CH351259A - Verfahren zur Herstellung einer praktisch alkalichloridfreien Alkalilauge - Google Patents

Verfahren zur Herstellung einer praktisch alkalichloridfreien Alkalilauge

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CH351259A
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alkali
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Niehuus Hans
Rudolf Dr Stephan
Friedrich Dr Wolf
Traenkel Franz
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Wolfen Filmfab Veb
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    • C01—INORGANIC CHEMISTRY
    • C01D—COMPOUNDS OF ALKALI METALS, i.e. LITHIUM, SODIUM, POTASSIUM, RUBIDIUM, CAESIUM, OR FRANCIUM
    • C01D1/00—Oxides or hydroxides of sodium, potassium or alkali metals in general
    • C01D1/04—Hydroxides
    • C01D1/28—Purification; Separation
    • C01D1/38—Purification; Separation by dialysis
    • A—HUMAN NECESSITIES
    • A63—SPORTS; GAMES; AMUSEMENTS
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Description


  
 



  Verfahren zur Herstellung einer praktisch alkalichloridfreien Alkalilauge
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung einer praktisch alkalichloridfreien Alkalilauge auf osmotischem Wege.



   Die nach dem Billiter-Verfahren mittels Diaphragmen hergestellte Alkalilauge enthält je nach ihrem Gehalt an Ätznatron noch Natriumchlorid in geringen Mengen von etwa 2 bis 4 g auf 100 g NaOH.



  Die Verwendung der Alkalilauge beispielsweise in der Kunstseidenindustrie setzt aber eine viel reinere Lauge voraus, deren Höchstgehalt an Chloriden 0,8 g pro 100 g NaOH nicht übersteigen darf.



   Zur Entfernung der   Chloridverunreini  , ff, ung.    bediente man sich bisher in der Technik des   Tiefkühl-    verfahrens, des Triple-Salzverfahrens und des Liquid Liquid-Verfahrens von Shreve. Der Vorgang der Osmose ist zwar allgemein bekannt und wird in verschiedenen Zweigen der chemischen Industrie angewendet, so beispielsweise bei der Entfernung organischer Substanzen aus den natronlaugehaltigen Ablaugen der Zellstoffgewinnung, aber es ist noch keine brauchbare Methode bekanntgeworden, die gestattet, auf osmotischem Wege alkalichloridfreie Alkalilaugen zu gewinnen. Bei der Reinigung der   Zellstoff-Schwarz-    lauge werden beispielsweise alkalisch behandelte Baumwolltücher verwendet.



   Es wurde nun gefunden, dass man eine praktisch alkalichloridfreie Alkalilauge auf osmotischem Wege erhält, wenn man das Alkalihydroxyd einer chloridhaltigen Alkalilauge durch eine für Alkalichlorid schwer durchlässige Membran diffundieren lässt, wobei man als Membranmaterial ein gelartiges, in wässrigen bzw. alkalischen Medien quellfähiges, aber unlösliches, polare Gruppen aufweisendes Kunstharz verwendet.



   Zweckmässigerweise verwendet man eine grössere Anzahl von Membranen in Form einer Batterie und lässt die beiden Flüssigkeiten im Gleich- oder Gegenstrom durch die Apparatur fliessen.



   Als polare Gruppen der zu verwendenden Kunstharze kommen beispielsweise die SO3H-Gruppe und/oder die Hydroxylgruppe in Betracht. Besonders bewährt haben sich Kondensationsharze aus Phenolen und/oder Phenolsulfosäure mit Aldehydgruppen enthaltenden oder diese abgebenden Verbindungen. Man kondensiert beispielsweise 1 Mol Phenolsulfosäure im sauren Milieu mit etwa 1,5 bis 2 Mol Formaldehyd.



  Der   erfindungsgemasse    Effekt kann noch gesteigert werden, wenn man ein Kunstharz aus Phenol, Phenolsulfosäure und Formaldehyd verwendet, das aus etwa 0,2 bis 0,3 Mol Phenol, 0,7 bis 0,8 Mol Phenolsulfosäure und etwa 1,5 bis 2 Mol Formaldehyd erhalten wurde. Die Kondensation wird bei erhöhter Temperatur, vorzugsweise bei 80 bis   90"    in Gegenwart einer gesättigten Wasserdampfatmosphäre durchgeführt.



   Da Membranen, die aus den polare Gruppen aufweisenden Kunstharzen bestehen, durch ihre Quellfähigkeit gegebenenfalls keine genügende mechanische Stabilität besitzen, können sie mit Folien, Geweben oder dergleichen aus gegen Alkalilauge indifferenten Kunststoffen oder anderen Stoffen, wie Asbest, Glas usw. verstärkt werden. Als indifferenter Kunststoff eignet sich beispielsweise Polyvinylchlorid. Das erfindungsgemässe Verfahren bringt den Vorteil, auf einfachem Wege aus technischen chloridhaltigen Alkalilaugen chloridarme Laugen von der Güte der nach dem Quecksilberverfahren gewonnenen Alkalilaugen ohne wesentlichen Energieaufwand zu erhalten.



   Beispiel 1
Man löst 174 Gewichtsteile Phenolsulfosäure, die noch aus der Phenolsulforierung einen Anteil von 20   Gewichtsteilen freier Schwefelsäure enthält, unter Kühlung in 166 Gewichtsteilen   300/obigem    Formalin.



  Mit dieser Lösung wird ein Polyvinylchloridgewebe durchtränkt, das anschliessend in einer gesättigten Wasserdampfatmosphäre zur Kondensation 2 Stunden lang einer Temperatur von   850    ausgesetzt wird. Die Kondensation kann auch auf kontinuierlichem Wege über dampfbeheizte Walzen erfolgen. Mit einer solchen Membran konnte aus einer technischen Natronlauge der Zusammensetzung: 750 g NaOH/l und 15 g   NaCl, l    eine kochsalzarme Lauge der Zusammensetzung: 300 g NaOH/l und 0,20 g   Nach/1    erhalten werden.



   Beispiel 2
Die allgemeine Arbeitsweise zur Herstellung der Kunstharzmembran ist gleich der im Beispiel 1 beschriebenen. Man kondensiert 140 Gewichtsteile Phenolsulfosäure, die noch 15 Gewichtsteile freie   H2SO4    enthält, mit 20 Gewichtsteilen Phenol und 166 Gewichtsteilen 300/oiger Formalinlösung. Mit der auf diesem Wege hergestellten Membran konnte bei gleicher Zusammensetzung der techn. Ausgangsnatronlauge wie im Beispiel 1 eine chloridarme Natronlauge folgender Zusammensetzung erhalten werden: 310 g   NaOH/l    und 0,07 g   NaClll.      

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung einer praktisch alkalichloridfreien Alkalilauge auf osmotischem Wege, dadurch gekennzeichnet, dass man das Alkalihydroxyd einer chloridhaltigen Alkalilauge durch eine für Alkalichloride schwer durchlässige Membran diffundieren lässt, wobei man als Membranmaterial ein gelartiges, in wässrigen bzw. alkalischen Medien quellfähiges, aber unlösliches, polare Gruppen aufweisendes Kunstharz verwendet.
    UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als Membranmaterial ein Phenol sulfosäure.Aldehyd-Kon den sationsharz verwen det.
    2. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als Membranmaterial ein Gemisch von Phenolsulfosäure-Aldehyd- und Phenol Aldehyd-Harz verwendet, wobei der Anteil an Phenol im Harz höchstens 30 MolO/o der Phenolsulfosäure beträgt.
    3. Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man verstärkte Membranen verwendet.
    4. Verfahren nach Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet dass man mit einem indifferenten Kunststoff verstärkte Membranen verwendet.
CH351259D 1956-12-04 1956-12-06 Verfahren zur Herstellung einer praktisch alkalichloridfreien Alkalilauge CH351259A (de)

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