Signalübertragungsanlage
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Signal übertragungsanlage, welche Impulspaare verwendet, wie dies z. B. beim Flugnavigationssystem der Fall ist, welches unter der Bezeichnung (TACAN bekanntgeworden ist.
In gewissen Signalübertragungsanlagen werden Impulse als Paare mit festem Zeitabstand übertragen.
Solche Impulspaare werden anstelle von Einzelimpulsen verwendet, da die Impulspaare von isolierten Einzelimpulsen oder von Gruppen von Impulsen unterschieden werden können, die einen vom vorgeschriebenen Abstand verschiedenen Abstand aufweisen. Die Auswahl der gewünschten Impulse und die Rückweisung der unerwünschten Impulse kann durch eine Decodierungsvorrichtung in einem Empfänger für eine solche Anlage erfolgen. Alle beim Empfänger ankommenden Impulse werden einem Koinzidenztor direkt und ausserdem über eine Verzögerungsvorrichtung zugeführt, welche jeden Impuls um einen Betrag verzögert, welcher gleich dem vorgeschriebenen Abstand der Impulse jedes gewünschten Paares ist. Das Koinzidenztor erzeugt nur dann ein Ausgangssignal, wenn zwei Impulse gleichzeitig an das Tor angelegt werden.
Wenn somit der erste Impuls jedes Paares in der Verzögerungsvorrichtung um den vorgeschriebenen Betrag verzögert wird, erreicht er das Koinzidenztor gleichzeitig mit dem zweiten Impuls jedes Paares, welcher direkt an das Tor gelangt, so dass dieses ein Ausgangs signal liefert. Man erkennt, dass isolierte Einzelimpulse kein Ausgangssignal erzeugen können, und das Gleiche gilt auch für Gruppen von Impulsen, welche nicht den gewünschten Abstand aufweisen.
Ein System, welches Impulspaare verwendet, ist das unter der Bezeichnung TACAN bekanntgewordene Flugnavigationssystem. Eine TACAN-Anlage weist einen Bakensender und mobile Empfänger auf, und zwar beispielsweise die Bordempfänger von Flugzeugen. Die Bake einer solchen Anlage überträgt verschiedene, unterschiedliche Arten von Impuls signalen paarweise, aber für den Zweck der vorliegenden Erfindung genügt es, lediglich drei dieser Impulsarten zu betrachten. Bei diesen Impulsen handelt es sich 1. um halbwillkürliche Peilimpulse, die mit einer Frequenz von ungefähr 2700 Paaren/Sekunde oder 5400 Impulsen/Sekunde auftreten, 2. um Nord Signale und 3. um Hilfs -Signale. Die Sendeantenne der Bake erzeugt ein Richtdiagramm, welches mit einer Frequenz von ungefähr 15 Hz rotiert.
Während dieses Diagramm rotiert, werden die halbwillkürlichen Impulse paarweise ausgesandt. In einem diese Impulse aufnehmenden Empfänger erzeugt die Drehung des Antennendiagramms eine Amplitudenmodulationsum- hüllende der Impulse, wobei die Phase dieser Umhüllenden sich mit den verschiedenen Azimutwinkeln bezüglich der Bake ändert. Wenn der Hauptlappen des Richtdiagramms in eine gegebene Richtung, wie z. B. Norden, weist, wird ein besonderes Signal in Form einer kurzen Impulsfolge von der Bake ausgesendet, welches das schon erwähnte Nordsignal ist.
Durch Vergleich der Phase der (durch die Drehung des Bakendiagramms erzeugten) Modulationsumhüllenden mit derjenigen des Nordsignals wird eine Anzeige der Peilrichtung des Empfängers bezüglich der Bake erhalten. Das Nordsignal wird dadurch erzeugt, dass man eine Reihe aufeinanderfolgender Impulspaare aussendet, indem man die einzelnen Impulspaare in gewissen Zeitabständen, welche beispielsweise 18 us betragen können, aufeinanderfolgen lässt, wobei der Abstand der Impulse jedes Paares gleich bleibt wie für den Rest der Übertragung, nämlich 12 us. Sofern nicht ausdrücklich etwas anderes ausgesagt wird, ist bei den vorliegenden Ausführungen der Abstand von Impulsen von einer Kante (gewöhn lich der Vorderkante) eines Impulses bis zur entsprechenden Kante des nächsten Impulses gemessen,
während der Abstand zwischen Paaren von Impulsen von einer Kante (gewöhnlich der Vorderkante) des zweiten Impulses eines Paares bis zur entsprechenden Kante des ersten Impulses des nächsten Paares gemessen ist.
Es ist anderorts schon dargelegt worden (siehe beispielsweise Schweizer Patente Nrn. 341201 und 342996), dass, wenn nur das Nordsignal und ein einlappiges Richtdiagramm verwendet wird, nur eine verhältnismässig grobe Peilanzeige erhalten werden kann.
Zur Erzielung einer feineren Anzeige wird ein mehrlappiges Richtdiagramm verwendet, wobei die Lappen unter sich beispielsweise einen Winkel von 40 einschliessen, und wobei Hilfsimpulssignale in der Form von kurzen Impulsfolgen jedesmal dann ausgesendet werden, wenn einer der genannten Lappen eine vorgegebene Bezugsrichtung (beispielsweise Norden) durchläuft, wenn sich das Diagramm dreht. Die Drehung dieses Diagramms erzeugt eine Modulationsumhüllende von 135 Hz (9 Lappen multipliziert mit 15 Hz) auf der Grundkomponente von 15 Hz, welche durch den Hauptrichtungslappen bedingt ist. Im Empfänger wird die Phase der Hilfsimpulssignale mit der Modulationsumhüllenden von 135 Hz verglichen, wodurch sich eine Feinanzeige ergibt.
Die Hilfssignale müssen von willkürlich auftretenden, äusseren Impulssignalen unterschieden werden können und bestehen daher wie die übrigen Signale in der Anlage aus Impulspaaren, wobei die Impulse jedes Paares einen Abstand von 12 us aufweisen.
Die Hilfssignale müssen auch von den halbwillkürlichen Peilimpulspaaren und vom Nordsignal unterschieden werden können. Die Trennung des Nordsignals, des Hilfssignals und der halbwillkürlichen Peilimpulse erfolgt, nachdem alle diese Impulse, welche paarweise übertragen werden, durch eine gemeinsame Decodierungsvorrichtung der vorstehend er wähnten Art hindurchgegangen sind, welche Vorrichtung nur die Impulspaare hindurchlässt, welche einen vorgegebenen Abstand aufweisen, so dass alle in die Anlage eintretenden Geräuschimpulse ausgesperrt werden. Nach der Decodierung werden die Impulse, welche nun Einzelimpulse sind, an verschieden abgestimmte Schwingkreise angelegt.
Beispielsweise ist der Schwingkreis für das Nordsignal auf ungefähr 30 kHz abgestimmt und benötigt ungefähr 11-13 Impulse für die zuverlässige Stosserregung, damit die Amplituden seiner Schwingungen einen gewünschten Pegel erreichen, bei dem eine Vorrichtung betätigt wird, welche eine vorgegebene Schwelle aufweist.
Isolierte Einzelimpulse, die an den Schwingkreis gelangen, erzeugen kein falsches Signal, da sie zeitlich nicht die richtige Lage einnehmen, um eine die genannte Schwelle übersteigende Amplitude der Schwingungen aufzubauen. Unter der Annahme, dass für das Nordsignal 12 Impulse benötigt werden, um die gewünschte Amplitude zu erzeugen, erkennt man, dass 12 Impulspaare mit einem Impulsabstand von 12 us für die Impulse der Paare und 18 ztS Abstand zwischen aufeinanderfolgenden Paaren übertragen werden sollten, d. h. mit einem Abstand von 30 ttS vom ersten Impuls eines Paares zum ersten Impuls des nächsten Paares.
Das bedeutet, dass im Zeitraum von 360 us total 24 Impulse übertragen werden (bei einer durchschnittlichen Wiederholungsperiode von 15 zeS zwischen den Impulsen). Die Bake, welche einen Arbeitszyklus verhältnismässig geringer Leistung bei der Übertragung der halbwillkürlichen Paare von Impulsen hat, von denen 5400/Sekunde vorhanden sind, weist während der Übertragung der besonderen Signale, d. h. des Nordsignals und der Hilfssignale, einen Arbeitszyklus verhältnismässig hoher Leistung auf. Die Wirkung dieses Hochleistungszyklus besteht in einer Überlastung der Stromversorgung beim Sender und bewirkt einen Ausgangsleistungsabfall, d. h. die Amplitude der Impulse nimmt ab, wenn mit geringem Abstand aufeinanderfolgende Impulse ausgesandt werden.
Dadurch entsteht eine Amplitudenmodulation der Impulse des Nordsignals, welche die Genauigkeit der Peilablesung beeinflusst, da die Form der Amplitudenmodulationsumhüllenden, welche durch die Drehung der Richtantenne erzeugt wird, eine Änderung erfährt. Da jedoch das Nordimpulssignal nur zur Erzielung einer ziemlich groben Peilanzeige verwendet wird, sind die vorerwähnten Verhält- nisse nicht kritisch. Was jedoch die Hilfsimpulssignale betrifft, welche zur Erzielung einer Feinanzeige der Peilung verwendet werden, ist eine Abnahme der Amplitude der Impulse der vorerwähnten Art unzulässig.
Es wird daher nötig, die Hilfsimpulspaare weiter auseinander zu legen, so dass mittels einer minimalen Anzahl von Hilfsimpulsen im Empfängerschwingkreis die gewünschte Amplitudenaufschauklung erzielt werden kann, während gleichzeitig die durch ein Hilfssignal belegte Gesamtzeit nicht zu gross sein darf, da sonst ein Fehler in der erhaltenen Anzeige eintreten kann.
Ein Zweck der vorliegenden Erfindung besteht in der Schaffung einer verbesserten, Impulspaare verwendenden Signalübertragungsanlage, innerhalb welcher verschiedene Signale unter Verwendung von Impulspaaren in ein Übertragungsmedium ausgesendet werden.
Die erfindungsgemässe Signalübertragungsanlage, welche einen Sender mit Mitteln zur Erzeugung einer ersten Folge von Impulspaaren aufweist, in welcher die Impulse jedes Paares durch ein vorgegebenes Zeitintervall getrennt sind und der zweite Impuls jedes Paares vom ersten Impuls des nächsten Paares durch ein vom erstgenannten Zeitintervall verschiedenes Zeitintervall getrennt ist, weiter mit Mitteln zur Erzeugung einer zweiten Folge von Impulspaaren, in welcher die Impulse jedes Paares durch ein vorgegeben es Zeitintervall getrennt sind und der zweite Impuls jedes Paares vom ersten Impuls des nächsten Paares durch das gleiche Zeitintervall getrennt ist; ferner ein Übertragungsmedium, welchem die genannten Impulse zugeführt sind;
und einen Empfänger mit Mitteln zum Empfangen der genannten Impulspaare aufweist, ist dadurch gekennzeichnet, dass der Empfänger auf aufeinanderfolgende Impulse ansprechende Mittel zur Erzeugung eines Ausgangsimpulses für jeden Eingangsimpuls aufweist, welcher einem vorangehenden Impuls mit dem erstgenannten, vorgegebenen Zeitintervall folgt, so dass die der ersten Folge von Impulspaaren entsprechenden Ausgangsimpulse eine andere Wiederholungsfrequenz aufweisen als die von der zweiten Folge von Impulspaaren gewonnenen Ausgangsimpulse; und Mittel, die auf die unterschiedlichen Wiederholungsfrequenzen ansprechen, um unterschiedliche Signale zu erzeugen.
In einer Signalübertragungsanlage der oben beschriebenen Art wird vorteilhaft eine Verzögerungsleitungs-Decodierungsvorrichtung verwendet.
Nachstehend wird unter Bezugnahme auf die Zeichnung ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes näher erläutert.
In der Zeichnung zeigt:
Die Fig. 1 ein vereinfachtes Blockschema eines TACAN-Senders und -Empfängers, die Fig. 2 das Strahlungsdiagramm der Antenne der Bake, die Fig. 3 eine Kurve, welche die Amplitudenmodulationsumhüllende der durch die Bake ausgesandten Impulse darstellt, die Fig. 4 eine Reihe von Impulsdiagrammen, welche die Impulsfolgen des Nordsignals und der Hilfssignale zeigen, und die Fig. 5 eine Reihe von Kurven, welche die Abnahme der durch den Bakensender bei Überlastung ausgestrahlten Energie darstellen.
Bei der Anlage nach Fig. 1 sendet die Bake 1 durch ihre rotierende Antenne 2 Impulse aus, und zwar entsprechend einem mehrlappigen Richtdiagramm 3, wie es die Fig. 2 zeigt. Das Strahlungsdiagramm rotiert mit 15 Umdrehungen/Sekunde. Die Antennen anlage besteht aus einer zentralen, ungerichteten Antenne 4 und passiven Reflektoren 5, die in einem gegenseitigen Winkelabstand von 40 um die Antenne 4 herum angeordnet sind, wobei die Reflektoren beispielsweise auf zwei Zylinder 6 aufgedruckt sind, welche um den zentralen Strahler 4 rotieren. Das entstehende Strahlungsdiagramm weist einen Hauptlappen 7 und kleinere Lappen 8 auf, wobei der Abstand zwischen benachbarten Lappen 40 beträgt.
Die halbwillkürlichen Impulse 9 (siehe Fig. 3) werden durch einen Impulsgenerator 10 in der Bake erzeugt, welcher beispielsweise ein freilaufender Sperrschwinger sein kann. Diese Impulse 9, deren Wiederholungsfrequenz ungefähr 2700 Hz beträgt, werden dann einer Pulscodierungsvorrichtung 11 zugeführt, welche jeden Einzelimpuls in ein Paar von Impulsen umwandelt, deren Abstand 12 es beträgt. Die Impulse der Vorrichtung 11 werden verwendet, um die Hochfrequenzschwingungen der Verstärkerstufen 12 zu tasten oder zu modulieren, worauf die Hochfrequenzimpulse an die Antennenanlage 2 gelangen, durch welche sie gemäss dem Richtdiagramm 3 der Fig. 2 abgestrahlt werden.
Die Rotation der Reflektoren bewirkt eine Amplitudenmodulationsunshüllende 13 (Fig. 3) der Impulse, wobei die Spitze 14a maximaler Amplitude dem Hauptlappen 7 und die anderen Spitzen 1 4b den kleineren Lappen 8 entsprechen. Wenn die Antennen anlage sich dreht und dabei der Hauptlappen 7 eine gegebene Bezugsrichtung, wie z. B. Norden, durchläuft, wird ein besonderes Impulssignal ausgesendet, welches nachstehend als Nordsignal 15 bezeichnet wird. Obwohl das Nordsignal 15 in der Fig. 3 als feste schwarze Linie dargestellt ist, besteht es aus einer Anzahl Impulse mit geringem gegenseitigem Abstand, wie dies nachstehend noch besser aus der Fig. 4A ersichtlich wird.
Beim Durchgang jedes kleineren Lappens 8 durch die Bezugsrichtung, wobei - wie erinnerlich - diese Lappen unter sich und die dem Hauptlappen zunächst gelegenen kleinen Lappen einen Winkelabstand von 40 aufweisen, wird ein sog. Hilfssignal 16 ausgestrahlt. Dieses ist in der Fig. 3 ebenfalls als feste schwarze Linie dargestellt, obwohl es tatsächlich aus einer Reihe nahe beieinanderliegender Impulse besteht, wie dies unter Bezugnahme auf die Fig. 4D noch näher erläutert werden wird.
Es ist an dieser Stelle unter Bezugnahme auf die Fig. 3 auch darauf hinzuweisen, dass die willkürlichen Impulse 9, die als Einzellinien dargestellt sind, tatsächlich aus Impulspaaren bestehen, da die Impulse 9 über die Codie rungsvorrichtung 11 geführt werden, welche - wie erwähnt - Impulspaare erzeugt, bei welchen die Impulse jedes Paares einen Abstand von 12 us aufweisen.
Das Nordsignal 15 kann durch einen Impulsgenerator 17 erzeugt werden, welcher zwölf Impulse mit einem gegenseitigen Abstand von 30 us erzeugt, wobei diese Impulse an die Vorrichtung 11 gelangen, welche zwölf Impulspaare oder 24 Einzelimpulse erzeugt, wobei der Abstand der Impulse eines Paares 12 zur und der Abstand zwischen je zwei aufeinanderfolgenden Paaren 18 us beträgt, wie dies aus dem Diagramm A in der Fig. 4 ersichtlich ist. Die Impulse selbst können eine Breite von 3,5 us aufweisen.
Das Hilfssignal 16 kann durch einen Generator 18 erzeugt werden, welcher eine Folge von sechs Impulsen mit einem gegenseitigen (von Vorderkante zu Vorderkante gemessenen) Impulsabstand von 24 us liefert, wobei die Impulse vom Generator 18 ebenfalls an die Codierungsvorrichtung 11 gelangen, welche die sechs Impulse in sechs Impulspaare bzw. zwölf Impulse mit einem gegenseitigen Abstand von 12 us umwandelt.
Irgendein geeignetes Zeitgabemittel 19 ist der Antennenanlage 2 und den Impulsgeneratoren 17 und 18 zugeordnet, damit das Nordsignal und das Bezugssignal im richtigen Zeitpunkt abgestrahlt werden. Die ausgestrahlten Impulse werden durch einen Empfänger 21 aufgenommen, welcher sich in einem Flugzeug oder Fahrzeug 20 (Fig. 2) befindet. Das Signal wird durch eine ungerichtete Antenne 22 aufgenommen und dem Empfänger 23 zugeführt, welcher das Signal gleichrichtet und dieHochfrequenzumhüllende aussiebt.
Das Ausgangssignal des Empfängers 23 gelangt über die Leitung 24 an die beiden Filter 25 und 26. Das Filter 25 ist so ausgelegt, dass es die 15-Hz-Komponente der Amplitudenmodulationsumhüllenden überträgt, welche durch die Drehung des Hauptlappens erzeugt wird, während das Filter 26 auf 135 Hz abgestimmt ist, um die durch die 40 auseinanderliegenden kleinen Lappen erzeugten Komponenten auszuwählen. Das Ausgangssignal des Empfängers 23 gelangt auch an die Decodierungsvorrichtung 27, welche einen Ausgangsimpuls für jeden Eingangsimpuls erzeugt, welcher von einem vorangehenden Eingangsimpuls einen Abstand von 12 us aufweist. Das Ausgangssignal der Vorrichtung 27 gelangt dann an einen Trennkreis 28 für das Nordsignal und einen Trennkreis 29 für das Hilfssignal.
Das abgetrennte Nordsignal wird in der Phasenvergleichsvorrichtung 30 mit dem vom Filter 25 gelieferten Ausgangssignal von 15 Hz verglichen, und auf Grund dieses Vergleichs wird eine grobe Anzeige der Richtung oder Peilung erhalten. Eine zweite Phasenvergleichsvorrichtung 31 vergleicht die Phase der vom Filter 26 gelieferten Ausgangswelle von 135 Hz mit dem abgetrennten Hilfssignal und erzeugt eine Feinanzeige innerhalb eines Sektors von 40O, wobei die durch die Vorrichtung 30 erzeugte Grobanzeige den Sektor von 400 bezeichnet, in welchem die Feinanzeige erfolgt.
Man erkennt leicht, dass im Empfänger der Phasenunterschied zwischen der Welle von 15 Hz und dem Nordsignal die Peilung des Empfängers bezüglich der Bake anzeigt. Vorausgesetzt, dass das 15-Hz Signal ein Maximum hat, wenn das Nordsignal empfangen wird, erkennt man selbstverständlich, dass der Empfänger direkt nördlich der Bake liegt. Wenn sich der Empfänger in anderen Lagen befindet, ist eine Phasenverschiebung zwischen dem Maximum des 15-Hz-Signals und dem Zeitpunkt des Empfanges des Nordsignals vorhanden. Die gleichen Überlegungen gelten für die kleineren Lappen und die zugeordneten Hilfssignale. Wenn ein Hilfssignal mit einem der Maxima der 135-Hz-Welle zusammenfällt, dann ist es klar, dass sich der Empfänger genau unter einem Winkel von 400 oder einem ganzzahligen Vielfachen davon bezüglich der Nordrichtung befindet.
Wenn anderseits zwischen den beiden Signalen eine Phasenverschiebung vorhanden ist, dann liegt der Empfänger offensichtlich zwischen zwei solchen Winkeln, d. h. innerhalb eines der Sektoren von 40". Der Sektor, in welchem sich der Empfänger befindet, wird durch den Vergleich mit dem Nordsignal erhalten, während die genaue Lage innerhalb des Sektors. durch den Vergleich mit dem Hilfssignal bestimmt ist.
Die Decodierungsvorrichtung ist vorzugsweise gemäss dem Schweizer Patent Nr. 342604 ausgebildet.
In der dargestellten, etwas vereinfachten Form besteht die Decodierungsvorrichtung 27 im wesentlichen aus einer Koinzidenzschaltung 32, welcher die Eingangsimpulse direkt über die Leitung 33 und ausserdem über eine Verzögerungsvorrichtung 34 zugeführt werden, welche eine Verzögerung von 12 ttS erzeugt.
Die Koinzidenzschaltung 32 erzeugt ein Ausgangssignal, wenn der verzögerte Impuls mit einem direkt an die Schaltung 32 angelegten Eingangsimpuls zusammenfällt. Bei der im eben erwähnten Patent dargelegten Anordnung wird eine Pentode verwendet, bei welcher die Eingangsimpulse dem ersten Gitter zugeführt und vom zweiten Gitter abgenommen und einer umkehrenden Verzögerungsleitung zugeführt werden, welche die umgekehrten und verzögerten Impulse an das dritte Gitter anlegt, so dass bei der Koinzidenz eines verzögerten Impulses am dritten Gitter mit einem ankommenden Impuls am ersten Gitter im Anodenkreis der Pentode ein Stromimpuls entsteht. Dort entspricht also das Zusammenwirken des ersten und des dritten Gitters einer Pentode der Koinzidenzschaltung 32, während die erwähnte Ver zögemngsleitung der Vorrichtung 34 entspricht.
In dem eben erwähnten Patent ist auch die Verwendung eines abgestimmten Kreises von der Art der Schwingkreise 28 und 29 der Fig. 1 im Anodenkreis der Pentode vorgesehen. Selbstverständlich sind zahlreiche andere Anordnungen zur Decodierung mit einer Verzögerung des einen Impulses bezüglich des anderen möglich und auch bekannt.
Aus der Fig. 4B erkennt man, dass für die 24 Nordsignalimpulse, welche aus zwölf Paaren bestehen, für zwölf der verzögerten Impulse, welche in der Fig. 4B dargestellt sind, eine Koinzidenz mit zwölf der 24 unverzögerten Eingangsimpulse auftritt, wodurch sich zwölf Ausgangsimpulse ergeben, deren Zeitabstand 30 ses beträgt, wie dies aus der Fig. 4C ersichtlich ist. Eine verschiedene Sachlage ergibt sich für die Hilfsimpulse gemäss Fig. 4D. Wenn diese Impulse in der Verzögerungsvorrichtung 34 verzögert werden, dann koinzidieren elf der verzögerten (in der Fig. 4E gezeigten) Impulse mit elf der unverzögerten Impulse gemäss Fig. 4D, so dass elf Ausgangsimpulse gemäss Fig. 4F entstehen, welche einen gegenseitigen Abstand von 12 sts aufweisen.
Die Trennvorrichtung 28 für die Nordimpulse und die Trennvorrichtung 29 für die Hilfsimpulse weisen je einen Schwingkreis 33 auf.
Der Schwingkreis der Trennvorrichtung 28 ist auf ungefähr 30 kHz abgestimmt, um auf die in der Kurve 4C dargestellten Nordsignalimpulse anzusprechen, welche einen Abstand von 30 us aufweisen.
Der Schwingkreis 33 für die Hilfsimpulse ist auf ungefähr 80 kHz abgestimmt, um auf die in der Fig. 4F dargestellten Hilfsimpulse anzusprechen, welche von der Decodierungsvorrichtung 24 geliefert werden und einen Zeitabstand von 12 US aufweisen. Jeder nachfolgende, im richtigen Zeitpunkt auftretende Impuls erhöht die Amplitude der Schwingungen im Schwingkreis 33, bis eine gewünschte Maximalamplitude erreicht ist, welche genügend gross ist, damit das Ausgangssignal der Trennvorrichtung in der Phasenvergleichsvorrichtung 31 verwendet werden kann. Zu diesem Zweck kann entweder in der Phasenvergleichsvorrichtung oder zwischen der Hilfssignaltrennvor richtung und der Nordsignaltrennvorrichtung einerseits und den entsprechenden Vergleichsvorrichtungen anderseits eine Schwelle vorgesehen sein.
Wie bereits erwähnt, sind ungefähr elf Impulse im richtigen gegenseitigen Zeitabstand nötig, damit der Schwingkreis 33 eine Maximalamplitude liefert, welche über dem genannten Schwellenwert liegt und lang genug über diesem bleibt, damit ein Phasenvergleich stattfinden kann. Impulse, deren Abstand nicht der Wiederholungsfrequenz entspricht, auf die der Schwingkreis abgestimmt ist, können keine Schwingungen genügender Amplitude erzeugen, die zu einer Falschanzeige führen würden.
Die rasche Aufeinanderfolge der Impulse, welche für die Erzeugung des Nordsignals und des Hilfssignals erforderlich sind, bringt die Gefahr einer Überlastung der Stromversorgung der Bake mit sich.
Wenn man beispielsweise die Fig. 5A betrachtet, in welcher die 24 Nordimpulse gezeigt sind, erkennt man, dass der Amplitudenpegel der Senderausgangsleistung gemäss der Kurve 35 abfällt, wobei der Abfall um so grösser wird, je grösser die Anzahl der aufeinanderfolgenden, auszusendenden Impulse ist.
Abgesehen von dem für die Aussendung aller dieser Impulse erforderlichen Energieaufwand hat der genannte Abfall noch einen weiteren Nachteil, welcher in einer Amplitudenmodulation besteht, welche keinen Zusammenhang mit der richtungsanzeigenden Amplitudenmodulation hat, welche durch die Drehung der Antennenanlage entsteht. Diese unerwünschte Amplitudenmodulation kann als Überspre- chen oder Störung der Genauigkeit der Peilanzeige aufgefasst werden. Diese Tatsachen sind jedoch in Verbindung mit dem Nordsignal nicht zu schwerwiegend, da das Nordsignal lediglich zur Gewinnung einer Grobanzeige verwendet wird und zudem für jede komplette Umdrehung des Richtdiagramms nur ein Nordsignal entsteht.
Die vorerwähnten Tatsachen erweisen sich jedoch in Verbindung mit dem Hilfsimpulssignal als schwerwiegend, da man auf dieses Hilfsimpulssignal für die Erzielung einer Feinanzeige abstellt und da ausserdem für jede Umdrehung des Richtdiagramms acht Hilfssignale ausgestrahlt werden und somit achtmal mehr Hilfssignale als Nordsignale vorhanden sind, welche eine bedeutend grössere Energie benötigen. Unter Bezugnahme auf die Fig. SB erkennt man daher, dass bei der Aussendung von 24 Hilfsimpulsen ein starker Abfall gemäss Kurve 36 entsteht.
Infolge des gleichbleibenden Abstandes der Impulspaare der Hilfsimpulssignale gemäss Fig. 4D werden jedoch nur zwölf Impulse (sechs Paare) benötigt, um die elf an den entsprechenden Schwingkreis gelangenden Impulse zu erzeugen, und da somit nur zwölf Impulse mit geringem gegenseitigem Abstand und nicht 24 Impulse ausgesandt werden, erreicht der Abfall nicht den an der tiefsten Stelle der Kurve 36 vorhandenen Pegel, sondern sinkt nur ab bis zu dem der Linie 37 entsprechenden Pegel, welcher einem bedeutend geringeren Abfall entspricht und daher eine bedeutende Verbesserung hinsichtlich des Übersprechens und des Leistungsverbrauches (Arbeitszyklusbelastung) bedeutet.