Einrichtung für mikroskopische Beobachtung Wenn es sich um die mikroskopische Unter- suchung von Proben handelt, die eine giftige Emana tion besitzen oder dem menschlichen Organismus schädliche Strahlung, wie z. B. Röntgen-, Gamma- oder Alphastrahlen emittieren, so ist eine Annähe- rung des Beobachters an das Mikroskop auf die beim Arbeiten an diesem Gerät übliche Distanz nicht mög lich.
Man muss dann zwischen das Mikroskop und den Beobachter nicht nur eine gewisse Distanz, son dern meist auch eine den Beobachter schützende Wand oder Mauer aus Plastik, Blei oder Beton legen und dementsprechend. nach Mitteln zu einer Fernbedienung des Mikroskopes suchen.
Es sind zahlreiche Fernbedienungsmittel, wie Seil züge, Gestänge, Hebel- und Zahnradübersetzungen und dergleichen für ganz bestimmte Einzelfunktionen, wie Objektiv- oder Präparatwechsel, Grob- oder Fein triebeinstellung, Windenbetätigung usw. bekanntge worden. Universellere Mittel sind weiter Greifgeräte, mit denen man nicht nur eine bestimmte, sondern verschiedenartige Manipulationen, wie Verstellen eines Schiebers, Drehen eines Hebels und Festklem men einer Schraube ausführen kann.
Stets aber bleibtt die Schwierigkeit der Bedienung der Beleuchtungseinrichtung einerseits und der Be obachtung des mikroskopischen Bildes anderseits be stehen. Denn das Auswechseln und Zentrieren einer Glüh- oder einer Gasentladungslampe ist selbst mit einem fernbedienten Greifwerkzeug kaum möglich und zur Aufnahme des Bildes unmittelbar am Mikroskop kommt aus den eingangs angeführten Gründen nur der teure Umweg über eine Fernseheinrichtung in Frage.
Ferner führt die bisher meist improvisiert vorge sehene Art der mechanischen und elektrischen über- tragung der Arbeitskräfte für alle Bedienungselemente zu Unzukömmlichkeiten. Alle diese Schwierigkeiten werden durch die vor liegende Erfindung behoben. Sie bezieht sich auf eine Einrichtung, die aus einem innerhalb einer gegen den Austritt von Strahlen bzw.
Gasen geschützten Kammer aufgestellten Mikroskop mit Beleuchtungs einrichtung und Beobachtungseinrichtung sowie fern angetriebenen Bedienungselementen besteht und da durch gekennzeichnet ist, dass die aus Lichtquelle und Kollektor bestehende Beleuchtungseinrichtung und die Beobachtungseinrichtung ausserhalb der Kammer angeordnet sind und mit dem Mikroskop über Lin sensysteme in Verbindung stehen, deren eines die Lichtquelle in das Mikroskop und deren zweites das vom Mikroskopobjektiv erzeugte Zwischenbild in die Beobachtungseinrichtung abbildet, und dass ausserhalb der Kammer Vorrichtungen zur Betätigung wenigstens eines Teiles der Bedienungselemente des Mikroskopes vorgesehen sind. Zu diesen von aussen betätigbaren Bedienungselementen zählen z.
B. auch die an Mikroskopen häufig vorhandenen Objektiv wechselvorrichtungen.
Besonders günstig ist es, wenn mindestens ein Linsensystem als teleskopisches System ausgebildet ist. Dieses kann vorzugsweise mit dem Vergrösse rungsfaktor 1 ausgeführt sein. Auch kann der Strah lenverlauf zwischen Lichtquelle und Mikroskop und bzw. oder zwischen Mikroskop und Beobachtungsein- richtung abgewinkelt sein.
Die Betätigungsvorrichtungen für die Bedienungs elemente können für die elektrisch betätigten Bedie nungselemente als eine ausserhalb der Kammer an geordnete Schalt- und Signaleinrichtung ausgebildet sein, während für die von aussen erfolgende mechani sche Betätigung der Bedienungselemente, einschliess lich einer solchen mittels Stangen, Hebeln, Spindeln als Betätigungsorganen, innerhalb der Kammer ein die Betätigungsorgane aufnehmender, z. B. führender bzw. lagernder Bauteil vorgesehen sein kann. Dieser Bauteil kann vorteilhaft mit dem Mikroskop starr ver bunden sein.
Insbesondere kann dieser zur Führung bzw. Lagerung bestimmte Bauteil als ein von der Basisplatte des Mikroskopes ausgehender Winkel teil ausgebildet sein.
Zweckmässig besteht eine für die Praxis besonders wichtige, mechanisch von aussen zu betätigende Be dienungseinrichtung, nämlich die Objektivwechselvor- richtung, aus einem die verschiedenen Objektive auf nehmenden Schlitten, der in seiner Querführung nahe dem Mikroskop (und in Höhe dessen Aufnahme schlitzes für das in Arbeitsstellung befindliche Objek tiv) verschiebbar ist und mittels einer Längsführung von dem Aufnahmeschlitz des Mikroskopes wegge führt bzw. an diesen herangeführt werden kann.
Vorteilhaft sind die Bewegungsbereiche der Längs- und Querführung dieser Objektivwechselvor- richtung durch Anschläge begrenzt, während für die Querführung zusätzlich so viele Raststellungen vor gesehen sind, als der Schlitten Objektive aufnehmen kann, derart, dass in jeder Raststellung sich ein Objektiv gegenüber dem objektivaufnehmenden Schlitz des Mikroskopes befindet.
In der Querführung der Objektivwechselvorrich- tung kann eine Stossstange gelagert sein, die in der jeweiligen Raststellung mit dem vor dem objektivauf- nehmenden Schlitz befindlichen Objektiv gekuppelt werden kann und das Objektiv in die Arbeitsstellung hineinzuschieben und aus dieser wieder herauszu ziehen erlaubt.
Die Erfindung soll nachstehend an Hand eines Ausführungsbeispieles unter Bezugnahme auf die angeschlossene Zeichnung näher beschrieben werden. Darin zeigen Fig. 1 eine Einrichtung mit Fernbedie nung für die Untersuchung im auffallenden Licht mit Hilfe eines Mikroskopes gestürzter Bauart im Aufriss, Fig. 2 dieselbe Einrichtung im Grundriss und Fig. 3 im Seitenriss. Fig. 4 zeigt ein Detail der Beleuchtungs einrichtung.
Das Mikroskop 1, von dem der Objekttisch 2 mit dem zu untersuchenden Präparat 3, das Objektiv 4, der Beleuchtungsansatz 5 und der Beobachtungstubus 6 dargestellt sind, steht innerhalb des dicken Blei panzers 7. Bei normaler Arbeitsweise stünde die Lichtquelle bei 8, und der nicht angedeutete Kollektor der Beleuchtungseinrichtung entwürfe am Eingang des Beleuchtungsrohres, etwa bei 9, ein Bild der Lichtquelle, während das mikroskopische Bild inner- halb des Beobachtungstubus, etwa bei 10, entstünde und dort mittels eines in den Tubus 6 einschiebbaren Okulares beobachtet werden könnte.
Im vorliegenden Falle ist aber die Lichtquelle ausserhalb des Blei panzers bei 11 angeordnet. Der Kollektor 12 entwirft bei 13 ein reelles Bild der Lichtquelle. Um dieses Bild von 13 nach 9 zu transportieren, ist die im Rohr 14 untergebrachte, aus vier Linsen 15 gleicher Brennweite und dem Umlenkspiegel 15a bestehende Zwischenoptik vorgesehen. Diese Linsen 15 sind jeweils im Abstand der doppelten Brennweite vonein ander angeordnet und bilden daher ein teleskopisches System mit dem Vergrösserungsfaktor 1.
Durch diese Anordnung wird erreicht, dass die Beleuchtungsver hältnisse so sind, als. ob die Lichtquelle in 8 ange ordnet wäre, jedoch ist die Beleuchtungseinrichtung ausserhalb des Bleipanzers liegend ohne Schwierig keiten bedienbar. Auch ein Lampenwechsel bietet keinerlei Komplikationen.
Ähnlich wie auf der Beleuchtungsseite wird auf der Abbildungsseite das bei 10 entstehende mikro skopische Bild durch die im Rohr 16 untergebrachte Zwischenoptik, bestehend aus den beiden Linsen 17 gleicher Brennweite, nach 18 transportiert und dort ausserhalb des Bleipanzers 7 durch das Okular 19 beobachtet, photographiert oder projiziert. Wieder sind die beiden Linsen 17 im Abstand der doppelten Brennweite voneinander aufgestellt. überdies ist eine Abwinkelung des Strahlenganges durch den Spiegel 20 vorgesehen, so dass die vom Präparat 3 aus gehende Strahlung nicht auf direktem Wege durch die die Abbildung vermittelnde Zwischenoptik aus dem Bleipanzer austreten kann. Zwei Ständer 19a und 20a dienen zur Halterung der Rohre 14 und 16.
Zur Bewegung des Objektes in zwei zueinander senkrechten Richtungen mittels des als drehbaren Kreuztisch ausgebildeten Mikroskoptisches 2 dienen zwei auf letzterem aufgesetzte Getriebemotoren 21 und 21a sowie ein dritter Motor 22, der an die Spin del 23 angeflanscht ist und über ein Kegelradpaar 24, eine Teleskopspindel 25 und ein Ritzel 26 den Mikro skoptisch mittels des aufgesetzten Zahnkranzes 27 bewegt. In dem ausserhalb der Bleikammer aufge stellten Schaltkasten 28, der mittels des Kabels 29 an das Netz angeschlossen ist, laufen die von den Motoren kommenden Kabel zusammen (sie sind der Übersichtlichkeit halber nicht einzeln eingezeichnet; nur die gebündelte Ausführung 30 ist dargestellt).
Für jede der drei genannten Bewegungen sind drei Kon taktpaare vorgesehen, die die Anfangs-, die End- und die Mittelstellung des Bewegungsbereiches anzu zeigen erlauben (der Drehtisch ist um etwa 350 dreh bar). Eines dieser Kontaktpaare ist bei 31 (Fig. 1) dargestellt. Bei Schliessen eines der Endkontaktpaare wird mittels eines Relais der zugehörige Antriebs motor automatisch ausgeschaltet. Die Relais sind, ebenso wie die Signallampen, die das Schliessen bzw. Öffnen der Kontakte anzeigen, im Schaltkasten 28 untergebracht.
Die Grobeinstellung des Objektes erfolgt durch Heben bzw. Senken des Mikroskoptisches, indem man an der Spindel 33 dreht, die über ein Kegelrad paar 34 die eigentliche Antriebswelle für die Grob verstellung 35 betätigt. In analoger Weise erfolgt die Feineinstellung von der Spindel 36 aus über das Kegelradpaar 37 und die Feintriebwelle 38, die ihrer seits in bekannter Weise auf die Stellung des Mikro skopobjektives 4 wirkt.
Der Beleuchtungsansatz 5 (Fig.4) enthält folgende Betätigungselemente: Die Riemenscheiben 39, 40 und 41 für die Betätigung von Aperturblende, Feldblende und Hellfeld-Dunkelfeld- blende sowie den Wellenstummel 42, der die Ein richtung für schiefe Beleuchtung betätigt, und den Schieber 43 für die ringförmige Blendenöffnung, die bei Phasenkontrast eingeschaltet werden muss. Die drei erstgenannten Riemenscheiben werden von den Wellen 44, 45 und 46 aus über Kegelradpaare und drei weitere Riemenscheiben mittels Seilzuges be tätigt.
Die Wellen 44-46 selbst sind in einem Aus leger 47 gelagert, der vom Ständer 48, der mit der Grundplatte des Mikroskopes verschraubt ist, getra gen wird. Der Wellenstummel 42 wird über die Welle 42a gedreht, während der Schieber 43 mittels Stossstange 43a bedient wird. Auf d'em gleichen Träger 48 ist ein weiterer Ausleger 49 montiert, in dessen Schwalbenschwanzführung 50 ein Schlitten 51 gleitet, in dem ein Polarisationselement drehbar gelagert ist. Durch Zug an der Welle 52 wird der Schlitten 51 in seiner Führung verschoben und damit der Po larisator in den Strahlengang ein- oder aus diesem ausgerückt. Seine Drehung erfolgt mittels der gleichen Welle über Schnecke und Schneckenrad.
Vor dem Mikroskop ist, mit der Grundplatte fest verschraubt, ein Ständer 53 angeordnet, in dessen Schwalbenschwanzführung 54 der Schlitten 55 gleitet und mittels Stossstange 56 vom Mikroskop weg bzw. auf dieses zu geschoben werden kann. Im Schlitten 55 ist eine weitere Schwalbenschwanzführung 57 in der Richtung senkrecht zur Führung 54 vorgesehen, in der ein zweiter Schlitten 58 vor dem Mikroskop mit Hilfe der Welle 59 über Ritzel und Zahnstange vor beibewegt werden kann.
Auf diesem Schlitten 58 sit zen in je einer gefederten Führung die in kleinen Schiebern 60 eingeschraubten Reserveobjektive 4 und können mittels der Stossstange 62 über die Brücke 63 in das Mikroskop selbst, genauer ausgedrückt, in den Schlitz 64 des Beleuchtungsansatzes (vgl. Fig. 4) ein geschoben werden, sofern der Schlitten 55 ganz an das Mikroskop herangeschoben ist. Um das jeweils eingeschobene Objektiv auch wieder aus dem Schlitz 64 herausziehen zu können, sind die Objektivschieber 60 einerseits und die Stossstange 62 anderseits mit Bajonettverschlüssen versehen, die bei Drehung der Stossstange 62 in Eingriff kommen. Das.
Ein- und Ausschieben der Objektive samt Schieber in den Beleuchtungsansatz ist nur möglich, wenn der Schlitz 64 und die Brücke 63 einander in gleicher Höhe gegenüberstehen. Deshalb ist eine bestimmte Höhen stellung des Feintriebes innerhalb eines gewissen Be reiches notwendig. Um diese anzuzeigen, ist eine Kontakteinrichtung 65 vorgesehen, die am Schalt kasten 28 eine Glimmlampe aufleuchten lässt, wenn der Feintrieb sich in der gewünschten Stellung be findet. Zwei weitere Kontakte dienen zur Betätigung zweier Glinunlampen im Schaltkasten, die auch die Endstellungen des Feintriebes anzeigen.
Weitere Elemente, die zur Bedienung eines für Untersuchungen im polarisierten Licht notwendigen Analysators, einer Objektivklemmvorrichtung und ähnlichem dienen, sind der Übersichtlichkeit halber in den Figuren nicht eingezeichnet. Diese und alle oben genannten Elemente sind jedenfalls so verlegt, dass die zugehörigen Betätigungswellen oder Betätigungs stangen in der Lagerplatte 66, die mit der Grund platte des Mikroskopes fest verbunden ist, zusammen gefasst und nochmals gelagert sind.
An die freien Enden dieser Betätigungselemente können nun ohne weiteres (nicht gezeichnete) Verlängerungsstücke an geschlossen werden, durch die Bleikammer nach aussen geführt und dort mit passenden Betätigungs- griffen versehen werden.
Sowohl die mechanische als auch die elektrische Ausrüstung kann in- mannigfacher Weise variiert wer den. Ferner kann, falls keine gamma-, sondern nur alphastrahlende oder eine giftige Emanation abge bende Präparate untersucht werden, die Bleiwand durch einen luftdichten Plexiglaskäfig ersetzt wer den. Handelt es sich hingegen um die Untersuchung alpha- und gammastrahlender Präparate, so müs sen beide Schutzeinrichtungen gleichzeitig vorgesehen werden.