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Elektrische Schalteinrichtung, vorwiegend für gekapselte Anlagen Man trachtet beim Bau von Schaltanlagen danach, möglichst weitgehend Platz zu sparen, ohne dabei die elektrischen Eigenschaften sowie die Zugänglichkeit und die Auswechselbarkeit der Geräte zu verschlechtern. Aus diesem Grunde hat man besonders in gekapselten Schaltanlagen, beispielsweise an Leistungsschaltern, Stecker vorgesehen, welche gleichzeitig als offene Trennstellen dienen. Man braucht dann einen Schalter zur Revision nur aus dem Schaltfeld herauszuziehen und hat die Möglichkeit, an alle Seiten heranzukommen und macht dabei gleichzeitig den Abzweig selbst spannungslos.
Wird der Steckkontakt in einem Isolator untergebracht, so ist dabei auch das versehentliche Berühren noch spannungsführender Teile an der zur Sammelschiene zugekehrten Seite vermieden.
Ein solcher Leistungsschalter besteht also aus der eigentlichen Leistungsschaltstelle und einem Steckkontakt, der als Spannungstrennstelle dient. Die Abschaltung kann mit Hilfe von Öl oder Druckluft oder anderen Mitteln bewirkt werden. Diese Anordnung hat aber den Nachteil, dass die Stecker nicht geöffnet werden können, wenn der Schalter in der Schaltanlage auf seinem Platz bleibt. Deshalb sind diese Einrichtungen meist auf Anlagen mit Einfachsammel- schienen beschränkt. Bei Doppelsammelschienen muss ja bekanntlich die Trennstelle doppelt vorgesehen werden, wobei die eine ein- und die andere ausgeschaltet ist. Um dies bei den bekannten Ausführungen zu ermöglichen, muss man zusätzlich Laschen oder getrennt angeordnete Trennschalter einbauen.
Dies erfordert aber Platz und macht die ganze Anlage weniger wirtschaftlich.
Es wird nun eine Anordnung vorgeschlagen, bei der es möglich ist, ohne zusätzlich äussere Mittel jeden Stromkreis gesondert zu schalten und dabei die ganze Anordnung in den Steckern zu lassen. Dies wird erfindungsgemäss dadurch erreicht, dass zwei Spannungstrennstellen je Pol zu einer Gruppe zusammengebaut sind und mindestens eine solche Gruppe je Pol vorhanden ist, wobei die Gruppe eine aus Stek- kern bestehende, sichtbare, reine Spannungstrenn- stelle und eine gekapselte Trennstelle, die die Abschaltung betriebsmässig fliessender Ströme erlaubt, aufweist.
Die Fig. 1 bis 7 zeigen Ausführungsbeispiele und Schaltbilder des Erfindungsgegenstandes. Fig. 1 zeigt ein einpoliges Schaltbild mit einem Leistungsschalter und vier Abgängen, Fig. 2 ein Beispiel einer Umschaltung bei Doppelsammelschienen in dreipoliger Darstellung, Fig. 3 einen Schnitt durch die Schaltstellen, Fig. 4 und 5 den äusseren Aufbau und Fig. 6 und 7 ein Beispiel für eine Polumschaltung von Motoren.
Fig. 1 zeigt eine Anordnung mit mehreren Abzweigen. Die Schaltung ist dabei so, dass die Anspei- sung bei der Leistungsschaltstelle 1 liegt und mehrere Abzweige 2 über die Spannungstrennstellengruppen 3 und 4 geschaltet werden. Jeder Abzweig kann durch eine gesonderte Trennstellengruppe unabhängig betätigt werden. Bei Kurzschlüssen muss dann die Leistungsschaltstelle ausgelöst werden.
Da mit einfachen Trennschaltern keine Leistung abgeschaltet werden kann, so werden die geschlossenen Trennstellen wie Leistungstrennschalter ausgebildet, das heisst also als Spannungstrennstellen, die gleichzeitig auch betriebsmässig vorkommende Ströme abschalten können.
Fig. 2 zeigt eine Schaltung, bei der ein Leistungsschalter für Doppelsammelschienen vorgesehen ist. Die beiden Sammelschienen sind mit 5 und 6 bezeichnet. Einen Abzweig bzw. eine Anspeisung wird durch den Leistungsschalter 7 geschaltet, der aus der Leistungsschaltstelle 1 und den beiden Spannungstrenn-
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stellengruppen; 3 und 4 besteht. Je nachdem, an welche Sammelschiene der Abzweig angeschlossen werden soll, werden die geschlossenen Spannungstrennstellen 3 ein- oder ausgeschaltet. Die Steckkontakte 4 bleiben unverändert eingeschaltet und werden nur benutzt, wenn der ganze Schalter überholt oder nachgesehen werden soll.
Die praktische Ausführung eines solchen Leistungsschalters ist nun so, dass möglichst wenig Platz aufgewendet wird. Dies ist dadurch möglich, dass die geschlossenen Spannungstrennstellen beispielsweise als Schubtrennschalter ausgeführt sind. Dann können diese in einer Linie mit dem Steckkontakt angeordnet werden. Man hat dann die Möglichkeit, eine verhältnismässig grosse Anzahl von Spannungstrennstellen- gruppen anzuordnen. Dies ist in der Fig. 3 dargestellt. Darin ist 1 die Leistungsschaltstelle, 3 die geschlossene und 4 die offene, als Steckkontakt ausgebildete Spannungstrennstelle. Die zwei Steckhülsen sind mit 8 bezeichnet. Aus diesen kann der ganze Leistungsschalter herausgezogen werden.
Oben ist die Leistungsschaltstelle 1 dargestellt, in diesem Falle als Beispiel ein ölarmer Schalter. Durch die Drehung der Welle 9 wird das bewegliche Kontaktstück 10 nach links bewegt und dadurch der Schalter geöffnet. Das Gehäuse 11 besteht aus leitendem Material und ist mit dem Behälter 12 verbunden, auf welchem die Spannungstrennstellen aufgebaut sind. Dieser Behälter ist ebenfalls leitend. Die Spannungstrennstelle ist als Schubtrennschalter ausgebildet, welche durch Drehen der Welle 13 betätigt wird. Sie ist auch als Lei- stungstrennschalter ausgebildet, kann dabei mit Druckluft oder in Öl betätigt werden.
Die Druckluft kann hierbei in bekannter Weise durch die Bewegung des Leistungstrennschalters selber erzeugt werden.
Der Behälter 12 ist vielseitig verwendbar. In der Fig. 3 dient er als Stromverbindung zwischen der Lei- stungsschalt- und den Spannungstrennstellen. In der Fig. 4 ist nun schematisch gezeigt, wie an einem solchen Behälter in leichter Weise mehrere Abzweige angebracht werden können, welche von einer Leistungsschaltstelle 1 gespeist werden. Die Schaltstellen sind nicht genauer dargestellt, sondern nur ihre Verbindung untereinander. Die Leistungsschaltstelle 1 ist senkrecht zum Behälter 12 aufgebaut. Sie kann beispielsweise mit Druckluft geschaltet werden.
Alle Spannungstrennstellen 3 und 4 sind ebenfalls auf denselben Behälter 12 aufgebaut, welcher gleichzeitig als Sammelschiene dient, so dass der Strom von der Leistungsschaltstelle 1 auf die Spannungstrennstellen aufgeteilt wird. Ausserdem ist der Antrieb 14 für die einzelnen, Schaltstellen an dem Behälter befestigt. Der Behälter selbst steht auf dem Stützer 15, der beispielsweise an einem Traggestell 16 angebracht ist. Die ganze Anordnung ist für einen Pol des Schalters dargestellt. Die andern Pole sind dahinter zu denken. Es sind also die Spannungstrennstellen der verschiedenen Pole für jeden Abzweig in einer horizontalen Ebene angeordnet.
Eine andere Ausführung für eine Schaltanlage mit Doppelsammelschienensystem zeigt die Fig. 5. Hier ist die Ansicht von vorn, das heisst die Steckerseite, gezeigt. 3 und 4 sind wieder die Spannungs- trennstellen, 1 die Leistungsschaltstelle. Die Spannungstrennstellen liegen je Sammelschiene in einer schrägen Ebene, und zwar gehören die Spannungs- trennstellen 17, 18, 19 der verschiedenen Pole zu der Sammelschiene 25, die Spannungstrennstellen 20, 21, 22 zur andern Sammelschiene 26. Auch bei dieser Ausführung sind die Trennstellen eines Poles auf denselben Behälter aufgebaut.
Je nach dem gewünschten Sammelschienenanschluss werden die in 17, 18, 19 oder 20, 21, 22 liegenden geschlossenen Spannungs- trennstellen betätigt, ohne dabei die Stecker herausziehen zu müssen. Eine weitere Verwendung des Erfindungsgedankens ist bei Polumschaltern möglich. Dies ist in den Fig. 6 und 7 dargestellt. Fig. 6 zeigt die Ausführung, Fig. 7 die zugehörige Schaltung.
Die drei Pole R, S, T werden der Leistungsschaltstelle zugeführt. Über die geschlossenen Spannungstrenn- stellen, mit denen in Reihe, wie in den anderen Beispielen die als Stecker ausgeführten Spannungstrenn- stellen liegen, werden an den Abgang entweder die Phasenfolge R, S, T oder T, S, R gelegt. Die Umschaltung erfolgt über fünf Spannungstrennstellen, wobei nur der Anschluss des Pols S unverändert bleibt. Ist beispielsweise die im Schaltbild obere Spannungstrennstelle 3 an den Pol R und die untere Spannungstrennstelle an den Pol T angeschlossen, so liegt der Abgang an der Phasenfolge R, S, T. Werden dagegen die Spannungstrennstellen oben an T und unten an R angeschlossen, so erhält man die umgekehrte Phasenfolge.
Die beiden Trennstellen R und T sind je durch eine Schiene 23 verbunden, welche den Stecker 24 tragen. Man kann auch zwei oder mehr Abzweige über eine Leistungsstelle speisen, wobei jeder Abzweig unabhängig voneinander gepolt sein kann.
Der Behälter selbst kann auch für die Führung der Druckluft verwendet werden, wenn einzelne Schaltstellen mit Druckluft betätigt oder beblasen werden. In diesem Fall muss am unteren Ende ein Druckluftkessel vorgesehen sein, welcher oberhalb oder unterhalb des Isolators liegen kann. Jede einzelne Schaltstelle muss dann durch ein besonderes Ventil abschliessbar sein. Auf diese Weise sind sie gesondert zu betätigen.
Die Anordnung kann auch so getroffen werden, dass nur die Leistungsschaltstelle mit Druckluft, die übrigen auf andere bekannte Weisen betätigt und geschaltet werden. Man kann auch den Behälter selbst als Druckluftbehälter verwenden und erspart dadurch besondere Druckluftkessel.
Weiterhin ist es möglich, bei diesen Anordnungen an jedem Abzweig Stromwandler oder Hauptstromauslöser anzubringen. Sie werden zweckmässi- gerweise an den Spannungstrennstellengruppen selber befestigt. Dadurch erfordern sie keinen zusätzlichen Raum.
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Der Vorteil der beschriebenen Anordnungen ist die vielseitige Verwendung des Behälters. Er kann in allen erwähnten Fällen und bei Verwendung verschiedener Schalterarten in gleicher Weise vorgesehen werden.
In den Fällen, wo keine Druckluft oder andere Stoffe zugeführt zu werden brauchen:, wo also der Behälter nur zur Befestigung äusserer Anlageteile dienen soll, kann man ihn auch durch eine Sammelschiene bekannter Bauart ersetzen, die dann gleichzeitig als Träger für diese Teile verwendet wird.