CH350754A - Verfahren zur Herstellung von Gebilden aus Niederdruck-Polyäthylen - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Gebilden aus Niederdruck-PolyäthylenInfo
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Description
Verfahren zur Herstellung von Gebilden aus Niederdruck-Polyäthylen Es ist bekannt, dass die meisten vollsynthetischen Fasern im Anschluss an den Herstellungsprozess um ein Mehrfaches ihrer Länge verstreckt werden, wo durch sie erst ihre teilweise den Naturfasern über legenen mechanischen Eigenschaften, insbesondere hohe Reiss- und Scheuerfestigkeit, erhalten. Im all gemeinen nimmt die Reissfestigkeit bei steigender Ver- streckung zu, während die Bruchdehnung abnimmt.
Da für viele Einsatzgebiete eine grosse Reissfestigkeit der Fasern gewünscht wird, ist man beim Herstel- lungsprozess bestrebt, möglichst hohe Streckver hältnisse anzuwenden. Leider zeigt sich, dass mit zunehmender Verstreckung die Fadenbrüche während der Verstreckung stark anwachsen, eine Erschei nung, die ganz besonders für Fäden und Fasern aus Polyäthylen, das nach einem Niederdruckverfahren gewonnen wurde, gilt.
Es ist ferner bekannt, Fäden, Drähte und Bänder aus Niederdruck-Polyäthylen in Wasser oder Luft bei Temperaturen von 90" C bis zum Erweichungs- punkt der Fäden zu verstrecken, wobei die Ver- streckung in einer Stufe erfolgt.
Wie die Erfahrung zeigt, eignet sich dieses Verfahren gut bei kleineren Streckverhältnissen, wobei Material von verhältnis mässig geringer Reissfestigkeit erhalten wird, dagegen treten bei stärkeren Streckungen zur Herstellung von mittel- bis hochfestem Material erhebliche Störungen durch das erwähnte häufige Reissen der Polyäthylen gebilde auf.
Es hat sich nun gezeigt, dass sich Gebilde aus Niederdruck-Polyäthylen, wie Fäden, Drähte, Bänder und Folien mit sehr hoher Reissfestigkeit ohne die genannten Nachteile herstellen lassen, wenn sie in zwei Stufen gestreckt, und zwar zunächst bei 65 bis 120 C vorverstreckt und bei 80 bis 135 C nach- verstreckt werden.
Die Nachverstieckung kann bei gleicher oder besser bei höherer Temperatur vor genommen werden als die Vorverstreckung. Ein be sonderer Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens ist, d'ass die Gebilde auch bei hohen Geschwindigkei ten ohne Schwierigkeit verstreckt werden. können. Besonders zweckmässig ist es, wenn man im Ver hältnis von 1 : 3 bis 1 : 9, vorzugsweise 1 : 4,5 bis 1 : 7,5, vorverstreckt und das Gesamtstreckverhältnis 1 : 9 bis 1 : 16 beträgt.
Im allgemeinen erhält man bei einem Gesamtstreckverhältnis von 1 : 12 Ge bilde, die eine sehr gute Reissfestigkeit zeigen.
Für die kontinuierliche Durchführung der Ver- streckung können die bekannten technischen Streck apparate, wie z. B. 3-Walzensysteme oder jeweils mit Verlegerolle ausgestattete Einlauf- und Aus laufwalzen, um die der zu verstreckende Faden ge schlungen wird, zur Anwendung kommen, wobei die Auslaufswalze des Vorverstreckprozesses die Funk tion der Einlaufwalze für die Nachverstreckung übernehmen kann.
Die übertragung der Wärme auf die Gebilde kann in bekannter Weise mit Hilfe von Luft, Dampf oder Flüssigkeiten sowie durch Berühren mit geheizten Flächen erfolgen, wobei die Funktion der berührendbn Flächen auch von geheiz ten Einlaufwalzen übernommen werden kann. Eine besonders günstige Ausführungsförm besteht darin, dass eine der beiden oder besser beide Verstreckun- gen in einer Flüssigkeit, vorzugsweise Wasser, durch geführt werden.
Sofern die Verstreckungen bei Temperaturen bis 100 C durchgeführt werden, hat sich Wasser, als Heizmedium besonders gut be währt. Besonders hochfeste Fäden, Drähte oder Bänder mit hervorragender Gleichmässigkeit werden erhal ten, wenn die Gebilde bei einer der beiden oder bei beiden Verstreckungen um eine Bremswalze ge schlungen werden, die zur Lokalisierung der Ver- streckung dient und zwischen den verstreckenden Walzen bzw. Walzensystemen angeordnet ist. Die Bremswalze kann entweder feststehend oder von aussen angetrieben sein.
Im letzteren Fall darf ihre Um fangsgeschwindigkeit die der Einlaufwalzen nicht mehr als 20 /o übersteigen, da sonst die Ver- streckzone von der Bremswalze in Richtung der Einlaufwalzen abwandert.
Ferner besteht noch die Möglichkeit, die Bremswalze von dem Faden selbst antreiben zu lassen, wobei allerdings die Walze in geeigneter Weise so zu bremsen ist, dass die Ver- streckzone nicht in Richtung der Einlaufwalzen ab wandert.
Man kann die Verstreckung der Fäden konti nuierlich auch so durchführen, d'ass man die Aus lauf bzw. Verstreckwalze der ersten Verstreckung und die Einlaufwalze der zweiten Verstreckung wegfallen lässt. Allerdings ist es bei dieser Arbeits weise erforderlich, dass die Nachverstreckung bei einer mindestens um 5 C höheren Temperatur durch geführt wird als die Vorverstreckung. Es ist hierbei zweckmässig, auf jeden Fall die erste Verstreckung unter Anwendung einer Bremswalze durchzuführen.
Nach dem erfindungsgemässen Verfahren können Fäden, Drähte und Bänder aus Niederdruck-Poly- äthylen ohne Störungen mit einer Geschwindigkeit der letzten Verstreckwalze von bis zu 300 m/Min. verstreckt werden. Derartige Fäden weisen eine Reiss festigkeit von über 6,5 g/den. auf.
<I>Beispiel 1</I> Ein Granulat aus Niederdruck-Polyäthylen nach Ziegler (belgische Patente Nm. 533362, 534792 und 534888) mit einer Lösungsviskositätszahl
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(Lösungsmittel: Tetralin, Konzentration 5 g/1, Tem peratur 120 C) wird mit einer Schneckenpresse bei 280 C durch eine Düse mit einem Durchmesser von 0,7 mm gepresst, der noch warme Faden wird in kaltem Wasser abgeschreckt und mit einer Ge schwindigkeit von 16 m/min. aufgespult.
Der erhal tene Draht mit einem Durchmesser von 0,70 mm wird zur Vorverstreckung mehrere Male um eine mit Verlegerolle ausgestattete Einlaufwalze geschlungen und in ein Wasserbad von 80 C geführt. Der Draht umschlingt eine im Wasserbad befindliche fest stehende Bremswalze von 10 cm Durchmesser, die durch das Wasserbad aufgeheizt wird, um etwa 270 C, und wird anschliessend über eine Auslauf walze mit Verlegerolle abgezogen.
Die Auslaufwalze der ersten Verstreckung ist gleichzeitig die Einlauf walze für die sich unmittelbar anschliessende Nach- verstreckung. Bei dieser wird der Faden über zwei Umlenkrollen durch ein weiteres Wasserbad von 100 C Temperatur geführt und von einer weiteren Auslaufwalze mit Verlegerolle mit 250 m/Min. ab gezogen. Das Verhältnis der Vorverstreckung beträgt 1 : 6,5, das der Nachverstreckung 1 : 1,85, so dass eine Gesamtverstreckung von 1 : 12 resultiert.
Die erhaltenen Fäden besitzen eine Reissfestigkeit von 6,8 g/den. und 13'% Reissdehnung.
<I>Beispiel 2</I> Ein Granulat aus Niederdruck-Polyäthylen nach Phillips (Chemical Week, June 4, 1955, Seiten 58, 60 und 62) mit einer Lösungsviskositätszahl
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(Lösungsmittel: Tetralin, Konzentration 5 g/1, Tem peratur 120 C) wird mit einer Sckneckenpresse bei 290 C durch eine 25-Loch-Düse (Lochdurchmesser 0,3 mm). gepresst, die noch warmen Fäden in kaltem Wasser abgeschreckt und mit einer Geschwindigkeit von 19 m/Min. aufgespult.
Die Fadenschar mit einem Gesamtdurchmesser von 12 500 den. wird zur Vor- verstreckung um ein 3-Walzensystem geschlungen und über zwei Umlenkrollen in ein Wasserbad von 90 C geführt und von einem zweiten 3-Walzensystem abgezogen.
Anschliessend läuft der Faden im konti nuierlichen Arbeitsgang zur zweiten Verstreckung über mehrere elektrische, auf 110 C aufgeheizte Metallflächen, die ihn wechselseitig auf eine Länge von 1,50 m berühren. Daraufhin wird er mit einer Geschwindigkeit von 300 m/Min. von einem dritten 3-Walzensystem abgezogen und anschliessend auf gespult. Die durch das Verhältnis der Umfangs geschwindigkeit des dritten und ersten 3-Walzen- systems gegebene Gesamtverstreckung beträgt 1 : 11, die Vorverstreckung beträgt 1 : 8,0.
Es wird ein Faden von 9 g/den. Reissfestigkeit und 11% Reiss- dehnung erhalten.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Gebilden aus Nie derdruck-Polyäthylen durch Verformen und Ver- strecken, dadurch gekennzeichnet, dass die Gebilde bei einer Temperatur zwischen 65 und 120 C vor- verstreckt und anschliessend bei einer Temperatur zwischen 80 und 135 C nachverstreckt werden. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass man im Verhältnis von 1 : 3 bis 1 : 9 vorverstreckt. 2.Verfahren nach Patentanspruch und Unteran spruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man im Ver hältnis zwischen 1 : 4,5 und 1 : 7,5 vorverstreckt. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass das Gesamtstreckverhältnis zwi schen 1 : 9 und 1 : 16 beträgt. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Verstreckungen in einer Flüs sigkeit durchgeführt werden. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Unter anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass man als Flüssigkeit Wasser verwendet. 6.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Gebilde zur Fixierung der Ver- streckung zwischen verstreckend wirkenden Organen bei der Vor- und/oder Nachverstreckung um eine bremsend wirkende Walze geführt werden.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE350754X | 1957-11-07 |
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| CH350754A true CH350754A (de) | 1960-12-15 |
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ID=6264113
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| CH350754D CH350754A (de) | 1957-11-07 | 1958-11-05 | Verfahren zur Herstellung von Gebilden aus Niederdruck-Polyäthylen |
Country Status (1)
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| CH (1) | CH350754A (de) |
-
1958
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