Verfahren und Maschine zum Verformen von Blechband zu Dachrinnen Dachrinnen üblicher Form aus Blech wurden im allgemeinen so hergestellt, dass an vorgeschnittenen Blechbändern von etwa 2 m Länge an einer Kante auf einer bekannten Abkantmaschine zunächst ein Wasserfalz angebogen, sodann das Stück auf Walzen gängen in die halbrunde Formgebracht und in einem weiteren Arbeitsgang auf einer anderen Biegevorrich tung ein Ringwulst angeformt wurde. Eine Anzahl der artiger Rinnenlängen wurden dann auf die üblichen Transportlängen (etwa 4-6 m) zusammengenietet und an den Stossfugen verlötet.
An der Baustelle konnten dann diese Teilstücke in die Rinnenträger ein gehängt und an den Stossstellen vernietet und zusam mengelötet werden.
Durch ein bekanntes maschinelles Ziehverfahren lassen sich zwar über 2 m betragende Rinnenlängen in einem Stück herstellen. Derartige Ziehmaschinen besitzen jedoch grosse Abmessungen und erfordern viel Platz für ihre Aufstellung, so dass eine Anschaf fung für kleinere oder mittlere Werkstattbetriebe nicht in Frage kommt. Die Vorfertigung grösserer Binnen längen (etwa 10-15 m und mehr) mit solchen gross räumigen Maschinen erweist sich auch als unzweck mässig, weil die Rinnen wegen der geltenden Beför derungsvorschriften nicht länger als 6 m sein dürfen; die Rinnen müssen infolgedessen schon in der Fabrik auf Längen von höchstens 6 m geschnitten werden.
Für eine Dachlänge von beispielsweise 11 m wird demnach die Vorfertigung von mindestens zwei Bin nenabschnitten erforderlich, die dann auf der Bau stelle aneinander zu legen und in oben genannter Weise zu verbinden sind. Dabei können erhebliche Abfälle meist nicht vermieden werden.
Es sind auch Verfahren bekanntgeworden, bei denen eine schrittweise Verformung von Blechen durch senkrecht zur Profilachse bewegliche Gesenk- teile erfolgt, indem bei der stufenweisen Verformung mehrere Gesenke mit verschiedenen, den einzelnen Stufen entsprechenden Profilformen hintereinander geschaltet sind.
Bei diesem Verfahren können zwar volloffene Profile, jedoch keine Dachrinnen herge stellt werden, weil es bei einem derartigen senkrechten Präge- und Pressbetrieb unmöglich ist, gleichzeitig mit der Halbrundform der Rinne auch die Wasser- und Wulstfälze anzubringen. Die Anformung dieser für Dachrinnen unerlässlichen Wasser- und Wulstfäize wäre bei Anwendung dieser bekannten Maschine erst in weiteren Arbeitsgängen möglich.
Das erfindungsgemässe Verfahren und die zu sei ner Durchführung geeignete Maschine ermöglichen es hingegen, ein zu verformendes glattes, abrollbares Blechband nicht mehr in einzelnen Teilstücken bzw. nur in der Werkstatt, sondern entweder in der Werk statt oder an der Baustelle selbst zu einer Dachrinne zu formen.
Dies geschieht, indem das aus einer Rolle zugeführte Blechband mittels Führungsstäben in am Einlauf vorbereiteten Fälzen gefasst und so über einen festen Verformungsholm gezogen wird, dass beim Nie derziehen des Bleches über den Holm die endgültige, zugleich mit einem Wulstfalz versehene Binnenform entsteht. Es braucht dann nur auf die von Fall zu Fall notwendige Länge abgeschnitten zu werden.
Diese Art der Fertigung auf die jeweils verlangte Baulänge kann sowohl in der Werkstatt als auch - was der wesent liche Vorteil der Erfindung ist - an der Baustelle selbst, ja sogar auf dem Dachboden eines Neubaues vorgenommen werden. Ein zusätzlicher Vorteil be steht noch darin, dass die Fertigung der Rinnen nach dem Verfahren bzw. mit der Vorrichtung gemäss der Erfindung auch von nicht geschulten Hilfskräften durchgeführt werden kann.
Eine zur Ausübung des Verfahrens besonders geeignete Maschine ist beispielsweise in den Zeich nungen dargestellt, und zwar als Handgerät, wie es z. B. für kleinere Flaschnereiwerkstätten oder zur Mitnahme an die Baustelle geeignet ist, da es von zwei Personen auf einen Fahrzeuganhänger gehoben und mitgenommen werden kann. Dieses Gerät kann auch maschinellen Antrieb erhalten, ohne dass hier durch seine Ortsbeweglichkeit und Handlichkeit be einträchtigt würde.
Es zeigen: Fig. 1 eine Maschine für Handbetrieb in perspek tivischer Darstellung, Fig. 2 eine Draufsicht, Fig. 3 einen schematischen Querschnitt nach der Linie A-B der Fig.2 gegen das Schiebespant mit dem Vorschaltschuh, Fig. 4 -das Schema :
der Vorfalze für die Wasserfalzbildung (links von a-f) und die Wulst- falzbildung (rechts von a1 f 1), Fig. 5 das Schiebe- spant mit dem zugehörigen Vorschauschuh, teils im Schnitt, teils in Seitenansicht, Fig. 6 und 6a je eine Seitenansicht der den Wasserfalz füh renden bzw. :
den Wulstfalz anformenden Falzstäbe (F bzw. F1) mit Angabe der Querschnitte an den verschiedenen Stellen .des Wulstfalzes, Fig. 7 Quer schnitte der entstehenden Rinne mit dem Wasserfalz und dem Wulstfalz während des fortschreitenden Ver- formungsvorganges, Fig.7a einen schematischen Querschnitt,
mit teilweise perspektivischer Ansicht der Falzstäbe und des Formhohns nach der Linie <B><I>C -D</I></B> ,der Fig. 2 gegen das auslaufseitige feste Spant, Fig.8 ein Schaubild des Formholmes, Fig.9 ein Schema für die durch den Schwengel erfolgende Be tätigung.
Die Vorrichtung besteht aus einem Rahmen 1 (Fig. 1 bis 3), der -durch drei Spanten 2, 4 und 5 mit einem gemeinsamen Lagerrohr 6 zu einem festen Gerippe verbunden ist. Ein weiteres Spant, .das soge nannte Verschiebespant 3, ist auf dem Lagerrohr 6 axial verschiebbar gelagert.
Der Unterteil dieses Span- tes 3 ist mittels Seitenteilen oder Stäben 24 mit einer am Ende dieser Stäbe befestigten Traverse 21 (Fig. 2, in Fig. 1 zum Teil sichtbar) und über diese mit dem Antriebsschlitten 36 verbunden. An diesem Antriebs schlitten 3<B>6</B> greift ein von Hand zu bewegender Schwengel 18 an, der gabelförmig ausgebildet und an seinen beiden vorderen Lagerenden in Bolzen 19 des Rahmens 1 angelenkt ist.
(In Fig. 2 verdeckt der Schlitten 36 den Rahmen 1 auf dem rechten Zeich nungsteil.) über Zwischenhebel 38 (Fig. 1 und 9) erfasst er gelenkig an Lagerbolzen 39 das Ende des zwei Schienen aufweisenden Antriebsschlittens 36.
Durch Heben und Senken des Schwengels wird der Schlitten 36 mit dem am einlaufseitigen hinteren Ende :angeschlossenen Vorfalzschlitten 35 horizontal ab wechselnd vorwärts (in Vorsahubrichtung) und rück- wärts bewegt.
In der Längsachse der Vorrichtung ist der Formhohn 17 (Fig. 8) angeordnet, welcher der Dachrinne die eigentliche halbrunde Form zu geben hat. Sein Umriss ist in Fig. 9 gestrichelt angedeutet. Er liegt im Gerät auf einer Stütze 17" (Fig. 7a) fest.
Die Schienen 32 und 32' des Schlittens 36 tragen die Falzstäbe F und F1, die sich direkt an die seitlichen Formwangen 17a des Hohns 17 legen und wegen dessen in Richtung des Ausstossendes keilförmiger Gestalt nur beim Vorwärtsgang des Schlittens, das heisst in Richtung nach rechts in Fig. 9, ein wenig von ihm entfernt werden.
Die linke (in Fig. 2 die obere) Schiene trägt den Wasserfalzstab F, und die rechte Schiene den Wulstfalzstab F1. Diese Falzstäbe sind in Fig. 6 und 6a gesondert dargestellt.
An dem waagrecht auf dem Rohr 6 gleitenden, mit dem Antriebsschlitten durch Stäbe oder Blech winkel 24 verbundenen Verschiebespant 3 sowie an den festen Spanten 2, 4 und 5 sind 'Schuhe 13, 9, 14 und 9a an Pleueln 15 bzw. 16 schwenkbar in Lagern aufgehängt. Unter den Schuhen 9, 14, 9a gleitet das Blechband ohne Hemmung hinweg, wenn es sich in ;Richtung zum Ausgangsende bewegt, also vom An triebsschlitten 36 und dem Verschiebespant 3 mit dem Schuh 13 durch Heben des Schwengels 18 nach vorn gezogen wird.
Wenn jedoch der Schwengel ge senkt und dadurch der Antriebsschlitten 36 zurück bewegt wird (Verformungshub), stemmen sich die Schuhe 9, 14 und 9a der feststehenden Spanten 2, 4, 5 auf die Oberseite des Bleches und halten dieses fest.
Die Herstellung :einer Rinne beginnt nun damit, dass das freie Ende einer in der als Gleitunterlage dienenden, am Gestell 1 befestigten Halbschale 12 liegenden Blechbandrolle 8 von Hand in zwei Ein führungszungen 11 (Fig. 2) des Vorfalzschlittens 35 eingeschoben wird. Dabei gelangt die Mitte des Blech bandes 8 über einen Stützholm 17' laufend unter den Schuh 9, der am hintersten festsitzenden Spant 2 angelenkt ist, und der sich bei seinem Ausweichen nach vorn etwas hebt.
Das Blechband 8 gelangt dann weiter nach vorn bis zu den noch im Bereich des Spantes 2 in den Gehäusen 27 des Vorfalzschlittens 35 angeordneten, um senkrechte Zapfen 28 drehbare Falzrollen 29 (Fig. 3), mittels denen links der Was ,serfalz, rechts der Wulstfalz vorgebogen wird (Fig. 4).
Von diesen Falzrollen, an deren Stelle auch Biege schienen verwendet werden könnten, sind an jeder Seite der den Falzschlitten 35 bildenden Gehäuse 27 je fünf hintereinandergelagert.
Die Vorwärtsbewegung des Blechbandes unter der Wirkung des Hebers und Senkens des Schweng; 1s beginnt, nachdem es von Hand .in die Einführungs- schlitze 11 zu den Falzzungen 30, 31, die mit den Falzrollen 29 zusammenwirken, eingeführt und von den Falzrollen 29 erfasst ist.
Durch Aufwärtsbewegen des Schwengels 1.8 wird das Blechband 8 durch das mit dem Antriebsschlitten 36 verbundene Spant 3 mittels dessen :sich gegen dass Band in Vorwärts- richtung stemmenden Schuhes 13 vorgeschoben. Bei der Abwärtsbewegung des Schwengels wird das vor geschobene Band zunächst nur durch den Schuh 9 ,des Spantes 2, .später, wenn das Band über den Formholm läuft, auch durch die Schuhe 14 und 9a der Spante 4 und 5 nieder- bzw.
festgehalten. Dabei werden, solange sich das Blechband noch im Vor- falzschlitten 35 befindet, unter der Wirkung der Falzrollen die Kanten des Bandes umgebogen, wie dies aus den Fig. 3 und 4 ersichtlich .ist. Bei dem Querschnitt gemäss Fig. 3 .ist das Band als in der Stel lung<I>b, b 1</I> befindlich gezeichnet.
Auf der linken Seite des Falzschlittens 35 ist das Bleohband oberhalb der Zunge 30, auf der rechten Seite unterhalb der Falzzunge 31 hindurchgeführt. Dadurch biegt sich der linke Blechrand ,nach unten und später nach innen, der rechte Rand dagegen nach oben und dann ebenfalls nach innen, wie aus Fig. 4 und 7 (unten) erkennbar ist.
Nach Durchgang des Bleches durch die letzten Falzrollen verlässt das Band mit den vorgefalzten Rändern den Vorfalzschlitten 35 und läuft über den Formholm 17 und in die rechte und linke neben ihm befindlichen, an den Innenkanten der Schienen 32 und 32' des Antriebsschlittens 36 befestigten Falzstäbe F und F1. Der Eingang dieser Falzstäbe muss der Form der Blechkanten, wie sie den Vorfalzschlitten 35 verlassen haben, angepasst sein.
Ihre weitere Ausbildung bis zum Ausgang des Verformungsgerätes ist bestimmt durch die ge wünschte Form des Wasserfalzes und des Wulstfalzes, wie sie aus der obersten Biegungsphase m in Fig. 7 hervorgeht, unter der die vorher zu durchlaufenden Zwischenphasen g-1 .angedeutet sind. In Fig. <I>6a</I> ent sprechen die Querschnitte g', j' und m' des Falz stabes 32' den Entwicklungsphasen g, j und m des Bandes 8 bzw. der Rinnen 7 nach Fig. 7.
Der Form holm 17, der dem Blechband 8 die halbrunde Rin- nenform geben russ, beginnt etwa bei dem festen Spant 4, ist zunächst dort, wo er an den zwischen den Falzzungen des Vorfalzschlittens 35 liegenden Stützholme 17' angeschlossen ist, ebenflächig gestal tet (Fig. 8) und kann auf seiner Unterseite durch eine Schiene 17" gestützt sein.
Allmählich wölbt sich je doch die obere Fläche des Holms mehr und mehr, wie aus den Fig. 7, 7a und 8 ersichtlich, nach unten, so dass gleichzeitig mit dem Entstehen des Wulst- falzes auch das Niederbiegen der Rinne in ihre Halb rundform veranlasst wird.
Die Führung des Bleches in den an den mit den seitlichen Führungsschienen 36 zusammenhängenden Halteschienen der Falzstäbe F und F1 geben die in der Verschieberichtung verlau fenden bereits an- bzw. vorgebogenen Wasser- bzw. Wulstfälze. Nach mehrmaligem Auf- und Nieder bewegen des Schwengels verlässt schliesslich das Blech den Holm 17 an dessen vorderem Ende in der mon tagefertigen Form (Fig. 1), so dass die Rinne 7, so bald erforderlich, auf die gewünschte Baulänge abge schnitten werden kann.
Zusammenfassend ist zu wiederholen, dass der am Gestell fest .angebrachte Formhohn stets in seiner Lage verbleibt, während von den beiden Falzstäben des hin und her bewegten Schlittens 36 der linke F die Rinne in dem .im Vorfalzschlitten bereits herge stellten Wasserfalz führt, während der rechte F1 je weils beim Rückgang des Schlittens 36 den Wulst formt.
Der Vorschub des Bleches erfolgt beim Vor lauf der Führungen, das heisst beim Aufwärtsbeweger. des Schwengels 18, wogegen die eigentliche Verfor mung, also das Anbiegen :der seitlichen Fälze durch die Falzrollen am Beginn des Schlittens und die wei tere Verformung durch die Falzstäbe F, F1 bei der Abwärtsbewegung des Schwengels 18 bei stillstehen- dem Blech 8 vor sich geht.
Dabei wird dann auch das durch die Schuhe 9, 14 und 9a festgehaltene Blech über den Holm 17 in die endgültige Halbrundform zur Rinne 7 niedergebogen. Der Formhohn 17 und die Falz- und Führungsstäbe könnten auch aus unter sich ver- und feststellbaren Einzelteilen bestehen.
Der durch die Erfindung erzielte technische Fort schritt ist erheblich. Während -ein gelernter Arbeiter z. B. bisher zur Herstellung einer Rinnenlänge von 10 m ,infolge der vielen gesonderten Arbeitsgänge etwa eine Stunde Zeit benötigte, sind jetzt hierzu nur noch etwa 10 Minuten Arbeitszeit einer Hilfskraft erforderlich.