Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zur kon tinuierlichen Beschichtung eines bahnförmigen textilen Flä chengebildes mit einer Beschichtungsflüssigkeit, wobei das Flächengebilde durch einen geschlossenen Behälter als ein Teil der Wand desselben hindurchgeführt und dabei mit der Be- schichtungsflüssigkeit in Berührung gebracht wird, und am Ausgang des Behälters die überschüssige Beschichtungsflüssig- keit mittels eines Abstreichers, der einen Teil des Behälters bildet, abgestreift wird.
Ein solches Verfahren ist beispielsweise aus der GB-PS l<B>110</B> 222 bekanntgeworden. Der einen Teil des Be hälters bildende Abstreifer ist ortsfest angeordnet. Damit lässt sich somit die Beschichtungsdicke nicht regulieren, die vom Flüssigkeitsnachschub zum Behälter abhängt. Damit die ser Nachschub zu konstanter Beschichtungsdicke führt, ist ein relativ kompliziertes System von Niveauregulierung im Be hälter vorgesehen, wobei zur Oberwindung des auf die freie Oberfläche der Flüssigkeit im Behälter wirkenden hydro statischen Druckes ein Vakuum angewendet wird, das bei zu grosser oder zu kleiner Flüssigkeitsaufnahme durch die Ma terialbahn, das Flüssigkeitsniveau im Bereich des Abstreifers korrigieren soll.
Abgesehen davon, dass mittels dieses Vakuums bei ortsfestem Abstreifer das für die Schichtdicke massgebende Flüssigkeitsniveau nur mit relativ grosser Träg heit beeinflussbar ist, lässt sich damit die Schichtdicke prak tisch nicht variieren. Zwar ist es an sich z. B. aus der US-PS 2 944 484 bekannt, beim Bedrucken von Material bahnen eine Farbauftragwalze zu verwenden, die als Teil der Wand eines Lösemittelbehälters am Lösemittel und einem nachgeordneten Abstreifer vorbeibewegt wird; der Abstreifer ist mit von Hand betätigbaren mechanischen Einstellmitteln versehen, und soll die gelöste Restfarbe von der Walze streifen.
Ebenso ist es bekannt, mechanisch verstellbare Rakel zum Abstreifen überschüssiger Flüssigkeit direkt von der Material bahn zu verwenden.
Die Rakelbeschichtung, die wahrscheinlich die, wirtschaft lichste Methode ist, ist im wesentlichen auf ein Beschichten mit Flüssigkeiten hoher Viskosität beschränkt und fordert grosse Genauigkeit bezüglich der Konsistenz und Konzentra tion. Dabei ist es wichtig, dass Form und Steifheit der Rakel und ihr Kontakt mit der Materialbahn den herrschenden Be dingungen durch genaues Einstellen angepasst werden. Eine solche Einstellung ist aber meist schwierig aufrechtzuerhalten. Es ist besonders wichtig, dass der Abstreicher über die ge samte Breite der Materialbahn einen gleichmässigen Kontakt ' bekommt, um ungleichmässiges Beschichten über die Breite der Materialbahn zu vermeiden.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, alle genannten Nachteile zu vermeiden; das erfindungsgemässe Verfahren ist zu diesem Zweck dadurch gekennzeichnet, dass in dem Be hälter zur Erzeugung des Kontaktdruckes des Abstreichers ein Unterdruck aufrechterhalten wird.
Für ein besseres Verständnis der Erfindung, ihrer Vorteile und der mit ihr erzielten Ergebnisse wird auf die beiliegende Zeichnung und die Figurenbeschreibung Bezug genommen, anhand deren bevorzugte Ausführungsformen von zur Aus führung des erfindungsgemässen Verfahrens verwendbaren Beschichtungsapparaturen und deren Arbeitsweise erläutert und beschrieben sind.
In der Zeichnung bedeutet: Fig. 1 eine schematische Darstellung einer Beschichtungs- apparatur zur Durchführung eines ersten Beispiels der Er findung, Fig. 2 eine schematische Darstellung, ähnlich wie in Fig. 1, einer Beschichtungsapparatur zur Durchführung eines ande ren Beispiels der Erfindung, Fig. 3 eine schematische Darstellung, ähnlich wie in den Fig. 1 und 2, einer Apparatur zur Durchführung einei weite ren Ausführungsform der Erfindung, und Fig. 4 eine weitere schematische Darstellung,
ähnlich wie in den Fig. 1 bis 3, eine Beschichtungsapparatur zur Durch führung eines weiteren Beispiels der Erfindung.
In der Zeichnung sind vier verschiedene Ausführungsfor men von Apparaturen zur Ausführung des erfindungsgemäs- sen Verfahrens gezeigt, in denen eine Textilbahn in eine ge schlossene Kammer eingeführt wird, wo sie mit einer Flüssig keit überzogen wird, während sie zwischen zwei voneinander beabstandeten Rakeln hindurchläuft, von denen die eine im Eingang der geschlossenen Kammer und die andere im Aus gang der geschlossenen Kammer angeordnet ist. Ähnliche Teile in'den vier Ausführungsformen sind mit den gleichen Bezugszeichen versehen.
Weiterhin sind vier Beispiele auf grund von Laboratoriumsexperimenten unter Verwendung der in Fig. 1 dargestellten Apparatur aufgeführt.
In Fig. 1 geht, wie durch die Pfeile angedeutet, eine Textil bahn 1 über eine Walze 2 mit einer polierten Oberfläche, und für einen Teil ihres Weges über die Walze bewegt sich die Textilbahn aufwärts durch eine Masse 42 von Beschichtungs- flüssigkeit. Nachdem die Textilbahn bis oberhalb des Flüssig keitsspiegels 12 gegangen ist, wird überschüssige Flüssigkeit auf der Textilbahn abgestreift. Zur Bildung des Behälters für die Beschichtungsflüssigkeit ist ein Behälter 3 in Nachbar schaft zur ringsumlaufenden Peripherie der Walze vorhanden, und ein paar voneinander beabstandeter Rakeln bzw.
Mes ser 4-5 und 6-7 sind derart in dem Behälter 3 befestigt, dass die Vorderkanten 4, 6 der Rakeln oder Messer die Textilbahn berühren. Die Seitenflächen oder Seiten des Behälters 3 be sitzen feststehende Endteile, die eine Kante 3' bilden, welche beabstandet von der ringsumlaufenden Peripherie der Walze 2 zu dieser hinweisen. Die Befestigungspunkte 5, 7 der Rakeln oder Messer 4-6, 5-7 befinden sich an der festen Kante 3'.
Ausserdem weisen die Seiten des Behälters bewegliche, ver- riegelbare, flache Dichtungsendteile 8 auf, gegenüber denen sich die Seitenkanten der Rakeln oder Messer frei bewegen können. Die dichtenden Endteile haben kreisförmige Ab schnitte, die sich zwischen voneinander beabstandeten Punk ten 9, 10 erstrecken, die die Textilbahn 1 berühren, welche über die Walze geht, und die kreisförmigen Abschnitte 9-10 sind mit Hilfe eines Kautschukstreifens an der Berührungs fläche mit der Textilbahn abgedichtet.
Als Ergebnis hiervon bildet der Behälter 3 in Kombination mit der ringsumlaufen- den Peripherie der Walze 2 eine geschlossene Kammer, in die die Beschichtungsflüssigkeit eingeführt wird. Der Behälter 3 bildet eine Öffnung zu der geschlossenen Kammer, die durch die Vorderkanten 4, 6 der Rakeln 4-5, 6-7 und die Kanten 9-10 des beweglichen Endes oder der Seitenteile des Behäl ters begrenzt wird.
Diese Öffnung ist durch die ringsumlau- fende Peripherie bzw. Mantelfläche der Walze 2 verschlossen, welche ein Stützteil für die Textilbahn 1 bildet, welche sich quer zur Öffnung zwischen den Rakeln bewegt.
Die Beschichtungsflüssigkeit wird in den unteren Teil 1 1 der geschlossenen Kammer bis zu einem Flüssigkeitsspiegel 12 gepumpt. Die Höhe des Flüssigkeitsspiegels wird mit einem Abflusskanal 13 eingestellt, der bei der Verbindung 14 beweg lich ist. Die Verbindung 14 ist beispielshalber gezeigt, da die Höhe des Ablaufkanals 13 auch auf andere Weise eingestellt werden kann, wie bekannt ist. Wenn die Beschichtungsflüssig- keit bis zur Spitze des Ablaufkanals 13 steigt, fliesst sie ab wärts zur rechten Seite des Ablaufkanals, wie in Fig. 1 gezeigt ist, wo sie einen Flüssigkeitsspiegel 17 bildet.
Die Flüssigkeit wird in einem Vorratsbehälter 15 gelagert, und fliesst in die geschlossene Kammer zwischen dem Ablaufkanal 13 und der Walze 2 und kehrt zu dem Vorratsbehälter aus dem Raum in dem Behälter mit dem Flüssigkeitsspiegel 17 zurück. Der Flüssigkeitsspiegel 16 in dem Behälter 15 befindet sich bei Umgebungsdruck. Der Druck in der geschlossenen Kammer mit den Flüssigkeitsspiegeln 12 und 17 wird jedoch durch ge- eigneten Abgleich zwischen der Vakuumleitung 18 und der Druckleitung 19 reguliert.
Um den Winkel der Rakel 6-7 zu regulieren, welche eine Abstreif- oder Abwischwirkung hat, ist der Rakelbefestigungs- punkt 7 an einem Teil 20 mit der Form eines Kreisbogens be festigt, welcher beweglich auf einem Basisteil 21 abgestützt ist, der an dem Behälter 3 befestigt ist und eine entsprechende kreisförmig gebogene Form hat. Obwohl nicht gezeigt, ist der Behälter 3 auf einem Ständer derart befestigt, dass seine Posi tion in Berührung mit der Textilbahn eingestellt werden kann, d. h., dass der Behälter zu der Textilbahn hin oder von ihr weg bewegt werden kann.
Der Ständer und der Behälter ergeben eine stabile Anordnung, so dass das in der geschlossenen Kammer in dem Behälter angelegte Vakuum dessen Position nicht beeinflusst.
Bei der Durchführung des Beschichtungsverfahrens wirkt die Rakel 4-5 als Aufstreichrakel, während die andere Rakel 6-7 als Abstreichrakel wirkt. Die Positionen und der auf die Rakeln einwirkende Druck können grob eingestellt werden, indem man den Behälter 3 zu der Textilbahn und der Walze hin oder von ihnen weg bewegt, wobei er zwischen den Seiten teilen 8 mit freien Enden gleitet. Sonst funktionieren die Rakeln unterschiedlich und werden unterschiedlich reguliert.
Die Aufstreichrakel 4-5 glättet, ebnet und komprimiert die Textilbahn. Diese Rakel sollte auch den Druck von der Flüssig keit und das Vakuum ausgleichen. Mit der Flüssigkeit wird je doch keine Arbeit ausgeführt. Als Ergebnis hiervon wäre die Drehkraft auf die Rakel 4-5, die bei dem Befestigungspunkt 5 entwickelt, tragbar. Ausserdem kann die Drehkraft leicht gleichförmig quer zur Breite der Textilbahn eingestellt werden, und wie in Fig. 1 gezeigt ist, ist ein Kanal 5' vorhanden, wel cher eine Röhre 43 enthält, in welcher der Druck reguliert wird, um eine gleichförmige Drehkraft bzw. ein gleichförmiges Drehmoment auf die Rakel zu ergeben.
Der Kanal mit der Röhre könnte auch bei Punkt 5 angeordnet sein.
Die Abstreichrakel 6-7 glättet den Überzug, während er überschüssige Flüssigkeit in einer Stellung mit Abstand ober halb des Flüssigkeitsspiegels 12 in der geschlossenen Kammer abstreift. Bei der Ausübung ihrer Funktion auf die Übcrzugs- flüssigkeit kann die Rakel bei hohen Geschwindigkeiten der Textilbahn und bei hoher Viskosität der Flüssigkeit einigen Widerstand entwickeln. Der erforderlich hohe Druck an der Vorderkante 38 der Rakel wird in diesem Fall durch Einstel lung der Vakuumbedingungen in der geschlossenen Kammer erreicht.
Die Rakcl muss natürlich genügend steif sein, damit die Vakuumbedingungen der geschlossenen Kammer derart in Druck an der Vorderkante 38 der Rakcl umgewandelt wer den, dass der Winkel an dieser Stelle geeignet ist. Es ist an dem Befestigungspunkt 7 kein Drehmoment vorgesehen, um die Berührung der Rakel 6-7 an ihrer Vorderkante 38 zu be wirken. Demzufolge kann die Rakel relativ dünn und flexibel sein und die beachtlichen Kräfte werden nur durch die Va kuumbedingungen innerhalb der Kammer aufgebracht und können mit grosser Akkuratheit eingestellt und automatisch quer zur Breite der Textilbahn verteilt werden.
Bei Beginn des Beschichtungsverfahrens ist der Behälter 3 grob an die Textilbahn 1 und die Walze 2 angepasst. Eine Vakuumpumpe 22 ist in der Zufuhrleitung 40 vorhanden, die sich zwischen dem Vorratsbehälter<B>13</B> und dem unteren Teil<B>11</B> der geschlossenen Kammer erstreckt, um die Beschichtungs- flüssigkeit in den Behälter 3 zu bringen, und die Geschwindig keit, mit der die Flüssigkeit zugeführt wird, wird mit Hilfe eines Ventils 23 in der Leitung 40 eingestellt. Wie oben er wähnt, wird der Flüssigkeitsspiegel 12 in der geschlossenen Kammer durch die Position des oberen Endes des Überlaufs 13 reguliert.
Der Aufstreichdruck an der Vorderkante 44 der Rakel 4-5 wird mit Hilfe des hydraulischen Druckes in der Röhre 43 innerhalb des Kanales 5' eingestellt. An der Vor- derkante 38 der Abstreichrakel 6-7 wird der Druck durch die mit Ventil versehene Vakuumleitung 18 und die ähnlich mit einem Ventil versehene Zufuhrleitung 19 reguliert, welche letztere so eingestellt wird, dass sie gegebenenfalls das Vakuum reduziert. Der Winkel der Abstreichrakel zu der Textilbahn 1 an ihrer Vorderkante 38 wird genau eingestellt, indem man seinen an dem beweglichen Teil 20 befestigten Befestigungs punkt 7 bewegt.
Während der Roheinstellung des Behälters 3, wie oben beschrieben ist, ist dieser normalerweise in einer solchen Position, dass die Vorderkante 38 der Abstreichrakel gerade die Textilbahn erreicht. Daher bleibt die Lage der Vorderkante 38 unverändert, selbst wenn der Winkel der Rakel zu der Textilbahn durch Bewegung des Befestigungs punktes 7 verändert wird. Wenn die dargestellte Apparatur bei einem hohen Vakuum betrieben wird und die Rakel so dünn ist, dass sie gebogen wird, kann die Roheinstellung nach gestellt werden, indem man den kürzeren Abstand zwischen der Vorderkante 38 und dem Befestigungspunkt 7 in Rech nung zieht. Während normaler Steifheit ist jedoch diese Nach stellung unnötig.
Wenn das Überziehen unterbrochen werden soll, werden die Pumpe 22 und die Vakuumpumpe 37 abgeschaltet, und der Behälter 3 kann von Flüssigkeit entleert werden. Ausser- dem kann gegebenenfalls der Behälter von der Mantelfläche der Walze weggezogen werden. Das Vorgehen ist das gleiche, wenn in der Textilbahn ein Riss auftritt, nachdem der Überzug aufgebracht wurde. Das gleiche Verfahren kann auch durch geführt werden, wenn die Textilbahn reisst, bevor sie die Be- schichtungsapparatur erreicht, doch sollten in einem solchen Falle die Pumpen vorzugsweise automatisch angehalten wer den.
Der Behälter 3 wird zweckmässig mit Hilfe eines per- maneni montierten Sprühdämpfers gereinigt. Erforderliches Reinigen kann oftmals durchgeführt werden, ohne dass der Behälter von der Walze weggezogen wird, d. h. das Reinigen kann fast ohne irgendeine Unterbrechung des Betriebes durch geführt werden.
In Fig. 2 wurden die Positionen der Aufstreichrakel und der Abstreichrakel umgekehrt, so dass die Textilbahn die Auf streichrakel 4-5 etwa bei dem Flüssigkeitsspiegel 12 berührt und sich in Berührung mit der Flüssigkeit abwärts bewegt, bis sie die Abstrcichrakcl 6-7 an dem Punkt erreicht, an dem sie aus der geschlossenen Kammer mit dem Behälter austritt. Die besondere Anordnung ist erwünscht, wenn die Beschichtungs- flüssigkeit luftempfindlich ist.
Der Behälter kann in verschie denen Positionen um die Mantelfläche der Walze herum an geordnet werden, und in Fig. 2 ist gezeigt, dass der Behälter sich abwärts bis unter den untersten Teil der Walze erstreckt. Bei dieser Anordnung wird die Abstreichrakel 6-7 vollständig unterhalb des Flüssigkeitsspiegels 12 gehalten. Durch eine ge eignete Stellung des Überlaufs 13 kann ausserdem der Flüssig keitsspiegel 12 allgemein oberhalb der Kante 4 der Auf streichrakel 4-5 gehalten werden. Im übrigen funktioniert alles beim Starten, Anhalten und bei Unterbrechungen der Apparatur in gleicher Weise, wie bezüglich Fig. 1 beschrieben wurde.
In Fig. 3 ist noch eine andere Ausführungsform des er- findungsgemässen Verfahrens mit einigen wichtigen Unter schieden in der Anordnung der Zufuhr der Beschichtungs- flüssigkeit der geschlossenen Kammer und der Berührung des Abstreichrakcls mit der Textilbahn gezeigt.
Die Textilbahn 1, die sich in der Richtung der Pfeile be wegt, gelangt über einen festen Träger oder eine Walze 2 in der Art, dass der Teil der Walze, über den die Textilbahn läuft, im Bereich einer offenen Seite des Behälters 3 liegt. Bei Beginn der Beschichtung läuft die Textilbahn 1 zwischen der Walze 2 und dem Berührungspunkt 44 der Aufstreich- rakel 4-5, und am Ende der Beschichtung läuft die Textilbahn zwischen der Vorderkante 38 der Abstreichrakel 7 und der Gleitplatte 2'.
Die Endteile 8, die beweglich auf den Seiten des Behälters angeordnet sind, sind gegen den Behälter mit der Aufstreich- und Abstreichrakel abgedichtet und in der gleichen Weise angeordnet, wie zu Fig. 1 beschrieben wurde. Entsprechend berühren die Endstücke 8 die Textilbahn oder die Oberfläche der Walze 2 und die Gleitplatte 2'. Die An ordnung der Enteile 8, der Rakeln 4-5, 6-7 und der Walze 2 sowie der Gleitplatte 2' liefern eine geschlossene Kammer, durch die die Textilbahn 1 während des Beschichtens hin durchgeht.
In der geschlossenen Kammer ist eine Wanne 11 vorhanden, in der die Beschichtungsflüssigkeit mit einem Flüssigkeitsspiegel 12 gehalten wird. Die Beschichtungsflüssig- keit wird aus einer Ouelle oder einem Vorratsbehälter 15 mit einem Flüssigkeitsspiegel 16 bei Atmosphärendruck ange liefert, und die Flüssigkeit kehrt zu dem Vorratsbehälter aus der Zufuhrmenge in dem Behälter 3, die einen Flüssigkeits spiegel 17 hat, zurück. Die geschlossene Kammer in dem Be hälter 3 wird auf Vakuumbedingungen entsprechend den Flüs sigkeitsspiegeln 16, 17 mit Hilfe der mit Ventil versehenen Vakuumleitung 18 gehalten.
Das Teilvakuum in der geschlos senen Kammer wird durch die mit Ventil versehene Druck leitung 19 genau eingestellt. Wie in Fig. 1 gezeigt ist, ist die Abstreichrakel 6-7 an einem Stützteil 20 mit der Formge bung eines Kreisbogens befestigt, und der Stützteil ist auf einem Basisteil 21 mit einer entsprechenden Formgebung be festigt. Die Flüssigkeit wird aus dem Vorratsbehälter 15 mit Hilfe einer Pumpe 22 durch eine Zufuhrleitung zugeführt, in welcher der Fluss durch das Ventil 23 reguliert wird.
Zum Unterschied zu der in den Fig. 1 und 2 gezeigten Apparatur zur Ausführung des erfindungsgemässen Verfah rens, wo die Beschichtungsflüssigkeit in den unteren Teil 11 der geschlossenen Kammer fliesst, ist in Fig. 3 die Zufuhrlei- tung von dem Vorratsbehälter 15 mit einer gelenkig befestig ten Verteilerleitung 24 verbunden, die eine Seite des Raumes in der geschlossenen Kammer bildet, in welcher die Beschich- tungsflüssigkeit in Berührung mit der über die Walze 2 gehen den Textilbahn gehalten wird.
Die Leitung 24 besitzt ein paar Flansche 25 und 26, wobei der Flansch 25 abwärts und der Flansch 26 aufwärts gerichtet ist, so dass dessen Kante im Ab stand nach aussen von der Leitung die Oberkante des Ober laufs bildet, welcher den Flüssigkeitsspiegel 12 definiert und über den die Flüssigkeit in den Raum mit dem Flüssigkeits spiegel 17 fliesst. Durch die gelenkige Befestigung der Lei tung 24 kann deren unterer Flansch 25 in dichtende Bezie hung mit einem Formteil 27 im Boden des Behälters 3 derart gebracht werden, dass die Flüssigkeitsmasse in dem unteren Teil oder Raum 11 gehalten wird, wo siel sich aufwärts bis zu dem Flüssigkeitsspiegel 12 erstreckt, welcher durch die Ober kante des Flansches 26 definiert wird.
Löcher oder Schlitze 45 sind in der Verteilerleitung vorhanden, welche sich in den unteren Teil<B>11</B> öffnet, wenn der Flansch 25 sich in der allge meinen vertikalen und dichtenden Position befindet. Wenn die Verteilerleitung aus der dichtenden Position des Flansches 25 mit dem Teil 27 des Behälters 3 umgelenkt wird, entleert sich die Wanne, und wenn die Zufuhr zu dem Ventil 23 unterbro chen und das Teilvakuum reduziert wird, kann der Behälter 3 vollständig entleert werden. Mit dem Ventil 28 in der Aus tragleitung von dem Behälter 3 aus zu dem Vorratsbehälter 15 in geschlossener Lage und dem Ventil 20 in der Zweigleitung von der Austragleitung in geöffneter Lage kann das Innere des Behälters 3 gewaschen werden.
Dies kann erfolgen, indem man das Ventil 30 in einer anderen Zweigleitung, die mit der Zufuhrleitung an einem Punkt abstromwärts von dem Ventil 23 verbunden ist, öffnet, um die Reinigungsflüssigkeit zu der Ver teilerleitung 24 zu führen, welche manuell oder mit Hilfe eines Motors mit programmierter Bewegung gedreht werden kann. Während des Waschens kann man das Gemisch ausser- halb des Behälters 3 durch die Pumpe 22 und ein druckregu liertes Ventil 31 in einer Leitung, die sich zwischen der Zu- fuhrleitung und der Austragleitung erstreckt, zirkulieren las sen.
Nach dem Waschen wird das Beschichten wieder begon nen, indem man die Reinigungsflüssigkeitsventile 30, 29 schliesst, die Beschichtungsflüssigkeitsventile 28, 23 öffnet und die Verteilerleitung 24 in die Lage bewegt oder dreht, in der der Flansch 25 mit dem Teil 27 des Behälters 3 eine Dich tung bildet.
Wenn die Aufstreichrakel mit ihrer Vorderkante sich in der Bewegungsrichtung der Textilbahn 1 erstreckend ange bracht wäre, müsste sie mit Spezialeinrichtungen gegen die Textilbahn gedrückt werden, und es wäre schwierig, die Ent wicklung von Blasen zu vermeiden, die schwierig zu beseitigen sind. Was gleich schlecht wäre, wäre die Möglichkeit ver dickter Stellen der Beschichtungsflüssigkeit, die sich entlang der Vorderkante der Rakel bilden und leicht auftreten kön nen. Solche Stellen würden wie Vorhänge über der Textilbahn hängen und die Zufuhr der Beschichtungsflüssigkeit verhin dern, oder sie würden herabfallen.
Die hierdurch verursachte Störung kann vermindert werden, indem man die Rakel der art einführt, dass ihre Vorderkante 16 entgegengesetzt zu der Bewegungsrichtung der Textilbahn weist, so dass die Dicken der Beschichtungsflüssigkeit auf der Rakel eingespeist werden, d. h. zum Boden des Troges, von wo sie leicht in geeigneter Weise entfernt werden können, wenn dies erforderlich ist. Das in der geschlossenen Kammer entwickelte Teilvakuum zwingt die Rakel gegen die Textilbahn mit einem Druck, der grob durch den Abstand zwischen dem Berührungspunkt 44 der Rakel und ihrem Befestigungspunkt 5" an dem Behälter be stimmt werden kann.
Zugegebenermassen ist es etwas schwie riger, mit der entgegengesetzt gerichteten Rakel einen steilen Abfall zwischen dem Berührungspunkt 44 und dem Befesti gungspunkt 5" und ein kleines Volumen für den Raum 11, der die Flüssigkeit enthält, zu bekommen. Dieser Nachteil ist jedoch gering, wenn der feste Träger 2 von der Kombination einer rotierenden Walze 2 mit einem kleinen Radius und einer Gleitplatte 2' gebildet wird, wobei letztere mit einer Kante nahe der Walze und mit ihrer anderen Kante im Abstand ober halb der Walze liegt. Wie in Fig. 3 ersichtlich, erstreckt sich die Gleitplatte 2' allgemein tangential und aufwärts von der Walze 2 aus.
Um zu verhindern, dass die Textilbahn 1 in den Behälter 3 an dem Punkt zwischen der Walze und der Gleit- platte gedrückt wird, kann die Fuge mit Hilfe eines Dichtungs bogens 32 abgeschirmt sein, wobei der zwischen dem Dich tungsbogen, der Walze und der Gleitplatte definierte Raum mit einer mit Ventil versehenen Vakuumleitung 33 verbunden ist, so dass geeignete Vakuumbedingungen aufrechterhalten werden können.
Wenn die Textilbahn Unregelmässigkeiten aufweist, erwies es sich als vorteilhaft, eine feststehende Gleitplatte mit einem Trog quer zu der Textilbahn unterhalb der Vorderkante 6 der Abstreichrakel 6-7 zu verwenden. Die Textilbahn wird in ge strecktem Zustand über den Trog geführt, in welchen die Un- regelmässigkeiten eingedrückt werden, so dass die andere Seite der Textilbahn eben ist, wenn sie zwischen der Vorder kante 6 und der Gleitplatte hindurchgeht.
Im Gegensatz zu den Konstruktionen, die in den Fig. 1 und 2 gezeigt sind, liegt die Abstreifrakel 6-7 nicht an der Textilbahn an, wo diese von der Walze 2 unterstützt wird, sondern berührt die Textilbahn in einer Position, die ausserhalb von der Walze beabstandet liegt, wenn die Materialbahn über die Gleitplatte 2' rollt. Die Trennung des festen Trägers für die Textilbahn in eine sich drehende Walze und eine stationäre Gleitplatte, wie dies in Fig. 3 gezeigt ist, ist eine weitere geeignete Modifikation einer zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens ver wendbaren Beschichtungsapparatur.
Die in Fig. 4 beschriebene Apparatur zur Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens ist besonders brauchbar, wenn die Beschichtungsflüssigkeit eine hohe Viskosität besitzt. Die Apparatur unterscheidet sich von derjenigen der Fig. 1 bis 3 dadurch, dass die Beschichtungsflüssigkeit nicht einen Sumpf in Berührung mit der Textilbahn bildet. Die Beschichtungs- tlüssigkeit wird aus einer Sprühröhre 24 als Film 47 gegen die Textilbahn 1 gesprüht. Der Film 47 begleitet die Textilbahn 1 bis zu dem Punkt 38, wo die Rakel 6 die Textilbahn 1 berührt.
Hier wird überschüssige Flüssigkeit abgewischt und fliesst zu rück zu dem unteren Teil 11 des Behälters 3. Wenn die Textil bahn reisst, wird die Sprühröhre 24 vorzugsweise derart ge dreht, dass der Film 47 direkt zurück zu dem Bodenteil 11 des Behälters 3 gesprüht wird. Durch fortgesetzte Zirkulation der viskosen Flüssigkeit während Perioden des Textilbahnbruches ist es möglich, Veränderungen in der Viskosität der Flüssigkeit zu vermeiden. Stehende Flüssigkeit führt gewöhnlich zu einer Veränderung in der Viskosität.
Durch Halten der Beschichtungsflüssigkeit in einer ge schlossenen Kammer wird beabsichtigt, die Verschmutzung der Beschichtungsflüssigkeit aus der Umgebung zu vermindern und auch die Verschmutzung der Umgebung durch die Be- schichtungsflüssigkeit herabzusetzen. Versuche zeigen, dass es möglich ist, bei Anwendung der beschriebenen Verfahren eine Verminderung der oben erwähnten Verschmutzung zu erhal ten. Ausserdem war die erwartete Verbesserung hinsichtlich der Oualität überraschend gross.
Beschichten mit vollständig verschiedenen Flüssigkeiten für unterschiedliche Zwecke führte zu Beschichtungen besserer Oualität, selbst mit kleinen Ober zugsmengen, und zu Oberflächen besserer Glattheit, selbst wenn grosse Überzugsmengen aufgebracht wurden und wenn Flüssigkeiten mit hoher Konsistenz und/oder hoher Pigment konzentration verwendet wurden. Die Möglichkeiten einer Regulierung der Oberzugsmengen und eines Konstanthaltens wurden stark verbessert.
Das Beschichtungsverfahren ge stattet, dass hochviskose Flüssigkeiten sehr nahe an dem er wünschten Punkt nahe der Beschichtungsrakel aufgepresst werden. Die Flüssigkeit kann infolge der relativ grossen Un terschiede des Pegels im Behälter zu der Rakel herablaufen, ohne durch den Druck von der Flüssigkeitspumpe gestört zu werden.
Dies zusammen mit der Glättungs- und Kompres sionswirkung der Aufstreichrakel auf der Textilbahn und mit dem Vakuum gewährleistet, dass der Überzug in einwandfreie Berührung mit der Oberfläche der Textilbahn gebracht wird und gleichzeitig das Lösungsmittel der Flüssigkeit daran ge hindert wird, in das Textilmaterial in unerwünschter oder in einigen Fällen sogar störender Weise einzudringen. Da die Abwischwirkung mit einem relativ kleinen Rakelwinkel, guter Regulierung und geringer Störung aus der Umgebung erfolgen kann, ist das Gesamtergebnis so gut, dass es als synergistisch bezeichnet werden kann.
Durch scharfe seitliche Begrenzung des Überzugs auf der Textilbahn ist es möglich, die Textilbahn in mehreren Streifen zu beschichten, die gut gegeneinander abgegrenzt sind, wobei die getrennten Beschichtungsstreifen unter Verwendung ge trennter Behälter oder eines durch Trennwände unterteilten Behälters mit getrennten Rakeln, die sich zwischen den Trenn wänden erstrecken, aufgebracht werden.
Das Verfahren kann für die unterschiedlichsten Beschich- tungsflüssigkeiten und zum Beschichten der verschiedensten Textilbahnen, z. B. Gewebebahnen, verwendet werden. Die Apparatur und ihre Verwendung für die Materialbahn kann auch modifiziert werden, beispielsweise indem man die Textil bahn gegen eine nicht gebogene Oberfläche oder eine weiche Oberfläche legt, indem man unterschiedliche Rakellängen, -dicken und -berührungswinkel verwendet oder den Flüssig keitsspiegel in etwas anderer Weise als durch einen Überlauf und durch Rückkehr der Flüssigkeit reguliert.
Es ist auch mög lich, die Berührung der Rakel so zu regulieren, dass man einen Überdruck in dem Behälter aufrecht erhält und gleichzeitig die Berührung der Abstreichrakel reguliert, indem man einen noch höheren Druck auf der Aussenseite aufrechterhält. Die Textilbahn kann auch auf beiden Seiten beschichtet werden, indem man zwei Behälter symmetrisch anordnet, einen auf jeder Seite der Textilbahn.