Zusatzpatent zum Hauptpatent Nr.<I>325550</I> Anlage zur kontinuierlichen Herstellung von plattenförmigen Körpern aus schüttbarem Fasermaterial, insbesondere Holzspanplatten aus Kunstspänen Im Hauptpatent ist eine Anlage zur kontinuier lichen Herstellung von plattenförmigen Körpern aus schüttbarem, mit Bindemittel versehenem Fasermate rial, d. h. Material, welches aus Fasern aufgebaut ist, z. B.
Holzabfällen aller Art, Stroh, Häcksel, Schilfrohr und dergleichen, insbesondere zur Herstellung von Holzspanplatten aus Kunstspänen, beschrieben, die gekennzeichnet ist durch eine erste Fördereinrichtung, die ein endloses, durch einen Elektromotor angetrie benes und durch Rollen geführtes und mittels Gewich ten gespanntes Förderband aufweist, durch minde stens eine über dem Förderband angeordnete, das Fasermaterial enthaltende Schüttvorrichtung, durch eine Vorpresse, zwischen deren Pressstempel und Auf lage das Förderband durchläuft und zum Vorpressen des Fasermaterials zu einem Kuchen angehalten wird,
durch nach der Vorpresse zu beiden Seiten des För derbandes ortsfest angeordnete Längskreissägen, die während der Bewegung des Förderbandes den vorge- pressten Kuchen auf eine bestimmte Breite sägen, durch nachfolgende Querkreissägen, die bei Stillstand des Förderbandes den vorgepressten Kuchen quer zur Bewegungsrichtung des Förderbandes auf eine be stimmte Länge sägen, und durch eine zweite Förder einrichtung zur Aufnahme und Weiterleitung eines Bleches mit dem vorbesäumten Kuchen.
Die vorliegende Erfindung betrifft nun eine Ver besserung einer solchen Anlage. Erfindungsgemäss ist zwischen mindestens einer der Schüttvorrichtungen und dem Förderband ein zusätzliches Förderband an geordnet, das zu gleicher Zeit wie das erstgenannte Förderband bewegt wird.
Nachstehend wird die Erfindung an Hand der in der beigefügten Zeichnung schematisch dargestellten beispielsweisen Ausführungsform einer erfindungsge- mässen Anlage zur Herstellung von Holzspanplatten näher erläutert. In der Zeichnung sind alle Einzelhei ten der Anlage, die an sich bekannt und für das Ver ständnis der Erfindung nicht notwendig sind, weg gelassen worden.
Die Anlage enthält zwei hintereinander angeord nete Fördereinrichtungen, nämlich ein Förderband 41, das durch den Elektromotor 42 angetrieben wird; und einen Förderriemen 43 mit dem Antriebsmotor 44. Die Bewegungsrichtung dieser Fördereinrichtungen ist durch Pfeile angedeutet. Vier als Waagen ausgebildete Schüttvorrichtungen 45, 46, 47 und 48 sind über dem ersten Teil des Förderbandes 41 angeordnet. Sie sind mit Drehkreuzen 49 und je einem Rüttelsieb 50 für die gleichmässige Entnahme des Schüttgutes ausge rüstet. Die Elektromotoren für deren Antrieb sind mit 51 und 52 bezeichnet.
An die Schüttvorrichtungen schliesst sich die hydraulisch betriebene Vorpresse an mit dem Auflagetisch 53 und dem Pressstempel 54, dessen Antriebszylinder das vom Kompressor 55 ge lieferte Druckmittel über die mit einem Ventil 56 versehene Leitung 57 zugeführt wird. Der Antrieb des Kompressors 55 erfolgt durch den Elektromotor 58, und zur Betätigung des Ventils 56 dient ein elektro magnetisches Antriebssystem 59. Die Längskreissägen 60 und die Querkreissägen 61 mit ihren Antriebs motoren 62 bzw. 63 und 64 bilden wiederum den Abschluss des ersten, im Bereich des Förderbandes 41 liegenden Teils der Anlage.
Am Anfang des an das Förderband 41 anschliessenden Förderriemens 43 be findet sich die Hebevorrichtung 65 für die Zuführung der Beschickungsbleche, deren Aufbau beispielsweise aus Fig. 3 des Hauptpatentes hervorgeht und deren Antriebsmotor mit 66 bezeichnet ist.
Am Ende des Förderriemens 43 ist eine hydraulisch betriebene Vor richtung 67 zum Beschicken der dahinterliegenden Heizpresse 68 angeordnet, die mit einer Anzahl Schubfächer 69 versehen ist, in die die vom Förder- riemen 43 vorgeschobenen, mit den vorgepressten Ku chen beladenen Beschickungsbleche nacheinander ein geschoben werden, wobei die Beschickungsvorrich tung 67 stufenweise nach jedem Einschub um Fach höhe gehoben wird.
In der Druckmittelzuleitung 70 zum Antriebszylinder 71 der Beschickungsvorrichtung 67 ist ebenfalls ein Ventil 72 eingeschaltet, das durch ein elektromagnetisches Antriebssystem 73 betätigt wird.
Die zeitliche Folge der verschiedenen Vorgänge wird durch eine Programm-Schalteinrichtung 75 ge steuert, der die elektrische Energie über die Leitung 76 zugeführt wird und aus der die verschiedenen An triebsmotoren über die durch ausgezogene Linien dar gestellten Leitungen gespiesen werden. Die Programm Schalteinrichtung 75 enthält mehrere, nicht darge stellte elektronische Zeitrelais, die mit einer durch das Licht einer Lampe 77 beaufschlagten Photozelle 78 und mit mehreren, entlang des Förderriemens 43 und am Ausgang der Beschickungsvorrichtung 67 angeordneten Endschaltern 79, 80 und 81, die durch das Fördergut beeinflusst werden, über die durch ge strichelte Linien dargestellten Steuerleitungen verbun den sind.
Die Drehzahl der Elektromotoren 51 der die Schüttgutentnahme steuernden Drehkreuze 49 wird durch elektronische Regulierapparate 82 kon trolliert, die ihrerseits durch die Waagensysteme der Schüttvorrichtungen 45 bis 48 gesteuert werden.
Der automatische Betrieb der eben beschriebenen Anlage wickelt sich in folgender Weise ab: Das För derband 41 und der Förderriemen 43 werden wie bei der Anlage nach den Fig. 1 bis 3 des Hauptpatentes intermittierend betrieben und befinden sich abwech selnd in Bewegung. Das Förderband 41 wird durch ein Zeitrelais der Programm-Schalteinrichtung, das den Elektromotor 42 einschaltet, in Gang gesetzt. Gleichzeitig treten die Drehkreuze 49 und die Rüttel siebe 50 der Schüttvorrichtungen 45 bis 48 in Tätig keit, deren Antriebsmotoren 51 und 52 ebenfalls durch Zeitrelais eingeschaltet werden.
Die Schüttvor- richtungen erzeugen nun auf dem Förderband 41 ein aus vier Schichten bestehendes, gleichmässiges Vlies aus dem mit Bindemittel versehenen Faserrriaterial. Während der Bewegung des Förderbandes 41 ist auch die Längskreissäge 60 in Betrieb und sägt den aus der Vorpresse kommenden, vorgepressten Kuchen auf die vorgeschriebene Breite. Gleichzeitig wird der am Ende des Förderbandes 41 befindliche, vorbesäumte Ku chen auf das auf dem derzeit ruhenden Förderriemen 43 bereitgelegte Beschickungsblech geschoben.
Nach dem das Beschickungsblech durch den vorgescho benen Kuchen vollständig belegt ist, spricht die Photo zelle 78 an, indem der auf diese gerichtete Lichtstrahl durch den Kuchen unterbrochen wird. Diese schaltet die Zeitrelais in der Programm-Schalteinrichtung 75 ein, so dass das Förderband 41 zum Stillstand gebracht wird. Die Länge des Weges, den das Förderband 41 während seiner Bewegung zurückgelegt hat, ist etwa gleich der Länge eines vorbesäumten Kuchens ein- schliesslich des sich zwischen zwei Kuchen ergebenden Abfalls.
Im Moment der Stillsetzung des Förderban des 41 werden durch die automatische Steuerung fol gende Verfahrensabschnitte eingeleitet: Die Elektro motoren 51 und 52 werden ausgeschaltet und dadurch die Drehkreuze 49 und die Rüttelsiebe 50 stillgesetzt, womit die weitere Schüttung unterbunden wird. Die Vorpresse beginnt beim Betätigen des Ventils 56 zu arbeiten und presst den unter dem Stempel 54 befind lichen Teil des Vlieses auf dem Förderband zu einem Kuchen.
Ausserdem werden die Antriebsmotoren 63, 64 der Querkreissägen 61 und deren Vorschubein- richtungen (nicht dargestellt) angelassen, wodurch der zuvor aus der Vorpresse ausgestossene Kuchen auf die vorbestimmte Länge gesägt wird. Schliesslich kommt im gleichen Moment der Förderriemen 43 in Bewe gung, der den vorher darauf deponierten Kuchen mit erhöhter Geschwindigkeit der Beschickungsvorrich tung 67 zuführt, bis das beladene Beschickungsblech den Endschalter 81 erreicht, der hierauf die Stillset zung des Förderriemens 43 veranlasst. Die Hebevor richtung 65 legt ein leeres Beschickungsblech auf den jetzt stillstehenden Förderriemen 43.
Inzwischen sind die Schüttvorrichtungen 45 bis 48 wieder nachgefüllt worden, und der Vorgang beginnt nach Ablauf des an den Zeitrelais eingestellten Zeitintervalls von neuem.
Während des Unterbruchs in der Schüttung wird der verbleibende Inhalt der Schüttvorrichtungen auf sein Gewicht geprüft. Bei zu grosser oder zu geringer Entnahme (das Vlies war dementsprechend zu dick bzw. zu dünn) werden für die nächste Entnahme die Motoren 51 in ihrer Drehzahl korrigiert. Ist bei der Nachfüllung das Sollgewicht innerhalb einer einstell baren Zeitdauer nicht erreicht, so wird der weitere Ablauf unterbunden und Alarm ausgelöst. Durch Druckknopfbetätigung kann dann die Nachfüllung der betreffenden Schüttvorrichtungen beendet und damit die Blockierung der Anlage aufgehoben werden.
Im Normalbetrieb wird die Beschickungsvorrich tung 67 jeweils nach Aufnahme eines Kuchens um eine Stufe gehoben, um den nachfolgenden Kuchen aufnehmen zu können. Auf dem Förderriemen 43 be findet sich in diesem Betriebszustand immer nur ein Kuchen. Während der Zeit aber, da die Beschickungs vorrichtung vollständig belegt ist, wird der Förder- riemen 43 in den jeweiligen Betriebsphasen nur um etwa Kuchenlänge vorgeschoben. Hierbei kann der Förderriemen 43 nacheinander insgesamt drei Kuchen aufnehmen.
Die zu diesem Zwecke erforderliche vor zeitige Stillsetzung des Förderriemens 43 wird durch die Endschalter 79 und 80 herbeigeführt, die beim Auflaufen der Beschickungsbleche zur Wirkung kom men. Diese Endschalter sind im Normalbetrieb wir kungslos; erst wenn die Beschickungsvorrichtung 67 vollständig belegt ist und die Kuchen auf dem Förder- riemen 43 gespeichert werden sollen, betätigt die Be schickungsvorrichtung beim Erreichen ihrer oberen Endlage einen Schalter 83, der den Programmwechsel veranlasst.
Die Aufspeicherung der Beschickungs- bleche dient dazu, den unregelmässigen Bewegungs ablauf der Beschickung der Heizpresse dem peri odischen Bewegungsablauf der Schüttung anzupassen.
Die Drehkreuze 49 und Rüttelsiebe 50 dienen, wie ausgeführt worden ist, unter anderem dazu, das Schütt- material möglichst gleichmässig auf das Förderband 41 zu verteilen. Um homogene Platten von gleicher Dichte über den ganzen Querschnitt und die ganze Länge zu erhalten, ist eine besonders gleichmässige Verteilung des Fasermaterials auf dem Förderband 41 erforderlich. Eine wesentliche Verbesserung wird nun dadurch erreicht, dass zwischen alle oder einzelne Schüttvorrichtungen und das (Haupt-) Förderband 41 noch ein zusätzliches Förderband angeordnet wird, das in gleicher Weise bewegt wird wie das Hauptför derband 41.
Das durch das Rüttelsieb fallende Faser material gelangt somit zuerst auf das zusätzliche För derband und erst dann von diesem auf das Haupt förderband.
In der Zeichnung sind bei den Schüttvorrichtun- gen 47 und 48 solche zusätzliche Förderbänder rein schematisch dargestellt und mit 84 bzw. 85 bezeich net. Der Antrieb erfolgt durch Elektromotoren 86 bzw. 87, die z. B. durch das gleiche Zeitrelais der Programm-Schalteinrichtung 75 eingeschaltet werden, das auch den Elektromotor 42 für den Antrieb des Förderbandes 41 steuert, womit die gleichzeitige In gangsetzung der Förderbänder 41 bzw. 84 und 85 gewährleistet ist. Es ist aber auch möglich und in vielen Fällen zweckmässig, die zusätzlichen Förder bänder 84 und 85 über besondere übertragungsmittel durch den Elektromotor 42 antreiben zu lassen.
Das Spanmaterial 88, das bei Bewegung des För derbandes 41 aus den Schüttvorrichtungen durch die Drehkreuze 49 und die Rüttelsiebe 50 fällt, gelangt nun nicht direkt auf das Förderband 41, sondern zu erst auf das zusätzliche Förderband 84 bzw. 85, und es bildet sich an dessen Ablaufseite eine gleichblei bende Schicht 89 von Spanmaterial. Es fällt somit vom zusätzlichen Förderband 84 bzw. 85 eine gleich mässige Menge Spanmaterial auf das Förderband 41.
In der Zeichnung ist der Einfachheit halber nur bei den Schüttvorrichtungen 47 und 48 ein zusätz liches Förderband 84 bzw. 85 eingezeichnet. Homo gene Platten erfordern jedoch in allen Schichten einen möglichst hohen Grad von Gleichmässigkeit, so dass es zweckmässig ist, jeder Schüttvorrichtung ein zusätz liches Förderband anzuordnen.
Eine weitere Verbesserung in der Vergleichmässi- gung der Fasermaterialschicht auf dem Förderband kann dadurch erreicht werden, dass die zusätzlichen Förderbänder 84, 85 so angeordnet werden, dass die Rüttelsiebe als Abstreicher dienen.
Damit wird ge währleistet, dass die an der Ablaufseite angehäufte Schicht von Spanmaterial eine gleichbleibende Höhe aufweist. Ferner kann der Abstand zwischen dem zu sätzlichen Förderband 84 bzw. 85 und dem Rüttelsieb 50 einstellbar sein, beispielsweise dadurch, dass die Rüttelsiebe oder die zusätzlichen Förderbänder oder beide gegeneinander auf an sich bekannte Weise ver schiebbar sind. Auch hierdurch, nicht nur durch die Bewegung der Drehkreuze 49, kann die auf das För derband 41 fallende Fasermaterialmenge in einem ge wissen Umfange geregelt werden.
Schliesslich kann die Menge des auf das Förder band 41 fallenden Fasermaterials auch noch dadurch geregelt werden, indem die Geschwindigkeit des zu- sätzlichen Förderbandes veränderbar ist, beispiels weise dadurch, dass zwischen dem Elektromotor 42 für den Antrieb des Förderbandes 41 und den Elek tromotoren 86 bzw. 87 für den Antrieb der zusätz lichen Förderbänder 84 bzw. 85 ein an sich bekanntes stetig veränderbares oder Stufen-Übersetzungsgetriebe geschaltet wird, oder es können bei getrenntem An trieb der zusätzlichen Förderbänder 84 bzw. 85 ge eignete Motoren mit Drehzahlregelung vorgesehen werden.