Vorrichtung zum Messen der von Faserstoffen aufgenommenen Flottenmenge Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Messen der von Faserstoffen während des Durch ganges durch einen Behandlungsbehälter aufgenom menen Flottenmenge, z. B. der Menge von Schlichte-, Appretur- oder Farbflotte. Diese Vorrichtung zeichnet sich dadurch aus, dass der Behandlungsbehälter mit einem Auffangbehälter versehen ist, der bei im Über schuss dem Behandlungsbehälter zugeführter Flotte die überfliessende Flotte aufnimmt, deren Menge pro Zeiteinheit von einer Messeinrichtung gemessen wird.
Nachstehend sollen Ausführungsbeispiele der Er findung erörtert werden.
Betrachtet man beispielsweise den Vorgang beim Schlichten von Webketten, so ist es erwünscht, dass der Kette ein bestimmter Prozentsatz an Schlichte mittel zugeführt wird. Dies wird im allgemeinen in der Weise erreicht, dass die Kette durch einen Schlichte trog geführt wird, der eine Schlichteflotte mit einem entsprechenden Prozentsatz an Schlichtemittel enthält. Aus dem Verhältnis des Gewichtes der Kette und dem Gewicht der Schlichteflotte ergibt sich die prozentuale Schlichteaufnahme.
Zum Wasserdichtmachen von Faserstoffbahnen in der Papierindustrie ist es bekanntgeworden, eine regelbare Menge einer zu konzentrierten Dispersion der von der Fase.rstoffbahn aufzunehmenden Flüssig keit vor oder beim Eintritt in den Behandlungs behälter mit der zur Konstanthaltung des Flüssigkeits spiegels in diesem Behälter erforderlichen Wasser menge zu verdünnen.
Zu diesem Zweck ist eine in Höhe des erwünschten Wasserspiegels angeordnete überlaufeinrichtung vorgesehen, die je nach der Menge der aus dem Behandlungsbehälter von der Faserstoffbahn aufgenommenen Dispersion mehr oder weniger Wasser zu der hochkonzentrierten, dem Be handlungsbehälter zugeführten Dispersion hinzufügt. Dieses Verfahren hat den Nachteil, dass es nur sehr grob angenäherte Werte ergibt und ausserdem nur eine Mischung der Dispersion mit Wasser oder einem anderen flüssigen Verdünnungsmittel möglich ist.
Demgegenüber ist es jedoch in vielen Fällen, beispiels weise beim Schlichten von Faserstoffbahnen, üblich, das Behandlungsmittel, also die Schlichteflotte, mit durch die Flotte hindurchgeleitetem Dampf zu er wärmen. Dieser Dampf bewirkt aber zugleich eine Verdünnung der Schlichteflotte, so dass es wünschens wert ist, nicht nur die Wasserzufuhr zur Flotte zu verändern, sondern auch die Dampfzufuhr. Das ist aber mit der vorbekannten Einrichtung nicht möglich.
ES ist weiterhin eine Einrichtung bekanntge worden, bei der ebenfalls Faserstoffe während des Durchganges durch einen flüssigkeitsgefüllten Be hälter eine vorbestimmte Menge eines Flüssigkeits gemisches aufnehmen sollen. In diesem Falle wird das aufzunehmende Flüssigkeitsgemisch dem Faserstoff im überfluss zugeführt. Die zuviel aufgebrachte Menge wird anschliessend wieder entfernt, z. B. durch eine Schabeeinrichtung, eine Luftbürste oder dergleichen.
Diese Entfernung der überflüssigen Menge erfolgt in Abhängigkeit von der Höhe des Flottenspiegels im Behandlungsbehälter, und zwar unter der Voraus= setzeng, dass der Flottenspiegel um so stärker absinkt, je mehr von dem Faserstoff aufgenommen worden ist. Ein solches Verfahren mag für das oberflächliche Überziehen von Faserstoffen geeignet sein. Es ist jedoch dann nicht brauchbar, wenn die Faserstoffe durch ein Behandlungsmittel geführt werden, welches in den Faserstoff eindringt, wie es beispielsweise beim Schlichten, Appretieren, Färben oder dergleichen der Fall ist.
Es ist daher weiterhin bekanntgeworden, die auf zunehmende Menge in der Weise zu steuern, dass die Verdünnung des Behandlungsmittels in Abhängigkeit von der Gewichtsänderung der im Behandlungsbe- hälter befindlichen Flüssigkeit geregelt wird. Wie bei dem bereits oben beschriebenen Verfahren geht man auch hierbei von der Voraussetzung aus, dass um so mehr Behandlungsmittel von dem Faserstoff aufge nommen wird, je dickflüssiger die Behandlungsflüssig keit ist. Führt man eine konstante Menge der Behand lungsflüssigkeit zu, so wird also infolge der erhöhten Aufnahme durch den Faserstoff bei einer zu konzen trierten Behandlungsflüssigkeit zuviel von dem Faser stoff aufgenommen.
Das Gewicht der Behandlungs flüssigkeit in dem Behandlungsbehälter sinkt, so dass auf diese Weise ein Steuermechanismus in Tätigkeit gesetzt werden kann, welcher eine erhöhte Zufuhr an Verdünnungsmitteln bewirkt. Diese Einrichtung hat jedoch den Nachteil, dass das Gesamtgewicht der Trogflüssigkeit gemessen werden muss. Zwar spielt nur die Gewichtsänderung für den Regelvorgang eine Rolle. Jedoch ist es bekannt, dass eine feinfühlige Regelung um so schwieriger durchzuführen ist, je grösser der Grundwert ist, von dem aus die Regelung in Tätigkeit gesetzt wird.
Hinzu kommt, dass sich das Gewicht der Flüssigkeit nicht nur in Abhängigkeit von der in dem Behälter befindlichen Flüssigkeitsmenge verändert, sondern auch in Abhängigkeit davon, wie viel der Flüssigkeitsmenge von dem hindurchgeführten Faserstoff mitgezogen wird, ohne von ihm aufge nommen zu werden.
Es ist daher weiter bekanntge worden, nicht unmittelbar das Gewicht der Flüssig keit zur Regelung heranzuziehen, sondern, wie bei dem oben beschriebenen älteren Vorschlag, die Höhe des Flottenspiegels mit Hilfe eines Schwimmers zu ermitteln. Eine derartige Einrichtung arbeitet aber ebenfalls nur sehr grob und ungenau, da einmal be reits sehr geringe Schwankungen der Höhe des Flottenspiegels von beispielsweise nur 1 mm mit recht erheblichen Mengenschwankungen verbunden sein können und anderseits die Oberfläche der Flotte durch den hindurchgeführten Faserstoff in erheb liche Bewegung gebracht wird, so dass die Höhe des Flottenspiegels aus diesem Grund nur sehr ungenau erfasst werden kann.
Wie bei den vorbeschriebenen vorbekannten Ein richtungen und Verfahren soll auch bei einem Aus führungsbeispiel der Vorrichtung nach der vorlie genden Erfindung die aufgenommene Menge an Schlichte-, Appretur-, Farbflotte oder dergleichen da durch bestimmt werden, dass bei Abweichung der auf genommenen Menge von der Normalmenge eine zu hohe oder zu geringe Konzentration der Flotte vor ausgesetzt wird, so dass das Konzentrationsverhältnis geändert werden muss.
Das genannte Ausführungsbeispiel besitzt einen Behälter, der mit einem Auffangbehälter versehen ist, der die aus dem Behälter überfliessende, diesem im Überschuss zugeführte Behandlungsflotte aufnimmt, wobei eine Messeinrichtung für die überfliessende Flottenmenge vorgesehen ist.
Die Betätigung dieser Vorrichtung erfolgt derart, dass man dem Behälter eine bei unveränderter Faden geschwindigkeit konstante Flottenmenge zuführt, die grösser ist als die vom Faserstoff aufzunehmende Flottenmenge. Die aufgenommene Flottenmenge kann dann aus der aus dem Behälter abfliessenden I7ber- schussmenge bestimmt werden. Es ist möglich, die ab fliessende überschussmenge durch Wägung zu be stimmen. Vorteilhaft wird die abfliessende überschuss- menge zur selbsttätigen Regelung der Flottenkonzen tration verwendet.
Dies kann unmittelbar im Behälter durchgeführt werden, es ist jedoch vorteilhaft, wenn die Änderung der Flottenkonzentration in einem vor dem Behandlungsbehälter angeordneten Mischbe hälter erfolgt und die richtig konzentrierte Flotte von diesem Mischbehälter in den Behandlungsbehälter überführt wird. Zur Regelung der Flottenkonzen tration kann die Heissdampf- und,/oder Wasserzufuhr zum Mischbehälter gesteuert werden.
Bei der Behandlung von . Faserstoffen mit Schichte-, Appretur-, Farbflotten oder dergleichen ist es in vielen Fällen gebräuchlich, den Faserstoff, nach dem er mit der Flotte getränkt worden ist, zwischen Quetschwalzen hindurchzuführen, um die überflüs sige Flottenmenge abzuquetschen. Man kann nun die aus dem Behandlungsbehälter abfliessende überschuss- menge zur selbsttätigen Regelung des Quetschwalzen- druckes verwenden. Es wird ja bekanntlich um so weniger Flotte in dem Faserstoff verbleiben, je grösser der Anpressdruck der Quetschwalzen ist.
Es lässt sich also auf diese Weise ebenfalls der Prozentsatz des von dem Faserstoff aufgenommenen Behandlungsmittels regeln. In manchen Fällen kann es aber vorteilhaft sein, sowohl eine Änderung des Quetschwalzendrucks als auch eine Steuerung der Heissdampf- und/oder Wasserzufuhr zum Mischbehälter durchzuführen. Dies ist besonders dann vorteilhaft, wenn es auf sehr schnelle und feinfühlige Regelungen ankommt. Wird lediglich die Flottenkonzentration durch Steuerung der Heissdampf- und/oder Wasserzufuhr verändert, so bedarf es einer verhältnismässig langen Zeit, bis sich die richtige Konzentration eingestellt hat.
Die Ände rung des Quetschwalzendruckes kann jedoch sofort auf einen Wert vorgenommen werden, der der end gültig in dem Faserstoff verbleibenden Menge an Behandlungsmittel entspricht. Wird dann die Flotten konzentration weiter verändert, so kann nach Er reichen der richtigen Flottenkonzentration der Quetschwalzendruck wieder auf seinen ursprünglichen Wert zurückgeführt werden.
Es ist möglich, die überfliessende Flottenmenge entweder auf Grund ihrer Geschwindigkeit oder auf Grund ihres Volumens zu bestimmen. Vorteilhaft ist es jedoch, wenn die Messeinrichtung als Waage aus gebildet ist, da auf diese Weise eine einfache und genaue Messeinrichtung geschaffen werden kann. Die Waage kann in dem Fall so angeordnet sein, dass die kinetische Energie der überfliessenden Flottenmenge gemessen wird. Wenn keine Änderung der Flotten konzentration erforderlich ist, so fliesst stets eine vor bestimmte Menge an Flotte auf die Waage und übt infolge ihrer kinetischen Energie einen bestimmten Druck auf die Waage aus.
Wird mehr oder weniger Flotte von der Faserstoffbahn aufgenommen, so fliesst weniger oder mehr Flotte auf die Waage, und der von der kinetischen Energie erzeugte Druck wird kleiner oder grösser. Da es in diesem Falle nur auf die Änderung des kinetischen Druckes, nicht aber auf die absolute Höhe ankommt, liefert eine derartige Ein richtung ein sehr einfaches und genaues Messergebnis.
Zur Beeinflussung des Druckes der Quetsch- walzen, der Dampf- und/oder Wasserzufuhr kann die Waage mit Steuermitteln versehen sein. Diese Steuer mittel können aus elektrische Steuerstromkreise beein flussenden Schaltelementen bestehen. Eine solche Vor richtung kann sodann noch eine Pumpe aufweisen, die eine konstante Flottenmenge aus dem Auffangbehälter dem Behandlungsbehälter zuführt, sowie eine zweite Pumpe, die eine der Laufgeschwindigkeit des Faser stoffes proportionale Flottenmenge dem Behandlungs behälter zuführt.
Weiterhin kann der Behandlungs behälter mit Dampf- und Wasseranschlussleitungen versehen sein, in denen von den Steuermitteln der Waage beeinflussbare Verschlussorgane vorgesehen sind. Mit diesen Mitteln kann also von der einen Pumpe ständig eine konstante Flottenmenge umge wälzt werden, während von der zweiten Pumpe die jenige Flottenmenge zugeführt wird, die von dem Faserstoff aufgenommen werden soll.
Die beim Auf heizen der Flotte mit Hilfe des hindurchgeführten Dampfes zugeführte Feuchtigkeitsmenge wird sich dabei im allgemeinen mit der aus dem Behandlungs behälter verdampfenden Feuchtigkeitsmenge die Waage halten. Andernfalls ist es jedoch auch möglich, die durch Dampf- und Wasserleitung zugeführte Flüssigkeitsmenge mit der Menge der von der zweiten Pumpe zugeführten und der vom Faserstoff aufzu nehmenden entsprechenden Flottenmenge aufeinander abzustimmen.
Es ist vorteilhaft, sämtliche Zuführungsleitungen zum Behandlungsbehälter an einem Vortrog anzu schliessen und zwischen Vortrog und Behandlungs behälter eine flüssigkeitsleitende Verbindung vorzu sehen. Es ist möglich, den Vortrog oberhalb des Be handlungsbehälters anzuordnen. In vielen Fällen wird es jedoch vorteilhaft sein, den Vortrog seitlich am Behandlungsbehälter zu befestigen und die flüssig keitsleitende Verbindung als überlaufrinne auszu bilden. In diesem Fall erfolgt also die Mischung der frischen Schlichte mit der ständig umlaufenden Schlichte und dem zugeführten Dampf- bzw.
Wasser anteil bereits im Vortrog, so dass dem Behandlungs behälter eine gut durchmischte Flotte zugeführt wird.
Um eine gute Durchmischung der ständig um laufenden Flotte mit der zugeführten höher konzen trierten Flotte und dem Dampf- bzw. Wasseranteil zu erreichen, kann es vorteilhaft sein, im Vortrog zwei konzentrische Hohlzylinder mit siebartiger Wandung anzuordnen, die an dem einen Ende verschlossen und an ihrem anderen Ende mit der Dampf- bzw. Wasser zuführungsleitung verbunden sind.
Achsparallel zu diesen beiden konzentrischen Hohlzylindern kann ein weiterer Hohlzylinder mit siebartiger Wandung ange ordnet sein, der ebenfalls an seinem einen Ende ver schlossen und an seinem anderen Ende mit der Flottenzuführungsleitung verbunden ist. Auf diese Weise können auf die gesamte Länge des Vortroges die austretende Flotte und der austretende Dampf bzw. das austretende Wasser gegeneinander geführt werden, so dass bereits eine intensive Durchmischung ermöglicht wird.
Dennoch kann es in manchen Fällen vorteilhaft sein, zusätzlich im Vortrog eine Misch einrichtung, beispielsweise Rührflügel oder derglei chen, anzuordnen. Die Steuerung der Dampf- und Wasserzufuhr kann über Ventile erfolgen, die vor teilhaft motorisch betätigt werden. Die Steuerung der Betätigungsmotore erfolgt in dem Fall von den oben erwähnten, an der Waage angeordneten Schaltele menten. Es ist besonders vorteilhaft, einen Schlichte trog zu verwenden, welcher nur einen kleinen Raum inhalt aufweist.
Um dies zu erreichen, ist es nur schwer möglich, die zu schlichtenden Fäden, wie es bisher üblich war, mit Hilfe von Tauchwalzen frei durch die Schlichteflotte hindurchzuführen. Es wird daher die zu behandelnde Fadenschar längs der Ober fläche einer Tauchwalze durch die Schlichteflotte hin- durchgeführt und der Schlichtetrog nur wenig grösser als die Tauchwalze ausgebildet.
Es ist in diesem Fall besonders vorteilhaft und dient der Vereinfachung der Bauweise, wenn die Tauchwalze zugleich als Quetsch- walze verwendet wird, indem eine oder mehrere Gegenwalzen derartig an die Tauchwalze angepresst werden, dass sie die auf der Oberfläche der Tauch walze geführte Fadenschar zusammenpressen.
Diese den Abquetscheffekt in Verbindung mit der Tauch walze hervorrufenden Andruckwalzen können vor teilhaft oberhalb des Schlichtespiegels angeordnet und in Richtung auf die Tauchwalze verschiebbar gelagert sein.
Besonders vorteilhaft ist es, die Andruckwalzen horizontal zu lagern und den Anpressdruck in Ab hängigkeit vom Beschlichtungsgrad, das heisst in Ab hängigkeit von der Menge der von der Fadenschar aufgenommenen Schlichte, zu regeln. Mit den An druckwalzen können noch Umlenkwalzen in Verbin dung stehen, die es ermöglichen, die Fadenschar tangential in den Berührungsschlitz zwischen den Andruckwalzen und der Tauchwalze hineinzuführen bzw. aus dem Berührungsschlitz herauszuführen.
Bei einer derartigen Anordnung von Tauchwalzen und Andruckwalzen ist es möglich, den oben beschrie benen Vortrog an die Einlaufstelle der Fadenschar zwischen der einen Presswalze und der Tauchwalze zu legen. Zu diesem Zweck ist es lediglich erforderlich, an den Seiten der Press- und Tauchwalze Begrenzungs wände anzuordnen, so dass durch diese Begrenzungs wände und den Zwickel. zwischen Tauch- und Press- walze ein Trog gebildet wird.
In einem solchen Fall ist es jedoch vorteilhaft, auf der Tauchwalze zwischen den beiden Andruckstellen den Abstreicher oder eine Rakel anzuordnen.
Es ist bekannt, dass die Fadenschar unter gewissen Betriebsbedingungen, beispielsweise Stillstand oder Kriechgang der Maschine, mehr oder weniger aus der Schlichteflotte herausgenommen wird. Zu dem Zweck sind bei den bekannten Schlichteinrichtungen die Tauchwalzen höhenverstellbar angeordnet. Auch hier ist eine derartige Höhenverstellbarkeit der Tauch walze vorteilhaft.
In dem Fall empfiehlt es sich jedoch, die Einrichtung zur Höhenverstellung der Tauchwalze mit der Einrichtung zur Seitenverstellung der Quetschwalze derartig zu kuppeln, dass beim Hochfahren der Tauchwalze die Quetschwalzen zu gleich mit den zugehörigen Umlenkwalzen so weit auseinandergefahren werden, dass die Tauchwalze ungehindert zwischen den Quetschwalzen und den Umlenkwalzen hindurchgeführt werden kann.
Das Anlegen der Fadenschar an die Oberfläche der Tauchwalze kann unter Umständen den Nachteil haben, dass die Fadenschar auf der der Tauchwalze zugekehrten Seite nicht so gut mit Schlichteflotte durchtränkt wird wie auf der anderen Seite. In dem Fall können zwei Schlichtetröge angeordnet werden und die Fadenschar mit Hilfe von Umlenkwalzen so geführt werden, dass sie jeweils mit verschiedenen Seiten auf die Tauchwalze zu liegen kommt.
Anhand der in den Fig. 1 bis 3 dargestellten Aus führungsbeispiele sei die Erfindung näher erläutert. Fig.l zeigt ein Schema einer Vorrichtung zum Schlichten von Fadenscharen, während in Fig. 2 die Wiegeeinrichtung dargestellt ist. Fig. 3 erläutert das Zusammenwirken von zwei Schlichtetrögen.
Durch den Behandlungsbehälter 1, in diesem Fall den Schlichtetrog, wird die zu schlichtende Faden schar, beispielsweise mit Hilfe von Tauchwalzen, hin durchgeführt. Der Schlichtetrog ist mit einer über laufrinne 5 versehen, aus der die überfliessende Schlichteflotte in den Auffangbehälter 2 fliesst, wel cher, wie in Fig. 2 dargestellt, als Waage ausgebildet ist.
Weiterhin befindet sich am Schlichtetrog noch der Vortrog 3, in welchen bei 9 die Zuführungsleitung für die Schlichteflotte und bei 10 die Zuführungs leitungen für den Dampf- und Wasseranschluss münden. Weiterhin ist in dem Vortrog noch ein Rühr werk 11 angeordnet. Der Auffangbehälter 2 ist von einem Gehäuse 4 umgeben. Der Schlichtebehälter 1 wird gegenüber dem Gehäuse 4 mit dem Auffang behälter 2 durch eine höhenverstellbare Wand 6 ab getrennt, an welcher sich die überlaufrinne 5 be findet, die somit ebenfalls in ihrer Höhe verstellt werden kann.
Die in den Auffangbehälter 2 fliessende Schlichte wird durch den Abfluss 27 von der Pumpe 7 abgesaugt und bei 9 dem Vortrog zugeführt. Die Pumpe 7 fördert stets ein konstantes Schlichte volumen. Das von der Fadenschar aufzunehmende Schlichtevolumen wird von der Pumpe 8 zugeführt.
Man erkennt, dass die von der Pumpe 7 ständig umgewälzte Schlichtemenge und die von der Pumpe 8 zugeführte Schlichtemenge zusammengeführt und von hier über eine gemeinsame Leitung dem Anschluss 9 für die Schlichtezuleitung zum Vortrog zugeführt wird. Infolgedessen erfolgt bereits in der Leitung zwischen der Verbindungsstelle und dem Anschluss 9 eine Vermischung der umlaufenden Schlichte und der neu hinzugeführten Schlichte.
Ventile 18a bis<B>18e</B> ermöglichen die Zufuhr von Schlichte ganz oder teil weise statt zum Vortrog 3 zu einem zweiten, oberhalb des Schlichtetroges 1 angeordneten Vortrog 3a, wel cher von der Tauchwalze 17, der Quetschwalze 18 und seitlichen Begrenzungswänden gebildet wird. Weiterhin kann über ein Ventil 18d die von der Pumpe 8 geförderte Schlichtflotte einem Messbehälter 35 zugeführt werden, um die Fördermenge der Pumpe zu kontrollieren und mit der Geschwindigkeit der zu schlichtenden Fadenschar F abzustimmen.
Aus dem Messgefäss 35 fliesst die Schlichteflotte durch das Ventil 18e in das Gehäuse 4 für den Auffangbehälter 2 und damit in den Kreislauf der Pumpe 7. Die Schlichte pumpe 8 wird von der Maschinenwelle 12 über das Getriebe 13 proportional der Laufgeschwindigkeit der Maschine und infolgedessen proportional der Ge schwindigkeit der zu schlichtenden Fadenschar ange trieben.
Ein einstellbarer Bolzen 14 ermöglicht eine Hubverstellung der Pumpe 8 und damit eine Ein stellung der Fördermenge dieser Pumpe entsprechend dem von der Kette aufzunehmenden Prozentsatz an Schlichteflotte. Weiterhin ist ein Ventil 15 in der Dampfzuführungsleitung und ein Ventil 16 in der Wasserzuführungsleitung angeordnet. Man erkennt, dass die beiden Zuführungsleitungen in zwei konzen trische Hohlzylinder bei 10 münden. Diese kon zentrischen Hohlzylinder sind mit einer siebartigen Wand versehen und können an dem einen Ende ver schlossen sein.
Wenn der Dampf bzw. das Wasser von dem anderen, nicht verschlossenen Ende in die konzentrischen Hohlzylinder und durch eine siebartige Wandung in den Vortrog 3 einströmt, so wird hier durch eine gute Durchmischung mit der über den Anschluss 9 zugeführten Schlichte ermöglicht.
Die Achse der Tauchwalze 17 ist beidseitig in einem höhenverstellbaren Lager angeordnet. Die Höhenverstellung dieser Lager erfolgt durch die Hub vorrichtung 40, welche beispielsweise aus zwei kon zentrisch ineinanderliegenden Hohlzylindern bestehen kann, die pneumatisch oder hydraulisch auseinander fahrbar sind. Um ein gleichmässiges Anheben der beiden Achsen zu erreichen, sind die zugehörigen Hubvorrichtungen über je ein Zahnrad und eine torsionsfreie Welle 20 miteinander verbunden. Des gleichen sind die Achsen der Quetschwalzen 18 und 19 in verstellbaren Lagern angeordnet, welche in diesem Fall mit der Anpressvorrichtung 18a und 19a horizontal verstellt werden können.
Die Umlenk- walzen 36 und 37 sind an den verstellbaren Lagern der Quetschwalzen 18 und 19 befestigt, so dass sie gemeinsam mit diesen auseinandergefahren werden können, um die hochzufahrende Tauchwalze unge hindert durchzulassen. Die Anpressvorrichtung 18a und 19a kann mit der Hubvorrichtung 40 über eine geeignete Steuereinrichtung so gekoppelt sein, dass beim Heben der Tauchwalze 17 die Presswalzen 18 und 19 sowie die Umlenkwalzen 36 und 37 gleich zeitig auseinandergefahren werden.
Zum Antrieb der Tauchwalze 17 dient eine mit der Maschinenwelle 12 gekuppelte, ebenfalls auseinanderfahrbare Getrieb- welle 41. Oberhalb der Tauchwalze 17 ist noch ein Abstreicher oder ein Rakel 20 angeordnet, welcher ein Überfliessen der Schlichteflotte verhindern soll. Die angehobene Lage der Tauchwalze 17 ist gestri chelt gezeichnet und mit der Kennziffer 17a versehen.
In Fig. 2 ist wiederum der Auffangbehälter mit 2 und die überlaufrinne des Schlichtetroges mit 5 be zeichnet. Der Auffangbehälter 2 ist bei 21 auf einer Schneide gelagert. Ein Gegengewicht 22 bewirkt den Ausgleich bei normaler überflussmenge. Statt dieses Gegengewichtes 22 kann auch eine andere Gegen kraft, beispielsweise eine Feder oder dergleichen, angeordnet sein. Zweckmässig ist es, die Gegenkraft verstellbar auszuführen, beispielsweise durch Ver änderung der Federkraft oder durch Veränderung des Hebelarmes, an den das Gegengewicht 22 angreift.
Der Auffangbehälter ist weiterhin in einem Vertikal führungslager 23 angeordnet und mit einem Kreuz federgelenk 24 sowie einer Blattfeder 25 versehen. Oberhalb der Schneide 21 ist der Haltearm 28 für die Steuermittel angeordnet. Er enthält Kontakte 29a bis 29d, welche über die Schalteinrichtung 30 die Mo toren für die Ventile 15 und 16 beeinflussen. Dabei ist die Schaltung der Kontakte 29a bis 29d so ge troffen, dass, während die Schaltzunge den Kontakt 29a berührt, der Motor für das Wasserventil 16 läuft, und zwar in der Weise, dass das Ventil 16 geschlossen wird. Wird auch der Kontakt 29b geschlossen, so läuft auch der Motor für das Dampfventil 15 in Schliessrichtung.
Bei einem geschlossenen Kontakt 29c läuft der Motor für das Dampfventil 15 in Öffnungs richtung und bei einem geschlossenen Kontakt 29d der Motor für das Wasserventil 16 in Öffnungs richtung.
Da das spezifische Gewicht der Flotte unabhängig von ihrer Konzentration praktisch konstant bleibt, ist die Gewichtsanzeige der Waage auch ein zuverlässiges Mass für das Volumen.
Die Wirkungsweise der vorstehend beschriebenen Einrichtung ist folgende: Wie bereits erwähnt, wird von der Pumpe 7 eine stets konstante Schlichtemenge umgewälzt. Sie wird über den Abfluss 27 dem Auf fangbehälter 2 bzw. dem Gehäuse 4 für den Auffang behälter entnommen, bei 9 dem Vortrog 3 zugeführt, fliesst über eine überlaufrinne in den Behandlungs behälter 1 und von hier über die Überlaufrinne 5 wieder in den Auffangbehälter 2.
Die Pumpe 8 fördert eine Schlichtemenge, die der von der Fadenschar auf zunehmenden Flottenmenge gleich bzw. etwas ge ringer ist, da normalerweise der Schlichte über das Dampfventil 15 ständig eine bestimmte Menge Heiss dampf zugeführt wird, um die Schlichte zu erwärmen. Aus diesem Grund sowie zur Erzielung einer besseren Regelmöglichkeit ist es daher vorteilhaft, in an sich bekannter Weise von der Pumpe 8 eine Schlichteflotte höherer Konzentration dem Kreislauf zuzufügen. So lange das Mischungsverhältnis der Aufnahme der Fadenschar entspricht, ist beispielsweise das Wasser ventil 16 geschlossen und das Dampfventil 15 um einen vorbestimmten Betrag geöffnet.
Das Rührwerk 11 sorgt für eine zusätzliche Durchmischung der Flotte mit dem Dampf. Wird aus irgendwelchen Gründen die- Konzentration der im Schlichtetrog 1 enthaltenen Schlichteflotte zu gross, so wird zwang läufig mehr Schlichte von der Fadenschar aufge nommen, da eine höhere Konzentration auch eine höhere Viskosität bewirkt, wodurch' mehr Schlichte an den Fäden haften bleibt. Es fliesst also ein ge ringerer Anteil an Schlichteflotte über den überlauf 5 in den Auffangbehälter 2.
Dies hat zur Folge, dass der Kontakt 29c geschlossen wird, so dass der Motor für das Dampfventil 15 dieses Ventil weiter öffnet, und zwar so lange, bis der Kontakt 29c wieder öffnet. Falls jedoch die Konzentration der Schlichteflotte so gross geworden ist, dass eine erhebliche Abweichung der überflussmenge von der Norm eintritt, so schliesst nicht nur der Kontakt 29c, sondern gleichzeitig der Kontakt 29d, welcher den Motor für das Wasser ventil 16 einschaltet,
so dass auch noch heisses Wasser der Schlichteflotte zugeführt wird und damit eine schnellere Verdünnung der Schlichteflotte erreicht wird.
Falls umgekehrt die Schlichteflotte zu dünn ge worden ist, wird von der durchlaufenden Fadenschar zu wenig Schlichte aufgenommen. Infolgedessen fliesst ein grösserer Teil über den überlauf 5 in den Auf fangbehälter 2, so dass nunmehr zunächst der Kontakt 29a geschlossen wird, welcher den Motor für das Wasserventil 16 in Schliessrichtung anlaufen lässt. Bei erheblichen Unterschieden wird auch noch der Kon takt 29b geschlossen, welcher den Motor für das Dampfventil 15 ebenfalls in Schliessrichtung umlaufen lässt.
Um Pendelerscheinungen beim Regelvorgang möglichst weitgehend herabzusetzen, ist es vorteilhaft, ein an sich bekanntes Impulssystem vorzusehen, wel ches bewirkt, dass die Betätigungsmotoren für die Ventile 15 und 16 nicht während der gesamten Schliesszeit der Kontakte 29a bis d umlaufen, sondern jeweils nur eine kurze Zeit eingeschaltet und dann eine entsprechende Zeitlang abgeschaltet sind, so dass sich die durch die Einschaltung erfolgte Verstellung der Ventile zunächst einmal auswirken kann. Dieses Impulssystem ist in der Schalteinrichtung 30 ange ordnet. Impulslänge und Impulsabstand sind durch die Einstellglieder 31 und 32 einstellbar.
Die Strom zuführung erfolgt über die Leitungen a, b. Die Lei tungen c, d und e, f sind mit den entsprechend be zeichneten Anschlüssen der Stellmotoren der Ventile 15 und 16 verbunden. Die Leitungen g,<I>h, i</I> steuern die Anpresskraft der Quetschwalzen, indem beispiels weise über die Leitungen g, h der Anpressdruck ver grössert und über die Leitungen g, i verkleinert wird.
Unter Umständen wird die Fadenschar auf der der Tauchwalze. zugekehrten Seite nicht so gut mit Schlichteflotte durchtränkt wie auf der der Tauch walze abgekehrten Seite. Aus diesem Grund kann es vorteilhaft sein, zwei Schlichtetröge anzuordnen und die Fadenschar mit Hilfe von Umlenkwalzen so zu führen, dass sie jeweils mit verschiedenen Seiten auf die Tauchwalze zu liegen kommt. Ein Ausführungs beispiel für eine derartige Anordnung ist in Fig. 3 dargestellt.
In Anlehnung an Fig. 1 und 2 sind die Schlichtetröge 100 bzw. 101, die Tauchwalzen mit <B>171</B> und 172 in der Arbeitsstellung und mit 171a und <I>172a</I> in der angehobenen Stellung bezeichnet.
Die Fadenschar F läuft um die Quetschwalze 181, die Tauchwalze 171 und Quetschwalze 191 des Schlichte troges 100 zu der Umlenkwalze 37 des Schlichtetroges 101, wird zwischen der Tauchwalze 172 und der Quetschwalze 192 abgequetscht, durch den Schlichte trog 101 geführt, zwischen der Tauchwalze 172 und der Anpresswalze 182 erneut abgequetscht und sodann über Umlenkrollen 136, 137 und 138 zur nachfol genden Behandlungseinrichtung,
beispielsweise einer Trockenkammer, geführt.
Man erkennt, dass ein besonderer Vorteil der dargestellten Schlichteeinrichtung darin besteht, ein- und dieselbe Konstruktion mehrfach, sozusagen bau kastenartig, zu verwenden, um die verschiedenen Kombinationen zu erzielen. Vorstehend wurde die Anordnung zweier Schlichtetröge mit der entspre chenden Führung der Fadenschar beschrieben, wenn es sich um solche Faserstoffe handelt, die beim ein maligen Hindurchführen durch den Schlichtetrog nicht genügend mit Schlichteflotte durchtränkt werden.
Die gleiche Anordnung kann jedoch auch verwendet wer den, wenn es genügen würde, die Fadenschar nur ein mal durch den Schlichtetrog hindurchzuführen. In diesem Fall ist es beispielsweise möglich, die Tauch walze 172 in die gestrichelt gezeichnete Stellung 172a zu bringen und die Fadenschar von der Quetschwalze 191 über die Umlenkwalzen 36 und 37 unmittelbar zur Trockenkammer zu führen.
Schliesslich ist eine derartige Einrichtung auch noch vorteilhaft, wenn die Fäden einer Kette mit unterschiedlichem Prozentsatz an Schlichte ausge rüstet werden sollen, z. B. bei Ketten mit unterschied lichen Fäden, oder wenn der Schlichteflotte zugleich ein Farbstoff zum Einfärben der Fäden hinzugegeben wird und einzelne Teile der Kette unterschiedlich gefärbt werden sollen.
In dem Fall ist es, wie anhand von Fig. 3 unschwer zu erkennen ist, ohne weiteres möglich, einen Teil der Kette über die Tauchwalze 171 durch den Schlichtetrog 100 und einen anderen Teil der Kette über die Tauchwalze 172 durch den Schlichtetrog 101 zu führen.