Verfahren und Anordnung zur Fernmessung mittels einer Impulsserie Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur Fernmessung mittels einer Impulsserie und eine Anordnung zur Ausführung des Verfahrens.
Bei bisher bekannten Verwendungen einer Im pulsserie für die Zwecke der Fernmessung wird die Messgrösse gewöhnlich in einem Impulssender in eine Impulsserie umgewandelt, deren Impulsfrequenz pro portional der Messgrösse ist. In der Empfangsanlage wird die Impulsfrequenz dadurch gemessen, dass im Prinzip die Anzahl Impulse gezählt wird, die während einer bestimmten Zeit empfangen wird. Gewöhnlich erfolgt dies derart, dass ein Kondensator für jeden empfangenen Impuls geladen und der Durchschnitts- wert des Ladestromes gemessen wird.
Unabhängig von der Ausführung des Empfängers wird indessen die Einstellzeit, d. h. die Zeit vom Auftreten einer plötzlichen Änderung der Messgrösse bis zur Ables barkeit des Betrages der Änderung in der Empfangs anlage mit genügender Genauigkeit, sehr lang, da immer eine bestimmte Anzahl Impulse empfangen werden muss, ehe der Betrag der Impulsfrequenz be stimmbar wird. Gewöhnlich rechnet man mit einer Einstellzeit, die etwa zehn Impulsperioden entspricht.
Die lange Einstellzeit hat zur Folge, dass kurz dauernde Änderungen der Messgrösse in der Emp fangsanlage nicht feststellbar werden und dass da durch grosse Schwierigkeiten entstehen können, wenn die Fernmessung in einem Regelungssystem enthalten ist.
Um Verbindungskanäle zwischen den Sender- und Empfangsanlagen einzusparen, werden häufig meh rere verschiedene Messgrössen zyklisch nacheinander auf demselben übertragungskanal gesendet. Bei dem Impulsfrequenzverfahren ist es dabei aus oben an gegebenen Gründen erforderlich, dass jede Mess- grösse während einer verhältnismässig langen Zeit, mindestens während zehn Impulsperioden, eingeschal- tet ist, was zur Folge hat, dass die Zeit zwischen nacheinander folgenden Informationen derselben Messgrösse,
welche Zeit in diesem Falle die Einstell- zeit der Messung bestimmt, sehr lang wird. Um die Umschaltungen zwischen den verschiedenen Mess- grössen im Sender mit den entsprechenden Umschal tungen zwischen den verschiedenen Messgeräten im Empfänger zu synchronisieren, wird es weiter erfor- derlich, dass besondere Synchronisierungsimpulse übertragen werden, was ebenfalls eine gewisse Zeit erfordert, so dass die Informationsgeschwindigkeit dadurch noch weiter vermindert wird.
Die einzige Möglichkeit, eine Fernmessung nach dem Impulsfre- quenzverfahren schneller zu übertragen, besteht dem nach in einer Erhöhung der Impulsfrequenz, was in dessen mit höheren Anforderungen an den über- tragungskanal und die Einzelapparate, z. B. der Re lais, in dem Sender und dem Empfänger verbunden ist.
Bei einem anderen bekannten, aber weniger be nutzten Verfahren zur Fernmessung mittels Impulsen ist die Dauer der Impulse der Impulsserie proportional der Messgrösse, wobei die Impulsfrequenz konstant ist. Dieses Verfahren hat im Prinzip eine viel schnel lere Messung zur Folge als das Impulsfrequenzver- fahren, da man in der Empfangsanlage durch die Messung der Dauer eines einzigen Impulses sofort den Betrag der Messgrösse kennt.
Die Impulsdauer kann sich indessen infolge von Verzerrungen auf dem übertragungskanal und im Empfänger und Sender stark verändern, was eine entsprechende Falschmes sung der Messgrösse zur Folge hat. Um den ungün stigen Einfluss der Verzerrung auf die Messgenauig- keit zu vermindern, wird die Impulsdauer gewöhn lich sehr lang, z.
B. einige Sekunden, gewählt, wo durch die verhältnismässig kleine Änderung der Im pulsdauer, die durch Verzerrungen verursacht wird, keinen zu grossen Messfehler ergibt. Die lange Im pulsdauer weist aber den Nachteil auf, dasss die Mes sung in der Praxis nicht viel schneller erfolgt als bei dem Impulsfrequenzverfahren.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein neues Ver fahren zur Fernmessung mittels einer Impulsserie, bei dem eine Messgrösse in einem Impulssender in eine die Messgrösse repräsentierende Impulsserie um gewandelt wird, die zu einem Impulsempfänger über tragen wird, in dem die übertragene Impulsserie in eine der Messgrösse proportionale Grösse umgewan delt und einem Messgerät zugeführt wird. Das Ver fahren bezweckt eine sehr schnelle und von Ver zerrung weitgehend unabhängige Messung.
Das Ver fahren nach der Erfindung ist dadurch gekennzeich net, dass die Messgrösse in dem Impulssender in eine Impulsserie umgewandelt wird, deren Perioden dauer proportional der Messgrösse ist, und dass diese Impulsserie auf einen Impulsempfänger übertragen wird, der so ausgebildet ist, dass für jede Impuls periode eine Grösse erzeugt wird, die proportional der Dauer der Periode ist und einem Speichergerät zugeführt und in diesem so lange gespeichert wird, bis eine der Dauer der nächstfolgenden Impulsperiode der übertragenen Impulsserie proportionale Grösse erzeugt wird und dem Speichergerät zugeführt worden ist, worauf die gespeicherte oder eine dieser propor tionale Grösse dem Messgerät zugeführt wird.
Die Erfindung bewirkt, dass die Einstellzeit höch stens gleich der Periodendauer wird, weshalb die Messung bei gleicher Impulsfrequenz ungefähr zehnmal schneller wird als bei dem Impulsfrequenz- verfahren. Anstatt diese grössere Geschwindigkeit auszunutzen, kann man natürlich eine längere Perio dendauer, d. h. eine kleinere Impulsfrequenz anwen den und dadurch eine beträchtlich kleinere Abnut zung der Relais und anderer Einzelapparate erhalten.
Die Messung nach dem erfindungsgemässen Ver fahren hat weiter den Vorteil, dass sie in hohem Grade unabhängig von Verzerrungen in der übertra- gung und auch von Unterschieden in den Ansprech- und Abfallzeiten der Relais wird, da eine Verlänge rung oder Verkürzung der Impulse eine entspre chende Verkürzung bzw. Verlängerung der Pausen verursacht, so dass die Periodendauer unverändert bleibt und der Messgrösse genau entspricht. Die Ver zerrung der Übertragung und den Relais wird die Messgrösse nur beeinflussen, wenn sie sich sehr schnell während einer Periode verändert.
Die Erfindung weist ferner den Vorteil auf, dass sie ohne Schwierigkeiten zyklische Messungen von mehreren Messgrössen auf demselben Übertragungs kanal gestattet. Wegen der kurzen Einstellzeit ist es nämlich nur erforderlich, dass jedesmal nur eine ein zige Impulsperiode von jeder Messgrösse übertragen werden muss, und die Messimpulse selbst können da zu verwendet werden, um in der Sender- und Emp fangsanlage einen Stufenschalter zu steuern, der die verschiedenen Messgrössen an den Impulssender bzw. die verschiedenen Messgeräte an den Impulsempfän ger nacheinander einschaltet.
Nach einer besonderen Ausführungsform des Ver fahrens nach der Erfindung kann der Impulsempfän ger so angeordnet sein, dass für jeden Impuls eine Grösse erzeugt wird, die proportional der Dauer des Impulses ist, und für jede Pause eine Grösse erzeugt wird, die proportional der Dauer der Pause ist, und dass diese der Impuls- bzw. Pausendauer proportio nalen Grössen derart aufgespeichert werden, dass immer eine Grösse zur Verfügung steht, die propor tional der Summe der Dauer der nächstvorhergehen- den Impulse und der nächstvorhergehenden Pause ist.
Dises Verfahren bewirkt eine weitere Erhöhung der Messgeschwindigkeit, da schon nach höchstens der halben Periodendauer wenigstens die Hälfte einer Änderung in der Messgrösse in der Empfangsanlage erkennbar wird. Dieses Verfahren bewirkt in der Praxis auch eine verminderte Abhängigkeit von den Ansprech- und Abfallzeiten der Relais, da bei Mes sung der ganzen Periodendauer ohne Einteilung in Impuls- und Pausendauer normalerweise in dem Empfänger ein Relais oder ein ähnliches Gerät er forderlich ist, das alle zwei Perioden erregt bzw.
ab gefallen ist, weshalb die Differenz zwischen den An sprech- und Abfallzeiten dieses Gerätes die Mess- grösse beeinflussen würde. Bei einer Einteilung in Impuls- und Pausendauer werden indessen alle Re lais und ähnlichen Geräte in dem Empfänger mit der wahren Frequenz der Impulsserie arbeiten, weshalb sie sowohl ani Anfang als auch am Ende einer Im pulsperiode dieselbe Schaltbewegung ausführen, so dass eine eventuelle Differenz zwischen den Ansprech- und Abfallzeiten die Messgrösse nicht beeinflusst.
Nachfolgend wird das Fernmessverfahren nach der Erfindung an Hand einer aus Sender und Emp fänger bestehenden beispielsweisen Anlage zur Aus übung des Verfahrens näher beschrieben.
Fig. 1 der beigefügten Zeichnung stellt eine Aus führungsform eines Impulssenders und eines Impuls empfängers zur Fernmessung nach der Erfindung dar.
Fig. 2 zeigt schematisch die Form der Spannung an einigen Stellen in dem Sender und Empfänger nach Fig. 1 und den Schaltzustand einiger Relais.
Fig. 3 zeigt eine andere Ausführungsform eines Impulssenders zur Ausführung des Verfahrens nach der Erfindung.
Der mit 1 bezeichnete Sender ist über einen Übertragungskanal 2 mit dem Empfänger 3 verbun den. Der Sender 1 enthält einen Kondensator 4, der an eine Gleichstromquelle 5 angeschlossen ist. Paral lel zu dem Kondensator 4 ist ein Ventil 6, z. B. eine Siliziumdiode, geschaltet, in Reihe mit einer der Messgrösse proportionalen Gleichspannung, die den Klemmen 7 zugeführt wird. Ein Transistor 8 ist dem Kondensator 4 und dem Ventil 6 parallelgeschaltet, dessen Basiselektrode an der Kollektorelektrode eines anderen Transistors 9 angeschlossen ist. Die Basis elektrode des Transistors 9 ist an einen Widerstand 10 in Reihe mit dem Kondensator 4 angeschlossen.
Die Schaltung arbeitet derart, dass der Konden sator 4 von dem Gleichstrom 1 der Gleichstromquelle 5 aufgeladen wird, wobei die Spannung am Konden sator linear mit der Zeit ansteigt. Hierbei entsteht ein Spannungsabfall am Widerstand 10, so dass die Ba siselektrode des Transistors 9 negatives Potential er hält und der Transistor 9 leitend wird, was bewirkt, dass die Spannung zwischen der Basiselektrode und der Ermitierelektrode des Transistors 8 nahezu Null wird. Der Transistor 8 wird also gesperrt.
Wenn die Spannung über dem Kondensator 4 denselben Wert wie die der Messgrösse proportionale Spannung an den Klemmen 7 erreicht, beginnt das Ventil 6 zu lei ten, wobei der Strom I durch die Quelle der Mess- grössenspannung und das Ventil 6 anstatt durch den Kondensator 4 fliesst. Hierbei verschwindet die Spannung am Widerstand 10, wodurch der Transistor 9 gesperrt wird und die Basiselektrode des Tran sistors 8 ein negatives Potential von der Batterie 11 erhält, so dass der Transistor 8 leitend wird und den Kondensator 4 kurzschliesst.
Der Kondensator 4 be ginnt also sich über den Transistor 8 zu entladen, wobei wegen des Spannungsabfalls über dem Wider stand 10 ein positives Potential an der Basiselektrode des Transistors 9 entsteht, wodurch der Transistor 9 gesperrt und der Transistor 8 leitend bleibt. Das po sitive Basispotential des Transistors 9 wird durch das Ventil 12 auf einen zulässigen Wert begrenzt. Wenn der Kondensator 4 ganz entladen ist, verschwindet die Spannung über dem Widerstand 10 wieder, wo bei der Transistor 9 etwas leitend und folglich der Transistor 8 gegen seinen gesperrten Zustand getrie ben wird.
Dies hat zur Folge, dass ein Teil des Stro mes I aufs neue den Kondensator 4 zu laden be ginnt, wobei ein negatives Potential an der Basis elektrode des Transistors 9 entsteht, so dass der Transistor 9 voll leitend und der Transistor 8 gesperrt wird und eine neue Ladeperiode des Kodensators 4 beginnt. Der grosse Widerstand 13 in Serie mit der der Messgrösse proportionalen Spannung verhindert, dass der Transistor 8 während der kurzen Zeit, da er leitend ist, überlastet ist. In Fig. 2 stellt die Kurve A schematisch dar, wie die Spannung über dem Kon densator 4 mit der Zeit variiert, während die Kurve B die der Messgrösse proportionale Spannung dar stellt. Die Kurve C zeigt das Potential der Basiselek trode des Transistors 8..
Die Zeit zwischen zwei nach einander folgenden Kurzschlüssen der Spannung über dem Transistor 8 ist offenbar proportional dem Wert der Messgrösse. Die kurzdauernden Änderungen der Spannung über dem Transistor 8 steuern durch zwei Kopplungskondensatoren 21 eine an sich bekannte Multivibratorschaltung, die aus zwei Transistoren 14 und 15 besteht, die dadurch, dass ihre Kollektor- und Basiselektroden miteinander durch die Konden satoren 16 und 17 sowie die Widerstände 18 und 19 verbunden sind, so arbeiten, dass immer der eine von beiden voll leitend, während der andere ganz ge sperrt ist,
und dass jeder Wechsel zwischen leiten dem und gesperrtem Transistor durch einen Span- nungsimpuls an der Basiselektrode des Transistors 8 erzeugt wird, d. h. jedesmal, wenn der Transistor 8 leitend wird. In dem Kollektorkreis des Transistors 15 ist ein Senderrelais 20 eingeschaltet, dessen Kon takt 20a folglich auf den I7bertragunpskanal 2 eine Impulsserie sendet, die die Form der Kurve D in Fig. 2 hat.
Im Empfänger 3 beeinflusst die Impulsserie ein Empfangsrelais 36, dessen Kontakt 36a zwei Hilfs relais 22 und 23 steuert. Die Kurve E in Fig. 2 zeigt die Bewegung des Relais 22, die Kurve F die Bewe gung des Relais 23. Es geht daraus hervor, dass das Relais 22 sowohl beim Ansprechen als beim Abfallen etwas schneller als das Relais 23 ist. Der Empfänger enthält weiter zwei Kondensatoren 24 und 25, die an eine Gleichstromquelle 26 angeschlos sen sind, in Reihe mit je einem hochohmigen Wider stand 27 -und 28. Dadurch, dass die Relais wie in den Fig. 2E und 217 arbeiten, wird der Kondensator 25 während der Pausendauer geladen.
In der gleichen Zeit ist der Kondensator 24 durch den Kontakt 23a des Relais 23 und den Widerstand 29 kurzgeschlos sen. Während der Impulsdauer, wenn die beiden Re lais 22 und 23 erregt sind, wird der Kondensator 24 geladen, während der Kondensator 25 durch den Kontakt 23b und den Widerstand 29 kurzgeschlossen ist. Da die Ladung mittels konstanten Stromes er folgt, werden die Spannungen über den Kondensato ren proportional der Impulsdauer bzw. der Pausen dauer.
Am Ende eines Impulses wird die Spannung über dem Kondensator 24 auf den Speicherkonden sator 30 übertragen, indem der Anker des Relais 22 zuerst abfällt und der Kontakt 22a schliesst, wäh rend das Relais 23 immer noch angesprochen ist. Danach wird auch das Relais 23 entregt, wobei der Kondensator 24 über den Kontakt 23a kurzgeschlos sen und der Kurzschluss des Kondensators 25 auf gehoben wird, so dass dieser Kondensator während der nachfolgenden Pause geladen wird. Am Ende der Pause wird die Spannung über dem Kondensator 25 auf den Speicherkondensator 31 übertragen, indem das Relais 22 wieder anspricht und sein Kontakt 22b schliesst, bevor das Relais 23 anspricht.
Danach spricht auch das Relais 23 an und sein Kontakt 23b schliesst den Kondensator 25 kurz, während sein Kontakt 23a den Kurzschluss des Kondensators 24 öffnet, so dass dieser Kondensator während des nachfolgenden Impulses geladen wird. Da die Spei cherkondensatoren 30 und 31 viel kleiner als die Kondensatoren 24 und 25 bemessen sind, erfolgt die Spannungsübertragung ohne merkbare Änderungen der Spannung. Die Kurve G in Fig. 2 zeigt die Spannung über dem Kondensator 24, während die Kurve H die Spannung über dem Kondensator 25 darstellt.
Die Kondensatoren 30 und 31 sind parallel miteinander in Reihe mit je einem hochohmigen Widerstand 32 und 33 am Eingang eines Elektrometerverstärkers 34 mit sehr hoher Eingangsimpedanz angeschlossen. Am Eingang des Elektrometerverstärkers wird also ein Potential erhalten, das gleich dem Mittelwert der Spannungen über den Speicherkondensatoren 30 und 31 ist, d. h.
proportional der Summe der Dauer des nächstvorangegangenen Impulses und der Dauer der nächstvorangegangenen Pause und folglich propor tional der Messgrösse ist, die mittels eines am Aus gang des Elektrometerverstärkers angeschlossenen Instrumentes 35 gemessen werden kann. Wegen der hohen Eingangsimpedanz des Verstärkers behalten die Kondensatoren 30 und 31 ihre Spannungen wäh rend einer langen Zeit, und der Verstärker arbeitet zusammen mit den Kondensatoren als ein Speicher gerät. Die hochohmigen Widerstände 32 und 33 ver hindern, dass die Spannungen an den Kondensatoren 30 und 31 während der Ladezeit der Kondensatoren 24 und 25 ausgeglichen werden.
Durch die Eigenschaften des Speichergerätes wird bewirkt, dass auch eine Unterbrechung- des über- tragungskanals 2, die während einer Pause eintritt, keine Änderung der Ausgangsgrösse des Elektro meters verursacht. Eine Unterbrechung während eines Impulses kann höchstens verursachen, dass die Aus- gangsgrösse des Elektrometerverstärkers auf den hal ben wahren Wert der Messgrösse zurückgeht.
Da die Relais 22 und 23 beim Ansprechen und Abfallen verzögert sind, beeinflussen schnelle Störungen im übertragungskanal die Messung nicht, sofern sie nicht während dem Wechsel zwischen Pause und Im puls eintreffen.
Im Vorhergehenden ist vorausgesetzt worden, dass die Kondensatoren im Sender und Empfänger mit konstantem Gleichstrom geladen werden, um vollständige Linearität im Sender zwischen Mess- grösse und Periodendauer und im Empfänger zwi schen Periodendauer und der Ausgangsgrösse des Elektrometerverstärkers zu erhalten.
Wenn indessen die Ladekreise im Sender und Empfänger mit im wesentlichen gleichen Zeitkonstanten ausgeführt wer den, kann die Ladung in Reihe mit Widerständen und Spannungen von verhältnismässig geringer Kon stanz erfolgen, da die von der Krümmung der Lade kurve verursachte Nichtlinearität im Sender und Empfänger genau gleich wird, so dass die Ausgangs- grösse des Elektrometerverstärkers proportional der Mesisgrössenspannung im Sender wird.
Der Impulssender nach Fig. 3 arbeitet grundsätz lich wie der in Fig. 1 gezeigte Sender, aber unter scheidet sich von diesem dadurch, dass er zwei ganz gleiche Kondensatorladekreise enthält, die derart wechselweise arbeiten, dass der eine während der Impulse der ausgesandten Impulsserie geladen und während der Pausen entladen wird, während der an dere während der Pausen geladen und während der Impulse entladen wird.
Hierdurch wird erreicht, dass die Entladungszeiten der Kondensatoren nicht als ein Teil in der Periodendauer der erzeugten Impulsserie enthalten sind, weshalb die Periodendauer mit grös- serer Genauigkeit proportional der Messgrösse wird. Die Zeit, die zur Verfügung für die Entladung der Kondensatoren steht, wird folglich auch beträchtlich länger, weshalb die Entladung vollständiger wird, was die Genauigkeit des Senders verbessert.
Der Sender nach Fig. 3 enthält weiter keinen Multivibrator, wes halb er weniger empfindlich für Störungen ist als der Sender nach Fig. 1. Ein weiterer Vorteil des Senders nach Fig. 3 ist, dass er die Quelle der der Messgrösse proportionalen Spannung überhaupt nicht belastet.
Der eine Ladekreis des Senders besteht aus dem Kondensator 40, der von einer an der Anschluss- klemme 41 angeschlossenen Stromquelle für konstan ten Gleichstrom über einen hochohmigen Widerstand 42 geladen wird, so dass der Ladestrom annähernd konstant wird. Die Spannung über dem Kondensator 40 wird mittels eines Ventils 43 mit einer der Mess- grösse proportionalen Gleichspannung verglichen, die zwischen den Anschlussklemmen 44 und 45 ange schlossen ist.
Der andere Ladekreis ist identisch auf gebaut und besteht aus dem Kondensator 46, der von der Gleichspannung an 41 über den hochohmi- gen Reihenwiderstand 47 geladen wird und dessen Spannung mittels des Ventils 48 überwacht wird. Die Kondensatoren 40 und 46 sind durch einen Um schaltekontakt 49a eines Relais 49 und einen Wider stand 50 wechselweise kurzgeschlossen. Der Erreger strom des Relais 49 wird von einem Transistor 51 gesteuert, der mit der Relaiswicklung 49 reihen geschaltet ist und von zwei als Phasenumkehrer und Verstärker arbeitenden Hilfstransistoren 52 und 53 gesteuert wird, die von dem Strom durch je einen der Kondensatoren 40 und 46 gesteuert werden.
Das Re lais 49 weist einen Umschaltekontakt 49b auf, der durch den Spannungsteiler 54 dem Transistor 51 ent weder ein positives Basispotential von der Anschluss klemme 55 oder ein negatives Basispotential von dem Spannungsteiler 56 zuführt. Das Relais 49 ist auch mit einem impulssendenden Kontakt 49c versehen.
Unter der Annahme, dass der Sender sich in dem in Fig. 3 dargestellten Zustand befindet und dass er an die gezeigten Spannungen angeschlossen wird, er gibt sich folgende Wirkungsweise: Der Umschalte kontakt 49b schliesst das positive Potential von der Anschlussklemme 55 über den Spannungsteiler 54 an die Basiselektrode des Transistors 51 an, was zur Folge hat, dass der Transistor 51 voll gesperrt und das Relais 49 nicht erregt wird.
Der Kondensator 46 beginnt sich zu laden, wobei der Ladestrom wegen des Ventils 57 durch die Basiselektrode des Transi stors 52 fliesst, weshalb dieser Transistor 52 leitend wird und seine Kollektorelektrode annähernd das Po tential Null erhält, das indessen von dem Basis potential des Transistors 51 durch den Kopplungs kondensator 58 gleichstrommässig getrennt ist. Der Kondensator 40 ist durch den Kontakt 49a und den Widerstand 50 kurzgeschlossen, so dass ihn kein Strom durchfliesst, washalb die Basiselektrode des Transistors 53 Erdpotential hat und der Transistor 53 gesperrt ist.
Die Kollektorelektrode des Transistors 53 weist folglich ein niedriges negatives Potential auf, das durch den Kopplungskondensator 60 von dem Basispotential des Transistors 52 gleichstrommässig getrennt ist. Da das Ventil 43 zwischen der Kurz- Schlussverbindung des Kondensators 40 und der an 44 angeschlossenen Quelle der der Messgrösse pro portionalen Gleichspannung eingeschaltet ist, wird die Quelle nie durch den Kurzschluss der Konden satoren belastet.
Sobald die Spannung über dem Kon densator 46 denselben Wert wie die der Messgrösse proportionale Spannung zwischen den Anschluss- klemmen 44 und 45 erreicht, beginnt das Ventil 48 zu leiten, und der Ladestrom durch den Kondensator 46 fällt weg. Hierbei verschwindet auch das negative Steuerpotential an der Basiselektrode des Transistors 52, weshalb der Transistor 52 gesperrt wird und ein sofortiger Abfall seines Kollektorpotentials eintritt. Da die Spannung über dem Kondensator 58 sich nicht augenblicklich ändern kann, entsteht gleich zeitig ein negativer Spannungsimpuls auf der Basis elektrode des Transistors 51, was zur Folge hat, dass der Transistor 51 leitend wird, so dass das Relais 49 anspricht.
Wenn der Umschaltkontakt 49b seine Ru hestellung verlässt, wird das Basispotential des Tran sistors 51 noch negativer, da das positive Potential von der Anschlussklemme 55 verschwindet. Der Kon densator 58 ist so bemessen, dass der negative Span nungsimpuls auf der Basiselektrode des Transistors 51 so lange anhält, bis das Relais 49 umgeschaltet ist und der Kontakt 49b seine Arbeitsstellung ein genommen hat. Dadurch erhält die Basiselektrode des Transistors 51 eine permanente negative Steuer spannung von dem Spannungsteiler 56, so dass der Transistor 51 voll leitend und das Relais 49 ange sprochen bleiben.
Wenn der Kontakt 49a seine Ruhe stellung verlässt, beginnt sich der Kondensator 40 zu laden, wobei der Ladestrom wegen des Ventils 59 durch die Basiselektrode des Transistors 53 fliesst, so dass dieser Transistor 53 leitend wird und eine kräftige Erhöhung seines Kollektorpatentials die Folge ist. Durch den Kopplungskondensator 60 wird dabei ein positiver Spannungsimpuls auf der Basis elektrode des Transistors 52 erhalten, was eine völlige Sperrung dieses Transistors 52 bewirkt. Erreicht der Kontakt 49a seine Arbeitsstellung, so wird der Kon densator 46 kurzgeschlossen und der Entladestrom, der durch das Ventil 57 fliesst, bewirkt auch ein positives Potential auf der Basiselektrode des Tran sistors 52.
Der Transistor 52 wird gesperrt, wodurch der Basiselektrode des Transistors 51 eine negative Steuerspannung aufgedrückt wird, so dass der Tran sistor 51 mit Sicherheit voll leitend wird. Alles wirkt also zusammen, um das Relais 49 umzuschalten und damit die Ladekreise zu wechseln. Wenn die Span nung über dem Kondensator 40 die der Messgrösse proportionale Spannung erreicht, wird das Ventil 43 leitend, und der Ladestrom durch den Kondensator 40 hört auf. Dabei verschwindet auch die negative Steuerspannung auf der Basiselektrode des Transi stors 53, weshalb der Transistor 53 gesperrt und ein kräftiger Abfall seines Kollektorpotentials bewirkt wird.
Dieser Potentialabfall hat durch den Kondensa- tor 60 einen negativen Spannungsimpuls auf der Ba siselektrode des Transistors 52 zur Folge, so dass der Transistor 52 leitend wird. Dies bewirkt seinerseits einen positiven Spannungsimpuls auf der Basiselek trode des Transistors 51, so dass der Transistor 51 gesperrt wird und der Anker des Relais 49 abfällt. Da der Kontakt 49b dabei seine Arbeitsstellung ver- lässt, wird das Basispotential des Transistors 51 po sitiver, da das negative Potential am Spannungsteiler 56 verschwindet.
Der Kondensator 58 ist, wie früher erwähnt, so bemessen, dass der positive Spannungs impuls auf der Basiselektrode des Transistors 51 wäh rend der Arbeitszeit des Relais 49 andauert, fällt der Anker des Relais 49 mit Sicherheit ab, und wenn der Kontakt 49 seine Ruhestellung erreicht, schliesst er von der Anschlussklemme 55 ein permamentes posi tives Potential an die Basiselektrode des Transistors 51 an, was den Transistor 51 sperrt und das Relais 49 entregt hält. Schaltet der Kontakt 49a in seine Ruhestellung um, so beginnt eine neue Ladung des Kondensators 46, und der Kondensator 40 wird ent laden.
Durch die Transistoren 52 und 53 werden auch positive Spannungsimpulse auf die Basiselek trode des Transistors 51 gegeben, die also ein sicheres Abfallen des Ankers des Relais 49 bewirken. In Reihe mit den Kondensatoren 40 und 46 sind die Widerstände 61 und 62 angeschlossen, die so be messen sind, dass der Spannungsabfall, der über ihnen bei der Ladung der Kondensatoren entsteht, annähernd gleich gross ist wie die Schwellspannungen der Ventile 43 und 48. Dies bewirkt, dass die Kon densatoren 40 und 46 immer auf eine Spannung, die genau gleich der der Messgrösse proportionalen Span nung ist, geladen werden, was die Genauigkeit des Senders verbessert.
Für das Ansprechen oder Ab fallen des Relais 49 wird ein Spannungsimpuls auf der Basiselektrode des Transistors 51 benötigt, der mindestens gleich lang wie die Arbeitszeit des Relais 49 ist, weshalb kurzdauernde Störungen den Sender nicht beeinflussen.
Natürlich ist die Erfindung nicht nur auf die oben beschriebenen Ausführungsformen beschränkt. Der Empfänger kann z. B. mit nur einem Ladekreis ausgeführt werden, der einen Kondensator enthält, der geladen und danach schnell entladen wird, wor auf eine neue Ladung folgt. Weiter können, wie vor her erwähnt, die Kondensatoren des Empfängers so angeordnet sein, dass sie während der ganzen Perio dendauer geladen werden, so dass keine Einteilung in Impulsdauer und Pausendauer erhalten wird, wo bei nur ein Speicherkondensator über dem Eingang der Elektrometerverstärker erforderlich ist.
Im Falle von zwei Speicherkondensatoren am Eingang des Elektrometerverstärkers können diese auch reihen statt parallelgeschaltet sein.