CH363741A - Schutzgasgemisch für die Lichtbogenschweissung mit abschmelzender Blankdrahtelektrode - Google Patents
Schutzgasgemisch für die Lichtbogenschweissung mit abschmelzender BlankdrahtelektrodeInfo
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Description
Schutzgasgemisch für die Lichtbogenschweissung mit abschmelzender Blankdrahtelektrode Beim Lichtbogenschweissen von Stahl mit einer abschmelzenden blanken Elektrode unter Schutzgas sind mehrere Verfahren gebräuchlich, die sich durch die Verwendung verschiedener Schutzgase bzw. Schutzgasgemische unterscheiden. So ist es bekannt, Edelgase wie Argon, Helium oder Gemische von beiden als Schweissschutz zu verwenden. Weiterhin ist es bekannt, mit Argon-Sauerstoff-Gemischen zu schweissen, wobei man üblicherweise einen Sauerstoff gehalt von 50/o nicht überschreitet, um den Abbrand von Legierungselementen zu beschränken. Ferner wurde in der Praxis auch bereits mit reiner Kohlen säure sowie mit einem Kohlensäure-Sauerstoff- Gemisch geschweisst.
Das Schweissen in Reinargon weist den Nachteil auf, dass das Schmelzbad seine Benetzungsfähigkeit sehr leicht verliert, sich zusammenballt und durch den Lichtbogendruck zum Abrollen gebracht wird, da alle Metallschmelzen, wenn ihre Oberflächen metallisch blank gehalten werden, eine relativ hohe Oberflä chenspannung zeigen. Chemische Angriffe vermindern die Oberflächenspannung; man besitzt daher die Mög lichkeit, sie durch genaue Dosierung der Sauerstoff zugabe auf das gewünschte Mass zu reduzieren.
Beim Schweissen in Argon-Sauerstoff-Gemischen findet oft bereits aus dem geringsten Anlass ein Ab brennen von Kohlenstoff statt und ruft dadurch eine beachtliche Porenempfindlichkeit hervor. Ausserdem ist die Einbrandform des Lichtbogens unter Argon und Argon-Sauerstoff-Gemischen für viele Schweiss zwecke ungünstig, weil sie infolge ihres sehr flachen Eingriffes die Entstehung seitlicher Bindefehler be günstigt.
Demgegenüber ist beim Schweissen mit reiner Kohlensäure und mit kohlensäurereichen Gasgemi schen die Gefahr der Porenbildung durch Entstehung von Kohlenmonoxyd nicht gegeben. Auch seitliche Bindefehler treten nicht auf, weil sowohl der in reiner Kohlensäure als auch der in Gemischen mit hohen Kohlensäuregehalten brennende Lichtbogen auf seiner ganzen Wirkungsfläche einen sehr tiefen Einbrand erzeugt. Um diese Vorteile jedoch verwerten zu können, muss man den Lichtbogen in diesem Fall kurz gestalten, um seine Spritzer abzufangen; in dieser Form erzeugt er aber wiederum ein zu schmales und zu tief greifendes Aufschmelzen des Grundmaterials.
Es entstehen dann rissgefährdete Nähte und ausserdem kann die Einbrandtiefe durch kleine Formfehler in der Naht stark verändert werden, so dass ein gleichmässiges Schweissen schwierig wird.
Da also die Nachteile beim Lichtbogenschweissen unter Argon und Kohlensäure auf entgegengesetzt liegende Faktoren zurückzuführen sind, nämlich bei Argon auf den zu flachen seitlichen Einbrand und bei Kohlensäure auf den tiefen allgemeinen Einbrand, war es naheliegend, mit Mischungen beider Gase zu schweissen. Nun zeigte sich aber, dass schon Bei mengungen von 15 0/o Kohlensäure zum Argon die bei Verwendung von reinem Argon charakteristischen Eigenschaften des Lichtbogens aufheben. Insbeson dere ist der feintropfige, kurzschlussfreie Werkstoff übergang bei einer brauchbaren Lichtbogenlänge nicht mehr zu erzielen.
Bei höherem Kohlensäuregehalt nehmen Einbrand und Werkstoffübergang die Form des Lichtbogens in reinem C02 an.
Die Aufgabe der Erfindung besteht darin, die Vorteile von Argon und Kohlensäure zu vereinen, ihre nachteiligen Wirkungen jedoch auszuschalten.
Das Schutzgasgemisch gemäss der Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, dass es 1 bis 15 Vol.o/0 02, 10 bis 70 Vol:o/o C02 und ferner Argon enthält. Die Zugabe von 1 bis 15 Vol.% Sauerstoff zu einem Gemisch aus Argon und 15 Vol. % Kohlen säure ermöglicht schon einen kurzschlussfrei bren nenden Lichtbogen.
Weiterhin hat sich gezeigt, dass schon ein Sauerstoffzusatz von 1 Vol. % zu Ge mischen aus 10 bis 70 Vol. % C02 und Argon die Einbrandform schweisstechnisch günstig beeinflusst, weil einesteils die für die C02 Verwendung charakte ristische Verbreiterung des Lichtbogens und ander seits die für die Verwendung von Argon charakte ristische Erweiterung der Einbrandwirkung in der Nahtwurzel erzielt wird. Schweisstechnisch besonders günstig ist ein Ar-C02-O2-Gemisch mit mindestens 10 Vol. % C02, 3 bis 15 Vol. % 02 und Argon als Rest.
Für die Abfüllung und Aufbewahrung der Gas mischung in einer einzigen Stahlflasche wird die obere Grenze des C02 Gehaltes der Mischung zweck mässigerweise so gewählt, dass der C02 Partialdruck in der Flasche den Dampfdruck des C02 bei der tiefsten, zu erwartenden Aussentemperatur nicht über schreitet, das heisst, dass die Flaschenfüllung bezüg- lich ihres C02 Gehaltes höchstens gesättigt ist.
Andernfalls würde sich bei entsprechend tiefer Tem peratur flüssiges C02 in der Flasche abscheiden, was bei der Entnahme der Gasmischung aus der Flasche zu Änderungen des Mischungsverhältnisses führen würde. Bei einem Flaschenfülldruck von etwa 150 at und zu erwartenden Aussentemperaturen bis etwa -15 C ist z. B. eine Mischung aus 5 Vol. % 02, 15 Vol. % C02 und reinem Argon als Rest bezüglich des C02 Anteils unter den zu erwartenden Tempe raturbedingungen höchstens gesättigt und kann als homogenes und homogenbleibendes Gemisch der Flasche entnommen werden.
Eine entsprechende Gasmischung mit mehr als 20 und bis 70 Vol % C02 hingegen ist unter den oben genannten Bedingungen bei entsprechend tiefen Temperaturen an C02 übersättigt. Um ein konstantes Mischungsverhältnis des Schutzgases bei der Schwei ssung zu gewährleisten, wird das C02 in diesem Fall zweckmässigerweise einer nur mit C02 gefüllten Flasche entnommen und unmittelbar vor oder wäh rend des Schweissens im gewünschten Mengenver hältnis mit den anderen Gasen gemischt.
Die angestrebte Wirkung, die auf eine Ver änderung der Stromverteilung in der Lichtbogen atmosphäre hinzielt, kann noch dadurch günstig beeinflusst werden, dass man den Schutzgasgemischen noch kleine Mengen, gegebenenfalls Spuren von gut ionisierbaren Gasen, Dämpfen oder staubförmigen Bestandteilen zusetzt. Für diesen Zweck eignen sich z. B. Edelgase mit höheren Atomgewichten als Argon, Erdalkalien und seltene Erden sowie insbesondere ihre Salze und Oxyde und auch schwach radioaktive Stoffe geringer Reichweite. Gasförmige Stoffe dieser Art, z. B. Krypton, werden zweckmässigerweise in Mengen von 0,1 bis 2 Vol % feste Stoffe in Mengen von 0,05 bis 0,5 g/1 beigemischt.
Die ionisierenden Zusatzbestandteile können dem Lichtbogen bzw. seiner Umgebung gleichzeitig mit den Hauptbestandteilen durch gesonderte Zuleitungen zugeführt werden.
Zur Durchführung der Schweissung mit dem Gas gemisch nach der Erfindung kann auch eine Düse verwendet werden, der die einzelnen Bestandteile des herzustellenden Gasgemisches getrennt zugeführt werden und aus der sie gemeinsam ausströmen.
Der in rohem Argon gewöhnlich enthaltene Stickstoff ist nachteilig für die Qualität der Schweiss naht, da dieser Stoff unter anderem die Bildung von Poren in der Schweissnaht bedingt. Für die erfin dungsgemässe Schutzgasmischung wird daher zweck mässigerweise entsprechend reines Argon verwendet, wie es als Reinargon im Handel ist.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCHE I. Schutzgasgemisch für die Lichtbogenschwei ssung mit abschmelzender Blankdrahtelektrode, da durch gekennzeichnet, dass es 1 bis 15 Vol. % 02, 10 bis 70 Vol. % C02 und ferner Argon enthält. II. Verwendung eines Schutzgasgemisches ge mäss Patentanspruch I für die Lichtbogenschweissung mit abschmelzender Blankdrahtelektrode, dadurch ge kennzeichnet, dass das Schutzgas als homogenes Ge misch einer Stahlflasche entnommen wird, wobei das Schutzgas 3 bis 15 Vol.0/o 02 und höchstens soviel C02 enthält, dass unter den Druck- und Temperatur bedingungen des Schutzgasgemisches in der Stahl flasche eine die Homogenität der Mischung beein trächtigende C02 Kondensation vermieden wird. UNTERANSPRÜCHE 1.Schutzgasgemisch nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es 3 bis 15 Vol .0/o 02 enthält. 2. Schutzgasgemisch nach Patentanspruch 1, da durch gekennzeichnet, dass es 20 bis 70 Vol fl/o C02 enthält. 3. Verwendung nach Patentanspruch II für die Lichtbogenschweissung von Stahl.
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Also Published As
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