CH361543A - Verfahren zur Entfernung von Phosphaten aus Abwässern - Google Patents

Verfahren zur Entfernung von Phosphaten aus Abwässern

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CH361543A
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Description


  Verfahren zur Entfernung von Phosphaten aus Abwässern    Stehende Gewässer werden durch die Einleitung  von Abwässern in mehrfacher     Hinsicht    geschädigt.  Eingehende Untersuchungen zeigten, dass die abwas  serbedingten, direkten Sauerstoffzehrungen in Seen  weitaus, kleiner sind als die indirekten Sauerstoffzeh  rungen, die nach     überdüngung    der Seen beim Ab  sterben der     Planktonmassen    entstehen. Diese     Plank-          tonmassen    treten als     eine    Folge der Einleitung von  Abwässern oft im Übermass auf.

   Auch     fliessende     Gewässer leiden stellenweise unter dieser     überdün-          gung    durch Abwässer, indem sich untergetauchte  Wasserpflanzen oder Algen allzu üppig     entwickeln.     Unter den     Düngstoffen    für die Wasserpflanzen, Ufer  algen und     Planktonmassen    spielen die Phosphate als  Minimumstoff eine besonders grosse Rolle. Das er  folgreiche Verhindern der     See-Uberdüngung    kann nur  durch eine unnachgiebige Bekämpfung der Phosphat  zufuhr erreicht werden.  



  Bei den bisher häufig verwendeten biologischen       Abwasserreinigungsverfahren    wurden die im Wasser  gelösten Phosphate nur zu einem geringen Teil     ent-          fernt,        etwa        bis        zwischen        25        und        30%        des        ursprüng-          lich    im Abwasser vorhandenen     Phosphatgehaltes.    Bei  diesen Verfahren treten somit häufig die oben er  wähnten     unerwünschten    Begleiterscheinungen auf.  



  Bei bereits bekannt gegebenen Laboratoriumsver  suchen wurde festgestellt, dass sich Eisenchlorid       (Ferrichlorid,        FeC13    -     6H.0)    zur Fällung von Phos  phaten gut eignet. Durch Behandlung von Abwässern  mit Eisenchlorid lässt sich somit eine     Phosphat-Über-          düngung    von Gewässern weitgehend bekämpfen. Die  verbrauchten Mengen von Eisenchlorid waren aber  verhältnismässig gross, so dass eine grosstechnische       Phosphatentfernung    sehr kostspielig würde.

   Die vor  liegende Erfindung betrifft nun ein Verfahren zur       Phosphatentfernung        mittels        Eisenchlorid,    bei dem  der Verbrauch von Eisenchlorid relativ gering ist.    Es hat sich nun herausgestellt, dass der bei der       Phosphatfällung    mittels Eisenchlorid entstehende  phosphathaltige Eisenschlamm, welcher sich     im    Ab  wasser     absetzt,    bei Zugabe von weiterem Essenchlo  rid erneut in starkem Ausmasse     phosphatbindende     Eigenschaften erhält.

   Gegenstand der Erfindung ist  somit ein Verfahren zur Entfernung von Phosphaten  aus Abwässern, das dadurch gekennzeichnet ist, dass  der bei der     Phosphatfällung    mittels Eisenchlorid ent  stehende, bereits gebundenen Phosphor     .enthaltende     Eisenschlamm     abgetrennt    und gemeinsam mit Eisen  chlorid erneut zur     Phosphatfällung    verwendet wird.  



  Das erfindungsgemässe Verfahren soll     anschlies-          send    anhand der beiliegenden Zeichnung sowie eini  gen Versuchsergebnissen beispielsweise näher erläu  tert werden.  



  Beim Ausfällen von Phosphaten mit Eisenchlorid  entsteht ein aus verschiedenen Eisenverbindungen  bestehender rostroter Schlamm, der bisher als Abfall  produkt betrachtet wurde. Im Verlaufe von Entwick  lungsarbeiten erwies sich solcher Schlamm jedoch  als wiederverwendbar. Mischt man frisch gefällten  Eisenschlamm mit phosphathaltigem Abwasser durch,  so vermag er beim erneuten Absetzen weitere     Phos-          phatmengen    auf physikalisch-chemischem Wege aus  zufällen.

   Gibt man ferner zu einer Abwasserprobe  eine bestimmte Menge von Essenchlorid und zu einer  parallel angesetzten Probe ausser     Eisenchlorid    der  artigen Eisenschlamm, so erfolgt die     Phosphatfällung     in der zusätzlich     mit    Eisenschlamm versetzten Probe  viel     gründlicher.    Fügt man einem Becken mit Phos  phathaltigem Abwasser zur     Phosphatentfernung    Ei  senchlorid statt auf einmal in zwei Raten zu, indem  man die zweite Menge zum erstgebildeten Schlamm  einmischt, so ist die gesamte     Phosphatentfernung    im  letzteren     Falle    wesentlich grösser als im ersteren,

   da      der bei der ersten Zugabe entstandene Eisenschlamm  sich bei der zweiten Zugabe an der     Phosphatentfer-          nung    beteiligt. Solcher wiederverwendeter,     rückge-          führter    Eisenschlamm soll im folgenden als       Eisen-          Rückschlamm      bezeichnet werden. Durch die  Zugabe von     Eisen-Rückschlamm    kann die zur     Phos-          phatfällung    benützte     Eisenchloridmenge    erheblich  reduziert werden.

   Nach dem vorliegenden Verfahren  sind     Einsparungen    von mindestens 1/2 bis 2/s der  ohne     Eisen-Rückschlamm-Verfahren    benötigten Ei  senchloridmengen möglich.  



  Zum besseren Verständnis der besonderen Wirk  samkeit des frisch gefällten, am Boden abgesetzten  Eisenschlammes sind die beiden folgenden Fälle in  Betracht zu ziehen  <I>A. Der Fall des nicht</I>     durchflossenen   <I>Klärbeckens</I>  Zwei Bleichgrosse Klärbecken V1 und     V.,    seien  mit gleichviel und gleichartigem Abwasser gefüllt.

         Um        zum        Beispiel        901%        der        Phosphate        aus        dem        Bek-          ken    V1 auszufällen, benötigt man a Gramm     Ferri-          chlorid,    wobei der sich bildende Schlamm (nach ca.  einer Stunde) grösstenteils am Boden von     V1    absitzt.

         Um        ebenfalls        90'%        der        Phosphate        aus        dem        Becken          V.,    auszufällen,     benötigt    man bei     gleichzeitiger    Ver  wendung des dem Becken V1 entnommenen Boden  schlammes nur b Gramm Eisenchlorid.

   Die     Menge     von<I>b</I> beträgt nur 1/2 bis     1/s    von<I>a,</I> d. h. nach diesem       Eisen-Rückschlamm-Verfahren    ist eine     Einsparung     an     Fällungsmittel    von 1/2 bis 2/s möglich. Diese Wirk  samkeit des einmal gefällten und abgesetzten Eisen  schlammes lässt sich nur durch Rückführung aus  nützen.

   Die beim Becken     V,    zugegebene Menge von  Eisenchlorid kann dank des     Eisen-Rückschlamm-Ver-          fahrens    so niedrig gewählt werden,     dass,    ohne     Eisen-          Rückschlamm    nach einer Stunde keine Fällung. er  folgen würde.  



  <I>B. Der Fall des</I>     durchflossenen   <I>Klärbeckens</I>  In der Kläranlage einer Gemeinde fallen die Ab  wässer ohne Unterbruch an. Es ist deshalb     erwünscht,     die Phosphate in einem ständig     durchflossenen    Klär  becken entfernen zu können. Nach der einfachen  Fällung der Phosphate mit Eisenchlorid sinkt der  Eisenschlamm zu Boden, so dass ihm keine Gelegen  heit geboten ist, weiter auf den     Fällungsvorgang    ein  zuwirken ; anderseits muss das wegfliessende Wasser  schlammfrei sein.

   Auf Grund der Erkenntnis, dass  dieser aus dem ersten     Fällungsprozess    ausscheidende  Schlamm weitere Dienste leisten kann, wurde das       Eisen-Rückschlamm-Verfahren    entwickelt, bei dem  der ausgeschiedene Schlamm zusammen mit neuem  Eisenchlorid, das die Wirksamkeit des letzteren ver  stärkt und dadurch grosse Einsparungen an     Fällungs-          mittel    erlaubt, wiederverwendet wird. Ein wesentli  cher Vorteil des     erfindungsgemässen    Verfahrens liegt  darin, dass mit grossen Schlammengen gearbeitet  werden kann und die Wirksamkeit des Eisen-Rück-    Schlammes dadurch erhöht ist.

   Bei diesem Fall des       Eisen-Rückschlamm-Verfahrens    kann die dem     zu-          fliessenden    Wasser ständig zugegebene Menge von  Eisenchlorid so niedrig gewählt werden, dass ohne       Eisen-Rückschlamm    nach einer Stunde keine Fällung  erfolgen würde.  



  Es soll zunächst die     Phosphatentfernung        aus-          schliesslich    mittels     Eisen-Rückschlamm    betrachtet  werden. Es war anzunehmenden, dass die Phosphat  entfernung mittels     Eisen-Rückschlamm    in sehr star  kem Masse von der Menge des erwähnten Schlam  mes abhängig     ,ist.    Ein in dieser Richtung unternom  mener Versuch hat diese Auffassung     bestätigt.    Ein       Eisen-Rückschlamm,    welcher mehr als 1 Tag     alt    war,

    wurde einem mechanisch geklärten Abwasser     zuge-          P    or       ben.    Der     Phosphatgehalt    des Abwassers betrug bei  Versuchsbeginn 9,5     mg/1,    während die zugegebene       Rückschlamm-Menge    zwischen 10 und 200 ml pro  Liter Abwasser variiert wurde. Das Abwasser wurde  zunächst mechanisch mit dem     Eisen-Rückschlamm     vermischt und anschliessend während einer Stunde  zum Absetzen ruhen gelassen.  



  In der nachfolgend aufgeführten Tabelle 1 sind die  Ergebnisse zusammengestellt  
EMI0002.0079     
  
    Tabelle <SEP> I
<tb>  Menge <SEP> des <SEP> zugesetzten <SEP> Phosphatgehalt <SEP> nach
<tb>  Eisen-Rückschlammes <SEP> einer <SEP> Absetzzeit <SEP> Phosphatentfernung
<tb>  in <SEP> <B>nil</B> <SEP> r <SEP> Abwasser <SEP> von <SEP> 1 <SEP> St.

   <SEP> in <SEP> mg/1 <SEP> m <SEP> fl/a
<tb>  pro <SEP> Lite
<tb>  10 <SEP> 9,5 <SEP> 0
<tb>  20 <SEP> 9,5 <SEP> 0
<tb>  40 <SEP> 9,5 <SEP> 0
<tb>  60 <SEP> 9,0 <SEP> 5
<tb>  80 <SEP> 8,5 <SEP> 11
<tb>  140 <SEP> 6,0 <SEP> 37
<tb>  200 <SEP> 4,5 <SEP> 53       Bei der hier vorliegenden     Rückschlamm-Beschaf-          fenheit    setzte die merkbare     Phosphatentfernung    erst  bei einer     Eisen-Rückschlammenge    von 60m1 pro  Liter Abwasser merklich ein.  



  In einem weiteren Versuch wurde der Einfluss  des Alters eines konzentrierteren     Eisen-Rückschlam-          mes    untersucht. Es wurde mechanisch geklärtem  Abwasser ein     Eisen-Rückschlamm    verschiedenen Al  ters in einer Menge von     20m1    pro Liter Abwasser  zugegeben. Nach einer kurzen mechanischen Durch  mischung     erfolgte    die Prüfung nach einer     Absetzzeit     von 1 Stunde.

   Der     Phosphatgehalt    des Abwassers  betrug bei Versuchsbeginn 7,5     mg/1.    Zur Überprüfung  der Konzentration des Abwassers wurde auch der       Kaliumpermanganatverbrauch        (KMnO,-Verbrauch)     bestimmt.  



  Bei Beginn der Versuche betrug der     Kaliumper-          manganatverbrauch    191     mg/1.    Die Ergebnisse der       erwähnten    Versuchsreihe sind in Tabelle     II    zusam  mengestellt.

      
EMI0003.0001     
  
    Tabelle <SEP> II
<tb>  Alter <SEP> des <SEP> zugesetzten <SEP> Eisen- <SEP> Phosphatgehalt <SEP> bei <SEP> Phosphatentfernung <SEP> KMn04-Verbrauch <SEP> bei <SEP> KMn04-Verbrauch,
<tb>  Rückschlammes <SEP> in <SEP> Std. <SEP> Versuchsende <SEP> in <SEP> mgll <SEP> in <SEP> % <SEP> Versuchsende <SEP> in <SEP> mg/1 <SEP> Entfernung <SEP> in <SEP>  /o
<tb>  1 <SEP> 1,0 <SEP> 87 <SEP> 153 <SEP> 20
<tb>  4 <SEP> 2,5 <SEP> 67 <SEP> 147 <SEP> 23
<tb>  6 <SEP> 3,0 <SEP> 60 <SEP> 147 <SEP> 23
<tb>  <U>22 <SEP> 4,5</U> <SEP> 60 <SEP> 141 <SEP> <U>26</U>       Es soll nun ein, weiterer Versuch     erläutert    wer  den, bei welchem dem     Eisen-Rückschlamm    zur  Reaktivierung Eisenchlorid zugegeben wurde.

   Einem  mechanisch geklärten Abwasser mit einem Phosphat  gehalt von 8,5     mg/1    wurde neben     Eisen-Rückschlamm     unterschiedlicher Menge Eisenchlorid     (FCC13    -     6H"0)       in einer Menge zugegeben, die 10 mg Eisen pro Liter  Abwasser entspricht. Das Abwasser wurde mit den  Zugaben mechanisch durchmischt, worauf das Ab  setzen während 1 bzw. 2 Stunden erfolgte.

   Die Er  gebnisse dieser Versuchsreihe sind in der Tabelle     III     zusammengestellt  
EMI0003.0009     
  
    Tabelle <SEP> III
<tb>  Wirkung <SEP> bei <SEP> Absetzzeiten <SEP> von
<tb>  1 <SEP> Stunde <SEP> 2 <SEP> Stunden
<tb>  Menge <SEP> des <SEP> Rückschlammes <SEP> Phosphatgehalt <SEP> des <SEP> behan- <SEP> Phosphatentfernung <SEP> Phosphatgehalt <SEP> des <SEP> behan- <SEP> Phosphatentfernung
<tb>  in <SEP> ml <SEP> pro <SEP> Liter <SEP> Abwasser <SEP> delten <SEP> Abwassers <SEP> in <SEP> mg/1 <SEP> in <SEP> <B>eh</B> <SEP> delten <SEP> Abwassers <SEP> in <SEP> mg/1 <SEP> in <SEP> 0/a
<tb>  0 <SEP> 6,5 <SEP> 24 <SEP> 5,0 <SEP> 41
<tb>  20 <SEP> 6,0 <SEP> 29 <SEP> 5,0 <SEP> 41
<tb>  40 <SEP> 6,0 <SEP> 29 <SEP> 5,0 <SEP> 41
<tb>  60 <SEP> 5,5 <SEP> 35 <SEP> 5,0 <SEP> 41
<tb>  80 <SEP> 4,5 <SEP> 47 <SEP> 4,5 <SEP> 47
<tb>  140 <SEP> 4,

  0 <SEP> 53 <SEP> 3,5 <SEP> 59
<tb>  <U>200 <SEP> 1,8</U> <SEP> 79 <SEP> 1,0 <SEP> 88       Bei dieser Versuchsreihe wurde     Eisen-Rück-          schlamm    verwendet, welcher mehr als ein Tag alt  war, also nach den Ergebnissen der in der Tabelle     II     zusammengestellten Versuchsreihe seine Aktivität be  reits weitgehend verloren hatte.  



  Die     Eisenchloridzugabe    von 10 mg Eisen pro  Liter Abwasser war so klein, dass ohne Rückschlamm       bei        einstündiger        Absetzzeit        nur        24%        der        Phosphate     entfernt wurden. Steigende Mengen von Rück  schlamm ergaben jedoch eine bis über dreifache Wir  kung der     Phosphatentfernung    ; noch     günstiger    war  der Effekt der     Phosphatentfernung,    wenn die     Absetz-          zeit    auf 2 Stunden ausgedehnt wurde.  



  Dieser Versuch beweist, dass eine bescheidene  und allein wenig wirksame     Eisenchloridmenge    zu  sammen mit einem     Eisen-Rückschlamm,    der für sich  allein wenig wirksam war, zu einer hervorragenden       Phosphatfällung    führt.  



  Auf der Basis dieser Laborversuche wurde das  Verfahren ,in der     Kläranlage        Pfäffikon    (ZH) in meh  reren Grossversuchen     ausgeführt.    In der beiliegenden  Zeichnung ist diese Anlage schematisch     skizziert.    Die  Anlage besteht aus einem     Absetzbecken    A für Roh  wasser, welches mittels einer Rinne R1 mit dem  Mischbecken B verbunden ist. Das     Mischbecken    B  ist seinerseits über eine Rinne     R.,    mit dem     Nachklär-          becken    C verbunden.

   Im Mischbecken B befindet sich  ferner eine zur mechanischen Einmischung von Bei  gaben geeignete Vorrichtung beispielsweise eine mo-         torisch    angetriebene     Bürstenwalze    (nicht dargestellt),  oder eine     Druckluft-Belüftung.    An dieser Stelle wurde  bei den Grossversuchen das Eisenchlorid beigemischt.  Der sich im     Nachklärbecken    bildende     Eisenschlamm     wurde mittels einer Leitung     R3    fortlaufend zum  Mischbecken B rückgeführt.

   An die Leitung     R3    sind  zwei durch Klappen S1 und     S2    verschliessbare Ab  zweigungen U1 und     Uz    vorgesehen, durch welche ein  Teil des Rückschlammes dem     Absetzbecken    A oder  dem Faulraum F     zugeführt    werden kann, zu welchem  auch die sich im Becken A absetzenden Bestandteile  des Rohwassers gelangen. Die Leitung     R3    kann  durch eine Klappe     S3    geschlossen werden. Das Eisen  chlorid wurde durch eine bei D angedeutete Dosier  anlage zugegeben.  



  Aus der Darstellung ist zu ersehen, dass bei einer  zu grossen     Eisenschlammenge    dieser nicht nur dem  Mischbecken B, sondern auch dem     Absetzbecken    A  und dem Faulraum F zugeleitet werden     kann.    (Lei  tungen     U1,    bzw.     UJ.    Daneben     kann    der überschüs  sige     Eisenschlamm    auch direkt aus dem Becken C  entnommen und beispielsweise als Dünger oder der  gleichen weiterverwendet werden.  



  Die dargestellte     Kläranlage        Pfäffikon    ist an sich  für Abwasserreinigung nach dem     Belebtschlammver-          fahren    eingerichtet. Die Anlage besteht aus zwei iden  tischen     Belüftungs-    und     Nachklärbecken,        in    der bei  liegenden Abbildung als B und C     bezeichnet,    welche  an ein gemeinsames     Absetzbecken    A angeschlossen      sind.     Die    beiden Teile können     mit    qualitativ und  quantitativ gleichem Abwasser     beschickt    werden.

    Die Gesamtanlage eignet sich daher besonders gut  für vergleichende Versuche.  



  Aus dem einen     Belüftungs-    und     Nachklärbecken     war aller     Belebtschlamm    entfernt worden. In diesen  Becken arbeitete das     Eisen-Rückschlammverfahren,     während parallel     dazu    wie üblich das Belebtschlamm-    verfahren reinigte. Bei Beginn des Versuches wurde  um 8.00 Uhr mit der Zugabe von Eisenchlorid       (FeCls    -     6H.0)        mit    einer Menge begonnen, die 30 mg  Eisen pro Liter Abwasser entsprach. Um 11.00 Uhr  hatte sich das     Eisen-Rückschlamm-Verfahren    einge  arbeitet.

   In der nachfolgend aufgeführten Tabelle IV  sind die Ergebnisse dieses Versuches zusammenge  stellt  
EMI0004.0013     
  
    Tabelle <SEP> IV
<tb>  Durchsichtigkeit <SEP> in <SEP> cm <SEP> Sauerstoffgehalt <SEP> mg/1 <SEP> Phosphatgehalt <SEP> mg/1
<tb>  Zeit <SEP> der <SEP> Entnahme
<tb>  der <SEP> Mischprobe <SEP> Zulauf <SEP> zu <SEP> Ablauf <SEP> von <SEP> Zulauf <SEP> zu <SEP> Ablauf <SEP> von <SEP> Zulauf <SEP> zu <SEP> Ablauf <SEP> von
<tb>  Becken <SEP> B <SEP> Becken <SEP> C <SEP> Becken <SEP> B <SEP> Becken <SEP> C <SEP> Becken <SEP> B <SEP> Becken <SEP> C
<tb>  11.00 <SEP> - <SEP> 11.50 <SEP> 2 <SEP> 39 <SEP> 6.0 <SEP> 8.8 <SEP> 3.0 <SEP> 0.04
<tb>  12.00 <SEP> - <SEP> 12.50 <SEP> 2 <SEP> 48 <SEP> 5.7 <SEP> 9.1 <SEP> 3.0 <SEP> 0.04
<tb>  13.00 <SEP> - <SEP> 13.50 <SEP> 2 <SEP> 44 <SEP> 5.4 <SEP> 8.5 <SEP> 2.0 <SEP> 0.04
<tb>  l4.00 <SEP> - <SEP> 14.50 <SEP> 2 <SEP> 

  44 <SEP> 5.7 <SEP> 8.5 <SEP> 2.5 <SEP> 0.04
<tb>  15.00- <SEP> 15.50 <SEP> 2 <SEP> 38 <SEP> 6.1 <SEP> 8.3 <SEP> 2.8 <SEP> 0.04
<tb>  16.00 <SEP> - <SEP> 16.50 <SEP> 2 <SEP> 25 <SEP> 6.1 <SEP> 8.2 <SEP> 5.3 <SEP> 0.04
<tb>  17.00 <SEP> - <SEP> 17.50 <SEP> 4 <SEP> 27 <SEP> 6.4 <SEP> 8.1 <SEP> I <SEP> .

   <SEP> 4.0 <SEP> I <SEP> 0.04
<tb>  <U>Mittel <SEP> I <SEP> 2,3 <SEP> I <SEP> 37,6 <SEP> I <SEP> 5.9 <SEP> I <SEP> 8.5 <SEP> 3.2 <SEP> 0.04</U>
<tb>  Verbesserung <SEP> I <SEP> Durchsichtigkeit <SEP> 1635% <SEP> Sauerstoffgehalt <SEP> 14'% <SEP> I <SEP> Phosphatentfernung <SEP> 99%       Bei einer     Eisenchlorid-Zugabe    von 30 mg Eisen  pro Liter Abwasser wurden demnach die Phosphate       fast        restlos        (99'%)        entfernt.        Ausserdem        wurde        die          Durchsichtigkeit        um        1635%,

          der        Sauerstoffgehalt          um        14'%        verbessert.        Beim        parallel        laufenden        Belebt-          schlamm-Verfahren    enthielt der Ablauf des Nach  klärbeckens     immer    noch 2,1     mg/1        P04",    d. h.

   nur       34%        der        Phosphate        waren        entfernt        worden.        Die     Durchsichtigkeit betrug im Ablauf des Belebt  schlamm-Nachklärbeckens 16,0 cm     (Verbesserung          696'%),        der        Sauerstoffgehalt        4,5        mg/1        (Verschlechte-          rung        7,6%).     



  Nach diesem Versuch zu schliessen war auch mit  einer kleineren     Eisenchlorid-Zugabe    mittels. Eisen  Rückschlamm-Verfahren noch     eine    sehr     gute        Phos-          phatfällung    zu erwarten, was durch einen weiteren  Grossversuch bestätigt wurde.

      Da auch die bisher gebräuchlichen chemischen       Fällungsverfahren    zur Abwasserreinigung keine hin  reichend gründliche Reinigung bezüglich der im Ab  wasser vorhandenen organischen Substanzen bewir  ken, wurde im erwähnten weiteren Grossversuch das       erfindungsgemässe        Phosphatentfernungsverfahren    mit  dem zur Entfernung und Bindung von organischen  Substanzen günstigeren     Belebtschlammverfahren    kom  biniert. Insbesondere wurde bei diesem Versuch die  Zugabe von     Essenchlorid        vermindert    um festzustellen,  in welchem Ausmass Phosphate im Abwasser ent  halten bleiben.  



  Bei der bereits beschriebenen Anlage wurde am  Vortag des Versuches die     Eisenchloridzugabe    von  15.00 Uhr auf 7 mg Fe pro Liter Abwasser festge  setzt und gleichzeitig     Belebtschlamm    zugegeben. Am  folgenden Tag wurden Proben genommen,

   deren  
EMI0004.0067     
  
    Tabelle <SEP> V
<tb>  Entnahme <SEP> Durchsichtigkeit <SEP> cm <SEP> <B>BSB5</B> <SEP> mg/1 <SEP> KMn04-Verbrauch <SEP> mg/1 <SEP> Phosphatgehalt <SEP> mg/1
<tb>  der <SEP> Mischprobe <SEP> I <SEP> Zulauf <SEP> I <SEP> Ablauf <SEP> I <SEP> Zulauf <SEP> I <SEP> Ablauf <SEP> ( <SEP> Zulauf <SEP> I <SEP> Ablauf <SEP> Zulauf <SEP> I <SEP> Ablauf
<tb>  07.00 <SEP> - <SEP> 07.50 <SEP> 7.0 <SEP> 36 <SEP> 46.0 <SEP> 2.5 <SEP> 114 <SEP> 44 <SEP> 4.0 <SEP> 1.8
<tb>  08.00 <SEP> - <SEP> 08.50 <SEP> 6.0 <SEP> 36 <SEP> 45.2 <SEP> 2.9 <SEP> 158 <SEP> 38 <SEP> 6.0 <SEP> 1.4
<tb>  09.00 <SEP> - <SEP> 09:

  50 <SEP> 3.0 <SEP> 34 <SEP> 77.6 <SEP> 1.2 <SEP> 224 <SEP> 39 <SEP> 10.0 <SEP> 1.2
<tb>  10.00 <SEP> - <SEP> 10.50 <SEP> 2.0 <SEP> 36 <SEP> 86.0 <SEP> 5.2 <SEP> 206 <SEP> 57 <SEP> 7.0 <SEP> 1.7
<tb>  11.00 <SEP> - <SEP> 11.50 <SEP> 2.0 <SEP> 28 <SEP> 119.6 <SEP> 9.4 <SEP> 296 <SEP> 63 <SEP> 6.5 <SEP> 1.8
<tb>  12.00 <SEP> - <SEP> 12.50 <SEP> 2.5 <SEP> 26 <SEP> 131.2 <SEP> 15.3 <SEP> 338 <SEP> 76 <SEP> 7.0 <SEP> 1.4
<tb>  13.00 <SEP> - <SEP> 13.50 <SEP> 3.5 <SEP> 25 <SEP> 134.0 <SEP> l6.8 <SEP> 304 <SEP> 96 <SEP> 7.0 <SEP> 1.1
<tb>  14.00 <SEP> - <SEP> l4.50 <SEP> 3.5 <SEP> 22 <SEP> 100.0 <SEP> 13.6 <SEP> 262 <SEP> 114 <SEP> 6.5 <SEP> 0.8
<tb>  15.00 <SEP> -15.50 <SEP> 3.5 <SEP> 24 <SEP> 84.0 <SEP> 8.5 <SEP> 234 <SEP> 104 <SEP> 6.0 <SEP> 0.7
<tb>  l6.00 <SEP> - <SEP> l6.50 <SEP> 3.0 <SEP> 23 <SEP> 66.0 <SEP> 5.6 <SEP> 200 <SEP> 81 <SEP> 4.0 <SEP> 0.5
<tb>  <U>Mittel <SEP> I <SEP> 

  3.6 <SEP> 29.0 <SEP> I <SEP> 89.0 <SEP> 8.1 <SEP> I <SEP> 2.33.6I <SEP> 71.2 <SEP> 6.40 <SEP> I <SEP> l.24</U>
<tb>  Verbesserung <SEP> I <SEP> 8060/0 <SEP> 91% <SEP> 70% <SEP> I <SEP> 81%              Werte    in der Tabelle V gemeinsam mit den Ent  nahmezeiten aufgeführt sind.  



  Wie aus dieser Tabelle zu ersehen ist, war die  Entfernung der Phosphate im Hinblick auf die ge  ringe, verbrauchte     Eisenchloridmenge    sehr befriedi  gend. Aber auch die Verbesserung der Durchsichtig  keit, des biochemischen     Sauerstoffbedarfs        (BSB5)    und  des     Kaliumpermanganatverbrauches    war hervorra  gend.  



  Beim parallel geschalteten     Belebtschlammverfah-          ren    ergab sich im Ablauf des     Nachklärbeckens    ein       Phosphatgehalt        von        4,65        mg/1        (Verbesserung        27%)     eine Durchsichtigkeit von 13.0 cm (Verbesserung  3610/0), ein biochemischer Sauerstoffbedarf von       15,2        mg/1        (Verbesserung        83,%)

          und        ein        Kaliumper-          manganatverbrauch    von 96,7     mg/1    (Verbesserung       59'%).     



  Zusammenfassend kann somit festgestellt werden,  dass sich das     Eisen-Rückschlammverfahren    vorzüg  lich eignet für die Entfernung von Phosphaten aus  Abwässern, besonders in zentralen Kläranlagen.  



  Die Höhe der     Eisenchloridzugabe    richtet sich  nach der Abwasserbeschaffenheit und nach dem ge  wünschten Reinigungseffekt. Im     allgemeinen    wird das  Verhältnis von Eisenchlorid und     Eisen-Rückschlamm     derart gewählt, dass die darin enthaltenen Eisenmen  gen in einem Verhältnis zwischen 1 : 5 und 1 : 100  stehen. Bei einem     Phosphatgehalt    des Abwassers von  ca. 6     mg/1    verspricht eine     Eisenchloridzugabe    von  7-10 mg Eisen pro Liter nach dem     Eisen-Rück-          schlammverfahren    gute Erfolge.  



  Das     Eisen-Rückschlammverfahren    kann mit  dem     Belebtschlammverfahren    kombiniert werden.  Während das ohne Zusatz von Eisenverbindungen  betriebene     Belebtschlammverfahren    zwar die im Ab  wasser gelösten organischen Stoffe weitgehend abbaut,  erfolgt keine oder nur eine schwache Entfernung der  gelösten Phosphate (0 bis ca.

       201/o).    Die Zugabe  von Eisenchlorid und     Eisen-Rückschlamm    nach     er-          findungsgemässem    Verfahren zum Belüftungsbecken  des     Belebtschlammverfahrens    stört die abbauende  Bakterientätigkeit des     Belebtschlammes    nicht, erlaubt  jedoch die weitgehende Ausfällung der Phosphate       (z.        B.        bis        90%)

  .        Während        sich        der        aus        dem        Belüf-          tungsbecken        ausfliessende        Belebtschlamm    im Nach  klärbecken absetzt,

   erfolgt gleichzeitig im     Nachklär-          becken        auch    das Absetzen des     Eisen-Rückschlammes.       Das Eisenchlorid sowie das     Gemisch    von Rücklauf  schlamm des     Belebtschlammverfahrens    und von Ei  sen-Rückschlamm ist dem Zulauf zum Belebt  schlammbecken zuzufügen, oder so, dass im Misch  becken wenigstens noch eine gute     Durchmischung     stattfindet. Die Kombination beider Verfahren ermög  licht ausser einer guten     Phosphatentfernung    eine  Verbesserung des allgemeinen Reinigungseffektes ;  sie eignet sich auch für eine Verbesserung des Reini  gungseffektes bei schlecht arbeitenden, z.

   B. überla  steten     Belebtschlammanlagen.  

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Entfernung von Phosphaten aus Abwässern unter Verwendung von Eisenchlorid, da durch gekennzeichnet, dass. der bei der Phosphatfäl- lung mittels Eisenchlorid entstehende, bereits gebun denen Phosphor enthaltende Eisenschlamm abgetrennt und gemeinsam mit neuem Eisenchlorid erneut zur Phosphatfällung verwendet wird. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass der Eisenschlamm unmittelbar nach seiner Bildung vom Abwasser abgetrennt und sofort gemeinsam mit dem neuem Eisenchlorid wei terem Abwasser zugegeben wird.
    2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass mechanisch geklärtes Abwasser in einem Mischbecken kontinuierlich mit dem Eisen schlamm und Eisenschlorid gemischt und anschlies- send in ein Nachklärbecken geleitet wird, wobei der sich am Boden des Nachklärbeckens absetzende Ei senschlamm mindestens zeitweise kontinuierlich dem Mischbecken zugeführt wird. , 3.
    Verfahren nach Unteranspruch 2, dadurch ge kennzeichnet, dass die durchschnittliche Absetzzeit des Abwassers, im Nachklärbecken zwischen 1/z und 3 Stunden beträgt. 4. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass das Abwasser gleichzeitig mit dem Belebtschlammverfahren behandelt wird. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ge kennzeichnet, dass das Verhältnis von Eisenchlorid und Eisen-Rückschlamm derart gewählt wird, dass die darin enthaltenen Eisenmengen in einem Verhält nis zwischen 1 : 5 und 1 : 100- stehen.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
EP0003327A3 (en) * 1978-01-18 1979-08-22 Passavant-Werke Ag & Co. Kg Process for the chemical-mechanical treatment and/or purification of ground, surface or waste waters

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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EP0003327A3 (en) * 1978-01-18 1979-08-22 Passavant-Werke Ag & Co. Kg Process for the chemical-mechanical treatment and/or purification of ground, surface or waste waters

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