Verfahren zur Entfernung von Phosphaten aus Abwässern Stehende Gewässer werden durch die Einleitung von Abwässern in mehrfacher Hinsicht geschädigt. Eingehende Untersuchungen zeigten, dass die abwas serbedingten, direkten Sauerstoffzehrungen in Seen weitaus, kleiner sind als die indirekten Sauerstoffzeh rungen, die nach überdüngung der Seen beim Ab sterben der Planktonmassen entstehen. Diese Plank- tonmassen treten als eine Folge der Einleitung von Abwässern oft im Übermass auf.
Auch fliessende Gewässer leiden stellenweise unter dieser überdün- gung durch Abwässer, indem sich untergetauchte Wasserpflanzen oder Algen allzu üppig entwickeln. Unter den Düngstoffen für die Wasserpflanzen, Ufer algen und Planktonmassen spielen die Phosphate als Minimumstoff eine besonders grosse Rolle. Das er folgreiche Verhindern der See-Uberdüngung kann nur durch eine unnachgiebige Bekämpfung der Phosphat zufuhr erreicht werden.
Bei den bisher häufig verwendeten biologischen Abwasserreinigungsverfahren wurden die im Wasser gelösten Phosphate nur zu einem geringen Teil ent- fernt, etwa bis zwischen 25 und 30% des ursprüng- lich im Abwasser vorhandenen Phosphatgehaltes. Bei diesen Verfahren treten somit häufig die oben er wähnten unerwünschten Begleiterscheinungen auf.
Bei bereits bekannt gegebenen Laboratoriumsver suchen wurde festgestellt, dass sich Eisenchlorid (Ferrichlorid, FeC13 - 6H.0) zur Fällung von Phos phaten gut eignet. Durch Behandlung von Abwässern mit Eisenchlorid lässt sich somit eine Phosphat-Über- düngung von Gewässern weitgehend bekämpfen. Die verbrauchten Mengen von Eisenchlorid waren aber verhältnismässig gross, so dass eine grosstechnische Phosphatentfernung sehr kostspielig würde.
Die vor liegende Erfindung betrifft nun ein Verfahren zur Phosphatentfernung mittels Eisenchlorid, bei dem der Verbrauch von Eisenchlorid relativ gering ist. Es hat sich nun herausgestellt, dass der bei der Phosphatfällung mittels Eisenchlorid entstehende phosphathaltige Eisenschlamm, welcher sich im Ab wasser absetzt, bei Zugabe von weiterem Essenchlo rid erneut in starkem Ausmasse phosphatbindende Eigenschaften erhält.
Gegenstand der Erfindung ist somit ein Verfahren zur Entfernung von Phosphaten aus Abwässern, das dadurch gekennzeichnet ist, dass der bei der Phosphatfällung mittels Eisenchlorid ent stehende, bereits gebundenen Phosphor .enthaltende Eisenschlamm abgetrennt und gemeinsam mit Eisen chlorid erneut zur Phosphatfällung verwendet wird.
Das erfindungsgemässe Verfahren soll anschlies- send anhand der beiliegenden Zeichnung sowie eini gen Versuchsergebnissen beispielsweise näher erläu tert werden.
Beim Ausfällen von Phosphaten mit Eisenchlorid entsteht ein aus verschiedenen Eisenverbindungen bestehender rostroter Schlamm, der bisher als Abfall produkt betrachtet wurde. Im Verlaufe von Entwick lungsarbeiten erwies sich solcher Schlamm jedoch als wiederverwendbar. Mischt man frisch gefällten Eisenschlamm mit phosphathaltigem Abwasser durch, so vermag er beim erneuten Absetzen weitere Phos- phatmengen auf physikalisch-chemischem Wege aus zufällen.
Gibt man ferner zu einer Abwasserprobe eine bestimmte Menge von Essenchlorid und zu einer parallel angesetzten Probe ausser Eisenchlorid der artigen Eisenschlamm, so erfolgt die Phosphatfällung in der zusätzlich mit Eisenschlamm versetzten Probe viel gründlicher. Fügt man einem Becken mit Phos phathaltigem Abwasser zur Phosphatentfernung Ei senchlorid statt auf einmal in zwei Raten zu, indem man die zweite Menge zum erstgebildeten Schlamm einmischt, so ist die gesamte Phosphatentfernung im letzteren Falle wesentlich grösser als im ersteren,
da der bei der ersten Zugabe entstandene Eisenschlamm sich bei der zweiten Zugabe an der Phosphatentfer- nung beteiligt. Solcher wiederverwendeter, rückge- führter Eisenschlamm soll im folgenden als Eisen- Rückschlamm bezeichnet werden. Durch die Zugabe von Eisen-Rückschlamm kann die zur Phos- phatfällung benützte Eisenchloridmenge erheblich reduziert werden.
Nach dem vorliegenden Verfahren sind Einsparungen von mindestens 1/2 bis 2/s der ohne Eisen-Rückschlamm-Verfahren benötigten Ei senchloridmengen möglich.
Zum besseren Verständnis der besonderen Wirk samkeit des frisch gefällten, am Boden abgesetzten Eisenschlammes sind die beiden folgenden Fälle in Betracht zu ziehen <I>A. Der Fall des nicht</I> durchflossenen <I>Klärbeckens</I> Zwei Bleichgrosse Klärbecken V1 und V., seien mit gleichviel und gleichartigem Abwasser gefüllt.
Um zum Beispiel 901% der Phosphate aus dem Bek- ken V1 auszufällen, benötigt man a Gramm Ferri- chlorid, wobei der sich bildende Schlamm (nach ca. einer Stunde) grösstenteils am Boden von V1 absitzt.
Um ebenfalls 90'% der Phosphate aus dem Becken V., auszufällen, benötigt man bei gleichzeitiger Ver wendung des dem Becken V1 entnommenen Boden schlammes nur b Gramm Eisenchlorid.
Die Menge von<I>b</I> beträgt nur 1/2 bis 1/s von<I>a,</I> d. h. nach diesem Eisen-Rückschlamm-Verfahren ist eine Einsparung an Fällungsmittel von 1/2 bis 2/s möglich. Diese Wirk samkeit des einmal gefällten und abgesetzten Eisen schlammes lässt sich nur durch Rückführung aus nützen.
Die beim Becken V, zugegebene Menge von Eisenchlorid kann dank des Eisen-Rückschlamm-Ver- fahrens so niedrig gewählt werden, dass, ohne Eisen- Rückschlamm nach einer Stunde keine Fällung. er folgen würde.
<I>B. Der Fall des</I> durchflossenen <I>Klärbeckens</I> In der Kläranlage einer Gemeinde fallen die Ab wässer ohne Unterbruch an. Es ist deshalb erwünscht, die Phosphate in einem ständig durchflossenen Klär becken entfernen zu können. Nach der einfachen Fällung der Phosphate mit Eisenchlorid sinkt der Eisenschlamm zu Boden, so dass ihm keine Gelegen heit geboten ist, weiter auf den Fällungsvorgang ein zuwirken ; anderseits muss das wegfliessende Wasser schlammfrei sein.
Auf Grund der Erkenntnis, dass dieser aus dem ersten Fällungsprozess ausscheidende Schlamm weitere Dienste leisten kann, wurde das Eisen-Rückschlamm-Verfahren entwickelt, bei dem der ausgeschiedene Schlamm zusammen mit neuem Eisenchlorid, das die Wirksamkeit des letzteren ver stärkt und dadurch grosse Einsparungen an Fällungs- mittel erlaubt, wiederverwendet wird. Ein wesentli cher Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens liegt darin, dass mit grossen Schlammengen gearbeitet werden kann und die Wirksamkeit des Eisen-Rück- Schlammes dadurch erhöht ist.
Bei diesem Fall des Eisen-Rückschlamm-Verfahrens kann die dem zu- fliessenden Wasser ständig zugegebene Menge von Eisenchlorid so niedrig gewählt werden, dass ohne Eisen-Rückschlamm nach einer Stunde keine Fällung erfolgen würde.
Es soll zunächst die Phosphatentfernung aus- schliesslich mittels Eisen-Rückschlamm betrachtet werden. Es war anzunehmenden, dass die Phosphat entfernung mittels Eisen-Rückschlamm in sehr star kem Masse von der Menge des erwähnten Schlam mes abhängig ,ist. Ein in dieser Richtung unternom mener Versuch hat diese Auffassung bestätigt. Ein Eisen-Rückschlamm, welcher mehr als 1 Tag alt war,
wurde einem mechanisch geklärten Abwasser zuge- P or ben. Der Phosphatgehalt des Abwassers betrug bei Versuchsbeginn 9,5 mg/1, während die zugegebene Rückschlamm-Menge zwischen 10 und 200 ml pro Liter Abwasser variiert wurde. Das Abwasser wurde zunächst mechanisch mit dem Eisen-Rückschlamm vermischt und anschliessend während einer Stunde zum Absetzen ruhen gelassen.
In der nachfolgend aufgeführten Tabelle 1 sind die Ergebnisse zusammengestellt
EMI0002.0079
Tabelle <SEP> I
<tb> Menge <SEP> des <SEP> zugesetzten <SEP> Phosphatgehalt <SEP> nach
<tb> Eisen-Rückschlammes <SEP> einer <SEP> Absetzzeit <SEP> Phosphatentfernung
<tb> in <SEP> <B>nil</B> <SEP> r <SEP> Abwasser <SEP> von <SEP> 1 <SEP> St.
<SEP> in <SEP> mg/1 <SEP> m <SEP> fl/a
<tb> pro <SEP> Lite
<tb> 10 <SEP> 9,5 <SEP> 0
<tb> 20 <SEP> 9,5 <SEP> 0
<tb> 40 <SEP> 9,5 <SEP> 0
<tb> 60 <SEP> 9,0 <SEP> 5
<tb> 80 <SEP> 8,5 <SEP> 11
<tb> 140 <SEP> 6,0 <SEP> 37
<tb> 200 <SEP> 4,5 <SEP> 53 Bei der hier vorliegenden Rückschlamm-Beschaf- fenheit setzte die merkbare Phosphatentfernung erst bei einer Eisen-Rückschlammenge von 60m1 pro Liter Abwasser merklich ein.
In einem weiteren Versuch wurde der Einfluss des Alters eines konzentrierteren Eisen-Rückschlam- mes untersucht. Es wurde mechanisch geklärtem Abwasser ein Eisen-Rückschlamm verschiedenen Al ters in einer Menge von 20m1 pro Liter Abwasser zugegeben. Nach einer kurzen mechanischen Durch mischung erfolgte die Prüfung nach einer Absetzzeit von 1 Stunde.
Der Phosphatgehalt des Abwassers betrug bei Versuchsbeginn 7,5 mg/1. Zur Überprüfung der Konzentration des Abwassers wurde auch der Kaliumpermanganatverbrauch (KMnO,-Verbrauch) bestimmt.
Bei Beginn der Versuche betrug der Kaliumper- manganatverbrauch 191 mg/1. Die Ergebnisse der erwähnten Versuchsreihe sind in Tabelle II zusam mengestellt.
EMI0003.0001
Tabelle <SEP> II
<tb> Alter <SEP> des <SEP> zugesetzten <SEP> Eisen- <SEP> Phosphatgehalt <SEP> bei <SEP> Phosphatentfernung <SEP> KMn04-Verbrauch <SEP> bei <SEP> KMn04-Verbrauch,
<tb> Rückschlammes <SEP> in <SEP> Std. <SEP> Versuchsende <SEP> in <SEP> mgll <SEP> in <SEP> % <SEP> Versuchsende <SEP> in <SEP> mg/1 <SEP> Entfernung <SEP> in <SEP> /o
<tb> 1 <SEP> 1,0 <SEP> 87 <SEP> 153 <SEP> 20
<tb> 4 <SEP> 2,5 <SEP> 67 <SEP> 147 <SEP> 23
<tb> 6 <SEP> 3,0 <SEP> 60 <SEP> 147 <SEP> 23
<tb> <U>22 <SEP> 4,5</U> <SEP> 60 <SEP> 141 <SEP> <U>26</U> Es soll nun ein, weiterer Versuch erläutert wer den, bei welchem dem Eisen-Rückschlamm zur Reaktivierung Eisenchlorid zugegeben wurde.
Einem mechanisch geklärten Abwasser mit einem Phosphat gehalt von 8,5 mg/1 wurde neben Eisen-Rückschlamm unterschiedlicher Menge Eisenchlorid (FCC13 - 6H"0) in einer Menge zugegeben, die 10 mg Eisen pro Liter Abwasser entspricht. Das Abwasser wurde mit den Zugaben mechanisch durchmischt, worauf das Ab setzen während 1 bzw. 2 Stunden erfolgte.
Die Er gebnisse dieser Versuchsreihe sind in der Tabelle III zusammengestellt
EMI0003.0009
Tabelle <SEP> III
<tb> Wirkung <SEP> bei <SEP> Absetzzeiten <SEP> von
<tb> 1 <SEP> Stunde <SEP> 2 <SEP> Stunden
<tb> Menge <SEP> des <SEP> Rückschlammes <SEP> Phosphatgehalt <SEP> des <SEP> behan- <SEP> Phosphatentfernung <SEP> Phosphatgehalt <SEP> des <SEP> behan- <SEP> Phosphatentfernung
<tb> in <SEP> ml <SEP> pro <SEP> Liter <SEP> Abwasser <SEP> delten <SEP> Abwassers <SEP> in <SEP> mg/1 <SEP> in <SEP> <B>eh</B> <SEP> delten <SEP> Abwassers <SEP> in <SEP> mg/1 <SEP> in <SEP> 0/a
<tb> 0 <SEP> 6,5 <SEP> 24 <SEP> 5,0 <SEP> 41
<tb> 20 <SEP> 6,0 <SEP> 29 <SEP> 5,0 <SEP> 41
<tb> 40 <SEP> 6,0 <SEP> 29 <SEP> 5,0 <SEP> 41
<tb> 60 <SEP> 5,5 <SEP> 35 <SEP> 5,0 <SEP> 41
<tb> 80 <SEP> 4,5 <SEP> 47 <SEP> 4,5 <SEP> 47
<tb> 140 <SEP> 4,
0 <SEP> 53 <SEP> 3,5 <SEP> 59
<tb> <U>200 <SEP> 1,8</U> <SEP> 79 <SEP> 1,0 <SEP> 88 Bei dieser Versuchsreihe wurde Eisen-Rück- schlamm verwendet, welcher mehr als ein Tag alt war, also nach den Ergebnissen der in der Tabelle II zusammengestellten Versuchsreihe seine Aktivität be reits weitgehend verloren hatte.
Die Eisenchloridzugabe von 10 mg Eisen pro Liter Abwasser war so klein, dass ohne Rückschlamm bei einstündiger Absetzzeit nur 24% der Phosphate entfernt wurden. Steigende Mengen von Rück schlamm ergaben jedoch eine bis über dreifache Wir kung der Phosphatentfernung ; noch günstiger war der Effekt der Phosphatentfernung, wenn die Absetz- zeit auf 2 Stunden ausgedehnt wurde.
Dieser Versuch beweist, dass eine bescheidene und allein wenig wirksame Eisenchloridmenge zu sammen mit einem Eisen-Rückschlamm, der für sich allein wenig wirksam war, zu einer hervorragenden Phosphatfällung führt.
Auf der Basis dieser Laborversuche wurde das Verfahren ,in der Kläranlage Pfäffikon (ZH) in meh reren Grossversuchen ausgeführt. In der beiliegenden Zeichnung ist diese Anlage schematisch skizziert. Die Anlage besteht aus einem Absetzbecken A für Roh wasser, welches mittels einer Rinne R1 mit dem Mischbecken B verbunden ist. Das Mischbecken B ist seinerseits über eine Rinne R., mit dem Nachklär- becken C verbunden.
Im Mischbecken B befindet sich ferner eine zur mechanischen Einmischung von Bei gaben geeignete Vorrichtung beispielsweise eine mo- torisch angetriebene Bürstenwalze (nicht dargestellt), oder eine Druckluft-Belüftung. An dieser Stelle wurde bei den Grossversuchen das Eisenchlorid beigemischt. Der sich im Nachklärbecken bildende Eisenschlamm wurde mittels einer Leitung R3 fortlaufend zum Mischbecken B rückgeführt.
An die Leitung R3 sind zwei durch Klappen S1 und S2 verschliessbare Ab zweigungen U1 und Uz vorgesehen, durch welche ein Teil des Rückschlammes dem Absetzbecken A oder dem Faulraum F zugeführt werden kann, zu welchem auch die sich im Becken A absetzenden Bestandteile des Rohwassers gelangen. Die Leitung R3 kann durch eine Klappe S3 geschlossen werden. Das Eisen chlorid wurde durch eine bei D angedeutete Dosier anlage zugegeben.
Aus der Darstellung ist zu ersehen, dass bei einer zu grossen Eisenschlammenge dieser nicht nur dem Mischbecken B, sondern auch dem Absetzbecken A und dem Faulraum F zugeleitet werden kann. (Lei tungen U1, bzw. UJ. Daneben kann der überschüs sige Eisenschlamm auch direkt aus dem Becken C entnommen und beispielsweise als Dünger oder der gleichen weiterverwendet werden.
Die dargestellte Kläranlage Pfäffikon ist an sich für Abwasserreinigung nach dem Belebtschlammver- fahren eingerichtet. Die Anlage besteht aus zwei iden tischen Belüftungs- und Nachklärbecken, in der bei liegenden Abbildung als B und C bezeichnet, welche an ein gemeinsames Absetzbecken A angeschlossen sind. Die beiden Teile können mit qualitativ und quantitativ gleichem Abwasser beschickt werden.
Die Gesamtanlage eignet sich daher besonders gut für vergleichende Versuche.
Aus dem einen Belüftungs- und Nachklärbecken war aller Belebtschlamm entfernt worden. In diesen Becken arbeitete das Eisen-Rückschlammverfahren, während parallel dazu wie üblich das Belebtschlamm- verfahren reinigte. Bei Beginn des Versuches wurde um 8.00 Uhr mit der Zugabe von Eisenchlorid (FeCls - 6H.0) mit einer Menge begonnen, die 30 mg Eisen pro Liter Abwasser entsprach. Um 11.00 Uhr hatte sich das Eisen-Rückschlamm-Verfahren einge arbeitet.
In der nachfolgend aufgeführten Tabelle IV sind die Ergebnisse dieses Versuches zusammenge stellt
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Tabelle <SEP> IV
<tb> Durchsichtigkeit <SEP> in <SEP> cm <SEP> Sauerstoffgehalt <SEP> mg/1 <SEP> Phosphatgehalt <SEP> mg/1
<tb> Zeit <SEP> der <SEP> Entnahme
<tb> der <SEP> Mischprobe <SEP> Zulauf <SEP> zu <SEP> Ablauf <SEP> von <SEP> Zulauf <SEP> zu <SEP> Ablauf <SEP> von <SEP> Zulauf <SEP> zu <SEP> Ablauf <SEP> von
<tb> Becken <SEP> B <SEP> Becken <SEP> C <SEP> Becken <SEP> B <SEP> Becken <SEP> C <SEP> Becken <SEP> B <SEP> Becken <SEP> C
<tb> 11.00 <SEP> - <SEP> 11.50 <SEP> 2 <SEP> 39 <SEP> 6.0 <SEP> 8.8 <SEP> 3.0 <SEP> 0.04
<tb> 12.00 <SEP> - <SEP> 12.50 <SEP> 2 <SEP> 48 <SEP> 5.7 <SEP> 9.1 <SEP> 3.0 <SEP> 0.04
<tb> 13.00 <SEP> - <SEP> 13.50 <SEP> 2 <SEP> 44 <SEP> 5.4 <SEP> 8.5 <SEP> 2.0 <SEP> 0.04
<tb> l4.00 <SEP> - <SEP> 14.50 <SEP> 2 <SEP>
44 <SEP> 5.7 <SEP> 8.5 <SEP> 2.5 <SEP> 0.04
<tb> 15.00- <SEP> 15.50 <SEP> 2 <SEP> 38 <SEP> 6.1 <SEP> 8.3 <SEP> 2.8 <SEP> 0.04
<tb> 16.00 <SEP> - <SEP> 16.50 <SEP> 2 <SEP> 25 <SEP> 6.1 <SEP> 8.2 <SEP> 5.3 <SEP> 0.04
<tb> 17.00 <SEP> - <SEP> 17.50 <SEP> 4 <SEP> 27 <SEP> 6.4 <SEP> 8.1 <SEP> I <SEP> .
<SEP> 4.0 <SEP> I <SEP> 0.04
<tb> <U>Mittel <SEP> I <SEP> 2,3 <SEP> I <SEP> 37,6 <SEP> I <SEP> 5.9 <SEP> I <SEP> 8.5 <SEP> 3.2 <SEP> 0.04</U>
<tb> Verbesserung <SEP> I <SEP> Durchsichtigkeit <SEP> 1635% <SEP> Sauerstoffgehalt <SEP> 14'% <SEP> I <SEP> Phosphatentfernung <SEP> 99% Bei einer Eisenchlorid-Zugabe von 30 mg Eisen pro Liter Abwasser wurden demnach die Phosphate fast restlos (99'%) entfernt. Ausserdem wurde die Durchsichtigkeit um 1635%,
der Sauerstoffgehalt um 14'% verbessert. Beim parallel laufenden Belebt- schlamm-Verfahren enthielt der Ablauf des Nach klärbeckens immer noch 2,1 mg/1 P04", d. h.
nur 34% der Phosphate waren entfernt worden. Die Durchsichtigkeit betrug im Ablauf des Belebt schlamm-Nachklärbeckens 16,0 cm (Verbesserung 696'%), der Sauerstoffgehalt 4,5 mg/1 (Verschlechte- rung 7,6%).
Nach diesem Versuch zu schliessen war auch mit einer kleineren Eisenchlorid-Zugabe mittels. Eisen Rückschlamm-Verfahren noch eine sehr gute Phos- phatfällung zu erwarten, was durch einen weiteren Grossversuch bestätigt wurde.
Da auch die bisher gebräuchlichen chemischen Fällungsverfahren zur Abwasserreinigung keine hin reichend gründliche Reinigung bezüglich der im Ab wasser vorhandenen organischen Substanzen bewir ken, wurde im erwähnten weiteren Grossversuch das erfindungsgemässe Phosphatentfernungsverfahren mit dem zur Entfernung und Bindung von organischen Substanzen günstigeren Belebtschlammverfahren kom biniert. Insbesondere wurde bei diesem Versuch die Zugabe von Essenchlorid vermindert um festzustellen, in welchem Ausmass Phosphate im Abwasser ent halten bleiben.
Bei der bereits beschriebenen Anlage wurde am Vortag des Versuches die Eisenchloridzugabe von 15.00 Uhr auf 7 mg Fe pro Liter Abwasser festge setzt und gleichzeitig Belebtschlamm zugegeben. Am folgenden Tag wurden Proben genommen,
deren
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Tabelle <SEP> V
<tb> Entnahme <SEP> Durchsichtigkeit <SEP> cm <SEP> <B>BSB5</B> <SEP> mg/1 <SEP> KMn04-Verbrauch <SEP> mg/1 <SEP> Phosphatgehalt <SEP> mg/1
<tb> der <SEP> Mischprobe <SEP> I <SEP> Zulauf <SEP> I <SEP> Ablauf <SEP> I <SEP> Zulauf <SEP> I <SEP> Ablauf <SEP> ( <SEP> Zulauf <SEP> I <SEP> Ablauf <SEP> Zulauf <SEP> I <SEP> Ablauf
<tb> 07.00 <SEP> - <SEP> 07.50 <SEP> 7.0 <SEP> 36 <SEP> 46.0 <SEP> 2.5 <SEP> 114 <SEP> 44 <SEP> 4.0 <SEP> 1.8
<tb> 08.00 <SEP> - <SEP> 08.50 <SEP> 6.0 <SEP> 36 <SEP> 45.2 <SEP> 2.9 <SEP> 158 <SEP> 38 <SEP> 6.0 <SEP> 1.4
<tb> 09.00 <SEP> - <SEP> 09:
50 <SEP> 3.0 <SEP> 34 <SEP> 77.6 <SEP> 1.2 <SEP> 224 <SEP> 39 <SEP> 10.0 <SEP> 1.2
<tb> 10.00 <SEP> - <SEP> 10.50 <SEP> 2.0 <SEP> 36 <SEP> 86.0 <SEP> 5.2 <SEP> 206 <SEP> 57 <SEP> 7.0 <SEP> 1.7
<tb> 11.00 <SEP> - <SEP> 11.50 <SEP> 2.0 <SEP> 28 <SEP> 119.6 <SEP> 9.4 <SEP> 296 <SEP> 63 <SEP> 6.5 <SEP> 1.8
<tb> 12.00 <SEP> - <SEP> 12.50 <SEP> 2.5 <SEP> 26 <SEP> 131.2 <SEP> 15.3 <SEP> 338 <SEP> 76 <SEP> 7.0 <SEP> 1.4
<tb> 13.00 <SEP> - <SEP> 13.50 <SEP> 3.5 <SEP> 25 <SEP> 134.0 <SEP> l6.8 <SEP> 304 <SEP> 96 <SEP> 7.0 <SEP> 1.1
<tb> 14.00 <SEP> - <SEP> l4.50 <SEP> 3.5 <SEP> 22 <SEP> 100.0 <SEP> 13.6 <SEP> 262 <SEP> 114 <SEP> 6.5 <SEP> 0.8
<tb> 15.00 <SEP> -15.50 <SEP> 3.5 <SEP> 24 <SEP> 84.0 <SEP> 8.5 <SEP> 234 <SEP> 104 <SEP> 6.0 <SEP> 0.7
<tb> l6.00 <SEP> - <SEP> l6.50 <SEP> 3.0 <SEP> 23 <SEP> 66.0 <SEP> 5.6 <SEP> 200 <SEP> 81 <SEP> 4.0 <SEP> 0.5
<tb> <U>Mittel <SEP> I <SEP>
3.6 <SEP> 29.0 <SEP> I <SEP> 89.0 <SEP> 8.1 <SEP> I <SEP> 2.33.6I <SEP> 71.2 <SEP> 6.40 <SEP> I <SEP> l.24</U>
<tb> Verbesserung <SEP> I <SEP> 8060/0 <SEP> 91% <SEP> 70% <SEP> I <SEP> 81% Werte in der Tabelle V gemeinsam mit den Ent nahmezeiten aufgeführt sind.
Wie aus dieser Tabelle zu ersehen ist, war die Entfernung der Phosphate im Hinblick auf die ge ringe, verbrauchte Eisenchloridmenge sehr befriedi gend. Aber auch die Verbesserung der Durchsichtig keit, des biochemischen Sauerstoffbedarfs (BSB5) und des Kaliumpermanganatverbrauches war hervorra gend.
Beim parallel geschalteten Belebtschlammverfah- ren ergab sich im Ablauf des Nachklärbeckens ein Phosphatgehalt von 4,65 mg/1 (Verbesserung 27%) eine Durchsichtigkeit von 13.0 cm (Verbesserung 3610/0), ein biochemischer Sauerstoffbedarf von 15,2 mg/1 (Verbesserung 83,%)
und ein Kaliumper- manganatverbrauch von 96,7 mg/1 (Verbesserung 59'%).
Zusammenfassend kann somit festgestellt werden, dass sich das Eisen-Rückschlammverfahren vorzüg lich eignet für die Entfernung von Phosphaten aus Abwässern, besonders in zentralen Kläranlagen.
Die Höhe der Eisenchloridzugabe richtet sich nach der Abwasserbeschaffenheit und nach dem ge wünschten Reinigungseffekt. Im allgemeinen wird das Verhältnis von Eisenchlorid und Eisen-Rückschlamm derart gewählt, dass die darin enthaltenen Eisenmen gen in einem Verhältnis zwischen 1 : 5 und 1 : 100 stehen. Bei einem Phosphatgehalt des Abwassers von ca. 6 mg/1 verspricht eine Eisenchloridzugabe von 7-10 mg Eisen pro Liter nach dem Eisen-Rück- schlammverfahren gute Erfolge.
Das Eisen-Rückschlammverfahren kann mit dem Belebtschlammverfahren kombiniert werden. Während das ohne Zusatz von Eisenverbindungen betriebene Belebtschlammverfahren zwar die im Ab wasser gelösten organischen Stoffe weitgehend abbaut, erfolgt keine oder nur eine schwache Entfernung der gelösten Phosphate (0 bis ca.
201/o). Die Zugabe von Eisenchlorid und Eisen-Rückschlamm nach er- findungsgemässem Verfahren zum Belüftungsbecken des Belebtschlammverfahrens stört die abbauende Bakterientätigkeit des Belebtschlammes nicht, erlaubt jedoch die weitgehende Ausfällung der Phosphate (z. B. bis 90%)
. Während sich der aus dem Belüf- tungsbecken ausfliessende Belebtschlamm im Nach klärbecken absetzt,
erfolgt gleichzeitig im Nachklär- becken auch das Absetzen des Eisen-Rückschlammes. Das Eisenchlorid sowie das Gemisch von Rücklauf schlamm des Belebtschlammverfahrens und von Ei sen-Rückschlamm ist dem Zulauf zum Belebt schlammbecken zuzufügen, oder so, dass im Misch becken wenigstens noch eine gute Durchmischung stattfindet. Die Kombination beider Verfahren ermög licht ausser einer guten Phosphatentfernung eine Verbesserung des allgemeinen Reinigungseffektes ; sie eignet sich auch für eine Verbesserung des Reini gungseffektes bei schlecht arbeitenden, z.
B. überla steten Belebtschlammanlagen.