CH359890A - Verfahren zur Herstellung von Lagerlegierungen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Lagerlegierungen

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CH359890A
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Erich Dr Pelzel
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C22METALLURGY; FERROUS OR NON-FERROUS ALLOYS; TREATMENT OF ALLOYS OR NON-FERROUS METALS
    • C22CALLOYS
    • C22C18/00Alloys based on zinc
    • C22C18/04Alloys based on zinc with aluminium as the next major constituent

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Description


  Verfahren zur Herstellung von Lagerlegierungen    Manche binäre     Legierungen    bestehen im festen  Zustand aus Mischkristallen, das heisst aus atomaren  Lösungen, deren Bestand sich aber nur auf be  stimmte Temperaturgebiete beschränkt.  



  Im System Zink-Aluminium liegen bei     Alumi-          niumgehalten        über        17%        Al        ähnliche        Verhältnisse     vor. In der Zeichnung ist ein Ausschnitt aus dem       Zustandd'iagramm        Zink-Aluminium    schematisch dar  gestellt.

   Legierungen über     170/9    Al erstarren zu ss  Mischkristallen (Linie     a-b).        Beträgt    der Aluminium  anteil zwischen 17 und 210/0, scheiden bei der wei  teren Abkühlung Zinkkristalle aus, während der     Alu-          miniumgehalt        der        ss-Mischkristalle        bis        21%        Al        steigt     (Linie     a-c).    Dieser Vorgang ist bei 275  C be  endet.

   Bei dieser Temperatur zerfallen die     ss-Misch-          kristalle    in ein     Eutektoid    c.     Legierungen    mit mehr       als        21%        A1        zerfallen        bei        der        weiteren        Abkühlung,     Linie     c-d,    in zwei     Mischkristallarten,    deren zink  reichere bei 275  C ebenfalls in das     Eutektoid    c über  geht.

   Es bestehen somit     Alu!rninium-Zink-Legie-          rungen    mit einem Aluminiumgehalt zwischen 17 und       21%        aus        Zinkkristallen        und        Eutektoid,        von        21%          nur        aus        Eutektoid        und        über        21%        Eutektoid        und     aluminiumreichen     ss-Mischkristallen.     



  Bei reinen     Aluminium-Zink-Legierungen    geht der       eutektoide    Zerfall schnell vor sich, durch Zusätze  von Mg,     Cu    und ähnlichen Elementen wird er  gehemmt.  



  Abgeschreckte Legierungen zeigen erhöhte Festig  keitseigenschaften, das Abschrecken nach längerem  Glühen über 275  C stellt somit einen Vergütungs  vorgang dar.  



  Die Legierungen, die zum grossen     Teil    oder ganz  aus     ss-Mischkristallen    bestehen, haben sich als La  gerlegierung     bewährt.    Insbesondere zeigte sich bei       Legierungen        mit        mehr        als        30%        Al,        mit        einem            Cu-Gehalt    von     i/6    bis     i/4    des     Al-Gehaltes    und Rest  Zink,

   dass eine Herabsetzung der Festigkeit und  Härte durch     Zerfallsglühungen    zwischen 80 und  280  C eine überraschende Verbesserung der Lager  eigenschaften mit sich bringt, das heisst die Herab  setzung des Reibungskoeffizienten und die Ver  besserung der     Notlaufeigenschaften.    Auch im öllosen  Lauf werden Welle und Zapfen nicht angefressen,  während dies bei vergüteten Legierungen oder sol  chen, die durch Giessen rasch abgekühlt werden, der  Fall ist.  



  Weiter wurde eine Lagerlegierung auf     Al-Cu-          Zn-Basis        empfohlen,        die        3-15%        Al,        0,001-20/a          Cu,        0,01-0,06%        Mn        und        als        Rest        Feinzink        mit     weniger als je     0,010/a        Sn,        Pb    und Cd enthält.

   Diese  Legierung zeigt jedoch keine ausgeprägte     Notlauf-          eigenschaft.     



       Ferner    war es bekannt, dass Legierungen mit 80       bis        85'%        Zn,        14-19%        A1        und        1-20/a        Cu        oder        mit          80-85%        Zn,

          14-18%.        AI        und        0-6%        Cu        ausser-          ordentliche        Zugfestigkeiten    und Härten aufweisen  und sich besonders für die Herstellung von Spritz  gussstücken, gezogenen Stäben und Blechen     eignen.     



  Es wurde nun gefunden, dass auch die Legie  rungen mit     18-29"/o,    Al, einem Zehntel bis einem  Viertel des     Al-Gehaltes    an     Cu,        mindestens    jedoch       2,2%        Cu,        Rest        Zn,        wenn        sie        nach        dem        Giessen        und     Abkühlen während 2-90 Stunden auf Temperaturen  von 150-275  C erhitzt werden, gute Lagerwerk  stoffe ergeben.

   Dies war für den Fachmann über  raschend, weil bisher bei hohen     Aluminiumgehalten     angenommen wurde,     d'ass    es auf den Anteil der ss  Mischkristalle ankommt, der in der erfindungs  gemässen Legierung gering oder gleich Null ist. In  diesem Bereich kommt es     in    erster     Linie    auf das       eutektoidische    Gefüge an.

   Alle Versuche, die erfin-           dungsgemässen    Legierungen als Lagerwerkstoffe zu  verwenden,     scheiterten    an der geringen     Notlauf-          eigenschaft,    da man die Bedeutung der     Zerfalls-          glühung    nicht erkannte.

   Es zeigte sich     nämlich,        d'ass          bei        kupferhaltigen        Legierungen        mit        mehr        als        16%     Al die natürliche Abkühlung in     Sand-    oder Dauer  formen nicht genügt, um den Zerfall zu feinkörnigem       Eutektoid    herbeizuführen, es muss vielmehr die ab  gekühlte Legierung einem nachträglichen Aufheizen  von Raumtemperatur an unterworfen werden.  



  Ein Beispiel zeigt den Effekt.     Eine    Legierung       aus        21%        Al,        5%        Cu        und        74%        Feinzink        99,99%ig     wurde in Sandform zu     Bolzen    vergossen.

   Die  Festigkeitsprüfung ergab eine     Zerreissfestigkeit    von       40        kg/mm2,        eine        Dehnung        von        5%        und        eine        Brinell-          härte    von 130     kg(mm2.    Aus den Bolzen wurden  Büchsen     hergestellt    und in     einer        entsprechenden     Anordnung unter konstantem Lagerdruck und Ge  schwindigkeit mit Ölschmierung dem Lauf über  lassen.

   Nach Absperrung der Ölzufuhr stieg die  Temperatur des Lagers     innerhalb    von 80 Sekunden  von 60 auf 320  C, der Lagerzapfen wurde ange  fressen und die Maschine blieb stehen. Dieselbe  Legierung wurde einer     12stündigen        Zerfallsglühung     bei 200  C unterworfen. Die mechanischen Eigen  schaften hatten sich verschlechtert.

   Die     Zerreiss-          festigkeit        betrug        30        kg)mm2,        die        Dehnung        5%        und     die     Brinellhärte    nur 100     kg/mm2.    Aus diesen Bolzen  wurden Büchsen hergestellt und dem     geschilderten     Laufversuch     unterzogen.    Nach     Absperrung    der     Öl-          zufuhr    stieg die Lagertemperatur erst innerhalb von  300 Sekunden von 50 auf 220 C,

   der Reibungs  widerstand nahm zwar stark zu, doch bildete sich  auf der Lauffläche eine graue, schmierige Paste, so  dass es nicht zum Anfressen des Zapfens kam.  



  Das Beispiel zeigt, dass die     Zerfallsglühung    wohl  eine Verminderung der mechanischen Eigenschaften,  dafür aber eine entscheidende Verbesserung der  Lagereigenschaften mit sich brachte.  



  Insbesondere ergaben Legierungen     zwischen    20       und        22%        Al,        einem        Kupfergehalt        von        1/1o        bis        1/.1     des Aluminiumgehaltes, Rest     Zink,    ein hervorragen  des     Notlaufverhalten,    wobei die im     Beispiel        ge-          nannte        Legierung        mit        21%        Al,

          5019        Cu,        740/a        Fein-          zink    sowohl im     Sand'guss,        Kokillenguss    als auch im  gepressten Zustand nach der     Zerfallsglühung    optima  les     Notlaufverhalten        zeigte.     



  Es ist zweckmässig, die Legierungen mit Fein  zink mit einem Reinheitsgrad von     mindestens    99,90/0  Zn herzustellen, wobei der Rest von 0,1 aus Blei       0,08011/o,        Zinn        weniger        als        0,005%,        Kadmium        we-          niger        als        0,020'%        bestehen        darf.        In        dem        Masse,

          wie     die     Kadnuum-    und Zinngehalte niedriger sind, kann  der     Pb-Gehalt    höher liegen     (Pb        max    0,1 bei Cd = 0,       Sn    = 0).

   Die     Legierungen    sollen ferner keinen     Ma-          gnesiumgehal't        über        0,01%,        vorzugsweise        nicht        über          0,0050/0,        und        keinen        Eisengehalt        über        0,1%        auf-          weisen.     



  Temperaturbereich für     wirtschaftlich    tragbare  Glühzeiten ist     170=275 C,    doch kann auch bei    tieferer Temperatur geglüht werden, wenn längere  Glühzeiten in Kauf genommen werden. Die     Glüh-          dauer    ist nicht nur von der Glühtemperatur, son  dern auch vom Kupfergehalt abhängig. Die in der  nachstehenden Tabelle angegebenen Werte für     die     Glühtemperatur stellen nur Richtwerte dar. Die  Tabelle soll vor allem den Zusammenhang zwischen  Glühtemperatur, Kupfergehalt und Glühdauer ver  anschaulichen. Wie das oben angeführte Beispiel  zeigt, genügt eine Glühzeit von 12 Stunden, um zu  brauchbaren Ergebnissen zu kommen.

    
EMI0002.0136     
  
    Glühtemperatur <SEP> Glühdauer <SEP> in <SEP> Stunden
<tb>  0 <SEP> C <SEP> Cu <SEP> = <SEP> 1/.1 <SEP> A1 <SEP> Cu <SEP> - <SEP> 1/1o <SEP> Al
<tb>  270 <SEP> 6 <SEP> 3
<tb>  250 <SEP> 12 <SEP> 6
<tb>  200 <SEP> 24 <SEP> 15
<tb>  170 <SEP> 36 <SEP> 22
<tb>  150 <SEP> 60 <SEP> 32       Den scheinbar günstigeren Verhältnissen beim  Kupfergehalt von     1/1o    des Aluminiumgehaltes ste  hen niedrigere Härten der Legierung gegenüber.  



  Wird die geschil'd'erte     Glühung    mehr wie einmal  durchgeführt, so zeigt sich als weiterer für die Lager  eigenschaft der Metallegierungen wichtiger Vorteil  eine mit der Anzahl der     Glühungen        forschreitende     Senkung des thermischen Ausdehnungskoeffizienten.  Während ein nicht     getempertes    Material im Bereich  von 20-100  C einen linearen thermischen Aus  dehnungskoeffizienten von 23 bis 25 . 10-6 besitzt,  sinkt derselbe nach einmaliger     Glühung    auf 20 - 10-6  bis 22 - 10-6. Nach zweimaliger     Glühung    auf  18 - 10-6 bis 20 - 10-6.

   Der Effekt weiterer     Glü-          hungen    wird immer geringer, und es ist im Hinblick  auf den ins Auge gefassten Verwendungszweck ab  zuwägen, wie weit die dadurch erzielte Senkung zu  dem grösseren Aufwand, z. B. für Präzisionslager,  in einem angemessenen Verhältnis steht. Hinsichtlich  der Härte der Legierungen ist ein Kupfergehalt von       1;1    bis     1/6    des Aluminiumgehaltes am besten.  



  Um die Zerfallsvorgänge beim Glühen zu be  schleunigen, kann man die Temperaturen während  des Glühens mehrmals zwischen 150 und 275  C  schwanken lassen. Bei diesem Pendelglühen muss  natürlich die Temperatur nicht bis auf     150     C sinken  bzw. bis auf 275  C steigen, sondern es kann die  Temperatur in :einem Bereich schwanken, der zwi  schen diesen beiden Werten liegt.  



  Es sei noch darauf hingewiesen, dass es, bisher  nicht gelungen ist, genau festzustellen, ob bei 21010       oder        22%        Al        das        Eutektoid,        in        der        Zeichnung        mit     c bezeichnet, erhalten wird. Es ist daher die Angabe       21'%        nur        als        Annäherungswert        hiefür        zu        betrachten.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Herstellung eines Lagerwerkstof fes, dadurch gekennzeichnet, dass eine Legierung aus 18-29 % Al, einem Zehntel bis einem Viertel des Al-Gehaltes an Cu, mindestens jedoch 2,2% Cu, Rest Zn,
    nach dem Giessen und Abkühlen während 2-90 Stunden auf Temperaturen von 150-2750C erhitzt wird. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass eine Legierung von 20-220,/a Al während 3-24 Stunden auf 200-270 C erhitzt wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch; dadurch ge kennzeichnet, dass eine Legierung verwendet wird, bei der der Anteil des Cu ein Viertel bis ein. Sechstel des Al-Gehaltes beträgt. 3.
    Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Erhitzung mehrmals vorge nommen wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass die Wärmebehandlung mit schwan kender Temperatur vorgenommen wird.
CH359890D 1956-08-18 1957-08-16 Verfahren zur Herstellung von Lagerlegierungen CH359890A (de)

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