Verfahren zur Herstellung von potentiell gekräuselten Fäden Garn, welches aus synthetischen linearen Polymer fäden besteht, z. B. ein Polyamidgarn aus Polyhexa- methylen-adipamid, besitzt viele Eigenschaften, welche für Textilzwecke sehr begehrt sind, insbesondere eine sehr hohe Festigkeit und Bruchdehnung. Die hohe Festigkeit wird erreicht, indem man die Fäden ver- streckt. Dieses Verstrecken wird häufig als Kalt strecken bezeichnet.
Dabei werden die Rüden nach dem Erspinnen aus Lösung oder Schmelze im festen Zustand gestreckt, gewöhnlich so, dass man sie zwi schen zwei Walzenpaaren hindurchführt, von denen das zweite Paar rascher dreht als das erste. Zwischen den Walzen können die Fäden gewünschtenfalls um einen oder mehrere Stifte herumgeführt werden, um den sogenannten Streckhals zu lokalisieren (siehe bri tische Patentschrift Nr. 543466). Die genannten Stifte werden auch als Streckstifte bezeichnet. Sie können auch rotieren und somit als kleine Walzen ausgebildet sein.
Eine derartige Walze kann gewünschtenfalls ent gegen der Richtung, in welcher das Garn läuft, ange trieben werden. Trotz seinen vorzüglichen Eigen schaften weist jedoch derartiges Garn für gewisse Textilzwecke Nachteile auf, insbesondere hinsicht lich seines Griffes, vermutlich infolge der Gleich mässigkeit, Glattheit und Kompaktheit, durch welche Fäden aus synthetischen linearen Polymeren norma lerweise gekennzeichnet sind.
Demzufolge wurden zahlreiche Verfahren vorgeschlagen, um synthetische Textilfäden zu kräuseln, mit dem Zweck, sie luftiger oder voluminöser zu machen. Ein Weg, um dieses zu erreichen, besteht darin, dass man dem Garn eine falsche oder vorübergehende Drehung erteilt, wie es z. B. in der britischen Patentschrift N.r. 590914 be schrieben ist. Es ist üblich, das Garn im Zustand der falschen oder vorübergehenden Drehung zu erhitzen, um diese zu fixieren.
Dies kann geschehen, indem man Dampf oder heisse Luft anwendet, oder indem man das Garn über eine heisse Platte leitet. Die falsche Dre- hung und andere Verfahren zur Einführung einer Kräuselung in Fäden verlangten jedoch bisher eine zusätzliche Operation bei der Garnbehandlung, wo durch diese verteuert wurde.
Es wurde nun festge- stellt, dass potentiell gekräuseltes synthetisches lineares Polymergarn vorteilhaft hergestellt werden kann, indem man den Endlosfaden in seinem umgestreckten Zustand, nach dem Spinnen gleichzeitig einer falschen Drehung und einer Streckung unterwirft, so dass der Faden im vorübergehend gedrehten Zustand gestreckt wird.
Das erhaltene gestreckte Produkt zeigt nicht nur die guten Eigenschaften von synthetischem linearem Polymergarn, sondern die Fäden kräuseln sich auch, sobald sie entspannt werden. Das Garn besitzt dann eine angenehme Vollheit. Der Kräuse- lungsprozess, welcher beim Entspannen des, Garns vor sich geht, kann durch Anwendung von Wärme gefördert werden.
Die erfindungsgemäss hergestellten Garne können entspannt zum Wirken oder Weben verwendet oder anderweitig zu Textilien mit angenehmem Griff ver arbeitet werden. Das Weben oder Wirken kann jedoch auch mit den erfindungsgemäss potentiell gekräuselten Garnen erfolgen, wobei die Entwicklung der Kräuse lung durch Entspannen der Garne im erhaltenen Flächengebilde oder in einem daraus hergestellten Textilgegenstand, z. B. durch Kochen in Wasser, er folgen kann.
Die Verwendung der Garne im potentiell gekräuselten Zustand in dieser Weise hat den Vor teil, dass die Arbeit der Textilmaschinen durch das Vorhandensein einer Kräuselung nicht behindert wird. Selbstverständlich muss man die Gewebe lose oder offen einstellen, da sonst die Entwicklung der Kräuse lung im Gewebe verunmöglicht oder behindert wird.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein Verfahren zur Herstellung eines potentiell gekräusel ten Garns aus synthetischen linearpolymeren Endlos- fasern, welches dadurch gekennzeichnet ist, dass man dem höchstens unvollständig verstreckten Faden eine falsche Drehung erteilt und ihn im festen Zustand und im Zustande der falschen Drehung verstreckt.
Die Erfindung umfasst auch die in der oben be schriebenen Weise hergestellten potentiell gekräusel ten Garne.
Die ungestreckten oder unvollständig gestreckten Endlosfäden, welche als Ausgangsmaterial verwendet werden, sollen vorzugsweise keine oder nur eine schwache Drehung aufweisen, das heisst eine solche von weniger als 1 Umdrehung/engl. Zoll. Als Aus- gangsmaterial kann selbstverständlich auch ein Kabel dienen.
Die durch das erfindungsgemässe Verfahren poten tiell zu kräuselnden Endlosfäden können z. B. aus folgenden Polymeren bestehen: Polyharnstoffe, Poly- urethane, Polyester, Polytriazole und Polyamide; wofür folgende Beispiele angegeben seien:
Polyhexamethylenharnstoff, Polydecamethylen-harns.toff, Polybutylenglykol-hexamethyl.en dicarbamat, Polyoctamethylen-4-amino-1,2,4-triazol, Polyhexamethylen-sebacamid, Polyhexamethylen-adipamid, Polypentamethyien-adipamid, Polyoctamethylen-adipamid, Polydecamethylen-sebacamid, Polypentamethylen-sebacamid, Poly-a-caprolactam.
Das Verstrecken des Fadens erfolgt zweckmässig mit Hilfe von zwei Streckwalzenpaaren mit einem dazwischenbefindl.ichen Streckstift. Falls das Garn einen hohen Titer von z. B. mehreren Tausend. Denier aufweist, ist es empfehlenswert, anstelle von Streck walzenpaaren einzelne Zuführungs- und Streckwalzen anzuwenden, welche mit Trennwalzen zusammen arbeiten.
Im Falle von Kabeln, das heisst Fäden mit so hohem Titer, ist es auch vorteilhaft, das Garn spiralförmig um den Streckstift herumzuführen, sei es mit Hilfe von Führungen auf beiden Seiten des Stiftes oder durch Anbringen einer entsprechenden Rille in demselben.
Die Erzeugung der falschen Drehung kann mit irgendeinem zweckmässigen oder konventionellen Apparat erzeugt werden, z. B. einem solchen, welcher ein rasch rotierendes Rohr aufweist, welches eine Rolle oder einen Stift enthält, wobei besonders solche Apparate zur Erzeugung einer falschen Drehung ge eignet sind, in welchen die beweglichen Teile mit dem Elektromotor oder der Luftturbine, welche die Bewe gungsenergie liefern, eine Einheit bilden. Besonders wirksam ist das Falschdrehverfahren bei Anwendung eines Falschdrehrohrs, wie es in der Schweizer Patent schrift Nr. 345412 beschrieben ist.
Wenn der Faden mit Hilfe von zwei Walzenpaaren gestreckt wird, so wird es auf der Strecke zwischen dem ersten und dem zweiten Walzenpaar durch das Falschdrehror hin durchgeführt, und zwar in solcher Weise, dass die Streckung der Fäden in dem Augenblick erfolgt, wo sie vorübergehend gedreht sind, das heisst in ihrem Zustand der falschen Drehung.
Es ist bemerkenswert, dass, mit Ausnahme jener Wärme, welche während des Falschdrehens und Streckens entstehen kann, im erfindungsgemässen Ver fahren aber keine Wärme zugeführt werden muss. Manchmal ist es indessen vorteilhaft, den Faden auf eine mässige Temperatur von z. B. 95 C zu erwär men, wenn der Gesamtdenier sehr gross ist und z. B. über 3000 beträgt.
Diese Temperatur genügt nicht, um eine Thermofixierung zu bewirken; sie dient lediglich zur Erleichterung des S@treckens und zur Verhinderung von Fadenbrüchen, welche bei sehr hohen Denierzahlien (z. B. bei einem Kabel) manch mal eintreten.
Die erfindungsgemäss hergestellten potentiell ge kräuselten Fäden oder daraus hergestellte gewobene oder gewirkte Textilgebilde können durch Einwirkung von Hitze und gegebenenfalls von Wasser :oder Dampf beim oder nach dem Entspannen fixiert werden. Das Ausmass der notwendigen oder erwünschten Fixie rung hängt bekanntlich von den späteren Behandlun gen ab (z. B. dem Färben). Die Heissfixation kann am Garn selbst, z. B. beim Entspannen, ,erfolgen, oder man kann potentiell gekräuselten Garne zu Flächen gebilden verarbeiten und als solche entspannen und erhitzen, um sie zu kräuseln und zu fixieren.
Die erfindungsgemäss potentiell gekräuselten Garne eignen sich vorzüglich zum Wirken von Unter wäsche oder Strümpfen und auch. zur Verarbeitung zu Geweben mit (nach Entspannung) angenehm wei chem und vollem Griff; sie eignen sich schliesslich auch zur Verwendung in der Teppichfabrikation. Das erfindungsgemässe Verfahren hat den Vorteil, dass das Strecken und potentielle Kräuseln der Fäden gleichzeitig in ein und derselben kontinuierlichen Operation erfolgt, was eine entsprechende Einsparung in den Produktionskosten bedeutet.
Die erfindungs gemässen potentiell gekräuselten Garne können auch zu Stapelfasern zerschnitten und die letzteren zu Garn versponnen werden.
<I>Beispiel 1</I> Ein ungedrehter Faden aus Polyhexamethylen- adipamid von 1160 Denier und 34 Einzelfäden wird zwischen zwei Paaren von Streckwalzen hindurch laufen gelassen, wobei das zweite Walzenpaar mit einer Umfangsgeschwindigkeit von 1,22 m/min um läuft, und das Streckverhältnis der Maschine 3,8 be trägt. Zwischen den beiden Walzenpaaren läuft der Faden zweimal um einen keramischen Streck-Stift und durchläuft sodann eine Falschdrahtvorrichtung, die mit 6000 U/min umläuft.
Das vom zweiten Rollenpaar kommende, verstreckte Garn wird auf eine Flaschenspule aufgewickelt. Es ist potentiell ge kräuselt. Dieses erfindungsgemässe Erzeugnis kann wie folgt gekräuselt werden: Beim Abwickeln dessel ben und Wegnehmen der Spannung erscheint sofort eine Kräuselung, welche durch Wärmeeinwirkung gesteigert wird. Die Textur des erhaltenen Garnes ist weich und voll.
<I>Beispiel 2</I> Ein 34fibrilliger Faden aus Polyhexamethylen- adipamid, der 0,1 S-Drehungen pro engl. Zoll und einen Gesamttiter von 205 Denier aufweist, wird wie im Beispiel 1 verstreckt, mit der Ausnahme, dass das Streckverhältnis der Maschine 3,3 beträgt, und dass das Garn die Streckwalzen mit einer Geschwindigkeit von 30 m/min verlässt.
Nach Umlaufen des Keramik stiftes durchläuft der Faden. ein Rohr, welches mit einer Gummihülse inwendig verkleidet ist, die einen Durchmesser von 26,2 mm und eine Länge von 34,9 mm hat; erst dann. tritt der Faden durch den Spalt zwischen dem zweiten Walzenpaar hindurch. In die Gummihülse des mit 5000 U/min drehenden Rohres tritt der Faden unter einen Winkel von 85 zur Rohrachse ein; das Garn wird also um einen Winkel von 85 umgelenkt. Diesen Winkel nennen wir Eintrittswinkel.
Beim Verlassen des Falschdraht- rohres wird das Garn um einen Winkel von 45 umge lenkt; es ist dies der Austrittswinkel. Das erhaltene Garn wird dann auf .einer Spule gesammelt. Dieses erfindungsgemässe Erzeugnis kann zu einem Strang umgespult und mit Dampf von 1,76 kg/cm2 behandelt werden, wobei es intensiv gekräuselt und,
wollig wird. <I>Beispiel 3</I> Ein unged'rehter 20fibrilliger Faden aus Polyhexa- methylenadipamid von 180 Denier wird verstreckt, indem er zwischen zwei Paaren von Walzen bei einer Endgeschwindigkeit von 122 m/min und einem Streckverhältnis der Maschine von 2,8 hindurchge leitet wird.
Zwischen den Walzen umläuft der Faden einmal einen mit Gummi verkleideten Streckstift von 12,7 mm Aussendurchmesser und läuft sodann durch ein rasch drehendes Rohr mit eingesetzter Neopren- hülse. Die Hülse dreht mit 9000 U/min, hat einen Durchmesser von 57,15 mm und eine Länge von 57,15 mm. Das Neopren dieser Hülse hat eine Shore-Härte von 90 . Der Eintrittswinkel beträgt 120 und der Austrittswinkel 90 .
Die Hülse erteilt dem Faden einen Z-Drall. Der Drall läuft bis zum Streck stift zurück. Beim Verlassen der Streckwalzen wird das Garn durch Ringzwirnen so aufgewickelt, dass es eine Z-Drehung von 0,6 Drehungen/engl. Zoll erhält.
Ein anderes Garn wird in der gleichen Weise er halten, mit der Ausnahme, dass die Hülse in entgegen gesetztem Sinn dreht, damit sie dem Garn einen falschen S-Drall erteilt. Diese beiden erfindungs gemässen Garne können wie folgt verwendet werden: Die beiden Garne (mit entgegengesetzten Dreh momenten) werden im S-Sinn mit 1 Umdrehung/engl. Zoll verzwirnt, wodurch man ein nicht kräuselndes Garn erhält.
Dieses Garn wird zu Socken verstrickt. Beim Fär ben des Sockens im heissen Bad wird die Kräuselung entwickelt und dann durch das Nachformen fixiert. Die erhaltenen Socken sind streckbar und besitzen einen warmen und weichen Griff. <I>Beispiel 4</I> Ein ungedlrehter 34fibrilliger Faden aus Polyhexa- methylenadipamid von 207 Denier wird bei einer Auslaufgeschwindigkeit von 44,2 m/min bei einem Maschinenstreckverhältnis von 2,
9 verstreckt. Zwi schen den beiden Paaren von Streckwalzen läuft das Garn einmal um einen mit Gummi verkleideten Streckstift von 9,5 mm Durchmesser und dann durch ein Drehrohr mit eingesetzter Neopren-Hülse, wobei der Eintrittswinkel des Garnes 110 und der Austritts- winkel 50 beträgt.
Die Hülse läuft bei 8600 U/min in solchem: Sinn, dass der Faden einen S-Drall' erhält. Sowohl der Durchmesser wie die Länge der Hülse beträgt 57,15 mm; die Shore-Härte des Neoprens der Hülse ist 55 . Das die Streckvorrichtung verlassende Garn ist potentiell gekräuselt.
Das so erhaltene, erfin dungsgemässe Garn kann wie folgt verwendet werden: Bei niedriger Spannung wird es im Z-Sinn mit 1,5 Umd#rehungen/engl. Zoll gezwirnt. Das so erhal tene gekräuselte Garn hat einen Titer von 75 Denier und eine Reissfestigkeit von 4,1 g/Denier. Die Bruch dehnung des gerade gestreckten Garns. (ohne Kräusel- dehnung) beträgt <B>200/D.</B>
<I>Beispiel 5</I> Ein urigedrehter 170fibrilliger Faden aus Poly- hexamethylenadipamid von 545 Denier wird mit 30,5 m/min. Auslaufgeschwindigkeit bei einem Maschinenstreckverhältnis von 2,66 verstreckt, wobei es im Streckfeld ein Falschdrahtrohr durchläuft, das mit einer Neopren-Hülae ausgekleidet ist. Das Vor gehen unterscheidet sich von dem im Beispiel 4 be schriebenen nur durch folgende Einzelheiten:
Durchmesser des Streckstiftes 7,9 mm. Das Garn wird auf einer Zwirnspindel mit 7 Drehungen/engl. Zoll aufgewickelt.
Drehzahl der Falschdrahthülse 6000 U/min. Shore-Härte des Neoprens 85 . Eintrittswinkel des Garnes 90 . Austrittswinkel des Garnes 60 .
<I>Beispiel 6</I> Ein urigedrehtes Fadenbündel (Kabel) aus Poly- hexamethylenadipamid mit 360 Einzelfäden und einem Gesamttiter von 24120 Denier wird zwischen einer Zuführrolle und einer Streckrolle (Abzug rolle) vers@treckt, wobei das Maschinenstreckvprhält- nis 4,3 und die Streckrollengeschwindigkeit 15,2 mlmin beträgt.
Sowohl die Zuführrollä wie die Streckrolle ist mit .einer Abstandwalze versehen, wobei das Kabel je 6mal um die Zufuhr- bzw. Streckrolle und die zugehörigen Abstandwalzen geführt ist. Zwischen der Zuführrolle und der Streckrolle läuft das Tau über eine auf 75 C erhitzte Platte und ist einmal um einen Streckstift aus Duraluminium gelegt, nach welchem es durch eine Falschdrahtvorrichtung hindurchläuft, welche ein Rohr aufweist, das auf der Innenseite einen Stift hat.
Das Falschdrahtrohr läuft mit 7200 U/min um. Das Kabel ist einmal um den Stift des Falschdrahtrohres gelegt. Das so erhaltene, potentiell gekräuselte Kabel wird wie folgt verwendet: Die Kräuselung wird ent wickelt, indem das verstreckte Kabel als loses Ge binde in einen Raum eingeführt wird, der gesättigten Dampf bei atmosphärischem Druck enthält.
Das so entspannte Kabel hat einen Titer von 5800 Denier und ist herrlich gekräuselt, wobei die Kräuselungs- dehnbarkeit nach der nachstehend beschriebenen Prüfmethode 45 % beträgt.
Dieses Fadenbündel kann zur Teppichherstellung dienen.
Kräuselungsdehnbarkeit Die Kräuselungsdehnbarkeit eines Garn.- oder Kabelmusters wird bestimmt, indem man die Enden eines 102 cm langen Abschnittes zwecks Bildung eines Stranges zusammenknüpft und dann diesen Strang während 5 Minuten in gesättigtem Dampf von atmosphärischem Druck hängen lässt.
Der Strang wird dann bei 21 C und 65 % relativer Feuchtigkeit während einer Stunde hängen gelassen, worauf man seine Länge misst. Diese sei mit L bezeichnet.
Ein Gewicht, das 0,08 g/Denier beträgt, wird nun an den Strang gehängt, um die Kräusel geradezustrecken. Die neue Länge sei mit L' bezeichnet. Die Kräuselungs- dehnbarkeit oder -d'ehnung wird dann ausgedrückt als L'-L und kann als Prozentsatz ausgedrückt werden, wenn man den erhaltenen Wert mit 100 multipliziert. Es sei hervorgehoben, dass die heisse Platte nur die Aufgabe hat, das Tau zwecks Erleichterung des Streckens zu erwärmen.
Wird der Vorgang wiederholt ohne diese Heizplatte, .so treten Fibrillenbrüche wäh rend des Streckens auf. Die Kräuselung ist aber nichts destoweniger zufriedenstellend. In der Tat ist der Wert der Kräuselungsdehnung im wesentlichen der selbe wie bei Verwendung der Heizplatte.
<I>Beispiele 7-15</I> Die folgenden Beispiele wurden. unter Verwen dung eines Kabels aus Polyhexamethylen-adipamid in ähnlicher Weise wie im Beispiel 6 durchgeführt. Die nachstehende Tabel'l'e fasst die Arbeitsbedingungen und Kräuseldehnungsweite zusammen.
EMI0004.0051
Zu <SEP> dieser <SEP> Tabelle <SEP> bedeuten:
<tb> B <SEP> = <SEP> Beispiel <SEP> Nr.,
<tb> F <SEP> = <SEP> Fibrillenzahl <SEP> (Einzelfaserzahl)
<tb> den <SEP> = <SEP> Gesamttiter <SEP> in <SEP> Denier,
<tb> M <SEP> = <SEP> Maschinenstreckverhältnis,
<tb> V <SEP> = <SEP> Geschwindigkeit <SEP> der <SEP> Streckrolle <SEP> (Auslauf),
<tb> N <SEP> = <SEP> Tourenzahl <SEP> der <SEP> Falschdrallvorrichtung,
<tb> t <SEP> = <SEP> Temperatur <SEP> der <SEP> Heizplatte,
<tb> D <SEP> = <SEP> Kräus.eldehnung.
EMI0004.0052
B <SEP> F <SEP> den <SEP> M <SEP> V <SEP> N <SEP> t <SEP> D
<tb> m/min <SEP> U/min <SEP> C
<tb> 7 <SEP> 300 <SEP> 20100 <SEP> 4,0 <SEP> 15,2 <SEP> 7450 <SEP> 95 <SEP> 66
<tb> 8 <SEP> 300 <SEP> 20100 <SEP> 4,0 <SEP> 30,5 <SEP> 18150 <SEP> 95 <SEP> 13<B>1</B>
<tb> 9 <SEP> 300 <SEP> 20100 <SEP> 4,2 <SEP> 60,8 <SEP> 39000 <SEP> 95 <SEP> 66
<tb> 10 <SEP> 240 <SEP> <B>16080</B> <SEP> 4,0 <SEP> 60,8 <SEP> <B>39000</B> <SEP> 95 <SEP> 92
<tb> 11 <SEP> 180 <SEP> 12060 <SEP> 4,2 <SEP> 24,4 <SEP> 19300 <SEP> 95 <SEP> 175
<tb> 12 <SEP> 120 <SEP> 8040 <SEP> 4,2 <SEP> 24,4 <SEP> <B>19300</B> <SEP> 95 <SEP> 88
<tb> 13 <SEP> 96 <SEP> 6430 <SEP> 4,1 <SEP> 19,8 <SEP> 19300 <SEP> 95 <SEP> 240
<tb> 14 <SEP> 408 <SEP> <B>13950</B> <SEP> 3,9 <SEP> 30,5 <SEP> <B>19300</B> <SEP> 95 <SEP> 69
<tb> 15 <SEP> 136 <SEP> 4650 <SEP> 3,8 <SEP> 18,
3 <SEP> 19300 <SEP> 95 <SEP> 62 Die Bruchdehnung (ohne Kräuseldehnung) der gemäss den Beispielen 6-15 hergestellten Kabel be trägt zwischen 15 und 33 0/0.
<I>Beispiel 16</I> Ein ungedrehtes, 300fibrilliges Fadenbündel (Ka bel) .aus Polyhexamethylenradipamid mit einem Titer von 20100 Denier wird zwischen zwei Streckrollen verstreckt, denen je eine Abstandrolle zugeordnet ist. Das Kabel umlläuft jede dieser Streckrollen und die dazugehörende Abstandrolle 6mal.
Das Maschinen streckverhältnis beträgt dabei 2,2 und die Geschwin digkeit der zweiten Streckrolle 14 m/min. Zwischen den beiden Streckrollen läuft das Kabel um 3 Streck stifte aus Duraluminium, wobei der Umschlingungs- winkel der Reihe nach 90, 180 bzw. 90 beträgt. Das Kabel durchläuft dann eine Falschdrahtvorrichtung, die ein Rohr aufweist, das. auf der Innenseite einen Stift hat und' mit 7600 U/min umläuft.
Das erhaltene potentiell gekräuselte Kabel hat einen Titer von 9300 Denier. Die Kräuselungsd'eh- nung des entspannten Kabels (wie in Beispiel 6 be- stimmt) beträgt 66 %. Die entspannten Fasern haben eine Bruchdehnung (ohne Kräuseldehnung), die wie in Beispiel 4 umschrieben bestimmt wurde,
von 140% und eine Reissfestigkeit von 2,8 g/Denier.
Auch dieses Kabel eignet sich zur Teppichher stellung, wenn es mit 2 Drehungen/engl. Zoll gezwirnt wird.
Im obigen Beispiel wirkt in keiner Phase des Verfahrens Wärme auf das Garn ein. <I>Beispiele 17-19</I> Die folgenden Beispiele wurden mit einem Kabel aus Polyhexamethylamin in ähnlicher Weise ausge- führt wie im Beispiel 16. In der Tabelle bedeuten die Zeichen das gleiche wie in den Beispielen 7-15:
EMI0005.0003
B <SEP> F <SEP> den <SEP> M <SEP> V <SEP> N <SEP> D
<tb> m/min <SEP> U/min
<tb> 17 <SEP> 300 <SEP> 20100 <SEP> 2,1 <SEP> 35 <SEP> 17400 <SEP> 42
<tb> 18 <SEP> <B>1</B>80 <SEP> 12060 <SEP> 1,6 <SEP> 18,3 <SEP> 17400 <SEP> 54
<tb> 19 <SEP> 300 <SEP> 11700 <SEP> 1,9 <SEP> 9,15 <SEP> 8600 <SEP> 47