Steuerung für hydraulische Pressen mit mehreren Druckzylindern Bei den bekannten hydraulischen Pressen mit mehreren Druckzylindern ist es nicht möglich, den balkenartigen Stössel, im folgenden kurz Balken ge nannt, genau parallel zum Tisch zu halten, wenn er ganz oder teilweise einseitig belastet wird. Derartige einseitige Belastungen treten auf, wenn an. einem Horn gearbeitet oder das Werkzeug einseitig auf gespannt wird, oder wenn mehrere Werkzeuge über die Tischlänge verteilt sind und sie nacheinander zum Eingriff kommen.
Durch die Schräglage des Balkens werden Abkant- oder ähnliche Arbeiten un genau, während sich Stanzarbeiten mit Feinblechen von 1 Millimeter und weniger kaum noch oder gar nicht mehr ausführen lassen.
Eingehende Versuche und Untersuchungen haben gezeigt, dass verschiedene Ursachen, wie beispiels weise Ungenauigkeiten in der Steuerung, Undicht- heiten in den Ventilen, und andere Unstimmigkeiten bei den Portalpressen und bei Pressen der C-Bauart, insbesondere die Auffederung und/oder Längung des Pressengestells, eine Schräglage des Balkens hervor rufen.
Die Längung -und/oder Auffederung des Pressen gestelles kann Beträge eines Bruchteiles bis zu einem Millimeter und darüber erreichen, und die an den Ständerköpfen oder anderen Stellen des Pressen gestells befestigten Gehäuse der Parallelsteuerventile machen die dadurch bewirkte Bewegung mit. Sie wer den mitgenommen, und dadurch ändert sich die Lage des betreffenden Steuergestänges und damit der Kol benschieber zu den Gehäusen bzw. ihre Spalte für den Öldurchfluss.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist eine Steuerung für hydraulische Pressen mit mehreren Druckzylindern und selbsttätiger Parallelführung des beweglichen Balkens durch Steuerventile, die durch eine Parallelsteuervorrichtung abhängig vom Parallel- führungsfehler verstellbar sind, bei welcher die er wähnten Nachteile vermieden sein sollen. Diese Steuerung zeichnet sich dadurch aus, dass zum Aus gleich der durch Längung und/oder Auffedern des Ständers entstehenden Abweichungen ein oder meh rere Glieder der Steuervorrichtung abhängig vom hydraulischen Arbeitsdruck oder vom Auffederungs- weg selbsttätig verstellbar sind.
In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand in bezug auf die verstellbaren Glieder anhand zweier Ausführungsbeispiele und einer Detailvariante hier von dargestellt. Es zeigen: Fig.l eine Vorderansicht einer hydraulischen Presse, mit dem ersten Beispiel, Fig. 2 eine Seitenansicht zu Fig. 1, Fig.3a ein veränderliches Glied des Steuerge stänges mit verlängernder Charakteristik, Fig. 3b ein veränderliches Glied mit verkürzender Charakteristik, Fig. 3c ein veränderliches Glied mit verlängern der und verkürzender Charakteristik, als Variante,
Fig. 4 ein Parallelsteuerventil im Axialschnitt, Fig.5 eine hydraulische Presse in schemati scher Darstellung mit Schaltplan, mit dem zweiten Beispiel.
Nach Fig. 1 und 2 sind Parallelsteuerventile 1 und 2 an den Köpfen der Pressenständer befestigt, an denen auch Druckzylinder 3 und 4 angeordnet sind. An Kolbenstangen 5 und 6 der Parallelsteuer ventile 1 und 2 sind die veränderlichen Glieder 7, 8 angebracht und an diesen einstellbare Verstellorgane 9 und 10, die Zahnstangen 11 und 12 tragen und zum Einstellen der Länge der Steuergestänge dienen.
Das Steuergestänge wird aus den veränderlichen Gliedern 7, 8, den einstellbaren Verstellorganen 9, 10, den Zahnstangen<B>11,</B> 12, den Ritzeln 15, 16, der Ritzelwelle 19 sowie den Verbindungselementen 5, 6 zwischen den veränderlichen Gliedern 7, 8 und dem Kolbenschieber der Parallelsteuerventile 1, 2 ge bildet.
Die beiden Zahnstangen 11 und 12 greifen in Ritzel 15 und 16 ein, die auf einer den beiden Steuergestängen gemeinsamen Steuerwelle 19 be festigt sind. Die Lager 17 und 18 für die Steuerwelle 19 sind auf dem Pressenbalken 20 angebracht. Gegenrollen 13 und 14 halten die Zahnstangen 11, 12 in den Ritzeln 15 und 16. Von den Parallelsteuer ventilen 1 und 2 führen Leitungen 90 und 91 zu Druckräumen 92 und 93 der Pressenzylinder 3 und 4.
An diesen Leitungen sind federnde Stahlrohre 127 und 128 angeschlossen, die den Öldruck, der in den Druckräumen der Pressenzylinder 3 und 4 und den Parallelsteuerventilen 1, 2 herrscht, auf die ver änderlichen Glieder 7 und 8 übertragen.
In den Fig. 3a, 3b und 3c sind druckabhängige Glieder dargestellt, die den Gliedern 7, 8 der Fig. 1 entsprechen. Insbesondere zeigt Fig. 3a ein veränder liches Glied 7 bzw. 8 für die Verlängerung des Steuergestänges, Fig. 3b ein veränderliches Glied 7" bzw. 8" für eine Verkürzung des Steuerungsgestän ges und Fig.3c ein veränderliches Glied 7"' bzw. 8"', das sowohl für eine Verlängerung als auch für eine Verkürzung des Steuergestänges geeignet ist.
In der Fig. 3a bildet ein Oberteil 30 und ein Unter teil 31 an den einander zugekehrten Enden eine kleine hydraulische Presse, die aus einem Zylinder 33 im Oberteil 30 und einem mit dem Unterteil 31 verbun denen Kolben 34 besteht. Der Kolben 34 ist mit tels eines Gewindebolzens 35 im Unterteil 31 be festigt.
Der Oberteil 30 steht, wie die Fig. 3a zeigt, über das Gestänge 5 und 6 jeweils mit dem Parallel- steuerventil 1 und 2 in Verbindung und über die Ge- stängeteile 7', 8' mit den die Zahnstangen 11, 12 tragenden Teilen 9 und 10 (Fig. 1) des Steuergestän ges in Verbindung. Der Oberteil 30 trägt eine Hub begrenzungsmutter 36 mit einem Ringansatz 37, auf dem ein Bund 38 des Kolbens nach Vollendung seines Hubes aufläuft. Sowohl die Hubbegrenzungsmutter 36 als auch ihre Gegenmutter 39 sind durch Nasen scheiben 40 gesichert.
Die Hubbegrenzungsmutter 36 trägt auf ihrer Aussenseite ein Gewinde für eine Vorspannmutter 41. Diese Vorspannmutter dient dazu, die Federn zu spannen, um den Kolben 34 mit einem dem hydraulischen Druck entgegenwirken den Druck zu belasten. Zu diesem Zweck sind zwi schen einem Bund 42 des Kolbens und einem Ring 43 zwei Tellerfedern 44 angeordnet. Die Vorspann mutter 41 und ihre Gegenmutter 45 sind durch Na senscheiben 46 gesichert.
Der Oberteil 30 weist, wie die Fig. 3a zeigt, eine Gewindebohrung 47 auf, in deren Verschraubung das federnde Stahlrohr 127 oder 128 eingesetzt ist, dessen anderes Ende mit dem Druckraum 92 oder 93 der Pressenzylinder 3, 4 in Verbindung steht. Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 mündet das Ende des in die Gewindebohrung 47 eingreifenden Stahl rohres 127 oder 128 in die Leitung 90, oder 91 aus. Durch den Öldruck wird der mit Rillen versehene Kolben 34 entgegen dem Druck der Federn 44 ver schoben, bis sein Bund 38 am Ringansatz 37 an schlägt.
Um diesen Hub verlängert sich entspre chend das veränderliche Glied 7, 8, dessen Länge sich aus der Länge des Oberteiles 30 und der Länge des Unterteiles 31 zusammensetzt. Die Kolbenfläche und die Federn sind so gewählt, dass sich bei vollem Pressdruck ein Hub ergibt, der der Auffederung des Ständers und/oder der ganzen oder teilweisen über deckung der Steuerventile 1, 2 entspricht. Ein An schluss 59 dient zum Ableiten des aus dem Zy linder 33 entweichenden Lecköls.
In Fig. 3b ist ein veränderliches Glied 7" bzw. 8" zum Verkürzen des Steuergestänges gezeigt. Das Drucköl wird wiederum durch den Anschluss 47 so wie die Kolbenbohrung 49 zugeführt. Das veränder liche Glied ist ebenfalls durch einen Oberteil 30 und einen Unterteil 31 gebildet. Der Oberteil 30 steht wiederum über die Gestängeteile 5, 6 des Steuer gestänges mit den Parallelsteuerventilen 1, 2 in Ver bindung. Während der Unterteil 31 über die Ge- stängeteile 7', 8' mit den Teilen 9 und 10 des Steuer gestänges in Verbindung steht. Auf dem Gewinde bolzen 35 des Oberteils 30 ist der Kolben 48 aufge bracht.
Das über den Anschluss 47 zugeführte Druck medium drückt über die Bohrung 49 und die Kanäle 50 in den Druckraum 51 ein, wodurch sich ein Kol ben 48 in Richtung des Unterteiles 31 bewegt und einen Spalt 52, der sich zwischen dem Ober- und Unterteil befindet, verkleinert. Um den Betrag ver kleinert sich auch die Länge des veränderlichen Gliedes 30, 31. Als Gegenkraft wirken auf den Verkürzungskolben 48 zwei Tellerfedern 53, die durch ein Endstück 54 des Unterteiles auf den Kolben gepresst werden. Die Vorspannung der Tellerfedern 53 wird durch einen Distanzring 55 im Druckraum 51 aufgenommen. Die Vorspannung selbst ist durch ein Endstück 54 einstellbar. Dieses ist durch eine Gegenmutter 56 und Nasenscheiben 57 gesichert.
Die Hubbegrenzung für die Verkürzung ermöglicht der Oberteil 30, der nach Vollendung des durch den Spalt 52 bestimmten Hubes auf eine Fläche 58 des Unterteiles 31 aufläuft. Die Hubgrösse, das heisst der Spalt 52, wird mittels des Distanzringes 55 einge stellt,.
Die Fig. 3c zeigt ein veränderliches Glied 7"' bzw. 8"', das sowohl zur Verlängerung des Steuergestän ges als auch zur Verkürzung desselben verwendbar ist. Der Oberteil 30 steht wiederum über die Ge- stängeteile 5 und 6 mit dem Parallelsteuerventil 1 oder 2 und der Unterteil 31 über die Gestänge 7', 8' mit den Teilen 9, 10 in Verbindung. Der Unterteil 31 besitzt eine Bohrung 61 und der Oberteil 30 eine Bohrung 47, die beide der Zuführung des Druck mediums dienen. Eine Öffnung 59 dient zum Ab führen des aus den Druckräumen 33 und 51 ent weichenden Lecköls.
Wird das veränderliche Glied gemäss Fig. 3c zur Verlängerung des Steuergestänges benutzt, so wird die Bohrung 47 mit den Druckräumen 92, 93 der Pressenzylinder 3, 4 in Verbindung gebracht, so dass sich der Druck der Druckräume unmittelbar im Druckraum 33 des veränderlichen Gliedes einstellt. Soll das veränderliche Glied zur Verkürzung benutzt werden, so stehen die Druckräume der Pressenzylin- der über die Leitungen 127 oder 128 mit der Boh rung 61 in Verbindung. Wird das veränderliche Glied ausschliesslich zur Verkürzung des Steuergestänges benutzt, so ist der Anschluss 47 blind zu schliessen.
Im übrigen sind diejenigen Teile der in Fig. 3c ge zeigten Variante, die mit denjenigen bei den Aus führungsformen der Fig. 3a und 3b übereinstimmen, mit denselben Bezugszeichen wie in den Fig. 3a und 3b versehen.
Die Fig. 4 zeigt ein Parallelsteuerventil 1, 2 für Pressen oder dergleichen. In den Gehäusen 1', 2' sind Schieber 82, 84 untergebracht, die über Ringkanäle die einzelnen Druckleitungen miteinander verbinden. Mit 70, 71 ist die die Parallelsteuerventile mit der in der Zeichnung nicht dargestellten Öldruckpumpe verbindende Zufuhrleitung bezeichnet. 118, 119 ist die Rücklaufleitung des Drucköls zwischen den Steuerventilen und der Pumpe.
In den Gehäusen der Parallelsteuerventile 1 und 2 münden weiter Druck leitungen 90, 91 aus, die das Parallelsteuerventil mit den Druckräumen 92 und 93 der Pressenzylinder 3 und 4 verbinden. Leitungen 102 und 103 verbinden untere Druckräume 100 und<B>101</B> mit den Parallel steuerventilen (Fig. 5).
Die einzelnen Leitungen sind mittels der Kolben 82, 84 verbindbar, die manuell durch einen Hebel 74 betätigt werden können. Der Hebel 74 ist ent gegen der Kraft von Federn 75, 76 schwenkbar aus gebildet.
Die Fig. 5 zeigt eine Presse in schematischer Dar stellung, bei der die Parallelsteuerventile 1 und 2 mit den Pressenzylindern 3 und 4 durch Tragplatten 64 und 65 verbunden sind. Die Ständer, an denen die Pressenzylinder 3 und 4 und die ParalleIsteuer- ventile 1, 2 sowie ein Tisch 99 befestigt sind, sind weggelassen. Eine Pumpe 68, die in einem Ölbehäl ter 69 angeordnet ist, versorgt über Rohrleitungen 70 und 71 die beiden Parallelsteuerventile 1 und 2 mit Drucköl.
Die Rohrleitung 70 ist mit einem Mano meter 72 versehen, ausserdem liegt parallel zur Rohr leitung 71 ein Überdruckventil 73, durch das das überschüssige Öl zum Ölbehälter zurück gelangt.
Die Presse ist in der Darstellung nach Fig. 5 auf Abwärtsgang geschaltet, das heisst, der Schalthebel 74 ist nach unten gedrückt. Infolgedessen ist eine an seinem anderen Ende befindliche obere Feder 75 gedrückt, eine untere Feder 76 gedehnt.
Durch die Feder 75 bzw. den Schalthebel 74 wird das rechte Steuergestänge und damit die Zahnstange 12 nach oben gedrückt, dabei sind die Zahnstange 12 und das Ritzel 16 ebenso wie das Ritzel 15 und die dazu gehörige Zahnstange 11 in die Zeichenebene um 90 gedreht. über die Ritzel 16 und 15 und die ver bindende Ritzelwelle 19 wird auch die Zahnstange 11 und das linke Steuergestänge nach oben gedrückt, bis ein linker Kolbenschieber 82 des Parallelsteuer ventils 1 an einem oberen Deckel 83 und ein rechter Kolbenschieber 84 an einem oberen Deckel 85 des Parallelsteuerventils 2 anliegt.
In dieser Schieber stellung geben zwei Kolben 86 und 87 Spalte in Ring räumen 88 und 89 frei, so dass das Drucköl, das aus den Leitungen 70 und 71 in die Parallelsteuerventile 1 und 2 fliesst, über die Ringräume 88 und 89 und Leitungen 90 und 91 in die Druckräume 92 und 93 der Pressenzylinder 3 und 4 strömt.
Kolben 94 und 95 und deren Kolbenstangen 96, 97 bewegen sich nach unten und drücken den Pres- senbalken 20 in Richtung auf den Tisch 99. Dadurch wird das in den Druckräumen 100 und 101 befind liche Öl über die Leitungen 102 und 103 in Ring räume 104 und 105 der Parallelsteuerventile 1 und 2 gedrückt. Kolben 106 und 107 haben einen Spalt dieser Ringräume geöffnet, so dass das Öl in untere Räume<B>108</B> und 109 und von diesen durch Öffnungen 110 und<B>111</B> in Bohrungen 112 und 113 und aus diesen durch Öffnungen 114, 115 in Ringräume 116 und 117 gelangen kann. Von da fliesst das Öl durch Leitungen 118 und 119 in den Ölbehälter 69.
Es ist die Lage der Presse in dem Augenblick dargestellt, in dem das rechte Ende des Pressbalkens 20 auf die einseitige Zwischenlage 25 trifft. Dies hat eine Auffederung des rechten Ständers zur Folge, durch die der Pressenzylinder 4 aus der Stellung I in die Stellung II angehoben wird. Auch das mit dem Pressenzylinder 4 fest verbundene Parallelsteuer ventil 2 macht diese Bewegung aus Stellung I in Stellung 1I mit, wobei es um den Betrag h angehoben wird.
Während des ganzen Abwärtsganges wird der Schalthebel 74 durch den Bedienungsmann nach unten gedrückt und zugleich wird das Steuer gestänge des rechten Parallelsteuerventils 2 um den Betrag h angehoben, um den auch die Zahnstange 12 nach oben wandert und das Ritzel 16 um den im Teilkreis der Zähne gemessenen gleichen Betrag aus der durch Pfeile gekennzeichneten Stellung I in die Stellung II gedreht wird.
Dabei dreht das auf die Welle 19 aufgekeilte Ritzel die Welle und das mit ihr verbundene Ritzel 15 um denselben Win kel aus der Stellung I in die Stellung 1I.
Da aber die linke Zahnstange 11 nicht nach oben gehen kann, weil der Kolbenschieber 82 am oberen Deckel 83 anliegt, bleibt das Parallelsteuer ventil so lange geöffnet, bis das Ritzel 15 um den Betrag h auf der Zahnstange 11 nach unten ab gerollt ist. Dadurch gerät die Achse der Ritzelwelle 19 aus der waagrechten Lage I in die Schräglage 1I. Durch die weitere Ölzufuhr in den Druckraum 92 gerät der Pressbalken 20 und die mit ihm ver bundene Ritzelwelle 19 aus der waagrechten Lage I in die Schräglage II.
Erst wenn der Pressbalken 20 die Stellung 1I er reicht hat, beginnt der Kolben 86 den Spalt zum Ringraum 88 zu schliessen und unterbricht den Zu- strom des Öls zum Druckraum 92 des linken Pressen zylinders 3. Die auf die Entfernung zwischen den Steuerventilen bzw. Kitzeln bezogene Schräglage h wird also genau so gross wie die Auffederung des belasteten Ständers. Die Abweichungen an den En den des Pressbalkens ist h mal Pressbalkenlänge divi diert durch die Entfernung der Kitzel und in der Pra xis zwei- oder mehrmals grösser als h.
Die vorste hend erläuterte Wirkungsweise der Parallelsteuervor- richtung gilt natürlich nur für den Fall, dass die verstellbaren, druckabhängigen Glieder 7, 8 nicht im Steuergestänge vorhanden sind bzw. zur Geltung kommen. Die Wirkungsweise der Glieder 7, 8 wird nachstehend noch im einzelnen beschrieben.
Neben den druckabhängigen Verlängerungsglie dern 7 und 8 sind noch Einstellglieder 9 und 10 vorhanden. Die Einstellglieder, die aus je einer Gewindehülse bestehen, in die das Steuergestänge ein geschraubt und durch Gegenmuttern befestigt sind, dienen bei der Montage dazu, das Steuergestänge auf die richtige Länge einzustellen. Diese Einstel lung bleibt erhalten und ändert sich nicht während des Betriebes.
Das druckabhängige Verlängerungsglied verlän gert das Steuergestänge, wie bei Fig. 3ce beschrieben entsprechend der Auffederung und/oder Längung des Ständers bei ansteigendem Pressdruck, also wäh rend jeden Pressvorganges. Das Gestänge kehrt bei abfallendem Pressdruck wieder in seine alte Länge zurück.
Die druckabhängigen Verlängerungsglieder sind so angeordnet, dass das druckabhängige Verlänge rungsglied 8 die Auffederung des rechtsseitigen Stän ders ausgleicht und das druckabhängige Verlänge rungsglied 7 die Auffederung des linksseitigen Stän ders. Das druckabhängige Verlängerungsglied 7 ist deshalb durch eine Leitung 127 mit der Leitung 90, und das druckabhängige Verlängerungsglied 8 durch eine Leitung 128 mit der Leitung 91 ver bunden.
In dem Augenblick, in dem der Press- balken 20 auf die einseitige Zwischenlage 25 trifft, steigt der Druck in der Leitung 91 und damit auch in der Leitung 128 an. Durch den Druckanstieg federt der Ständer und mit ihm das Parallelsteuerventil 2 mehr und mehr auf und gelangt aus der Stellung I schliesslich in die Stellung 1I. Zur gleichen Zeit aber wird durch das druckabhängige Verlängerungs glied 8 das Steuergestänge um den gleichen Betrag h verlängert, so dass sich weder die Zahnstange 12 noch das Kitzel 16 bewegen.
Dadurch aber bleibt auch das linke Steuergestänge an seinem Ort und kann sofort schliessen, wenn sich der Pressbalken aus der waagrechten Lage I in die Schräglage II bewegen will.
Im druckabhängigen Verlängerungsglied drückt nämlich das aus der Leitung 128 kommende Drucköl auf den Kolben 34, der die Tellerfedern 44 zusam mendrückt. Die Tellerfedern 44 sind so bemessen, dass sie bei höchstem Druck um den gleichen Betrag h zusammengedrückt sind, um den der Ständer auf- federt. Dadurch verlängert sich das Steuergestänge um den Betrag h und bleibt einsatzbereit, ohne dass sich Zahnstange und Kitzel bewegen.
Die genaue Darstellung und Beschreibung eines Verlängerungsgliedes findet sich in der Fig. 3ca und in der dazugehörenden Beschreibung.
Bei der Annahme, die Ständeraufbiegung be trage bei einem Pressdruck von 200 Atü etwa 1 mm und die zum genügenden Dichten erforderliche über deckung des Steuerventils auf der nicht belasteten Seite 0,5 mm, wird bei gleichmässiger Belastung des Pressbalkens das veränderliche Glied bzw. das Steuergestänge eines jeden Steuerventiles beim Druck anstieg von 0 auf 200 Atü um 1,5 mm verlängert. Bei einseitiger Belastung wird dann die Überdeckung des geschlossenen Steuerventiles um 0,5 mm durch Verlängerung des Steuergestänges, das zum druck belasteten Zylinder gehört, erzielt.
Ein langsames Schräglegen kann dann nicht eintreten, weil der Spalt des geschlossenen Steuerventiles bei einer über deckung von 0,5 mm gut abgedichtet ist.
Es kann aber auch vorteilhaft sein, die Verlänge rung bei dem angeführten Druckanstieg auf 1,25 mm zu begrenzen und somit nur 0,25 mm zur überdek- kung des Spaltes im Steuerventil der unbelasteten Seite vorzusehen. Dichtet dieser bei dieser überdek- kung ab, so bleibt die Parallelität erhalten, dichtet er aber erst bei einer Überdeckung von 0,5 mm, dann kommt der Balken allmählich in eine Schräglage zum Tisch entsprechend dem nichtausgeglichenen Be trag von 0,25 mm der Überdeckung.
Der Vorteil dieses Vorgehens tritt aber insbe sondere dann in Erscheinung, wenn sich unter dem Pressdruck das mehrbelastete Ende des Balkens weiter dem Tisch zu bewegen sollte. Das andere Balkenende kommt nämlich erst dann nach, wenn der Balken die gleiche Schräglage, aber mit entgegengesetzter Nei gung aufweist. Mit dem Stillstand des mehrbelasteten Balkenendes aber stellt sich die Schräglage in der alten Neigung wieder ein. Die Balkenschräglage zum Tisch wird also nicht grösser als entsprechend dem nichtausgeglichenen Betrag von 0,25 mm der über deckung.
Im anderen Falle dagegen, wenn die Längenände rung 1,5 mm beträgt, wird sich zwar im Stillstand eine waagrechte Lage des Balkens ergeben. Wenn ,sich aber aus dieser Lage heraus das mehrbelastete Bal kenende weiter nach unten bewegen sollte, bleibt das andere Balkenende entsprechend der 0,5 mm breiten Spaltüberdeckung zurück. Bei dieser Längenänderung tritt eine doppelt so grosse Schräglage für den Fall ein, dass sich das belastete Balkenende bei vollem Pressdruck weiter nach unten bewegt.
Je nachdem sich also beim Arbeiten das be lastete Balkenende unter dem Druck an gleicher Stelle halten bzw. nach unten sich weiter bewegen sollte, wird eine grössere bzw. kleinere Überdeckung und damit eine grössere oder kleinere Verlängerung des Steuergestänges oder eines seiner Glieder gewählt werden. Ausser den druckabhängigen Verlängerungsglie dern sind in die Steuergestänge druckabhängige Ver kürzungsglieder 7" und 8" eingebaut. Das druckab hängige Verkürzungsglied 7" ist durch eine Leitung 133 mit der Leitung 128 und das druckabhängige Verkürzungsglied 8" durch eine Leitung 134 mit der Leitung<B>127</B> verbunden.
Die Überdeckung des nicht belasteten Steuer ventils kann nämlich, wie vorerwähnt, durch die Verkürzung seines eigenen Steuergestänges herbei geführt werden, wenn diese im Sinne des Schliessens wirkt. Bei der dargestellten rechtsseitigen Belastung wird weder das Verlängerungsglied 7 noch das Ver kürzungsglied 8" betätigt, weil diese beiden Glie der kein Drucköl erhalten. Nur das Verlängerungs- glied 8 und das Verkürzungsglied 7" erhalten durch die Leitung 128 und 133 Drucköl. Das Längungs- glied 8 verlängert sich um den Betrag der Auffede- rung, während sich das Verkürzungsglied 7" um den Betrag der gewünschten Überdeckung verkürzt.
Das linke Steuergestänge verkürzt sich um diesen Betrag, wodurch der Kolben 86 den Spalt zum Ring raum 88 schliesst und auch dazu die Steuerkante um einen zur Dichtung nötigen Betrag überdeckt.
Es ist bekannt, dass, wenn die Kante des Kol bens lediglich den Spalt dadurch schliesst, dass sie die Ringraumkante nur berührt, noch erhebliche Druckölmengen durch diese Dichtstelle gelangen. Eine einwandfreie Dichtung bei diesen Kolbenschie bern kommt deshalb nur dann zustande, wenn die Kante des Kolbens über die Kante des Ringraumes hinausgeschoben, die Ringraumkante also überdeckt wird. Durch das Verkürzungsglied 7" wird also erreicht, dass beim Druckanstieg der Kolbenschieber tatsächlich das Drucköl absperrt, also kein Drucköl mehr in den Druckraum 92 des Pressenzylinders 3 gelangen kann.
Für die druckabhängige Verkürzung können als Mindestdrücke etwas grössere Drücke als die Leerhubdrücke herangezogen werden. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Vorrichtung zur Verkürzung bei den Drücken die zur Durchführung der Leerhübe nach oben und unten benötigt werden und die beispielsweise zwischen 30 und 70 Atü liegen können, noch nicht anspricht. Es genügt, wenn sie bei der folgenden Druckerhöhung um einige Atmo sphären ansprechen, also bezogen auf die oben genannten Leerhubdrücke, bei etwa 31-40 Atü und 71-81 Atü.
Wenn nun der Pressgang beendet ist, bringt der Bedienungsmann den Schalthebel 74 aus der Stellung III in die Stellung IV. In dieser Stellung sind durch die Kolbenschieber 82 und 84 die Hubräume 100 und 101 mit den Druckölleitungen 70 und 71 verbunden und die Druckräume 92 und 93 mit den Rückflussleitungen 118 und 119. Der Druck in den Leitungen 90 und 91 und damit auch der Druck in den Leitungen 128 und 133 bricht beim Umschalten zusammen. Das Verlängerungsglied 8 und das Ver kürzungsglied 7" werden drucklos und dadurch gehen sie und die Steuergestänge in die alte Länge zurück.
Gleichzeitig mit ihnen federt der Ständer aus der Lage II in die Lage I zurück, da auch er durch Wegfall des Druckes im Druckraum 93 spannungs los wird. Dieses Zurückgehen der druckabhängigen Glieder erfolgt ohne dass sich die Zahnstangen und Ritzel bewegen, wodurch die Steuerung immer funk tionsbereit und der Pressbalken waagrecht bleibt.
Bei einseitiger Last auf der linken Seite erhalten das Verlängerungsglied 7 und das Verkürzungsglied 8" Drucköl und verlängern bzw. verkürzen ihre Steuergestänge in der gleichen Weise wie für die rechtsseitige Belastung bereits besprochen. Bei gleichmässiger Belastung des Pressbalkens können die Verkürzungsglieder 7" und 8" durch Ventile 137 und 138, die in die Rohrleitungen 133 und 134 ein gebaut sind, abgeschaltet werden.
Diese Ventile sind jedoch entbehrlich, ebenso wie die Ventile 139 und 140, die die Verlängerungsglie der 7 und 8 abschalten. Anstelle des Verlängerungs gliedes 7 und des Verkürzungsgliedes 7" kann ein kombiniertes Glied nach Fig. 3c eingebaut werden. Das gleiche gilt für das Verlängerungsglied 8 und Verkürzungsglied 8".