Zwischenklotz für Stapelplatten
Die Verwendung von Gabelstaplern zum Transport und zum Stapeln von Gütern führt sich in allen Zweigen der Industrie immer mehr ein. Das Arbeiten mit Gabelstaplern hat die Verwendung von Stapelplatten zur Voraussetzung, die vielfach auch als Paletten bezeichnet werden. Eine solche Stapelplatte besteht im wesentlichen aus der Stapelfläche und den an deren Unterseite befestigten Zwischenklötzen.
Die Stapelfläche kann nach Belieben aus einem zusammenhängenden Stück eines geeigneten Materials, beispielsweise aus einem Holzbrett, bestehen oder aus einer Anzahl von einzelnen Materialstreifen, wie z. B. Holzbrettern, die von darunter befestigten Querstreifen zusammengehalten werden. An der Unterseite dieser Stapelfläche befinden sich die Zwischenklötze, an deren Unterseite noch einmal Materialstreifen, z. B. Holzleisten, angeordnet sein können.
Die Zwischenklötze sind nun so angebracht, dass man die Gabel des Gabelstaplers in den Zwischenraum zwischen den einzelnen Klötzen oder Reihen von Klötzen einschieben kann. Auch bei sorgfältigem Arbeiten lässt es sich nicht immer vermeiden, dass die Gabel gegen die Zwischenklötze stösst, wodurch diese beschädigt werden und von Zeit zu Zeit ausgewechselt werden müssen. Dies gilt vor allen Dingen für Klötze aus Nadelholz, aber auch Klötze aus dem viel härteren Buchenholz zeigen wegen der Sprödigkeit des Buchenholzes eine in vielen Fällen nicht ausreichende Festigkeit. Auch die Verwendung von Zwischenklötzen, die nach dem Prinzip des Sperrholzes aufgebaut sind, eignen sich nicht für diesen Zweck, weil ein Stoss mit der Gabel, der eine Holzschicht des Zwischenklotzes in Faserrichtung trifft, ein Stück aus dem Verband herausreissen kann.
Beim Zwischenklotz gemäss der Erfindung, der aus einer aus Holzspänen hergestellten, kunstharzgebundenen Pressmasse mit einem spezifischen Gewicht von wenigstens 0,9, vorzugsweise von 1,0 bis 1,2, besteht, können diese Nachteile vermieden sein.
Auf der beiliegenden Zeichnung sind Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes dargestellt.
Fig. 1 und 2 zeigen eine mit Zwischenklötzen gebildete Stapelplatte im Schaubild bzw. im Schnitt;
Fig. 3a, b und 4a, b je einen Zwischenklotz im Schaubild bzw. Vertikalschnitt.
Die beiden in Fig. 3a, b und 4a, b gezeigten Zwischenklötze sind durch Pressen einer Masse aus mit härtbarem Kunstharz gebundenen Holzspänen bei Drucken von wenigstens 50, vorzugsweise von 70 kg/cm2 und höher, in geeigneten Pressformen, und Härtens des in der Holzspanmasse vorhandenen härtbaren Kunstharzes bei einer für den Härtungsvorgang erforderlichen Temperatur hergestellt. In jedem Falle werden die anzuwendenden Drucke so gewählt, dass der Pressteil ein spezifisches Gewicht von wenigstens 0,9 und vorzugsweise von 1,0-1,2 erhält. Mit Erhöhen des Pressdruckes bis auf beispielsweise 250 kg/cm2 kann das spezifische Gewicht des erhaltenen Pressteiles dem spezifischen Gewicht der porenfreien Holzsubstanz, das bei etwa 1,4 liegt, ge nähert werden.
Die Herstellung derartiger kunstharzgebundener Holzspan-Pressteile ist beispielsweise in der englischen Patentschrift Nr. 740242 (E 937) beschrieben.
Die Herstellung der gezeichneten Zwischenklötze ist aber nicht auf diese Verfahren beschränkt. Die Zwischenklötze können nach allen Verfahren hergestellt sein, bei denen im wesentlichen trockene, schüttfähige, mit Kunstharz versetzte Holzspäne verarbeitet werden. Mit besonderem Vorteil wird das Holzspanmaterial zunächst, beispielsweise durch Schwingsiebe, in verschiedene Siebfraktionen klassiert, wobei man Siebfraktionen für sich verwendet, die zwischen Sieben etwa der folgenden lichten Maschenweite anfallen: 40, 20, 10, 5, 2 und 0,5 mm.
Derartige für die Klötze verwendbare Spanmaterialien fallen bei der- üblichen Bearbeitung des Naturholzes, wie beispielsweise beim Sägen, Drechseln, Drehen, Hobeln usw. an. Man kann aber auch Späne verwenden, die durch Zermahlen von Stückholz, insbesondere von Abfallstückholz, hergestellt wurden oder solche, die eigens für die Herstellung der kunstharzgebundenen Holzspanpressmasse aus dem vollen Holzmaterial herausgeschnitten wurden und die dann meistens eine mehr oder weniger gestreckte Spanform aufweisen. Diese Holzspäne werden dann vorteilhaft mit einer wässrigen Kunstharzbindemittellösung getränkt und zwar so, dass sie möglichst vollständig von der Bindemittellösung durchdrungen sind, und bei Temperaturen getrocknet, bei denen eine Härtung des Kunstharzes noch nicht einsetzt.
Die Stapelplatten werden vielfach aus arbeitspsychologischen Gründen mit einem Anstrich versehen, der sich manchmal auch nur auf die Zwischenklötze erstreckt. Dieser Arbeitsgang kann bei der in Fig. 1 und 2 dargestellten Stapelplatte mit Zwischenklötzen gemäss Fig. 3a, b oder 4a, b bei den Zwischenklötzen eingespart werden, indem die Pressmasse für deren Herstellung vor dem Verpressen eingefärbt wird. Hierzu können beliebige Körperfarben verwendet werden, die in dem fertigen Pressstück in den Zwischenräumen zwischen den einzelnen Holzspänen liegen, oder auch wässrige Lösungen von Farbstoffen, die den Holzspan teilweise oder ganz durchfärbten. Diese wasserlöslichen Farbstoffe können auch den Kunstharzlösungen zugesetzt werden, mit denen die Holzspäne getränkt werden.
Der Kunstharzgehalt der fertigen Zwischenklötze soll im Bereich von 5-25 Gew.-%, vorzugsweise im Bereich von 7-17 Gew.-%, liegen.
Die mit Kunstharzlösung getränkte und gegebenenfalls eingefärbte und in die Formen gefüllte Holzspanmasse wird bei den angegebenen Drucken und bei Temperaturen, die zur Härtung derKunstharzmasse ausreichen, vorzugsweise bei Temperaturen von wenigstens 1000 C gepresst. Dabei überträgt sich die Gestalt der Pressform auf das Pressteil, so dass sich beliebig gestaltete Zwischenklötze erzielen lassen. Diese können voll aus Pressmasse bestehen; bei hoher Materialfestigkeit der verwendeten Holzspäne ist es aber ohne weiteres möglich, auch Zwischenklötze mit Hohlräumen zu verwenden, sofern die Wandstärke dieser Klötze den auftretenden Beanspruchungen gewachsen ist. Je nach der Grösse der Zwischenklötze sind Wandstärken von z. B. 1-5 cm ausreichend.
Damit sich die Zwischenklötze nach dem Pressen besser aus der Form entfernen lassen, ist es empfehlenswert, diesen in Richtung ihrer bei der fertigen Stapelplatte vertikalen Mittelachse eine schwach konische Form zu geben. Die Projektion der Kante der kleineren Grundfläche auf die grössere Grundfläche darf dabei an keiner Stelle über diese hinausgehen und muss wenigstens an einigen Stellen von der Kante der grösseren Grundfläche einen geringen Abstand haben, der bei einem z. B. 10 cm hohen Zwischenklotz beispielsweise 0,25-5 mm, vorzugsweise 0,5-2,5 mm betragen kann.
Wegen der hohen mechanischen Widerstandsfähigkeit der Holzspanpressmasse der Zwischenklötze sind diese nur schwer durch übliche Holzbearbeitungswerkzeuge zu bearbeiten. Es empfiehlt sich daher, die für die Befestigungsmittel notwendigen Vertiefungen und/oder Ausnehmungen des Klotzes von vornherein vorzusehen. Fig. 1 und 2 zeigen im Schaubild bzw. Schnitt eine Stapelplatte, die unter Verwendung von Zwischenklötzen gemäss Fig. 3a, b und 4a, b hergestellt ist. Jeder Zwischenklotz 1 weist für seine Befestigung an der Stapelfläche 4 und an den Fussleisten 4' der Stapelplatte einen zylindrischen, in Richtung der Achse des Zwischenklotzes verlaufenden Hohlraum 7 auf.
Dieser Hohlraum dient zur Aufnahme einer durchgehenden Metallhülse 3, die an Ober- und Unterkante je eine Bördelung 5 aufweist und über diese den Zwischenklotz mit der Stapelfläche 4 und der betreffenden der an der Unterseite der Zwischenklötze befindlichen Leisten 4'verbindet. Die Metallhülsen der an den Ecken der Stapelplatte angeordneten Klötze 1 dienen in erster Linie zur Aufnahme je eines längeren Einsteckstabes, auf die dann die nächste Stapelplatte gesteckt wird, wenn man sie nicht auf das Stapelgut, das auf der darunter befindlichen Stapelplatte liegt, direkt aufsetzen will oder kann. Ist eine derartige Verwendung der Stapelplatten nicht beabsichtigt, so können die Zwischenklötze statt mit Metallhülsen auch mit sogenannten Schlosschrauben 6 an Stapelfläche und Fussleisten befestigt werden.
Da sich Zwischenklötze mit einem Hohlraum, wie er in Fig. 3a und b dargestellt ist, leicht quer zur Schlossschraube verschieben lassen, empfiehlt es sich, diesen wenigstens an einer Stelle längs der Achse des Zwischenklotzes so eng zu machen, dass sich Hohlraum Wandung und Schlosschraube berühren und ein Verschieben nicht mehr möglich ist. Ein solcher Zwischenklotz 2 ist in Fig. 4a und b dargestellt. Der obere Teil 7 des Hohlraumes ist verhältnismässig weit gehalten, so dass bei der Herstellung eine Ma terialeinsparung erzielt wird ; der untere Teil 8 des Hohlraumes ist so eng gewählt, dass er die Oberfläche einer durch den Klotz gesteckten Schlossschraube berührt. Wie aus Fig. 4b ersichtlich, wird dadurch im Unterteil des Zwischenklotzes zusätzlich eine grosse Verfestigung erreicht.
Wegen der grossen mechanischen Festigkeit der Holzspanpressmasse sind die beschriebenen Zwischenklötze viel weniger empfindlich als solche aus Naturholz. Trotzdem kann man die Lebensdauer dieser Klötze noch erhöhen, wenn man ihnen Formen gibt, die gegen einen Stoss durch die Gabel des Gabelstaplers besonders wenig empfindlich sind. Es ist daher empfehlenswert, Formen zu wählen, die der Bewegungsrichtung der Gabel des Gabelstaplers beim Aufnehmen der Stapelplatte eine gewölbte oder eine abgeschrägte Wand entgegenstellen, an der die Gabel leicht abgleiten kann. Ganz besonders haben sich Zwischenklötze mit kreisrundem Querschnitt bewährt.