Kombiniertes Speiseleitungsventil für Zentralheizungsanlagen mit Radiatoren Es ist wohl bekannt, dass man in Zentralheizungs anlagen mit Radiatoren sogenannte Drosselventile zu sätzlich zu den praktisch immer vorhandenen Regel ventilen einzuschalten pflegte. Oft war das Drossel ventil an demjenigen Ende des Radiators angeordnet, welches das abgekühlte Wasser an die Rückleitung abgibt, während das Regelventil an demjenigen Ende des Radiators angeordnet war, wo dieser Heisswasser aus der Speiseleitung empfängt.
Das Regelventil hat dabei den Zweck, je nach Bedürfnis zur Bestimmung derjenigen Wärmemenge eingestellt werden zu kön nen, welche von dem Radiator abgegeben werden soll, während das Drosselventil den Zweck hatte, ein für allemal eingestellt zu werden, so dass sämtliche Ra diatoren in der Anlage einregulierte Wärmemengen abgeben, wenn die Regelventile auf die Maximallage eingestellt sind. Unter einregulierten Wärmemengen werden dann solche Wärmemengen verstanden, bei denen sich die erwünschte Temperatur unter norma len Verhältnissen ergibt, z. B. für Wohnzimmer etwa 18 .
In grösseren Wohngebäuden hat man in der letz teren Zeit in immer grösserem Umfang sogenannte Zentralheizungsanlagen eingeführt, wobei eine Mehr zahl von Speiseleitungen, oft in wesentlichem Ab stande voneinander, mit Heisswasser von ein und dem selben Heizkessel gespeist werden. Dabei entsteht die Tendenz einer zu kleinen Wärmezufuhr zu den ent fernteren Speiseleitungen, was die Einregulierung in so hohem Mass gestört hat, dass sie nicht mehr mit Hilfe derjenigen Drosselventile wiederhergestellt wer den konnte, welche in den erwähnten, an die Radia toren angeschlossenen Rückleitungen angeordnet sind. Man hat deshalb grössere Drosselventile ebenfalls in den Speiseleitungen selbst für deren unmittelbare Ein regulierung eingeschaltet.
Jede Speiseleitung muss von dem gemeinsamen System von Speiseleitungen separiert werden können, durch das sie mit dem Kessel verbunden ist. Dies hat die Einschaltung eines Abschlussventils in die Spei seleitung erforderlich gemacht. Weiter muss jede Speiseleitung für gegebenenfalls vorkommende Repa raturarbeiten oder dergleichen entleert werden kön nen, was die Einschaltung eines Abzapfventils erfor derlich gemacht hat.
Es ist somit bei Anlagen der oben angegebenen Art unumgänglich erforderlich, wenigstens drei Ven tile in jeder Speiseleitung zu haben; aber aus prakti schen Gründen ordnet man oft dieselben drei Ventile ebenfalls in kleineren Anlagen an, die nicht mit einer Mehrzahl von Speiseleitungen im Abstand vonein ander versehen sind. Zwar hat man versucht, ein ge meinsames Ventil als Drosselventil und Abschlussven- til zwecks Vereinfachung der Anlage zu benutzen, aber diese Versuche sind nicht gut gelungen. Man hat nämlich keine gutdichtende Ventilkonstruktion zur Verfügung gehabt, welche ausserdem eine genügend breite Regelungscharakteristik aufwies, um als Dros selventil benutzt werden zu können.
Alle zu diesem Zwecke benutzten Abschlussventile, welche gut dich tend gewesen sind, haben nämlich die wenig er wünschte Eigenschaft, dass sie schon nach einer sehr unwesentlichen Hebung der Ventilspindel praktisch auf volle Durchströmung öffnen, während keine nen nenswerte Änderung des Durchströmungswiderstan- des durch das Ventil während der restlichen Hebe bewegung entsteht.
Anderseits fordert man von einem guten Drosselventil eine ziemlich breite Regelungs- charakteristik, was bedeutet, dass eine wesentliche Änderung des Durchströmungswiderstandes durch das Ventil durch Änderung der Ventileinstellung erreicht werden kann, unabhängig davon, ob diese Einstell- änderung in der Nähe der Lage für geschlossenes oder in der Nähe der Lage für geöffnetes Ventil oder aber in einer Zwischenlage stattfindet.
Am besten sollte ausserdem die Regelungscharakteristik für die Veränderung des Durchströmungswiderstandes mit der Ventileinstellung linear verlaufen, in welchem Falle die Beurteilung der richtigen Lage der Drosse lung sehr stark erleichtert wird.
Ein anderer Grund dafür, dass man dasselbe Ven til als Drosselventil und als Abschlussventil nicht be nutzen konnte, ist, dass die Einstellung des Drossel ventils oft ziemlich schwierig festzustellen ist, wes halb man nicht die Einstellung dieses Ventils ver ändern wollte, wenn die richtige Einstellung einmal gefunden wurde.
Es dürfte dem obigen zu entnehmen sein, dass die Ventilanordnung in jeder Speiseleitung der oben an gegebenen Art ziemlich kompliziert wird. Falls man, wie das üblich sein dürfte, das Drosselventil in der Speiseleitung und nicht in der Rückleitung anordnet, hat man in dieser Leitung nahe der Hauptspeiselei tung ein Abschlussventil, welches üblicherweise als Sperrventil ausgeführt ist, danach ein Drosselventil, welches üblicherweise in der Form einer drehbaren Scheibe in Form eines Tellerventils ausgeführt ist, wobei in der drehbaren Scheibe eine sektorförmige Öffnung vorgesehen ist, und in der festen Scheibe, auf welcher die drehbare Scheibe angeordnet ist,
ein Um fangsschlitz mit veränderlicher radialer Ausdehnung vorgesehen ist, so dass die erwünschte Regelungscha- rakteristik erhalten wird. Oberhalb des Drosselventils hat man schliesslich eine T-Kupplung angeordnet, welche zu einem Abzapfventil leitet. Diese Anord nung ist aber nicht befriedigend, denn mit dieser kann man das Wasser von der Rückleitung nicht abzapfen, und ausserdem kann man diese Leitung von der Sam- melrückleitung zum Kessel nicht trennen.
Man muss deshalb in der Rückleitung teils ein Abschlussventil, teils auch ein Abzapfventil anordnen, und diese bei den können im Prinzip von derselben Art wie die entsprechenden Ventile in der Speiseleitung sein. Ins gesamt müsste man somit nicht weniger als fünf Ven tile für jede vorhandene Speiseleitung zusammen mit deren Rückleitung anordnen. Nun liegen diese Lei tungen üblicherweise dicht nebeneinander, woraus folgt, dass die fünf Ventile ebenfalls innerhalb eines begrenzten Raumes angeordnet sein müssen, und es kommt oft vor, dass der zur Verfügung stehende Raum derart knapp ist, dass die Ventile in einer ungeeig neten Weise zusammengedrängt werden.
Es hat sich auch in der Praxis gezeigt, dass man in vielen Fällen die Ventile derart stark zusammendrängen muss, dass sie teils schwierig zu betätigen sind, teils auch die Übersicht verloren geht, was später zu fehlerhaften Verbindungen führt.
Man muss sich nur den Fall denken, dass ein un geübter Maschinist irrtümlicherweise das Drosselven til statt das Abschlussventil zumacht. Er verliert dann die wertvolle Einstellung des Drosselventils, welche sehr schwierig wieder zu finden ist. Ausserdem erhält er eine Leckage zwischen dem Abzapfventil und der Speiseleitung, und in schweren Fällen kann es passie ren, dass in unbeabsichtigter Weise alles Wasser nicht nur von der besonderen betreffenden Speiseleitung und den dazu angeschlossenen Radiatoren, sondern in der ganzen Anlage einschliesslich des Kessels ab gezapft wird, wobei der Kessel trocken kochen kann und zerstört wird. Solche Fälle sind tatsächlich vor gekommen.
Abgesehen von den oben genannten Übelständen wird eine Ventilgruppe, welche die erwähnten fünf Ventile enthält, ziemlich teuer.
Der Zweck der vorliegenden Erfindung ist es, eine Ventilkonstruktion zu schaffen, durch welche die An lage im ganzen vereinfacht wird, die Betriebssicher heit vergrössert wird und die Anlagekosten vermindert werden.
Erfindungsgemäss wird bei einem kombinierten Speiseleitungsventil für Heizungsanlagen mit Radia toren, welches ein Abschlussventil mit Schliessmitteln aufweist sowie ein Abzapfventil mit Ablauf für das abzuzapfende Wasser, diese Aufgabe dadurch gelöst, dass die Schliessmittel, zusammen mit dem Abzapf- ventil, innerhalb eines gemeinsamen Gehäuses an geordnet sind,
welches andreaskreuzartig ausgebildet ist und auf einer Seite einen aufwärtsgerichteten An schluss für die Speiseleitung zu den Radiatoren und einen nach unten gerichteten Anschluss für die Speise leitung des Kessels sowie auf der anderen Seite einen aufwärtsgerichteten Stutzen zur Aufnahme der Ventil spindel für das Abzapfventil und einen nach unten gerichteten Stutzen zur Aufnahme der Ventilspindel für das Abschlussventil aufweist.
Wie diese Ventile und die mit denselben zusam menhängenden Mittel zusammengebaut sind, ist der nachfolgenden Beschreibung im Anschluss an die Zeichnung zu entnehmen, in welcher beispielsweise eine Ausführungsform der Erfindung gezeigt wird, welche sich nicht nur bequem und zuverlässig son dern ausserdem derart einfach gezeigt hat, dass Fehl betätigungen kaum vorkommen können. Ausserdem ist die Ventilkonstruktion derart beschaffen, dass sie in der Rückleitung mit demselben Vorteil wie die frü her benutzten zwei Ventile verwendet werden kann.
Die Ventilkonstruktion ist bestimmt durch die Ausbildung des gemeinsamen Gehäuses in Form eines Andreaskreuzes, das heisst eines X mit nicht notwen dig rechten Winkeln zwischen den X-Balken. Unten rechts ist der Anschluss 10 zur Speiseleitung vom Kes sel angeordnet. Unten links sitzt das Handrad 11 des kombinierten Abschluss- und Drosselventils. Rechts oben ist der Anschluss 12 zur Speiseleitung angeord net und links oben ist ein Vierkantzapfen 13 angeord net, zwecks Regelung des Abzapfventils, dessen Ab lauf geradeaus nach links in Form eines Rohranschlus ses 14 gerichtet ist.
Man sieht leicht, dass die drei Mittel, die der Maschinist betätigen können soll, näm lich das Handrad 11, der Vierkantzapfen 13 und der Rohranschluss 14, in derselben Ebene liegen, welche senkrecht zu derjenigen Wand gerichtet sein wird, längs welcher die Speiseleitung (oder aber die Rück leitung) gezogen ist. Auf Grund dessen werden alle diese drei Mittel leicht zugänglich sein, und man muss nicht eine besondere Linkskonstruktion und Rechts konstruktion haben, um den verschiedenen Bedürf nissen der Zugänglichkeit gerecht zu werden, je nach dem ob die Speiseleitung längs einer ebenen Wand oder in einer Ecke verläuft bzw. ob die Ecke eine Linksecke oder eine Rechtsecke ist.
Es ist ein Vorteil, wenn die Ventilkonstruktion einigermassen hoch an der Wand angebracht wird, damit unberufene Leute nicht versucht werden, die Ventile zu betätigen. Eine solche Montage ist auch dadurch ohne Beeinträchtigung der Betätigbarkeit des Ventils leicht möglich, dass das Abschlussventil nach unten gekehrt wird, wodurch das nach oben gerichtete Abzapfventil schwerer zugänglich ist als jenes. Der Rohranschluss 14, an welchem man nor malerweise einen Schlauch anzuschliessen pflegt, wird zweckmässigerweise senkrecht zur Wand angeordnet.
In der Zwischenwand 15 befindet sich ein zylin drisches Loch, in dem ein zylindrischer, während der Betätigungsbewegung des Ventils in der Axialrich- tung verschiebbarer Ventilkörer 16 angeordnet ist. Durch den Ventilkörper 16 ist ein diametral verlau fender und in Achsrichtung sich erweiternder Schlitz 17 angeordnet. Dieser Schlitz kann der art ausgebildet sein, dass der Durchströmungs- widerstand durch das Ventil unter den vor handenen Druckverhältnissen einigermassen linear mit dem Drehwinkel der Ventilspindel 18 veränderlich ist.
An seiner der Ventilspindel 1.8 zugewandten Seite ist der zylindrische Ventilkörper 16 mit einem heraus ragenden Flansch 19 versehen, der bei geschlossenem Ventil mit einer entsprechenden Eindrehung 20 in der Zwischenwand 15 zusammenwirkt, welche somit als Ventilsitz für den den Abschluss ausübenden Flansch 19 dient. Durch diese Ausführung wird erreicht, dass das Ventil, wenn es völlig geschlossen ist, eine gute Dichtung und, wenn es teilweise geöffnet ist, eine durch Wahl der Form des Schlitzes 17 gegebene Re- gelungscharakteristik für die Drosselung ergibt. Da die Einstellung des Drosselventils verlorengeht, wenn das Ventil verstellt wird, sind besondere Vorrichtun gen vorgesehen, mit Hilfe derer diese Einstellung selbsttätig bei der Öffnung des Ventils wiederher gestellt werden kann.
Diese Vorrichtungen bestehen aus einer am Handgriff 11 angeordneten Sperre 21 und einer mittels eines Verschlussringes 22 fixierbaren Scheibe 23, welche einen mit der Sperre 21 zusam menwirkenden Absatz 24 trägt. Die Scheibe 23 ist vorzugsweise mit einem umgebogenen Rand 25 ver sehen, durch welchen eine Anzahl von kleinen Lö chern gebohrt sind. Auf einem anderen Teil des Ven tils ist ein zur Scheibe 23 paralleler Ring 26 angeord net, welcher ebenfalls eine Anzahl von kleinen Löchern enthält. Zweckmässigerweise ist die Teilung der Lö cher des Flansches 25 von derjenigen des Ringes 26 verschieden, so dass eine Noniuswirkung erhalten wird.
Die Löcher dienen gleichzeitig zur Einführung einer Schnur, eines Metalldrahtes oder dergleichen für Plombierungszwecke. Eine solche Plombe hat zwei verschiedene Zwecke. Einerseits ist es eine wohl bekannte psychologische Erscheinung, dass die mei sten Menschen einen eingewurzelten Widerwillen da gegen haben, eine Plombe zu brechen, weshalb man damit rechnen kann, das Ventil durch die Plombe gegen unerwünschte Umstellung durch Nichtsachver ständige zu schützen. Anderseits sieht der Maschinist unmittelbar, ob die Plombe gebrochen ist, und hat dann Grund zu vermuten, dass die Einstellung der Scheibe 23 mit dem Ansatz 24 verändert worden ist.
Wenn die beschriebene Anordnung in Betrieb ist, braucht der Maschinist, nachdem er aus irgendeinem Grund das Ventil geschlossen und dabei die Einstel lung des Drosselventils verändert hat, nur wieder das Ventil soweit wie möglich zu öffnen. Die Öffnung des Ventils wird automatisch zum Stillstand gebracht, wenn die Sperre 21 mit dem Ansatz 24 in Kontakt kommt, und dann ist auch der eingestellte Wert des Drosselventils wieder hergestellt worden.
Das mit dem Vierkantzapfen 13 versehene Ab zapfventil kann vorzugsweise einen mit einem kreis ringförmigen Ventilsitz 28 zusammenarbeitenden, zy lindrischen Ventilkörper 27 aufweisen, entsprechend den bereits beschriebenen Teilen 19 und 20 des Ab schlussventils. Um zu verhindern, dass die Verunrei nigungen in dieses Ventil hineinkommen, kann die Öffnung zum Anschluss eines Schlauches oder Rohres zum Ableiten des abgezapften Wassers normalerweise mit einer Kappe 29 bedeckt sein.
Falls noch eine weitere Sicherung gegen un erlaubte Betätigung des Drosselventils erwünscht ist, kann an der Sperre 21 eine Öse 30 mit Löchern zum Durchziehen eines Plombierungsdrahtes angeordnet werden, welcher ausserdem durch ein naheliegendes Loch am Ring 26 gezogen wird.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die oben beschriebene und in der Zeichnung gezeigte Ausführungsform beschränkt, sondern es sind ver schiedene Modifikationen innerhalb des Rahmens der Erfindung möglich.