CH359713A - Verfahren zur Herstellung von Dihydronovobiocin - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Dihydronovobiocin

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CH359713A
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hydrogen
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August Folkers Karl
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Merck & Co Inc
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    • C07H17/04Heterocyclic radicals containing only oxygen as ring hetero atoms
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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 Verfahren zur Herstellung von Dihydronovobiocin Novobiocin [dies ist die allgemeine Bezeichnung für ein Antibioticum, das unter anderem auch unter der Bezeichnung  Cathomycin  (eingetragene Marke) bekannt ist], wird erzeugt durch Züchten einer bisher unbekannten Art von Mikroorganismen, die als Streptomyces sphaeroides bezeichnet wurde, unter kontrollierten Bedingungen. Diese Streptomyces-Art, welche aus einer Bodenprobe von einem alten Weiderasen in Vermont isoliert wurde, wurde in der Kulturensammlung von Merck & Co., Inc., Rahway, New Jersey, als Streptomyces sphaeroides MA-319 bezeichnet. Eine lebensfähige Kultur davon wurde hinterlegt bei der Fermentation section des Northern Utilization Research Bureau, United States Department of Agriculture in Peoria, Illinois, und in dessen ständige Kulturensammlung aufgenommen als NRRL 2449. 



  Wässerige Medien, die sich eignen zum    aeroben   Züchten von Stämmen von Streptomyces sphaeroides zur Bildung von Novobiocin sind im allgemeinen jene, die sich auch eignen für die Herstellung von andern    Antibiotica   durch Züchten von andern Streptomyces-Mikroorganismen. Solche Medien enthalten Quellen für assimilierbaren Kohlenstoff, wie z. B. ein Kohlehydrat, assimilierbaren Stickstoff, z. B. Getreideweiche, Caseinhydrolysat, Auszüge aus Destillationsrückständen usw., sowie anorganische Salze, inbegriffen solche von Spurenmetallen, die für den eigenen Stoffwechsel der Mikroorganismen nötig sind.

   Vorzugsweise wird während der Zeit, in welcher die Mikroorganismen gezüchtet werden, die    gewöhnlich   etwa 1-7 Tage ausmacht, eine Temperatur von 24 bis 28  C eingehalten, und es wird eine    Belüftung   durchgeführt, um ein optimales Wachstum der Organismen und eine optimale Produktion von    Novo-      biocin   zu erzielen. Die in dieser Weise hergestellten Fermentierungsbrühen besitzen eine Aktivität von etwa 150-2000 Novobiocin-Einheiten, wie sie hiernach definiert werden, pro cm3, und die Festanteile der Fermentierungsbrühe haben eine Aktivität in der Grössenordnung von etwa 2,25 Novobiocin-Einheiten pro mg Feststoffe. Der antibiotische Wirkstoff kann gereinigt und mit Hilfe verschiedener Verfahren in reinerer Form gewonnen werden.

   Zum Beispiel kann man die gesamte Brühe bei einer Wasserstoffionenkonzentration, welche gewöhnlich etwa einem pH 7,0-8,0 entspricht, filtrieren. Das Filtrat kann man im sauren Bereich unterhalb etwa    pH   7,0 extrahieren mit einem    neutralen,   eher schwach polaren, mit    Wasser   nicht mischbaren flüssigen organischen Lösungsmittel, das in kalter konzentrierter Schwefelsäure und in kalter sirupartiger    Orthophosphorsäure   löslich ist.

   Der organische Auszug kann    extrahiert   werden mit    einer   wässerigen    alkalischen   Pufferlösung bei    einem      pH   von    mindestens   8,0, wobei man    eine   Lösung erhält, welche    Novobiocin-Salz   in    beträchtlicher      Konzentration   enthält.

   Die beiden    Extraktionsschritte   können nachfolgend wiederholt werden, wobei man eine noch konzentriertere Lösung erhält, aus welcher durch saures Ausfällen    Novobiocin-aktives   Material    gewonnen   werden kann.    Das   so gewonnene Produkt kann gereinigt werden    durch      Umkristallisieren   aus einer wässerigen sauren Alkohollösung. 



  Es versteht sich, dass ausser    Streptomyces      sphae-      roides      NRRL   2449 auch andere    Novobiocin   erzeugende Stämme von    Streptomyces      sphaeroides   zur Herstellung von    Novobiocin   verwendet werden können, beispielsweise    Mutationsformen   der beschriebenen    Organismen,   wie sie erhalten werden durch natürliche Auswahl oder    durch   Einwirkung von    Mutations-      mitteln,   z. B.

   Bestrahlung mit Röntgen- oder Ultraviolettstrahlen,    Behandeln   mit Stickstoff-Lost usw. 

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 Das neue    Antibioticum      Novobiocin   besteht aus einer Substanz mit der ungefähren Bruttoformel C31H36N2O11. Diese reagiert gegenüber alkalischen Reagenzien als saure organische Verbindung und ist in solchen leicht löslich, beispielsweise in wässerigen Lösungen von Alkalihydroxyden, -carbonaten und -bicarbonaten; sie besitzt zwei besenbindende Gruppen und kann aus alkalischer Lösung ausgefällt werden durch Ansäuern.

   Sie ist löslich in niedrigen    Alka-      nolen,   niedrigen aliphatischen Ketonen, Essigsäure, Äthylacetat und Dioxan, und sie ist unlöslich oder nur schwer löslich in Äther, Benzol, Chloroform, Tetrachlorkohlenstoff, Äthylendichlor, Wasser und Salzsäure. 



  Reines Novobiocin wurde in zwei kristallinen Modifikationen erhalten; die eine Form kristallisiert rosettenförmig und schmilzt bei etwa 152-l54  C, während eine zweite Form das Aussehen von flachen Nadeln hat und bei etwa 170-172  C schmilzt. Jede dieser kristallinen Formen des Antibioticums kann in eine sogenannte Normalform    übergeführt   werden, bei welcher es sich vermutlich um eine amorphe oder submikrokristalline Form handelt, indem man die    Kristalle   in Aceton löst, zu dieser Lösung rasch ein relativ grosses Volumen Petroläther zugibt und das ausgefällte normalisierte Material abfiltriert. 



  Alkalische wässerige Lösungen von Novobiocin und Mineralölsuspensionen der Normalform des    Anti-      bioticums   zeigen eine charakteristische Absorption, die ersteren im Ultravioletteil und die letzteren im Infrarotteil des Strahlungsspektrums. Eine Lösung von reinem Novobiocin in 0,1n wässerigem Natriumhydroxyd zeigt eine charakteristische    Ultraviolett-      Absorptionsspitze   bei 3070 A. Diese Absorptionsspitze    zeigt   ein im wesentlichen reines Material an, mit einer spezifischen Absorption von 600, gemessen bei dieser Wellenlänge unter Verwendung einer Lösung von 1 g reinem Novobiocin auf 100 cm3 Lösung, die enthalten ist in einer Zelle mit einer Absorptionsschichtdicke von 1 cm.

   Eine Lösung von reinem Novobiocin in 0,1n wässerig-methanolischer Salzsäure zeigt eine charakteristische Ultraviolett-Absorptionsspitze bei 3240 A mit E    #m   = 390. Eine Mineralöl Suspension von reinem normalisiertem Novobiocin zeigt charakteristische Infrarot-Absorptionsspitzen bei den folgenden Wellenlängen, ausgedrückt in Mikron: 5,8-6,0 (breit), 6,10, 6,21, 6,30, 6,49, 6,63, 7,4 bis 7,6 (breite Schulter), 7,78, 7,96, 8,27 (schwach), 8,60 (Schulter), 8,7 (Schulter), 9,13, 9,40, 10,0-10,1 (breit), 10,28, 10,60 (breit), 12,0-12,30 (breit), 12,60-12,75 (breit), 13,07 und 13,39. 



  Die Novobiocin-Einheiten beziehen sich auf die mikrobiologische Aktivität von reinem kristallinem Novobiocin. Die mikrobiologische Aktivität von reinem kristallinem Novobiocin wurde willkürlich festgesetzt auf 5000 Einheiten/mg, und sie wird bestimmt nach der Standard-Schalenplatten-Diffusionsmethode unter Verwendung von Bacillus subtilis ATTC 12,432 als Testorganismus. Nach diesem Verfahren wird eine Kultur von Bacillus subtilis ATTC 12,432 während 24 Stunden bei 37  C auf Hirnmarkinfusionsagar (Difco Manual, 9. Ausgabe, Seiten 90, 91) gezüchtet und dann für eine Dauer von nicht mehr als einem Monat gelagert. Zur Herstellung von Sporen wird ein Inoculum zubereitet durch Zugeben von 5 cm3 sterilem destilliertem Wasser zu einer frischen Zucht von Bacillus subtilis.

   Die Zellen werden aseptisch vom Nährboden abgekratzt, gut vermischt und in einen    Erlenmeyer-      Kolben   gegeben, welcher 50 cm3 steriles destilliertes Wasser enthält. Zwei cm3 der Bakteriensuspension werden als Inoculum in einen Roux-Kolben gegeben, weicher ein Medium enthält, das aus 3 % Sojabohnenmehl, 0,2 %o NaCl, 0,4% löslichen Anteilen aus Destillationsrückständen, 0,8%c, Dextrose und 2,00% Agar besteht. Nach Bebrüten während 7 Tagen bei 37 C wird die erhaltene Bakterienzucht suspendiert in 50 cm3 sterilem destilliertem Wasser und während 30 Minuten bei 65  C pasteurisiert. 4 cm3 einer Verdünnung 1 : 50 dieser Sporensuspension werden verwendet pro Liter Versuchsmedium, das bei einem pH von 5,9-6,10,5 % Pepton, 0,3 % Rindfleischextrakt, 0,3 % Hefeextrakt und 1,5 %lo Agar enthält.

   Portionen von je 50 cm3, besäten Mediums werden in tiefe Petri-Schalen mit flachem Boden gegeben. Auf das besäte    Agar   stellt man 6 Zylinder aus rostfreiem Stahl. Abwechselnd werden 3 Zylinder gefüllt mit einer Standard-Lösung von 4   r Novobiocin/cm3 (entsprechend 20 Novobiocin-Einheiten/ cm3) und 3 Zylinder mit der zu bestimmenden Lösung, welche ungefähr auf die gleiche Stärke verdünnt wird mit m/20 Phosphatpuffer bei pH 6,0. Es wird eine tägliche Standard-Kurve hergestellt mit reinem Novobiocin, das auf verschiedene    Konzentrationen   von 2-16    /tcm3      verdünnt   ist. 



  Nach 18stündigem Bebrüten bei 28  C werden die Durchmesser der Hemmungszonen der unbekannten    Lösungen   und der    Standard-Lösungen   auf jeder Schale gemessen. Die Stärke der unbekannten. Lösung wird bestimmt aus einem    Nomogramm,   basierend auf :dem    Empfänglichk.eit.sgrad   bei verschiedenen    Konzentrationen,   der sich aus der täglichen    Standard-      Kurve   ,ergibt. 



     Novobiocin   ist optisch aktiv,    [a]   D = -270 (C = 1 in 1 n    Natriumhydroxyd)   und    [a]   D = -44, (C = 1 in    Pyridin).   



     Novobiocin   ist wirksam zur Hemmung des Wachstums in erster Linie von    grampositiven   Mikroorganismen, zeigt jedoch auch    eine   gewisse Wirkung gegenüber    gramnegativen   Mikroorganismen. Es hemmt u. a. das Wachstum der folgenden    Orga-      nismen:

     M.    pyogenes   vor.    albus   M.    pyogenes   vor.    aureus      Diplococcus      pneumoniae      Corynebacterium      .diphtheriae   Typus    gravis      Corynebacterium      diphtheriae   Typus    intermedius      Corynebacterium      diphtheriae   Typus    mitis      Corynebacterium      xerose   

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 Corynebacterium renale Neisseria meningitidis Sarcina lutea (VD) M. pyogenes var. aureus (resistent gegenüber Aureomycin) M. pyogenes var. aureus (resistent gegenüber Streptomycin-Streptothricin) M. pyogenes var.

   aureus (resistent gegenüber Penicillin). Novobiocin-Salze haben ebenfalls antibiotische Wirkung. Beispielsweise zeigte sich. beim    Agarstreifen-      lösungsversuch,   dass das Natriumsalz von Novobiocin das Wachstum verschiedener Stämme von M. pyogenes var. aureus, M. pyogenes var. albus, Neisseria    menin-      gitidis   (Nr. 274) und Sarcina lutea (VD) bei Konzentrationen von weniger als 0,5  /cm3 hemmt. Auch andere Mikroorganismen werden durch Novobiocin oder dessen    Salze   in unterschiedlichem Masse geschädigt. 



  Es wurde nun gefunden, dass beim Zusammenbringen von Novobiocin mit Wasserstoff in Gegenwart eines Hydrierungskatalysators im Verhältnis von 1 Mol Wasserstoff pro Mal Novobiocin bzw.    Novo-      biocin-Salz   in sozusagen quantitativer Ausbeute ein Dihydro-Derivat entsteht als neues synthetisches Produkt. Bei diesem Produkt handelt es sich um    Di-      hydronovobiocin   bzw. einem Salz davon, je nach dem verwendeten Ausgangsmaterial oder nach den Bedingungen, unter welchen das Produkt erhalten wurde. Dieses Dihydronovobiocin-Produkt ist ungefähr antibiotisch so aktiv wie das    Novobiocin   selbst, indem es in reinem Zustand eine Aktivität von etwa 5000 Novobiocin-Einheiten pro mg aufweist, und ist ebenfalls zur klinischen Verwendung geeignet.

   Zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens wird beispielsweise so vorgegangen, dass man    Novo-      biocin   oder ein Salz von Novobiocin in einem geeigneten Lösungsmittel löst, z. B. in einem niedrigen Alkanol, einer niedrigen Fettsäure oder einer wässerigen alkalischen Lösung, in welchem ein    Hydrie-      rungskatalysator   suspendiert ist, setzt das Gemisch bei Atmosphärendruck oder höherem Druck einer Wasserstoffatmosphäre aus und schüttelt oder rührt so lange, bis ungefähr ein Mol Wasserstoff pro Mol Novobiocin bzw. Novobiocin-Salz aufgenommen ist. 



  Geeignete Hydrierungskatalysatoren sind katalytische Massen aus Platin, Palladium,    Ruthenium   und Rhodium sowie Oxyde dieser Edelmetalle, ferner feinzerteiltes Nickel oder Cobalt, z. B. Raney Nickel oder Raney-Cobalt. Die Katalysatoren können mit oder ohne Träger und mit oder ohne    Beschleuniger   verwendet werden. Im allgemeinen verläuft die Hydrierung rascher mit    Platin   als mit den andern genannten Edelmetall- oder Edelmetalloxyd-Katalysatoren, wenn die verwendeten Katalysatormengen gleich sind. Genügende Reaktionsgeschwindigkeiten werden bei Verwendung von Edelmetall- oder Edelmetalloxyd-Katalysatoren bei niedrigeren Drucken und Temperaturen erreicht als bei Verwendung von    Nichtedelmetall-      Katalysatoren,   wie Raney-Nickel oder Raney-Cobalt.

   Bei Verwendung eines Edelmetalls oder eines Edelmetalloxyds als Hydrierungskatalysator verläuft die Reaktion mit befriedigender Geschwindigkeit bei gewöhnlicher Zimmertemperatur und geringem Druck, das heisst einem solchen von wenig über Atmosphärendruck. Bei Verwendung anderer Hydrierungskatalysatoren, wie Raney-Nickel oder Raney Cobalt können mit Vorteil etwas höhere Temperaturen von etwa l00  C oder mehr, jedoch nicht über etwa 150  C, und etwas höhere Drucke von etwa 70-154 kg/cm2 angewendet werden. Die zur    vollständigen   Durchführung der Reaktion nötige Zeit kann verkürzt werden, wenn man die Reaktion bei erhöhten Drücken durchführt. Die Reaktion verläuft befriedigend bei Zimmertemperatur, doch können, wenn erwünscht, auch höhere Temperaturen angewendet werden, die im allgemeinen jedoch etwa 150  C nicht überschreiten sollen.

   Im allgemeinen ist der Typus des verwendeten    Katalysators   nicht ausschlaggebend, indessen wird die Reduktionsgeschwindigkeit erhöht oder herabgesetzt bei Vergrösserung oder Erniedrigung der Katalysatormenge. 



  Als Ausgangsmaterialien können unreine Konzentrate von Novobiocin oder Novobiocin-Salzen verwendet werden, doch geht man gewöhnlich vorzugsweise von reinen Ausgangsmaterialien aus, wenn solche zur Verfügung stehen. Geeignet sind Alkalisalze, z. B. das Mononatriumsalz von Novobiocin. 



  Man kann die Reaktion in einem Lösungsmittel vornehmen, in dem das als Ausgangsmaterial verwendete Novobiocin oder Novobiocin-Salz löslich ist und welches die Hydrierung des Novobiocins nicht    stört.   Beispielsweise können    alkalische   wässerige Lösungen, wie wässerige    Natrsumhydroxydlösung   oder wässerige    Kaliumhydroxydlösung,   niedrige    Alkanole,   wie Methanol oder    Äthanol,   sowie niedrige Fettsäuren, wie Eisessig, verwendet werden. 



  Nach Beendigung der Reduktion, das heisst nachdem eine    äquimolekulare   Menge Wasserstoff mit Bezug auf das    Novobiocin   oder    Novobiocin-Salz,   das    als   Ausgangsmaterial dient, aufgenommen wurde, wird der Katalysator am besten durch Filtrieren aus dem    Reaktionsgemisch   entfernt und das    Dihydro-      novobiocin   isoliert,    vorzugsweise   durch Abdampfen des Lösungsmittels aus .dem Filtrat unter Vakuum.

   Das    Dihydronovobiocin   kann als solches aus dem    Reaktionsgemisch   gewonnen werden; falls man von einem    Salz   von    Novobiocin   ausgeht,    kann   so vorgegangen werden, dass man eine    Lösung   des erhaltenen    Dihydronovobiocin-Salzes   mit    einer   Säure,    beispiels-      weise   einer der gebräuchlichen Mineralsäuren, wie Schwefelsäure,    versetzt   und das ausgefällte    Dihydro-      novobiocin      abfiltriert.   



     Gleicherweise   lassen sich    Salze   von    Dihydronovo-      biocin      als   .solche erhalten, indem man die    Hydrierung   in    einem   geeignet ,gewählten basischen    wässerigen   Medium durchführt.

   Man kann    Dihydronovobiocin   in einfacher    Weise   durch Umsetzung mit geeignet ausgewählten Basen in ihre einbasischen oder    zwei-      basischen      Salze      Überführen.   In dieser Weise können 

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 Alkalisalze von Dihydronovobiocin, wie das    Natrium-      oder   das Kaliumsalz, Erdalkalisalze, wie das Calciumsalz, sowie die Salze quaternärer Stickstoffbasen, wie Ammoniumsalze und Salze organischer Amine gewonnen werden.

   Beispiele von organischen Aminen, welche mit Dihydronovobiocin Salze bilden, sind Chinin, Procain, Guanidin, Noformicin,    N-Benzyl-ss-      phenyl-äthylamin,   N,N Dibenzyl-äthylendiamin,    Cyclo-      hexylamin,   N Äthyl-piperidin, Triäthylamin,    Dicyclo-      hexylamin,   Arginin, Histidin und Lysin. 



  Die Salze von Dihydronovobiocin können, wenn erwünscht, gereinigt werden durch Umkristallisieren nach den üblichen Methoden. Beispielsweise kann man sie in einer minimalen Menge eines niedrigen Alkanols, wie Methanol oder Äthanol, lösen und die Lösung teilweise eindampfen, um ein Ausfallen des gereinigten kristallinen Materials hervorzurufen, oder man kann der alkoholischen Lösung ein Lösungsmittel wie Aceton zusetzen, um eine Trübung einzuleiten, wonach, nachdem man einige Zeit stehengelassen hat, das ausgefallene gereinigte kristalline Produkt gewonnen werden kann. 



  Wie oben erwähnt, scheint dem Novobiocin auf Grund der zur Zeit vorliegenden Daten die Bruttoformel C31H36N2O11 zuzukommen, woraus folgt, dass das Dihydronovobiocin, welches zwei Wasserstoffatome pro Novobiocin-Molekül mehr besitzt, die Formel C31H38N2O11 aufweisen dürfte. Obschon die genaue chemische Struktur des Novobiocin- und des Dihydronovobiocin-Moleküls zur Zeit noch nicht vollständig geklärt ist, nimmt man auf Grund experimentalchemischer Untersuchungen an, dass das Novobiocin-Molekül unter anderem einen Benzolring enthält, an welchen eine Dimethylallyl-Kette mit der Gruppierung 
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 geknüpft ist,    welche   bei der Hydrierung in eine Dimethylpropyl Kette der Gruppierung 
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 übergeht als Substituent des genannten Benzolrings im Dihydronovobiocin. 



  Die Tatsache, dass Novobiocin in Gegenwart eines geeigneten Hydrierungskatalysators mit Wasserstoff reagiert unter Bildung einer neuen Verbindung und die Tatsache, dass diese Reaktion mit    äquimolaren   Mengen Wasserstoff und    Novobiocin   verläuft, können bewiesen werden, indem man die Reaktion durchführt unter    Verwendung   des Wasserstoffisotops Deuterium    anstelle   von gewöhnlichem Wasserstoff, und dann das Reaktionsprodukt analysiert zur Bestimmung von dessen Deuteriumgehalt.

   Dies kann wie folgt geschehen: In einen geeigneten Hydrierungsapparat gibt man etwa 515 mg Novobiocin und 71 mg Natriumhydroxyd zu einem Gemisch von 50 mg Platinoxyd und 10 cm3 Deuteriumoxyd unter einer Atmosphäre von Deuterium und rührt das Gemisch unter einem Deuteriumdruck von etwas, mehr als 1 Atmosphäre während etwa 2 Stunden. Dann setzt man etwa 35 mg weiteres Natriumhydroxyd zu, um eine vollständige Auflösung des Novobiocins zu gewährleisten, und gibt nochmals 50 mg Platinoxyd zum Gemisch. Um die Wasserstoffionenkonzentration der Lösung zu erniedrigen und dadurch eine Hydrolyse zu verzögern, gibt man etwa 0,5 cms Äthylacetat zu und rührt dann das Gemisch unter der Deuterium-Atmosphäre während etwa weiteren 9 Stunden.

   Dann filtriert man das Gemisch zur Entfernung des Katalysators und säuert das Filtrat an durch Zugabe von Salzsäure, wobei das Deuterium-Isologe von Dihydronovobiocin ausfällt, welches abgetrennt, mit Wasser    gewaschen   und getrocknet wird. Bei der Analyse findet man, dass das Produkt 5,0 Gew.%a Deuterium enthält (berechnet: 5,6    %).   



  Die Anwesenheit von Deuterium im Produkt dient dazu, dasselbe als neue chemische Verbindung zu unterscheiden von dem als Ausgangsmaterial verwendeten    Novobiocin,   und sie beweist, dass eine Wasserstoffaddition    stattfindet,   wenn man    Novobiocin   in Gegenwart eines    Hydrierungskatalysators   wie oben beschrieben einer Hydrierung    unterwirft.   Der bei der Reaktion aufgenommene und im Reaktionsprodukt anwesende    Deuterium-Anteil   beweist, dass die Reaktionsteilnehmer in    äquimolarer   Menge an der Reaktion teilgenommen haben.

   Eine    biologische   Untersuchung dieses    Deuterium-Isologen   von    Dihydro-      novobiocin   ergibt, dass dieses genau denselben Grad von    antimikrobiologischer   Aktivität besitzt wie    Novo-      biocin   und    Dihydronovobiocin.,   und    d'ass   sich seine Wirksamkeit auf das gleiche bakterielle Spektrum erstreckt wie diejenige von    Novobiocin   und    Dihydro-      novobiocin.   



  Während sich die beiden Gruppen von antibiotischen Substanzen, nämlich    Novobiocin   und .seine    Salze   einerseits und    Dihydronovobiocin   und seine Salze anderseits, durch gewöhnliche chemische Analyse kaum unterscheiden lassen,- und während auch die gewöhnlichen physikalischen    :Messungen,   wie diejenigen der Absorption im Infrarot- oder    Ultraviolett-      Bereich   des Strahlungsspektrums, eine derartige Unterscheidung nicht ohne weiteres zulassen, können die Glieder der beiden Gruppen leicht unterschieden werden durch    Papierchromatographie,   sowie auf Grund ihres    Verhaltens   gegenüber gewissen chemischen Reagenzien, insbesondere    Perjodsäure.   



  Was die erste Unterscheidungsmethode    betrifft,   wird gewöhnlich das mit umgekehrter Phase arbeitende    Chromatographieverfahren      angewendet,   wobei man    Capryl:alkohol      als   stationäre Phase und eine wässerige Lösung    als   bewegliche Phase verwendet. 



  Ein Blatt Filterpapier    (Whatman   Nr. 1) wird behandelt zur Entfernung von Wasser aus dem Papier. 

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 Die Behandlung besteht darin, dass man das Papier bei 110  C unter Hochvakuum (1 mm Hg) über Nacht trocknet. Hierauf wird das Papier behandelt zum Schutz gegen Wiederabsorption von Wasser. Diese Behandlung besteht darin, dass man das Papier in ein Gemisch aus einer Siliconflüssigkeit (z. B. Dow    Cor-      ning   200 Fluid) mit einer Viskosität von 12500 und Äthyläther mit einem Verhältnis von 5 g    Silicon-      flüssigkeit   auf 100 cm3 Äthyläther eintaucht und dann während 10 Minuten an der Luft trocknet. In diesem Zustand können die Papiere bis zu ihrer Verwendung in einem Exsikkator gelagert werden.

   Bei der Verwendung des Papiers wird das Novobiocin oder    Dihydronovobiocin   nahe dem einen Ende des Streifens aufgetupft, wonach man das Papier in ein Gemisch von Caprylalkohol und Methanol (Volumenverhältnis 1:5) eintaucht. Nach dem Eintauchen wird das Papier abgelöscht zur Entfernung von überschüssiger Flüssigkeit und dann in einem geschlossenen Zylinder aufgehängt, wobei jenes Ende, an welchem die Verbindungen aufgetragen wurden, oben ist. Dieses Ende des Papierstreifens wird in eine wässerige Lösung von Natriumphosphat (0,1-molar) mit einem pH von 8,4 eingetaucht. Eine zusätzliche Menge der gleichen Lösung wird am Boden des geschlossenen Zylinders aufgestellt, so dass das    Ab-      dunsten   der Lösung vom Papier beim Hinunterwandern durch    dasselbe   möglichst Gering gehalten wird.

   Beim Hinunterwandern der beweglichen (wässerigen) Phase durch das Papier bewegt sich das    Novo-      biocin   rascher als das Dihydronovobiocin. Innert 6 Stunden bewegt sich die Lösungsmittelfront etwa 18 cm vorwärts und führt zu einer befriedigenden Auftrennung der beiden Verbindungen. Die getrennten Lagen der beiden    Flecke   sind auf dem Papier sichtbar, wenn man es in einem Ultraviolettgerät betrachtet. Lässt man das Chromatogramm über Nacht laufen (etwa 17 Stunden), so bewegt sich die Lösungs-    mittelfront   um etwa 45 cm, und es erfolgt eine entsprechend grössere Trennung    zwischen   den beiden Flecken. 



  Quantitativ ausgedrückt, bewegt sich Novobiocin mit einer Wanderungsgeschwindigkeit    entsprechend   einem Rf-Wert von 0,30. Unter Bezugnahme auf die Beweglichkeit von Novobiocin als Standard von 1,0 besitzt das Dihydronovobiocin eine Wanderungsgeschwindigkeit von 0,68. 



  Bei der    andern   Methode    zur   Unterscheidung von Novobiocin und seinen Salzen und Dihydronovobiocin und seinen Salzen, bei welcher Novobiocin oder ein Novobiocin-Salz mit Perjodsäure zur Reaktion gebracht wird, wird ein zusätzliches Mol dieses Reagens pro    Mol      Novobiocin      aufgenommen   im Vergleich zur Menge des    Reagens,   die    aufgenommen   wird bei der Reaktion mit einer äquimolaren Menge    Dihydro-      novobiocin.   Dies kann leicht wie folgt gezeigt werden: Man behandelt Lösungen von gemessenen Mengen Novobiocin und Dihydronovobiocin in Dioxan mit einem bekannten Überschuss an Perjodsäure in Wasser. Die Lösungen werden über Nacht stehen gelassen.

   Der Überschuss an Perjodsäure wird in jedem Fall bestimmt durch Titrieren mit    Natriumarsenit-      Normallösung.   Die Differenz des Titrationswertes dieses Überschusses und der zu Beginn des Versuches anwesenden Perjodsäuremenge ergibt in beiden Fällen die Perjodsäuremenge, welche von den Verbindungen aufgenommen wurde. Es wird gefunden, dass Novobiocin pro Mol verwendeter antibiotischer Verbindung etwa 1 Mol Perjodsäure mehr aufnimmt als Dihydronovobiocin. 



  Novobiocin und seine Salze einerseits und    Di-      hydronovobiocin   und seine Salze anderseits unterscheiden sich auch in ihrer Aktivität gegenüber gewissen Mikroorganismen, wie aus der folgenden Tabelle hervorgeht, welche auf in vitro-Versuchen mit Standard-Verdünnungsreihen beruht. 
 EMI5.28 
 
<tb> Tabelle <SEP> 1
<tb> Vergleich <SEP> von <SEP> Novobiocin <SEP> und <SEP> Dihydronovobiocin
<tb> Kultur <SEP> Hemmungs-Konzentration <SEP>  /cm3
<tb> Novobiocin <SEP> Dihydronovobiocin
<tb> C. <SEP> diphtheriae <SEP> (gravis) <SEP> ATCC <SEP> 9674 <SEP> 0,39 <SEP> 0,19 <SEP> oder <SEP> < 
<tb> C. <SEP> diphtheriae <SEP> (intermediate) <SEP> ATCC <SEP> 9675 <SEP> 0,39 <SEP> 0,19 <SEP> oder < 
<tb> C. <SEP> diphtheriae <SEP> (mitis) <SEP> ATCC <SEP> 9673 <SEP> 0,39 <SEP> 0,19 <SEP> oder < 
<tb> C.

   <SEP> pseudotuberculosis <SEP> 545 <SEP> 25 <SEP> 6,25
<tb> C. <SEP> renalis <SEP> 506 <SEP> 0,39 <SEP> 0,19 <SEP> oder < 
<tb> C. <SEP> xeroxis <SEP> C. <SEP> U. <SEP> 1,56 <SEP> 0,78
<tb> C. <SEP> pseudodiphtheriticum <SEP> 259 <SEP> 50 <SEP> 12,5
<tb> Sarcina <SEP> lutea <SEP> V.D. <SEP> 0,19 <SEP> 0,19 
 

 <Desc/Clms Page number 6> 

 
 EMI6.1 
 
<tb> Kultur <SEP> Hemmungs-Konzentration <SEP>  /cm3
<tb> Novobiocin <SEP> Dihydronovobiocin
<tb> M. <SEP> pyogenes <SEP> vor. <SEP> albus <SEP> 0,19 <SEP> 0,19
<tb> M. <SEP> pyogenes <SEP> vor. <SEP> aureus <SEP> Sm <SEP> 0,19 <SEP> oder <SEP> < <SEP> 0,19 <SEP> oder < 
<tb> D. <SEP> pneumoniae <SEP> I-37 <SEP> 0,39 <SEP> 0,19
<tb> D. <SEP> pneumoniae <SEP> II-807 <SEP> 3,12 <SEP> 1,56
<tb> D. <SEP> pneumoniae <SEP> I1-6302 <SEP> 1,56 <SEP> 0,78
<tb> Strep. <SEP> pyogenes <SEP> C-203 <SEP> 1,56 <SEP> 1,56
<tb> Strep.

   <SEP> pyogenes <SEP> S-23 <SEP> 1,56 <SEP> 0,78
<tb> Strep. <SEP> fecalis <SEP> 12,5 <SEP> 12,5
<tb> N. <SEP> catarrhalis <SEP> 7900 <SEP> 12,5 <SEP> 6,25
<tb> N. <SEP> intracellularis <SEP> 274 <SEP> 0,39 <SEP> 0,78
<tb> N. <SEP> intracellularis <SEP> 2333 <SEP> 0,39 <SEP> 0,39 
 Es ist zu beachten, dass Dihydronovobiocin gegen- über den Testmikroorganismen mindestens so aktiv und in den meisten Fällen aktiver ist als    Novo-      biocin,   insbesondere gegenüber wichtigen Krankheitserregern, und dass eine mehr als zweifache Verbesserung der Aktivität festzustellen ist gegenüber zweien von diesen, nämlich C. pseudotuberculosis 545 und C. pseudodiphtherificum 259.

   Man findet auch, dass Dihydronovobiocin im Vergleich zu    Novobiocin   bedeutend aktiver ist in    vivo   gegenüber Infektionen durch Proteus sp.,    Micro-      coccus   pyogenes vor. aureus Smith, Streptococcus pyogenes und Diplococcus pneumoniae    (Erythro-      mycin-resistent),   wie aus der folgenden Tabelle hervorgeht:

   
 EMI6.10 
 
<tb> Tabelle <SEP> 2
<tb> Dosis, <SEP> die <SEP> nötig <SEP> ist <SEP> für <SEP> das <SEP> Überleben <SEP> von <SEP> 50 <SEP> %d <SEP> der <SEP> Testtiere, <SEP> die <SEP> geimpft <SEP> wurden <SEP> mit <SEP> einer <SEP> Kultur
<tb> der <SEP> folgenden <SEP> Mikroorganismen-Stämme
<tb> Oral <SEP> durch <SEP> subcutane <SEP> Injektion
<tb> Dihydro- <SEP> DihydroNovobiocin <SEP> novobiocin <SEP> Novobiocin <SEP> novobiocin
<tb> D. <SEP> pneumoniae <SEP> I-37 <SEP> (erythromycin-resistent) <SEP> 4,01 <SEP> 3,44 <SEP> - <SEP> M. <SEP> pyogenes <SEP> vor. <SEP> aureus <SEP> Smith <SEP> 0,434 <SEP> 0,463 <SEP> - <SEP> Proteus <SEP> sp. <SEP> UM <SEP> Nr. <SEP> 2 <SEP> 3,36 <SEP> 1,97 <SEP> - <SEP> S.

   <SEP> pyogenes <SEP> C-203 <SEP> 5,42 <SEP> 5,79 <SEP> 3,47 <SEP> 4,91 
 Geeignete Novobiocin-Salze, aus denen man entsprechende Dihydronovobiocin-Salze erhält, sind solche mit einem oder höchstens zwei Kationen aus der Gruppe der Alkalimetalle, der nichttoxischen Erdalkalimetalle, des Ammoniums oder der quaternären organischen Stickstoffbasen und Amine. 



  Beispiel 1 In einem geeigneten    Hydrierungsapparat   und unter Wasserstoffatmosphäre wird eine Lösung von etwa 15,8 mg    Novobiocin   in 25    cm3   Methanol mit 50 mg    Platinoxyd-Katalysator   :gerührt. Das das Ge- misch enthaltende    Hydrierungsgefäss   wird während etwa 3 Stunden kontinuierlich geschüttelt, wobei ein Wasserstoffdruck von 2,80    kg/cm-   und eine Temperatur von etwa 25 C aufrechterhalten wird.

   Die Wasserstoffaufnahme wird gemessen, und nachdem eine    äquimolare   Menge Wasserstoff in    bezu,g   auf das    Novobiocin   absorbiert worden ist,    öffnet   man den Apparat, filtriert die im Gefäss befindliche Lösung zur Entfernung des Katalysators und dampft das Filtrat unter Vakuum zur Trockne ein. Der Rückstand zeigt beim mikrobiologischen Versuch eine im wesentlichen gleiche Aktivität wie das als Ausgangsmaterial ver- 

 <Desc/Clms Page number 7> 

 wendete Novobiocin. Bei diesem Produkt handelt es sich um das neue synthetische Antibioticum    Dihydro-      novobiocin,   welches die oben beschriebenen Eigenschaften und antibiotische Aktivität besitzt. 



  Beispiel 2 Man gibt eine Lösung von etwa 28,4 mg    Novo-      biocin   in 10 cm3 gereinigtem Eisessig in ein geeignetes Hydrierungsgefäss und rührt die Lösung während etwa 3 Stunden mit 27,5 mg Platinoxyd-Katalysator unter einer    Wasserstoffatmosphäre   von einem Druck von etwas über 1 Atmosphäre und bei einer Temperatur von etwa 25  C. Durch Messen der Wasserstoffaufnahme wird festgestellt, dass eine ziemlich genau äquimolare Menge Wasserstoff mit Bezug auf das als Ausgangsmaterial verwendete    Novobiocin   absorbiert wird. Der Katalysator wird entfernt und die Lösung wird unter Vakuum zur Trockne eingedampft.

   Bei der Prüfung einer methanolischen Lösung dieses Rückstandes beobachtet man Maxima bei    Wellenlängen   von 2450 A und 3250 A; beim Ansäuern der    methano-      lischen   Lösung auf eine Wasserstoffionenkonzentration von etwa pH 2,0 ist eine Spitze bei 3250 A zu beobachten, und in basischer methanolischer Lösung mit einer Wasserstoffionenkonzentration von etwa pH 10,0-11,0 werden Maxima beobachtet bei 3050-3100 A. Beim Produkt handelt es sich um das oben beschriebene Dihydronovobiocin. 



  Beispiel 3 Man suspendiert etwa 25,0 mg Platinoxyd in 20 cm3 Methanol und reduziert mit Wasserstoff in einem geeigneten Hydrierungsapparat. Zur    methano-      lischen   Suspension des Platin-Katalysators gibt man eine Lösung von etwa 66,0 mg Novobiocin in 4 cm3 Methanol und rührt das Gemisch während etwa 44 Minuten unter einer Wasserstoffatmosphäre bei etwas höherem als Atmosphärendruck und bei einer Temperatur von etwa 25  C. Die Wasserstoffaufnahme wird sorgfältig gemessen, und es ergibt sich, dass pro    Mol   des als Ausgangsmaterial verwendeten Novobiocins 1 Mol Wasserstoff aufgenommen wird.

   Nach dem    Abtrennen   des    Katalysators   wird die Lösung unter Vakuum eingedampft, wobei man    Di-      hydronovobiocin   als hellgelbes Pulver erhält. Dieses Produkt hat die oben beschriebene mikrobiologische Aktivität. 



  Beispiel 4 Eine Lösung von etwa 15,0 g des Mononatriumsalzes von Novobiocin in 400 cm3 Methanol wird in ein geeignetes Hydrierungsgefäss gegeben; zu dieser Lösung gibt man 100 mg Platinoxyd. Das Gemisch wird während etwa 50 Minuten unter einer Wasserstoffatmosphäre und bei einer    Temperatur   von etwa 25  C geschüttelt, worauf man das Gefäss öffnet, die Lösung entnimmt und den Katalysator abfiltriert. Das Filtrat wird unter Vakuum zur Trockne eingedampft. Beim erhaltenen Produkt handelt es sich um das Mononatriumsalz von Dihydronovobiocin, dessen Aktivität im wesentlichen gleich ist wie    diejenige   des Dihydronovobiocins, das man in den vorstehenden Beispielen als Produkt erhielt. 



  Beispiel S Eine Lösung von etwa 1,12g Novobiocin in 20 cm3 Methanol wird mit 25 mg Platinoxyd unter Wasserstoffatmosphäre bei einer Temperatur von 25  C während etwa 36 Minuten gerührt. Die Wasserstoffaufnahme ergibt sich zu einem Mol Wasserstoff pro Mol des als Ausgangsmaterial verwendeten    Novo-      biocins.   Das Gemisch wird filtriert zur Entfernung des Katalysators und das Filtrat wird zur Trockne eingedampft. Der aus Dihydronovobiocin bestehende Rückstand wird in einer minimalen Menge Aceton gelöst, zu welcher acetonischen Lösung man Petrol- äther (30-60  C) zugibt, wobei das    Dihydronovo-      biocin   aus der Lösung in Form eines    Niederschlages   ausfällt, welcher abfiltriert, mit Petroläther gewaschen und getrocknet wird.

   Dieses Produkt ist optisch aktiv: [a] D = -27  (C = 1,68 in 2,5n Natriumhydroxydlösung). Aus Titrationskurven findet man, dass dieses Produkt wie Novobiocin zwei basenbindende Gruppen aufweist, und das Infrarot-Absorptionsspektrum dieses synthetischen    Antibioticums      gleicht   ebenfalls den entsprechenden Daten, die man bei der Prüfung von Novobiocin erhält. 



  Beispiel 6 Etwa 12,5 g (0,019    Mol)   des Mononatriumsalzes von    Novobiocin   werden    in   200    cm3   Methanol gelöst, wobei eine wolkige Lösung entsteht, welche mit etwa 3 g    Raney-Nickel   während 5 Minuten gerührt wird, worauf man die    Lösung   filtriert, den Rückstand mit 50    cm3   Methanol wäscht, die Waschflüssigkeit mit dem Filtrat vereinigt und die entstehende klare Lösung über einem    Platin-Katalysator   hydriert, bis die    Wasserstoffaufnahme   aufhört. Man findet, dass 0,019    Mol   Wasserstoff    absorbiert   werden.

   Man filtriert den Katalysator ab, dampft das    Filtrat   unter Vakuum zur Trockne    ein   und löst den    Rückstand      in   etwa 15    cm3   Äthanol. Zu dieser Lösung    gibt   man so viel Aceton, dass eine beginnende Trübung auftritt, worauf man die Lösung über Nacht bei    Zimmertemperatur   stehen lässt. Der kristalline Niederschlag des    Mononatriumsalzes   von    Dihydro-      novobiocin,   welcher sich dabei bildet,    wird      abfiltriert,   mit Aceton gewaschen und getrocknet. Er zeigt die    Eigenschaften   des oben beschriebenen Mononatriumsalzes von    Dihydronovobiocin.   



  Wenn man eine    wässerige   Lösung dieses Mononatriumsalzes mit einem geringen    überschuss   von in Wasser gelöstem    Procainhydrochlorid      vermischt,   so fällt das wasserunlösliche    Procainsalz   von    Dihydro-      novobiocin   aus. 



  Beispiel 7 Zu    .einer   Lösung von 2,0 g    Novobiocin   in 50    cm3   Methanol    gibt   man ungefähr einen halben    Teelöffel      Raney-Nickel-Hydrierungskatalysator   (entsprechend    etwa   3-4    -g   Trockengewicht). Diese Lösung wird 

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 während etwa 2 Stunden in einer Hydrierungsbombe geschüttelt bei einem Wasserstoffdruck von 154 kg/cm2 und einer Temperatur von 100  C. Die Bombe wird dann gekühlt und der Wasserstoffdruck wird entspannt. Die methanolische Lösung wird filtriert zur Entfernung des Katalysators und das methanolische Filtrat wird im Vakuum konzentriert, wobei man 1,8 g Dihydronovobiocin als festen Rückstand erhält.

   Dieses Material hat die Eigenschaften des oben beschriebenen Dihydronovobiocins.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung von Dihydronovobiocin, dadurch gekennzeichnet, d ass man Novobiocin oder ein Novobiocin-Salz in Gegenwart eines Hydrierungs- katalysators mit Wasserstoff zur Reaktion bringt. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Hydrierung in einem flüssigen Medium durchführt. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man das erhaltene Dihydronovo- biocin isoliert. 3. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Salz von Novobiocin verwendet und das entsprechende Salz von Dihydro- novobiocin isoliert. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Hydrierung mit einer äquimolaren Menge Wasserstoff durchführt. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als Katalysator Raney-Nickel verwendet. 6. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man als Katalysator Platin verwendet. 7. Verfahren nach Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass man als flüssiges Reaktionsmedium Methanol verwendet. B. Verfahren nach Unteranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass man als Katalysator Platinoxyd verwendet. 9. Verfahren nach den Unteransprüchen 5 und 7. 10. Verfahren nach den Unteransprüchen 6 und 7. 11.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man Novobiocin in Lösung in einem niedrigen Alkanol bei Zimmertemperatur und schwach erhöhtem Druck in Gegenwart eines Edelmetall-Hydrierungskatalysators mit einer äquimolaren Wasserstoffmenge zur Reaktion bringt und das Di- hydronovobiocin aus dem Reaktionsgemisch isoliert. 12. Verfahren nach Patentanspruch und Unteranspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass man das Mononatriumsalz von Novobiocin verwendet.
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