CH357937A - Werkstück aus einer Molybdänsiliciumlegierung - Google Patents
Werkstück aus einer MolybdänsiliciumlegierungInfo
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Description
Werkstück aus einer Molybdänsiliciumlegierung Die Siliciumverbindungen der Übergangsmetalle der 4. bis 6. Gruppe des Periodensystems und vor allem das Molybdändisilicid sind als Werkstoffe für hohe und höchste Temperaturen in oxydierender Atmosphäre mehrfach vorgeschlagen worden. So kann dieses Disilicid in Verbindung mit Silicium oder andern Hartstoffen bzw. Oxyden als Sinter werkstoff und als Schutzschicht auf Molybdänteilen verwendet werden.
Die verblüffende Oxydationsbeständigkeit des Molybd'ändisilicids bis 1700 C wird auf die Aus bildung einer SiO2 haltigen glasartigen Deckschicht beim Glühen an Luft zurückgeführt. Diese Schutz wirkung ermöglicht, dass die nach pulvermetallurgi schen Methoden geformten Werkstücke nach einer Vorsinterung in reduzierender Atmosphäre bereits in oxydierender Atmosphäre, beispielsweise durch direkte Widerstandserhitzung stabförmiger Teile, hochgesintert werden können.
Die Ausbildung einer zunderbeständigen Deck schicht ist nur dann gewährleistet, wenn die Oxyda tion des Molybdänsilicids oberhalb 700 C statt findet; sie ist von der Einwirkungszeit des Luft sauerstoffes abhängig. Bei 750 C ist die Deckschicht etwa nach 20 bis 50 Stunden aufgebaut, bei 1000 C bereits nach 5 bis 10 Stunden, bei 1400 C nach wenigen Minuten. Zwischen 300 und 700 C, be sonders zwischen 500 und 650 C, kommt es über raschenderweise zur sehr raschen Zerstörung des Molybdändisilicids bei Angriff durch Sauerstoff.
So wurden Sinterkörper bei 550 C durch Sauerstoff strom in wenigen Stunden bis zum vollständigen Zerfall zu graugrünem Pulver zerstört. Die Zer störung geht anscheinend von den Korngrenzen aus unter Abspaltung von MoSL-Metallteilchen, die von Oxyden eingehüllt sind. Die Zerstörung wird durch einen höheren Siliciumgehalt nicht beeinflusst, ob wohl diese Massnahme bekanntlich die Zunder- beständigkeit des Molybdändisilicids bei hohen und höchsten Temperaturen verbessert.
Dieser unerwar tete Zerfall des Molybdändisilicids in dem bezeichne- ten Temperaturbereich tritt in gleicher Weise bei in Wasserstoff- oder in Inertgasatmosphäre höchgesin- terten Körpern auf. Er hat zur Folge, dass Werk stücke mit unterschiedlichen Arbeitstemperaturen in Luft, z.
B. Heizleiter, eben in den Zonen von 350 bis 700 C einen sehr schnellen Zerfall erleiden. So konnte an Heizleitern beobachtet werden, dass sich im Hochtemperaturteil, also zwischen 1400 und 1700a C, nach kurzer Zeit eine glasige Deckschicht ausbildete, während die Temperaturzone zwischen 300 und 700 C nach etwa 20 bis 50 Stunden einem verstärkten Angriff unterliegt, so dass durch die eintretende Querschnittsverengung und Über hitzung der Heizstab an dieser Stelle abbricht.
Dieser Nachteil kann dadurch behoben werden, dass die erfindungsgemässen Werkstücke aus einer Molybdänsiliciumlegierung teilweise mit einer gas undurchlässigen Schutzschicht abgedeckt sind.
Ein solches Werkstück ist insbesondere für einen an seiner Oberfläche einer oxydierenden Atmosphäre ausgesetzten und betriebsmässig Zonen unterschied licher Temperatur aufweisenden Vorrichtungsteil ge eignet, wobei diejenigen Zonen, die Temperaturen zwischen 300 und 700 C ausgesetzt sind, mit der gasundurchlässigen Schutzschicht abgedeckt sind. Diese Schutzschicht wird an den betreffenden Werk- stückteilen vor der Ingebrauchnahme des Werk stückes aufgebracht.
Ein sehr einfacher und wir kungsvoller Schutz gegen einen frühzeitigen Zerfall dieser Werkstückteile wird dadurch erreicht, dass eine siliciumdioxydreiche glasartige gasundurch- lässige Deckschicht durch Glühen des Werkstück teils in. Sauerstoff enthaltender Atmosphäre bei Temperaturen oberhalb 700 C, vorzugsweise ober halb 1300 C, erzeugt wird.
Es hat sich auch bewährt, die MoSi2 Oberflächen mit nach an sich bekannten Verfahren aufgebrach ten metallischen Schutzschichten abzudecken. So konnten gute Erfolge mit einer elektrolytisch auf gebrachten Chromschicht erzielt werden. Besonders vorteilhaft hat sich auch eine gasdichte Schutzschicht erwiesen, die aus aufgesintertem Titandisilicid be steht.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Werkstück aus einer Molybdänsiliciumlegie- rang, dadurch gekennzeichnet, dass es teilweise mit einer gasundurchlässigen Schutzschicht abgedeckt ist. 11. Verfahren zur Herstellung eines Werkstückes nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass eine siliciumdioxydreiche glasartige gasundurchläs sige Deckschicht durch Glühen des Werkstückteils in Sauerstoff enthaltender Atmosphäre bei Tempera turen oberhalb 700 C erzeugt wird.<B>111.</B> Verwendung des Werkstückes nach Pa tentanspruch 1 für einen an seiner Oberfläche einer oxydierenden Atmosphäre ausgesetzten und betriebs mässig Zonen unterschiedlicher Temperatur aufwei senden Vorrichtungsteil, wobei diejenigen Zonen, die Temperaturen zwischen 300 und 700 C aus gesetzt sind, mit der gasundurchlässigen Schutz schicht abgedeckt sind. UNTERANSPRÜCHE 1. Werkstück nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die gasundurchlässige Schutz schicht aus einer Chromschicht besteht. 2.Werkstück nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die gasundurchlässige Schutz schicht aus einer gesinterten Titandisilicid'schicht besteht. 3. Verfahren nach Patentanspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Deckschicht durch Glühen des Werkstückteils in Sauerstoff enthaltender Atmosphäre bei Temperaturen oberhalb 1300 C erzeugt wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT357937X | 1954-09-18 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH357937A true CH357937A (de) | 1961-10-31 |
Family
ID=3672648
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH357937D CH357937A (de) | 1954-09-18 | 1955-09-10 | Werkstück aus einer Molybdänsiliciumlegierung |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH357937A (de) |
-
1955
- 1955-09-10 CH CH357937D patent/CH357937A/de unknown
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