Zusatzpatent zum Hauptpatent Nr. 334767 Seilkran Der Patentanspruch des-Hauptpatentes Nr. 334767 bezieht sich auf einen Seilkran mit mindestens einem, auf einem Tragseil verfahrbaren Transportwagen und an diesem zur zeitweisen Festhaltung des am Hubseil angeordneten Lasthakens vorgesehenem Halteorgan, wobei erfindungsgemäss die Sperrele mente für das in die Haltelage gebrachte Halteorgan durch Spannen des Hubseils auslösbar sind.
Die bedeutenden Vorteile, welche sich ergeben, wenn eine Auslösbarkeit des Halteorgans für den Lasthaken das vorherige Anspannen des Hubseils voraussetzt, sind im Hauptpatent ausführlich behan delt.
Zweck des Zusatzpatentes ist die Schaffung einer Auslösevorrichtung mit einem nach dem Span nen des Hubseils zu betätigenden Auslöseseil, wo durch sich Vereinfachungen ergeben können, welche den erfindungsgemässen Seilkran überall dort vor teilhaft zur Anwendung zu bringen ermöglichen, wo die Verwendung eines Auslöseseils in Betracht gezogen werden kann.
Erfindungsgemäss ist eine Auslösevorrichtung vorgesehen, die nach dem Spannen des Hubseils mit tels ihrem Auslöseseil die Sperrelemente für das in der Haltelage befindliche Halteorgan des Lasthakens zur Freigabe des Halteorgans zu betätigen gestattet und bei entspanntem Hubseil ein Lösen des Trans portwagens aus einer Fixierungsstellung am Tragseil ermöglicht.
Diese Auslösevorrichtung kann bei Seilkranen mit zeitweiser Klemmung des Transportwagens am Tragseil, mit einer Fernsteuerung des Transport wagens oder mit Zusammenwirken des. Transport wagens mit einem oder zwei Stehapparaten und schliesslich für Seilbahnen mit bloss einem oder meh reren Transportwagen mit den im wesentlichen glei chen Vorteilen Anwendung finden.
In der Zeichnung ist als Ausführungsbeispiel der Erfindung ein Seilkran mit einem Transportwagen und einem talseitigen Stellapparat veranschaulicht, wobei die Fig. 1 und 2 in Seitenansicht zwei verschie dene Relativstellungen von Wagen und Stellapparat, die Fig. 5, 8, 9, 10 und 11 in teilweisen Seitenansich ten weitere Stellungen, die Fig. 3 und 6 Draufsichten auf ein Detail in zwei verschiedenen Stellungen und die Fig. 4 und 7 zugehörige Aufrisse,
und zwar nach den identischen Ebenen I-II der Fig. 3 und 6 ge schnitten, zeigen.
Gemäss Fig. 1 ist sowohl der Transportwagen 7 als auch der Stellapparat 8 für sich auf dem Tragseil 11 verfahrbar. Der Stehapparat 8 ist beim Aus führungsbeispiel mit zwei z. B. am Boden zu ver ankernden Halteseilen 28 und 29 innerhalb eines engen Tragseilbereiches festhaltbar.
Der Laufwagen wird vom zugleich als Hub- und Förderseil dienenden Seil 12 durchlaufen, an dessen freiem Ende in bekannter Weise ein Abstützkegel 3 oder dergleichen und in geringer Entfernung unter halb desselben ein Lasthaken 4 oder eine andere, ge eignete Lasttragvorrichtung vorgesehen ist.
Als Halte organ 2 für die zeitweise Festhaltung des Lasthakens am Wagen 7 ist beim Ausführungsbeispiel eine etwa der im Patent Nr.315420 beschriebenen entspre chende, gabelförmig ausgebildete Halteklappe vor gesehen, wobei die lichte Weite zwischen den Gabel schenkeln geringer als der Durchmesser der Basis fläche des Abstützkegels, jedoch grösser als die Stärke des Verbindungsgliedes zwischen dem Ab stützkegel 3 und dem Lasthaken 4 ist.
In der in Fig. 1 und 2 gezeichneten Lage trägt die an einem Ende mittels Drehgelenkes 30 am Rahmen des Transport wagens 7 gelagerte und am anderen Ende in der ver anschaulichten Stellung durch ihre Nase 5 und den Sperrzahn 6 eines übertragungswinkelhebels ver- riegelte Halteklappe 2 den auf ihren Gabelschenkel aufliegenden Stützkegel 3 und damit den Lasthaken 4 bzw. die daran hängende Last.
Die Beschreibung der Ausbildung der Mittel des Transportwagens und des Stellapparates zur Verrie gelung und Auslösung der Halteklappe und zur Fest stellung und Lösung des Wagens am bzw. vom Stell apparat erfolgt der besseren Übersichtlichkeit halber sogleich mit der Schilderung ihrer Wirkungsweise.
In Fig. 1 bewegt sich bei Nachlassen des Hub- und Förderseils 12 der die Last tragende Transport wagen 7 in der Richtung des Pfeils 31 auf dem Tragseil 11 talwärts und nähert sich in der gezeich neten Stellung dem mittels der Seile 28 und 29 auf dem Tragseil fixierten Stehapparat B.
Vor dem An schlagen des Laufwagens 7 an den Stellapparat 8 ist der Kupplungshaken 16, welcher beim dargestell ten Beispiel mittels Gelenkbolzens 32 am Rahmen des Laufwagens 7 gelagert und durch eine Zugfeder 33 gegen einen Anschlag 34 gedrückt ist, mit seiner Schrägfläche 24 auf den am Stehapparat 8 vorgesehenen Kupplungsbolzen 17 aufgelaufen, unter diesem durch getreten und schliesslich beim Auftuffen des Wagens. auf den Stell'apparat in die in Fig. 2 veranschaulichte Stellung gelangt.
Am Laufwagenrahmen ist im Gelenk 18 der Übertragungswinkelhebel 19, 20 gelagert und mit tels Feder 35 und einem Anschlag 36 in der dar gestellten Normallage gehalten. Sein einer Arm 19 sichert in dieser Lage mit dem Sperrzahn 6 die Halte stellung der Halteklappe 2.
Der andere Hebelarm 20 ist, wie insbesondere aus Fig. 3 und 6 ersichtlich, ein teilig ausgebildet und trägt an seinem Ende oben eine Anschlagplatte 21, die beim Annähern des Transportwagens 7 an den Stellapparat 8 auf Stütz glieder 22 aufläuft, die am freien Ende eines aus einem Flacheisenpaar bestehenden Armes 13 eines am Stellapparatrahmen bei 9 gelagerten Dreiarm hebels 13, 14, 25 der Auslösevorrichtung 1 von den einander zugekehrten Flacheisenseiten frei nach innen ragen;
zwischen diesen Stützgliedern 22 ist ein Lichtraum (Fig. 3, 6) von einem Ausmass 26 frei gelassen, welches die Stärke 27 des einteiligen und flach ausgebildeten Hebelarmes 20 überschreitet, so dass der Hebelarm zwischen den Gli'ed'ern durch treten kann.
Die Länge der Anschlagplatte 21 ist so gewählt, dass in der Berührungsstellung zwischen dem Transportwagen 7 und dem Stehapparat 8 (Fig. 2) die Anschlagplatte 21 bereits über die Stütz glieder 22 hinausgelangt ist, so dass in dieser Stellung die Anschlagplatte 21 einer Aufwärtsbewegung der Stützrollen 22 kein Hindernis bietet, wie aus den Fig. 2, 3 und 4 ersichtlich.
Die hemmungslose Vor beibewegung der Stützglieder 22 hinter der Anschlag- platte 21 vorbei ist bei der Normallage des im Ge lenk 9 am Rahmen des Stehapparates 8 gelagerten Dreiarmhebels 13, 14, 25 durch die am Hebel an greifende Zugfeder 37 und den Anschlag 38 gesichert.
Aus der in Fig. 2 veranschaulichten Berührungs stellung zwischen Transportwagen 7 und Stehapparat 8 ist die gegenseitige Lage der zusammenwirken den Verriegelungs- und Auslöseglieder ersichtlich. So wohl die Halteklappe 2 als auch der Transportwagen 7 sind am Wagenrahmen bzw. am Stehapparat ge sperrt.
Allerdings kann der Transportwagen 7 durch Anspannen des Hubseils 12 entgegen der Richtung des Pfeils 31 auf eine geringe Distanz 15 bezüg lich dem Stellapparat in die in Fig. 5 veranschau lichte Stellung bergwärts gezogen werden, nämlich gerade so weit, dass sich der Kupplungshaken 16 an den Kupplungsbolzen 17 anlegt.
In dieser Stellung befinden sich die Stützglieder 22 genau unter der Anschlagplatte 21, so d'ass eine Verschwenkung des Hebelarmes, 13 auch eine Verschwenkung des Hebel armes 20 bewirkt. Das Auslöseseil 10 der Vorrich tung 1 greift am Arm 25 des Dreiarmhebels an; beim Ausführungsbeispiel hängt es vom Stellapparat lose zu Boden und kann von einem geeigneten Boden punkt aus bedient werden.
Dieses Auslöseseil kann aber auch zum Berg- oder talseitigen Ende des Seil kranes oder an eine sonstwie geeignete Stelle führen und von dort aus betätigt werden.
Wird in der in Fig. 5 gezeichneten Distanzstel lung zwischen Transportwagen und Stellapparat am Auslöseseil 10 gezogen, so wird gemäss Fig. 8 der Dreiarmhebel 13, 14, 25 entgegen dem Sinn des Uhrzeigers verschwenkt. Dadurch werden die Stütz rollen 22 gehoben und drücken die Anschlagplatte 21 nach oben.
Der Winkelhebel 19, 20 wird im Uhr zeigersinne verschwenkt; sein Sperrzahn gibt die Nase der in der Haltelage befindlichen Halteklappe 2 frei, welche um ihren Drehpunkt 30 frei nach ab wärts schwingt (Fig. 8) und den Lasthaken mit der Last zur Absenkung freigibt, so dass nunmehr das bisher gespannt gehaltene Hubseil 12 nachgelassen werden kann. Hierbei läuft das Hubseil 12 an der Rolle 39 der Halteklappe ab.
Würde das Hubseil vorzeitig nachgelassen oder gar nicht oder nur unvollkommen angespannt, so würde in der sofort wieder eingenommenen Berüh rungsstellung von Transportwagen und Stellapparat gemäss Fig. 2 ein Anziehen am Auslöseseil 10 ein freies Anheben der Stützglieder 22 ausser dem Bereich der Anschlagplatte 21 zur Folge haben (Fig. 2, 3, 4), so dass keine Freigabe der Nase 5 und damit der Halteklappe 2 vom Sperrzahn 6 möglich wäre.
Es ist also ersichtlich, dass die vollkommene Anspan nung des Hubseils, also das Einziehen schlapp durch hängender Seilpartien unerlässliche Voraussetzung dafür ist, d'ass durch Ziehen am Seil 10 die Sperr elemente 5, 6 für die Freigabe der Halteklappe für das Absenken der Last betätigt werden können, wo durch - wie im Hauptpatent ausführlich dargelegt alle Gefahren für ein unfachgemässes Absenken der Last und für plötzliche Spannungsänderungen des Hubseils 11 restlos ausgeschlossen sind.
Aus Fig. 5 ist die Lage des Stützkegels 3 in der Halteklappe 2 nach dem Spannen des Hubseils als Vorbereitung für die Auslösung der Klappe, aus den Fig.6 und 7 das Zusammenwirken der Glieder 21 und 22 in der Distanzstellung von Transportwagen und Stellapparat gemäss Fig.5 ersichtlich. Ist durch Betätigung des Auslöseseiles 10 die Halteklappe 2 freigegeben (Fig. 8) und wird nun das Auslöseseil wieder los gelassen, so nehmen die Hebel 13, 14, 25 und 19, 20 wieder ihre in Fig. 2 veranschaulichte Normal stellung ein.
Ist die Last abgesenkt, so wird das Hubseil 12 wieder eingezogen. Bei flacher Tragseilneigung wird hierbei die in der Tragseilrichtung wirksame Kom ponente des Gewichtes des Transportwagens 7 nur klein sein, so dass der Transportwagen während des Aufwindens des Hubseils 12 in die in Fig. 8 ge zeichnete Distanzstellung zum Steilapparat 8 gelangen kann. Das Hubseil 12 gleitet beim Einziehen an der Rolle 39 der Halteklappe 2 aufwärts. Die Hebel 13, 14, 25 und 19, 20 haben jedoch die Normalstellung gemäss Fig. 2.
Lediglich beim Vorbeigleiten der Nase 5 der Halteklappe am Zahn 6, wenn beim Auf ziehen des Lasthakens 4 durch den Stützkegel 3 die Halteklappe 2 geschlossen wird, wird der Winkelhebel 19, 20 kurzfristig verschwenkt.
Ein etwa fortgesetztes Einziehen des Hubseils 12 bei hochgezogenem Lasthaken (Fig. 5) führt zu keiner Entkupplung des Transportwagens 7 vom Steilappa rat B. Hierzu muss vielmehr das Hubseil 12 wieder nachgelassen und entspannt werden, bis die in Fig. 9 gezeichnete Berührungsstellung von Wagen und' Steil apparat erreicht ist.
Wird jetzt wieder am Auslöseseil 10 gezogen, so drückt der Hebelarm 14 mit seinem Auslösesporn 23 auf die Schrägfläche 24 des Kupplungshakens 16 und damit diesen nach unten, so d'ass er aus dem Wirkungsbereich des Kupplungsbolzens 17 kommt (Fig. 10). Ein neuerliches Anspannen des Hub- und Förderseils 12 bewirkt gemäss Fig. 11 das Ausfahren des Kupplungshakens aus dem Steilapparat und damit die Lösung des Transportwagens 7 vom Steilapparat B. Der Transportwagen 7 kann bergwärts gezogen werden.
In Abänderung des dargestellten Ausführungs beispiels können Wirkungsglieder des Transport wagens in den Stellapparat verlegt werden und um gekehrt oder, bei Ausbi'ld'ung ahne Steilapparat, alle Wirkungsglieder im Transportwagen unterge bracht sein.