Sägeblatt Die Erfindung betrifft ein Sägeblatt, dessen Zähne abwechselnd an der einen oder anderen Seite seitlich angeschliffen sind. Sägeblätter werden unter den unterschiedlichsten Arbeitsbedingungen für spanab hebende Bearbeitung von Materialien mit voneinander stark abweichenden Eigenschaften verwendet. Am häufigsten dienen sie für das Trennen bzw. Zerklei nern des Materials in Teile, doch werden sie vielfach als formgebende Werkzeuge, z. B. für das Erzeugen von Schlitzen, Nuten und dergleichen benützt. Auch die Liste der zu bearbeitenden Materialien ist sehr weitläufig, es kommen für die Bearbeitung mittels Sägeblättern Holz, Kunststoffe, Metalle, keramische Werkstoffe und noch andere mehr in Frage.
Die erwähnten unterschiedlichen Arbeitsbedin gungen und Materialien schaffen jeweils verschiedene Schnittverhältnisse. Im Interesse der Leistungsfähig keit der Sägeblätter werden die Zähne in ihrer Form an die jeweiligen Schnittverhältnisse angepasst. Die Formgebung der Zähne ist jedoch nicht der einzige entscheidende Faktor für die Leistungsfähigkeit eines Sägeblattes.
In dieser Hinsicht und auch hinsichtlich der Arbeitsgüte ist in der spanabhebenden Bearbeitung im allgemeinen die Spanabfuhr von grosser Bedeu tung. Bei Sägeblättern jedoch wird sie ein eminenter Faktor. Diese Werkzeuge arbeiten nämlich nur selten an der Materialoberfläche. Der Schnitt erfolgt mei stens in Spalten, Nuten oder Schlitzen, deren Breite die Blattdicke in der Regel nicht übersteigt. Der auf gestossene Span, welcher je nach Beschaffenheit des zu zerspanenden Materials und gemäss den jeweiligen Schnittverhältnissen die unterschiedlichsten Formen und Dimensionen annimmt, ja mitunter in mehrere Stücke zerfällt, wird zunächst in der Zahnlücke auf genommen, welche die Brust des gerade schneiden den Zahnes mit dem Rücken des vorhergehenden Zahnes bildet.
In dieser Zahnlücke wird dann. der immer mehr wachsende Span bis zu dem Punkt mit genommen, bei welchem der Zahn den Schnittbereich verlässt, wo eine raschmöglichste Spanabgabe er wünscht ist.
Die Zahnlücken müssen somit für die Aufnahme der Späne Raum bieten. Diese Anforderung setzt dem Bestreben Grenzen, welches im Interesse einer grossen Leistungsfähigkeit und Standzeit der Säge blätter bei gegebenen Dimensionen eine möglichst grosse Zähnezahl erzielen will.
Es hat sich gezeigt, dass auch beim Vorhanden sein von an sich genügend grosser Zahnlücken diese leicht und gern verstopft werden. Die Folge ist Klem men, überhitzen, Anfressen, Verziehen und letzten Endes Zerstören des Sägeblattes, Ausschuss und even- tuelle Beschädigung der Maschine.
Eine bestimmte Erleichterung konnte zwar erreicht werden, als man für die Verbesserung der Schnittverhältnisse zum abwechselnd an verschiedenen Seiten, seitlichen An schleifen der Zähne überging, da hierbei die auf eine Zahnlücke anfallende Spanmenge verkleinert wurde, doch waren auch die hierbei erzielbaren Resultate noch nicht befriedigend.
Die vorliegende Erfindung stützt sich auf die Erkenntnis, d'ass nicht nur die Zahnlücke, sondern auch deren Form für den Spantransport und für die Spanabfuhr von entscheidender Bedeutung sind. Gemäss dieser Erkenntnis kann durch entsprechende Formgebung insbesondere eines eine Zahnlücke be grenzenden Zahnrückens der in dieser Zahnlücke auf genommene Span für die Mitnahme und für die Ab gabe desselben vorteilhaft verformt werden.
Entspre chend dieser Erkenntnis zeichnet sich die Erfindung dadurch aus, dass die seitliche Schlifffläche eines Zahnes von der Brust und vom Rücken dieses Zahnes und von der Verlängerung der Ebene der Brust des nachfolgenden Zahnes sowie von einer Linie begrenzt ist, welche ohne Knick in die Verlängerung der Schnittlinie des Rückens des vorhergehenden Zahnes mit der betreffenden Seitenfläche des Sägeblattes übergeht.
In der beiliegenden Zeichnung ist ein Ausfüh rungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt, und zwar zeigt: Fig. 1 einen Teil der Verzahnung eines Sägeblattes in Seitenansicht und Fig. 2 den gleichen Teil in Draufsicht.
Die in der Fig. 1 ersichtliche Anordnung der Zähne an einer flachen Bogenlinie ist keinesfalls ein begrenzender Hinweis auf Kreissägen.
Einfachheitshalber wurde ein Sägeblatt gewählt, dessen Zähne durchwegs von ebenen Flächen be grenzt sind. Der Erfindungsgedanke lässt sich dem gegenüber bei Sägeblättern und Verzahnungen aller Art realisieren, also auch dann, wenn z. B. der Zahn rücken bzw. der seitliche Anschliff einfach oder even tuell mehrfach gekrümmte Flächen sind.
Das mit 1 bezeichnete Sägeblatt weist an seinem Umfang abwechselnd an verschiedenen Seiten seitlich angeschliffene Zähne 2 bzw. 3 auf. Zufolge des ab wechselnden seitlichen Anschliffes erstrecken sich die Schneiden 21 bzw. 31 der Zähne 2 bzw. 3 von den entsprechenden Seitenflächen des Sägeblattes 1 etwas über die Hälfte der Blattdicke gegen die andere Seite zu, so dass die Zähne an einer Seite jeweils immer nur einen Teil des gesamten Schneidbereiches des Sägeblattes bearbeiten.
In der rein beispielsweise gewählten Ausführung verlaufen die ebenen Brust- und Rückenflächen 22, 32 bzw. 23, 33 der Zähne 2 bzw. 3 von den entsprechenden Schneiden senkrecht zu den Seitenflächen des Sägeblattes jeweils gegen den Zahnfuss.
Die ebenen seitlich angeschliffenen Flächen 24 bzw. 34 der Zähne 2 bzw. 3 sind jeweils so gerichtet, dass ihre Schnittlinie 35 bzw. 25 mit der Seiten fläche des Sägeblattes eine Verlängerung der Schnitt linie der Rückenfläche des vorhergehenden Zahnes mit der betreffenden Seitenfläche bildet. In der Fig. 1 sind lediglich diese Schnittlinien 35 der Anschliff flächen 34 ersichtlich, während die Schnittlinien 25 der Flächen 24 verdeckt sind. Bei der dargestellten Ausführung sind die Schnittlinien 26 bzw. 36 der Anschliffflächen 24 bzw. 34 mit den Zahnrücken flächen 23 bzw. 33 gerade.
Dieser Umstand ist jedoch Keinesfalls zwingend, denn z. B. bei einer Ausführung eines Sägeblattes mit gekrümmten Zahnrückenflächen, würden auch die Anschliffflächen gekrümmt sein, wobei sich ebene gekrümmte Schnittlinien 25 bzw. 35 und räumlich gekrümmte Schnittlinien 26 bzw. 36 ergeben kön nen. Selbstverständlich würden die ebenen gekrümm ten Schnittlinien 25 bzw. 35 auch hier Verlängerun gen der Schnittlinien der Zahnrücken mit den ent sprechenden Seitenflächen des Sägeblattes bilden.
Durch den dargestellten Seitenanschliff der Zähne erstreckt sich nun z. B. eine Zahnlücke vor einem Zahn 2 entlang der Anschlifffläche 34 des vorher gehenden Zahnes 3 bis in die nächste Zahnlücke zwischen diesem vorhergehenden Zahn 3 und dem nächstvorhergehenden Zahn 2. Die in dieser Weise verlängerten Zahnlücken stehen nun derart mitein ander in Verbindung, dass z. B. Kühlluft oder eine Kühlflüssigkeit in einem praktisch ununterbrochenen Strom durch den Schneidbereich des Sägeblattes strömen kann.
Diese Strömung erstreckt sich infolge der Breite der Anschliffflächen, welche etwa der Zahnhöhe gleich ist, jeweils auf die ganze Zahn lücke, wobei eine Schmierung und Kühlung sowohl des Sägeblattes, wie auch der Späne und gleichzeitig noch die Auflockerung der letzteren erfolgt, so dass die Leistungsfähigkeit herauf- und die Verstopfungs gefahr herabgesetzt wird.
Das seitliche Anschleifen der Zähne bietet noch weitere Vorteile. Es sei z. B. angenommen, dass die Bearbeitung eines bestimmten Materials Fliessspäne ergibt. Die Gefahr der Verstopfung der Zahnlücken wäre in einem solchen Falle besonders gross. Bei einem Sägeblatt wird jeweils ein z. B. von einem Zahn 2 aufgestossener Span sich gegen den Zahn rücken 33 des vorhergehenden Zahnes 3 abbiegen und sich anschliessend durch das fortschreitende Aufstossen in übereinanderliegende Wicklungen auf wickeln, wobei der Zahnrücken als Leitfläche dient.
Bei einem solchen Sägeblatt wird nun der Span an der bis zum Zahnfuss des schneidenden Zahnes rei chenden Anschlifffläche beim Aufwickeln auch seit lich abgewiesen, so dass die Wicklungen nicht mehr aufeinander, sondern etwa nebeneinander zu liegen kommen. Der Span liegt also nicht mehr an einer im Durchmesser stets wachsenden Spirale in der Zahnlücke, vielmehr an einer in der Achsrichtung wachsenden Schraubenlinie. Die Achse dieser Schrau benlinie ist nicht zwangsweise gerade, sie kann unter der Wirkung z. B. einer gekrümmten Anschlifffläche auch eine Kurve sein.
Aus dem Gesagten ist es klar ersichtlich, dass bei diesem Vorgang der Span weitgehend in dem ver fügbaren Raum einer Zahnlücke verteilt wird. Ist da durch und durch Vermeidung einer spiralförmigen Spanbildung die Verstopfungsgefahr bereits weit gehend herabgesetzt, so wird gleichzeitig auch das Auswerfen des schraubenlinienförmigen Spanes aus der Zahnlücke durch das Federn desselben sowie durch die in der Zahnlücke eingenommene Lage ge fördert.
Eine sehr vorteilhafte Wirkung übt die seit liche Anschlifffläche noch dadurch aus, dass dem entlang einer Zahnbrust gleitenden Span zwischen dieser Zahnbrust und der seitlichen Anschlifffläche des nächsten Zahnes ein viel grösserer Raum für das Abbiegen und Aufwickeln zur Verfügung steht, als z. B. bei der herkömmlichen Ausbildung der Zahn lücken. Die Wicklungen werden dadurch weniger eng gelegt. Fig. 1 lässt diese Merkmale besonders gut erkennen.
Wenn sich auch das Letztgesagte auf ein Mate rial mit Fliessspanbildung bezogen hat, ist es klar, dass die Vorteile des beschriebenen Sägeblattes auch bei kurzen, abbröckelnden Spänen voll zur Geltung kommen:, so dass solche Sägeblätter, Kreissägen oder Blattsägen bei besonders grosser Schnittge schwindigkeit und Schnittiefe störungsfrei benützt werden können.