CH356954A - Verfahren zum Schützen von nichttextilen Materialien gegen Termitenfrass - Google Patents

Verfahren zum Schützen von nichttextilen Materialien gegen Termitenfrass

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CH356954A
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Friedrich Dr Muth
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Bayer Ag
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  • Yarns And Mechanical Finishing Of Yarns Or Ropes (AREA)
  • Winding Filamentary Materials (AREA)
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Description


  Verfahren     zum    Schützen von nichttextilen Materialien gegen     Termitenfrass       Termiten sind in tropischen und subtropischen  Ländern die wichtigsten und vielseitigsten tierischen  Materialschädlinge. Sie können nicht nur das Bau  holz der Häuser, sondern alle Gebrauchsgegenstände  und technischen Güter, die aus Holz, Papier, Kunststof  fen, Lacken, Kautschuk, Leder usw. bestehen, zer  stören. Es ist daher notwendig, solche     Materialien     durch geeignete Verfahren gegen Termitenfrass zu  schützen. In dichter besiedelten und wirtschaftlich  bedeutungsvollen Gebieten ist z. B. der Schutz von  Häusern, Möbeln, Kabeln, Elektrogeräten, Auto- und  Radiobestandteilen, Polstermaterialien, Urkunden  und Büchereinbänden ein wichtiges Problem.  



  Bisher verwendete man in der Praxis Termiten  schutzmittel fast ausschliesslich für     Bauholz    und Bau  platten. So wird vielfach das billige, aber Hautreizun  gen erzeugende     Pentachlorphenol    für Holz eingesetzt.  



  Vielfach hat der Schutz von anderen Materialien  als Holz bisher geringes Interesse gefunden. Ganze  Häuser können zwar mit ihrem Inhalt durch eine aller  dings recht kostspielige Bodenbehandlung vor dem Ein  dringen von Termiten geschützt werden. Zum Ein  satz gelangten dabei bisher vor allem Produkte wie  1,2,3,4,10,10 -     Hexachlor        -1,4,4a,5,8,8a    -     hexahydro-          1    : 4,5 :

   8 -     dimethano    -     naphthalin,        2,3,4,5,6,7,8,8-          Octachlor-        3a,4,7,7a-tetra'hydro-4        @:        7-methano-indan,          1:1:1-Trichlor-2:2-di-(p-chlorphenyl)-äthan,    1,2,3,       4,10,10-Hexachlor-6,7-epoxy-1,4,4a,5,6,7,8,8a-octa-          hydro-1,4,5,8-dimethano-naphthalin    und 1,4,5,6,7,8,       8-Heptachlor-3a,4,7,7a-tetrahydro-4,7-endomethylen-          indan,    die als Insektizide unter verschiedenen Han  delsnamen bekannt sind.  



       Als    Schutzmittel für andere     nichttextile    Materia  lien wie Papier werden gelegentlich ebenfalls 1 : 1 :     1-          Trichlor    - 2 : 2 -     di-(p-chlorphenyl)-äthan    bzw. e     Gam-          mexan     (Handelsprodukt) verwendet.

      Bei der Suche nach besonders wirksameren Pro  dukten hat sich nun gezeigt, dass     Halogenalkylsulfon-          säure-arylamide,    insbesondere solche, die im     Arylrest     durch     Trifluormethylgruppen    oder durch Halogene  substituiert sind, eine hervorragende Termitenschutz  wirkung für nichttextile Materialien besitzen. Die       Wirksamkeit    konnte sowohl in Laborprüfungen als  auch nach Einarbeitung in technische Materialien be  stätigt werden.

   Die Verbindungen schützen nichttex  tile     Materialien,    wie     Holz,    Bauplatten, Papier, Kunst  stoffe, Kautschuk, Leder, schon bei Anwendung von  1 bis 2     "/o,    teilweise sogar in erheblich niedrigerer  Konzentration, dauerhaft gegen     Termitenfrass.       <I>Beispiel 1</I>  Eine 0,5 mm starke     Papierfilterscheibe    von 9 cm  Durchmesser wird mit 2     cms    einer 0,05     o/oigen        Ace-          tonlösung    von     N-Chlormethylsulfonyl-2-chlor-5-tri-          fluormethyl-anilin    so behandelt, dass das Papier gleich  mässig getränkt ist.

   Nach viertägiger Ausdunstung  werden 20 Termitenarbeiter in einem     Metallring    auf  die behandelte     Papierfläche    gesetzt. Alle Versuchs  tiere sind nach 24stündigem Kontakt tot; die Filter  scheibe bleibt unbeschädigt. Der Versuch mit einer  0,005     ohigen    Lösung zeigt eine gleich gute Wirkung.

         Bei        Herabsetzung        der        Konzentration        auf        0,0005        %        be-          trägt        die        abtötende        Wirkung        nur        noch        70        %,        ohne        dass     das Material beschädigt wird.

   Nach Lagerung im  Tropenklima besitzt die mit 0,05     o/oiger    Lösung be  handelte Filterscheibe noch nach Wochen die gleiche  Wirkung.  



  <I>Beispiel 2</I>  1 Gewichtsteil der Verbindung     N-Chlormethyl-          sulfonyl-2-chlor-5-trifluormethyl-anilin    wird in 100  Gewichtsteilen Polyäthylen bei 130  6-8 Minuten       eingewalzt,    so dass der Wirkstoff in dem Polyäthylen      homogen gelöst ist. So ausgerüstete     Polyäthylenfolien     besitzen sowohl im     Frasszwang-    als auch im     Frasswahl-          versuch    nach einjähriger Prüfzeit noch eine 100      /oige     toxische Wirkung und eine vollkommene     Frassresi-          stenz    gegen Termiten.  



  <I>Beispiel 3</I>  Eine 0,5 mm starke Filterscheibe von 9 cm Durch  messer wird mit 2     em3    einer 0,05     o/oigen    Aceton  lösung von     N-Chlormethylsulfonyl-2,4-dichlor-anilin     so behandelt, dass das Papier gleichmässig     getränkt    ist.  Nach viertägiger Ausdunstung werden 20 Termiten  arbeiter     in    einem Metallring auf die behandelte Pa  pierfläche gesetzt. Alle Versuchstiere sind nach     24-          stündigem    Kontakt tot; die     Filterscheibe    bleibt un  beschädigt. Der Versuch mit einer 0,005     o/oigen    Lö  sung zeigt eine fast gleich gute Wirkung.

   Nach Lage  rung-im     Tropenklima    besitzt die mit 0,05     o/oiger    Lö  sung behandelte Filterscheibe noch nach Monaten  die gleiche Wirkung.  



  <I>Beispiel 4</I>  1 Gewichtsteil der Verbindung     N-Chlormethyl-          sulfonyl-2,4,5-trichlor-anilin    wird in 100 Gewichts  teilen Polyäthylen bei l30  6-8 Minuten     eingewalzt,     so dass der Wirkstoff in dem Polyäthylen homogen  gelöst ist. So ausgerüstete     Polyäthylenfolien    besitzen  sowohl im     Frasszwang-    als auch im     Frasswahlversuch     nach zweijähriger Prüfzeit noch eine 100     o/oige    to  xische Wirkung und eine vollkommene     Frassresistenz     gegen Termiten.

      <I>Beispiel 5</I>  200 Gewichtsteile fein zerfasertes     Fichtenholz     werden mit 5000 Gewichtsteilen Wasser (50  C) an  geschlemmt. Anschliessend werden 6 Gewichtsteile  eines Imprägniermittels (alkalisch eingestelltes Phenol  formaldehydharz) und 4 Gewichtsteile Paraffin, mit  einem handelsüblichen     nichtionogenen        Emulgator    dis  pergiert, zugegeben. Nunmehr werden 5 Gewichts  teile N -     Chlormethylsulfonyl    - 1,3,5 -     trichlor-anilin    in  Natronlauge gelöst hinzugegeben. Nach einer Ein  wirkungszeit von etwa 20 Minuten wird mit Alumi  niumsulfat auf     pH    4 gefällt.

   Nach weiteren 10 Minu  ten wird der     Holzfaserbrei    in den Plattenbildner ge  geben. Das Wasser läuft ab und der Kuchen aus       Holzfaserbrei    wird unter der Presse weiter     entwässert     und anschliessend getrocknet.    <I>Beispiel 6</I>  In 70 Gewichtsteile     Polyvinylchlorid    werden 30  Gewichtsteile     Dioctylphthalat    eingerührt, die 4 Ge  wichtsteile N -     Chlormethylsulfonyl-2,4-dichlor-anilid     enthalten. Danach wird 1 Gewichtsteil     Diphenylthio-          harnstoff    als Stabilisator zugegeben.

   Auf dem Misch  walzwerk wird gut gemischt (175  C), innerhalb 5  Minuten     geliert    und anschliessend in üblicher Weise  die Platten gepresst.  



  Anstelle der genannten Verbindungen können  auch Gemische von     Di-    und     Trichlorverbindungen     verwendet werden:         N-Chlormethylsulfonyl-2-methyl-anilin,    F. 70-71        N-Chlormethylsulfonyl-2-isopropyl-anilin,    F. 70-72        N-Chlormethylsulfonyl-2,4-dimethyl-anilin,    F.90-92        N-Chlormethylsulfonyl-2,5-dimethyl-anilin,    F. 104-105        N-Chlormethylsulfonyl-2,6-dimethyl-anihn,    F.90-91        N-Chlormethylsulfonyl-4-nitro-anilin,    F. 163-164        N-Chlormethylsulfonyl-2-methyl-4-nitro-anilin,    F.

   158-159        N-Chlormethylsulfonyl-2-fluor-5-trifluormethyl-anilin,    F. 88-89        N-Chlormethylsulfonyl-2-brom-5-trifluormethyl-anilin,    F. 101-102        N-Chlormethylsulfonyl-2-trifluormethyl-4-chlor-anilin,    F. 94-95        N-Chlormethylsulfonyl-3-trifluormethyl-4-chlor-anilin,    F. 96-97        N-Chlormethylsulfonyl-3-trifluormethyl-5-chlor-anilin,    F. 100-101        N-Chlormethylsulfonyl-3-trifluor-meihyl-6-chlor-anilin,    F. 73-74        N-Chlormethylsulfonyl-3-trifluormethyl-5,6-dichlor-anilin,    F.     85           N-Chlormethylsulfonyl-3-trifluormethyl-4,5,6-trichlor-anilin,    F.

   108-109        N-Chlormethylsulfonyl-3-trifluormethyl-5-nitro-anilin,    F. 99-100        N-Chlormethylsulfonyl-3-trifluormethyl-5-äthansulfonyl-anilin,    F. 112-113        N-Chlormethylsulfonyl-3-trifluormethyl-4,6-dimethoxy-anilin,    F. 122-123        2-Chlormethylsulfonylamino-4-chlor-4'-trifluormethyl-N-methyl-diphenylamin,    F.

   122        Chlormethansulfonylamino-polychlor-l-trifluormethyl-naphthalin    (hergestellt durch Nitrieren von     1-Tri-          fluormethyl-naphthalin,    Reduktion mit Eisen und Essigsäure in     Toluol,    Umsetzung mit     Chlormethan-          sulfonsäurechlorid    in     Pyridin    bei 0  und     Chlorierung        in        o-Dichlorbenzol    in Gegenwart von     Eisen-III-          chlorid    bis zu einer 4-5 Chloratomen entsprechenden Chloraufnahme bei Temperaturen bis 38 .

   Nach  Lösen in wässriger Natronlauge, Behandeln mit Kohle und Fällen mit Salzsäure halbfeste harzige, etwas  bräunlich gefärbte Masse)       a-Chloräthylsulfonyl-2-chlor-5-trifluormethyl-anilin,    F. 66-67        ss,ss-Dichloräthylsulfonyl-3-trifluormethyl-anilin,    Öl       a-Chloräthylsudfonyl-3,4-dichlor-anilin,    F. 88        a-Chloräthylsulfonyl-4-amino-diphenyl,    F. l68        ss,ss-Dichloräthylsulfonyl-3-chlor-anilin,    Öl    
EMI0003.0001     
  
    /3,ss-Dichloräthylsulfonyl-trichlor-anilin <SEP> (aus <SEP> f,ss-Dichloräthylsulfonyl-3-chlor-anihn <SEP> durch <SEP> Chlorieren), <SEP> Öl
<tb>  ss-Chloräthylsulfonyl-2-chlor-anilin, <SEP> F. <SEP> 155-165 
<tb>  f-Chloräthylsulfonyl-3-chlor-anilin, <SEP> F.

   <SEP> 173-178 
<tb>  ss-Chloräthylsulfonyl-4-chlor-anilin, <SEP> F. <SEP> 175-185 
<tb>  ss-Chloräthylsulfonyl-2,4-dichlor-anilin, <SEP> F. <SEP> 175-180 
<tb>  /3-Chloräthylsulfonyl-3,4-dichlor-anilin, <SEP> F. <SEP> 98 
<tb>  P-Chloräthylsulfonyl-trichlor-anilin <SEP> (durch <SEP> Chlorierung <SEP> von <SEP> ss <SEP> - <SEP> Chloräthylsulfonyl <SEP> - <SEP> 3 <SEP> - <SEP> chlor-anilin <SEP> erhalten:

  
<tb>  halbfeste <SEP> Masse)
<tb>  /3,j3,ss-Trichloräthylsulfonyl-3-nitro-4-chlor-anilin, <SEP> F.88 
<tb>  N-Chlormethylsulfonyl-3-trifluormethyl-5-cyan-anilin, <SEP> F. <SEP> l29-130 
<tb>  N-Chlormethylsulfonyl-5-trifluormethyl-2-carboäthoxy-anilin, <SEP> F. <SEP> 157-158 
<tb>  N-Chlormethylsulfonyl-3,5-di-trifluormethyl-anihn, <SEP> F. <SEP> 101 
<tb>  N-Chlormethylsulfonyl-2,5-dichlor-anilin
<tb>  N-Chlormethylsulfonyl-3, <SEP> 5-dichlor-anilin
<tb>  N-Chlormethylsulfonyl-3,4, <SEP> 5-trichlor-anilin
<tb>  N-Chlormethylsulfonyl-2,3,4,6-tetrachlor-anilin
<tb>  N-Chloräthansulfonyl-2,4-dichlor-anilin
<tb>  2-Chlormethylsulfonylamino-4-trifluormethyl-1-(4'-chlor-phenoxy)-benzol, <SEP> F. <SEP> 125-126 
<tb>  2-Chlormethylsulfonylamino-4-trifluormethyl-1-(4'-chlor-phenoxy)-chlorbenzol, <SEP> F.

   <SEP> 113-115 
<tb>  2-Chlormethylsulfonylamino-4-trifluormethyl-1-(2',4'-dichlor-phenoxy)-benzol, <SEP> F. <SEP> 82-83 
<tb>  2-Chlormethylsulfonylamino-4-trifluormethyl-1-(2',6'-dichlor-phenoxy)-benzol, <SEP> F. <SEP> 129-130 
<tb>  2-Chlormethylsulfonylamino-4-trifluormethyl-1-(2',4',5'-trichlor-phenoxy)-benzol, <SEP> F. <SEP> 116 
<tb>  2-Chlormethylsulfonylamino-4-trifluormethyl-1-(2',3',4',5',6'-pentachlor-phenoxy)-benzol, <SEP> F. <SEP> 187 
<tb>  2-Chlormethylsulfonylamino-4-trifluormethyl-1-(3'-trifluormethyl-phenoxy)-benzol, <SEP> zähes <SEP> Öl
<tb>  2-Chlormethylsulfonylamino-4-trifluormethyl-6-chlor-1-(2'-chlor-phenoxy)-benzol, <SEP> zähes <SEP> Öl
<tb>  2-Chlormethylsulfonylamino-4-trifluormethyl-2',4',5'-trichlor-diphenylsulfid, <SEP> F. <SEP> 146-147 
<tb>  2-Chlormethylsulfonylamino-4-trifluormethyl-2',4',5'-trichlor-diphenylsulfon, <SEP> F. <SEP> 165-166 .

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zum Schützen von nichttextilen Mate rialien gegen Termitenfrass, dadurch gekennzeichnet, dass Halogenalkylsulfonsäure - arylamide verwendet werden.
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