Membranpumpe zur Förderung von chemisch aggressiven Flüssigkeiten Bei den bekannten Membranpumpen, die der För derung von chemisch aggressiven Flüssigkeiten dienen, ist die angestrebte absolute Trennung der die Mem- bran-Antriebsflüssigkeit (Öl) einerseits und die che misch aggressive Förderflüssigkeit anderseits enthal tenden Räume voneinander durch die Membrane allein nicht ausreichend gesichert.
So ist es bei länge rer Betriebszeit zum Beispiel möglich, dass die Mem brane infolge Ermüdung des Membranwerkstoffes, insbesondere an den Einspannstellen, rissig wird, oder dass bei hohen Druckunterschieden eine Diffusion der schädlichen Flüssigkeit durch die Membrane hindurch eintreten kann.
Diese Nachteile können auch durch die bekannte mehrfache Anordnung von Membranen zwischen dem die Antriebsflüssigkeit enthaltenden Antriebsraum und dem Raum für die Förderflüssigkeit (Förder- raum) nicht vermieden, sondern höchstens verzögert werden, da der die Pumpe Bedienende diese Vorgänge von aussen meist erst dann feststellen kann, wenn der Schadensfall schon eingetreten ist.
Es sind in diesem Zusammenhang zwar Massnah men bekanntgeworden, bei denen zum Beispiel Elek troden in dem gefährdeten Raum angeordnet sind, welche bei Auftreten von säurehaltiger Flüssigkeit einen Warnstromkreis schliessen. Diese Einrichtungen haben jedoch den Nachteil, dass sie nur bei Förder flüssigkeiten mit genügendem Säuregehalt brauchbar sind und dass ihr Funktionieren das ständige Vorhan densein von elektrischem Strom voraussetzt.
Es kann also der Fall eintreten, dass der Säuregehalt in der Antriebsflüssigkeit (Öl) durch die bei Membranpum- pen meist vorhandene selbsttätige und ständig erfol gende Ölergänzung aus dem Ölvorratsraum nur sehr langsam den für die Auslösung der elektrischen Warn anlage notwendigen Spiegel erreicht und dass das Säure-Öl-Gemisch inzwischen schon in alle Räume der Pumpe gelangt ist, welche Antriebsflüssigkeit ent halten.
Diese Nachteile werden durch die vorliegende Er findung mit Mitteln behoben, deren Zuverlässigkeit vor allem in ihrer Einfachheit begründet ist. Die vor liegende Membranpumpe, bei welcher zwischen För- derraum und Membran-Antriebsraum mindestens eine durch Membranen gebildete Kammer angeordnet ist, ist nun dadurch gekennzeichnet, dass die Kammer mit mindestens einem Schauglas in Verbindung steht, das im Höhenbereich oder bei der oberen oder der un teren Kammerbegrenzung liegt, und dass die Kammer mit einer Flüssigkeit gefüllt ist,
deren chemische und physikalische Eigenschaften von denjenigen der För- derflüssigkeit verschieden sind. Dabei sind für den Fall, dass mehrere Membrankammern vorhanden sind, vorzugsweise die chemischen und physikalischen Ei- genschaften sowohl der Kammer-Füllflüssigkeiten un ter sich als auch bezüglich der ausserhalb der Kam mern befindlichen Flüssigkeiten verschieden.
Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird an schliessend anhand einer schematischen Zeichnung er läutert.
Das Gehäuse für die Membranen wird aus Teilen 1, 2, 3, 4 gebildet, die aneinander geflanscht und zwi schen welche Membranen 5, 6, 7 in gleichen Abstän den voneinander eingespannt sind. Auf der einen Seite des Membrangehäuses ist ein Ventilgehäuse 9 ange ordnet, welches ein Saugventil 10 und ein Druckventil 11 für die Förderflüssigkeit enthält. Die Zu- bzw. Ab leitung der Förderflüssigkeit ist mit 12 bzw. 13 be zeichnet.
Auf der anderen Seite des Membrangehäu- ses sitzt ein Pumpengehäuse 14, in welchem ein Kol ben 15 mit einer Kolbenstange 16 geführt ist. Ein Raum 17 und Membrankammern 18, 19 sind mit Membran-Antriebsflüssigkeit, ein Raum 20 mit För- derflüssigkeit gefüllt, die physikalisch und chemisch von der Antriebsflüssigkeit verschieden ist. An den Gehäuseteilen 2 und 3 sind untere Schaugläser 21 und 22 und obere Schaugläser 23 und 24 angebracht.
Sie stehen mit der Kammer 18 bzw. 19 in Verbindung und befinden sich bei der obern bzw. untern Begren zung der Kammer. Die Membranen werden durch Verbindungsstücke 25 und 26 in gleichem Abstand voneinander gehalten.
Zum Entleeren und Füllen der Kammern 18 und 19 sind die Schaugläser mit Verschlusskappen bzw. Verschlussschrauben 27 versehen.
Ein auf den Inhalt der einzelnen Membrankam- mern geeichtes Füllgefäss 28 ist jeder Pumpe als ein Bestandteil beigegeben.
Der Förderraum 20 ist durch einen Deckel 29 von aussen zugänglich gemacht, um vor dem Füllen der Kammern die Membranen in dieselbe Hubendlage bringen zu können und damit die Volumengleichheit der Kammern zu sichern.
Die gezeigte Einrichtung wirkt in der Weise, dass die bei einer Undichtheit der Membrane 7 aus dem Raum 20 in den Raum 19 gelangende, z. B. spezifisch schwerere Förderflüssigkeit, sich nach unten in das Schauglas 22 absetzt und dort sichtbar wird.
Neben der Sicherheit, die durch direkte Beobach tung im Schauglas gegeben ist, verhütet die Anord nung von weiteren Membranen 5, 6 ein Vordringen der schädlichen Flüssigkeit in den Antriebsraum 17. Dies ist insbesondere dann von Wichtigkeit, wenn eine Beobachtung des Schauglases zeitweilig unterbleibt.
Diese neue Massnahme ermöglicht es auch, jeder zeit festzustellen, welche der Membranen ausgewech selt werden muss. Um diese Feststellung auch dann treffen zu können, wenn keine Förderflüssigkeit in eine Membrankammer eingedrungen ist, können die Räume 18 und 19 mit Flüssigkeiten gefüllt werden, deren spezifische Gewichte und Verhalten bezüglich Färbung unter sich und von der Förderflüssigkeit ver schieden sind.
Bei einer Anordnung der Membranpumpe mit \ertikaler Achse werden die Schaugläser über Win kelstücke mit den zugehörigen Kammern verbunden, so dass sie auch in diesem Fall vertikal nach unten bzw. nach oben verlaufen.
Durch die erläuterte Massnahme ergibt sich eine wesentliche Steigerung der Sicherheit gegen das Ein dringen der schädlichen Flüssigkeit in den Antriebs raum. Während bisher durch die bekannte mehrfache Anordnung der Membranen mit Zwischenräumen nur eine verbesserte Abschirmung gegen die Förderflüssig- keit erreicht wurde, kann nun durch die Verwendung von Schaugläsern jeder einzelne Raum zwischen den Membranen während des Betriebes und von aussen überwacht werden.
Dabei wird von der Tatsache Ge brauch gemacht, dass die Antriebsflüssigkeit und die Förderflüssigkeit verschiedene chemische und physi kalische Eigenschaften aufweisen, so dass sich zum Beispiel bei unterschiedlichen spezifischen Gewichten die Flüssigkeiten in den Schaugläsern sichtbar gegen einander absetzen. Die durch ihre besondere Beschaf fenheit schwerere bzw. leichtere Förderflüssigkeit wird sich dabei im tiefsten bzw. höchsten Teil des Schau glases ansammeln und sich durch verschiedene Fär bung bzw. Lichtbrechung von der darüber oder dar unter stehenden Antriebsflüssigkeit deutlich unter scheiden und das rechtzeitige Eingreifen des die Pumpe Bedienenden veranlassen.
Es kann aber auch, wie weiter vorgeschlagen wird, mindestens die an den Förderraum angrenzende Kam mer mit einer Flüssigkeit gefüllt sein, die bei Auftre ten von Förderflüssigkeit ihre Farbe ändert. Auch durch dieses Mittel kann das Eindringen von Förder- flüssigkeit in die Membrankammer durch das Schau glas sehr schnell festgestellt werden. Zur Sicherung der Funktion der Pumpe und zum Schutz der Mem brane von einer überbeanspruchung muss dafür ge sorgt werden, dass der Abstand der Membranen vonein ander auch während des Pumpvorganges gleich bleibt.
Letztere Bedingung kann durch die an sich bekannte Verbindung der Membranen miteinander erfüllt wer den. Der Bedingung nach Volumengleichheit der Kam merfüllungen wird dadurch entsprochen, dass die Schaugläser mit Hahnen oder Verschlussschrauben versehen sind und dass der Pumpe ein Füllgefäss zu geordnet ist, dessen Volumen auf das Füllvolumen einer Membrankammer geeicht ist.
Dadurch ist auch bei ungeschultem Bedienungs personal die Gewähr gegeben, dass bei einer notwendig werdenden Erneuerung der Kammerflüssigkeit jeweils die richtige Menge in die Membrankammern eingefüllt wird.
Wenn das Füllen der Membrankammern bei einer Mittellage der Membranen erfolgt, besteht die Mög lichkeit, dass infolge von Faltenbildungen, Ausbuch tungen usw. an den ungespannten Membranen das Volumen der einzelnen Kammern ungleich und von demjenigen verschieden ist, welches die Kammer bei gespannten Membranen, also im Betrieb der Pumpe, aufweist. Zur Sicherung der Gleichheit des Füllvolu mens ist deshalb der Förderraum mit einer verschliess baren COffnung versehen, durch welche hindurch vor dem Füllen der Kammern die Membranen gemeinsam in eine Hubendlage gebracht werden.