CH351968A - Verfahren zur Herstellung von Lactamen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Lactamen

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CH351968A
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Hans Dr Huemer
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      Verfahren    zur Herstellung von     Lactamen       Zur Herstellung von     Lactamen    sind zahlreiche       Verfahren    bekannt. Es ist z. B. möglich,     y-Amino-          buttersäure    oder     b-Amino-valeriansäure    durch Er  hitzen über den Schmelzpunkt unter Abspaltung von  Wasser in     a-Pyrrolidon    oder     a-Piperidon    überzu  führen. Ebenso ist es bekannt,     a-Piperidon    aus dem       Methylester    der     b-Amino-valeriansäure    durch Ein  dampfen der wässerigen Lösung unter Abspaltung  von Methanol zu erhalten.

   Aus     N-Benzoyl-b-amino-          valeriansäure    entsteht beim Destillieren unter Abspal  tung von     Benzoesäure    ebenfalls     a-Piperidon.    Aus       y-Chlor-buttersäure    oder     b-Chlor-valeriansäure    und  überschüssigem wässerigem Ammoniak wird durch  Erhitzen unter Druck auf vorzugsweise 250-300        a-Pyrrolidon    bzw.     a-Piperidon    erhalten.

   Ebenso ist  es möglich, die<I>y-</I> und     b-Lactame    aus<I>y-</I> und     b-          Lactonen    durch Umsetzung mit Ammoniak oder  Aminen zu erhalten.     Ferner    ist es bekannt,     N-Aryl-          a-pyrrolidone    aus     y-Chlor-buttersäurechlorid    und  einem aromatischen Amin über die     y-CWor-butter-          säureamide    zu gewinnen.  



  Es wurde nun gefunden, dass es möglich ist,     y-          Butyro-    oder     b-Valerolactame    herzustellen,     wenn     man ein gegebenenfalls     C-substituiertes        y-Halogen-          butyronitrü    oder     b-Halogen-valeronitril    in Gegen-    wart von Ammoniak oder     einem        primären    Amin  und Wasser erhitzt.

   Es entstehen hierbei in aus  gezeichneter Ausbeute     y-Butyrolactame    oder     b-Vale-          rolactame.    Bei Verwendung eines primären Amins  an Stelle von Ammoniak erhält man     Lactame,    die  am Stickstoff substituiert sind.  



  Als vorteilhaft hat es sich erwiesen, die Um  setzung bei einer Temperatur von etwa 150-250 ,  vorzugsweise bei 180-200 , unter Druck durch  zuführen.  



  Der Reaktionsmechanismus ist im einzelnen noch  nicht festgestellt worden. Vermutlich verläuft die  Umsetzung unter Bildung von     Aminonitrilen    als Zwi  schenprodukt. Der     Ringschluss    erfolgt möglicherweise  unter Addition eines Wasserstoffatoms der     Amino-          gruppe    an die     Nitrilgruppe,    worauf die     gebildeten          Iminoverbindungen    durch Wasser zu     Lactamen        hy-          drolysiert    werden.

   Gleichzeitig findet in einem ge  wissen Ausmass eine weitere Reaktion statt, bei wel  cher zwei     Halogennitrile    unter Abspaltung von Halo  genwasserstoffsäure bzw.     Ammoniumhalogenid    zu       Dinitrilen    zusammentreten, die eine     Iminogruppe     enthalten. Diese Nebenreaktion kann beispielsweise  durch     die    folgenden Gleichungen gekennzeichnet  werden:  
EMI0001.0059     
    Bei der technischen Durchführung des Verfahrens  ist es daher notwendig, die Bedingungen so zu halten,  dass die erwähnte Nebenreaktion möglichst zurück  gedrängt wird. Hierzu ist es vorteilhaft, die Um  setzung mit überschüssigem     Ammoniak    oder     Amin     vorzunehmen.

   Vorzugsweise     verwendet    man je     Mol          Nitril    20-100     Mol    Ammoniak oder Amin. Es ist  ferner vorteilhaft, in Gegenwart grösserer Mengen    von Wasser zu arbeiten, vorzugsweise unter Anwen  dung von 20-50     Mol    Wasser je     Mol        Nitril.    Bei  weiterer Erhöhung der Wassermengen sinkt die Aus  beute etwas,     während    sie bei weniger als 10     Mol     Wasser je     Mol        Nitril    stärker abfällt.  



  Weitere Untersuchungen haben gezeigt, dass die       erwähnte    Nebenreaktion hauptsächlich bei tieferen  Temperaturen stattfindet. Bei höheren Temperaturen      ist die Geschwindigkeit der     Lactambildung    so gross,  dass das     Iminodinitril    nur in geringen Mengen ent  steht. Daher arbeitet man     zweckmässigerweise    so,  dass das Ausgangsgemisch schnell auf die gewünschte  Umsetzungstemperatur erhitzt wird. Man kann aber  auch so verfahren, dass man das     Nitril    allmählich  in die auf     Reaktionstemperatur    erwärmte wässerige  Ammoniak- bzw.     Aminlösung    einträgt.  



  Das Verfahren kann kontinuierlich oder diskonti  nuierlich durchgeführt werden.  



  <I>Beispiel 1</I>  Ein mit Silber ausgekleideter     Schüttelautoklav     von 1 Liter Inhalt wird mit 48 g     b-Chlor-valeronitril     (950!o Gehalt = 0,388     Mol    reines     Chlor-valero-          nitril),    200 g Wasser (11,1     Mol)    und 300 g Ammo  niak (17,7     Mol)    beschickt. Man erwärmt innerhalb       11%    Stunden auf 180  und     hält    bei dieser Temperatur  2 Stunden. Der Umsatz ist, gemessen an der gebil  deten Menge     Ammoniumchlorid,    praktisch quanti  tativ.  



  Zur Aufarbeitung wird die Reaktionslösung nach  Abblasen von Ammoniak von einer kleinen Menge  fester Verunreinigung durch     Filtration    befreit und im  Vakuum bei einer     Wasserbadtemperatur    von 50   zur Trockene eingedampft. Die Abtrennung vom ge  bildeten     Ammoniumchlorid    wird durch dreimalige  Extraktion mit je 120 cm?, Benzol vorgenommen.  Der     benzolische    Auszug wird mit     Natriumsulfat     getrocknet und im Vakuum destilliert.

   Nach dem  Abtreiben des Benzols werden erhalten bei  <U>KP.,</U>     104-109 :    29,9 g reines     Valerolactam,          Kpz    109-l20 : 1,8 g schwach verunreinigtes     Va-          lerolactam,     insesamt werden also 31,7 g     Valerolactam        erhal-          ten'        =        82,5        %        d.        Th.       <I>Beispiel 2</I>  In einen mit     Magnethubrührung    versehenen     V2A-          Autoklaven    von 13,

  5 Liter Inhalt werden 2,8 kg  Wasser und 4,2 kg Ammoniak eingefüllt. Nach Auf  heizen des Gemisches auf 180  werden mittels einer       Flüssigkeitshochdruckpumpe    innerhalb 4 Stunden  667 g     b-Chlor-valeronitril    (mit einem Gehalt von       95        %)        in        den        Autoklaven        gepumpt.        Nach        Beendigung     der     Chlornitrilzugabe    wird noch 2 Stunden bei 180   gerührt.  



  Zur Aufarbeitung wird das Reaktionsgemisch  filtriert und das     klare    Filtrat im Vakuum zur     Trok-          kene    eingedampft. Der Trockenrückstand wird wie    im Beispiel 1 dreimal mit je 1 Liter Benzol aus  gezogen, die     benzolische    Lösung über Natriumsulfat  getrocknet und im Vakuum destilliert.

   Dabei werden  mit einem Siedepunkt von     Kpz    = 110-112  478 g  reines     kristallisiertes        b-Valerolactam    erhalten, was       einer        Ausbeute        von        89%        d.        Th.        entspricht.       <I>Beispiel 3</I>  An Stelle von     Chlorvaleronitril    wird     y-Chlor-          butyronitril    verwendet. Die Arbeitsweise ist die  gleiche wie im Beispiel 1.

   Ein Gemisch von 12 g       y-Chlor-butyronitril,    57 g Wasser und 86 g Ammo  niak wird in     einem    250     em3        Schüttelautoklaven    aus       V4A    etwa 5 Stunden auf l80  erwärmt.  



  Nach Abtrennung von Wasser und Ammonium  chlorid durch Eindampfen und Aufnehmen mit Äther  werden nach dem Verdampfen des Äthers 7,5 g  reines     Pyrrolidon-2,        n30    = 1,4812, erhalten. Die  Ausbeute entspricht     7611/o    d.     Th.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von y-Butyro- oder a-Valerolactamen, dadurch gekennzeichnet, dass man ein gegebenenfalls C-substituiertes y-Halogen-butyro- nitril oder b-Halogen-valeronitril in Gegenwart von Ammoniak oder einem primären Amin und Wasser erhitzt. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Umsetzung bei einer Tempe ratur von etwa 150 bis 250 , vorzugsweise bei 180 bis 200 , unter Druck durchgeführt wird. 2.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Umsetzung in Gegenwart von überschüssigem Wasser, vorzugsweise 20 bis 50 Mol Wasser je Mol Nitril, durchgeführt wird. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Umsetzung in Gegenwart von überschüssigem Ammoniak oder Amin, vorzugsweise 20-100 Mol Ammoniak oder Amin je Mol Nitril, durchgeführt wird. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass das Gemisch des Nitrils mit Was ser und Ammoniak oder Amin schnell erhitzt wird oder die genannten einzelnen Komponenten vor ihrer Vereinigung bereits auf Reaktionstemperatur ge bracht werden. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass das Nitrit allmählich dem vor erhitzten Gemisch von Wasser mit Ammoniak oder Amin zugegeben wird.
CH351968D 1956-01-18 1957-01-07 Verfahren zur Herstellung von Lactamen CH351968A (de)

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