Spritzgussmaschine mit wahlweise horizontal bis vertikal einstellbarer Anordnung des auf Holmen gelagerten Spannwerkzeuges für die Spritzgussformen
Die Erfindung bezieht sich auf eine Spritzgussmaschine mit wahlweise horizontal bis vertikal einstellbarer Anordnung des auf Holmen gelagerten Spannwerkzeuges für die Spritzgussformen.
Der Erfindung liegt die technische Aufgabe zu Grunde, eine einfache und auf die unterschiedlichsten Betriebsbedingungen einstellbare Spritzgussmaschine der genannten Gattung zu schaffen, bei der mit wenigen Handgriffen ohne Umstellung von Maschinenteilen, jeweils die der Form und Art des herzustellenden Spritzlings entsprechend günstigste Arbeitsposition ausgewählt werden kann.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäss dadurch gelöst, dass das Formenschliessaggregat sowie ein oder mehrere zugehörige, ebenfalls auf Holmen gelagerte Spritzgussaggregate an den Enden der Holme miteinander formschlüssig und lösbar verbunden und mittels Zugbolzen am Maschinenfuss drehbar und durch Friktion arretierbar sind.
Wie dies im einzelnen gedacht ist, wird nunmehr an Hand der Zeichnung an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert:
Fig. 1 zeigt die Seitenansicht einer Spritzgussmaschine, bei welcher sich Formenschluss- und Spritzaggregat in horizontaler Lage befinden. Nach Schwenkung von Formenschluss- und Spritzaggregat um 900 weist das Gesamtaggregat die gestrichelte Lage auf.
Fig. 2 ist die dazugehörige Draufsicht.
Fig. 3 ist ein Schnitt von einer Einzelheit bei A von Fig. 2.
Fig. 4 ist eine Seitenansicht der Einzelheit gemäss Fig. 3.
Fig. 5 zeigt die Einzelheit bei A in Fig. 2 in grösserer Darstellung.
Fig. 6 zeigt eine Seitenansicht bei horizontaler Stellung der Formenschliesseinheit, wobei die Möglichkeit der verschiedenen Anschlüsse der Spritzgussaggregate dargestellt ist
Fig. 7 ist ein Teil der Anordnung nach Fig. 6 im Längsschnitt.
Fig. 8 zeigt eine Draufsicht von Fig. 6, jedoch mit ausgezogenen Zugbolzen.
Fig. 9 zeigt das Formen schluss- und das Spritzaggregat in Schräglage. Ein zusätzliches, rechtwinklig zum Spannaggregat aufgesetztes Spritzaggregat ist gestricheIt gezeichnet.
Fig. 10 zeigt die Maschine bei vertikaler Lage des Formenschlussaggregates mit drei aufgesetzten Spritzgussaggregaten.
Das auf Holmen 27, 28 gelagerte Formenschliessaggregat sowie ein oder mehrere zugehörige, ebenfalls auf Holmen 5, 6 gelagerte Spritzgussaggregate, sind an den Holmenenden miteinander formschlüssig und lösbar verbunden. Sie bilden somit eine bauliche Einheit. Diese ist mittels Zugbolzen 36, 37 im Maschinenfuss 50 drehbar und durch Friktion arretierbar gelagert.
Im einzelnen ist I und II der doppelte Granulatraum mit Dosiereinrichtung, während 19 und 20 die jeweilige Abdeckung des Granulatraumes ist, wobei 19 für die horizontale Arbeitsweise, 20 für die vertikale Arbeitsweise bestimmt ist. Mit 16 ist der Dosierkanal und mit 2 der Pneumatik- oder Hydraulikzylinder bezeichnet. 1 ist das Zwischenglied, welches einerseits den Hydraulik- oder Pneumatikzylinder 2, anderseits den Plastifizierungszylinder 4 aufnimmt. 7 und 8 sind die beiden Schraubenräder (siehe Fig. 1, Schraubenrad 8 nicht sichtbar), welche notwendig sind, um das Spritzgussaggregat axial verstellen zu können.
Aus Fig. 1 in Verbindung mit Fig. 2 ergeben sich die beiden Holme 5 und 6, welche in die Aufnahmeelemente 48 und 49 der Formenschliesseinheit eingesteckt werden.
Wie ersichtlich, ist 29 die düsenseitige Formenaufspannplatte, mit welcher die beiden Führungsholme 27 und 28 kraftschlüssig verbunden sind. Auf den beiden Holmen sitzt auch die Formenaufspannplatte 31, welche mit Hilfe der beiden Kniehebellaschen 51 und 52 sowie des Kniehebels 32 auf denselben bewegt wird. Der Kniehebel ist an einer Verstellspindel 33 abgestützt, die mittels Verstellmuttern 34, 35 in der Druckplatte 30 befestigt ist.
Mit der beweglichen Formenaufspannplatte 31 steht weiter über den Kniehebelmechanismus 51, 52, 32 und eine Verstellspindel 33 mit ihren Verstellmuttern 34 und 35 die feststehende Druckplatte 30 in Verbindung, welche wiederum ihrerseits kraftschlüssig durch Schraubenmuttern mit den Holmen 27 und 28 verbunden ist.
Von besonderer Bedeutung ist nunmehr die in Fig. 3, 4 und 5 in grösserem Massstab herausgezeichnete Einzelheit A. Hiernach ist das Formenschliessaggregat 27 bis 49, 51, 52 über die Holme 27 und 28 und die Zugbolzen 36 und 37 sowie die Doppelaufnahmeelemente 38 und 39 mit dem Maschinenfuss 50 drehbar verbunden. Als Drehlager dienen die in den Trägerelementen 42 und 43 des Maschinenfusses gelagerten Zugbolzen 36, 37. Auf diese Zugbolzen sind in den die Trägerelemente überragenden Bereich Doppeiaufnahmeelemente 38, 39 aufgeschoben, deren beide Enden je so ausgebildet sind, dass weitere rechtwinklig zu den Holmen 27 und 28 stehende Holme (z. B. 5 in den Fig. 3 bis 5 bzw. 6 in Fig. 10) von ihnen aufgenommen und dort arretiert werden können.
Die Zugbolzen 36 und 37, wie auch die darübergeschobenen Doppelaufnahmeelemente 38, 39, weisen eine zentrale Querbohrung auf, durch welche die Holme 27 und 28 hindurchgeführt sind. Sind die Zugbolzen 36 und 37 in ihren Lagern, nämlich in den Trägerelementen 42 und 43 des Maschinenfusses 50 nicht arretiert, so können sie sich samt den durch sie hindurchgeführten Holmen 27 und 28 und den auf sie aufgesteckten Doppelaufnahmeelementen 38 und 39 drehen. Bei einer solchen Drehung drehen sich selbstverständlich das Formenschliessaggregat 27 bis 49, 51, 52 sowie das über die Holme 5 und 6 an den Aufnahmeelementen am Formenschliessaggregat verankerte Spritzgussaggregat sowie die möglicherweise in den Enden der Doppelaufnahmeelemente 38 und 39 verankerten weiteren Aggregate mit.
Dieses sich drehende Gesamtsystem kann in jeder beliebigen Winkelstellung in den Trägerelementen 42 und 43 des Maschinenfusses 50 durch Friktion verankert werden. Hierzu dienen je eine Klemmscheibe 44, eine Spannschraube 46 sowie ein Friktionsring 40 (Fig. 3): Beim Anziehen der Spannschraube 46 werden die Zugbolzen 36 und 37 axial weiter in ihre Lager in den Trägerelementen 42 und 43 hineingezogen und dort verspannt, so dass das gesamte drehbare System durch Friktion unverrückbar mit dem Maschinenfuss verbunden ist.
In den Fig. 4, 6 und 10 weisen die Doppelhalteelemente 38 bzw. 39 (in Fig. 6, 9 und 10 Doppelhalteelemente 38 verdeckt) Arretierungsansätze 38' bis 381v bzw. 39' bis 391v zur Aufnahme von Arretierungsschrauben auf, die zur Verankerung der in diesen Doppelhalteelementen eingesetzten Holme von weiteren Aggregaten dienen.
Aus Fig. 6 ist erkennbar, dass die Arretierungsschrauben in den Arretierungsansätzen 39' bis 391V in einen Verankerungseinschnitt des eingesteckten Holmes eingreifen.
In ähnlicher Weise sind, wie aus den Fig. 6 (rechts), 7 sowie 9 und 10 ersichtlich, die Holme 5 und 6 eines weiteren Spritzgussaggregates durch Arretierungsschrauben im Halteelement 49 in den Arretierungsansätzen 49', 49" verankert.
Die erfindungsgemässe Anordnung gewährleistet folgende Arbeitsstellungen:
I. Horizontale Formenschliesseinheit mit horizontalem Spritzgussaggregat (Fig. 1 und 2),
II. Vertikale Formenschliesseinheit mit vertikalem Spritzgussaggregat,
III. Horizontale Formenschliesseinheit mit vertikalem Spritzgussaggregat,
IV. Vertikale Formenschliesseinheit mit horizontalem Spritzgussaggregat,
V. Schräge Anordnung des Formenschliessaggre gates mit schräger Anordnung (V-Stellung) des Spritzguss aggregates,
VI. Formenschliesseinheit und Spritzgussaggregat bzw. Aggregate in beliebiger Schräglage,
VII. Horizontale Formenschliesseinheit in Verbindung mit horizontalem sowie vertikalem Spritzguss aggregat,
VIII. Vertikales Formenschliessaggregat und vertikales sowie horizontales Spritzgussaggregat,
IX.
Zwei Spritzgussaggregate in schräger Lage (V-Stellung) sowie in axialer Verlängerung des einen die Formenschliesseinheit (Fig. 9),
X. Vertikales Formenspannaggregat sowie vertikales Spritzaggregat und zwei weitere horizontale Spritzgussaggregate, welche gegeneinander arbeiten (Fig. 10).
Die erfindungsgemässe Spritzgussmaschine ermöglicht somit wahlweise eine Überführung des Formenspannaggregates in eine horizontale, vertikale oder eine mehr oder weniger schräge Arbeitsstellung bei einer zum Formenspannaggregat jeweils gleichachsigen oder rechtwinkligen Anordnung des zugehörigen bzw. der zugehörigen Spritzgussaggregate. Hierbei ist in jeder Lage des Formenspannungsaggregates sowohl ein Einspritzen in die Spritzgussform durch die Formenaufspannplatte quer zur Trennfuge als auch ein Einspritzen in die Trennfuge der Spritzgussform hinein möglich.