Verfahren zum Betrieb eines Wanderrostes zum Kühlen von Zementklinker und Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens Zum Kühlen von Zementklinker sind Schub roste oder Wanderroste bekannt, bei denen die Kühlluft von oben oder unten oder auch abwech selnd durch die Roste und das zu kühlende Gut ge leitet wird. Der Schubrost hat den Nachteil, dass die Rostplatten am Zulauf des glühenden Klinkers stetig sehr hoher Hitze ausgesetzt sind und dass sie einem verhältnismässig hohen Verschleiss unterliegen.
Wanderrostklinkerkühler haben sich bisher prak tisch nicht bewährt, weil das zu kühlende Gut un- gleichmässig auf dem Rost liegt und sich klinker- freie oder klinkerarme Flächen, Kanäle und Löcher bilden, durch welche die Luft nahezu widerstandslos hindurchströmt.
Das Patent betrifft ein Verfahren zum Betrieb eines Wanderrostes zum Kühlen von Zementklinker mit von unten nach oben strömender Kühlluft, durch welche diese Nachteile behoben oder zumindest sehr herabgemindert werden. Das Verfahren ist erfin- dungsgemäss dadurch gekennzeichnet, dass die Kühl luft in der Einlaufzone derart durch den Rost ge blasen wird, dass sich der Zementklinker derart auf lockert, dass er sich gleichmässig auf der Rostober fläche in dieser Einlaufzone verteilt.
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes. Es bedeuten Fig. 1 eine Gesamtansicht eines Wanderrostklin- kerkühlers von der Seite, teilweise im Schnitt ; Fig. 2 eine Vorverteilvorrichtung in der Einlauf rutsche nach einem Schnitt gemäss Linie A-B in Fig. 1, in grösserem Masstab ; Fig. 3 die Vorverteilvorrichtung gemäss Fig. 2 in der Draufsicht ; Fig. 4 einen Schichthöhenregler in der Seiten ansicht, teilweise im Schnitt ;
Fig. 5 den Schichthöhenregler gemäss Fig. 4 im Schnitt nach Linie C-D in Fig. 1 ; Fig. 6 eine Auflockerungs- und Verteilungsvor richtung in grösserem Masstab, in der Seitenansicht, teilweise im Schnitt ; Fig. 7 einen Schnitt nach Linie E-F in Fig. 1 durch die pneumatische Kammer mit Zwischen wänden.
Der aus dem Drehrohrofen 1 auslaufende ge brannte Zementklinker gelangt durch den Drehrohr ofenkopf 2 in die Einlaufrutsche 3 auf den von dem Gehäuse 3a umgebenen Wanderrost 4, der in be kannter Weise ausgeführt ist und nicht unbedingt schräg zu liegen braucht, sondern auch horizontal liegend angeordnet sein kann.
In der Einlaufrutsche 3 ist eine Vorrichtung 5, die von Hand oder über einen nicht dargestellten Antrieb verstellbar ist, zum Vorverteilen, d. h. zum gleichmässigen Aufgeben des Zementklinkers auf den Rost 4, vorgesehen, die von einem drehbar gelagerten und von Hand zu be- tätigendem Rohr 6 und einer darauf befestigten Platte 8 gebildet ist, wobei sowohl das Rohr 6 als auch die Platte 8 mit Kanälen 7 versehen sind, die von einem Kühlmittel durchströmt werden.
Die Vor richtung 5 kann aber auch aus einer schrägen Ebene, die mit Leiteinrichtungen versehen ist,, oder aus einer Vibrationsvorrichtung oder dergleichen beste hen. Durch diese Vorrichtung 5 wird es also er möglicht, den Klinkerstrom zu steuern.
In der Ein laufrutsche 3 sind ferner von aussen verschliessbare Kanäle 9 vorgesehen, durch die Reinigungswerk zeuge zum Abstossen von Klinkeransatz eingeführt werden können. Über dem Rosteinlauf ist eine Strahlungswand 10 angeordnet, die den Zweck hat, die dahinter angeordneten, anschliessend näher be- schriebenen Elemente vor Zerstörung durch zu star kes Erwärmen zu schützen.
Hinter der Strahlungswand 10 ist eine Vorrich tung 11 für die Bemessung der Schichthöhe vor gesehen, die von Hand betätigt werden kann oder automatisch, beispielsweise in Abhängigkeit von der anfallenden Klinkermenge undioder der durch den Rost 4 strömenden Luftmenge die Schichthöhe re gelt. Die Vorrichtung 11 ist im vorliegenden Falle handbetätigt, und sie weist ein Rohr 12 mit einem daran befestigten rohrförmigen Halter 13 auf, an welchem über Bügel 13a Platten 14 angehängt sind (Fig. 5).
Das Rohr 12 und der Halter 13 sind von einem Kühlmittel durchströmt. über dem Rost 4 sind @ zwei Auflockerungs- und Verteilungselemente 15 angeordnet, die ebenfalls von einem Kühlmittel durchströmt sind. Die Auflockerungs- und Vertei lungselemente 15 weisen je ein pendelnd gelagertes Rohr 16 auf, an dessen unterem Ende ein pflug- scharähnlicher hohler Körper 17 befestigt ist, in dem Austrittsöffnungen 18 für ein Kühlmittel vorgesehen sind (Fig. 6).
Die mit dem Rost 4 wandernde Klin- kerschicht wird hierdurch gezwungen, über die Körper 17 hinwegzusteigen. Dabei wird der Klinker weitgehend aufgelockert, umgewälzt und erneut auf dem Rost 4 verteilt. Durch das aus den Öffnungen 18 austretende Kühlmittel wird der Klinker weiter gekühlt. Es können aber auch zum Auflockern und zusätzlich zum Umwälzen des Klinkers Vorrichtun gen verwendet werden, die rechenartig oder hürden artig oder als sich drehende Haspeln ausgebildet sein können. Auch diese Vorrichtungen sind mit Austrittsöffnungen für ein Kühlmittel versehen.
Der Raum oberhalb des Rostes 4 ist durch eine zweiteilige, in der Höhe über dem Klinkerbett ver stellbare Zwischenwand 24 in zwei Kammern 35 und 35a unterteilt. Entsprechend der gewünschten Ver teilung und Weiterverwendung der aufgewärmten Kühlluft kann der Rost 4 auch in eine grössere An zahl von Kammern durch feststehende oder beweg liche Zwischenwände eingeteilt sein. Die in der Kammer 35 anfallenden aufgewärmten Kühlluft mengen werden dem Drehrohrofen 1 als Sekundär luft zugeführt, wodurch eine gute Wärmeausnutzung gewährleistet ist.
Unter dem oberen Rosttrum ist in der Einlauf- zone des Rostes 4 eine pneumatische Kammer 19 angeordnet, die aus dem Einlasstutzen 20 mit Kühl luft versorgt wird.
Die Kühlluft wird von unten nach oben derart durch das obere Trum des Wander rostes 4 geleitet, dass sich der Zementklinker derart auflockert, dass er sich gleichmässig auf die Rost- oberfläche in der Einlaufzone des Rostes 4 verteilt. Es können auch mehrere pneumatische Kammern hintereinander angeordnet sein.
Um den Austritt von Kühlluft nach unten zu verhindern, ist der un tere schachtförmige Teil der Kammer 19 als Schleuse ausgebildet, in der Doppelpendelklappen-Paare 21 übereinanderstehend angeordnet sind (Fig. 7). Diese Pendelklappen werden so gesteuert, dass wechsel- weise jeweils nur eine Klappe geöffnet wird, um etwa durch den Rost 4 fallenden Klinker den Durchgang zu ermöglichen.
Die Kammer 19 kann - wie in Fig. 7 dargestellt - in der Längsrichtung durch eine oder mehrere Zwischenwände in Teilkammern 19a, 19b unterteilt sein. Hierdurch ist es möglich, jede Teil kammer getrennt mit verschiedenen Kühlluftmengen und Drücken zu beschicken, so dass dadurch die Verteilung der auf dem Rost 4 liegenden Klinker schicht gesteuert und wesentlich verbessert wird.
Der Raum unter dem Rost 4 bzw. unter dem oberen Rosttrum ist durch Durchtritte 4a für das untere Trum des Rostes 4 aufweisende Wände 22 in mehrere Kammern unterteilt, in welche Luftauslass- stutzen 23 einmünden, durch die dieser Raum mit kalter Frischluft beschickt wird, wodurch sowohl der auf dem Rost 4 liegende als auch der durch den Rost 4 gefallene Klinker und der Rost 4 selbst ge kühlt werden.
Der Luftdruck kann in den einzelnen Kammern gleich oder verschieden sein. Er wird im allgemeinen der Klinkerschichthöhe angepasst. Die Luftauslass- stutzen 23 zu den Kammern können an einer der Seitenwände des Gehäuses 3a oder an beiden liegen.
Im unteren Teil des Gehäuses 3a ist eine Trans portschnecke 25 angeordnet, welche den durch den Rost 4 gefallenen Klinker einem Transportband 26 zuführt. An Stelle der Transportschnecke 25 können auch pneumatische Förderrinnen, Vibrationsrinnen, Redler, Transportbänder oder dergleichen vorge sehen sein, die so arbeiten, dass der durch den Rost 4 hindurchfallende Klinker möglichst lange mit der Kühlluft in Berührung bleibt.
An der Abwurfseite des Rostes 4 ist weiterhin ein Abstreicher 27 für den Klinker vorgesehen. Zu sammengebackener Klinker sowie auch von der Ofenwand abgelöste Ansätze von Brenngut werden durch eine im rückwärtigen Teil des Gehäuses 3a an geordnete Zerkleinerungsvorrichtung 28 gebrochen, die als Hammerbrecher oder Prallbrecher ausgebil det und so angeordnet sein kann, dass der ganze Klinkeranteil oder nur die groben Stücke erfasst werden. Der Klinker fällt auf den darunter befind lichen Rost 29 und von dort durch den Auslauf 30 ebenfalls auf das Transportband 26.
In dem Auslauf 30 ist eine Pendelklappe 31 an geordnet, um den Austritt von Luft durch den Aus lauf 30 zu verhindern. Eine über der Zerkleinerungs vorrichtung 28 befindliche Prallwand 32 schützt die Gehäusewand vor Beschädigung durch von dieser Vorrichtung 28 abfliessendes Brechgut. Nicht ge nügend zerkleinertes Klinkermaterial, das sich auf dem unteren Teil des Rostes 29 sammelt, kann durch die in der Gehäuserückwand vorgesehene Klappe 33 entfernt werden.
Die in dem Kammerraum 35a an fallende, nur wenig erwärmte Kühlluft wird durch den Kanal 34 aus diesem Raum 35a abgeführt und nach vorausgegangener Entstaubung unter erhöhtem Druck der pneumatischen Kammer 19 wieder zuge führt. Überschüssige Luft wird ins Freie abgeführt: Um ein sicheres Anlegen der Rostplatten zu ge währleisten, ist am einlaufseitigen Ende der Rost strecke eine Rostplattenführung 36 und zur Ver hinderung des Abströmens von Kühlluft ein Pendel blech 37 vorgesehen.
Für die Überwachung des Kühlvorganges sind an mehreren Stellen des Ge häuses 3a Schaulöcher 38 eingebaut. Die Strömung der Kühlluft ist durch gestrichelte Pfeile, der Klin- kerlauf durch ausgezogene Pfeile dargestellt.