Photographische Kamera mit Irisblende Die Erfindung betrifft eine photographische Ka mera mit irisblende, deren die Blendenlamellen fas senden zwei Blendenlamellensteuerringe je für sich drehbar sind.
Bisher wurden, wenn nach der Lichtwertmethode gearbeitet werden sollte, die Lichtwerteinstellglieder (Skalen oder ihre Gegenmarke) mit denen der Blen den- und Verschlusseinstellglieder derart kombiniert, dass die Skala der Lichtwerte auf dem Skalenring der Blendenzahlen und die Gegenmarke der Lichtwert skala auf dem Verschlusszeitenskalenring angeordnet wurden.
Die Lichtwertskala und ihre Gegenmarke konnten auch vertauscht werden, so dass die Licht wertskala sich auf dem Verschlusszeitenskalenring be fand und die der Lichtwertskala zugeordnete Gegen marke auf dem Blendenskalenring. Die Folge dieser bisherigen Anordnung der Einstellskalen ist, dass zwi schen den Zeit- und Blendeneinstellringen- eine lös bare Kupplung erforderlich ist, die aufgehoben wer den muss, wenn neue Lichtwerte eingestellt werden sollen.
Eine weitere, zwangläufige Folge der beschrie benen, bekannten Anordnung liegt in der Tatsache, dass die Lichtwerteinstellglieder keine gehäusefeste Orientierung besitzen, was,das Einstellen nach Licht werten wesentlich erschwert und eine Kupplung mit kamerafesten Einstellgliedern nur unter Verwendung komplizierter Getriebe ermöglicht.
Wird bei photographischen Kameras eine Iris blende benutzt, deren Blendenlamellen fassende Ringe je für sich drehbar sind, .so können unter Verwendung einer Lichtwerteinstellung die nachteiligen Folgen der bisherigen Anordnung der Lichtwerteinstellglieder da durch beseitigt werden, dass gemäss der Erfindung einer der Blendenlamellensteuerringe mit einem Zeit einstellglied und der andere Steuerring mit einem Blendeneinstellglied verbunden ist, derart,
dass das Zeiteinstellglied zusätzlich die Blendenöffnung im Sinne eines annähernd konstanten Lichtwertes regelt und das Blendeneinstellglied den jeweils gültigen Lichtwert einbringt.
Bei einer Kamera mit Zentralverschluss ist die Irisblende organisch in dem Verschluss eingebaut. Eine zweifache Einstellbarkeit der Irisblende im Sinne obiger Ausführungen macht daher einen Eingriff in das System des Zentralverschlusses notwendig, den man scheut. Zum Einbringen der aufgezählten Kor rekturfaktoren waren andere Möglichkeiten gefunden.
Trotzdem wird hierin eine Einschränkung gesehen, die mehr und mehr nachteilig empfunden wird, weil man neuerdings auch Kameras mit Zentralverschluss durch Auswechseln von mindestens Teilen der Auf nahmeoptik mit verschieden brennweitigen Aufnahme systemen auszurüsten pflegt und infolgedessen auch bei diesem Kameratyp eine Blendenkorrektur erfor derlich sein kann.
Die Öffnung der Irisblende wird durch Drehen der die Blendenlamellen fassenden Ringe gegenein- andergesteuert. Da einer dieser Steuerringe zum Ein bringen der Blendenwerte benötigt wird, steht nur noch ein Steuerring zur Verfügung, um Korrektur faktoren berücksichtigen zu können.
Wenn ausser den aufgezählten Faktoren beispielsweise auch die Licht empfindlichkeit des Aufnahmematerials durch Ände rung der Blendenverstellung berücksichtigt werden soll und beispielsweise gleichzeitig Funktionszusam menhänge zwischen der Aufnahmeentfernung und dem Blendenwert beachtet werden müssen, falls mit der Kamera die Aufnahmelichtquelle fest verbunden ist, so erhellt daraus die Notwendigkeit, Vorkehrun gen zu treffen, eine Reihe von die Belichtung beeinflus senden Faktoren gleichzeitig berücksichtigen zu müssen.
Dem kann bei photographischen Kameras mit einem Objektivverschluss, insbesondere mit einem Zentralverschluss, und eingebauter Irisblende zum Be einflussen der Blendenöffnung mit verschiedenen Steuerimpulsen dadurch Rechnung getragen werden, dass wenigstens zwei Steuerringe in der bei gesonder ten Blenden :bekannten Art je für sich im Verschluss drehbar angeordnet werden.
Ein Zentralverschluss mit diesen Merkmalen bil det die Voraussetzung für einen grundsätzlich neuen Kameratyp, bei dem der Zentralverschluss mittels einer Lichtwertskala einstellbar ist, ohne eine geson derte Kupplung zwischen derZeit-und Blendenverstell- einrichtung zu benutzen.
Eine besonders zweckmässige Anordnung der Ein stellglieder wird erzielt, wenn der dem Zeiteinstell- glied benachbarte Blendensteuerring mit ersterem und der dem Kameragehäuse zugewandte Blendensteuer- ring mit dem Lichtwerteinstellglied gekuppelt wird.
Mit einer derartigen Anordnung der Einstellglie- der wird, wie angestrebt, vermieden, dass das Licht werteinstellglied verstellt wird, wenn keine Lichtwert änderung eintritt. Infolgedessen ist es bei photogra phischen Kameras möglich, das Lichtwerteinstellglied kamerafest zu orientieren.
Ferner wird dadurch die Grundvoraussetzung für eine Kupplungsmöglichkeit der Lichtwerteinstellglie- der mit einem kamerafesten Einstellglied geschaffen, ohne zusätzliche, komplizierte Getriebeeinrichtungen verwenden zu müssen. Dies trifft insbesondere für Zentralverschlüsse mit Lichtwerteinstellung zu, die mit einem kamerafesten Lichtwertgeber in Wirkver bindung zu bringen sind.
Zentralverschlüsse der beschriebenen Art lassen mehrere Möglichkeiten zu, ihre Einstellglieder in zweckmässiger und üblicher Weise anzuordnen.
In der Zeichnung sind einige Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes dargestellt, und zwar zeigt Fig. 1 einen Vertikalschnitt durch einen Zentral verschluss mit eingebauter Irisblende und Aufnahme optik, Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-11 in Fig. 1, Fig. 3 bis 5 je eine der verschiedenen Anordnun gen der am Zentralverschluss angebrachten Einstell skalen, Fig. 6 eine Vorderansicht,
Fig. 7 eine Draufsicht einer Kamera und die Fig. 8 bis 11 schematisch im Querschnitt durch die optische Achse je eine von verschiedenen Aus führungsbeispielen der Blendeneinrichtung bei Spie gelreflexkameras.
Der Zentralverschluss, dessen Triabwerksteile nicht dargestellt und beschrieben werden, ist in einem ka merafesten Teil 1 gemeinsam mit dem Objektivsystem angeordnet. In vorliegendem Ausführungsbeispiel dient eine Frontlinse 2 mit ihrer verstellbaren Fassung 3 zur Einstellung der Entfernung. Zu dem gleichen Zweck kann in bekannter Weise auch ein zwischen dem Kameragehäuse und dem Verschluss liegender Schneckengang benutzt werden. In Fig. 1 sind fünf Blendenlamellen schematisch wiedergegeben, die je zwei Stifte tragen, die sich in entgegengesetzter Richtung erstrecken.
Die Stifte der einen Richtung liegen in Bohrungen 4 eines Blen.den- lamellensteuerringes 5, während die anderen Stifte in Schlitzen 6 eines Steuerringes 7 geführt werden. In Fig. 2 sind die beiden Steuerringe 5 und 7 im Gegen satz zu der in Fig. 1 wiedergegebenen Stellung ihrer Erkennbarkeit halber gegeneinander verdreht dar gestellt. In Fig. 2 ist aus dem gleichen Grund nur eine Lamelle wiedergegeben.
Der Blendenlamellensteuerring 5 ist über einen Steg 8, der Steuerring 7 über einen Steg 9 mit den Einstellringen 10 bzw. 11 form- und kraftschlüssig verbunden. Auf einem Einstellring 12 ist eine Zeit skala 13 vorgesehen, die auf eine gehäusefeste Gegen marke 14 orientiert ist. Der Einstellring 10 trägt eine Blendenskala 15, der Einstellring 11 eine Gegen marke 16 für die Blendenskala 15. Auf dem Einstell ring 17 befindet sich eine Skala 18 der Lichtleitwerte, die auf eine gehäusefeste Gegenmarke 19 einzustellen ist. Diese Skalenanordnung wird in Fig. 3 abgewickelt wiedergegeben.
Der Zeiteinstellring 12 ist, wie schematisch in Fig. 3 angedeutet, durch einen Bügel 21 mit dem Ein stellring 11 und der Einstellring 10 durch einen Steg 20 mit dem Einstellring 17 fest verbunden. Dieser Steg 20 gleitet in einer in dem Einstellring 11 befind lichen Ausnehmung 22, deren Erstreckung in Um fangsrichtung der Länge der Blendenskala 15 ent spricht.
Die in den Fig. 1 und 3 wiedergegebene Anord nung der verschiedenen Skalen trägt den bisherigen Abmessungen eines Zentralverschlusses Rechnung. Wie aus der Gegenüberstellung der Fig. 4 und 5 her vorgeht, kann die Anzahl der Einstellglieder verrin gert werden, wodurch eine bessere LUbersicht der Ska len erzielt wird und damit auch eine Erleichterung für die Bedienung.
In der in Fig. 1 dargestellten Ausführungsform sind sämtliche Einstellskalen sowie die zur Blenden skala zugeordnete Gegenmarke auf je einem dreh baren Einstellring angeordnet, wobei der die Gegen marke der Blendenskala tragende Ring mit dem Zeit einstollring fest verbunden ist, während der Lichtwert- skalenring derart mit dem Blendenskalenring gekup pelt ist, dass ausserhalb des Blendenskalenbereiches der Lichtwertskalenring den Zeiteinstellring mitnimmt.
Nach Fig. 5 wird eine andere, zweckmässige An ordnung der Einstellglieder erreicht, indem die Gegen marken der Lichtwert- wie auch der Zeitskala gehäuse fest ausserhalb der Skalenbereiche angeordnet wer den; dann liegen die Blenden- und Lichtwertskalen einerseits und die Zeitskala gemeinsam mit der für die Blendenskala bestimmten Gegenmarke anderseits auf je einem verstellbaren Einstellring. Die Blenden skala ist also mit der für die Lichtwerte fest verbun den. Infolgedessen kann beim Einstellen von Lichtwer ten ausserhalb des Blendenzahlenbereiches keine dem Lichtwert angepasste Variation der Blendenzahlen er- folgen.
Daher muss das Einstellen von Lichtwerten mit einer entsprechenden Änderung der Verschluss zeit verbunden werden. Dies kann dadurch erreicht werden, dass die beiden Verstellringe derart miteinan der gekuppelt sind, dass der Lichtwertskalenring ausserhalb des Blendenskalenbereiches kraftschlüssig mit dem Zeiteinstellring verbunden wird.
Eine weitere Vereinfachung wird erzielt, wenn auf die Gegenmarke für die Blendenskala, die bei den bisher beschriebenen Anordnungen entweder auf einem verstellbaren Ring liegt, der mechanisch mit dem Zeiteinstellring verbunden ist, oder sich auf dem Zeiteinstellring selbst befindet, verzichtet wird, und die kamerafest angeordnete Gegenmarke der Zeitskala gleichzeitig als Gegenmarke der Blendenskala dient.
Vorteilhaft kann es auch sein, die Anordnung der Einstellglieder nach Fig. 4 derart zu treffen, dass die Zeiteinstellskala und die Gegenmarke der Lichtwert skala gehäusefest angeordnet werden, und die Gegen marke der Zeitskala sowie die Blenden- und Licht wertskalen auf je einem drehbaren Einstellring liegen.
Die bei sämtlichen beschriebenen Anordnungen der Einstellskalen benötigte kraftschlüssige Kupp lung zwischen dem Lichtwerteinstellring und dem Zeiteinstellring kann bei Verwendung je eines dreh baren Einstellringes für sämtliche Einstellskalen da durch erzielt werden, dass die Einstellringe für die Blendenzahlen und die Lichtwerte mittels eines Ste ges fest verbunden werden, der in einer im Blenden gegenmarkenring befindlichen Segmentausnehmung beschränkt beweglich ist, deren Ausdehnung in Um fangsrichtung dem Verstellbereich der Blendenskala entspricht.
Werden nur zwei verstellbare Skaleneinstellringe gewählt, so können die beiden Skalenringe mittels einer Stift-Schlitz-Kupplung kraftschlüssig miteinan der verbunden werden, wobei die Ausdehnung des Schlitzes in Umfangsrichtung dem Verstellbereich der Blendenskala entspricht.
Werden Zentralverschlüsse der beschriebenen Art in eine photographische Kamera eingebaut, die einen wenigstens mit einem der Verschlusseinstellglieder ge- kuppelten Belichtungsmesser besitzt, so kann eine weitere zweckmässige Vereinfachung dadurch erzielt werden, dass man auf die Lichtwerteinstellglieder ver zichtet, da die Lichtwertanzeige -am Belichtungsmesser abgelesen werden kann.
Dadurch vereinfacht sich die Anordnung der Einstellglieder am Zentralverschluss insofern, als einer der Einstellringe lediglich die Blen- denskala trägt, als deren Gegenmarke die für die Ver- schlusszeitskala dient.
In der Kamera der Fig. 6 und 7 nimmt ein Ka meragehäuse 23 mit seiner Frontplatte 24 einen Zen tralverschluss 25 auf. Dieser trägt einen Einstellring 26 mit einer Zeiteinstelhnarke 27 und einen Blen- deneinstellring 28. Ein mit diesem Blendeneinstell- ring verbundener Ring 29 kann als Träger einer Licht wertskala dienen, die in dem Ausführungsbeispiel nicht aufgetragen ist.
Eine der Blendenskala und ge gebenenfalls der Lichtwertskala zugeordnete Gegen- marke 30 liegt auf einem gehäusefesten Tragring 31, mit dem der Zentralverschluss 25 an der Frontplatte befestigt wird.
Die Kamera besitzt einen in ihrem Gehäuse auf genommenen Belichtungsmesser, dessen Zeiger 32 in einem Fensterausschnitt 33 sichtbar ist. Der Belich tungsmesser ist als Nachführzeigerinstrument aus gebildet. Das ringförmige Ende 34 des Nachführ- zeigers ist in dem Fensterausschnitt 33 ebenfalls sicht bar. Das Betätigen des Nachführzeigers erfolgt i11 be kannter Weise über eine Steuerkurve durch ein Ein stellglied 35, das koaxial zu einem Filmrückspulknopf 36 liegt.
Mit dem Einstellglied 35 steht das Blenden einstellglied 28 durch an sich bekannte Mittel in Ge triebeverbindung.
Eine Kamera mit den angegebenen Merkmalen erlaubt eine photographische Aufnahme in folgender, überraschend einfacher Weise durchzuführen: Die Zeiteinstellmarke 27 wird auf die gewünschte Belichtungszeit, z. B.<B>1160</B> sec., eingestellt. Dabei wird infolge der Kupplung zwischen dem Zeiteinstellglied und dem einen Steuerring der Blendenlamellen die Irisblende auf einen, der jeweiligen Stellung des Blen- denringes entsprechenden Lichtwert eingestellt.
Die Sucheraustrittsöffnung 37 wird nunmehr auf das Aufnahmeobjekt ausgerichtet. Das vom Objekt zurückgestrahlte Licht fällt dabei in den Lichtschacht 38 der Photozelle. Der Zeiger ihres Messinstrumentes nimmt dann eine bestimmte Lage im Fensterausschnitt 33 ein. Durch Betätigen des Einstellgliedes 35 wird der Ring 34 des Nachführzeigers auf den Messinstru- mentenzeiger 32 eingestellt.
Infolge der vorhandenen Kupplung zwischen .dem Einstellglied 35 und dem Blendenring 28 wird letzterer entsprechend der Ver stellung des Einstellgliedes 35 gedreht, wobei der mit dem Blendeneinstellring gekuppelte Steuerring der Blendenlamellen eine abermalige Verstellung der Iris blende im Sinne des von dem Belichtungsmesser er mittelten Lichtwertes bewirkt. Damit ist die Auf nahmebereitschaft der Kamera hergestellt.
Um eine unterschiedliche Lichtempfindlichkeit des Aufnahmematerials bei der beschriebenen Kupp lung zwischen dem Lichtwertgeber und dem Licht werteinstellglied berücksichtigen zu können, wird die Filmempfindlichkeitsscheibe 39 in nicht dargestellter, an sich bekannter Weise derart in die Getriebekette zwischen dem Kameragehäuse und den am Objektiv liegenden Stellgliedern eingeführt, dass eine Änderung der Lichtwerteinstellung erfolgt, ohne das Belichtungs- messereinstellglied zu beeinflussen.
Infolge der beschriebenen Kupplung zwischen dem Zeiteinstellglied mit dem Blendeneinstellglied wird beim Drehen des Zeiteinstellgliedes im Bereich der Blendenskala die Stellung des Lichtwerteinstell- gliedes nicht geändert. Wird das Zeiteinstellglied über den Blendenskalenbereich hinaus verstellt, würde dies eine Änderung des Lichtwertes zur Folge haben.
Durch Einbau einer Sperre im Lichtwerteinstellglied oder im Zeiteinstellglied bzw. in beiden, die lösbar gestaltet sein kann, wird eine solche unerwünschte Änderung des Lichtwertes verhütet.
Zur Berücksichtigung von Verlängerungsfaktoren für die Belichtungszeit kann bei Verwendung von Farbfiltern der Lichtschacht der Photozelle durch Vorschalten einer Iris- oder Schieberblende stetig ab deckbar gestaltet sein, wobei die Grösse der Blenden- öffnung dem jeweiligen Verlängerungsfaktor des be nutzten Filters entspricht. Anstelle einer stetigen Ab deckung der Photozelle kann der Lichtschacht mit Klappen verschlossen werden, die unterschiedliche, dem jeweiligen Filterfaktor angepasste Öffnungen be sitzen.
Trägt die Zeitskala einen B -Einstellwert, so besteht die Möglichkeit, dass bei der für konstanten Lichtwert zulässigen Variation der Blendenzahl und Verschlusszeiten auf diesen Wert eingestellt wird. Dann ist einem bestimmten Blendenwert, vornehmlich einer kleinen Blendenöffnung, nicht mehr ein fest gelegter Zeitwert zugeordnet, sondern eine un bestimmte Zeit, deren Dauer von der jeweiligen Betä tigung des Auslösers abhängt. Fehlbelichtungen sind die nachteilige Folge.
Zur Behebung dieses Übelstan des kann eine lösbare, vorzugsweise selbsttätig wirk same Sperre vorgesehen sein, die das Zeiteinstellglied am Einnehmen der B -Stellung hindert.
Die oben erörterten Einrichtungen und Anord nungen für eine photographische Kamera mit Iris blende, deren die Blendenlamellen fassenden zwei Steuerringe je für sich drehbar sind, sind auch auf Spiegelreflexkameras anwendbar. Bei dieser Kamerart steht ein Klappspiegel in Wirkungsverbindung mit der Verschluss- und Blendeneinrichtung, damit sich so wohl beim Aufziehen der Kamera wie bei ihrem Aus lösen verschiedene Vorgänge in gehöriger Folge auf einander vollziehen. Insbesondere soll die Blende für Sucherzwecke und zum Scharfeinstellen voll geöffnet sein und für die Aufnahme selbsttätig auf eine vor gewählte Öffnung zugehen.
Es sind also ausser den Belichtungsfaktoren noch andere Verstellwerte in die Blenden- und in die Verschlusseinrichtung einzubrin gen und das soll sowohl beim gespannten wie im ab gelaufenen Zustand der Kamera möglich sein.
Zur Schaffung des dazu notwendigen getrieblichen Freiganges steht ein Steuerring der Blendenlamellen mit seinem Einstellorgan, vorzugsweise mit dem Or gan zum Lichtwerteinbringen, in höchstens einsin niger formschlüssiger Mitnahmeverbindung und wird zur Aufnahme einer den vollen Lichtwertbereich überstreichenden zusätzlichen Verstellwirkung da durch befähigt, dass im Mitnahmegetriebe ein Aus gleichsweg (Überzug) wenigstens von der Grösse des Zeiteinstellbereiches vorgesehen ist.
Unter Mitnahmegetriebe sei hier die Gesamtheit der an der zusätzlichen Verstellwirkung beteiligten Getriebeglieder verstanden. Der Überzug kann also etwa im schon erwähnten Kulissengetriebe vorgesehen werden, das heisst im Abtrieb der Lamellensteuer- ringe, oder er wird an irgend geeigneter Stelle in die Antriebsseite des Steuerringes gelegt, der von seinem Belichtungseinstellglied her formschlüssig höchstens in einem Drehsinn mitgenommen wird.
Zur zusätzlichen Verstellwirkung auf den Steuer ring dient beispielsweise ein Organ, das von den Stel lungen des Klappspiegels der Kamera abhängig ist oder diese Stellungen steuert. Das Organ kann auch weiteren Funktionen dienstbar sein, z.
B. den Spann ring der Verschlusseinrichtung bilden. Kommt in der Kamera ein Objektivverschluss zur Verwendung, der die Blenden- und die Zeitbildungseinrichtungen zusam menfasst, etwa ein Zentralverschluss mit Einwellen antrieb zur Kupplung seiner Funktionen mit dem Kameragetriebe, so kann der Überzug im Innen- geLriebe des Verschlusses vorgesehen sein, und die ge samten Anordnungen bilden zusammen mit dem Ver schluss eine in sich geschlossene Einheit.
Nach Fig. 8 ist ein Zeiteinstellring 41, dessen Zei ger 42 entlang einer ortsfesten Zeitenskala 43 einstell bar ist, über einen Arm 411 fest mit einem Steuerring 412 für die Blendenlamellen verbunden. Ein zweiter Steuerring 413 steht mit dem ersten Steuerring 412 durch eine Stiftschlitzkupplung 414, 415 in Verbin dung. Die Kupplung wirkt nach beiden Drehrichtun gen und belässt zwischen den Steuerringen 412 und 413 einen Freigang im Ausmass des Blendenbereiches. Der Steuerring 413 steht mittels eines Armes 416 in einsinniger formschlüssiger Mitnahmeverbindung mit einem Einstellring 44.
Eine Zeigermarke 47 am Ring 44 gibt an einer ortsfesten Lichtwertskala 417 den in den Ring 44 eingebrachten Lichtwert an. Gegenüber der in Fig.7 gezeigten Anordnung sind also Licht wertskala und Gegenmarke miteinander vertauscht. Ausserdem trägt der Ring 44, entlang der Zeitenskala 43 drehbeweglich, die Blendenskala 45. Zwischen den Einstellringen 41 und 44 ist eine der Stiftschlitzkupp- lung 414, 415 der Steuerringe 412, 413 gleichwir kende Mitnahmekupplung 418, 419, 420 vorgesehen.
Jeder der Ringe 44 und 413 kann sich aus der dar gestellten Endstellung heraus, die bei grösstem Licht wert eine Einstellung auf die kürzeste Verschlusszeit und auf die kleinste Blendenöffnung ergibt, im Uhrzei- gerdrehsinn um das Mass des Lichtwertbereiches 417 drehen, der seinerseits die Summe des Blendenbereiches 45 und des Zeitenbereiches 43 ausmacht. Nur um den letztgenannten sind die Ringe 41 und 412 drehbar.
Gegeneinander sind die Steuerringe 412 und 413 le diglich um das Mass des Blendenbereiches 45 dreh bar. Für ihre Einstellringe 41 und 44 gilt das gleiche. Aus der gezeichneten Endstellung heraus kann der Steuerring 413 gegenüber dem Steuerring 412 im Uhrzeigerdrehsinn gedreht werden, bis sein Arm 416 die gestrichelte Lage einnimmt. Dann ist die Blende mittels des auf die Lamellen wirkenden, hier nicht gezeichneten Kulissengetriebes auf volle Öffnung ge bracht. Eine Feder 421, die am Arm 416 angreift, sucht den Steuerring 413 gegenüber dem Ring 412 in der gezeichneten Lage zu halten bzw. in diese zu rückzuführen, bei der die Blende auf kleinste Öffnung gestellt ist.
Werden die beiden Steuerringe 412 und 413 gleichsinnig und gleichmässig miteinander ver stellt, bleibt die vorhandene Blendenöffnung erhalten.
Auf den Steuerring 413 vermag ferner ein Ver- stellorgan 422 zu wirken. Das geschieht über eine um die optische Achse verlaufende Biegungsfeder 423. Von ihren schlaufenartig gekreuzten Enden stützt sich das eine 424 am Verstellorgan 422 ab, das andere 425 am Steuerringarm 416, und zwar so, dass eine Bewe gung des Verstellorgans 422 im Uhrzeigerdrehsinn den Steuerring 413 mitnehmen will entgegen der Wirkung der Feder 421, die weicher ist als die Biegungsfeder 423.
Das Verstellorgan 422 vermag den vollen Licht wertbereich 417 zu überstreichen und bis in die gestri chelt gezeichnete Lage zu wandern. Es braucht nicht von vorneherein am Biegungsfederende 424 anzulie gen, sondern kann dagegen bei Durchführung der von ihm insgesamt auszuübenden Funktionen erst anlaufen und sich beim Rückgang davon wieder entfernen.
Das Verstellorgan 422 kann z. B. Glied eines Spannringes sein, der in bekannter Weise im Innern eines Zentralverschlusses oder aussen an diesem oder um ihn liegt und von der Kameraseite her im Zuge des Filmtransports und eines damit einhergehenden Überführens des Klappspiegels der Kamera in die Sucherstellung im Uhrzeigerdrehsinn bewegt wird, um .das Verschlusswerk zu spannen und die Verschluss- sektoren offen zu stellen.
Der Drehweg um den Licht wertbereich 417, der einem solchen zugleich das Ver- stellorgan 422 bildenden Spannring mindestens zu kommt, reicht für die Durchführung der genannten Funktionen wie auch jener aus, die der Spannring bei seiner durch das Auslösen der Kamera zu einer Auf nahme bewirkten Rückkehr zu vollziehen hat, wie Schliessen der Verschlusssektoren, Auslösen des Ver- schlusswerkes. Erforderlichenfalls kann der Drehweg des Verstellorgans 422 auch verlängert sein, also über die gestrichelt gezeichnete Lage von 422 hinaus.
Die Zeichnung gibt jene Einstellung der Anord nung (auf grössten Lichtwert) wieder, bei der die zu sätzliche Verstellwirkung durch 422 sich innergetrieb- lich maximal auswirkt. Man erkennt: Beim Spannhub des Verstellorgans 422 im Uhrzei- gerdrehsinn wird über 424, 423, 425, 416 zunächst der Steuerring 413 entgegen der Federwirkung 421 bis in die gestrichelte Lage seines Armes 416 mitge nommen. Sein Einstellring 44, der durch Getriebe widerstände oder Verrastung in seinen Stufenlagen schwergängig ist, bleibt dank der nur gegensinnig formschlüssigen Verbindung mit 413 stehen.
Dann ist die Blende voll geöffnet, der Ring 413 am Weitergehen aber durch den anderen Steuerring 412 gehindert, der ebenfalls etwa durch Verrastung schwergängig ist. Den Weitergang des Verstellorgans 422, das ist der Überzug, um das Mass des Zeitbereiches 43, bis 422 die gestrichelte Lage erreicht, nimmt die sich span nende Biegungsfeder 423 auf.
Die Kamera ist aufgezogen und aufnahme bereit, ihre Blende voll geöffnet. Beim Auslösen der Kamera zu einer Aufnahme kehrt das Ver- stellorgan 422 entgegen dem Uhrzeigerdrehsinn in seine Ausgangsstellung zurück.
Dabei entspannt sich die Bieg ungsfeder 423. Durchfährt das Ver- stellorgan 422 die gestrichelte Lage des Armes 416, so nimmt auch dieser und damit der Steuerring 413 am weiteren Rückgang teil, bis sich die verringerte Blendenöffnung ergibt, die durch die Einstellage des Ringes 44 bedingt ist.
Nach der Zeichnung ist dies die kleinste Blendenöffnung. Es können aber unabhängig vom Betriebszustand der Kamera, also gleich ob sie abgelaufen oder aufgezogen ist, der Zeiteinstellring 41 wie auch der Lichtwert- bzw. Blendeneinstellring 44 innerhalb der ihnen zugewiesenen Bereiche eingestellt werden, ohne dass das Arbeiten des Verstellorgans 422 beeinträchtigt ist. Wird beispielsweise bei ab gelaufener Kamera der Zeiteinstellring 41 in die an dere Endstellung auf B eingestellt, so nimmt er zu nächst ausser dem ihm zugewiesenen Steuerring 412 noch den andern Steuerring 413 mit, bei Überschrei ten des Blendenbereiches zusätzlich noch den Einstell ring 44.
Die kleinste Blendenöffnung bleibt erhalten, die Lichtwerteinstellung wird geändert um so viel Stu fen, als der Zeitenbereich den Blendenbereich über steigt. Für das Arbeiten des Verstellorgans 422 bei seinem Spannhub auf den Steuerringarm 416 verbleibt sodann ein Drehweg in Grösse des Blendenbereiches. Dieser reicht aus, um die auf kleinste Öffnung vor bestimmte Blende für das Beobachten zu einer Auf nahme auf volle Öffnung zu bringen.
In -diesem Falle wird von der zwischen dem Verstellorgan 422 und dem Steuerring 413 bestehenden überzugsmöglich- keit kein Gebrauch gemacht. Alle anderen Einstellagen ergeben Zwischenverhältnisse zwischen den beiden vorbehandelten Grenzstellungen. Dabei wird die Über zugsmöglichkeit teilweise ausgenutzt.
Bei den weiteren Ausführungsbeispielen nach den Fig. 9 bis 11 sind die Verhältnisse grundsätzlich die selben. Ihre Erläuterung kann deshalb im wesentlichen auf die gestaltungsmässigen Unterschiede beschränkt bleiben.
Nach Fig. 9 ist das eine Ende 425 der den Über zug hergebenden Biegungsfeder 423 ortsfest gehalten. Das andere, am Verstellorgan 422 anliegende Ende 424 weist eine Rast 426 auf, in die ein Ansatz 427 des Steuerringes 413 eingreift.
Wenn beim Spannhub des Verstellorgans 422 die Mitnehmerkupplung 414, 415 zwischen den Steuerringen 412, 413 wirksam wird und den vom Verstellorgan 422 mitgenommenen Ring 413 anhält, wird die Rast 426 zufolge ihrer Schräge 428 radial einwärts geführt und aus dem Steuerringansatz 427 gelöst. Damit hört die Einwir kung des weitergehenden Verstellorgans 422 auf den Steuerring 413 auf.
Die beiden Steuerringe 412 und 413 bedingen in der Stellung, die sie sodann zuein ander einnehmen, volle Blendenöffnung und werden in dieser Relativlage zweckmässig durch Verrastung ge sichert. Beim Rückgang des Verstellorgans 422 schnappt die Rast 426 der Biegungsfeder 423 in den Ansatz 427 des Steuerringes 413 wieder ein und nimmt ihn in die durch den Einstellring 44 vor bestimmte Lage zurück.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 10 wirkt das Verstellorgan 422 bei seinem Spannhub starr auf den Steuerring 413 ein, der gegensinnig dazu der Wirkung der Rückholfeder 421 unterliegt.
Die überzugsmög- lichkeit ist dadurch geschaffen, dass auch der andere Steuerring 412 mit seinem Zeiteinstellglied 41 in der selben nur einsinnigen formschlüssigen Mitnahmever- bindung steht, wie es beim Steuerring 413 gegenüber dem Lichtwert- bzw. Blendeneinstellglied 44 der Fall ist. Der Steuerring 412 ist dazu noch an eine Rückhol- feder 429 angeschlossen. Die Rückholfedern 421 und 429 sind anderseits ortsfest gehalten oder günstiger je am zugehörigen Einstellorgan 44 bzw. 41 befestigt.
Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 11 ist der Überzug in das allen in Betracht kommenden Blen- deneinrichtungen eigene Kulissengetriebe der Blenden lamellen eingearbeitet. Der Steuerring 413 steht wie schon beschrieben mit dem Lichtwert- bzw. Blenden einstellring 44 Pur in einsinniger formschlüssiger Mit nahmeverbindung. Auf ihn wirkt das zusätzliche Ver- stellorgan 422 ein. Das kann durch starre Anlage, also einsinnig formschlüssig erfolgen. In Bohrungen 430 des Steuerringes 413 sind die Lamellen 431 einendig gelagert. Abständig von diesen Lagerstellen tragen die Lamellen Zapfen 432.
Diese sind in Kurvenschlitzen 433 des andern Steuerringes 412 geführt. Beim Ver stellen der beiden Steuerringe 412 und 413 gegenein ander aus der dargestellten Lage heraus um den Blen- denbereich, was durch Drehen des Einstellringes 44 im Uhrzeigerdrehsinn geschieht, durchfahren die Lamel- lenzapfen 432 die Kurvenschlitze 433.
Dadurch wer den die Lamellen um ihre Lagerzapfen 430 ver- schwenkt, bis beim Eintreffen der Lamellenzapfen 432 am Ende der Kurvenschlitze 433 die durch die Objektivfassung bedingte volle Blendenöffnung er reicht ist.
Die Kurvenschlitze 433 sind durch indiffe rente Führungsteile 434 verlängert. Sie haben eine Länge, die wenigstens dem Zeiteinstellbereich ent spricht, und gestatten als überzug dem Steuerring 413 ein Weiterwandern in die gestrichelt gezeichnete End- lage, selbst wenn der Zeiteinstellring 41 und damit der andere Steuerring 412 in seiner Lage auf kürzeste Zeit verharrt. Dabei gleiten die Lamellenzapfen 432 in den Führungsteilen 434, die um die optische Achse ge krümmt sein oder auch etwas schrägen Verlauf radial nach aussen haben können, um durch gegenseitiges Überlappen besser untergebracht zu werden.
Im letz ten Falle bewegen sich die Lamellen über ihre wirk same Maximalöffnung noch etwas nach aussen.