von Pyridoxin
Im Schweizer Patent Nr. 340507 wird ein Verfahren zur Herstellung von Pyridoxin beschrieben, welches Verfahren dadurch gekennzeichnet ist, dass Verbindungen der Formel
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in der Ri Wasserstoff oder eine Acylgruppe bezeichnet, unter oxydierenden Bedingungen mit einem Alkohol der Formel R20H, in welcher R2 einen Alkylrest bedeutet, umgesetzt und die erhaltene Verbindung der Formel
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einer Hydrolyse unterworfen wird, wobei durch Kondensation ein Pyridinring gebildet wird.
Gemäss den in dem oben genannten Patent angegebenen Ausführungsformen dieses Verfahrens kann die Oxydation z. B. elektrolytisch in Gegenwart eines Elektrolyten, beispielsweise Ammoniumbromid, oder auch mittels Chlor oder Brom in einem wässrigen oder wasserfreien Alkohol, zweckmässigerweise Methanol, durchgeführt werden.
Es wurde nun gefunden, dass man nicht nur wie im Patent Nr. 340507 angegeben die Oxydation in einer einen Alkohol enthaltenden Lösung vornehmen kann, sondern auch in einem alkoholfreien Medium.
Das erfindungsgemässe Verfahren zur Herstellung von Pyridoxin, wobei Verbindungen der Formel
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in der Rj, R2 und R3 Wasserstoff oder eine Acylgruppe bezeichnen, oder Salze dieser Verbindungen in alkoholfreiem Medium oxydiert werden und die erhaltene Verbindung einer Hydrolyse in saurem oder neutralem Medium unterworfen wird, wobei durch Kondensation ein Pyridinring gebildet wird, ist dadurch gekennzeichnet, dass die Oxydation mittels eines der folgenden Oxydationsmittel durchgeführt wird : Halogene, z. B. Chlor und Brom ; Halogensäuren und hypohalogenige Säuren und ihre Salze, z. B. unterchlorige Säure und unterbromige Säure und deren Alkali-und Erdalkalimetallsalze, z. B. Natriumchlorat und Natriumhypochlorit ; Wasserstoffperoxyd ; Peroxysäuren und deren Salze, wie z.
B. die Alkali-und Erdalkalimetallsalze und Ammoniumsalze, z. B. Peroxyschwefelsäure (Caro's Säure), Peroxydischwefelsäure und deren Ammoniumsalze ; Persäuren, z. B. Perbenzoesäure und Peressigsäure ; Bichromate und Chromsäure, z. B. Kaliumbichromat, in Gegenwart von Schwefelsäure ; Permanganat, z. B.
Kaliumpermanganat, in Gegenwart von Schwefelsäure ; Salpetersäure ; Stickstoffoxyde.
Wird die Oxydation mit Chlor oder Brom durchgeführt, kann man Pyridoxin direkt ohne vorangehende Isolierung des gebildeten Oxydationsprodukts erhalten, da dieses durch die Gegenwart von Säure und Wasser direkt zu Pyridoxin hydrolysiert wird.
Sowohl aus technischen als auch aus ökono- mischen Gründen hat es sich als am besten erwiesen, die Oxydation mit Wasser als einzigem Lösungsmittel vorzunehmen, insbesondere da das gebildete Oxydationsprodukt in diesem Fall nicht isoliert zu werden braucht, sondern direkt zu Pyridoxin hydrolysiert wird.
Je nach der Oxydationsaktivität des angewandten Oxydationsmittels kann die Temperatur, bei der die Oxydation durchgeführt wird, innerhalb eines weiten Bereichs variiert werden. Man kann also eine Temperatur zwischen ungefahr-80 C und dem Siedepunkt des Reaktionsmediums anwenden. Gemäss der zweckmässigsten Ausführungsform der Erfindung, bei der Wasser als Lösungsmittel Anwendung findet, wird die Oxydation am besten bei einer Temperatur zwischen ungefähr 0 und 100 C durchgefiihrt, vorausgesetzt, dal3 die Oxydation bei Atmosphärendruck stattfindet. Man kann sie aber auch unter Anwendung von Überdruck durchführen, wenn dies erwünscht ist.
Verwendet man Wasserstoffperoxyd als Oxydationsmittel, so wird die Temperatur zweckmässigerweise zwischen 60 und 100 C gehalten, vorzugsweise zwischen 70 und 90 C. Zweckmässig werden die Oxydation und die Hydrolyse unter Rühren durchgeführt.
Die Zeit, die für die erwünschten Reaktionen, das heisst die Oxydation und die Hydrolyse, erforderlich ist, ist sehr verschieden und kann stark variieren, z. B. von einigen Minuten bis ungefähr 75-100 Stunden, in Abhängigkeit von der Temperatur, dem Oxydationsmittel, usw. Die Oxydation wird gewöhnlich ohne Atmosphärenausschluss durchgeführt, aber kann auch unter einem inerten Gas, z. B. Stickstoff, vorgenommen werden, wenn dies erwünscht sein sollte.
Beim Fortschreiten der Reaktion variiert der pH-Wert des Reaktionsmediums zwischen ungefähr 10 und 0 je nach dem angewandten Oxydationsmittel. Das Reaktionsmedium hat vorzugsweise einen pH-Wert zwischen ungefähr 7 und 0, der, falls notwendig, sowohl mittels Mineralsäuren als auch mittels organischer Säuren eingestellt werden kann ; vorzugsweise wird er in solchen Fällen mit Halogenwasserstoffsäuren, z. B.
Salzsäure, oder mit Schwefelsäure auf den gewünsch- ten Wert gebracht.
Die Oxydation kann auch in Gegenwart eines Katalysators, z. B. Ferrosulfat und Vanadinpentoxyd, vorgenommen werden, wodurch die Oxydationsgeschwindigkeit erhöht wird.
Bei der Ausführung des Verfahrens gemäss der vorliegenden Erfindung ist es besonders zweckmässig, Wasserstoffperoxyd als Oxydationsmittel zu verwenden, in welchem Fall Wasser das beste Lösungsmittel ist. Gemäss dieser Ausführungsform kann man vorteilhafterweise das substituierte Aminofuran in Form des entsprechenden Aminhydrochlorids verwenden und die Oxydation in salzsaurem Medium durchführen. Eine besonders gute Pyridoxinausbeute erhält man, wenn die Menge H202, berechnet auf 1 Mol Aminhydrochlorid, zwischen 1 und 3 Mol, vorzugsweise zwischen 2 und 4 Mol, beträgt.
Bei Anwendung eines noch grösseren Uberschusses an Wasserstoffperoxyd hat es sich gezeigt, t, dass auch dieser sich nicht schädlich auf die Ausbeute auswirkt, und ein solcher grosser Überschuss kann daher, wenn erwünscht, zur Anwendung gelangen. Die dem Reaktionsgemisch zugesetzte Menge Salzsäure kann zweck mässigerweise zwischen 0, 5 und 3 Mol pro Mol Aminhydrochlorid variieren. Eine Salzsäuremenge, die die untere angegebene Grenze unterschreitet, gibt eine kleinere Ausbeute, und ein wesentlicher Überschuss an Salzsäure bedingt keine speziellen Vorteile.
Verwendet man als Oxydationsmittel ein Metall- hypochlorit, z. B. Natriumhypochlorit, kann dieses in das Reaktionsgemisch in Form eines Hydrats eingeführt werden, aber zweckmässigerweise wird es in Form einer Lösung, z. B. einer 0, 755n wässrigen Lösung, zugeführt. Diese Konzentration hat beispielsweise das im Handel erhältliche Präparat Clorox .
Das Verhältnis zwischen der Hypochlorit-und Furanmenge ist nicht kritisch und kann so niedrig sein, dass es der stöchiometrischen Menge entspricht, das heisst also ein Molverhältnis von 1 : 1. Meist erhält man aber höhere Ausbeuten, wenn man einen Überschuss an Hypochlorit verwendet, vorzugsweise 1, 2-1, 4 Mol Hypochlorit pro Mol Furan. Um sicherzustellen, dass die Reaktion unter sauren Bedingungen durchgeführt wird, kann man dem Reaktionsgemisch auch eine Säure zusetzen. Hierfür kann man jede beliebige Säure verwenden, aber am zweckmässigsten ist es, eine Mineralsäure, z. B. Salzsäure, zu nehmen. Die Säure kann als solche in Form einer wässrigen Lösung zugeführt werden. Die Säuremenge ist nicht kritisch, aber soll genügend gross sein, um das Reaktionsgemisch während der ganzen Reaktion sauer zu halten.
Wird die Oxydation in Wasser als einzigem Lösungsmittel und mit Chlor (oder Brom) als Oxydationsmittel durchgeführt, verwendet man zweckmässigerweise ungefähr 1 Mol Chlor oder einen geringen Chlorüberschuss pro Mol Aminofuran. Zwar ist die angewandte Chlormenge nicht kritisch, aber es hat sich gezeigt, dass man mit mehr als ungefähr 3 Mol Chlor pro Mol Aminofuran keine besseren Resultate erhält als mit einer Chlormenge von 1 bis 3 Mol. Die Temperatur während der Oxydation kann zwischen ungefähr + 100 C und-5 C variieren ; eine Temperatur zwischen + 300 C und5OC ist zweckmässig.
Nach Zusatz der gewünschten Menge Chlor bei dieser Temperatur versetzt man das Reaktionsgemisch zweckmässigerweise mit Wasser, worauf das Reaktionsgemisch in einem offenen Behälter während kurzer Zeit, z. B. 10-30 Minuten, erhitzt, vorzugsweise gekocht wird. Während der Erhitzung des Reaktionsgemisches wird das Oxydationsprodukt direkt in Pyridoxin umgewandelt.
In den nachstehenden Beispielen sind die Temperaturen in C angegeben.
Beispiele 1-6 2-(a-Aminoäthyl)-3, 4-bis (hydroxymethyl)-furanhydrochlorid wird in wässriger Salzsäure gelöst, worauf die erhaltene Lösung bei Zimmertemperatur mit einer wässerigen Wasserstoffperoxydlösung, die 10, 70/o (Gewicht/Gewicht) H202 enthält, und Wasser versetzt wird. Eine Wärmeentwicklung ist hierbei nicht zu beobachten. Die klare, schwach gelbgefärbte Lösung wird auf 80 C erwärmt, worauf Wasser durch azeotropische Destillation unter Verwendung von Butanol entfernt wird. Nach dem Filtrieren wird der Filterkuchen mit Butanol gespült und im Vakuum getrock net, wobei man Pyridoxin in Form von beinahe weissen Kristallen erhält.
Die bei diesen Versuchen angewandten Bedingungen und die erhaltenen Resultate sind in folgender Tabelle angegeben :
Tabelle 1 I = 2- (a-Aminoäthyl)-3, 4-bis (hydroxymethyl)-furan
II = das entsprechende Hydrochlorid Beispiel 10, 7% iges H202 Erwärmungszeit Ausbeute
Nr.
Beschickung HCL in ml Mol H2O in ml bei 80 C % 1 0, 0492 Mol der Ver-18 ml, 5n 0, 0984 Mol 25 ml 20 Minuten 15 bindung 1
2 1 g der Verbindung II 6 ml, 2n 0, 00964 Mol 11 ml 2 Stunden 62 = 0, 00482 Mol
3 5 g der Verbindung II 30 ml, 2n 0, 0484 Mol 18 ml 1/2 Stunde 36 = 0, 0242 Mol
4 2 Stunden 61
5 4 Stunden 65
6 3, 5 Stunden 67
Beispiele 7-21
Eine Versuchsserie wurde auf die im folgenden angegebene Weise durchgeführt. Die erhaltenen Resultate sind in der nachfolgenden Tabelle 2 angegeben.
Bei diesen Versuchen wurde das Molverhältnis zwischen dem Wasserstoffperoxyd bzw. der Salzsäure und dem verwendeten Aminhydrochlorid variiert.
Ausserdem wurde das totale Volumen des Reaktionsmediums variiert. Die Versuche zeigen, dal3 eine gute Ausbeute an Pyridoxin erhalten wird, wenn die Menge Wasserstoffperoxyd, berechnet auf die angewendete Menge Aminhydrochlorid, zwischen 0, 5 und 6 Mol H202 pro Mol Aminhydrochlorid beträgt. Die beste Ausbeute wird bei Verwendung von ungefähr 2 bis 4 Mol H202 pro Mol Aminhydrochlorid erhalten. Ein wesentlicher tÇberschuss an Wasserstoffperoxyd scheint keinen schädlichen Einfluss auf die Ausbeute zu haben und kann daher angewendet werden, falls dies erwünscht ist.
Aus der Tabelle geht auch hervor, dass die zugesetzte Menge Salzsäure vorzugsweise zwischen 0, 5 und 3 Mol pro Mol Aminhydrochlorid betragen sollte.
Bei kleineren Salzsäuremengen als 0, 5 Mol erhält man eine schlechtere Ausbeute, und ein wesentlicher Überschuss an Salzsäure bedingt offensichtlich keine Vorteile.
Die in Frage stehenden Versuche wurden so durchgeführt, dass das Aminhydrochlorid zuerst in Wasser gelöst wurde, worauf man Salzsäure und Wasserstoffperoxydlösung (0, 175 g/ml) zusetzte. Die Lösung wurde einige Zeit unter kräftigem Umrühren auf 80 C erhitzt, wobei eine Verfärbung der Lösung nicht zu beobachten war. Nach Zusatz von Butanol wurde das Wasser durch azeotropeDestillation entfernt, worauf die Lösung auf ein Volumen von ungefähr 50 ml konzentriert wurde. Das Konzentrat wurde auf 10 C abgekühlt, worauf die gebildete Fällung abfiltriert, mit 10 ml Butanol gewaschen und über Nacht bei 40 C getrocknet wurde. Das Produkt war fast weiss.
Tabelle 2 Beschickung : 5 g (0, 0242 Mol) 2- (a-Aminoäthyl)-3, 4-bis (hydroxymethyl)-furan-hydrochlorid ; die Menge Wasserstoffperoxyd (15%ige wässerige Lösung [Gewicht/Gewicht]) wurde variiert ; die Menge Salzsäure (In) wurde variiert ; Temperatur : 80 C.
Vor der Erhitzung wurden die Komponenten durch Schütteln des Kolbens vermischt.
Beispiel Wasserzusatz bis Zeit Ausbeute
Nr. Mol H2O2 Mol In HCl zum totalen Volumen Studen von ml Stunden %
7 0, 0121 0, 015 60-65 2 3mu 20 8 0, 242 3,5 55
9 0,030 23/4 52
10 0, 0361 0 3, 5 22
11 0091 32 12"0, 0180 33 63 13 65 72 14 130 34
15 7 48 16 0, 0225 60-65 3, 5 71
17 0, 030 67 18 0, 060 57
19 0, 0484 0, 030 67
20 0, 060 0, 0373 63
21 0, 0725 0,
045 85 61 Beispiele 22-33
Noch eine weitere Zahl von Versuchen wurde durchgeführt, wobei die Erhitzungsdauer und die Temperatur variiert wurden. Die bei diesen Versuchen erhaltenen Resultate zeigen, dass die optimale Temperatur bei Verwendung von Wasser als Reaktionsmedium und Wasserstoffperoxyd als Oxydationsmittel zwischen ungefähr 60 und 100 C liegt. Es ist aber zu beachten-was auch aus der Tabelle hervorgeht-dal3 auch niedrigere Temperaturen zur Anwendung gelangen können, insbesondere wenn die Oxydation unter Rühren in Gegenwart eines Katalysators durchgeführt wird. Die Versuche wurden auf dieselbe Weise wie in den Beispielen 7-21 angegeben ausgeführt, und die Ausgangskomponenten wurden durch Schütteln des Kolbens vor der Erhitzung miteinander vermischt.
Die erhaltenen Resultate gehen aus der folgenden Tabelle hervor :
Tabelle 3
5 g (0, 0242 Mol) 2-(α-Aminoäthyl)-3, 4 bis (hydroxymethyl)-furan-hydrochlorid ;
0, 0362 Mol H202 (15 O/o, Gewicht/Gewicht) ;
0, 0225 Mol ln HCl ; 30 ml Wasser.
Beispiel Tempratur Zeit
Ausbeute
Nr. C Stunden
22 22 3, 5 Spuren
23 40 3, 5 Spuren Beispiel Temperatur Zeit
Ausbeute
Nr. C Stunden
24 60 3, 5 15%.
25 60 16 59 /o
26 60 32 650/o
27 60 64 67 /
28 80 3, 5 71 /o
29 100 Vg 57"/.
30 100 2/3 570/a
31 100 1 67 /o
32 100 13/4 67 /o
33 100 3, 5 67%
Wenn die Reaktion ohne Umrühren vonstatten geht, variiert die optimale Zeit mit der Temperatur, so dass bei 60 C ungefähr 3-4 Tage und bei 100 C weniger als eine Stunde erforderlich sind. Die Oxydation mit Wasserstoffperoxyd wird vorzugsweise bei einer Temperatur zwischen 70 und 90 C während un gefähr 1-20 Stunden durchgeführt.
Beispiele 34-40
Bei weiteren Versuchen hat es sich gezeigt, dass die angewandte Menge HCl in gewissem Grade kritisch ist und dal3 die Oxydation bessere Resultate gibt, wenn sie unter Rühren durchgeführt wird. Eine sehr gute Ausbeute kann z. B. erzielt werden, wenn man die Oxydation bei etwa 80 C während etwa 3, 5 Stunden unter Verwendung von ungefähr 0, 5 bis 5 Mol HCl pro Mol Aminhydrochlorid durchführt.
Die bei diesen Versuchen erhaltenen Resultate sind in der folgenden Tabelle angegeben :
Tabelle 4 Beschickung : 5 g (0, 0242 Mol) 2-(α-Aminoäthyl)-3,4-bis(hydroxymethyl)-furan-HCl ; HO und ln oder 2n HCl ; Wasser bis zu einem totalen Volumen von 65 ml.
Die Reaktion wurde bei 80 C unter kräftigem Rühren durchgeführt.
Beispiel H202 HC1 Zeit Ausbeute PU
Nr. Mol Mol Stunden % pH
34 0, 0242 0, 0150 3, 5 40
35 0, 0360 0, 0180 3, 5 75 1, 0
36 0, 0360 0, 0180 3, 5 74
37 0, 0360 0, 0225 3, 5 73 0, 6
38 0, 0360 0, 0225 3, 5 65
39 0, 0360 0, 0360 3, 5 70 0, 3
40 0, 0484 0, 060 3 52
Die oben angegebenen Versuche wurden unter Verwendung des entsprechenden 2- (a-Aminoäthyl)- 3, 4-bis (hydroxymethyl)-furans wiederholt. Genau dasselbe Resultat wurde erhalten, als die Menge der verwendeten Salzsäure um die für die Neutralisation des Diols erforderliche Menge erhöht wurde.
Beispiel 41
5 g (0, 0242 Mol) 2-(a-Aminoäthyl)-3S4-bis- (hydroxymethyl)-furan-hydrochlorid wurden in 35 ml Wasser gelöst. 15 ml 2n Schwefelsäure (0, 015 Mol) und 10, 3 ml (0, 084 Mol) einer Wasserstoffperoxydlösung (0, 159 g H202/ml) wurden zugefügt, und das Gemisch wurde während 3, 5 Stunden bei 80 C erwärmt, ohne dass irgendeine Verfärbung auftrat. Das Reaktionsgemisch wurde dann mit 5n NaOH neutralisiert, und das Wasser wurde durch azeotrope Destillation unter Verwendung von Butanol als Zusatz entfernt. Nach Abfiltrieren der Natriumsulfat-und Natriumchloridfällung wurde die Lösung mit 30 ml In Salzsäure angesäuert und das Wasser azeotrop mit Butanol abdestilliert.
Die Lösung wurde auf ein Volumen von 50 ml konzentriert und abgekühlt, worauf die Fällung abfiltriert und über Nacht bei 40 C getrocknet wurde. Die Ausbeute an Pyridoxin betrug 2, 4 g (49 /o) Das Produkt war gelbbraun und enthielt, wie es sich zeigte, 94, 5 /o Pyridoxin.
Dass man bei Verwendung von Schwefelsäure anstatt von Salzsäure eine kleinere Ausbeute erhält, ist teil- weise auf Verluste während der Isolierung des gebildeten Pyridoxins zurückzuführen.
Beispiel 42
5 g (0, 0242 Mol) 2- (a-Aminoäthyl)-3, 4-bis (hydroxymethyl)-furan-hydrochlorid, 9 ml (0, 0180 Mol) 2n HCl, 7, 3 ml (0, 0360 Mol) Wasserstoffperoxyd, 0, 1 g FeSO4. 7 H20 und 50 ml Wasser werden in einen 200 ml Rundkolben eingeführt. Das Gemisch wird während 20 Stunden bei ungefähr 25 C stehengelassen und zeigt danach mit Kaliumjodidstärke- papier negative Reaktion ; dies beweist, dass alles Wasserstoffperoxyd verbraucht worden ist. Die Lösung wird dann 5 Minuten bei 100 C erhitzt, und das Wasser wird durch azeotrope Destillation mit Butanol im Vakuum entfernt (Destillationstemperatur 35 C). Die entstandene Fällung wird abfiltriert und bei 40 C im Vakuum getrocknet.
Auf diese Weise erhält man 2, 6 g (52 /o) Pyridoxin als eine braungefärbte Substanz mit einem Schmelzpunkt von 207 bis 208 C.
Dieser Versuch zeigt, dass die Oxydationsge- schwindigkeit durch die Verwendung eines Katalysators (FeSO4) gesteigert wird. Wenn die Oxydation bei höherer Temperatur (70-85 C) während 10 Minuten durchgeführt wird, erhält man gleichfalls eine Ausbeute von ungefähr 52 /o.
Beispiel 43
5 g (0, 0242 Mol) 2-(a-Aminoäthyl)-3, 4-bis (hydroxymethyl)-furan-hydrochlorid, 9 ml (0, 018 Mol) 2n HCl, 7, 3 ml Wasserstoffperoxydlösung (0, 0360 Mol H202), 0, 025 g V205 und 50 ml Wasser werden in einen 250 ml Rundkolben eingeführt. Die Temperatur wird unter Rühren während 2 Stunden auf 80 C gehalten, worauf man eine negative Reaktion mit KJ-Stärkepapier erhält. Dies zeigt, dass die ganze Menge des zugesetzten Wasserstoffperoxyds verbraucht worden ist. Nach dem Abfiltrieren wird das Wasser durch azeotrope Destillation mit Butanol entfernt, und die gebildete Fällung wird abfiltriert.
Man erhält auf diese Weise Pyridoxin in einer Ausbeute von 2, 1 g (42 /b). Das Produkt schmilzt bei 205 bis 207 C.
Beispiel 44
5 g (0, 0242 Mol) 2-(a-Aminoäthyl)-3X4-bi (hydroxymethyl)-furan-hydrochlorid, 5, 1 g (0, 048 Mol) NaC103, 0, 025 g V205, 7 ml (0, 035 Mol) 5n HC1 und 50 ml Wasser werden in einen 250 ml Rundkolben eingeführt. Die Temperatur wird während 3 Stunden unter Rühren auf 75 C gehalten. Nach dem Abfiltrieren wird das Wasser durch azeotrope Destillation mit Butanol entfernt, und die entstandene Fällung wird abfiltriert. Auf diese Weise erhält man Pyridoxin in einer Ausbeute von 0, 5 g.
Beispiel 45
5 g (0, 0242 Mol) 2-(a-Aminoäthyl)-3X4-bis- (hydroxymethyl)-furan-hydrochlorid, 22, 5 ml (0, 045 Mol) 2n HCl, 4, 1 g (0, 0182 Mol) Ammoniumpersulfat [(NH4) 2S208] und 40 ml Wasser werden in einen 200 ml Rundkolben eingeführt. Die Temperatur wird während einer halben Stunde auf 80 C gehalten, worauf das Gemisch mit KJ-Stärkepapier negative Reaktion zeigt. Das Wasser wird durch azeotrope Destillation mit Butanol entfernt, und das gebildete Pyridoxin wird wie im vorigen Beispiel isoliert. Man erhält 2, 34 g, entsprechend 47 /o der theoretischen Ausbeute.
Beispiel 46
15, 2 ml einer HSOg-Lösung werden auf an und für sich bekannte Weise hergestellt ; diese Menge, die 0, 41 g (0, 0036 Mol) H2SO5 enthält, wird auf-15 C abgekühlt, worauf die Lösung mit 0, 5 g (0, 00242 Mol) 2- (a-Aminoäthyl)-3, 4-bis (hydroxymethyl)-furanhydrochlorid und 0, 9 ml (0, 0018 Mol) 2n HCl versetzt wird. Die Lösung wird während 20 Stunden auf -15 C gehalten, wonach man durch die Lösung zwecks Entfernung von Chlor wahrend 30 Minuten Luft hindurchströmen lässt. Dann wird die Lösung während 20 Minuten auf dem Dampfbad erhitzt, und das gebildete Pyridoxin wird auf die oben angegebene Weise isoliert. Ausbeute : 0, 02 g.
Beispiel 47
0, 5 g (0, 00242 Mol) 2- (a-Aminoäthyl)-3, 4bis (hydroxymethyl)-furan-hydrochlorid, 0, 9 ml (0, 0018 Mol) 2n HCl und 54 ml C6H5COOOH- Lösung (hergestellt auf an und für sich bekannte Weise ; die angegebene Menge entspricht 0, 5 g (0, 0036 Mol) C6H5COOOH) werden in einen 200-ml Kolben eingeführt, und man lässt die Lösung 24 Stunden bei + 4 C stehen. Nach dieser Zeit zeigt die Lösung immer noch positive Reaktion mit KJ-Stärke- papier, und Kristalle mit einem Schmelzpunkt von etwa 117 C haben sich abgeschieden (Benzoesäure schmilzt bei 120 C). Man lässt die Lösung noch weitere 24 Stunden bei Zimmertemperatur stehen, worauf sie negative Reaktion mit KJ-Stärkepapier zeigt.
Man erhitzt dann die Lösung während 20 Minuten auf dem Dampfbad und entfernt das Wasser durch azeotrope Destillation mit Butanol. Nach Abtrennung des Salzgemisches wird die Menge Pyridoxin durch die Absorption im ultravioletten Spektrum bestimmt. Ausbeute : 0, 29 g Vitamin B, entsprechend 58 O/o der theoretischen Ausbeute.
Beispiel 48
Ein Gemisch von 2, 5 g (0, 0121 Mol) 2- (a-Amino- äthyl)-3, 4-bis (hydroxymethyl)-furan-hydrochlorid, 4, 5 ml (0, 09 Mol) 2n HCl, 16 ml (0, 0180 Mol) CH3COOOH-Lösung (hergestellt auf an und für sich bekannte Weise und frei von Heu2) und 7 ml Wasser werden in drei gleich grosse Portionen aufgeteilt.
Die erste Portion der Lösung wird 7 Tage bei + 4 C stehengelassen (positive Reaktion mit KJ Stärkepapier). Nachdem man sie während weiterer 6 Tage bei Zimmertemperatur aufbewahrt hat, erhält man negative Reaktion mit KJ-Stärkepapier. Die Losung wird während 20 Minuten auf dem Dampfbad erhitzt, worauf das Wasser durch azeotrope Destillation mit Butanol im Vakuum entfernt wird. Das Produkt wird in der oben beschriebenen Weise aufgearbeitet, und man erhält Pyridoxin in einer Ausbeute von 0, 39 g (44 /o).
Die zweite Portion der oben angegebenen Lösung wird während 45 Minuten auf dem Dampfbad erhitzt, worauf sie mit KJ-Stärkepapier negative Reaktion zeigt. Die Lösung wird einer azeotropen Destillation mit Butanol im Vakuum unterzogen und auf die oben beschriebene Weise weiterbehandelt. Man erhält Pyridoxin in einer Ausbeute von 0, 4 g entsprechend 45 ouzo der theoretischen Menge.
Beispiel 49
2, 07 g (0, 01 Mol) 2- (a-Aminoäthyl)-3, 4-bis- (hydroxymethyl)-furan-hydrochlorid werden in 15 ml (0, 03 Mol) 2n Schwefelsäure gelöst, worauf die Lösung auf 0 C abgekühlt und innerhalb von 5 Minuten mit einer auf 0 C gekühlten Lösung von 0, 756 g (0, 0048 Mol) Kaliumpermanganat in 25 ml Wasser versetzt wird. Die Reaktionslösung lässt man 2 Stunden bei Zimmertemperatur stehen, worauf sie wäh- rend 10 Minuten bei 600 C erwärmt wird. Nach Neutralisation entfernt man das Wasser durch azeotrope Destillation mit Butanol, filtriert das warme Gemisch und säuert das Filtrat mit 10 ml ln Salzsäure an.
Das Wasser wird dann durch azeotrope Destillation entfernt und die Fällung wird abfiltriert, wobei man 0, 2 g Pyridoxin erhält ; dies entspricht 5 /o der theoretischen Menge.
Beispiel 5O
2, 07 g (0, 01 Mol) 2- (a-Aminoäthyl)-3, 4-bis- (hydroxymethyl)-furan-hydrochlorid und 12 ml (0, 03 Mol) 2, 5n Salpetersäure werden in einen 25 ml Rundkolben eingeführt, worauf die Lösung 15 Minuten lang gekocht, abgekühlt und neutralisiert wird.
Nach Abtrennen des Wassers durch azeotrope Destil- lation mit Butanol wird die entstandene klebrige Fäl- lung abfiltriert ; es zeigt sich, dass sie Pyridoxin in einer Menge entsprechend ungefähr 4"A ; der theoretischen Ausbeute enthält (durch UV-Analyse bestimmt). In der Butanollösung kann kein Pyridoxin festgestellt werden.
Beispiel 51
12, 1 g kristallines 2- (a-Aminoäthyl)-3, 4-bis (hydroxymethyl)-furan-hydrochlorid werden in 100 ml Wasser gelöst, worauf 6, 6 ml 12, ln Salzsäure hinzugefügt werden. Danach setzt man 97 ml 0, 755n wäss- rige Natriumhypochloritlösung unter gutem Rühren hinzu, erhitzt die klare Lösung 5 Minuten auf 800 C und dampft das Gemisch im Vakuum bis zur Trockene ein. Nach Umkristallisieren aus 90 /o Äthanol erhält man Pyridoxinhydrochlorid in einer Ausbeute von 87 bis 91 ID/o.