Vorrichtung zur Spülmittelzufuhr an Presslufthämmern Zur Entfernung des Bohrkleins aus den mit Ge steinsbohrhämmern erzeugten Löchern während des Bohrens oder in 'et Arbeitspausen haben die Bohr geräte und die Werkzeuge einen Längskanal, durch welchen das Spülmedium, z. B. Wasser oder Luft, zur Bohrsohle gelangt, um das Bohrklein auszublasen oder auszuwaschen.
Bei Hämmern mit Wasserspülung muss zu Arbeitsbeginn der Presslufthahn und überdies noch der Spülmittelhahn geöffnet und bei jeder Unterbre chung des Arbeitsvorganges beide Hähne wieder ge schlossen werden.
Diese gesonderte Bedienung des Spülmittelhahnes hat sich als nachteilig erwiesen, da mit dem Schalten des einen Hahnes auch der andere geschaltet werden muss, um einerseits ein Trockenbohren zur Schonung der Bohrerschneide zu verhindern und anderseits überflutungen des Bohrloches zu vermeiden. Nach teilig ist aber auch die notwendige Einstellung der Bohrarbeit, wenn aus irgendeinem Grunde die Spül mittelzufuhr ausbleibt.
Die Vorrichtung gemäss der Erfindung weist ein Ventil für die Spühnittelzufuhr auf, welches durch den Druck der Pressluft geöffnet wird. Der Gegenstand der Erfindung wird anhand eines in der Zeichnung dar gestellten Ausführungsbeispieles erläutert.
Die Fig. 1 zeigt einen Griffkörper eines pressluft- betriebenen Gesteinsbohrhammers mit der Vorrich tung zur Steuerung der Spülmittelzufuhr in Ruhestel lung, Fig. 2a und 2b den Aufriss bzw. den Seitenriss des Ventils während der Spülmittelzufuhr und Fig. 3a bzw. 3b das gleiche Ventil in der Stellung der Ver wendung des Arbeitsmediums als Spülmittel.
In einen Griffkörper 1 ist ein Ventilgehäuse 2 ein gesetzt, in dessen zentraler Bohrung ein Kolben 3 ver schiebbar angeordnet ist. Zu diesem Ventilgehäuse führt ein Pressluftkanal 4 für die Beaufschlagung des Steuerkolbens und ein Kanal 5 für die Spülmittel- zufuhr zum Hammer. An das Gehäuse ist einerseits der Spülmittelzufuhrkrümmer 6 angesetzt und mit einer Überwurfmutter 7 am Ventilgehäuse befestigt.
In dem Krümmerende ist ein Hohlraum 8 vorgesehen, in den eine Schraubenfeder 9 eingesetzt ist, die das Ventil 10 in Richtung des Spühnitteldruckes auf sei nen Sitz im Ventilgehäuse drückt. An dem Ventil ist ein Führungsstück 11 für die Feder 9 vorgesehen.
Am entgegengesetzten Ende des Ventilgehäuses ist wieder eine überwurfmutter 14 vorgesehen, mit der ein Umsteuerglied 13 verbunden ist, in die ein an den Kolben. 3 angesetzter Lappen 15 eingreift. Das Umsteuerglied kann mittels einer Flügelmutter 12 ver dreht werden. Bei Verdrehung der Flügelmutter wird das Umsteuerglied und über den Lappen 15 der Kol ben mitgedreht. Der Kolben besitzt einen Kolbenhals 16, mit dem der Kolben auf dem Ventil 10 aufsitzt.
Der Kanal 17 am Kolben leitet das Spülmittel aus dem Raum zwischen dem Kolben und dem Ventil in den Spülmittelkanal 5 zum Bohrhammer. Wenn an stelle des Kanals 17 die Bohrung 18 mit dem Kanal 21 in Verbindung steht, leitet dieser das Arbeitsme dium in den Spülkanal 5 zum Hammer. In den Kol ben ist eine Kugel 19 eingesetzt, welche von einer Feder in eine der Rasten im Ventilgehäuse gedrückt wird, um den Kolben in der gewünschten Stellung gegen Verdrehung festzuhalten.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist etwa fol gende: Solange die Pressluftzufuhr zum Hammer ge schlossen ist, fliesst keine Pressluft durch den Kanal 4 zur linken Stirnfläche des Kolbens 3. Der Kolben ist daher unbelastet und das Spülmittelventil 10 geschlos sen.
Das Ventil ist nur einseitig belastet, und zwar von dem Druck der Feder 9 und dem in der gleichen Richtung wirkenden Druck des Spülmittels, der durch den Stutzen 6 auf die stirnseitige Ringfläche des Ven tils und die Stirnfläche des Führungsstiftes 11 an- greift. Das Ventil wird mittels dieser beiden Drücke auf seinen Sitz im Ventilgehäuse gepresst. Die Spül- mittelzufuhr zum Hammer ist daher, solange die Pressluftzufuhr unterbunden ist, gesperrt.
Wird der Presslufthahn geöffnet und fliesst Pressluft zum Hammer, um Arbeit zu leisten, dann gelangt ein Teil dieser Pressluft durch den mit der Druckluftleitung zum Hammer verbundenen Kanal 4 zu dem Ring kanal 20 und über die linke Stirnfläche des Kolbens.
Das Ventil 10 wird infolge der Druckdifferenz, die einerseits von dem Druck des Arbeitsmediums auf die Stirnfläche des Kolbens 3 und anderseits von dem Druck der Feder 9 und dem des Spühnediums auf die Stirnfläche des Ventils 10 und des Führungsstiftes 11 ausgeübt wird, von seinem Sitz im Gehäuse 2 abge hoben, weil der Pressluftdruck überwiegt.
Das Spül- mittel kann nun aus dem Stutzen 6 durch die Boh rung 8 an dem Ventilstift 11 und dem Ventil 10 vor bei, durch den Kanal 17 im Kolben über den Kanal 21 im Gehäuse und dem Ringkanal 22 zu dem Kanal 5 im Griffkörper und damit durch den Hammer und den Bohrer zur Bohrsohle gelangen.
Wird der Presslufthahn geschlossen, fällt auch der Pressluftdruck auf den Kolben ab und das Ventil wird durch den Druck der Spülflüssigkeit und den Druck der Feder wieder auf seinen Sitz gepresst. Der gleiche Vorgang tritt ein, wenn die Pressluft aus irgendeinem Grunde ausfällt. Bleibt das Spülmedium aus, so bleibt wohl das Ventil offen, es gelangt jedoch kein Spül mittel zur Bohrsohle. Mit den bisherigen Vorrichtun gen ist ein Weiterbohren unmöglich, weil der Bohr hammer auf das entstandene Bohrmehl schlägt und die Bohrerschneide beschädigt.
Es muss daher die Arbeit eingestellt werden.
Um ein Weiterbohren in solchen Fällen, z. B. ein Zuendebohren des begonnenen Bohrloches, zu ermög lichen, kann bei einem Hammer mit der dargestellten Vorrichtung auf Spülung mit Pressluft umgestellt wer den. Zur Umstellung dieser Spülart ist die Flügelmut ter um etwa 90 zu verdrehen. Durch diese Verdre hung wird die Umsteuerwelle und mit dieser der Kol ben, der mit seinem Lappen in die Umsteuerwelle ein- greift, verdreht.
Dadurch gelangt die Bohrung 18 des nach rechts verschobenen Kolbens mit dem Kanal 5 in Verbindung und die Pressluft, die aus dem Kanal 4 in den Raum zwischen Kolben 3 und Umsteuerglied 13 strömt, über den Kanal 18 im Kolben zum Kanal 21 im Ventilgehäuse 2 und über den Ringkanal 22 zum Einströmkanal 5 in den Hammer. Beim Spülen mit dem Arbeitsmedium drückt der Kolben zwar das Ventil 10 von seinem Sitz, ein Pressluftverlust durch den Spühnittelkrümmer kann aber nicht eintre ten, da in den Raum zwischen Kolben und Ventil keine Pressluft eintritt.
Das Arbeiten mit der dargestellten Vorrichtung hat gezeigt, dass im Gestein, bei welchem keine Sili- kosegefahr vorliegt, mit grossem Vorteil abwechselnd nass und trocken gebohrt werden kann.