Schleudermühle Vorliegende Erfindung betrifft eine Schleuder mühle mit rotierendem Schläger und am Gehäuse an geordnetem Schlagrost und Sieb.
Es ist bekannt, dass bei Schleudermühlen, deren Schläger am äusseren Umfang mit bis zu 75 misec lau fen, während der Zerkleinerung des Mahlgutes grosse Wärmemengen erzeugt werden, die sich in der in der Mühle vorhandenen Luft aufspeichern. Die Kalt luftzuführung ist bei den bekannten Mühlen dadurch ungenügend, dass die Kaltluft zur Kühlung des Mahl gutes durch das Schleuderrad nur durch die vor handenen Öffnungen wie Speisevorrichtungen, Ein- schütttrichter, Grobspeisevorrichtungen oder durch eingegossene Luftzuführungskanäle in den Vorbre- chern angesaugt wird.
Die erwärmte Luft muss durch die gleichen Öffnungen wieder entweichen, und da durch wird nicht eine Kühlung, sondern eine Er hitzung des Mahlgutes erreicht. Diese Erhitzung wird besonders dadurch verstärkt, dass die Wände der Mahlkammer dem Schlägerumfang angepasst, das heisst der Abstand zwischen dem Flugkreis der Schlä ger und der Mahlkammerwand in den meisten Fällen gleich bleibt. Dadurch ist dem Mahlgut keine Ge legenheit gegeben, aus der erhitzten Mahlzone vor dem Ausfall aus der Mahlkammer durch das Sieb zu entweichen.
Bei anderen Ausführungsformen hat die Mahlkammer eckige Form, wodurch sich zwi schen den Wänden der Mahlkammer und dem Schlä gerumfang tote Winkel bilden, welche sich während des Mahlvorgangs zusetzen, wodurch Erhitzung und Materialbewegung sich im gleichen Rahmen, wie oben beschrieben, abspielen, jedoch noch ungünstigere Form annehmen können.
Beim Einbringen von groben Mahlgütern wird durch die Schleuderwirkung oft ein Teil des Mahl gutes durch die Grobspeisevorrichtung wieder aus- geblasen. Man hat versucht, durch den Einbau von versetzten Klappen und durch Aufsetzen von Luft zufuhrtrichtern auf die Grobspeisevorrichtungen diese Mängel zu beheben.
Der Einbau von versetzten Klap pen führt jedoch zu Verstopfungen, und die durch die Luftzufuhrtrichter angesaugte Luft verstärkt den bereits in der Mühle vorhandenen Überdruck, so d'ass das Mahlgut aus der Mühle herausgedrückt wird, wodurch umfangreiche Luftabkühlungsvorrichtungen und Filteraggregate erforderlich sind.
Neben dem stets grossen Luftdurchsatz der bis herigen Mühlen kennzeichnen sich diese dadurch, d'ass das Mahlgut durch das Sieb getrieben wird. Die Körnung des Mahlgutes entspricht also genau der Grössenordnung der Sieblochung.
Man hat auch versucht, die Mühlengehäuse schneckenförmig auszubilden, um das Mahlgut bei der Trockenvermahlung mit dem durch die Mühle erzeugten Luftstrom in einen Zyklon durch Sammel- behälter zu fördern. Jedoch auch Mühlen dieser Art können nicht ohne Stäubabscheid'er arbeiten, und die Zusatzeinrichtungen benötigen nicht nur viel Raum, sondern verteuern auch die Anlagekosten erheblich, ganz abgesehen davon, dass auch hier eine starke Er hitzung des Mahlgutes auftritt.
Nach der vorliegenden Erfindung werden diese Nachteile dadurch beseitigt, dass Schlagrost und Sieb in der Umlaufrichtung des Schlägers am Gehäuse hintereinander angeordnet sind und dass sich der Ab stand zwischen dem Schlägerumfang und dem Sieb in Umlaufrichtung des Schlägers gesehen, allmählich erweitert.
Die beiliegenden Zeichnungen veranschaulichen zwei Ausführungsbeispiele der erfindungsgemässen Schleudermühle. Es zeigen: Fig. 1 einen Querschnitt durch eine erste Aus führungsform einer Schleudermühle, Fig.2 einen teilweisen Längsschnitt durch die seitliche Speisevorrichtung einer Schleudermühle ge mäss Fig. 1, Fig. 3 einen Schnitt durch die zweite Ausführungs form einer Schleudermühle mit Kühlung der Kam merwände, Fig. 4 einen durch die Achse gelegten Schnitt zu Fig. 3,
Fig. 5 einen Querschnitt nach Linie A-B der Fig. 4, Fig. 6 einen Schnitt nach Linie C-D in Fig. 4. In der Schleudermühle nach Fig. 1 und 2 wird der Zulauf des körnigen Mahlgutes aus dem offenen Fallschacht 1 durch den von aussen verstellbaren Schieber 2, der vor der Öffnung 3 angeordnet ist, geregelt. Die Klappe 4 dient dazu, um bei Beschüt- tung mit körnigem Gut ein Auslaufen zu verhindern.
Der schräge offene Ansatz 5, der mit dem Fall schacht 1 ein geschlossenes Ganzes bildet, dient als Grobspeisevorrichtung zum Einbringen von sperrigen Mahlgütern wie z. B. Knochen, Maiskolben, Ölkuchen usw. Von den Schlägern 6, die in den auf der Welle aufgesetzten Scheiben 7 gelenkig und fliegend ange ordnet sind, wird das durch die Öffnung 3 auf den Schlagrost 8 fallende Mahlgut mit grosser Gewalt innerhalb des Mahlraumes 9 herumgeschleudert bis zu einer Feinheit entsprechend den Löchern des Siebes 10 im Siebeinsatz 11.
Die Frischlufteinströmöffnun- gen 12 sind so gelegt, dass sich die Luft aus dem Hohlraum 13 mit der von aussen einströmenden Frischluft im Kanal 14 vereinigt und sich hier eine Abkühlung der erwärmten Luft vollziehen kann. Dabei wird die Luft nur bis zur Mitte des Schlag rostes 8 gepresst.
Durch die Spalterweiterung 15 zwi schen Schläger 6 und Gehäusewand 16 mit Sieb 10 erfährt der Luft- und Mahlgutstrom eine Verlang samung und strömt mit geringer Geschwindigkeit in die Expansionskammer 17, wo ein Teil der Luft gleich durch den über dem Siebeinsatz 11 gelegten Saugschlitz 18 der Gehäusewand 22 in den Hohl raum 13 und der Rest beim Auftreffen auf die Stirnwand 19 und die im Saugstutzen 27 angeord nete Klappe 20 nach oben abgelenkt wird und hier durch die Öffnung 21 in den Filterraum 23 strömt; die Luft tritt rein aus dem Filter 24 aus, und das Mahlgut wird unten abgesackt. Der Querschnitt der Luftdurchflussöffnungen 12 ist durch die Scheibe 25 regulierbar.
Bei der Schleudermühle gemäss dem in den Fig. 3 bis 6 dargestellten Beispiel wird aus der im Einfallschacht 28 stehenden Materialsäule durch eine hin und her gehende Stosseinrichtung 29 eine be stimmte Menge über einen Magneten 32 hinweg in den Fallschacht 33 gestossen. Die Stosseinrichtung wird mittels Zahnstangentriebes 30 und einem Stoss exzenter über ein nicht dargestelltes Getriebe von der Schlägerwelle 31 aus bewegt. Gemeinsam mit der von aussen durch ein verstellbares Luftsteuerrohr 34 mit veränderlichem Querschnitt von der Saugwir kung der Schläger 35 angesaugten Luft gelangt das Gut in die Kammer und wird von den Schlägern 35 über den Mahlrost 36 hinweg bewegt.
Hier wird es von den äusseren Flächen der Schläger 35 zer kleinert und von deren seitlichen Flächen auf das an den Schlagrost 36 anschliessende in spiraliger Bahn zur Schlägerwelle 31 verlaufende Sieb 37 ge worfen. Das hinreichend zerkleinerte Gut tritt durch das Sieb hindurch in die Expansionskammer 38. Das noch nicht genügend zerkleinerte, im Wirkungs bereich der Schläger 35 verbleibende, durch die Ro tation der Schläger mitgenommene Gut wird in der oberhalb der Schläger vorgesehenen Wirbelkammer 40 der Mahlkammer 41 durch die Fliehkraft im Gleichgewicht gehalten und strömt im Kreislauf ausserhalb des Flugkreises der Schläger 35 wieder in den Mahlspalt zurück. Das noch nicht genügend zerkleinerte Gut reinigt gleichzeitig das Sieb beim Hinwegstreichen über dasselbe.
In der Expansionskammer 38 wird aus dem durch das Sieb 37 einströmenden Mahlgutstrom, welcher auf die dem Sieb 37 der gegenüberliegenden Wan dung der Expansionskammer 38 aufprallt, die Luft nach oben abgelenkt. Sie geht einmal durch das im Halter 43 für das Sieb 37 in einer besonderen Öff nung vorgesehene Sieb 42 in den oberhalb der Wir belkammer 40 gelegenen und nach dem Fallschacht 33 führenden Hohlraum 44 und zum anderen in den Filterraum 45, um durch das am oberen Ende des Filterraumes 45 angebrachte Filter 46 staubfrei aus der Mühle zu strömen. Aus diesem Filter 46 tritt nur eine geringe Luftmenge mit kleiner Geschwindig keit aus, und zwar so viel, wie zur Kühlung des Mahlgutes durch das Luftsteuerrohr 34 Frischluft zugeführt wurde.
Aus der Expansionskammer 38 fällt das von der Luft getrennte Mahlgut aus dem offenen Auslauf 39 aus.
Die Stirnwände des Mühlengehäuses sind als Hohlkörper ausgebildet. In dem Hohlraum jeder Stirnwand ist ein Gebläse 48 bzw. 69 angeordnet, die auf der Schlägerwelle sitzen. In den Hohlräumen sind durch eingebaute Wände Kanäle gebildet, deren Ver lauf und Zweck sich aus dem Nachstehenden ergibt.
Von dem Gebläse 48 (Fig. 4 rechts) wird einmal die in einer Kammer 49 unterhalb des Schlagrostes 36 durch verstellbare Einstellöffnungen 50, eintre tende Frischluft durch die ungefähr konzentrisch zum Schlagrost 36 verlaufenden Kanäle 51, 52 den Saug schlitz 53 und einen in der Mahlkammer querver laufenden Raum 54 durch die Öffnung 55 in den Kanal 56 (Fig. 6) in der einen Stirnseite des Gehäuses gesaugt. Sie gelangt in den Vorraum 57 im Flansch gehäuse 47 durch die Saugöffnung 58 zu dem Gebläse 48. Von diesem wird es durch die in der Seitenwand des Mühlengehäuses vorgesehenen Kanäle 59 bis zu einem Hahnen 60 gedrückt (Fig.6). Von diesem zweigt je ein Kanal 59 und 61 ab.
Wird der Kanal 59 mit dem Kanal 61 verbunden, so strömt die Luft nach der Öffnung 62 in der Seitenwand und in einen Kanal 63 der Mahlkammer, von dem aus sie in den Fallschacht 33 übertritt. Wird der Kanal 59 über den Hahn 60 mit dem Kanal 64 verbunden, so strömt die Luft durch die im Hohlraum der Seitenwände durch die Zwischenwände gebildeten Kanäle 65, um den Hohlraum 66 schliesslich durch die Öffnung 67 ins Freie zu verlassen.
Von dem auf der Schlägerwelle 31 in Fig. 4 links im Flanschgehäuse 68 innerhalb der Seitenwände an geordneten Gebläse 69 wird Luft einmal über eine bei 70 angedeutete Leitung aus dem Hohlraum 44 und den Kanal 71 und zum anderen durch einen Schieber 72 direkt von aussen her durch den Kanal 75 bis zum Hahnen 76 gedrückt. Von diesem geht eine Leitung 77 zu der früher erwähnten Öffnung 62 im Kanal 63 und zweigt weiter ein Stutzen 78 ab. Wird der Kanal 75 über den Hahn 76 mit dem Kanal 77 verbunden, so strömt die Luft gleichfalls aus dem Kanal 75 durch die Öffnung 62 in den Kanal 63 und somit in den Fallschacht 33. In der in Fig. 4 links gelegenen hohen Stirnseite der Mühle sind wie in der rechts gelegenen Stirnseite durch Wände Kanäle 65 gebildet.
Durch diese strömt die Luft, wenn der Hahn 76 mit dem Stutzen 78 verbunden ist. Die Luft tritt dann auch hier wieder durch eine Öffnung 67 aus dem Mühlengehäuse aus. An den Stutzen 78 kann ein Filter 79 eingesetzt werden. Es wird nur benutzt, wenn durch das Gebläse 69 Luft aus dem Hohlraum 44 eingesaugt wird. Für die Entgasung des Hohl raumes 44 wird ein biegsamer Schlauch angeschlos sen, um die Verbindung mit dem Reinigungsfilter herzustellen. Der im Hohlraum 44 vorgesehene Hahn 86 wird geschlossen, wenn mit wenig Luft gearbeitet wird, damit keine Luft durch die Saugwirkung der Schläger 35 aus dem Hohlraum 44 über den Kanal 87 eingesaugt werden kann.
Die beschriebenen Schleudermühlen stellen gegen über der bisherigen Mahltechnik für weiche bis mittel harte Stoffe einen technischen Fortschritt in einer vollkommen neuen Richtung dar. Die Temperatur im Mahlraum kann unter 35 gehalten werden. Damit ist die neue Mühle für die Vermahlung auch solcher Stoffe geeignet, welche für höhere Temperaturen empfindlich sind, also viele Pharmazeutika, Chemi kalien, Wirkstoffe und Nahrungsmittel. Bei aromati schen Stoffen wird ferner der Vorteil erreicht, dass die durch das Sieb ausströmende aromatisierte Luft wieder in die Mahlkammer zurückgeführt wird, wo durch die Intensität des Aromas des gemahlenen Gutes bedeutend stärker als nach dem Mahlen mit bisherigen Mühlen ist.