Gashaube an Aluniinium-Elektrolyseofen Bekanntlich tritt bei der Herstellung von Alumi nium durch Schmelzflusselektrolyse eine starke Gas bildung auf. Die Abgase entstehen durch Verbrennen der Anodenkohle durch den bei der Reduktion der Tonerde befreiten Sauerstoff. Sie bestehen zur Haupt sache aus Kohlenmonoxyd und Kohlendioxyd und sind dazu noch mit verschiedenen gasförinigen oder festen, staubförmigen Verunreinigungen beladen. Um das Verunreinigen der Atmosphäre zu vermeiden, ist man dazu gekommen, diese Abgase nach Möglich keit in unmittelbarer Nähe der Anode einzufangen.
Bei Elektrolyseöfen mit selbstbackender Anode und vertikalen Stromzuführungsbolzen ist es zu die sem Zweck z. B. bekannt, am unteren Teil des me tallenen Anodenmantels eine Haube zu befestigen oder anzubringen, die eng an die Anode angeschlossen ist und bis in die Nähe der Badoberfläche reicht. Bei anderen Ofentypen wird die Haube auf dem Rand der Ofenwanne abgestützt.
Die auf dem Rand der Ofenwanne sich abstützen den Hauben weisen den Nachteil auf, dass sie den ganzen Elektrolyt decken und deshalb für bestimmte Arbeiten, z. B. Tonerdezugabe, Krustenbrechen usw. geöffnet werden müssen. Solche Hauben bestehen aus diesem Grunde aus z. T. entfernbaren oder aufklapp baren Deckeln und lassen sich daher nur schwierig abdichten.
Die eng an die Anode angeschlossenen und bis in die Nähe der Badoberfläche reichenden Hauben wer den an ihrem unteren Rand durch eine Anhäufung von Tonerdepulver abgedichtet und brauchen nicht mit Arbeitsöffnungen oder anderen Türen versehen zu sein, welche die Abdichtung erschweren würden. Diese Hauben bilden also am unteren Teil der Anode, im Bereich der Badoberfläche einen die Anode um gebenden Kanal, in welchem die Ofenabgase in der konzentriertesten Form, ohne Ver-dünnung durch Luft, gesammelt werden können.
Die aus dem Kanal strömenden Abgase werden in einem Brennkessel mit Luftzufuhr verbrannt und anschliessend durch Rohrleitungen mit Hilfe von Ven tilatoren zur Gasreinigungsanlage geführt, wie z. B. im Schweizer Patent Nr. <B>278756.</B>
Diese im Prinzip sehr günstigen Hauben, welche bisher im allgemeinen aus am unteren Rand des Man tels und untereinander verschraubten Gusseisenplatten hergestellt wurden, sind jedoch im Betrieb sehr stren gen Beanspruchungen ausgesetzt. An ihrem oberen Rand sind sie am Anodenmantel befestigt, wo die Temperatur<B>100</B> bis 20011 <B>C</B> beträgt. An ihrem unte ren Rand in der Nähe der Badoberfläche kann die Temperatur bis über<B>5000 C</B> steigen. Diese starken Temperaturunterschiede in der Haube und auch zwi schen Haube und Anodenmantel bewirken entspre chende grosse Ausdehnungsunterschiede in der Haube.
Weil die Haube aber dicht und damit am besten starr am Anodenmantel befestigt sein muss, kann sie sich nicht frei ausdehnen. Das hat zur Folge, dass in der Praxis die Hauben nach verhältnismässig kurzer Zeit sich entweder verwerfen oder sogar aufreissen, was selbstverständlich zum Entweichen von Abgasen oder zum Eindringen von Luft mit vermehrtem Anoden- abbrand führt.
Die vorliegende Erfindung betrifft nun eine Gas haube, die am unteren Teil des Anodenmantels be festigt ist, bis in den Bereich der Badoberfläche reicht und die beschriebenen Mängel der bekannten Aus führungen der Gashauben vermeidet.
Erfindungsgemäss ist die Gashaube an ihrem auf steigenden Teil der Wandung zwecks Aufnahme der horizontalen Wärmeausdehnung mit Dilatationsschlit- zen versehen, die mit angeschweissten, nachgiebigen Dilatationshohlrippen versehen und dadurch nach aussen abgedichtet sind.
Die Zeichnung zeigt ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Gashaube an der Anode eines Ofens für die elektrolytische Herstellung von Alu minium im Schmelzfluss.
Die Fig. <B>1</B> ist eine Seitenansicht der Anode mit Gashaube und Gasbrenner, Fig. 2 eine Draufsicht der Anode mit Gashaube, jedoch nach Wegnahme des Gasbrenners, Fig. <B>3</B> eine Ansicht einer Dilatationshohlrippe der Gashaube, Fig. 4 ein Längsschnitt durch eine Dilatations- hohlrippe nach Linie IV-IV der Fig. <B>3,
</B> Fig. <B>5</B> ein Querschnitt durch eine Dilatationshohl- rippe nach Linie V-V der Fig. 4 und Fig. <B>6</B> ein Querschnitt durch den Abgassammel- kanal zwischen den Dilatationshohlrippen nach Linie VI-VI von Fig. 2.
Die selbstbackende Kohlenanode <B>1</B> mit vertikalen Stromzuführungsbolzen 2 ist mit einem permanenten metallenen und mit Rippen<B>3</B> versteiften Mantel 4 umgeben. Am unteren Teil ist der Mantel 4 mit einem nach aussen gerichteten Flansch<B>5</B> versehen, dessen freier Rand<B>7</B> nach oben umgebördelt ist. An diesem Flansch<B>5</B> ist die aus schweissbarem Eisenblech be stehende Wand<B>8</B> durch Schraubenbolzen<B>9</B> befestigt. Der Flansch<B>5</B> und die Wand<B>8</B> bilden zusammen die Gashaube, welche als Abgassammelkanal <B>6</B> dient.
Die Wand<B>8</B> der Gashaube ist mit Dilatations- schlitzen <B>10</B> versehen, die durch angeschweisste Dila- tationshohlrippen <B>11</B> nach aussen abgedichtet sind.
Die Schlitze<B>10</B> sind vertikal angeordnet und er strecken sich vom unteren Rand bis in die Nähe des oberen Randes der Wand<B>8.</B> Sie können z. B. durch Absägen oder Abbrennen aus der vollen Haube an gefertigt werden. Anderseits ist es auch möglich, die Dilatationsschlitze dadurch zustande zu bringen, dass die Haube aus einzelnen, nicht aneinanderstossenden aber oben zusammengeschweissten Blechen hergestellt wird. Wichtig ist bei den Schlitzen, dass sie zwecks Abdichtung des Sammelkanals oben abgeschlossen sind.
Die Dilatationshohlrippen <B>11</B> lassen sich durch Umbiegen eines zurechtgeschnittenen Blechstückes herstellen und werden mit ihren Längsseiten 12 sowie an ihrem oberen Teil<B>13</B> an die Haube angeschweisst. Weil die Wärmeausdehnung am unteren Rand der Haube am grössten ist, sind die Dilatationshohlrippen in diesem Bereich am meisten beansprucht. Es ist daher vorteilhaft, wenn sie sich von oben nach unten erweitern.
Die Haube ist ferner<B>-</B> vorzugsweise auf einer Ouerseite der Anode<B>-</B> in bekannter Weise mit einem Kanalausgang 14 versehen, der als Anschluss zum Brenner<B>15</B> dient. Wie in der Fig. <B>6</B> ersichtlich ist, reicht die Haube bis in die Nähe der erstarrten Elektrolytkruste <B>16,</B> auf welcher eine Schicht frischer Tonerde<B>17</B> zur Vor- wärmung aufliegt. Diese Tonerde wird gegen die Haube angehäuft und dichtet diese damit am unteren Rande ab. Mit<B>18</B> ist die Elektrolytschicht, mit<B>19</B> die Aluminiumschicht und mit 20 der Ofenboden be zeichnet.
Die unter der Anode<B>1</B> entstehenden Gas blasen 21 werden im Sammelkanal<B>6</B> aufgefangen. Die Fig. <B>6</B> zeigt ausserdem, dass die Wand<B>8</B> vorteil- hafterweise leicht gegen die Anode geneigt sein kann. Diese Massnahme soll es verhindern, dass Elektrolyt oder Schaumkrusten an der Innenfläche der Haube hängen bleiben.
üblicherweise wird die Wand<B>8</B> der Gashaube in zwei U-förmigen Hälften vorfabriziert, die<B>je</B> von den Längsseiten der Anode her in Stellung gebracht, an den Flansch<B>5</B> angeschraubt und anschliessend mitein ander verschweisst werden.
Die Haube lässt sich aber auch in der Weise auf der Anode anbringen, dass einzelne Formatbleche in kurzem Abstand voneinander am unteren Flansch des Anodenmantels befestigt werden, worauf die dadurch entstehenden Dilatationsschlitze oben mit Schweiss material abgeschlossen und die Dilatationshohlrippen angeschweisst werden.
An der Haube können noch Tragbügel 22 be festigt werden, die beim Transport und bei der Mon tage als Tragvorrichtungen dienen.
Im Betrieb bewährt sich die erfindungsgemässe Haube sehr gut. Sie zeigt keine Neigung, sich zu ver werfen und gewährleistet eine einwandfreie Abdich tung des Abgasesammelkanals. Wenn sie sich nach längerer Zeit am unteren Rand örtlich durch Abzun- dern abnützt, lässt sie sich auch leicht und einfach durch Auftragen von Schweissmaterial oder durch Anschweissen von Ersatzteilen wieder instand stellen.