Korrosionsbeständiger martensitischer Stahl und Verfahren zur Herstellung eines solchen Die vorliegende Erfindung betrifft einen korro sionsbeständigen martensitischen Stahl, insbesondere von hoher Widerstandsfähigkeit gegen den allge meinen sowie den strukturell selektiven Angriff in gewissen stark korrosiven Medien, z. B. Seewasser, und anwesenden Chemikalien, z. B. Säuren.
Beispielsweise betrifft die Erfindung einen korro sionsbeständigen martensitischen Spezialstahl, dessen Widerstandsfähigkeit gegen den allgemeinen Korro sionsangriff in vielen stark korrosiven Medien unge fähr gleich gross ist wie die Widerstandsfähig- keit von molybd'änhaltigen, austenitischen rostfreien Stählen, z. B. Stählen mit 18 % Chrom,
10 % Nickel und niedrigen Kohlenstoffgehalten, die in gewissen Fällen Niob oder Titan enthalten, wobei der erfin dungsgemässe Stahl aber gleichzeitig eine höhere Zugfestigkeit und Abriebfestigkeit zusammen mit einer befriedigenden Dehnbarkeit und einer beträcht lich höheren Ermüdungsfestigkeit besitzt, als sie bei den oben genannten austenitischen rostfreien Stählen allein durch Wärmebehandlung erhalten werden können.
Ferner kann der erfindungsgemässe Stahl für den Dienst in korrosiven Medien Verwendung finden, wobei er auch widerstandsfähiger gegen die trans- kristalline Spannungskorrosion sein kann als die oben erwähnten austenitischen rostfreien Stähle.
Mit vorliegender Erfindung kann ein harter, rost freier Stahl mit einer Zugfestigkeit von rund 95 kg/mm2 erhalten werden, welcher unter den oben genannten Bedingungen gegen die interkristalline Korrosion widerstandsfähig und deshalb den be kannten martensitischen rostfreien Stählen mit 0,15 0/0 Kohlenstoff, 1711/o, Chrom und 211/o Nickel überlegen ist, welche nach dem Härten und Tempern bis zu einer gleich hohen Zugfestigkeit stark dieser Form von selektivem Korrosionsangriff unterworfen .sind.
Vom Standpunkt des Konstrukteurs beruht ein Nachteil der existierenden Typen von rostfreien Stählen darin, d'ass kein einziger im Handel erhält licher Stahl, der in der Wärme für die letzte maschi nelle Bearbeitung verformt werden kann, in sich zu gleich die erwünschten Eigenschaften hoher Zug festigkeit und Ermüdungsfestigkeit mit hoher Wider standsfähigkeit gegen Säuren und andere stark korrosive Medien, wie Seewasser, vereinigt.
Auf der einen Seite sind die austenitischen Stähle, beispiels- weise diejenigen mit rund 18% Chrom, 8-12"/o Nickel und Zusätzen von Kupfer, Molybdän, Niob oder Titan. Diese Stähle können eine sehr hohe Wi derstandsfähigkeit gegen allgemeine Korrosion unter äusserst starker Beanspruchung zeigen, doch können sie nicht anders als durch Kalt- oder Warmbearbei tung gehärtet werden.
Es ist selten möglich, bei sol chen Stählen Zugfestigkeiten von wesentlich über 71 kg/mm2 und eine 0,1'0/0-Grenzspannungsbelastung von über 28 kg/mm2 zu erhalten, ohne zur Kalt oder Warmbearbeitung Zuflucht zu nehmen, die zusätzlich zu den Zugbeanspruchungen beim Diem,t noch remanente Spannungen schaffen kann und derart das Bruchrisiko infolge Spannungskorrosion erhöhen.
Auf der andern Seite sind die martensitischen rostfreien Stähle, welche in zwei Gruppen eingeteilt werden können: die älteren Stähle sowie die inner halb ungefähr der letzten 10 Jahre entwickelten Stähle. Die älteren martensitischen Stähle, z.
B. die- jenigen mit 11-14% Chrom und variierenden Kohlenstoffgehalten, lassen sich ohne weiteres bis zum Erreichen hoher Zugfestigkeiten von über 95 kg/mm2 wärmebehandeln,
aber im allgemeinen eignen sich dieselben nur zur Verwendung unter milden korrosiven Bedingungen. Bis zu einem ge wissen Ausmass gilt der gleiche Vorbehalt auch für den ebenfalls wohlbekannten und weithin gebräuch lichen martensitischen Stahl mit 0,10/9 Kohlenstoff, 1711/o Chrom und 2% Nickel,
welcher bis vor kurzem möglicherweise als der am meisten korrosionsbestän dige Stahl unter den erhältlichen martensitischen rostfreien Stählen angesehen wurde.
Im besten Fall ist die Korrosionsbeständigkeit dieses letzteren Stahls beinahe ebensogut wie die Korrosionsbeständigkeit der oben genannten austenitischen Stähle, aber nach dem Härten und Tempern bei intermediären Tempe raturen zwischen 400 und 600 C zwecks Erzielung einer Zugfestigkeit von 87 kg/mm2 oder mehr erliegt der gleiche Stahl ausserordentlich leicht dem Zerfall infolge selektivem intergranularem Korrosionsangriff. Aus diesem Grund kam es bereits wiederholt zu Materialbrüchen während des Dienstes, z.
B. bei Pumpen zum Fördern des angesäuerten Wassers in Minen, und bei Schiffspropellerwellen. Es wurde ge funden, dass in diesem schwach getemperten Zustand. entsprechend einer Zugfestigkeit zwischen 87 und 119 kg/mm2 ein Stahl mit 0,1511/a Kohlenstoff, 17 9/0 Chrom und 2% Nickel bei der Hatfield-Probe in einem siedenden Gemisch von Kupfersulfat und Schwefelsäure einen vollständigen interkristallinen Zerfall erleidet,
so dass nach dem Eintauchen wäh rend 72 Stunden Probestücke von 0,32 cm Dicke zu biscuitartiger Konsistenz verwandelt werden, so dass sie sich Seicht mit den Fingern zerbröckeln lassen.
Die innerhalb ungefähr der letzten 10 Jahre ent wickelten neuen martensitischen rostfreien Stähle sind hauptsächlich solche mit 17a/11 Chrom, 4 bis 711/o Nickel und Zusätzen von Titan, Aluminium oder Kupfer, welche sich für die Ausscheidungs härtung bei Temperaturen in der Grössenordnung von 450 C eignen.
Stähle dieses Typus stellen zwar in bezug auf ihre Korrosionsbeständigkeit einen Fort schritt gegenüber den älteren martensitischen Stählen dar, besitzen indessen nicht eine gleich hohe Wider standsfähigkeit gegen den allgemeinen und den struk turell selektiven chemischen Korrosionsangriff, spe ziell in verdünnter Schwefelsäure, wie die erfindungs gemässen Stähle.
Der erfindungsgemässe korrosionsbeständige mar- tensitischen Stahl ist gekennzeichnet durch 0,03 bis 0,15% Kohlenstoff plus Stickstoff, höchstens aber 0,059/o Stickstoff, 15 bis 17,59/o Chrom, 4-6,5% Nickel, 0,5-2,5% Kupfer,
0,3-3,0%, Molybdän, höchstens<B>1</B> 9/a Silizium, höchstens<B>10/9</B> Mangan und entweder eines der Elemente Titan oder Vanadin in der 5- bis 10fachen Menge des Kohlenstoff- plus Stickstoffgehaltes oder die beiden Elemente Niob und Tantal insgesamt in der 8-12fachen Menge des Kohlenstoff- plus Stickstoffgehaltes.
Um dafür zu sorgen, dass der Stahl nach einer vollständigen Wärmebehandlung im wesentlichen martensitisch ist, ist es zweckmässig, den Stickstoff gehalt auf einem Minimum zu halten.
Ein bevorzug- ter erfindungsgemässer Stahl enthält 0,06 bis 0,10% Kohlenstoff plus Stickstoff, 16-17,511/o Chrom, 5-6,5% Nickel, 1,0 bis 2,511/a Kupfer, 1,5 bis 2,
5% Molybdän und Titan in der 5- bis 8fachen Menge des Gehaltes an Kohlenstoff plus Stickstoff zusam men. Die Wahl zwischen einem relativ hohen Mo lybdänzusatz zusammen mit einem relativ hohen Kupferzusatz einerseits, und niedrigeren Mengen, das heisst unter 1 a/11 dieser Elemente, anderseits hängt von den Anforderungen ab, die in bezug auf den Grad der Korrosionsbeständigkeit an den Stahl ge stellt werden müssen.
Natürlich können im Stahl die üblichen Spuren von Aluminium, Schwefel und Phosphor in den jedem Fachmann bekannten Mengen toleriert werden.
Zur Veranschaulichung des bei den erfindungs gemässen Stählen erzielbaren Fortschrittes ist in der folgenden Tabelle I deren Verhalten bei steigenden Säurekonzentrationen und Temperaturen unter Ge genüberstellung der Laboratoriumversuchsresultate mit den Resultaten bei bekannten sowie kürzlich vorgeschlagenen Typen rostfreier Stähle angegeben. Im Schweiz.
Patent Nr. 358816 ist ein marten- sitischer Stahl von hoher Zugfestigkeit beschrieben, enthaltend 0,03 bis 0,10% Kohlenstoff, über 1611/o bis zu 18'% Chrom, 3 bis 611/o Nickel, entweder 0,
30 bis 1,20% Niob in einer Menge, die grösser ist als der 8fache Kohlenstoffgehalt, oder 0,30 bis 1,20% Titan in einer Menge, die grösser ist als der 5fache Kohlenstoffgehalt,
je höchstens 1% Silizium und Mangan, ferner enthaltend Schwefel und Phosphor in Mengen von je bis zu 0,0411/o und Stickstoff in einer Menge von nicht mehr als 0,100/a. Zum Ver gleich enthält die Tabelle I auch Versuchsresultate mit diesem Stahl bzw. dem Stahl J, der entspre chend der Beschreibung des oben erwähnten Schweiz. Patentes Nr. 358816 hergestellt wurde. Dabei wird unter hoher Zugfestigkeit eine Zugfestigkeit von über 65 kg/mm2 verstanden.
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Diese Ergebnisse zeigen, dass der erfindungs gemässe martensitische Stahl F in Tabelle 1 einen Grad von Säurebeständigkeit besitzt, welcher der- jenigen der wohlbekannten mol'ybdänhaltigen austeni- tischen rostfreien Stähle äquivalent ist.
Dies bedeutet einen wesentlichen Fortschritt für die Herstellung von Stählen mit hoher Zugfestigkeit, welche einer chemischen Korrosion widerstehen, da sowohl die älteren als auch die Typen von martensitischen rost freien Stählen neueren Datums gänzlich ungeeignet sind, um gewissen verdünnten Säuren, speziell Schwe felsäure, ausgesetzt zu werden.
Es lässt sich ferner zeigen, dass martensitische Stähle mit der Zusammen setzung des Stahles F in. Tabelle I, der ein typisches Beispiel für den erfindungsgemässen Stahl ist, auch nicht dem selektiven interkristallinen Angriff bei der Hatfield-Probe in einer siedenden Mischung von Kupfersulfat und Schwefelsäure unterliegen, wenn man sie bis zu einer Zugfestigkeit von der Grössen ordnung<B>110</B> kg/mm2 wärmebehandelt hat.
Sie sind somit den älteren martensitischen rostfreien Stählen sowie den martensitischen Stählen neueren Datums mit 17 O/o Chrom und 4-7 % Nickel, aber ohne Titan oder Niob, überlegen; ferner sind sie hochbeständig gegenüber Spannungskorrosion, wenn man sie im La boratorium in siedenden Lösungen von Magnesium- cWorid unter einer angewendeten Zugspannung von 32 kg/mm2 behandelt.
Die erfindungsgemässen martensitischen rostfreien Stähle besitzen eine einzigartige Kombination von erwünschten Eigenschaften. Ihre verbesserten chemi schen und säurebeständigen Eigenschaften im Ver gleich mit andern Stählen von gleichem.
Typus kön nen ohne eine merkliche Verminderung der während einer Wärmebehandlung gebildeten Martensitmenge erreicht werden, das heisst ohne Bildung grosser Men gen von d-Ferrit oder Austenit, so dass ihre marten- sitische Härtbarkeit nicht verschlechtert wird. Ebenso* geht diese Verbesserung auch nicht auf Kosten der Eignung der Stähle zur Verformung durch Heiss bearbeitung, indem bei diesen eine befriedigende Dehnbarkeit erhalten bleibt.
Diese Vorteile rühren daher, d'ass gleichzeitig Kupfer und Molybdän in kleinen Mengenanteilen enthalten sind, wodurch dem Stahl eine zusätzliche Beständigkeit gegen den nicht selektiven Angriff speziell durch verdünnte Schwefel säure oder Phosphorsäure verliehen wird, anstatt dass man versucht, eine verbesserte Korrosionsbestän digkeit durch grössere Zusätze eines dieser beiden Elemente allein zu erzielen.
Wie aus den Versuchen mit dem Stahl H in Ta belle I hervorgeht, erzielt man mit dem Zusatz von Kupfer ohne Molybdän keine so gute Widerstands fähigkeit gegen verdünnte Schwefelsäure bei Zimmer temperatur wie beim erfindungsgemässen Stahl. Grössere Zusätze von Kupfer sind in jedem Fall unerwünscht, da sie die Heissbearbeitung erschweren.
Durch den Zusatz von Molybdän ohne Kupfer kann man die Beständigkeit gegen gewisse Säuren be- trächtlich verbessern, indessen muss man mindestens 300/a Molybdän zusetzen, um bei einem martensiti- schen Stahl eine analoge Verbesserung wie beim er findungsgemässen Stahl zu erzielen.
Leider ist das Molybdän aber ein stark ferritbildendes Element, so dass solche Zusätze von Molybdän ohne Kupfer das Gleichgewicht der Legierung stören und zur Bildung einer übermässigen Menge von d-Ferrit führen.
Dies verhindert eine vollständige martensitische Härtung, erschwert die Heissbearbeitung und bewirkt eine un erwünschte Sprödigkeit. Das Kupfer unterstützt nicht allein die erhöhte Beständigkeit gegen stark korrosive Medien, sondern, obschon es nur ein schwach austenitbildendes Element ist, wirkt auch gleich zeitig der Ferritbildung entgegen, und zwar ohne die Härtung des Stahls durch martensitische Umwand lung zu stören. Eine Erhöhung des Gehaltes des stärker austenitbildenden Elementes Nickel auf über 6,
5 % würde in bezog auf die Vermeidung der ö-Ferritbild'ung noch wirksamer sein, indessen wird hierdurch unglücklicherweise der Austenit bei Zimmertemperatur stabilisiert, was sowohl für die Härtung als für die Vermeidung der Spannungs korrosion ungünstig ist.
Man ersieht daraus., dass die gleichzeitige Anwesenheit genügender Mengen Kupfer und Molybdän in martensitischen rostfreien Stählen für die Verwendung in gewissen stark korrosiven Medien ganz erhebliche Vorteile mit sich bringt. Die beim erfindungsgemässen Stahl erzielte verbesserte Säurebeständigkeit lässt sich weder bei den früher vorgeschlagenen martensitischen rostfreien Stählen vom durch Ausscheidung härtbaren Typ, wie der Stahl G in Tabelle I mit kleinen Zusätzen von Titan und Aluminium, noch beim Stahl J in Tabelle I mit Niobzusatz, wie er im Schweiz. Patent Nr. 358816 beschrieben ist, erreichen.
Der andere Vorteil der neuen erfindungsgemässen martensitischen Stähle be ruht in ihrer verbesserten Widerstandsfähigkeit gegen den strukturellen selektiven Angriff vom interkristal- linen oder transkristallinen Typus, der bei den dafür empfindlichen Stählen durch von aussen angewandte Spannungen beim Dienst erleichtert wird.
Die Emp findlichkeit gegenüber dem interkristallinen Typus des Korrosionsangriffes, der die hauptsächliche Schwäche der älteren martensitischen rostfreien Stähle mit rund 17 '/a, Chrom darstellt, kann durch einen Zusatz von karbid- und/oder nitridbildenden Elementen zusammen mit einer kalkulierten Wärme behandlung vermieden werden, damit sich eine maximale Menge von stabilen Carbiden bildet.
Die Empfindlichkeit gegenüber dem transkristallinen Spannungskorrosionsangriff bei starker Einwirkung von Chloriden, welche eine Schwäche einiger auste- nitischer rostfreier Stähle darstellt, kann bei den erfindungsgemässen Stählen gleichfalls auf ein Mini mum reduziert werden, teils infolge der Erzielung einer im wesentlichen martensitischen Struktur durch die Beobachtung der angegebenen Grenzen für die Legierungsbestandteile sowie durch eine entspre chende Wärmebehandlung und.
teils infolge Anwen dung einer abschliessenden Wärmebehandlung des erfindungsgemässen Stahls bei rund 550 C, wodurch bis zu einem gewissen Grad die Spannungen im Mikrobereich aufgehoben werden. Nach einer voll ständigen Wärmebehandlung besitzen die erfindungs gemässen Stähle verbesserte und analoge mechanische Eigenschaften, wie die altbekannten Stähle mit 0,15 0/ & Kohlenstoff, 17 % Chrom und 2 % Nickel nach dem Härten und Tempern im Bereich von 400 bis 500 C.
Die mechanischen Eigenschaften eines typischen er findungsgemässen Stahls (Stahl F gemäss Tabelle I) nach dem Durchlaufen der bevorzugten Wärme behandlungen sind in der folgenden Tabelle II ge zeigt.
EMI0005.0006
<I>Tabelle <SEP> 11</I>
<tb> Versuchs- <SEP> Streckgrenze <SEP> bei <SEP> Zerreiss- <SEP> Dehnung <SEP> Einschniirung
<tb> Wärmebehandlung <SEP> temperatur <SEP> lo% <SEP> 50%
<tb> fesrgkeit
<tb> <SEP> C <SEP> Dehnung <SEP> kg/mm2
<tb> 1050 <SEP> C, <SEP> luftgekühlt <SEP> 20 <SEP> - <SEP> 34,8 <SEP> 82,2 <SEP> 33 <SEP> 69
<tb> 1050 <SEP> C, <SEP> luftgekühlt <SEP> + <SEP> 2 <SEP> Stunden
<tb> 750<B>0</B> <SEP> C, <SEP> luftgekühlt <SEP> 20 <SEP> 55,1 <SEP> 77,4 <SEP> 102,4 <SEP> 18 <SEP> 53
<tb> 1050 <SEP> C, <SEP> luftgekühlt <SEP> + <SEP> 2 <SEP> Stunden
<tb> 750 <SEP> C,
<SEP> luftgekühlt <SEP> + <SEP> 2 <SEP> Stunden
<tb> 400 <SEP> C, <SEP> luftgekühlt <SEP> 20 <SEP> 86,9 <SEP> 107,9 <SEP> 127,3 <SEP> 17 <SEP> 36
<tb> 1050 <SEP> C, <SEP> luftgekühlt <SEP> + <SEP> 2 <SEP> Stunden
<tb> 750 <SEP> C, <SEP> luftgekühlt <SEP> + <SEP> 2 <SEP> Stunden
<tb> 450 <SEP> C, <SEP> luftgekühlt <SEP> 20 <SEP> 98,3 <SEP> 117,2 <SEP> 126,7 <SEP> 19 <SEP> 42
<tb> 1050 <SEP> C, <SEP> luftgekühlt <SEP> + <SEP> 2 <SEP> Stunden
<tb> 750 <SEP> C, <SEP> luftgekühlt <SEP> + <SEP> 2 <SEP> Stunden
<tb> 550 <SEP> C, <SEP> luftgekühlt <SEP> 20 <SEP> 78,4 <SEP> 91,9 <SEP> 111,5 <SEP> 25 <SEP> 50 Die bevorzugte Wärmebehandlung besteht darin, dass man gleichmässig auf ungefähr 1000 C erhitzt,.
damit der Stahl umkristallisiert, ohne dass bei dieser Temperaturhöhe eine Lösung der stabilen Karbide oder Nitride eintritt, und dass man sodann mittels Luft kühlt. Wenn man rasch von 1000 C abkühlt, das heisst, wenn dünne Querschnitte luftgekühlt wer den, so sind die wärmebehandelten Stähle unter Um ständen nur teilweise martensitisch und enthalten einen Anteil Austenit. In diesem Zustand besitzen sie noch keine optimale Korrosionsbeständigkeit, speziell gegenüber der Spannungskorrosion.
In ge wissen Fällen kann der Stahl in diesem Zustand, wo er eine niedrige Fliessgrenze besitzt, verarbeitet wer den, bevor man die abschliessenden Härtungsbehand- lungen vornimmt.
Bei zusätzlichen Wärmebehandlungen, durch welche die rasch abgekühlten Stähle vollständig in Martensit umgewandelt und somit zusätzlich ge- härtet werden, wird z. B. während 2 Stunden auf rund 750 C erhitzt, dann luftgekühlt und anschlie ssend noch während 2 Stunden bei einer Temperatur zwischen 350 und 650 C, je nach der erforderlichen endgültigen Zugfestigkeit, erhitzt. Der Härtungs- effekt bei dieser abschliessenden Wärmebehandlung nimmt mit steigender Temperatur von 350 bis 650 C ab.
In vielen Fällen ist es zweckmässig, in diesem Bereich eine hohe Temperatur zu wählen, um die zusätzliche Härtung, die erfolgt, wenn zwischen der Behandlung bei 750 C und der abschliessenden Wärmebehandlung eine Kaltbearbeitung eingeschaltet wurde, auf einem Minimum zu halten und so bis zu einem gewissen Grad die Spannungen im Mikro bereich aufzuheben.
Anderseits können die Stähle nach dem raschen Abkühlen von 1000 C auch derart weitgehend in Martensit umgewandelt werden, indem- man diesel ben während rund 2 Stunden Temperaturen unter 0 C in der Grössenordnung von -50 bis -80 C aussetzt, und darauf wie oben während 2 Stunden im Temperaturbereich von 250 bis 650 C erhitzt. Der Stahl besitzt alsdann analoge mechanische Eigenschaften, wie sie in der Tabelle 1I für eine ab schliessende Wärmebehandlung im Bereich von 400 bis 450 C angegeben sind.
Die im Einzelfall erwünschten Wärmebehandlun gen lassen sich nicht starr definieren, es, sei denn unter Bezugnahme auf die Masse des herzustellen den Artikels; wenn man z. B. Schmiedestücke, die eine bestimmte Grösse übersteigen, wärmebehandelt, so kann es vorteilhaft sein, mit einer vorgeschriebe nen Geschwindigkeit von 1000 C langsam abzu kühlen, um den Stahl ohne Anwendung der Behand lung bei 750 C zu härten.
Nachdem das Stück zu nächst maschinell grob bearbeitet wurde, kann eine abschliessende Behandlung bei einer Temperatur zwi schen 350 und 650 C angewendet werden, je nach dem, ob entweder eine grössere Härte oder eine ge wisse Spannungsaufhebung erwünscht ist. Die be vorzugte Temperatur zur Erzielung einer optimalen Widerstandsfähigkeit gegen Spannungskorrosion liegt bei rund 550 C.
Zwecks Veranschaulichung der bei den erfindungsgemässen marterisitischen Stählen er zielten Verbesserung der Ermüdungsfestigkeit wurden. Ermüdungsproben nach Wöhler durch Hin- und Her biegen um eine mittlere Spannung 0 durchgeführt;
man fand, dass unter diesen Bedingungen die Dauer- festigkeiten in der Grössenordnung von 50 bis 55 % der Zugfestigkeit lagen. So widersteht z.
B. der oben erwähnte Stahl F nach der Wärmebehandlung bis auf eine Zugfestigkeit von 104 kg/mm2 Spannungen von 56,9 kg/mm2 bis mindestens hinauf zu<B>100</B> Millionen Spannungsumkehrungen. Das entspre chende Resultat bei einem molybdänhaltigen auste- nitischen rostfreien Stahl, analog dem Stahl D in Tabelle I mit einer Zugfestigkeit von 71,1 kg/mm2 betrug rund 28,4 kg/mm2. Die obengenannten beiden Stähle sind insofern miteinander vergleichbar,
als sie eine gleich hohe Widerstandsfähigkeit gegen gewisse verdünnte Säuren aufweisen. Die erfindungs- gemässen korrosionsbeständigen, insbesondere säure beständigen rostfreien, Stähle besitzen somit eine doppelt so grosse Dauerfestigkeit wie die molybdän- haltigen austenitischen rostfreien Stähle, die bisher für den gleichen Zweck verfügbar waren, was von bedeutender praktischer Tragweite für die Herstel lung von Zentrifugen, Ventilatoren, Antriebpropel- lern und dergleichen ist.
Insbesondere lassen sich mit diesen Stählen Vorteile erzielen, wenn man sie für gewisse Pumpvorrichtungen zum Handhaben von hochkorrosiven Medien sowie für gewisse Ma schinenteile verwendet, bei denen Widerstandsfähig keit gegen Seewasser und gegen Abrieb erforderlich sind.