Schleifmaschine zum profilgerechten Bearbeiten von radtragenden Schienen, insbesondere Eisenbahnschienen Es ist bekannt, die bei der Verbindungsschwei- ssung von radtragenden Schienen entstehenden Schweisswülste sowie andere Unregelmässigkeiten am Fahrkopf, insbesondere auf der Fahrfläche der Schie nen, mittels fahrbarer Schleifmaschinen zu bearbei ten.
Sie bestehen im allgemeinen aus einem Bügel, in welchem ein verstellbares Schleifwerkzeug ange ordnet ist oder wobei gemäss schweiz. Patent Nummer 349900 die vertikale Einstellung des Schleifwerk zeuges durch Heben bzw. Senken eines Teiles der Schleifmaschine gegen ihre auf der zu schleifenden Fläche ruhenden Aufstandspunkte, wie Lauf- bzw. Tragrollen, Laufrollensätze oder dergleichen, erfolgt.
Die Lauf- bzw. Tragrollen der bekannten Schleif maschinen sind mit feststehenden Spurkränzen aus gerüstet, wodurch die Maschine auf der Schiene ge führt und ein seitliches Abrutschen der Vorrichtung beim Schleifvorgang vermieden wird. Der Spurkranz abstand bzw. die Laufspiegelbreite der Rollen muss dabei der grössten Schienenkopfbreite der zu schlei fenden Schiene entsprechen.
Die Bearbeitung der Fahrkante, die zum profil gerechten Schleifen der Schiene unerlässlich ist, wird bei den bekannten Ausführungsarten entweder mit tels besonderer Seitenschleifmaschinen vorgenom men oder dadurch, dass das Schleifwerkzeug horizon tal und vertikal verschwenkt wird.
Diese Maschine zum profilgerechten Schleifen der Schienen haben den grossen Nachteil, dass sie zu schwer und in ihrem Aufbau zu umfangreich oder in ihrer Konstruktion zu verwickelt und damit störungsanfälliger sind. Auf Grund der neuen Erkenntnisse wurden dem Stand der Technik entsprechende Maschinen entwickelt, die z. B. infolge der geringeren Leistungsgewichte der Antriebsmaschinen für das Schleifwerkzeug bedeu- tend leichter ausgeführt werden könnten.
Dadurch kann ein Beschleifen der Fahrkante in der Weise erfolgen, dass die gesamte Schleifmaschine bei im Gestell feststehendem Schleifwerkzeug bei diesem Arbeitsgang dem Profil des Schienenkopfes entspre chend verschwenkt wird.
Zum besseren Verständnis ist diese bekannte Ausführung in den Fig. 1 und 2 der beigefügten Zeichnung veranschaulicht. Fig. 1 zeigt die Lauf vorrichtung einer Schienenschleifmaschine bisheriger Bauart beim Schliff der Fahrfläche einer Eisenbahn schiene 7, die mit Befestigungsmitteln 11 an den Schwellen angebracht ist.
Die Laufrollen 10, von denen nur eine sichtbar ist, laufen auf dem Schienen kopf. Die Laufspiegelbreite der mit Spurkränzen ver- sehenen Laufrollen 10 ist der grössten Schienenkopf- breite der zu schleifenden Schiene angepasst. Der Schleifmaschinenrahmen 6 ist mit dem Laufwerk gelenkig verbunden.
Zum Schleifen der Schienen- flanke wird die gesamte Schleifmaschine so ge schwenkt, dass die Laufrollen 10 gemäss Fig. 2 an der zu bearbeitenden Schienenflanke anliegen, wobei die geschwenkte Schleifmaschine von dem oberen Spurkranz der Laufrollen auf der Schiene 7 getra gen wird.
Da die Schienenkopfhöhe besonders bei abgenutzten Schienen geringer ist als die Schienen kopfbreite, sinkt die geschwenkte Schleifmaschine so weit nach unten:, dass der untere Spurkranz der Laufrollen 10 und auch das Schleifwerkzeug mit den Schienenbefestigungsmitteln 11 in Konflikt geraten. Dies trifft ganz besonders bei Schienen mit geringer Schienenhöhe zu. Aus diesem Grunde müssen für die Bearbeitung der Schienenflanke die Befestigungs mittel 11 entfernt werden.
Dieses zeitraubende Ent fernen der Schienenbefestigungsmittel und das er neute Befestigen der Schienen nach dem Schleifvor- gang ist ein Nachteil, der durch die vorliegende Erfindung vermieden werden kann.
Die Erfindung betrifft eine Schleifmaschine zum profilgerechten Bearbeiten von radtragenden Schie nen, insbesondere Eisenbahnschienen, dadurch ge kennzeichnet, dass die mit Lauf- oder Gleitvorrich- tungen versehene Schleifmaschine mit einem bei in Schleifstellung befindlicher Maschine quer zur Schiene verstellbaren Führungsorgan, z. B. einer drehbar gelagerten Führungsrolle, ausgerüstet ist.
Durch diese Ausbildung äst es möglich, zu erreichen, dass die Schleifvorrichtung in geschwenktem Zustand von dem seitlichen Führungsorgan auf der Schiene gehalten wird. Dabei kann wenigstens einer der Spurkränze der Laufrollen durch das. Führungsorgan ersetzt werden.
Die Erfindung soll an einem Ausführungsbeispiel derselben anhand von Fig. 3 bis 5 der Zeichnung näher erläutert werden. Es zeigen: Fig. 3 die Laufvorrichtung mit den Laufrollen und das quer zur Schiene verstellbare Führungs organ, Fig. 4 eine Draufsicht auf die Laufvorrichtung mit dem verstellbaren seitlichen Führungsorgan, Fig. 5 die Darstellung der Verhältnisse beim Schleifen der Fahrkante, wobei die Schleifmaschine mittels des Führungsorgans auf der Schiene gehalten wird.
Die Führungseinrichtung ist beim dargestellten Ausführungsbeispiel mit der Laufvorrichtung zu einer baulichen Einheit vereinigt. Die Laufvorrichtung weist mehrere Laufrollen 10 auf, die in zwei Lauf rollensätzen mit je vier Rollen zusammengefasst sind, von welchen Laufrollensätzen nur der eine darge stellt ist. Die Rollen 10 jedes Laufrollensatzes sind an einem Lagerstück 16 fliegend gelagert, welches mit dem Rahmen 6 der Schleifvorrichtung gelenkig verbunden ist. In Fig. 4 ist der Rahmen 6 der Deut lichkeit wegen nicht dargestellt.
Die beiden äusseren Rollen 10 jedes Rollensatzes sind nur einseitig je mit einem Spurkranz 9 versehen, während die beiden inneren Rollen 10 des Satzes gar keine Spurkränze aufweisen. Die Spurkränze 9 befinden sich an dem vom Lagerstück 16 abgekehrten Ende der Rollen 10.
Die Führungseinrichtung ist am Lagerstück 16 angebracht. Sie weist gemäss den Fig. 3-5 einen um einen am Lagerstück 16 angeordneten Zapfen 8 schwenkbar angeordneten Hebel 1 auf, an dessen kürzerem Hebelarm eine zur seitlichen Führung dienende, das Führungsorgan bildende bolzenför- mige Führungsrolle 2 drehbar gelagert ist,
welche bei in Schleifstellung befindlicher Schleifmaschine durch Schwenken des Hebels 1 quer zur Schiene 7 verstellbar äst. Der andere Arm des Hebels 1 weist einen Handgriff 12 auf. Am kürzeren Hebelarm des Hebels 1 und am Lagerstück 16 greift eine Zugfeder 4 an, die bestrebt ist, den Hebel in Fig. 4 entgegen dem Drehsinn des Uhrzeigers zu schwenken.
Zum Schleifen der Fahrfläche des Schienenkopfes (Fig. 3, 4) lässt sich der Hebel 1 durch eine am Teil 16 an- geordnete Sperrklinke 3, bestehend aus Blattfeder und Nocken, gegen Bewegung unter dem Einfluss der Feder 4 verriegeln. Die Führungsrolle 2 hat dann (Fig. 4) den grösstmöglichen Abstand von den Spurkränzen 9. Zur Begrenzung der Schwenkbewe gung des Hebels 1 unter dem Einfluss der Feder 4 bei gelöster Sperrklinke 3 dient eine verstellbare Begrenzungseinrichtung 5.
Diese weist eine an 16 gelagerte feststehende Gewindespindel 13 und eine zugehörige Mutter 14 auf, die als verstellbarer An schlag dient, mit dem ein Anschlagklotz 15 des Hebels 1 zusammenarbeiten kann.
In der Grundstellung (Fig. 3 und 4) beim Schliff der Fahrfläche F der Schiene 7 wird der Hebel 1 durch die Sperrklinke 3 gehalten. In dieser Stellung kann die Führungsrolle 2 zur Führung der Schleif maschine auf der Schiene 7 beitragen. Soll die ge samte Schleifmaschine zwecks Schleifens der Schie nenflanke K (Fig. 5) geschwenkt werden, so wird zu nächst die Sperrklinke 3 gelöst. Hierauf bewirkt das mittels der Federkraft der gespannten Feder 4 auf den Hebel 1 ausgeübte Drehmoment, dass sich die Führungsrolle 2 an der Schiene 7 abstützt.
Anschlie ssend wird die Schleifmaschine in die Lage gemäss Fig. 5 profilgemäss verschwenkt, so dass die gesamte Schleifvorrichtung sich schliesslich nur noch auf der Führungsrolle 2 jedes Laufrollensatzes abstützt. Da das durch die Feder 4 hervorgerufene Moment grö sser ist als das aus dem Gewicht der Maschine resul tierende Gegenmoment, wird die gesamte Schleif maschine angehoben, bis die Schwenkbewegung des Hebels 1 mittels der verstellbaren Begrenzungsein richtung 5 begrenzt wird.
Letztere wird entsprechend der Schienenkopfhöhe so eingestellt, dass ein geringes Spiel zwischen Unterseite des Schienenkopfes und den darunter liegenden Spurkränzen 9 der äusseren Laufrollen 10 erhalten bleibt. Bei dem anschliessen den Schleifvorgang kann die gehobene, von der Füh rungsrolle 2 jedes Rollensatzes auf der ,Schiene 7 geführte und gehaltene Schleifmaschine ungehindert über die Schienenbefestigungsmittel 11 hin und her bewegt werden. Dabei gewährleisten die auf der Schienenflanke K (Fig. 5) abrollenden Laufrollen 10 ein profilgemässes Schleifen der zu schleifenden Schiene 7.
Nach dem Schleifvorgang kann die Führungs rolle 2 durch Zurückziehen des Hebels 1 mittels des Griffes 12 von Hand in die Ausgangsstellung ge bracht werden, wonach der Hebel 1 in dieser Stel lung durch die Sperrklinke 3 gesichert wird.
Die beschriebene Schleifmaschine ist für die Bearbeitung von Schweissstellen an radtragenden Schienen aller Art geeignet, gleichgültig, ob es sich um solche für Eisenbahn-, Strassenbahn- oder Werk bahnanlagen oder auch für andere Zwecke handelt.