CH362800A - Kokille zum kontinuierlichen Giessen von geschmolzenem Metall und Verfahren zu ihrem Betrieb - Google Patents

Kokille zum kontinuierlichen Giessen von geschmolzenem Metall und Verfahren zu ihrem Betrieb

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CH362800A
CH362800A CH3705456A CH3705456A CH362800A CH 362800 A CH362800 A CH 362800A CH 3705456 A CH3705456 A CH 3705456A CH 3705456 A CH3705456 A CH 3705456A CH 362800 A CH362800 A CH 362800A
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Description


      Kokille        zum        kontinuierlichen    Giessen von     geschmolzenem    Metall       und        Verfahren    zu     ihrem        Betrieb       Die Erfindung bezieht sich auf eine Kokille zum       kontinuierlichen    Giessen von geschmolzenem Metall  und ein     Verfahren    zu     ihrem    Betrieb.  



  Beim     Stranggiessen    wird Metallschmelze in das eine  Ende einer oben und unten offenen Kokille einge  führt, und der     Gussstrang    wird aus dem anderen Ende  herausgezogen.     Während    sich das     Gussstück    bildet,  erstarrt das     geschmolzene    Metall zu einer     Randkruste,     die an Dicke und     Steifigkeit        zunimmt,    bis die Rand  kruste infolge der Schrumpfung des in der     Kruste          befindlichen    erstarrenden Metalls von der Kokille hin  wegschrumpft.

   In der Kokille erfolgt die grösste  Wärmeübertragung in dem Teil der     Kokillenwand,     welche mit der     Metallschmelze    und besagter Rand  kruste in Berührung steht, bis zu der Stelle, wo letz  tere von der direkten     Berührung    mit der Kokille weg  schrumpft.  



  Bei dem Versuch, Kokillen zu     verwenden,    bei  denen ein     Graphiteinsatz    in     einem    flüssigkeitsgekühl  ten Mantel     angebracht    ist, hat es sich als schwierig,  wenn nicht unmöglich erwiesen - besonders in Ko  killen zum Giessen von Formaten grösseren Quer  schnitts - den Kontakt zwischen Mantel und Einsatz  während der Giessoperation aufrechtzuerhalten, ins  besondere in dem Bereich, welcher dem Bereich der  grössten     Wärmeübertragung    zwischen Einsatz und ver  gossenem Metall in der Kokille entspricht.

   -Man glaubt,  dass der ungenügende Kontakt     zurückzuführen    sei auf  Unterschiede in     Durchbiegung,    verursacht zum minde  sten teilweise durch Unterschiede beim Ausdehnen des       Einsatzes    im Vergleich zum Mantel bei den in der  Kokille unter den Giessbedingungen herrschenden  Temperaturen.  



  Die Erfindung will eine Kokille zum kontinuier  lichen Giessen von     geschmolzenem    Metall, welche  oben und unten offen ist sowie aus einem äusseren    gekühlten,     zylindrischen    Mantel in     einem        Graphitein-          satz    besteht, verbessern.

   Eine erfindungsgemässe Ko  kille ist gekennzeichnet durch einen     Metallmantel    mit  Flüssigkeitskühlung und einem     Graphiteinsatz,    der  eine     Kokillenhöhlung    bildet und in dem Mantel so  angebracht ist,. dass Mantel und Einsatz bei Giesstem  peratur mindestens im Bereich der grössten     Wärme-          übertragung    zwischen Einsatz und Mantel     in    Berüh  rung bleibt.  



  Das Verfahren zum Betrieb der erfindungsgemä  ssen Kokille ist dadurch     gekennzeichnet,    dass ge  schmolzenes Metall in das obere Ende der     Kokille     eingeführt, das erstarrte Erzeugnis aus dem unteren  Ende der Kokille herausgezogen, der Mantel und das  erstarrte, herausgezogene Erzeugnis gekühlt werden  und die Zufuhr, das Herausziehen und das     Kühlen     dabei mit einer solchen Geschwindigkeit erfolgen, dass  eine freie     Oberfläche    geschmolzenen Materials in der  Kokille eingehalten wird und die     Oberkante    der Er  starrungskruste unmittelbar bis an den Giessspiegel  heranreicht.  



  Die Erfindung wird in den Beispielen und     beilie-          genden    Zeichnungen veranschaulicht, welche einen  Teil     dieser    Beschreibung bilden. Es versteht sich' je  doch, dass die Beispiele und     Zeichnungen    der Erläute  rung dienen und dass die     Erfindung    in ihrem Gesamt  umfang nicht darauf beschränkt bleibt.  



       In    den     Zeichnungen    ist:       Fig.    1 ein     schaubildartiger    Aufriss, teilweise im  Querschnitt, welcher ein     Stranggiessverfahren    veran  schaulicht;       Fig.    2 ist eine Ansicht     längs    der Linie 2-2 von       Fig.    1 in Pfeilrichtung;       Fig.    3 ist     ein    vergrösserter Querschnitt einer Ko  kille; .

             Fig.4    ist ein Schnitt längs der Linie     4-4    der       Fig.    3 in     Pfeilrichtung;          Fig.    5 ist eine     schaubildartige        Querschnittsansicht,     welche die erste Stufe des empfohlenen     Verfahrens     des     Montierens    eines übergrossen     Graphitkerns        in     einen     Kokillenmantel    darstellt;

         Fig.    6 ist     ähnlich        wie        Fig.    5     und    zeigt den Kern  teilweise in den Mantel     eingefügt;          Fig.7    ist     ähnlich    wie     Fig.6,    zeigt jedoch den  Kern vollständig in den Mantel eingefügt;       Fig.    8     veranschaulicht    ein Verfahren zur Herstel  lung der     inneren    Abmessungen des Kerns zwecks Er  zielung einer gewünschten     Einsatzdicke.     



  Unter     Bezugnahme    auf die Zeichnungen und ins  besondere die     Fig.    1 und 2     wird    die Giesseinrichtung  zunächst kurz beschrieben.     In    diesen Zeichnungen  sind die Teile der Einfachheit halber weitgehend       schaubildartig    gezeigt.

   Die     Einrichtung    umfasst im     all-          gemeinen        eine        vertikale    Kokille 10, welche eine auf  und ab bewegliche Kokille sein kann, die aus einem  nicht weiter     dargestellten    Ofen durch     eine    Zuleitung  11, welche aus einem metallischen Rohr mit Graphit  futter 12 bestehen     kann,    mit     Metallschmelze    beschickt  wird. Der Strang tritt unten aus der Kokille heraus  in den Tank 13 ein und durchläuft ihn.

   Die Vorrich  tung     kann    unterhalb des Tanks 13 mit angetriebenen       Walzen    und     einer    nicht weiter dargestellten Säge ver  sehen sein, um das     Gussstück    mit gesteuerter Ge  schwindigkeit abzusenken und den     herausgezogenen     Strang in gewünschte Längen zu schneiden.  



  Die     Kokille    10 besteht im allgemeinen aus einem  wassergekühlten Mantel 20 mit einem     Graphiteinsatz     21. Die Kokille kann auf einem auf und ab beweg  lichen Rahmen ruhen, der im allgemeinen mit Num  mer 22 bezeichnet ist. Der Hubmechanismus kann  einen Satz von vier     Winkelhebeln    23 enthalten, die       mittels        Drehbolzen    24 mit einem feststehenden Sup  port verzapft sind. Zugstangen 25     verbinden    die       Winkelhebelpaare    23 und     Glieder    26     verbinden    die  selben mit dem Rahmen 22.

   Ein Motor 27 treibt eine  durch     Verbindungsstangen    29 mit den     Winkelhebeln     23     verbundene    Kurbel 28.  



  Der Motor 27 kann ein solcher mit     veränderlicher     Geschwindigkeit sein, oder es kann eine andere Ein  richtung vorgesehen sein, um die Anzahl der verti  kalen Hübe der Kokille pro     Minute    der zur Verfügung  stehenden Zeit zu regeln. Durch Einstellen der Länge  der     Hebelarme    oder der     Exzentrizität    der Kurbel 28  kann die Höhe     des    Hubes abgewandelt werden.  



  Der Wassertank 13     kann    entsprechend unab  hängig in einer Stellung unterhalb dem unteren Aus  gang der Kokille, jedoch nahe demselben vorgesehen  werden. Es ist eine Gummidichtung 33 vorgesehen,  welche gegen den Strang zu dicht abschliesst. Der  Strang ist, wenn er unten aus dem Tank austritt, aus  reichend     gekühlt,    so dass kein überhitzen der Gummi  dichtung auftritt.  



  Das Kühlwasser kann dem Wassermantel durch  das Zuleitungsrohr 34     zugeführt    werden. Das Wasser  betritt den Mantel durch die     tangential    angeordnete         Zuflussöffnung    35. Es durchläuft die     Kokille    auf  einem kreisförmigen Weg und tritt unten durch die  verengte ringförmige Öffnung 36 aus, die infolge ihres  relativ geringen Querschnittes im     Verhältnis        zum    Vo  lumen des der Kokille durch das Rohr 34 zugeführten  Wassers bewirkt, dass der Wasserkanal 37 in dem  Mantel mit Wasser gefüllt bleibt.

   Die     ringförmige     Öffnung 36 lenkt das aus dem     Wassermantel    austre  tende Wasser gegen die äussere Oberfläche des unten  aus der Kokille austretenden Stranges. Das Wasser  tropft dann in den Wassertank 13, aus dem es durch  das Rohr 3 8 mit einer solchen Geschwindigkeit ab  gesogen wird, dass in dem Tank 13 ein gewünschter  Wasserspiegel     eingehalten    wird.

       Der    Vorteil dieser       Anordnung    ist der, dass im wesentlichen keine Luft  zu dem Strang Zutritt hat, bis letzterer aus dem Tank  13 austritt, wo     dann    das     Gussstück    genügend gekühlt  ist, um eine     Oxydation    der Oberfläche des     Gussstückes     zu verhindern oder wenigstens stark     zu    verringern.  



  Unter Bezugnahme auf die     Fig.    3 und 4 wird die  Kokille nun weiterhin beschrieben. Die Kokille 10'  entspricht der Kokille 10, der Mantel 20' dem Mantel  20, der Einsatz 21' dem Einsatz 21, und der Ein  lass 35'     dem    Einlass 35.     Der    Mantel 20' ist aus  einem inneren     zylindrischen    Teil 41 gebildet, einge  schoben     in    den äusseren zylindrischen Mantel 42. Die  auf geeignete Weise (z.

   B. durch Schweissen) dem  oberen oder unteren Teil von Glied 42 angefügten  Platten 43 und 44     dienen    als     Abschlussflanschen,    um       zwischen    den     Gliedern    41 und 42 einen Wassermantel       zu    bilden. Der obere Endteil des     Gliedes    41 kann mit  einer Schulter 45     versehen        sein,    die ihrerseits     einen          Flanschteil    46 aufweist, der einen Abschluss bildet  und auf einer Platte 43 aufsitzt.

   Die untere äussere  Kante des Teils 41 kann abgeschrägt und mittels Stell  schrauben 47 mit einem Zwischenraum zur abge  schrägten inneren Kante der Platte 44 versehen wer  den. Teil 41 kann so eingestellt werden, dass damit  die Grösse der     ringförmigen    Öffnung 36     bestimmt     wird; diese     letztere    wird eingestellt auf eine kleinere       Querschnittsfläche    als diejenige des Einlasses 35, wo  durch der     Kühlmantel    voll Flüssigkeit gehalten wird.  



  Der Einsatz 21' wird in einer nachstehend ein  gehend beschriebenen Weise in das Glied 41     (unter     Druck)     eingepresst.    Der untere Rand des     eingepressten     Einsatzes     kann    an die Schulter 48 anstossen, mit wel  cher Teil 41 angrenzend an     seine    untere innere Kante  versehen sein kann. Der Schliessring 49 kann am  oberen Ende der Kokille durch Schrauben 50 montiert  werden, die in Platte 43 verschraubt werden. Der  Ring 49 kann, wie gezeigt, über die obere Kante des  Einsatzes 21'     hinausreichen,    um mitzuhelfen, die Stel  lung des     Einsatzes    sowie des Gliedes 41 in der Kokille  einzuhalten.

   Es ist zu bemerken, dass keine wesent  liche gegenseitige Beeinträchtigung des flüssigkeitsge  kühlten Teils 41 durch Teil 42 und Platten 43 und  44 und Stellschrauben 47 durch Ausdehnung und     Zu-          sammenziehen        in    der Längs- und     Querrichtung,    ein  schliesslich der     Wärmeausdehnung    und -zusammen  ziehung entsteht.      Die     bevorzugte    Art der     Montierung    des Einsatzes  in Teil 41 unter dem erforderlichen Druck wird in  den     Fig.    5 bis 8 gezeigt. Auch in diesen Zeichnungen  sind die verschiedenen Teile der Einfachheit halber       schaubildartig    gezeigt.

   In     Fig.    5 steht Teil 41 auf dem  Tisch 55 einer Presse und der     Graphitkern    56 in       übergrösse    liegt oben auf besagtem Teil, wobei die  Achse des Kerns zu derjenigen des Teils 41 ausge  richtet ist. Die eine äussere untere Kante des Kerns 56  oder auch beide, oder die obere innere. Kante des  Teils 41     können    entsprechend abgeschrägt sein, um       behilflich    zu sein, das Hineinschieben des Kerns in  Teil 41     einzuleiten.    Der Stempel 57 der Presse wird  dann gegen den oberen Teil des     Kerns    gedrückt.

   Dar  nach wird auf die Presse ausreichend     Druck    gegeben,  um den Kern in Teil 41 zu pressen, bis er in der in       Fig.    7     gezeigten    Stellung ist; indem der Kern in Teil  41 eingeschoben wird, wie in     Fig.    6     gezeigt,    wird er  zusammengepresst und seine Abmessungen werden  reduziert.  



  Die Grösse der Abmessung  A  des     Kerns    56  (siehe     Fig.    5) ist so, dass bei den Temperaturen, denen  der Graphit und Teil 41 in der Kokille unter den  üblichen Giessbedingungen ausgesetzt sind, der Gra  phit seitens Teil 41 unter     Druckvorspannung    steht.  



  Vorzugsweise ist die ganze Länge  L  des     Kerns     in     übergrösse     A  vorgesehen. Wenn jedoch ge  wünscht, kann der Kern auch nur in Teil  B  seiner  Länge Übergrösse     aufweisen;    dieser Teil  B  ent  spricht demjenigen Teil des späteren Einsatzes, in  welchem die grösste Wärmeübertragung in der Kokille  von dem vergossenen Metall zum Einsatz und von       letzterem    zum Teil 41 erfolgt.  



  Die innere Abmessung      C     des Kerns (siehe       Fig.    5) ist derart, dass eine Kerndicke  T  vorgesehen  wird, welche grösser ist als diejenige der gewünschten  Einsatzdicke, nachdem der Kern in Glied 41 einge  setzt ist. Die Dicke      T     wird so gewählt, dass eine  ausreichende Festigkeit des Kerns gewährleistet ist,  damit das     Einpressen    des     Kerns    in genanntes Teil  ohne Bruch erfolgt. Nach dem     Einpressen    wird der  Kern auf die gewünschte Abmessung  D  ausgedreht,  um die Einsatzdicke  E , wie in     Fig.    8 gezeigt, zu  erzielen.

   Wie aus dieser letzteren Figur     ersichtlich,          kann    dies     bewerkstelligt    werden, indem der in Teil 41  montierte Kern     in    den Spannkopf 60 einer geeigne  ten Drehbank     eingespannt    wird, wonach dann der  Kern     mit    Werkzeug 61 auf Einsatzdicke  E  aus  gedreht wird; um beste Giessergebnisse zu erzielen,  sollte dieser 2 bis 3     mm    Dicke aufweisen.  



  Der Kern 56 kann massiv oder hohl sein, ent  weder aus einem ganzen Stück bestehend oder aus  Segmenten     zusammengesetzt    sein und der daraus  hergestellte Einsatz kann daher aus einem Stück oder  aus Segmenten bestehen. Es ist jedoch besonders  günstig, einen aus einem Stück bestehenden Einsatz  aus     einem    entsprechend hohlen Kern     herzustellen.     Obgleich mit     Bolzenkokillen    mit einem kreisförmigen  Einsatz, umgeben von einem kreisförmigen Mantel,  beste Ergebnisse erzielt worden sind, können auch    Kokillen anderer Form verwendet werden, insbeson  dere Kokillen mit Einsätzen mit einer konvex ge  krümmten äusseren Oberfläche, die sich in Kontakt  befindet mit einer entsprechend konkav gekrümmten  inneren Mantelwand.

   Auch kann an Stelle des mit  Bezug auf die     Fig.    5 bis 7 beschriebenen     Montierungs-          verfahrens    das Teil 41     ebenfalls    entsprechend aus Seg  menten zusammengesetzt sein, wobei die Segmente  dieses Teils rund um den Kern 56 angeordnet wer  den und dicht gegen den Kern gezogen werden kön  nen, um die     erforderliche        Druckspannung    zu erzielen,  obgleich ein solches abgewandeltes Verfahren nicht  vorzuziehen ist.  



  Bei Beginn des Giessens kann eine     in    die Abmes  sungen der durch den     Einsatz    21 definierten Kokillen  höhlung passende     Anfahrstange    durch den Boden des  Tanks 13 in     Fig.    1 in die Kokille 10     eingeführt    wer  den. Darnach     beginnt    die Zufuhr von Kühlwasser in  den Mantel durch die Zuleitung 34 und von Metall  schmelze durch die Zuführung 11. Die     Anfahrstange     wird     mit    beginnender Erstarrung des Metalls heraus  gezogen.

   Der     Anfahrkopf        kann    mit     Vorsprüngen,        etwa     einem     Bolzen,    versehen sein, um den der sich bil  dende Strang erstarrt, und sich so gleichzeitig mit dem       Anfahrkopf    verschweisst, so dass die     Anfahrstange    den  Strang aus der Kokille herausziehen     kann.     



  Bei der     Durchführung    des Verfahrens nach erfolg  tem     Beginn    wird in die Kokille     Metallschmelze    mit  einer     Geschwindigkeit    eingeführt, welche der     Absenk-          geschwindigkeit    des Stranges entspricht, um den Me  tallspiegel in der Kokille     in    -der     gewünschten    Höhe       zu    halten.

   Da von dem     geschmolzenen    Metall Wärme  abgeführt wird, erstarrt letzteres zu einer Randkruste   X ; in dem Masse, wie der Strang aus der     Kokille     austritt, nimmt die Kruste an Dicke und     Steifigkeit     zu, bis sie sich .an Punkt  Z      infolge    der Schrump  fung des erstarrten Metalls in der Kruste von dem  Einsatz 21 ablöst. Demgemäss ist der Bereich der  grössten Wärmeübertragung in .der Kokille auf den  Bereich  W  des Einsatzes zwischen dem obersten  Teil des Metallspiegels     in    der Kokille und dem Punkt   Z  beschränkt, da in diesem Bereich der     Einsatz     und die     Metallschmelze    in inniger Berührung mitein  ander stehen.  



  Unterhalb des Punktes  Z  wird die Wärme -von       Gussstück        auf    Einsatz mit geringerer Geschwindigkeit  übertragen - infolge des Verlustes an Kontakt. Um  sich gegen die Gefahr des Spritzens von flüssigem  Metall infolge Aufreissens der Randkruste  X  zu  schützen, ist das untere Ende der Kokille genügend  weit entfernt von Punkt  Z  vorzusehen. Die Fest  legung dieses     Punktes    und die     Grösse    des Bereiches  e W  richtet sich nach der     Geschwindigkeit,    mit wel  cher die Wärme von dem     Gussstück    abgeleitet wird,  bezogen auf die Giessgeschwindigkeit.

   Im allgemeinen  ist man bei einer Kokille in einer     Länge    von mehr als  etwa 13 cm gegen diese Gefahr gefeit.  



  In jeder einzelnen Kokille wird die Tiefe, in der  sich der Sumpf     an    nichterstarrtem Metall  Y      in    den  Strang hinein erstreckt, von der Giessgeschwindigkeit      geregelt, d. h. je langsamer die     Absenkgeschwindig-          keit    des Stranges, desto flacher ist der Sumpf und  umgekehrt.

   Es kann jede     Giessgeschwindigkeit    ange  wandt werden,     einschliesslich    sowohl einer Geschwin  digkeit, welche einen flachen Metallsumpf erzeugt,  dessen tiefster Punkt sich nahe dem oberen Ende der  Kokille befindet, als auch einer solchen, bei welcher  der Sumpf ziemlich über die untere Kante der     Kokille     hinausreicht.     Im    allgemeinen jedoch, und besonders  beim Giessen von     nähgepoltem    Kupfer ist es vorzu  ziehen, die Giessgeschwindigkeit so     einzustellen,    dass  die unterste     Spitze    des Sumpfes an     nichterstarrtem     Metall sich nahe dem unteren Ende der Kokille be  findet.  



  Die     Wärme,    welche von dem vergossenen Metall  durch die     Kokille    abgeführt wird,     fliesst    in das Kühl  wasser im Mantel 20, indem sie den Einsatz 21 und  die     Mantelwand    41 passiert; diese beiden besitzen  eine hohe     Wärmeleitfähigkeit    und erlauben eine grosse  Geschwindigkeit des Wärmeflusses, wenn sie mitein  ander in Kontakt stehen.

   Wenn jedoch der Kontakt  zwischen diesen beiden Teilen verringert oder unter  brochen ist, wird der     Wärmefluss        ernstlich    beeinträch  tigt,     insofern    als selbst eine     ausserordentlich        kleine     Lücke oder Gasschicht eine bemerkenswerte     Isolier-          fähigkeit    aufweisen.

   Eine jede solche     Beeinträchtigung     des     Wärmeflusses    zwischen     Einsatz    und Mantel be  einflusst sehr stark den Temperaturabfall durch diese  Teile hindurch und zwischen denselben, und ver  ursacht eine starke Zunahme in der Temperatur der       Einsatzoberfläche,    welche das vergossene Metall be  rührt.  



       Früher    glaubte man, dass     während    des Giessens  von Metall in die     Kokille    eine     Berührung        zwischen     Einsatz und Wandung 41,     besonders    im Bereich der  grössten Wärmeübertragung der Kokille,     nicht    auf  rechterhalten wird, sondern     statt    dessen     verringert     oder unterbrochen     wird.    Man glaubt, dass eine solche       Reduzierung    oder ein solcher Verlust an Kontakt ver  ursacht wird durch einen Unterschied in der Durch  biegung dieser beiden Teile,

   welcher infolge der von  einander abweichenden     Ausdehnungskoeffizienten    der  selben ausreicht, um Teil 41 zu     veranlassen,    sich von  dem Einsatz     hinwegzubiegen,    obgleich die Temperatur  des Einsatzes höher ist als diejenige des Teils 41. Als  Folge davon wird der W     ärmefluss    in der Kokille be  einträchtigt und die Temperatur des Einsatzes wird       übermässig    hoch; es ergeben sich hieraus schlechtere       Oberflächeneigenschaften    des     Gussstückes    und gleich  zeitig eine Reduzierung der in den     einzelnen    Kokillen  anzuwendenden Giessgeschwindigkeit.  



  Anderseits wird ein Kontakt zwischen dem Einsatz  und dem Mantel während des Giessvorganges auf  rechterhalten in Anbetracht dessen, dass die Durch  biegung des     Einsatzes    ebenso gross ist wie     diejenige     des Teils 41. Die     Differenz    in der Wärmeausdehnung  dieser beiden Teile wird     ausgeglichen    durch die       Durchbiegung    des     Einsatzes,    da der Druck darauf sich  durch die Wärmeausdehnung des Teils 41 verringert,  so dass die gesamte     Durchbiegung    des ersteren Teils    ebenso     gross    ist wie     diejenige    des     letzteren.    Man  glaubt,

   dass dies der Grund ist für den doppelten Ge  winn erhöhter Giessgeschwindigkeit zusammen mit  den bei Durchführung der     Erfindung    erzielten ver  besserten Oberflächeneigenschaften.  



  Die Kokille kann angewandt werden     zum    Giessen  jeden Metalls oder jeder Legierung. Sie ist sehr nütz  lich zum Giessen von Metallen wie Stahl, Silber,     Nik=          kel,    Aluminium,     Magnesium    und insbesondere Kup  fer. Sie ist besonders nützlich zum Giessen von sauer  stoffhaltigem Kupfer wie nähgepoltem Kupfer, in jeder  gewünschten Grösse, und zum Giessen von Bolzen aus  sauerstofffreiem, wie an sich sauerstofffreien oder mit  Phosphor     desoxydiertem    Kupfer in grossen Abmessun  gen (d. h. grösser als etwa 70 mm Durchmesser).

   Bis  jetzt war es nicht möglich gewesen, nähgepoltes Kup  fer in grossen Mengen und in der von der Industrie  gewünschten     Qualität    erfolgreich zu giessen.  



  Der     hierin    verwendete Ausdruck  sauerstoffhal  tiges Kupfer  soll sowohl nähgepoltes Kupfer als  auch Kupfer mit einem geringeren Gehalt an Sauer  stoff einschliessen; er soll jedes Kupfer einschliessen,  in welchem der vorhandene     Sauerstoff        in    einer sol  chen Form enthalten ist, dass er den     Graphiteinsatz     angreift, wenn die Betriebstemperatur des Einsatzes  übermässig hoch ist.  



  Anderseits soll der hierin verwendete Ausdruck   sauerstofffreies Kupfer  die Kupfersorten einschlie  ssen, welche als mit Phosphor     desoxydiertes    Kupfer  bekannt sind, und zwar sowohl mit hohem als auch  mit niedrigem Restgehalt an Phosphor,     ferner    jedes  andere     desoxydierte    Kupfer, wie mit     Lithium,    Bor,       Kalzium    usw.     desoxydiertes    Kupfer, und auch die als   sauerstofffreies Kupfer  an sich bezeichneten Kup  fersorten. Mit anderen Worten, jedes Kupfer, in wel  chem keinerlei Sauerstoff verfügbar ist, um den     Gra-          phiteinsatz    bei Betriebstemperaturen     anzugreifen.     



  Bei der     Durchführung    des Giessens soll die     Kokille     vorzugsweise eine mit entsprechender Geschwindig  keit und geeignetem Hub hin und her gehende Kokille  sein und das geschmolzene Metall wird in die Kokille  mit einer solchen Geschwindigkeit eingeführt, dass  der Metallspiegel unterhalb des oberen Endes der  Kokille gehalten wird. Wenn jedoch gewünscht,     kann     eine feststehende Kokille verwendet werden. Ebenso  kann die Kokille mit einer Metallsäule gefüllt gehal  ten werden, indem z. B. das obere Ende der Kokille  mit dem Boden eines geeigneten Ofens, etwa eines       Warmhalteofens,    verbunden wird.  



  Es ist     vorzuziehen,    dass das     Zuführungsrohr    für  das Metall unter die     Oberfläche    der     Metallschmelze     in dem Sumpf eingetaucht gehalten wird, sowohl wenn  man sauerstoffhaltiges Kupfer als auch sauerstoff  freies Kupfer giesst. Im Falle von     sauerstoffhaltigem     Kupfer kann jedoch das     Zuführungsrohr    weggelassen  und das oben offene Ende der Kokille mit einem  frei     fallenden        Metallfluss    beschickt werden.  



  Beim Giessen von sauerstoffhaltigem Kupfer wird  vorgezogen, eine Schutzschicht einzelner Partikel von       kohlenstoffhaltigem    Material, wie     Flockengraphit,         Lampenruss, pulverisiertem Anthrazit usw. auf der  Oberfläche des     geschmolzenen        Metalls    in dem Sumpf   Y      aufrechtzuerhalten.    Anderseits darf beim Giessen  sauerstoffhaltigen Kupfers eine Decke von reaktions  fähigem kohlenstoffhaltigen Material nicht verwendet  werden.  



  Die Giessgeschwindigkeit     kann    entsprechend dem  zu vergiessenden Material     wechseln,    um die Tempera  tur des     Graphiteinsatzes    auf der richtigen Höhe zu  halten, um gute     Giesseigenschaften        zu    erzielen. Im  Falle von     sauerstofffreiem    Kupfer sollte die     Maximal-          temperatur    des     Graphitfutters    unter 760  C     gehalten     werden. Bei sauerstoffhaltigem Kupfer sollte diese  Temperatur unter 600  C     gehalten    werden.  



  Das     Gussstück    kann mit einer gleichförmigen Ge  schwindigkeit oder     intermittierend    aus der Kokille  herausgezogen werden. Es kann ein     Gussstück    von  unbeschränkter     Länge    gegossen und nach dem Her  ausziehen auf     gewünschte    Längen abgeschnitten wer  den; dies ist das     bevorzugte    Verfahren für relativ  kleine Formate. Bei relativ grossen Formaten jedoch  ist es     vorzuziehen,    sobald eine gewünschte Länge er  zielt ist, mit dem Giessen aufzuhören. Diese Länge  wird     dann    aus der Kokille herausgenommen und man  beginnt,     eine    neue Länge zu giessen.

   Auf jeden Fall  hängt die Länge des     Gussstückes    nicht von der Länge  der Kokille ab und der Ausdruck     kontinuierliches     Giessen, oder Ableitungen davon, ist auf solche Ver  fahren anzuwenden.  



  Die Erfindung wird ferner veranschaulicht durch  die folgenden Beispiele:  <I>Beispiel 1</I>  In einen zylindrischen Kupfermantel, wie in den       Fig.    5 bis 8     dargestellt,    wurde ein zylindrischer     Gra-          phiteinsatz    eingefügt. Der äussere     Durchmesser    des       Graphitkerns    (Abmessung  A       Fig.    5) betrug 179 mm,  dessen     innerer    Durchmesser (Abmessung  C )  152 mm. Der Innendurchmesser des     Kupfermantelteils     41 betrug 177,8 mm, dessen äusserer Durchmesser  186,79 mm.

   Entgegen den Erwartungen     fand        man,     dass sich der     Graphitkern-    leicht ohne Bruch in Teil 41  hineinpressen liess. Nachdem er in den Mantel in die  in     Fig.    7 gezeigte Stellung     hineingepresst    worden war,  wurde die     innere        Oberfläche    des Kerns, wie in     Fig.    8  gezeigt, ausgedreht, um einen Einsatz mit einem  Innendurchmesser von 171,3 mm zu erzielen.  



  Dieser Zusammenbau wurde     dann    von Raumtem  peratur 28  C auf 199  C     erhitzt.    Bei letzterer Tempe  ratur war der Einsatz immer noch satt anliegend an  Teil 41.  



  <I>Beispiel Il</I>  In einen zylindrischen Kupfermantel, wie in den       Fig.    5 bis 8 veranschaulicht, wurde ein     zylindrischer          Graphiteinsatz    eingefügt. Der äussere Durchmesser  des     Graphitkems    (Abmessung<B> A </B>     Fig.    5) betrug  178,2 mm, dessen     innerer        Durchmesser    (Abmessung   C ) 152 mm. Der Innendurchmesser des Kupfer  mantelteils 41     betrug    177,77 mm, dessen äusserer    Durchmesser 196,95.

   Entgegen den Erwartungen. fand  man, dass sich der     Graphitkern    leicht ohne Bruch in  Teil 41 axial     einpressen        liess.    Nachdem er in den Man  tel     in    die in     Fig.    7 gezeigte Stellung     hineingepresst     worden war, wurde die innere Oberfläche des     Kerns,     wie in     Fig.    8 gezeigt, ausgedreht, um einen Einsatz  mit einem Innendurchmesser von 171,3 mm zu er  zielen.  



  Dieser Zusammenbau wurde dann von Raumtem  peratur auf 163  C     erhitzt.    Bei der letztgenannten  Temperatur war der Einsatz     immer    noch satt     anlie-          gend    an Teil 41.  



       Beispiel   <I>111</I>  Der zylindrische     Graphiteinsatz    21' und die zylin  drische     Kupfermantelhülse    41 wurden durch das oben  beschriebene     Aufschrumpfverfahren    zusammengebaut.  Vor dem Zusammenbau betrug der äussere Durch  messer des     Graphiteinsatzes    220,88 mm;     .dessen     Lichtweite betrug 206,3 mm; der     innere    Durchmesser  der     Kupfermantelhülse    war 220,35 mm und der  äussere Durchmesser der Mantelhülse 228,65 mm.  



  Zum Zusammenbau wurde die Kupferhülse 41 auf  eine Temperatur von etwa 205 bis 232  C     erhitzt,     während der Einsatz auf Raumtemperatur gehalten  wurde. Der     Einsatz    wurde dann leicht in den ausge  dehnten Mantel eingesetzt und man liess den Mantel  abkühlen. Die     Mantelhülse        schrumpfte    dicht auf den  eingesetzten Einsatz auf, so dass während des nach  stehend beschriebenen Giessverfahrens ein guter Ober  flächenkontakt zwischen diesen Teilen aufrechterhal  ten wurde.  



  Ein     Hinweis    auf den     zwischen    den sich berühren  den Oberflächen der Kupferhülse und des     Graphit-          einsatzes    erzeugten Druck wird durch die Tatsache  gegeben, dass nach dem Zusammenbau und Erkalten  der äussere Durchmesser der Kupferhülse 228,70 mm  betrug, also     eine    Ausdehnung von 0,05 mm auf  wies, während der     Innendurchmesser    des Einsatzes  205,81 mm betrug und     eine        Zusammendrückung    von  0,48 mm zeigte. Die     Einsatzdicke    betrug 7,29     mm.     



  Die innere     Einsatzoberfläche    des zusammenge  bauten Mantels wurde nicht ausgedreht; ihre Abmes  sung entsprach dem Giessen eines     Bolzens    von etwa  203 mm Durchmesser.  



  Wenn gewünscht, darf die Kupferhülse für den  Zusammenbau von Kupferhülse und Einsatz auf eine  Temperatur über der     obengenannten        erwärmt    werden,  und der äussere Durchmesser des Einsatzes vor dem  Zusammenbau darf von noch stärkerer     übergrösse     sein, so dass der     Einpresssitz    einen noch stärkeren  Druck     zwischen    den sich     berührenden        Oberflächen     erzeugen kann.  



  <I>Beispiel IV</I>  Dieses Beispiel     betrifft    das     Giessen    von     zähgepol-          tem    Kupfer. Es wurde ein Zusammenbau aus Einsatz  und Mantel     hergestellt,    wie     in    Beispiel I     beschrieben.     Dieser Zusammenbau wurde in eine in     Fig.    3 und 4  ungefähr     massstäblich    gezeichnete Kokille     eingefügt.     Die Länge der     Kokille    betrug 250 mm.

   Die so herge  stellte Kokille     wurde    in dem in     Fig.    1 gezeigten           Stranggiesssystem    zum kontinuierlichen Giessen von       zähgepoltem    Kupfer verwendet.  



       Geschmolzenes,        zähgepoltes    Kupfer wurde der  Kokille aus dem     Vorherd        eines        Warmhalteofens    durch  eine Zuleitung (11,     Fig.    1) mit einem     Auslassdurch-          messer    von 5,5 mm zugeführt. Die Kokille     war    eine  hin und her gehende     Kokille    mit einer Häufigkeit von  etwa 60 Zyklen pro Minute und einem Hub von etwa  4 mm. Das Kühlwasser von gewöhnlicher Temperatur  (etwa     28     C)     zirkulierte    durch den Durchgangskanal  37 der Kokille.  



  Die Giess- und     Absenkgeschwindigkeit    des ge  gossenen     Stranges    war so geregelt, dass der Spiegel  der     Metallschmelze    in der     Kokille    etwa 25     mm    ober  halb der oberen     Kante    des     Graphiteinsatzes    gehalten  wurde. Die obere Kante der von dem erstarrenden  Metall gebildeten Randkruste wurde etwa an der  Oberfläche des     geschmolzenen    Metalls gehalten.

   Der  von der     Kurste    umgebende     Metallschmelzsumpf     schien sich bis zum unteren Ende der Kokille auszu  strecken, und     während    des gesamten Giessvorganges  blieb der Einsatz 21 satt anliegend an Teil 41.  



  Es wurde ein     Bolzen    aus     zähgepoltem    Kupfer mit  einer     Geschwindigkeit    von 2 Tonnen pro Stunde ge  gossen, wobei der Strang nach seinem Austreten aus  dem Tank 13     in    geeignete Längen abgeschnitten  wurde. Die Oberfläche des     Gussstückes    war glatt und  frei von ringförmigen Falten und     überlappungen.    Die  Glätte der     Oberfläche    war so,     däss    in der Hauptsache  kein Wasser durch die Gummidichtung 33 im Boden  des Wassertanks 13 durchlecken konnte.

   An der  Dicke des Einsatzes war keine bemerkenswerte Re  duktion wahrzunehmen - selbst nicht nach einer  beträchtlichen Benützungsdauer der Kokille; diese  Tatsache zeigt an, dass der     Einsatz    von dem in dem  Kupfer enthaltenen     Sauerstoff    nicht     angegriffen    wor  den ist.  



  <I>Beispiel V</I>  Nachstehendes Beispiel     betrifft    das Giessen von  mit Phosphor     desoxydiertem    Kupfer. Es wurde ein  Zusammenbau aus Mantel und Einsatz gemäss Bei  spiel     II    hergestellt.     Dieser        Zusammenbau    wurde in  eine in     Fig.    3 und 4 ungefähr     massstäblich    gezeich  nete     Kokille        eingefügt.    Die Länge der     Kokille        betrug     250 mm.-. Diese Kokille wurde in dem in     Fig.    1 ge  zeigten     Stranggiesssystem    verwendet.  



  Die Kokille wurde mit einem Hub von etwa 4 mm  Höhe und     einer    Hubzahl von etwa 60 Zyklen pro  Minute betrieben. Durch den Kanal 37 der Kokille  zirkulierte     Kühlwasser    von gewöhnlicher Temperatur.  



       Geschmolzenes,    mit Phosphor     desoxydiertes    Kup  fer     wurde    von dem     Vorherd        eines        Warmhalteofens     durch die Zuleitung 11     (Fig.    1) mit     einem        Auslass-          durchmesser    von etwa 5,1 mm der Kokille zugeführt.

    Die Giess-     und        Absenkgeschwindigkeit    des gegossenen  Stranges war so geregelt, dass der Spiegel der Metall  schmelze in der Kokille     etwa    25     mm    oberhalb der  oberen Kante des     Graphiteinsataes    gehalten wurde.  Die obere Kante der von dem erstarrenden Metall  gebildeten Randkruste X wurde     etwa    an der Ober-         fläche    des geschmolzenen Metalls gehalten. Der  Sumpf schien sich etwa bis zum unteren Ende der  Kokille zu erstrecken und während des gesamten  Giessvorganges blieb der Einsatz 21 satt anliegend an  die Hülse 41.  



  Das Zuleitungsrohr 11 wurde unter den Spiegel  des     geschmolzenen    Metalls in den Sumpf     eingetaucht     gehalten und auf der     Oberfläche    des     geschmolzenen     Metalls wurde eine Decke von     Graphitflocken    aufge  bracht.  



  Die Kühl- und Giessbedingungen waren so ge  regelt, dass die heisseste Stelle des Einsatzes auf einer  Temperatur unter etwa 760  C gehalten wurde. Es  wurde ein mit Phosphor     desoxydierter    Bolzen mit einer  Geschwindigkeit von 2 Tonnen pro Stunde     strangge-          gossen.    Die     Oberfläche    des     Gussstückes    war glatt und  frei von ringförmigen Falten und     überlappungen.    Die  Glätte der Oberfläche war derart,

   dass in der Haupt  sache kein Wasser durch die Gummidichtung 33     im     Boden des     Wassertanks    13     hindurchleckte.    An der  Dicke des Einsatzes war keine bemerkenswerte Re  duktion wahrzunehmen - selbst nicht nach einer be  trächtlichen Benützungsdauer der Kokille.  



  <I>Beispiel</I>     V1     Nachstehend ein weiteres Beispiel für das Giessen  von     zähgepoltem    Kupfer. Mantel und Einsatz wurden,  wie in Beispiel     III    beschrieben, zusammengebaut. Der  Zusammenbau wurde gemäss den Angaben von     Fig.    3  und 4 in die Kokille eingefügt. Die     Kokillenlänge    be  trug etwa 254 mm. Die Kokille wurde zum kontinuier  lichen Giessen gemäss den Angaben von     Fig.    1 ver  wendet.  



  Die     Kokille    wurde mit einem Hub von 4 mm,  bei einer Hubzahl von 60 Zyklen pro Minute betrie  ben. Kühlwasser in gewöhnlicher Temperatur zirku  lierte durch die Kokille.  



  Aus dem     Vorherd    eines     Warmhalteofens    wurde  geschmolzenes     zähgepoltes    Kupfer durch die Zulei  tung 11     (Fig.    1) mit einem     Auslassdurchmesser    von  etwa 17,6 mm der Kokille zugeführt. Giess- und Ab  senkgeschwindigkeit des gegossenen     Bolzens    waren so  geregelt, dass der Spiegel     dcs    geschmolzenen Metalls  in der Kokille etwa einen Zoll unterhalb der oberen  Kante des     Graphiteinsatzes    gehalten wurde. Die obere  Kante der von dem erstarrenden Metall gebildeten  Randkruste wurde etwa auf der     Oberfläche    des ge  schmolzenen Metalls gehalten.

   Der Sumpf schien  sich etwa bis zum unteren Ende der Kokille zu er  strecken und der Einsatz 21 blieb während des gan  zen Giessvorganges satt     anliegend    an die Hülse.  



  Das Zuleitungsrohr 11 wurde unter den Spiegel  des     geschmolzenen    Metalls in dem Sumpf eingetaucht  gehalten, doch wurde auf der freien Oberfläche des       geschmolzenen    Metalls in dem Sumpf keinerlei  schwimmende Decke irgendwelcher Art aufgebracht.  



  Die Kühl- und Giessbedingungen waren so ge  regelt, dass die heisseste Stelle des Einsatzes auf einer  Temperatur unter etwa 600  C gehalten wurde. Die  Oberfläche des gegossenen     Bolzens    war     glatt    und frei      von     ringförmigen    Falten und     Überlappungen.    Die  Glätte der Oberfläche war derart, dass in der Haupt  sache kein Wasser durch die     Gummidichtung    33- in  dem Boden des Wassertanks 13     hindurchleckte.    An  der Dicke des Einsatzes war selbst nach einer be  trächtlichen Benützungsdauer der Kokille keine be  merkenswerte Reduktion     festzustellen.     



  Die Temperatur des     Graphiteinsatzes    kann in je  der gewünschten und zusagenden Weise gemessen  werden. Zum Beispiel     wurde    zum Messen der Tem  peratur eines Einsatzes     mit    einer Dicke von 7,29 mm,  wie in Beispiel 11, ein Loch von 1,59 mm Durch  messer vertikal in die obere Kante des     Graphitein-          satzes    längs des Einsatzes und mitten durch die     Ein-          satzdicke    hindurch eingebohrt; es wurde ein     Thermo-          element    in ein solches Loch eingeführt und auf und  ab bewegt, um die Temperatur längs des Einsatzes  zu messen.

   Auf diese Weise wurde die heisseste Stelle  am Einsatz zusagend gemessen. Die Maximaltempe  ratur tritt gewöhnlich in dem durch     W    in     Fig.    1 be  zeichneten Bereiche auf. Es ist zu bemerken, dass bei  einem Einsatz der obigen Dicke die Distanz zwischen  Loch und Giessoberfläche des Einsatzes etwa 2;59 mm  beträgt.  



  Die genaue Dicke des Futters ist     innerhalb    der  nachstehenden Grenzen nicht besonders wesentlich.  Der Einsatz soll dünn genug sein, um sich etwaigen  unregelmässigen     Veränderungen    in     d.-r        Form,    der     Kup-          fermantelhülse,    verursacht durch Ausdehnung unter  Giessbedingungen, anzugleichen und dennoch dick  genug, um ausreichenden mechanischen Druck gegen  den Mantel infolge des oben beschriebenen Druck  sitzes zu erzeugen. Die genaue Dicke der Kupferhülse  41 ist nicht wesentlich, solange sie     kräftig    genug ist,  um den durch den     Drucksitz    des Einsatzes erzeugten  Druck auszuhalten.  



  Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Einsatzdicke  von 2,03 oder 3,05 mm bis zu 7,29 mm und mehre  bei Kokillen mit einem     inneren    Durchmesser im Be  reiche von etwa 76 bis 254 mm betragen kann. Sieht  man mehr Material vor, dann vereinfachen die dicke  ren     Einsätze    das Ausbohren des Loches längs des  Einsatzes nach unten von seiner oberen     Kante    aus,  um das     Thermoelement,    wie oben     beschrieben,    auf  zunehmen.  



  Der     Drucksitz    zwischen     Einsatz    und Mantel kann  erzielt werden, entweder durch den oben beschrie  benen      Einpresssitz     oder      Aufschrumpfsitz .    Unge  achtet der Art des Zusammenbaues hat die daraus  hergestellte Kokille eine ausgezeichnete Wärmeüber  tragung vom Einsatz auf den Mantel.

   Der     Drucksitz     schafft eine Einrichtung, bei welcher der     Einsatz    von  seinem Umfang her unter     Druck    steht und der Mantel  steht unter     Umfangsspannung.    Die natürliche Elasti  zität der über den     ganzen    Umfang einheitlichen  Wände von Mantel und Futter schafft diese Druck  vorspannung, ohne Hilfsmittel wie     Federn    zur Erzie  lung von Spannung zu benötigen.  



  Der Einsatz in Übergrösse wirkt, indem er seinen  Ausdehnungsdruck nach dem Mantel zu ausübt, wie    ein gleichmässig verteilter radialer Druck gegen den  Mantel, und gewährleistet ein     dauerndes,    sattes Auf  einanderliegen von     Einsatz    und Mantel unter den  beim Giessen auftretenden Bedingungen. Es wird ein  ausgezeichneter ununterbrochener     Wärmeweg    vom       Einsatz    zum Mantel aufrechterhalten.

   Dies ermöglicht  eine sehr hohe     Wärmeabzugsgeschwindigkeit,    vergli  chen mit der     Wärmeabzugsmöglichkeit    einer Ganz  metallkokille, und     hält    dabei die     Selbstschmiertätigkeit     des Graphits     zurück.     



  Es ist ferner zu bemerken, dass die     vorliegende          Kokille    hauptsächlich eine     Metallkokille    und nicht  eine     Graphitkokille    ist, in welcher der relativ starke       Metallmantel    mechanische Festigkeit und Verstär  kung für den relativ dünnen, zerbrechlichen     Einsatz     schafft.  



  Während hierin gewisse neue Züge der     Erfindung     aufgedeckt wurden und     während    in den angefügten  Ansprüchen darauf hingewiesen wurde, versteht es  sich, dass verschiedene Unterlassungen, Ersatz und       .Änderungen    von den Fachleuten durchgeführt werden  können, ohne dass von dem Geist der Erfindung ab  gegangen werden müsste.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH I Kokille zum kontinuierlichen Giessen von ge schmolzenem Metall, welche oben und unten offen ist sowie aus einem äusseren gekühlten, zylindrischen Mantel und einem Graphifieinsatz besteht, gekenn zeichnet durch einen Metallmantel mit Flüssigkeits kühlung und einem Graphiteinsatz, der eine Kokillen höhlung bildet und in dem Mantel so angebracht ist,
    dass Mantel und Einsatz bei Giesstemperatur minde stens im Bereich der grössten Wärmeübertragung zwi schen Einsatz und Mantel in Berührung bleibt. UNTERANSPRÜCHE 1.
    Kokille nach Patentanspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass sie als Bolzenkokille ausgebildet ist, der Einsatz aus einem dünnen, aus einem Stück bestehenden Graphitrohr besteht und der Mantel aus einer rohrförmigen Kupferhülsä und dass ihr Einsatz über den gesamten Berührungsbereich zwischen Ein satz und Mantelhülse unter Druckvorspannung gesetzt ist. 2.
    Kokille nach Patentanspruch 1, dadurch ge kennzeichnet, dass der äussere Durchmesser, des Ein- satzes vor dem Zusammenbau grösser ist als der ent sprechende innere Durchmesser des Mantels, so dass nach dem Zusammenbau der Gegendruck zwischen Mantel und Einsatz den Mantel unter Zugspannung und den Einsatz unter Druckspannung hält;
    dass' die Wandungen sowohl des Mantels als auch des Ein satzes im wesentlichen über den ganzen Umfang gleichförmig sind, so dass die Spannung zwischen die sen Bauteilen vollständig durch die Elastizität ihrer Wandungen aufrechterhalten wird und der Einsatz dick genug ist, um genügend Spannung vorzusehen und somit genügend mechanischen Druck gegen den Mantel zu erzeugen, um eine innige Berührung zwi- sehen Einsatz und Mantel unter Giessbedingungen aufrechtzuerhalten, und dünn genug,
    um sich unregel mässigen Formveränderungen des Kupfermantels un ter Giessbedingungen anzugleichen. PATENTANSPRUCH 1I Verfahren zum Betrieb einer Kokille nach Pa tentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass ge schmolzenes Metall in das obere Ende der Kokille eingeführt, das erstarrte Erzeugnis- aus dem unteren Ende der Kokille herausgezogen, der Mantel und das erstarrte, herausgezogene Erzeugnis gekühlt werden und die Zufuhr,
    das Herausziehen und das Kühlen dabei mit einer solchen Geschwindigkeit erfolgen, dass eine freie Oberfläche geschmolzenen Materials in der Kokille eingehalten wird und die Oberkante der Erstärrungskruste unmittelbar bis an den Giessspiegel heranreicht. UNTERANSPRÜCHE 3.
    Verfahren nach Patentanspruch II, gekenn zeichnet durch das Giessen von sauerstofffreiem Kup fer, Aufbringen einer Schicht einzelner Partikel koh- lenstoffhaltigen Materials auf die freie Oberfläche, vertikales Auf- und Abbewegen der Kokille, Zufuhr der Metallschmelze durch eine Zuleitung, deren Mün dung unter der freien Oberfläche des geschmolzenen Metalls gehalten wird, wobei die Metallzufuhr,
    das Herausziehen des erstarrten Erzeugnisses und das Kühlen mit einer solchen Geschwindigkeit erfolgen, dass die Temperatur des Graphiteinsatzes an seiner heissesten Stelle unter etwa 760 C bleibt. 4.
    Verfahren nach Patentanspruch II, gekenn zeichnet durch das Giessen von sauerstoffhaltigem Kupfer, wobei die Oberfläche des geschmolzenen Me talls in der Kokille frei von reaktionsfähigem kohlen stoffhaltigem Material gehalten wird und die Zufuhr, das Herausziehen und das Kühlen mit einer solchen Geschwindigkeit erfolgen, dass die Temperatur des Graphiteinsatzes an seiner heissesten Stelle unter etwa 600 C bleibt. 5.
    Verfahren nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass das zu vergiessende Metall C-ge- poltes Kupfer ist.
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* Cited by examiner, † Cited by third party
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US3370641A (en) * 1965-01-11 1968-02-27 United Eng Foundry Co Reciprocating mold and coolant-support section continuous casting machine
CN114918391A (zh) * 2022-06-01 2022-08-19 杭州富通电线电缆有限公司 上引法制备无氧铜杆的工艺
CN117259697A (zh) * 2023-09-21 2023-12-22 西安工业大学 一种铝铜合金铸棒的铸造结晶器

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