Zentralheizungskessel Es sind ölbeheizte Heizkessel für Zentralheizun gen bekannt, die ausser dem eigentlichen Brennraum für flüssige Brennstoffe einen zweiten Brennraum haben, derart, dass diese Kessel je nach Bedarf mit flüssigen oder mit festen Brennstoffen beheizt wer den können.
Bei den bekannten Kesseln dieser Art liegen die beiden Brennräume auf verschiedenen Seiten des Kessels, so dass der Brennraum für feste Brennstoffe mit seiner Füll- und Aschfalltür auf der einen Kesselseite, beispielsweise an seiner schmalen Vorderfront liegt, während an einer angrenzenden Kesselseite die ölbrennereinrichtung und der Zu gang zum Brennraum für flüssige Brennstoffe vor gesehen sind. Dafür beide Feuerungsstellen genügend Platz für die Bedienung vorgesehen werden muss, ist für diese bekannten Kessel zumindest an den beiden Bedienungsseiten ein ausreichend grosser Kellerraum vorzusehen.
Darüber hinaus haben die bekannten Kessel den Nachteil, dass ihre Heiz- leistung bei der Verbrennung fester Brennstoffe, wie Koks, wesentlich niedriger ist als bei Betrieb des Kessels mit Öl. Der Leistungsabfall von 30 bis 50111o der Heizleistung bei Feuerung mit festen Brennstoffen ergibt sich vor. allem, weil bei den bekannten Ausführungen die von den Rauchgasen der festen Brennstoffe beaufschlagte Heizfläche um ein Drittel bis zur Hälfte kleiner ist als die Heiz fläche, die den Verbrennungsgasen des flüssigen Brennstoffes zur Verfügung steht.
Bei einem bekann ten Heizkessel ist zwar schon der Brennraum für flüssige Brennstoffe über dem für feste Brenn stoffe angeordnet. Bei dieser bekannten Konstruktion muss jedoch der Ölbrenner auf den lotrechten, zylin drischen Brennraum oben aufgesetzt werden. Wird der Brennraum für flüssige Brennstoffe nicht be trieben, so muss der Ölbrenner oben entfernt und die Anschlussöffnung verschlossen werden. Die bekannte Anordnung des Ölbrenners oberhalb des Brennraumes für flüssigen Brennstoff ist kon struktiv kompliziert und aufwendig, wobei durch die obere Lage des Ölbrenners dessen Zugänglich keit, insbesondere bei niedrigen Kellerräumen, stark behindert ist.
Ein weiterer Nachteil ist, dass die Beaufschlagungsfläche der Rauchgase von flüssigen und festen Brennstoffen ungleich gross ist, weil bei Betrieb des bekannten Kessels mit festen Brenn stoffen die Rauchgaswege der Ölfeuerung nicht be- aufschlagt werden. Hierdurch aber ist zwangläufig eine Leistungsverminderung bei Betrieb des Kessels mit festen Brennstoffen verbunden.
Demgegenüber soll durch die Erfindung ein Heizkessel für die Verbrennung fester und flüssiger oder gasförmiger Brennstoffe geschaffen weiden, bei welchem die Be- aufschlagungsflächen der Heizkesselwände bei Be trieb des Kessels mit flüssigen (gasförmigen) oder festen Brennstoffen etwa gleich gross sind. Zweck mässig soll bei dem erfindungsgemässen Kessel die Beschickung für beide Brennstoffarten von einer Kesselfront, vorzugsweise der Vorderfront aus er folgen, so dass weniger Kellerraum für die Auf stellung des Kessels benötigt wird und eine leichte Zugänglichkeit zu den Brenneinrichtungen von einer Richtung her möglich ist.
Die Erfindung geht von einem Zentralheizungs- kessel mit ,einem von Schamottesteinen umschlossenen Brennraum für die Verbrennung flüssiger bzw. gas förmiger Brennstoffe und einem von diesem Raum getrennten, mit einem Rost versehenen Brennraum für die Verbrennung fester Brennstoffe, und mit mindestens einem, an beide übereinanderliegenden Brennräume angeschlossenen, von wenigstens einer wasserführenden Kesselwand begrenzten Rauchgas abzugskanal aus,
der über verstellbare Rauchgas klappen mit dem gemeinsamen Kaminabzugsstutzen verbunden werden kann. Der Gegenstand der Erfin dung kennzeichnet sich darin, dass der eine Brenn- raum unten, der andere oben an mindestens .einen, für beide Feuerungen gemeinsamen, von den jewei ligen Rauchgasen auf seiner ganzen Länge beauf- schlagten Kanal angeschlossen ist, der bei Verbren nung in dem unteren Brennraum als Steigezug über oberliegende Öffnungen der Brennraumwände und bei Betrieb des " oberen Brennraumes als Sturzzug über unterliegende Öffnungen an den Kamin anschlussstutzen über ,
einen zu diesem führenden Verbindungskanal und unter Zwischenschaltung von Absperrklappen anschliessbar ist.
Bei dem Erfindungsgegenstand ist vorzugsweise der unterliegende Brennraum für flüssige Brenn stoffe vorgesehen und dieser Raum durch Schamotte steine ausgekleidet, die auf beiden Seiten dieses Raumes, vorzugsweise in Höhe des Brennraum- bodens, Austrittsöffnungen aufweisen.
Diese Aus trittsöffnungen für die Flamm- und Brenngase des flüssigen Brennstoffes korrespondieren vorteilhaft mit entsprechend ausgebildeten schlitzartigen Durch trittsöffnungen in unmittelbar an die Seitenwände des Brennraumes für flüssige Brennstoffe angrenzen den wasserführenden Kesselwänden aus Stahl oder Gusseisen, die je mit einer im Abstand davon par allelliegenden, vorzugsweise ebenfalls wasserführen den Kesselseitenwand gemeinsame Kanäle für die Rauch- bzw. Verbrennungsgase bilden.
Die so zu beiden Seiten der übereinanderliegenden Brennräume gebildeten Kanäle stehen über oben befindliche Verbindungsöffnungen mit dem Brennraum für feste Brennstoffe und durch eine vorzugsweise in einer wasserführenden Rückwand dieses Raumes befind liche Öffnung mit dem an der wasserführenden Rück wand abwärtsgerichteten Kanal, der zum Kamin anschlussstutzen führt, in Verbindung.
Wenn hierbei der für den einen Brennraum, bei spielsweise für flüssige 'Brennstoffe, vorgesehene Abzugsweg der Verbrennungsgase zum Kamin anschlussstutzen durch Schliessen z. B. einer von zwei Sperrklappen versperrt ist, kann dieselbe Heiz fläche bei Öffnung der anderen Absperrklappe von den Rauchgasen des zweiten darüberliegenden Brenn- raumes beaufschlagt werden, wobei der bisherige Steigezug dadurch zum Sturzzug wird, dass er unten, vorzugsweise an der Rückwand, Verbindungsöffnun gen zu .einem an der wasserführenden Rückwand, vorzugsweise unterhalb des Kaminanschlussstutzens,
liegenden Kanal hat.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Heizkessels dargestellt.
Fig. 1 zeigt einen Querschnitt durch den Kessel nach Linie I-1 der Fig. 2, Fig. 2 einen Längs-Mittelschnitt durch den Kes sel der Fig. 1, Fig.3 eine Teilansicht der inneren seitlichen Kesselwand.
Der als Ausführungsbeispiel dargestellte Kessel hat rechteckigen Grundriss; eine der schmäleren Sei- ten, und zwar die Vorderseite, ist als Beschickungs front eingerichtet. Der Kessel ist in an sich be kannter Weise als Stahlrohrkessel mit runden oder geraden Rohren aufgebaut. An den unteren, mit Wasserzulaufstutzen versehenen Verteilerrahmen 1 sind zu beiden Seiten je zwei, mit Abstand vonein ander angeordnete lotrechte Kesselwände 2, 3 bzw. 2', 3' angeschlossen, in denen das erwärmte Was ser aufsteigt. Sie münden beim Ausführungsbeispiel in einen oberliegenden Vorlaufsammelbehälter 5 mit Vorlaufstutzen 6.
In dem Vorlaufsammelbehäl- ter 5 befindet sich eine nicht eingezeichnete, an sich bekannte, Gebrauchswasser führende Rohr schlange, deren Zu- und Ablaufstutzen mit 7 bzw. 8 bezeichnet sind. Auf der Rückseite weist der Kessel in an sich bekannter Weise die wasserführende Rück wand 9 auf.
Der Kessel ist mit einem unterliegenden Brenn- raum 10 für flüssige Brennstoffe, wie Öl, versehen. Dieser Brennraum kann sich über die ganze Tiefe des Kessels bis zu seiner Rückwand 9 erstrecken. Er ist rundherum mit Schamottesteinen 11 ausgekleidet. Die Schamottesteine der beiden Seitenwände 11', 11" sind, wie aus Fig.2 ersichtlich, vorzugsweise in Bodennähe derart verjüngt ausgeführt, dass neben- einanderliegende Austrittsöffnungen 12 für die Flamm- und Abgase des flüssigen Brennstoffes ge bildet werden.
Die Austrittsöffnungen 12 korrespon dieren mit entsprechenden Durchtrittsöffnungen 13 (siehe Fig.3), welche durch Verjüngung der die innere Seitenwand 3 bzw. 3' bildenden Rohre ge schaffen werden. Die Öffnungen 12, 13 verbinden den Brennraum 10 mit den beiden seitlichen, zwischen den Heizwänden 2, 3 und 2', 3' gebildeten Zügen 27, 28. Oberhalb des Brennraumes 10 für flüssige Brennstoffe befindet sich der Brennraum 14 für feste Brennstoffe. Er hat den üblichen Rost 15, der zweckmässig wassergekühlt ist, einen Stehrost 16 und einen genügend grossen Aschfallraum 16a, der unmittelbar oberhalb des Brennraumes 10 liegt.
Das Geschränk der Fülltür 17, Schürtür 18, Asch- falltür 19 ist zusammen mit dem eigentlichen Öl brenner 20 vorteilhaft in bekannter Weise auf der Vorderseite des Kessels angeordnet. In den Brenn- raum 14 kann ferner eine an sich bekannte über hitzerzunge 21 ragen.
Wie aus der Zeichnung hervorgeht, ist der als Ausführungsbeispiel dargestellte Kessel symmetrisch zu seiner Längsmittelebene aufgebaut, wodurch sich insbesondere wesentliche fertigungstechnische Vor teile ergeben. Der Brennraum 14 für feste Brenn stoffe ist oben mit den seitlichen Rauchgaszügen durch seitliche COffnungen 22 verbunden, die vor zugsweise durch entsprechende Verjüngung der obe ren Enden der Rohre der Wände 3 und 3' ge schaffen sind. Eine weitere Öffnung 33 stellt die Verbindung des Brennraumes 14 mit dem an der Kesselrückwand liegenden Abzugskanal 23 her. Die ser rückwärtige Abzugskanal 23 kann ebenfalls wie die Seitenzüge 27, 28 des Kessels beidseitig von wasserführenden Heizflächen begrenzt sein.
In die sem Falle ist ausser der den Brennraum begrenzen den Rückwand 9 eine zweite, vom Wasser durch flossene Wandung 24 vorgesehen.
Diese eigentliche Kesselrückwand 24 wird von der Einführöffnung des Kaminanschlussstutzens 25 mit Drosselplatte 26 unterbrochen.
Der rückwärtige Abzugskanal 23 steht unten noch durch vorzugsweise in den Ebenen der beiden Seitenzüge 27, 28 liegende Durchtrittsöffnungen 29, 30 mit diesen Seitenzügen in Verbindung. Absperr klappen 31, 32, welche gegensinnig wirken und mit einem Bedienungsgriff verbunden sind, gestatten nach Wahl, den unterhalb des Kaminanschlussstutzens 25 liegenden Teil des Abzugskanals 23 oder den über ihm liegenden Kanalteil gegenüber dem Kaminstutzen 25 abzusperren.
Der erläuterte erfindungsgemässe Heizkessel kann je nach Bedarf mit flüssigen oder festen Brennstoffen oder mit beiden zugleich betrieben werden. Wenn nur flüssige Brennstoffe in dem Brennraum 10 ver brannt werden, ist die Regelklappe 32 geschlossen und die Klappe 31 geöffnet. Die Abgase treten aus dem Brennraum 10 durch die Öffnungen 12, 13 in die Seitenzüge 27, 28, steigen in diesen auf, wobei sie ihre Wärme an die beidseitigen Heizflächen der Wandungen 2, 3 und 2', 3' abgeben.
Oben treten sie in den Brennraum für feste Brennstoffe 14 durch die Öffnungen 22 über, beheizen die Bodenfläche des Vorlaufsammelbehälters 5 und treten dann über die in der Wandung 9 vorgesehene Öffnung 33 in den oberen Teil des rückwärtigen Zuges 23 ein und können in den Kaminanschlussstutzen 25 strö men. Da der Brennraum 14 oberhalb des Brenn- raumes 10 liegt, wird ersterer auch dann stark er wärmt, wenn der Kessel nur mit flüssigem Brenn stoff beheizt wird. Man kann somit jederzeit ohne Umstellung anfallende Abfälle in den oberen Ver brennungsraum werfen, die dort unter dem Einfluss der Hitze aus dem Verbrennungsraum für flüssige Brennstoffe verbrennen.
Soll der Heizkessel mit festen Brennstoffen be trieben werden, so steht hierfür ein ausreichend grosser Brennraum mit wassergekühltem Rost und vorne liegender Füll-, Schür- und Aschfallöffnung, wie bei einem normalen Kokskessel zur Verfügung. Die bei der Verbrennung im Brennraum 14 frei werdenden Rauchgase treten, wenn die Klappen 31, 32 so umgestellt sind, dass, wie Fig.2 zeigt, die Klappe 31 den oberen Teil des Zuges 23 gegenüber dem Abzugsstutzen 25 abschliesst, durch die oberen Öffnungen 22 in die Seitenzüge 27,
28 und beauf- schlagen beim Abwärtsströmen dieselbe Heizkessel fläche wie die Verbrennungsgase aus dem Brenn- raum 10. Unten strömen sie über die Öffnungen 29, 30 in den unteren Teil des rückwärtigen Zuges 23, in diesem aufwärts und in den Kaminabzugsstutzen.
Bei der erläuterten erfindungsgemässen Konstruk tion wird somit annähernd die gleiche Heizfläche beaufschlagt, gleichgültig, ob die Verbrennungsgase im Brennraum 10 für flüssige Brennstoffe oder in dem Brennraum 14 für feste Brennstoffe entstehen. Die Kesselleistung fällt daher bei Betrieb mit festen Brennstoffen gegenüber der Kesselleistung bei Betrieb mit Öl nicht ab. Der symmetrische Aufbau des er läuterten Heizkessels ist einfach, billig und raum sparend. Der Kessel ist ohne Umstellung jederzeit für die Verbrennung von Abfällen geeignet, die sich von selbst entzünden können.
Es lassen sich also feste Brennstoffe gleichzeitig mit flüssigen Brenn stoffen verbrennen.
Selbstverständlich lässt sich der Erfindungs gedanke auch auf gasförmige Brennstoffe anwenden, indem einfach anstelle der ölbrennereinrichtung eine Brennereinrichtung für gasförmige Brennstoffe vor gesehen wird.
Der Erfindungsgedanke lässt sich gleicherweise bei Kesseln aus Stahl wie bei solchen aus Gusseisen an wenden. Auch ist es unwesentlich, ob beispielsweise die Seitenzüge 27, 28 in lotrechter Richtung einen durchgehenden ununterbrochenen Querschnitt be sitzen oder aber in einzelne voneinander getrennte Kanäle unterteilt sind. Ferner lassen sich die seit lichen Austritte beim unteren und oberen Brennraum als eine durchgehende ganze Öffnung gestalten. In diesem Fall könnten die seitlichen Kesselwände ent sprechend verkürzt sein und nur mit Stutzen mit dem Vorlaufsammelbehälter verbunden sein. Auch ist denkbar, statt Rohre in bekannter Weise plattenartige Kesselwände zu verwenden.
Der Querschnitt des Kessels kann eine andere als rechteckige Form ha ben, beispielsweise rund, oval oder dergleichen. Fer ner ist auch der Einbau des Ölbrenners an der Rück seite des Kessels denkbar, nämlich dann, wenn für die Anordnung des Kaminanschlussstutzens ohnehin ein gewisser Raum notwendig ist, in welchem Falle dann zugleich der Brenner unterhalb des Kamin anschlussstutzens angeordnet werden kann.