Kammzugfärbeapparat Die Erfindung betrifft einen Kammzugfärbe-4 apparat mit einer in einem perforierten Behälter zentral angeordneten perforierten Rohrhülse, um den Kammzug zwischen diese beiden Elemente ein zubringen, und mit einem belastbaren Deckel an der freien Stirnseite des Behälters, welcher Deckel eine Volumenänderung des Kammzuges während des Färbevorganges zulässt.
Es ist bekannt, Kammzug in Kammzugfärbe- apparaten in der Weise zu färben, dass Kammzug- spulen auf in den Färbeapparaten angebrachte, per forierte Rohre aufgesteckt werden. Ferner ist bekannt, den Kammzug auf perforierte Rohre aufzuwickeln, die so ausgebildet sind, dass sie direkt in die Kamm zugfärbeapparate eingesetzt werden können.
In beiden Fällen dienen diese perforierten Rohre zum Zuführen oder zum Abführen der radial durch die zu färbenden Kammzugspulen hindurchströmende Färbeflotte. Da die zu färbenden Materialien, ins besondere Wolle, im Verlauf der Durchführung des eigentlichen Färbeprozesses ihr Volumen ändern, sind bei der Mehrzahl der bekannten Kammzugfärbe- apparate Mittel vorgesehen, um die Kammzugspulen in axialer Richtung zu verdichten.
Als derartige Mittel waren bei älteren Färbeapparaten Belastungs gewichte vorgesehen, bei neueren Färbeapparaten sind meist von Hand nachstellbare Spindeln. vor handen, die auf Metallteller niedergeschraubt werden können, die auf die freie Stirnseite der Kammzug- spule im Färbeapparat aufgelegt sind und mit Hilfe des durch die Spindel ausübbaren Druckes auch auf die Kammzugspule einen Druck in axialer Richtung vermitteln.
Mit diesen bekannten Mitteln ist es nicht möglich, den auf dem zu färbenden Material lastenden axialen Druck zu regulieren und denselben während des gesamten Färbeprozesses gleichbleibend auf- rechtzuerhalten oder in gewünschter Weise zu ver ändern.
Aufgabe der Erfindung ist es, diese Nachteile zu beseitigen und einen Kammzugfärbeapparat mit Belastungsvorrichtung zu schaffen, mit der ein gleich mässiger gewollter Druck auf den in den Kammzug färbeapparat eingebrachten, zu färbenden Kammzug ausgeübt werden kann.
Erfindungsgemäss wird das dadurch erreicht, dass der eingangs erwähnte Kammzugfärbeapparat sich auszeichnet durch eine einstellbare Belastungsvor richtung für den Deckel, welche den Anpressdruck bei einer Volumenänderung des Kammzuges während des Färbevorganges mindestens annähernd konstant hält.
Eine Ausführungsform des erfindungsgemässen Apparates besitzt eine Druckvorrichtung, die derart ausgebildet ist, dass an der Oberseite des Druck stückes ein Druckzylinder befestigt ist, dessen Druck kolben von einem in den Druckzylinder einfuhrbaren Druckmittel beaufschlagbar ist.
Eine andere Ausführungsform sieht vor, dass an der Oberseite des Druckstückes eine Schraubendruck feder angebracht ist, deren Druck durch eine an einer Gewindestange bewegbare Gewindemutter ein stellbar ist.
Durch die erfindungsgemässe Ausbildung des Kammzugfärbeapparates ist es möglich, auf den zu färbenden Kammzug einen bestimmten Druck wäh rend des ganzen Färbeprozesses gleichbleibend aus zuüben und auch bei Volumenänderung mindestens annähernd aufrechtzuerhalten, ohne dass irgendwelche Veränderungen von Hand während des Ablaufes des Färbevorganges vorgenommen werden müssen, die infolge der dabei vorhandenen Umstände mit beson deren Schwierigkeiten und Gefahren verbunden wä ren.
Der erfindungsgemässe Kammzugfärbeapparat wird anhand der Zeichnung in einem Ausführungs beispiel näher beschrieben, und zwar zeigen: Fig.l einen Teilschnitt eines Kammzugfärbe- apparates mit Belastungsvorrichtung, Fig. 2 einen Längsschnitt durch eine Belastungs vorrichtung in einer anderen Ausführungsform. Der zu färbende Kammzug 1 ist ausserhalb des Färbeapparates auf die perforierte Rohrhülse 2 auf gewickelt oder aufgeschoben und mit dem perforierten Behälter 3 umgeben worden.
Der mit Rohrhülse 2 und Behälter 3 versehene Kammzag 1 wird darauf in den Färbeapparat eingebracht. Der Behälter 3 weist den Boden 4 auf, der auf den Zuführungs stutzen 5 für die Färbeflotte mittels des lösbaren Verschlusses 6 aufschiebbar ist. Der lösbare Verschluss 6 ist so ausgebildet, dass er einerseits gegen den Zu führungsstutzen 5 und anderseits gegen die auf den Boden 4 aufgesetzte Rohrhülse 2, und zwar an deren Innenwand, abdichtet. Der Boden 4 kann fest an dem perforierten Behälter 3 angebracht sein. Der Boden 4 kann auch an seinem Aussenrand eine um- gebördelte Krempe 7 haben, so dass Behälter 3 und Boden 4 voneinander lösbar sind.
Auf den in dieser Weise in den Kammzugfärbeapparat eingesetzten Kammzug 1 wird vor oder nach dem Einsetzen des Behälters 3 in den Färbeapparat auf die freie Stirn seite der Deckel 8 mit geringem Spiel gegenüber der Rohrhülse 2 einerseits und dem Behälter 3 ander seits aufgelegt.
Eine besonders vorteilhafte Anwendung ergibt sich, wenn der zu färbende Kammzug ausserhalb des Färbeapparates in einen in denselben einsetzbaren Behälter, der wie der zuvor beschriebene Behälter 3 mit daran befestigtem Boden 4 und darin angeordneter Rohrhülse 2 ausgebildet ist, derart abgelegt wird, dass die bekannte Art der Kannenablage mit durch einen Coiler abgelegten spiralförmigen, übereinanderlie- genden Windungen Verwendung findet. Ein auf diese Weise gefüllter Behälter kann sofort in den Färbe apparat eingesetzt werden.
. Die Belastung wird in beiden Fällen auf den Deckel 8 aufgebracht. Die dazu dienende Belastungs vorrichtung ist oberhalb des Deckels 8 vorgesehen. Nach Fig. 1 besteht diese aus dem um die Rohrhülse 2 herum auf den Deckel 8 aufsetzbaren Druckstück 9, welches mit dem Druckzylinder 10 eine Baueinheit bildet. Das Druckstück 9 hat zweckmässigerweise eine zylindrische Form, kann aber auch in jeder an deren geeigneten Form ausgeführt sein. Innerhalb des Druckstückes 9 und des Druckzylinders 10 ist die Kolbenstange 11 angeordnet.
Der untere, inner halb des Druckstückes 9 befindliche Teil der Kolben stange 11 ist an seinem untersten Ende mit der Ver- schlussscheibe 12, die an der Rohrhülse 2 befestigt ist, lösbar verbunden. Dieses untere Teil der Kolben stange 11 dient ferner zur Führung des Druckstückes 9 bzw. des Druckzylinders 10 in senkrechter Richtung. Dazu ist die Kolbenstange 11 mittels der Stopfbüchse 13 gegen den Druckzylinder 10 abgedichtet.
Inner- halb des Druckzylinders 10 ist an der Kolbenstange 11 der Druckkolben 14 befestigt, an dessen nach dem Deckel des Druckzylinders 10 zu befindlichen Seite die Haltestange 15 angebracht ist, deren oberes Ende vorzugsweise die Form einer Öse hat. Der Druckzylinder 10 hat an seinem zylindrischen Mantel an dem dem Druckstück 9 benachbarten Ende einen Anschlussstutzen für die Druckmittelzuleitung 16, die mit einem Dreiwegehahn 17 ausgerüstet ist.
Die Arbeitsweise der Belastungsvorrichtung ist die folgende: Nach dem Einsetzen des auf die Rohr hülse 2 aufgewickelten oder anderweitig eingebrachten und von dem Behälter 3 umgebenen Kammzuges 1 in den Färbeapparat wird der Deckel 8 auf die Stirn seite des im Behälter 3 befindlichen Kammzuges 1 aufgelegt und darauf die Belastungsvorrichtung auf gebracht. Dazu wird die Kolbenstange 11 durch Drehen der Öse 15 in die mit der Rohrhülse 2 fest verbundene Verschlussscheibe 12 eingeschraubt.
Wenn nunmehr Druckmittel durch die Druckmittelzuleitung 16 in den Druckzylinder 10 eingeführt wird, bewegt sich der Druckzylinder 10 zusammen mit dem Druck stück 9 nach unten, also in Richtung nach dem Boden des Kammzugfärbeapparates zu, da der Druckkolben 14 durch seine Verbindung mit der Verschlussscheibe 12 mittels der Kolbenstange 11 unbeweglich ange ordnet ist, so dass der innerhalb des Druckzylinders 10 entstehende Druck nur in Richtung auf den Boden des Druckzylinders wirken kann. Auf diese Weise ist der vom Druckstück 9 auf den Deckel 8 aus zuübende Druck einstellbar.
Das Färben erfolgt in bekannter Weise durch Zuführung und Umwälzung der Färbeflotte mittels Pumpe, wobei während dieses Vorganges der Deckel 8 trotz Volumenänderung des zu färbendenMaterials eine gleichbleibende Belastung erhält. Durch Änderung des Druckes, dem das Druck mittel unterworfen ist, kann der Druck auf den Deckel - wenn gewünscht - verändert werden.
Nach voll endeter Färbung kann die Belastungsvorrichtung auf einfache Weise abgenommen werden, indem das im Druckzylinder 10 befindliche Druckmittel durch Ver stellung des Dreiwegehahnes 17 abgelassen wird, so dass darauf ohne weiteres das Druckstück 9 ver schoben und die Verbindung mit der Verschluss- scheibe 12 gelöst werden kann.
In Fig. 2 ist eine andere Möglichkeit für die Auf bringung der Belastung dargestellt. In diesem Falle ist der Druckzylinder mit darin angeordnetem Kolben durch eine einstellbare Schraubendruckleder ersetzt, während die Anordnung des Druckstückes die gleiche wie bei dem nach Fig. 1 beschriebenen Beispiel ist. Dazu ist die imDruckstück9 vorgeseheneKolbenstange 11 an dem über der Oberseite des Druckstückes 9 befindlichen Teil mit Gewinde 18 versehen.
Auf die Oberseite des Druckstückes 9 stützt sich die Schrau- bendruckfeder 19 mit ihrem unteren Ende ab, wäh rend das obere Ende derselben durch die Halte scheibe 20 abgedeckt ist, die mittels der auf dem Gewinde 18 der Kolbenstange 11 bewegbaren Hand kurbel 21 in Richtung nach dem Druckstück 9 zu verstellbar ist. Auf diese Weise kann ähnlich wie bei der vorhergehenden Ausführungsform der auf. das Druckstück 9 und damit auf den Deckel 8 auszu übende Druck eingestellt werden. Der Weg, um den die Feder zusammengepresst wird, ergibt bei ent sprechender Eichung des Mass für den ausgeübten Druck.
Bei genügender Weichheit der Schrauben druckfeder 19 bleibt die Spannung der letzteren und damit der Anpressdruck des Druckstückes 9 auch dann annähernd konstant, wenn sich der Deckel 8 infolge einer Volumenänderung des Kammzuges 1 in senkrechter Richtung verschiebt.