CH363645A - Verfahren zur Trennung eines Gemisches von Niob- und Tantalpentahalogenid - Google Patents

Verfahren zur Trennung eines Gemisches von Niob- und Tantalpentahalogenid

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CH363645A
CH363645A CH3956756A CH3956756A CH363645A CH 363645 A CH363645 A CH 363645A CH 3956756 A CH3956756 A CH 3956756A CH 3956756 A CH3956756 A CH 3956756A CH 363645 A CH363645 A CH 363645A
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    • C01INORGANIC CHEMISTRY
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Description


  Verfahren     zur    Trennung     eines        Gemisches    von     Niob-        und        Tantalpentahalogenid       Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren  zur Trennung von Gemischen von     Niob-    und     Tantal-          pentahalogenid.     



  Das     Verfahren    zur Trennung eines     Gemisches     von     Niob-    und     Tantalpentahalogenid    ist dadurch       gekennzeichnet,    dass man das     Pentahalogenidgemisch     mit einem mit     Tantalpentahalogenid        Doppelsalze     bildenden     Metallhalogenid    reagieren lässt und das  gebildete     Tantalhalogenid-Doppelsalz    von dem     Niob-          pentahalogenid    trennt.  



  Die beim vorliegenden Verfahren als Ausgangs  stoffe zu     verwendenden    Gemische von     Niob-    und       Tantalpentahalogeniden    kann     man    nach an sich be  kannten Methoden herstellen. So kann man z. B.  durch     Chlorierung    von Materialien, die     Niob    und       Tantal    in oxydierter Form enthalten, z. B.

   Schlacken  und insbesondere Konzentrate und Erze, welche  zwecks Anreicherung     gegebenenfalls    nachbehandelt  wurden bzw.     Oxydgemische    dieser beiden Metalle,  mit     Chlorgas    und einem Reduktionsmittel, wie Kohle,       erhalten.    Zu diesem Zweck können z. B. die üblicher  weise in der Technik     vorliegenden    Gemische von  Oxyden des     Niobs    und des     Tantals    oder auch die  Naturprodukte, die die beiden Elemente meist in  Form ihrer Oxyde enthalten, mit     Kohle    zu Briketts  verarbeitet werden, die man dann 'mit Chlorgas bei  400 bis 1000  in einem Schacht- oder Rohrofen be  handelt.

   Die so erhaltenen     Chlorierungsprodukte,    wel  che gegebenenfalls beträchtliche Mengen     Nioboxy-          chlorid    aufweisen, können     einer    weiteren     Chlorierung     mit Chlorgas in Gegenwart von Kohle unterworfen  werden, damit eine vollständige     Überführung    der       Oxychloride    in     Pentachloride    erreicht wird.

   Die  Hauptmengen der bei der     Chlorierung        ebenfalls    ent  standenen Chloride der     :gegebenenfalls    neben     Niob     und     Tantal    in den Ausgangsmaterialien vorhandenen  Elemente,     deren    Verbindungen üblicherweise als         Verunreiniggun:gen    zugegen     sind,    wie z. B. die     Chloride     der Elemente Titan, Zinn, Mangan usw., lassen sich  teilweise entfernen, indem z.

   B. die Temperatur im       Chlorierungs-    und im Kondensationsraum der Chlo  ride des     Niobs    und des     Tantals    so eingestellt ist, dass  die     Chloride    der     Begleitelemente,    deren Siede- bzw.       Verflüchtigungspunkte    meistens weit     verschieden     sind von denjenigen der     Niob-    und     Tantalchloride,     weitgehend von den letzteren getrennt werden.  



  Als     Metallhalogenide,    die     mit        Tantalpentachlorid          Doppelsalze        bilden    können, kommen neben     Blei-    und       Thalliumhalogeniden    vor allem die Alkali-     und:        Erd          alkalihalogenide    in Betracht, und zwar     vorteilhaft     solche Alkali- und     Erdalkalichloride,    deren Metall  ionen einen grösseren Durchmesser     als        Natriumionen     haben.

   Als besonders vorteilhaft hat sich     wasserfreies          Kaliumchlorid    erwiesen.  



  Die erfindungsgemässe Umsetzung der     Pentahalo-          genfidgemische    von     Niolb    und     Tantal        mit    z. B.     Alkali-          oder        Erdalkalimetallhalogeniden    zur Gewinnung der  bei niedrigeren, das heisst bis etwa 500  beständigen       tantalhaltigen    Doppelsalze kann unter     Druck    oder  in offenem Gefäss     vorgenommen    werden. Zweck  mässig wird sie unter     Feuchtiigkeitsausschluss    und in       inerter    Atmosphäre, z.

   B. unter trockener     Stickstoff-          oder        Kohlenstoffdioxydatmosphäre    vorgenommen.  Selbstverständlich muss bei     Atmosphärendruck    die  Temperatur bei dieser Umsetzung     unterhalb    der Zer  setzungstemperatur der entstandenen     Doppelsalze,     das heisst unterhalb     500     bleiben.

   Es ist aber     .technisch     vorteilhaft, um eine rationelle     Umsetzungsgeschwindig-          keit    zu erreichen, eine Temperatur von mehr als etwa  300  zu     wählen.    Es ist auch möglich, oberhalb 500 ,  das     heisst    bis etwa 900  zu operieren,     falls    man unter  Druck arbeitet und so die Zersetzungstemperatur der  Doppelsalze entsprechend erhöht.

   So können     die          Pentachloridgemische    in     einer        gegebenenfalls    eva-           kuierten    Apparatur mit trockenem,     fein        ,gepulvertem          Kaliumchlorid,    das     evtl.    durch eine     inerte        Trägermasse     wie     Kohle    verdünnt     ist,        vorteilhaft        unter        mechanischer     Bewegung zur Reaktion gebracht werden.

   Statt     Ka-          liumchlorid    kann auch ein Gemisch von Kalium  chlorid mit dessen     Tantalpentachloriddoppelsalz    ver  wendet werden, wobei das Gemisch     vorzugsweise     einen der im     Pentachloridgemisch    vorhandenen Menge       TaC15    entsprechenden Gehalt an     Kaliumchlori.d    auf  weist. Man kann auch z.

   B. in einem Schacht- oder  Rohrofen, welcher     Kaliumehlorid        in    reiner oder durch  eine     indifferente        Trägermasse    verdünnter Form ent  hält, die durch ein     indifferentes    Trägergas     (wie    Stick  stoff) verdünnten     Pentachloride    des     Niobs    und Tau  tals bei     300-50011    mit     KCl    zur Reaktion bringen.

    Dabei ist es vorteilhaft, die Abgase der ersten     Um-          setzung        mehrmals    über das eingesetzte     KCl    zirku  lieren zu lassen,     damit    möglichst das ganze in den  Abgasen noch vorhandene     Tantalpentachlorid    reagiert.  



  Der     Chemismus    der Umsetzung ist nicht ganz       aufgeklärt;    es ist möglich, dass primär beide Kalium  chloriddoppelsalze,     nämlich    dasjenige des     Niobpenta-          chlorids    und dasjenige des     Tantalpentachlorids    ge  bildet werden, und dass aus dem     niobhaltigen    Doppel  salz nachträglich     Niobpentachlorid    durch das noch  im     Pentachloridgemisch    vorhandene     TaC15    verdrängt  wird;

   es kann     .aber    auch so sein, dass das im Gemisch  der     Pentachloride    vorhandene     TaC15        unter    den ange  gebenen Bedingungen mit     Kaliumchlorid        selektiv     unter     Doppelsalzbildung    z. B. zu     K[TaCls]    reagiert.  



  Die     Doppelsalze    können statt durch Reaktion       zwischen    gasförmiger und fester, aber auch durch  Reaktion zwischen flüssiger und fester Phase herge  stellt werden. Zu diesem Zweck kann man z. B.  wasserfreies     Kaliumchlorid    mit den geschmolzenen       Pentachloriden    oder in Gegenwart eines     inerten    Lö  sungsmittels wie     Thionylchlorid    erwärmen.  



  Bei der Herstellung der Doppelsalze ist die Menge       Alkali-    bzw.     Erdalkalichlorid        zweckmässigerweise    so  zu     wählen,        dass    auf 1     Mol    des     im.    Gemisch vorhan  denen     Tantalpentahalogenids        möglichst    1     Mol        Alkali-          oder        Erdalkalimetallhalogenid    zur Anwendung  kommt.  



  Die Trennung der     tantalhaltigen    Doppelsalze von  der     Niob        Fraktion    bietet keine besonderen Schwierig  keiten. Falls die     Doppelsalzbildung    zwischen dampf  förmiger und fester Phase erfolgt ist, bleiben     die     Doppelsalze als Rückstand zurück, während     NbC15     sich in der Dampfphase anreichert.

   Ist die     Doppel-          salzbildung    durch Umsetzung     in    flüssiger Phase vor  genommen worden, so kann das     Niobpentahalogenid     nach     Abdestillation    des gegebenenfalls verwendeten  Lösungsmittels aus dem zurückbleibenden Umsetzungs  produkt durch Sublimation gewonnen werden, wäh  rend das höher schmelzende     tantalhaltige    Doppelsalz  wieder als Rückstand zurückbleibt.  



  Zwecks Regenerierung der     Tantalpentahalogenide     aus den gebildeten     Doppelsalzen    kann man diese    Doppelsalze bei gewöhnlichem Druck     thermisch,    das  heisst oberhalb 500  vorzugsweise bei 550 bis 800 ,  spalten, wobei die     Halögenide    als     Sublimat    erhalten  werden. Diese thermische Zerlegung der Doppelsalze  kann auch     unter    vermindertem Druck     vorgenommen     werden. Unter Verwendung zweier Wirbelbetten  (z. B. eines bei 280 bis 500  zur     Doppelsalzbildung     und     ein    zweites zur thermischen Zersetzung der Dop  pelsalze z.

   B. bei 550 bis 800') kann das Verfahren  kontinuierlich .betrieben werden, wobei eine angerei  cherte     Niobhalogenidfraktion    einerseits und ein       Tantalpentahalagenid        anderseits    erhalten werden.  Durch Aufbringen des     Kaliumchlorids    auf eine     in-          differente    Trägermasse oder durch Verdünnen des       Kaliumchlorids    mit einer solchen Masse (z. B.     mit     Kohle) kann die Gefahr des Zusammenbackens ver  mieden werden.  



  Nach der Zersetzung der Doppelsalze kann das  bei der thermischen Spaltung zurückbleibende     Alkali-          oder        Erdalkalimetallhalogenid    ohne weiteres dem  Prozess wieder zugeführt werden. So kann man in       einem        Kreisprozess    aus den angegebenen     Halogenid-          gemischen    die entsprechenden, praktisch reinen     bzw.     stark angereicherten     Pentahalogenide    herstellen,

   wobei  dem Prozess nur die verbrauchten Mengen     Niob-          und        Tantalhalogenide    und gegebenenfalls die wegen  allfälliger Verluste fehlenden Mengen Alkali- bzw.       Erdalkalimetallhalogenid    neu zugeführt werden müs  sen.  



  Die nach dem vorliegenden Verfahren erhaltenen       Pentahalogenide    der Metalle     Niob    und     Tantal    kön  nen zwecks weiterer Reinigung destilliert oder subli  miert werden. Man erreicht aber aus dem Doppelsalz  nach der zerlegenden Sublimation in der Regel schon  ein stark angereichertes     Halogenid,    dessen Reinheit  für viele technische Anwendungen durchaus genügt.  



  Im nachfolgenden Beispiel .sind die Temperaturen  in Celsiusgraden angegeben.  



  <I>Beispiel</I>  Ein Gemisch von     Niobpentachlorid    und     Tantal-          pentachlorid        (entsprechend        einem        Gehalt        von.        36,5%          Nb205        und        63,5        %        Ta205)

          wurde        im        getrockneten          Stickstoffstrom    durch eine etwa 40 cm lange Schicht  von     getrocknetem    und     gekörntem        Kaliumchlorid    ge  leitet. Das     Kaliumchlorid    wurde dabei auf 300' ge  halten.  



  Die Analyse des hinter der     Kaliumehloridschicht     kondensierten     Sublimates    ergab folgende     Penta-          chlorid-Gehalte:     berechnet als     Nb2O5:    92,0     0/0          .bzw.        Ta205:        8,00/0     In     einer    Versuchsreihe wurde die Zusammen  setzung     dies        Sublimates        in    Funktion der Temperatur  des     KCl-Absorptionsschicht    festgestellt.

      
EMI0003.0001     
  
    Temperatur <SEP> des <SEP> KCl <SEP> 350o <SEP> 400o <SEP> 450o <SEP> 500o
<tb>  Zusammensetzung <SEP> des <SEP> Sublimates
<tb>  berechnet <SEP> als <SEP> % <SEP> Nb205 <SEP> 87,1 <SEP> 73,5 <SEP> 49,0 <SEP> 36,5
<tb>  bzw. <SEP> 1/o <SEP> Ta20,, <SEP> 12,9 <SEP> 26,5 <SEP> 51,0 <SEP> 63,5

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH Verfahren zur Trennung eines Gemisches von Niob- und Tantalpentahalogenid, dadurch gekenn zeichnet, dass man das Pentahalogenidgemisch mit einem mit Tantalpentahalogenid Doppelsalze bilden den Metallhalogenid reagieren lässt und das gebildete Tantalhalogenid-Doppelsalz von dem Niobpenta- halogenid trennt. UNTERANSPRÜCHE 1. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Doppelsalzbiidung ein Alkali- oder Erdalkalimetallhalogenid verwendet. 2.
    Verfahren gemäss Unteranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, das man zur Doppelsalzbildung ein Alkali- oder Erdalkalimetallhalogenid verwendet, dessen Metallion einen grösseren Durchmesser hat als das Natriumion. 3. Verfahren gemäss Unteranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Doppelsalzbildung wasserfreies und sauerstofffreies Kaliumchlorid ver wendet. 4. Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Doppelsalzbildung bei Atmosphärendruck bei höchstens 500 , vorzugsweise zwischen 300 und 500 , oder bei erhöhtem Druck bei 500 bis 900 vornimmt. 5.
    Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man die Doppelsalzbildung in Gegenwart eines inerten Lösungsmittels, vorzugs weise in Gegenwart von Thionylchlorid vornimmt. 6. Verfahren gemäss Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man zur Doppelsalzbildung dampfförmiges Pentachlorid mit festem Kalium- chlorid umsetzt. 7.
    Verfahren gemäss Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass .man zur Herstellung des Doppel salzes das Pentachlorid mit einem Gemisch, be stehend aus Kaliumchlorid und dem Ka-humchlorid- doppelsalz des Tantalpentachlorids umsetzt. B.
    Verfahren gemäss Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass man pro Mol des im verwen deten Pentachloridgemisch vorhandenen Tantalpenta- chlorids 1 Mol Kahumchlorid verwendet.
    9. Verfahren gemäss Unteranspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass man das dampfförmige Penta- chloridgemisch mit einem inerten Gas, insbesondere Stickstoff, verdünnt. 10.
    Verfahren gemäss Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass man das erhaltene Doppelsalz zwecks Regenerierung des Metallhalogenids thermisch bei Atmosphärendruck oder unter vermindertem Druck bei 550-800 spaltet.
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