Rahmen mit feuerdämmender bzw. feuerfester Türe Es sind Türen bekannt, die dadurch feuerdäm mend gemacht worden sind, dass sie mit einer Lage aus unbrennbarem Material versehen sind, die sich bis an die Ränder der Tür erstreckt, während die Tür im übrigen aus Holz besteht.
In ihrem Aussehen unterscheiden sich solche Türen nicht von gewöhn lichen Holztüren, weshalb sie sich für die Verwen dung in Wohnhäusern und überall dort eignen, wo ästhetische Erwägungen eine Rolle spielen. Ist eine solche Tür jedoch m einem gewöhnlichen Holzrah men gelagert, dann wird der Rahmen im Falle eines Feuerausbruchs früher durchgebrannt sein als die Tür.
Vorliegende Erfindung bezweckt die Schaffung eines Rahmens mit feuerdämmender bzw. feuerfester Türe, wobei der Rahmen mindestens ebenso feuer dämmend bzw. feuerfest wie die Türe selbst sein soll.
Gemäss der Erfindung ist der Rahmen aus zwei oder mehreren Lagen aus Holz oder einem andern brennbaren Material aufgebaut, zwischen welchen Lagen mindestens ein Streifen eines unbrennbaren, anorganischen Materials in der Nähe des Türfalzes eingesetzt ist.
Diese Streifen können auf verschiedene Arten ange ordnet sein. Wenigstens ein Streifen kann im wesent lichen parallel zu jener Fläche des Türfalzes sein, die rechtwinklig zu der Tür steht.
Oder es kann mindestens ein Streifen parallel zu jener Fläche des Türfalzes stehen, die einen Anschlag für die Tür bildet. Es ist auch möglich, gleichzeitig Streifen in beiden genann ten Lagen zu verwenden, in welchem Falle ein Rand des einen Streifens in der Nähe eines Randes des andern Streifens angeordnet wird. Die beiden erwähn- ten Ränder können aneinanderstossen.
Dadurch soll verhindert werden, dass sich das Feuer durch die Spalte zwischen Tür und Rahmen bzw. durch den gegebenenfalls zwischen dem Rahmen und dem umgebenden Mauerwerk vorhandenen Zwi schenraum ausbreitet.
Nachstehend wird der Erfindungsgegenstand an hand der beiliegenden Zeichnung beispielsweise er läutert. Es zeigt: Fig. 1 eine Ansicht einer Tür mit diese umge bendem Türrahmen, Fig. 2 in grösserem Massstab einen Querschnitt nach Linie II-11 in Fig. 1, Fig. 3 einen Querschnitt durch eine andere Aus führungsform, und Fig. 4 einen analogen Querschnitt durch eine Ausführung mit einigen mit Leim gefüllten Nuten.
Gemäss Fig. 1 ist eine feuerdämmenrde oder feuer feste Tür 10 in einem Rahmen 12 aus Holz mittels der Beschläge 14 aufgehängt. Mit 16 ist eine gewöhn liche Türfalle bezeichnet.
Im Ausführungsbeispiel nach Fig. 2 besteht der Rahmen 12 aus zwei hölzernen Lagen 18 und 20. Der Rahmen 12 könnte jedoch auch aus mehreren Lagen bestehen. In der Lage 18 ist eine niedrige, breite Aussparung eingefräst, in welche ein unbrenn- bares, anorganisches Material eingelegt ist, welches Material zum Beispiel aus einem Streifen 22 aus Asbest bestehen kann, welcher sowohl unbrennbar als auch hitzeisolierend ist.
Dieser Streifen, welcher zwischen den beiden Lagen 18 und 20 liegst, erstreckt sich nur über einen Teil der Rahmentiefe, so dass die Lagen 18 und 20 an beiden Rändern des Strei fens 22 in direkter Berührung miteinander stehen, wodurch eine zuverlässige Verbindung der beiden Lagen erreicht werden kann.
Wie gewöhnlich, ist der Rahmen mit einem Falz versehen, in welchen die Tür 10 in geschlossener Stellung eingreift. Dieser Falz besitzt eine Fläche 24, die einen Anschlag für die Tür bildet, und eine Fläche 26, welche annähernd rechtwinklig Dur Fläche 24 steht und den Rand 28 der Tür in einer kleinen Distanz umgibt, die durch die praktischen Umstände bestimmt wird, wodurch ein üblicher Türspalt 30 gebildet wird. Wie Fig. 2 zeigt, ist der Streifen 22 in der Nähe des Falzes eingesetzt.
In der Anschlag fläche 24 ist eine Nute mit annähernd U-förmigem Querschnitt ausgenommen, in welche in an sich be kannter Weise ein schaumbildender Kitt oder Leim 32 eingebracht ist.
Der Leim kann beispielsweise aus Ammonium- phosphat (65% Ammoniummonohydrogenphosphat und 351/a Ammoniumdihydrogenphosphat) bestehen, gemischt mit drei Teilen Zucker, beispielsweise in Form von Griesszucker, gemahlenem Zuckerstock oder konzentrierter Zuckerlösung, und zwei Teilen Gummi arabicum. Die Mischung wird in Wasser zu einer geeigneten dickflüssigen Konsistenz verrührt. Anstelle von Ammoniumphosphat können auch an dere schaumbildende Substanzen verwendet werden.
Wenn in einem der durch die Tür voneinander getrennten Räume Feuer ausbricht, bildet der Leim Blasen, so dass in dem Spalt 30 zwischen Tür und Rahmen Schaum entsteht, wodurch das Feuer daran gehindert wird, durch den Spalt hindurchzudringen. Da die Tür eine Lage 50 von unbrennbarem Mate rial besitzt, wird sie dem Feuer in jedem Fall wäh rend einer halben Stunde ohne unzulässige Tempe raturerhöhung im benachbarten Raum Widerstand leisten. Während dieser Zeit wäre das Feuer im stande, durch den Rahmen zu dringen, falls nicht besondere Massnahmen getroffen worden wären.
Die Einfügung des Asbeststreifens 22 verhindert, wie sich erwiesen hat, dass der Rahmen schnell durch gebrannt wird, wenn der Streifen, wie dargestellt, in der Nähe des Türfalzes angeordnet ist, derart, dass zwischen Schaum und Asbeststreifen nur eine schmale Holzbrücke verbleibt, längs welcher die Ver- kohlung und Verbrennung des Materials nur sehr langsam vor sich geht.
Neben dem dargestellten Streifen 22 können ein oder mehrere Streifen, .entweder längs oder quer zum Streifen 22, eingefügt sein, wobei zweckmässig zwischen den einzelnen Streifen ein mit Holz ge füllter Zwischenraum freigelassen wird, so dass eine Holz-mit-Holz-Verleimung und damit eine gute Haf tung zwischen den einzelnen Holzhagen ermöglicht wird.
Gemäss Fig. 2 ist ein Streifen 36 aus demselben Material wie der Streifen 22 zwischen dem Rahmen 12 und einem Querholz 34 auf der Türseite des Rah mens eingefügt. Der Streifen 36 wird auch dazu bei tragen, das Durchbrennen zu verzögern, besonders wenn ein Hohlraum zwischen dem Rahmen 12 und dem umgebenden Mauerwerk 38 freigelassen wurde, wie es in der Praxis oft der Fall ist.
In Fig. 3 ist eine Ausführungsform dargestellt, bei welcher mehrere Streifen im Rahmen selbst ein- gelassen sind, wie oben erwähnt. In dieser Figur bezeichnen die Zahlen 10, 12, 18, 20, 24, 26, 28, 30, 34, 38 und 50 die gleichen Teile wie oben. An ihrer Verbindungsfläche sind die beiden Holzlagen 18 und 20 mit niedrigen und breiten, gegeneinander versetzten Ausnehmungen versehen, in welche Strei fen 40 bzw. 42 aus einem anorganischen Material eingesetzt sind, vorzugsweise einem Material, das ausser unbrennbar auch hitzeisolierend ist, z. B. Asbest. Der Streifen 42 nimmt im wesentlichen die selbe Lage ein wie der Streifen 22 gemäss Fig. 2.
Die Holzlagen 18 und 20 stehen ausserhalb des Be reiches der Streifen 40 und 42 in direkter Berüh rung miteinander, was im Hinblick auf eine zuver lässige Verleimung dieser Lagen vorteilhaft ist. Am Rand des Streifens 42, der dem Streifen 40 gegen überliegt, sind, ausgehend von den a,neinanderlie- genden Flächen zwischen den Lagen 18 und 20, ein ander gegenüberliegende schmale Nuten in beiden Lagen, beispielsweise mittels einer mechanischen Säge, ausgenommen. In diesen Nuten ist ein Strei fen 44 aus gleichem Material wie die oben erwähn ten Streifen eingesetzt.
Wie aus dem oben beschriebenen konstruktiven Aufbau hervorgeht, verläuft der Streifen 42 parallel zur Fläche 26 des Türfalzes im Rahmen und der Streifen 44 parallel mit der anderen Fläche 24 des Türfalzes. Zwischen den Streifen 42 und 44 einer seits und dem aus den Flächen 24 und 26 gebilde ten Türfalz anderseits wird' auf diese Weise eine winklige Brücke aus Holz gebildet, längs, welcher ein auftretendes Feuer nur langsam fortschreiten kann, vorausgesetzt, dass Tür und Rahmen dicht schliessen.
Es sei bemerkt, dass der Streifen 40, der vom Türspalt 30 am weitesten entfernt liegt, das Vor dringen des Feuers durch jenen Teil des Rahmens, der in der Zeichnung abwärts gekehrt ist, bis zu einem gewissen Grade verhindern kann. Abgesehen davon verleiht der Streifen dem Rahmenquerschnitt eine gewisse Symmetrie und wirkt hierdurch dem Sich-Werfen der hölzernen Teile entgegen.
Anstatt nur eines Streifens 44 können auch meh rere solche Streifen parallel oder im wesentlichen parallel zueinander vorgesehen sein.
Es wurde vorstehend bereits erwähnt, dass der durch die Erfindung angestrebte Zweck durch die Anordnung einer schmalen Brücke erreicht wird, welche mindestens an einer und vorzugsweise beiden Seiten durch unbrennbares Material begrenzt ist. Versuche haben gezeigt, dass ein Hauptgrund für die verzögerte Verbrennung darin besteht, dass die Luft und infolgedessen ihr Sauerstoff, der für die Ver brennung unerlässlich ist, zum Ort der Verbrennung nur langsam zugelassen wird, in Anbetracht dessen, dass durch das Wegbrennen des Materials eine Furche in der Brücke gebildet wird, deren Grund von dem durch das Feuer erzeugten Luftstrom nur teilweise erreicht wird.
Als weiteres Beispiel von unbrennbarem Material, welches im Zusammenhang mit den obigen übe:rle- gungen verwendet werden kann und das sich in der Praxis als zweckmässig erwiesen hat, sei Faser zement erwähnt, dessen Fasern aus Glasfäserchen oder sogenannter Glaswolle bestehen. Die beige mischten Fasern dienen in bekannter Weise zur Ver grösserung der Festigkeit und zur Verminderung der Sprödigkeit. Es sind aber auch viele andere anorgani sche Materialien einschliesslich Metalle verwendbar, sei es in massiver oder verteilter Form.
Fig. 4 zeigt eine besonders zweckmässige Anord nung des schaumbildenden Leimes in Verbindung mit einer Tür mit Einlagen aus unbrennbarem Mate rial. Die Tür ist aus zwei Lagen 46 und 48 aus Holz oder anderem brennbarem Material aufgebaut, zwi schen welchen eine Lage 50 vorgesehen ist, welche einen Schutz gegen das Durchbrennen der Tür ge währleistet. Diese Lage erstreckt sich bis zur Rand fläche 52 der Tür. Im Fall eines Feuerausbruchs auf der einen Seite der Tür wird die Ausbreitung des Feuers durch die Lage 50 verzögert oder aufge halten. Die Tür :ist wie üblich in einem Rahmen 54 angeordnet, der wie im Zusammenhang mit Fig. 2 oder 3 erwähnt ausgebildet sein kann und einen Streifen 22 aufweist.
Mit 56 ist der Türfalz bezeich net, in welchen der Rand der geschlossenen Tür ein greift.
In der Randfläche 52 dar Tür ist eine hinter- schnittene Nut 58 gebildet, die mit schaumbildendem Kitt oder Leim 60 ausgefüllt ist. Die Nut 58 ist auf der einwärts gewandten Seite der Lage 50 vorge sehen. Auf der andern Seite der Lage 50 ist im Rah men 54 eine ähnliche Nut 62 gebildet, die in glei cher Weise mit schaumbildendem Leim 64 ausge füllt ist. Der Leim kann wie oben beschrieben her gestellt und zusammengesetzt sein.
Wenn Feuer von längerer Dauer auftritt, werden die Holzlagen 46 und 48 auf der Feuerseite der Tür allmählich bis zur Schutzschicht 50 verkohlt und der auf der betreffen den Seite befindliche, Leim 64 resp. 60 wird wegen der intensiven Hitze vollständig absorbiert werden. Gleichzeitig wird die Hitze den Leim auf der andern Seite erreichen, der durch die Schaumbildung noch einige Zeit Schutz gewähren kann.
Wenn das- Feuer auf der Innenseite der Tür aus bricht (in Fig. 4 abwärts gerichtet), ist es zweck mässig, wenn die Nuten 58 und 62 wie dargestellt angeordnet sind, d. h. dass die Nut 58 an der Rand fläche der Tür innerhalb der Schutzschicht 50 liegt. Der Grund hierfür ist der, dass in solch einem Fall die Tür die Neigung zeigt, sich an den Kanten aus wärts zu biegen, und in diesem Fall könnte die Nut 58, wenn sie auf der gegenüberliegenden Seite der Lage 50 angeordnet wäre, ganz oder teilweise ausser halb der äusseren Kante des Rahmens 54 zu liegen kommen, so dass nicht aller erzeugte Schaum in die Türspalte eintreten würde und ein Teil desselben nutzlos wäre.